Der 1. Oktober 2021 ist für mich ein Freudentag. Mein Blog gerdaus-welt. de hat die Schallmauer von 100 000 Aufrufen durchbrochen. Herzlich Dank an alle Menschen die sich die Mühe gemacht haben, meine Internetseite anzuschauen.

Blog eines freien Journalisten
Der 1. Oktober 2021 ist für mich ein Freudentag. Mein Blog gerdaus-welt. de hat die Schallmauer von 100 000 Aufrufen durchbrochen. Herzlich Dank an alle Menschen die sich die Mühe gemacht haben, meine Internetseite anzuschauen.

In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich. War das schon immer so, dass Menschen einfach nur noch zum ko… sind? Ist es auf Corona zurückzuführen und wird die Pandemie genutzt, die Sau raushängen zu lassen?
Am Freitagabend in einem gut situierten Restaurant. Die Lokalität war wegen Umbaus kurzerhand in den Garten verlegt und man saß dort gut aufgehoben unter Zeltdächern. Mir gegenüber ein junges Paar mit einem Kleinstkind im Kinderwagen. Der Kleine schlief selig und tief. Zwischen den Wagenrädern hatte es sich der Zwergpinscher des Paares gemütlich gemacht und nahm tonlos seinen selbst gewählten Bewachungsauftrag wahr.
Ein Paar mittleren Alters wurde vom Service an den Nebentisch geleitet und nahm Platz. Unser Tisch bekam das Essen serviert und plötzlich verlangte die Dame am Nachbartisch, dass der Kinderwagen mit dem schlafenden Kind aus ihrer Nähe entfernt werde. Es könnte ja schreien und das möchte sie absolut nicht. Der Kleine schlief weiter, während die Mutter mit viel Mühe den Wagen hinter sich stellte.
Das reichte der Dame aber nicht, jetzt hatte sie den Pinscher entdeckt und verlangte, dass man bitte Sorge dafür trage, dass er nicht in ihre Nähe komme.

Mir war der Appetit auf meinen tollen badischen Schweinebraten mit Spätzle gründlich vergangen, aber ich hielt mich mit großer Beherrschung davor zurück, dieser Frau ein paar freundliche Worte zu sagen.
Das junge Paar biss ebenfalls die Zähne zusammen und machte gute Miene zum bösen Spiel. In meinem Kopfkino lief ein sehr handfestes Szenario ab. Später relativierte ich aber meine wüsten, unausgesprochenen Vorwürfe. Vielleicht hatte ja die Beschwerdeführerin ihren Kinderwunsch nie erfüllt bekommen und trug daher Hass in ihrem Herzen, der sich ausgerechnet an diesem Abend Bahn verschaffte. Der jungen Mutter, die nach langer Zeit mal wieder in der Öffentlichkeit sein durfte, wird dieses Zusammentreffen sicher in Erinnerung bleiben.
Ich sage nur Pfui, was gibt es doch für ekelhafte Menschen auf der Welt, aber schon der erste Deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer sagte einst: „Man muss mit den Menschen leben, es gibt keine anderen.“ sig/Foto: Gerdau
Von Julia Hecker
Am Mittwochabend fand nach langer Corona-Pause die Jahreshauptversammlung (JHV) 2021 des Turn- und Sportverein (TSV) Fleisbach im Bürgerhaus Fleisbach statt. Geehrt wurde für 30- und 45-jährige Mitgliedschaften sowie Ehrenmitglieder, die zusätzlich Urkunden und Ehrenadeln des TSV erhielten.
Der rührige Verein wird ab sofort mit einem neuen Vorstand antreten. Als 1. Vorsitzende wurde Saskia Steinhauer (Abteilung Damenfußball) gewählt. 2. Vorsitzender ist Andreas Müller, der auch die Abteilung Leichtathletik führt. Nach langjähriger Vorstandsarbeit legt Jochen Grün sein Amt als 1. Geschäftsführer nieder. Das übernimmt jetzt Gabi Schön. Julia Hecker wechselt vom Posten der 2. Geschäftsführerin in die Öffentlichkeitsarbeit des TSV. Ihr Amt wurde von Eike Guthörl übernommen. Der erste Kassierer Peter Müller (1. Kassierer) wurde ebenso wie Tobias Müller ( 2. Kassierer) im Amt bestätigt.
Für das Jahr 2022 sind bereits einige Veranstaltungen geplant, so soll zum Beispiel der Grenzgang im neuen Jahr stattfinden. Auch „Rock in the Hall“, sowie ein Fußball-Mitternachtsturnier und das alljährliche Hochsprungmeeting sind fest im Terminkalender eingeplant. Das setzt natürlich voraus, dass Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.
Der Förderverein des TSV tagte am selben Abend und stellte die Pläne für nächstes Jahr vor. Unter anderem soll es 2021 und 2022 wieder eine Jausenstation, in einer etwas abgewandelten Form geben. Im Amt bestätigt wurden unsere Spielerinnen: Tine Nadler (1. Vorsitzende) Kristin Grau (2. Vorsitzende), Janina Aßmann (1. Kassiererin) und Steffi Weiss (2. Geschäftsführerin). Der Vorstand wird komplettiert durch Gabi Schön (1. Geschäftsführerin) und Ingrid Kohl (2. Kassiererin).



