„Am Ende bin ich geflogen“, sagte der Greifensteiner Leonard Bartsch. Mit zwei Schlägen Vorsprung gewinnt der 14-Jährige vom Frankfurter Golf Club in Bremen die Deutsche Meisterschaft der Altersklasse (AK) 16.
Von Arne Bensiek
Start-Ziel-Sieg: Leonard Bartsch ist Deutscher Meister 2026 bin der AK 16. Foto: privat
Für Leonard Bartsch war es ein Start-Ziel-Sieg. Er begann die Deutsche Meisterschaft der AK 16 im Club zur Vahr mit einer fulminanten 69er-Runde-fünf Schläge unter Par. Damit erspielte er sich gleich am ersten Tag einen Vorsprung von drei Schlägen. Mit zwei weiteren 71er-Runden besiegelte der Spieler des Frankfurter Golf Club seinen bisher größten Erfolg. Dabei lieferte sich der 14-Jährige am Finaltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bjarne Murr vom Golf Club St. Leon-Rot. Der übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung. „Auf den ersten neun Löchern war ich in Gedanken zu sehr beim Publikum und beim Gegner“, gesteht Bartsch. Ihm sei es aber dann gelungen, sich besser zu fokussieren
„Auf den Back Nine bin ich geflogen.“
Mit zwei Schlägen Vorsprung auf Murr krönte sich Bartsch selbst zum Deutschen Meister der AK 16. Der Schüler aus dem Mittelhessischen Greifenstein, der zur Saison 2026 vom Licher Golf Club in den Frankfurter Golf Club wechselte, zählte bei der Deutschen Meisterschaft der Jugend zu den Favoriten. Schließlich hatte Bartsch bereits den Vorausscheid gewonnen. Dabei hatte er schon einmal viele der 29 Konkurrenten hinter sich gelassen, die auch bei der DM im Club zu Vahr bei Bremen angetreten waren.
„Ich habe mir vorher keine Gedanken darüber gemacht, wie es sich anfühlen könnte, Deutscher Meister zu sein.“
„Erst jetzt kann ich sagen, dass ich total glücklich und erleichtert bin, dass es vorbei ist und mir niemand mehr diesen Titel nehmen kann.“ Bartschs große Stärke sind das Putten und das kurze Spiel. Man könnte sagen, er mache aus der Not eine Tugend. „Gefühlt bin ich der Kleinste“, sagte er. Auch diesmal wurde der 1,65 Meter große Frankfurter Spieler von seinen größten Widersachern Bjarne Murr und Luis Brinkmann (München) körperlich deutlich überragt. und bei den Abschlaglängen übertrumpft. Doch auf den Grüns fanden sie in Leonard ihren Meister.
Mit dabei im Club zur Vahr war als Unterstützer Hessens Landestrainer Thorsten Walter. Der trainiert Bartsch schon seit Jahren. Sein Schützling dürfte erst recht nach seinem jüngsten Erfolg bald in den Herrenkader des Frankfurter Clubs aufsteigen. Mit seinen Leistungen beeindruckte Bartsch den FGC-Coach Jan Pelz schon vor den nationalen Titelkämpfen. „Aus Frankfurt habe ich mehr Glückwünsche bekommen als an einem normalen Geburtstag“, sagte der strahlende Sieger lachend.
Mitte September ist der neue Deutsche Meister der AK 16 auch zur Sichtung für den Nationalkader nach St. Leon-Rot eingeladen. Im Oktober möchte Leonard Bartsch dann gerne noch einmal Deutscher Meister werden. Diesmal mit dem Team des Frankfurter Golf Club bei der Deutschen Meisterschaft der AK 16 im Golfresort Semlin am See.
Ob per pedes, mit einem fahrbaren Untersatz oder auf dem Rad. Ständig wird man im Südtiroler Vinschgau mit Gaststätten, Restaurants oder Hotels konfrontiert. Deren Speisekarten kann man folglich kaum ausweichen und das sollte man auch nicht tun. Schließlich ist man in der genussreichsten Region Südtirols und hier hat Essen und Trinken einen besonderen Stellenwert. Ob Gutbürgerlich oder etwas Gehobener, nicht nur Gourmets kommen immer auf ihre Kosten. Kurzum: Der Vinschgau ist eine kulinarische Hochregion mit Roggenbrot, Almkäse, Marillen, Äpfeln, Wild, Kräuter, Bergprodukte und nicht zu vergessen den heimischen Wein— alles ist geprägt von Sonne, Trockenheit und einer ausgeprägten alpinen Tradition.
