Andreas Trojak fühlt sich traurig. ·Folgen
Berlin. Ich kenne diese Stadt seit fast 50 Jahren. Und es kotzt mich an was aus dieser einst so schönen Stadt gemacht wurde!
Ernsthaft. Ich war unzählige Male dort, kenne Berlin so gut wie das Siegerland. Den Alex, den Ku’damm, den Zoo, das Nicolaiviertel, Kreuzberg, Neukölln, Spandau, den Prenzlauer Berg, den Görli, das Cotti, den Graefekiez — ich bin durch diese Stadt gelaufen wie durch mein Wohnzimmer. Da war Charme, da war Leben, da war Großstadt mit Ecken und Kanten aber mit Herz. Berlin hat sich nie verstellt und genau das hat diese Stadt ausgemacht. Und heute? Müll. Dreck. Und Kriminalität an jeder Ecke. Diese Stadt sackt ab. Und zwar nicht langsam, sondern mit Vollgas.
Und dann machst du montags morgens den Rechner an und liest DAS: Erschossen. Vor dem Bahnhof Zoo. In der Nacht.
Kurz vor Mitternacht, Hardenbergplatz. Da wo tagsüber tausende Touristen rumlaufen, wo die Busse abfahren, wo man abends noch schnell zum Primark rübergeht. Ein Streit zwischen mehreren Männern eskaliert. Schüsse. Ein 30-Jähriger sackt zusammen. Die Sanitäter versuchen ihn zu reanimieren, direkt auf dem Pflaster. Bringt nichts. Er stirbt da. Die Täter? Weg. Die Mordkommission ermittelt.
Kennt ihr den Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“? Genau DA. Damals ging es um Drogen und kaputte Jugendliche. Heute wird da geschossen. Und gestorben.
Und das ist nicht der einzige Fall diese Woche. Nicht mal annähernd.
Freitagabend, Kreuzberg. Ein 22-Jähriger sitzt vor einem Café, ganz normaler Sommerabend, draußen, Getränk vor sich. Einer kommt, schießt auf ihn, haut ab. Notoperation. Hat überlebt. Knapp.
Sonntag, 6 Uhr morgens, Marzahn. Schüsse auf einen Friseurladen UND den Nachtclub nebenan. Um SECHS morgens!
Selbe Nacht, Neukölln. Einschusslöcher in der Scheibe einer Gaststätte.
Und dann der Knaller aus dem Märkischen Viertel — da ballert einer mit Waffen aus dem Fenster in die Luft. Einfach so. Spezialkräfte vom LKA müssen anrücken und die Bude stürmen.
Das ist Berlin im Sommer 2026. Unsere Hauptstadt. Es ist SCHLIMM wie diese Stadt verkommt!
Bevor jetzt alle durchdrehen — eine Sache muss man dazusagen. Das ist meistens kein Irrer der wahllos in die Gegend ballert. Die Polizei sagt selber, dass ungefähr die Hälfte dieser ganzen Schießereien mit Erpressung zu tun hat. Schutzgeld. Da werden Läden kaputtgeschossen und Geschäftsleute bedroht, bis sie zahlen. Ein Milieu, das seine Probleme mit scharfen Waffen löst. Auf offener Straße. In Deutschland. 2026.
Die Zahlen dazu sind irre. Über 1.100 Schusswaffendelikte in Berlin. In EINEM Jahr. Rund 515 Mal wurde tatsächlich geschossen. Das ist mehr als einer am Tag. JEDEN Tag. Berlin da deutschlandweit ganz vorne mit dabei. Nichts worauf irgendwer stolz sein kann.
Der Senat hat zwei Sondereinheiten gegründet, „Ferrum“ und „Telum“, die genau diese Netzwerke jagen sollen. Über 120 Verfahren laufen. Die Innensenatorin redet von „null Toleranz“ und „roter Linie“.
Ja. Und in der Nacht ist trotzdem wieder einer gestorben. Vor dem Bahnhof Zoo.
Dazu kommen noch hunderte Messerdelikte in der Stadt — aber das ist nochmal ein eigenes Thema, das spreng ich hier jetzt nicht auch noch auf.
Bei uns im Siegerland regen wir uns auf wenn ne Zufahrt gesperrt wird oder der nächste Kreisverkehr kommt. Und in Berlin schießen die sich nachts gegenseitig über den Haufen.
Übrigens: Der Hardenbergplatz, wo in der Nacht zum Montag der Mann erschossen wurde, liegt nur wenige Meter vom Breitscheidplatz entfernt. Da, wo 2016 der Terrorist Anis Amri mit einem LKW in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche fuhr, 13 Menschen tötete und dutzende verletzte. Ich war damals an dem Tag zufällig vor Ort und habe darüber berichtet.
Mein Beileid den Hinterbliebenen und mein PFUI denen, die für diese Zustände teils die größte Verantwortung tragen!
Den Beitrag habe ich im Netz gefunden und hoffe, dass viele Menschen ihn lesen werden.
Die Aussage eines Vertreters der Polizeigewerkschaft passt zum Thema