Fotos: privat
Leserzusendung
Hinterthal – Zukunftsperspektive ?

(Foto: Marianne und Günter Stock)
Bei einem von „Wir für Herborn“ organisierten Treffen von Anwohnern und anderen interessierten Bürgern spielten Kinder auf dem Asphalt vor dem Grundstück der Fa. Helm (ehemals Toommarkt).
Irgendwie müssen sie Gesprächsfetzen mitbekommen haben während sie mit Kreide das Pflaster bemalten, denn ohne, dass jemand mit ihnen gesprochen hat, zeichneten sie ein Konglomerat von Hochhäusern – den geplanten Stadtteil „Helmhausen“. Ob sie hier wohl gerne wohnen würden?

Stellungnahme WfH
Anwohner des Hinterthals und der angrenzenden Straßen
An den Magistrat
der Stadt Herborn
Hauptstraße 39
35745 Herborn
per Mail an info@herborn.de, Bürgermeisterin Fr. Gronau, Fraktionsvorsitzende der Herborner
Stadtverordnetenversammlung
Herborn, 30. September 2021
Stellungnahme zum Entwurf zur 5. Änderung des Bebauungsplanes „Hinterthal“
Sehr geehrte Damen und Herren,
die von dem Bauvorhaben der Firma Helm im Hinterthal betroffene Nachbarschaft und Anwohner der angrenzenden Straßen nehmen zu der beabsichtigten 5. Änderung des Bebauungsplanes „Hinterthal“ wie folgt Stellung:
Wir sind der Auffassung, dass das Maß einer baulichen Nutzung des Grundstücks Flur 27, Flurstücke 8/1, 10/1 (tlw.), 11/1, 13/3, 13/11, 13/12, 151/3 und 222/9 13/7, mit insgesamt 13 Mehrfamilienhäusern und zwei Boardinghäusern mit vier bzw. fünf Vollgeschossen zzgl. einem Staffelgeschoss, in Summe ca. 220 Wohnungen, die bauplanungsrechtlich und bauordnungsrechtlich zu beachtenden Grenzen überschreitet.
Bauvorhaben und diesen zu Grunde liegende Bebauungspläne müssen sich an den gesetzlichen Vorgaben des Baugesetzbuchs (§ 1) messen lassen. Danach sollen Bauleitpläne eine
nachhaltige städtebauliche Entwicklung unter Berücksichtigung der sozialen, wirtschaftlichen
und umweltschützenden Belange gewährleisten. Zu berücksichtigen ist insbesondere die Gestaltung des Ortsbildes. Die jeweilige Kommune hat es nicht in der Hand, vorhandene Bebauungspläne frei zu ändern, vielmehr sind der Planungshoheit gesetzliche Grenzen gesetzt. In der
verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung ist der Begriff einer „erdrückenden Wirkung“ entwickelt worden. Eine unzumutbare Beeinträchtigung der Nachbarschaft im Sinne einer erdrückenden Wirkung wird angenommen, wenn ein Vorhaben durch sein Ausmaß, seine Baumasse oder
seine massive Gestaltung Nachbargrundstücke in besonderer Weise unangemessen benachteiligt.
Hieraus leitet sich der Kernpunkt unserer Beanstandung ab. Die von der Firma Helm geplanten
Gebäude mit vier bzw. fünf Vollgeschossen zzgl. jeweils einem Staffelgeschoss hätten unzweifelhaft für die Nachbarschaft eine derart erdrückende Wirkung, dass eine besonders unangemessene Benachteiligung der Nachbarschaft offensichtlich ist.
Der Bereich Hinterthal in Herborn hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten erheblich verändert. So findet eine gewerbliche Nutzung praktisch nicht mehr statt und das Hinterthal ist heute (abgesehen von der Tierarztpraxis) ein reines Wohngebiet mit weit überwiegend Einfamilienhäusern. Direkt angrenzend zum geplanten Bauvorhaben der Firma Helm sollen überdies drei
Mehrfamilienhäuser der GBS entstehen. Für das GBS-Vorhaben wurde erst in diesem Jahr die
Änderung des Bebauungsplanes „Hinterthal“ verabschiedet. Betroffen von dieser Änderung
ist das Grundstück Flur 27, Flurstück 13/7. Im Rahmen dieser Änderung wurde die Anzahl der
Vollgeschosse für die geplanten GBS-Gebäude auf vier begrenzt und die maximale Gebäudehöhe auf 13m festgesetzt. Bereits die geplanten GBS-Gebäude übersteigen damit hinsichtlich
der Vollgeschosse die überwiegende Bebauung im Hinterthal. Die von der Firma Helm geplanten Gebäude würden die für das GBS-Vorhaben maximal mögliche Gebäudehöhe aber noch
einmal um mindestens bis zu 5m übersteigen (bei gleichzeitig noch deutlich dichterer Bebau-
2
ung). Gemessen an den vorhandenen wie auch noch geplanten Gebäuden im Hinterthal ist
damit festzustellen, dass das geplante Helm-Bauvorhaben unzweifelhaft mit einer angemessenen Gestaltung des Stadtbildes nicht mehr in Einklang zu bringen ist und für die Anwohner eine
erdrückende Wirkung hätte.