Nicht ohne Grund hat in Forst (Gemeinde Algund) im Vinschgau die größte Privatbrauerei gleichen Namens ihren Stammsitz. Die alte Brauerei mit Kultcharakter ist das Herzstück der Südtiroler Bierkultur. Mit ihrem „Bräustüberl“ betreibt die Brauerei eines der beliebtesten Lokale im Raum Meran/Algund. Nicht nur durch eine traditionelle Küche besitzt das Stüberl mit seiner rustikalen, authentischen Atmosphäre eine große Anziehungskraft.
In der Pension Residences Blumenthalerhof in Algund ticken die Uhren küchentechnisch ein wenig anders. Hier kocht die Chefin Maria Haller ausnahmslos selber und was abends serviert wird, erfährt der Gast erst wenn das dreigängige Menü aufgetragen wird. Auch der tägliche Kuchen, der zum Frühstücks Büfett gehört, ist ihre ganz persönliche Schöpfung. Diese etwas ungewöhnliche, aber sehr reizvolle Form der Verköstigung, kommt bei ihren Gästen sehr gut an. Auch den Gebrannten oder ein Likörchen zum Abschluss muss man erraten.
Wer noch nie im „Café Molkerei Milchbar“ in Tirolo (Dorf Tirol) eines der köstlichen Eisangebote oder einen leckeren Kaiserschmarrn genossen hat, dem ist nicht zu helfen. Besonders die einzigartige Schlagsahne, wie es sie heute nirgendwo mehr gibt, ist der Hammer. Ob Kaiserin Sissi schon hier ihr Eis gegessen hat ist eher unwahrscheinlich. Aber die leckere Sahne hätte auch sie genossen.
Die kleine Aufzählung der Möglichkeiten die Gaumenfreuden zu genießen sowie die Fotos sollen lediglich beispielhaft den genussreichen Südtiroler Vinschgau charakterisieren. sig/Fotos: Gerdau
Der Garten Eden kann kaum schöner gewesen sein. Eine blühende Landschaft, von Bergen umrahmt, mit einem Klima, das selbst im Monat September keine Wünsche offenlässt, verleiht der Alpenregion Südtirol ein unbeschreibliches Flair. Fleißige Menschen haben der Gegend im Norden von Italien im Verlauf von vielen Jahrhunderten eine ganz eigene Prägung verschafft.
Romantik pur
Südtirol. Allein schon der Name weckt geheime Sehnsüchte nach südlicher Sonne und Lebensfreude. Man spricht in dem Land an der Etsch Deutsch oder Italienisch, baut Äpfel in unvorstellbaren Mengen an und versucht den zunehmenden touristischen Zuwachs irgendwie zu händeln. Die feine Welt trifft sich zwischen Bozen und Meran, aber auch die weniger Betuchten fühlen sich hier sauwohl. Einen billigen Urlaub sucht man jedoch vergebens. Die Preise sind absolut mit denen in Deutschland vergleichbar und besonders im Beherbergungsgewerbe nach oben offen.
Zahlreiche Apfelplantagen bedecken die Tallagen im Vinschgau
Wer über die Brenner-Autobahn oder über die Alpenpässe Reschen, Mendel oder Gampen kommt, taucht sofort in eine Welt ein, die an Einzigartigkeit kaum zu überbieten ist. Was sofort auffällt sind die großen und schier unübersehbaren Apfelplantagen, die sich teils bis in die Bergregionen erstrecken. „Daraus wird doch sicher ausschließlich Apfelsaft gemacht“, fragen wir Christian Haller, der inmitten seiner niedrigen Obstbäume fleißig Äpfel erntet. Keineswegs, sagte der Sohn des Hotelier und Plantagenbesitzers. „Unsere „Golden Delicious“ oder auch „Granny Smith“ und Co gehen als Essäpfel in die ganze Welt.“
Durch Weinreben ein Blick auf eine Apfelplantage
Der Vinschgau mit seinem idealen Klima schafft die besten Vorrausetzungen für den Apfelanbau. (Schon vor 6000 Jahren nutzten die Menschen diese kultivierte Obstsorte, so dass Äpfel nicht nur im Garten Eden, sondern auch in der Archäologie, Mythologie, Medizin und Landwirtschaft immer wieder auftaucht.)
