Wie sich die Zeiten ändern

Klar, ein Kilo Brot kostete 1967 auch zwischen 1,20 und 1,55 DM. Ein Mittelklasseauto rund 10 000 DM und ein Facharbeiter verdiente rund 1.100 Brutto im Monat. Für ein typisches Einfamilienhaus musste man 130 00 DM hinblättern. Mit dem Lohn eines Facharbeiters konnte man die Familie ernähren. Auch ein einfacher jährlicher Familienurlaub war mit dem Einkommen des Ernährers möglich.

Obwohl heute bedeutend mehr verdient wird, haben sich die Realitäten ins Negative verschoben. Nicht ohne Grund trägt das höhere Anspruchdenken seinen Teil dazu bei. Wer früher sparte unterschreibt heute Leasingverträge und kauft, auf Teufel komm raus, auf Abzahlung. Der Staat lebt in großem Stil auf Pump und der sogenannte kleine Mann macht es ihm nach.

Die Losung: „Vorwärts immer, rückwärts nimmer „, hat Risse bekommen. Die breite Masse hat schon seit längerer Zeit fast unmerklich den Rückwärtsgang eingelegt.

Das heute vor 50 Jahren passt nicht mehr so ganz, aber es ist trotzdem interessant zu lesen.

Die Zeiten ändern sich wie das Klima und wie hatte schon angeblich der griechische Philosoph Heraklit festgestellt: „Alles fließt“. Er meinte, dass alles in Bewegung ist und sich ständig verändert. Da hatte er schon damals augenscheinlich recht gehabt. Mit dieser Tatsache umzugehen lernen ist der einzig gangbare Weg. „Die Welt in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“ und das schaffen nicht einmal mächtige oder sture Gegner. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn wir alle in Richtung der 1950er Jahre zurechtgestutzt werden. Ludwig Erhard, der Vater der bundesdeutschen sozialen Marktwirtschaft, würde sicher dazu seinen Daumen heben. sig

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