Dies gilt insbesondere auch unter Berücksichtigung der Bebauung in der an den östlichen Bereich des Planungsgebietes angrenzenden Austraße. Von der Kreuzung am Amtsgericht bis zur
Einmündung Hinterthal stehen in der Austraße beiderseits der Straße insgesamt 29 Häuser,
davon 3 mit 2 Geschossen, 21 mit 2 ½ Geschossen (jeweils 2 Vollgeschossen und ausgebautem Dachgeschoss oder Mansardengeschoss), 4 mit 3 ½ Geschossen und 1 mit 5 Geschossen.
Die Austraße wird damit ganz überwiegend von Häusern mit 2 ½ Geschossen (21 von 29) geprägt. Insbesondere die an der Ostseite des Plangebietes direkt angrenzenden Häuser weisen
maximal zwei Vollgeschosse auf. Damit wird auch gemessen an den vorhandenen Gebäuden in
der Austraße deutlich, dass die von der Firma Helm geplanten Gebäude mit vier bzw. fünf Vollgeschossen zzgl. Staffelgeschoss und insgesamt 220 Wohnungen unzweifelhaft eine erdrückende Wirkung hätten.
In der Begründung zum Entwurf für die Änderung des Bebauungsplanes „Hinterthal“ von dem
Planungsbüro Koch wird auch kein tragfähiges und nachvollziehbares Argument für die geplanten Gebäudehöhen von 15m (vier Vollgeschosse + Staffelgeschoss) bzw. 18m (fünf Vollgeschosse + Staffelgeschosse) genannt. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das geplante Vorhaben der Firma Helm keine Elemente eines sozialen Wohnungsbaus umfasst. Reine
wirtschaftliche Interessen des Investors sind im Rahmen einer Abwägung nicht über bauplanungsrechtlich und bauordnungsrechtlich zu beachtenden Grenzen zu stellen bzw. begründen
nicht, die offensichtliche Beeinträchtigung des Ortsbildes.
Wir fordern daher, eine Anpassung des Bauvorhabens und damit verbunden der geplanten Änderungen am Bebauungsplan „Hinterthal“ dahingehend, dass eine Einfügung des Vorhabens in
das Ortsbild sichergestellt wird. Unser Vorschlag für eine entsprechende Anpassung ist der
Verzicht auf die geplanten Staffelgeschosse für die einzelnen Gebäude, d.h. für das Gebiet
MU2 in der direkten Nachbarschaftsbebauung wird eine Gebäudehöhe von ca. 12m (bzw. vier
Vollgeschosse ohne zusätzliches Staffelgeschoss) und für das Gebiet MU1 eine Gebäudehöhe
von ca. 15m (bzw. fünf Vollgeschosse ohne zusätzliches Staffelgeschoss) festgesetzt. In der
direkten Nachbarschaftsbebauung würden sich damit die geplanten Gebäude an der Gebäudehöhe der GBS-Häuser orientieren und diese nicht noch zusätzlich übersteigen. Neben der verbesserten Einfügung der Gebäude in das Ortsbild würde mit dem Verzicht auf die Staffelgeschosse auch die für die Begrünung und Errichtung von Solaranlagen, die auch wesentliche
Forderungen der Stadt an das Vorhaben darstellen, verfügbare Dachfläche deutlich vergrößert
und damit ihr Nutzungsgrad deutlich gesteigert.
Unabhängig von der Beeinträchtigung des Ortbildes durch das geplante Ausmaß der Bebauung
sehen wir auch grundsätzliche Fragen hinsichtlich der Auswirkungen auf die bestehende Infrastruktur angesichts der hohen Zahl an geplanten Wohnungen und damit verbunden des möglichen Zuzugs von Bewohnern in das Stadtgebiet als nicht ausreichend geklärt an. Dies betrifft
insbesondere offene Fragen hinsichtlich des Verkehrskonzeptes. Ein Thema ist hierbei die Regelung der Ein- und Ausfahrt für das geplante Parkhaus, welches auch schon im Bauausschuss
diskutiert wurde. Daneben sehen wir auch die zusätzliche Verkehrsbelastung für die Austraße
noch nicht hinreichend gewürdigt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass neben dem zusätzlichen
Verkehrsaufkommen durch das Helm-Bauvorhaben auch die geplanten 60 GBS-Wohnungen zu
einer weiteren Belastung für die Austraße führen werden. Für die Beschlussfassung zur 5. Änderung des Bebauungsplans sehen wir ein neues Verkehrsgutachten als erforderlich an. Als
Grundlage sind Verkehrszählungen an mehreren Wochentagen sowohl in der Westerwaldstraße als auch der Austraße durchzuführen. Diese müssen an Schultagen und mindesten an einem Freitag erfolgen, um die durch den Wochenmarkt verursachten Verkehrsbelastungen zu
berücksichtigen.
Ferner würden wir es begrüßen, wenn die gestellten Anforderungen hinsichtlich der Installation
von Solaranlagen auf den Dachflächen der geplanten Gebäude, die Errichtung von Spielgerä-
3
ten auf dem Gelände sowie die Begrünung des Geländes konkreter vorgegeben und verbindlich
geregelt werden. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die genannten Maßnahmen
als wesentliche Forderungen der Stadt für die Zustimmung zum geplanten Bauvorhaben genannt wurden. Gemäß dem vorliegenden Entwurf zur Änderung des Bebauungsplanes wird
lediglich die Installation von Solaranlagen und die Errichtung von Spielgeräten (für unterschiedliche Altersgruppen) gefordert, Art und Umfang liegen aber demnach allein im Ermessen der
Firma Helm. Hier ist zu befürchten, dass die Umsetzung der Anforderungen nach dem Minimalprinzip erfolgen und die Interessen der Stadt nicht ausreichend befriedigt werden. Hinsichtlich
der Begrünung schlagen wir vor, die Vorgaben dahingehend zu erweitern, dass eine Art Grüngürtel durch Baumbepflanzung um das Gelände bzw. insbesondere zur nachbarschaftlichen
Bebauung angelegt wird, um so eine optische Aufwertung für das Gelände zu erreichen und
damit auch eine verbesserte Einfügung in das Ortsbild. Aus unserer Sicht sollte vor Beschlussfassung über die Änderung des Bebauungsplanes ein städtebaulicher Vertrag mit der Firma
Helm geschlossen werden, in dem genaue Regelungen hinsichtlich der Umsetzung der im Bebauungsplan genannten Anforderungen festgehalten werden.
Abschließend möchten wir auf § 1 Abs. 7 BauGB verweisen, der besagt, dass bei der Aufstellung der Bauleitpläne die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander
gerecht abzuwägen sind. Entsprechende Abwägung sehen wir bei dem vorliegenden Entwurf
zur Änderung des Bebauungsplanes „Hinterthal“ als nicht ausreichend gegeben an und fordern
daher Anpassungen unter Berücksichtigung der von uns aufgeführten Punkte.
Für einen weiteren Dialog stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Bertolt und Carolin Dintelmann Hinterthal 6c
Gerd-Walter und Anni Löb Am Birkenhof 6
Inge und Karl Binder Am Birkenhof 4
Dr. Joachim und Cornelia Cigan Am Birkenhof 3
Frank Dalwigk Austraße 17
Familie Krüger-Zechlin Austraße 20
Swen und Ursula Reuter Austraße 21
Sandra Weil Austraße 28
Sibylle Cunz-Barnusch und Klaus Barnusch Hinterthal 1a
Kathrin Cunz-Baumann und Alexander Cunz Ringofenstraße 9
Alexander und Kerstin Schüler Hinterthal 14
Stellungnahme BUND
An den Magistrat der Stadt Herborn
Hauptstraße 39
35745 Herborn
per Mail an Info@herborn.de
Änderung des Bebauungsplanes „Hinterthal“, Stadt Herborn, Kernstadt
Sehr geehrte Damen und Herren,
Zum Vorentwurf der 5. Änderung des Bebauungsplanes „Hinterthal“, Stadt Herborn,
Kernstadt, nehmen wir im Namen des Landesverbands Hessen des BUND form- und fristgerecht
folgendermaßen Stellung:
Grundsätzlich befürworten wir die Bebauung des obigen Geländes sehr. Wir halten es für sinnvoll,
dass ein versiegeltes Gelände vorrangig vor neuen Freiflächen bebaut wird. Wir sehen zudem die
Notwendigkeit, im Gegensatz zu früheren Zeiten eher in die Höhe als in die Breite zu bauen.
Beim aktuellen Bauvorhaben fehlt uns allerdings bezüglich Baudichte und Höhe der Gebäude eine
gutachterliche Aussage zu möglichen Auswirkungen veränderter Luftleitbahnen, Frischluftzufuhr und
Aufheizung des Geländes.
Dies ist nachzuholen.
Die Verkehrszählung erfolgte zu einer Zeit, als coronabedingt der Einzelhandel deutlich weniger
Kunden hatte, das Gymnasium nicht im Präsenzunterricht war, viele Menschen im Homeoffice
arbeiteten, die Vitosklinik Ambulanzpatienten nur sehr reduziert behandelte…., kurz zu einer Zeit, die
mit dem realistischen Verkehrsaufkommen in „normalen Zeiten“ nicht verglichen werden kann.
Eine erneute Verkehrszählung ist notwendig, um das tatsächlich zu erwartende Aufkommen
einschätzen zu können.
Die Absicht, die Freiflächen zu begrünen, ist aus unserer Sicht lobenswert. Die Erfahrung lehrt uns
allerdings, dass fast nie so begrünt wird, wie es in der Vorgabe steht. Ein englischer Rasen,
aufgelockert durch einige wenige Bäumchen oder Büsche/Hecken ist ökologisch sicher nicht das, was
eigentlich gepflanzt werden sollte. Daher empfehlen wir, schriftlich und vertraglich festzulegen, wo,
welche und wie viele heimische Pflanzen und Gehölze gepflanzt werden sollen. Auch Bereiche mit
insektenfreundlichen Stauden und Blühwiesen sollten darin explizit aufgelistet werden.
Die verbindliche Planung durch eine Öko-Landschaftsgärtnerei sollte dabei vorgeschrieben werden.
Herborn, den 28.09.2021
Annette Jakobi
Ein Leser schickte mir dieses Bild vom gestrigen Abend zu. Ein offensichtlich Obdachloser hatte sich im Geldautomaten-Bereich der Herborner Sparda-Bank für die Nacht eingerichtet. Der Eingang ist für Jedermann zugänglich, aber dies eigentlich nur zum Geld abheben gedacht. Bleibt dem müden Gesellen nur zu wünschen, dass er eine gesegnete Nacht ohne genervte Geldabheber hatte.

Foto: privat
Leserbriefe und Gaestbeitraege werden von mir grundsaetzlich ohne “Zensur” veroeffentlicht. Es sei denn sie verstossen gegen die guten Sitten oder moralischen Werte. Auch beleidigende Beitraege, sowie rassistische Aeusserungen sind von einer Verbreitung in gerdaus-welt ausgeschlossen.
Politische Meinungen, die sich im Rahmen des Grundgesetzes und der freiheitlich demokratischen Grundordnung bewegen, werden akzeptiert. Die Meinungsfreiheit hat fuer mich den allerhoechsten Stellenwert und das ist fuer mich der Massstab, den ich auch bei anderen anlege.
Leserbrief
Anwohner des Hinterthals und der angrenzenden Strafe
An die
Fraktionen der Herborner Stadtverordnetenversammlung
CDU (Fraktionsvorsitzender Herr Hühne)
SPD (Fraktionsvorsitzender Herr Menger)
B90/Die Grüne (Fraktionsvorsitzende Frau Garotti)
FWG (Fraktionsvorsitzender Herr Enenkel)
FDP/SGH (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Herr Deworetzki, Herr Dr. med. Sbresny) und den Stadtverordnetenvorsteher Herr Müller
Herborn, 11.09.2021
Stellungnahme zum geplanten Bauvorhaben der Firma Helm im Hinterthal Sehr geehrte Damen und Herren,
als Anwohner des Hinterthals und der angrenzenden Straßen haben wir mit großem Interesse und leider auch Enttäuschung die Diskussionen zu den geplanten Änderungen am
Bebauungsplan für das ehemalige Toom-Gelände bzw. zu dem auf dem Gelände geplanten Bauprojekt der Firma Helm verfolgt. Auch nach der Bürgerversammlung von letzter Woche sehen wir eine Reihe von Fragen nicht beantwortet und stehen dem Ausmaß der geplanten
Bebauung sehr kritisch gegenüber. Wir möchten mit diesem Schreiben noch mal die Gelegenheit nutzen, Ihnen unsere Kritikpunkte am geplanten Bauprojekt wie auch am Prozess der Öffentlichkeitseinbindung zu diesem Projekt darzulegen.
Zum Punkt Öffentlichkeitseinbindung:
Statt die Öffentlichkeit bei einem Projekt dieser Größenordnung und Bedeutung für die Stadt Herborn frühzeitig zu informieren und einzubinden, macht es den Eindruck, dass hier insbesondere von Seiten der Bürgermeisterin auf Zeit gespielt wurde, um nun die bereits getroffenen Absprachen mit der Firma Helm mit Verweis auf den angeblichen zeitlichen Handlungsdruck durch die politischen Entscheidungsgremien durchzujagen. Die Dissonanz zwischen Frau Gronau und Ihnen bzw. Ihren Fraktionen in diesem wie auch bei weiteren
Themen wurde dabei in der Bürgerversammlung sehr deutlich, so dass man sich im Lauf der Veranstaltung die Frage stellen musste, wie unter diesen Rahmenbedingungen grundsätzlich überhaupt eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und den politischen Gremien zum Wohle unserer Stadt und Ihrer Bürger möglich ist. Umso enttäuschender empfinden wir es, dass Ihre Fraktionen mehrheitlich gewillt sind, dem vermeintlichen Druck nachzugeben und dem geplanten Bauprojekt ohne eine dezidierte, vollumfängliche Betrachtung seiner Auswirkungen für die gesamte Stadtentwicklung zuzustimmen. Der angebliche zeitliche Handlungsdruck überzeugt hier als Argument für ein schnelles Durchboxen des geplanten Projektes nicht. Schließlich hätte man mit den Diskussionen zu dem geplanten Bauvorhaben und der eigentlich im Vorfeld überfälligen Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes zur städtebaulichen Entwicklung Herborns bereits im letzten Jahr gerade vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im März anstoßen können (wenn nicht sogar schon deutlich früher, das betreffende Gelände liegt bekanntlich seit Jahren brach und das Thema der Stadtentwicklung ist auch nicht neu). Das wäre auch der richtige Zeitpunkt für eine Einbindung der Bürger gewesen, die auf Basis der Positionen
Ihrer Parteien zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept im Allgemeinen und zum HelmProjekt im Speziellen ihre Wahlentscheidung hätten treffen können und damit letztlich auch in die Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen wären.
Zu unserer Kritik am geplanten Ausmaß des Helm-Bauprojektes:
Als direkt betroffene Anwohner hat man verständlicherweise keinen neutralen Blick auf ein Bauvorhaben dieser Dimension in seiner Nachbarschaft. Die Anzahl der geplanten Gebäude sowie die Geschossigkeit wird naturgemäß sehr kritisch von der angrenzenden
Nachbarschaft gesehen. Dass es sich hierbei für die Verhältnisse einer Stadt wie Herborn um eine massive Bebauung sowohl hinsichtlich Anzahl als auch Geschossigkeit der Gebäude handelt, wird aber nicht nur von den Anwohnern so empfunden. Dies scheint auch
Ihnen bzw. Ihren Fraktionen bewusst zu sein und wurde auch mehrfach in den öffentlichen
Sitzungen des Bauausschusses zum Ausdruck gebracht. Der vermeintliche
Kompromissvorschlag der Firma Helm für (wenige) einzelne Gebäude des
Gesamtvorhabens die Geschossigkeit von sechs Geschossen plus Staffelgeschoss um ein
Geschoss auf fünf Geschosse + Staffelgeschoss zu reduzieren, ändert an der
Gesamtdimension des Vorhabens nur wenig und stellt keine konsensuale Lösung dar. Mit dem pauschalen Verweis auf die Wohnungsknappheit in Herborn und die Angst vor dem Absprung des Investors nun aber dem geplanten Projekt bzw. der damit verbundenen Änderungen am Bebauungsplan zuzustimmen, ist daher in der Argumentation für Ihre mehrheitliche Zustimmung sehr dürftig. Unter anderem wurde bislang nicht konkret erläutert
Wie auch in der Bürgerversammlung von verschiedenen Seiten angemerkt, kann es nicht zielführend für die Entwicklung Herborns sein, jedes geplante Bauprojekt nur für sich zu betrachten, sondern es ist ein Gesamtkonzept für die städtebauliche Entwicklung zu erarbeiten, in dem gerade diese Fragen erörtert und beantwortet werden. Damit würden sich dann auch ggf. Nachteile für einzelne Interessensgruppen zumindest erklären lassen. Uns ist hierbei durchaus bewusst, dass eine städtebauliche Entwicklung nicht alle
Einzelinteressen berücksichtigen kann und übergeordnete Interessen wie eben akuter
Wohnungsbedarf durchaus über den Einzelinteressen der von entsprechenden
Bauprojekten betroffenen Anwohnerschaft stehen kann bzw. wohl auch stehen muss. Eine sachgerechte Abwägung zwischen den jeweiligen Interessen und die Erörterung von Alternativen für einen bestmöglichen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessensgruppen sollte dennoch zwingend geboten sein. Diese Abwägung ist bei dem Entscheidungsprozess zum Helm-Projekt aber in keiner Weise zu erkennen.
Es geht uns nicht um eine grundsätzliche Ablehnung des Projektes. Die Schaffung von
Wohnraum auf dem brachliegenden Gelände ist absolut nachvollziehbar und sinnvoll, ebenso wie die allein schon aus ökologischen Gründen grundsätzliche Notwendigkeit zu einer Verdichtung von Wohnraum. Beim Ausmaß der Bebauung aber allein die Attraktivität sprich Renditemaximierung für den Investor zu befriedigen, ist ein nicht akzeptables Vorgehen. Es macht hier den Eindruck, dass im Rahmen der Verhandlungen sehr devot gegenüber dem Investor agiert wurde und keine klare Verhandlungsposition von der Stadt Herborn eingenommen wurde. Der Investor hat das Grundstück unter dem aktuell noch gültigen Bebauungsplan zu den vermutlich daraus abgeleiteten günstigen Konditionen schließlich erworben, so dass man sehr wohl auch von ihm die Bereitschaft zu einer konsensualen Lösung einfordern kann.
Hinsichtlich der Auswirkungen für die angrenzende Nachbarschaft ist überdies noch zu berücksichtigen, dass mit dem Bauprojekt der GBS, das drei viergeschossige Wohnhäuser mit 60 Wohnungen vorsieht und unmittelbar an das Helm-Projekt angrenzt, bereits ein Großprojekt im Hinterthal genehmigt wurde. In Summe würden damit knapp 300 Wohnungen im Hinterthal neu entstehen, so dass möglicherweise 600 bis 800 Menschen neu im Hinterthal angesiedelt würden (einige Dörfer im Dillkreis sind kleiner). Absolut unverständlich ist hierbei, warum zum Zeitpunkt des Genehmigungsverfahren hinsichtlich der Bebauungsplanänderung für das GBS Projekt vor zwei Jahren nicht bereits über eine Planänderung für das gesamte Areal diskutiert und entschieden wurde. Die Stadtverwaltung und der Magistrat hätten in diesem Zuge eine Planungsvorlage erstellen bzw. in Auftrag geben können, um potenziellen Investoren eine Grundlage für Ihre Vorhaben zu geben. Anstatt dessen überlässt die Stadt die Planungen zur Stadtentwicklung einem privaten Investor, der sein Vorhaben an der eigenen Gewinnmaximierung ausrichtet.
Wir bitten Sie aus den genannten Gründen, noch mal ihre Haltung zum Helm-Projekt zu überdenken und vor der Entscheidung zu diesem Einzelprojekt die Stadtverwaltung und den Magistrat mit einem von unterschiedlichen Seiten bereits geforderten Gesamtkonzept zur städtebaulichen Entwicklung für Herborn zu beauftragen, in dem die aufgeworfenen Fragen nachvollziehbar geklärt werden. Ferner würden wir es begrüßen, wenn Sie bzw. Ihre Fraktionen vor Ort noch einmal in einen persönlichen Dialog mit den Anwohnern treten würden, um die unterschiedlichen Positionen und offenen Fragen zu erörtern und nach konsensualen Lösungen zu suchen. Wir möchten an dieser Stelle abschließend betonen, dass wir die Stadtentwicklung Herborns nicht bremsen oder gar blockieren wollen, es geht uns ausschließlich und allein um eine sachgerechte Abwägung aller Interessenslagen. Über Rückmeldungen zu Terminabsprachen würden wir uns freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Bertolt und Carolin Dintelmann Hinterthal 6c
Gerd-Walter und Anni Löb Am Birkenhof 6
Inge und Karl Binder Am Birkenhof 4
Dr. Joachim und Cornelia Cigan Am Birkenhof 3
Swen und Ursula Reuter Austraße 21
Sandra Weil Austraße 28
Sibylle Cunz-Barnusch und Klaus Barnusch Hinterthal 1a
Christian Stuhl Ringofenstraße 10
Kathrin Cunz-Baumann und Alexander Cunz Ringofenstraße 9
Alexander und Kerstin Schüler Hinterthal 14
Familie Krüger-Zechlin Austraße 20
Die Vernissage für unsere Skulpturen,- Gemälde und Foto-Ausstellung in der Alten Färberei (Haus der Vereine) in Herborn am gestrigen Abend, kann man nur als gelungen bezeichnen. In Anbetracht der wieder aufflammenden Pandemie und der damit verbundenen Vorsichtsmaßnahmen, war die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer überschaubar. Nicht ganz 40 Menschen zeigten sich von den unterschiedlichsten künstlerischen Exponaten angetan.

Mein Kollege Helmut Blecher vom Herborner Tageblatt schaute sich gleich zu Anfang genau um und es gefiel ihm was er sah. Bin gespannt wie sein Resümee ausfällt. Mein und damit unser ganzer Dank gilt natürlich in erster Linie der Initiatorin der Ausstellung Benita von Wendt, die mit ihren Neuschöpfungen dem Haus der Vereine ihre ganz persönliche Note verlieh. Die wunderbare Laudatorin Emilia Heister hielt eine Rede, die wohl nur sehr schwer zu toppen sein wird. Sie wird für mich der Maßstab sein, den ich an alle künftigen Eröffnungsrednerinnen und Redner anlegen werde. Weiter möchte ich drei Menschen Dank sagen, für ihren Einsatz in der Bewirtung der Gäste. Das waren Danni Rangnau , die kleinen Leckereien produzierte und keine Mühe hatte sie unters „Volk“ zu verteilen. Petra Zimmermann-Reuter buk den ganzen Nachmittag gemeinsam mit unserer Nachbarin Maria Leng 90 Blätterteigstangen und die konnte Petra am Abend gar nicht schnell genug verteilen. Den Sektausschank übernahm mein Freund Felix Reck. Durch sein bravouröses Agieren blieb kein Glas ungefüllt. Magistratsmitglied Werner Schäfer (SPD) vertrat Bürgermeisterin Katja Gronau (parteilos). In seiner Begrüßungsrede lobte er den Einsatz der heimischen Künstler und sprach die Hoffnung aus, dass es mit den kulturellen Aktivitäten in der Stadt so langsam wieder aufwärts gehen kann. Katja Gronau wird der Ausstellung am heutigen Nachmittag ebenfalls ihre Reverenz erweisen.

Auf Wunsch zahlreicher Gourmets hier das Rezept für die Sektbeilagen.

Die Ausstellung geht noch bis zum 12. September. sig
Gestern unterhielt ich mich mit einer guten Bekannten, die aus Wuhan in China stammt und als Heranwachsende nach Deutschland kam. Sie hält zu ihren Eltern in China ständig Verbindung und ist auch über die Vorgänge in Sachen Corona in ihrem Heimatland bestens informiert. Auf meine Frage wie denn dort, am vermuteten Ursprungsort von Covid-19, die Pandemie-Situation sei, antwortete sie wie aus der Pistole geschossen: „Sehr gut.“ Es gäbe ihres Wissens nach so gut wie keine Neuerkrankungen und diese Zahl sei höchstens dreistellig.

China sei halt ein Land, in dem die Regierung sehr deutlich in solchen Situationen durchgreife, um schlimmeres zu verhindern. Das sei sicher in einem kommunistischen System leichter möglich als hier bei uns, fügte sie hinzu.
Von Dennis Deuster
Was ist nur aus der ruhmreichen CDU geworden?

Die CDU hatte ausreichend Chancen: Sie hatte gleich zweimal die Gelegenheit, sowohl auf ihre Basis als auch auf die Umfragewerte in der Bevölkerung zu hören und Friedrich Merz zu ihrem Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten zu machen. Sie hat sich dem verweigert und stattdessen über die Macht-Pyramide von ganz oben über die Landes- und Kreisvorsitzenden den Delegierten „empfohlen“ AKK bzw. Laschet ihre Stimme zu geben. Es hingen ja schließlich Listenplätze und Pöstchen daran.
Nun bekommt sie die Quittung: Einen unpopulären Kandidaten, der nur dazu diente, einen unbequemen Kandidaten zu verhindern. Einen Armin Laschet, den zuvor kaum jemand kannte und heute noch kaum jemand für sympathisch oder gar geeignet hält, dem Land als Kanzler seinen Stempel aufzudrücken. Einen Mann, der es in Rekordzeit geschafft hat, die Umfragewerte seiner Union von ehemals 40 Prozent im Juni 2020 auf mittlerweile 20Prozent zu halbieren.
Mit Friedrich Merz hätte man eine Polarisierung erzielt, das wollte man vermeiden. Nun stellt sich heraus: Es bedarf dringend eines Polarisierungswahlkampfes, um dem Wähler überhaupt mal wieder zu erklären, was denn die Union von SPD und Grünen unterscheidet. Denn: Wen wählt man denn, wenn man seine Zweitstimme der Union gibt? Genosse Günter aus dem Norden, der mitunter linker agiert als SPD und Grüne? Den Opportunisten Söder aus dem Süden, der es mit einem großen Vorgänger hält, getreu dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“? Jemanden wie Herrn Kretschmer aus dem Osten, der noch am ehesten „klassische“ CDU-Themen in den Vordergrund stellt, was ihm dann aber schnell als „AfD-Nähe“ angekreidet wird?
Die Antwort ist: Die CDU ist zu einer Beliebigkeitspartei verkommen. In NRW wird klassisch Schwarz/Gelb regiert, in Hessen mit den Grünen, im Saarland mit der SPD, in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit SPD und Grünen, in Schleswig-Holstein mit Grünen und FDP. Und in Thüringen toleriert man sogar, dass ein Ministerpräsident der Linken, also der legitimen SED-Nachfolgepartei, ein Bundesland regieren darf.
Diese Beliebigkeit ist aber beim genauen Hinsehen durchaus nachvollziehbar, denn: Die Union hat sich in der Ära Merkel vieler Kernpositionen entledigt. Die Wehrpflicht? Abgeschafft. Kernkraft? Dem Fukushima-Zeitgeist als Gegenmittel für den Aufstieg der Grünen geopfert? Ehe für alle und Genderpolitik? Die Union ist dabei. Seriöses Wirtschaften und Aufstiegsversprechen? Von Altmeier zugunsten von Quoten, Planwirtschaft und staatlicher Vollversorgung sukzessive abgeschafft. Gesteuerte Migration und innere Sicherheit: Ebenfalls einem Hype in der Gesellschaft geopfert. Haftung für die Misswirtschaft anderer europäischer Staaten? Vom Wahlversprechen zum Wahlbetrug in nur wenigen Jahren.
Angela Merkel hinterlässt einen Trümmerhaufen. Und es bedarf wohl tatsächlich einer Oppositionsrolle mit personeller Neuausrichtung, wenn man je wieder die Rolle einer Volkspartei jenseits der 30 Prozent spielen will. Dieses Land verdient eine linke Regierung, inklusive der Beteiligung der Grünen, die mit ihrer Identitätspolitik unter Verlust von Freiheitsrechten autoritärer regieren wollen als alle anderen seriösen Parteien, und dabei die Gesellschaft immer mehr in Gruppen aufteilen und diese unterschiedlich bevorzugen oder benachteiligen. Beispiel: Bewerbungen bei der Uni Berlin schließen ausdrücklich Menschen mit weißer Hautfarbe aus – Rassismus zur Bekämpfung von Rassismus. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man lachen.
Nach vier Jahren darf sich dann jeder mal überlegen, welcher Schaden durch die Union in den letzten 16 Jahren angerichtet wurde. Und es bleibt abzuwarten, ob sie den Mut hat, sich personell wie inhaltlich zu erneuern und wieder einen konservativen-freiheitlichen Markenkern zu entwickeln. Dem Land und den Menschen, die hier täglich hart arbeiten, um all das zu finanzieren, wäre es zu wünschen.