Die höheren Wohnlagen sind besonders bei gut Betuchten beliebt
Der Vinschgau ist außerdem eine kleine, aber extrem hochwertige Weinregion, deren Produkte ideal zum „Vinschger Almkäse“, „Vinschger Speck“ oder dem „Südtiroler Trockenfleisch“ passen. Naturgemäß ist das Tal nicht zuletzt auch eine der spannendsten Genussregionen Südtirols. Alpin, mediterran, bäuerlich aber auch modern und das alles auf relativ engem Raum.
Bibliothek und Schreibzimmer von Reinhold Messner in Burg Juval
Wer Wandern und sich dabei auch schon mal etwas abverlangen möchte, ist in dieser traumhaften Gegend genau richtig. Der „Algunder Waalweg“ genießt bereits Kultcharakter und lockt nicht nur deshalb die Besucher in das wohl vielseitigste Dorf Südtirols. Schloss Trautmannsdorff mit seiner K&K- Geschichte rund um die legendäre Sissi oder Reinhold Messners Burg „Juval“ in Kastelbell‑Tschars, sind ein Muss für Besichtigungstouren. Meran liegt nur vier Kilometer von Algund entfernt und ist mit Auto oder Fahrrad spielend leicht zu erreichen. Busse fahren im Stundentakt und Haltestellen gibt es genug.
Schloss Trautmannsdorff
Die alte Stadt Bozen mit seinem modernen Flair, pulsiert im Takt der Zeit und kaum woanders treffen Geschichte und Zeitgenössisches so perfekt wie in der Landeshauptstadt aufeinander. Der Schicksalsstrom, die Etsch, fließt mitten hindurch. Der mit 409 Kilometern längste Strom Italiens bildete die kulturelle aber auch sprachliche Grenze zwischen der deutschsprachigen Bevölkerung (Tiroler) und der romanisch-italienisch geprägten Bevölkerung (Trientiner).
Die Etsch in Bozen
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben textete 1841 das Deutschlandlied. Man einigte sich Jahrzehnte später darauf das Lied, ohne die umstrittene 1. Strophe, zur offiziellen Hymne zu erklären. Diese enthielt nämlich den nicht mehr zeitgemäßen Satz (…„von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“…
In Meran hingegen wird im Gegensatz zu Bozen überwiegend Deutsch gesprochen. Die Straßenbeschilderung ist wie überall in Südtirol grundsätzlich zweisprachig. Die 550-jährige Südtiroler Zugehörigkeit zu Österreich ist in vielen Bereichen spür- und unübersehbar. Die Trennung von Österreich (Tirol) und die Zuschlagung zu Italien war die Folge des I. Weltkrieges und wurde nie rückgängig gemacht. Aber: Die Alpenregion schaffte es die Autonomie zu erreichen. Das machte Südtirol zu einer der autonomsten Regionen Europas.
Diese Blumenreiter in Bozen erinnern an die Pferderennbahn
Wer ein paar Millionen investiert, bekommt ein schickes Häuschen in renommierten Lagen wie Naturns (Sonnenberg), Algund (Oberplars), Partschins (Hanglagen), Schlanders Sonnenhang, Latsch St. Martin, Laas Marmorviertel. Das sind die Top‑Premiumlagen, die im Vinschgau als „Gebiete für Reiche“ gelten. Dass die nördlichste italienische Region zugleich ihre Wohlhabendste ist, spürt auch der Algunder Gast an allen Ecken und Kanten. Freundliche Gastlichkeit, ein großes Angebot an Hotels und Gaststätten sowie eine Infrastruktur die beispielhaft ist, zeichnen den „Vorort“ von Meran aus.
Herbergen wie die „Pension Residence Blumenthalerhof“ am Leiterweg Vellau 3 sind eine sichere Garantie für einen mehr als erholsamen Urlaub. Der moderne Gebäudekomplex mit einem kleinen Pool liegt am Ortsrand verschafft einen wunderschönen Blick auf die Bergwelt und ins Tal der Etsch bis nach Meran. Die Betreiberfamilie Haller mit Vater Alois, Mutter Maria sowie den beiden Söhnen und Schwiegertöchtern, verschafft ihren Gästen eine familiäre Atmosphäre, die man in dieser Form nur selten findet.
Maria und Alois Haller
Der Einstieg in den „Waalweg“, nur 100 Meter unterhalb des Anwesens, eröffnet Wanderwilligen ein Paradies für Augen, Ohren und natürlich den Waden. Die „Waale“ sind ein fast 1000-jähriges künstliches Bewässerungssystem, mit dem die Fruchtbarkeit des Vinschgau erst ermöglicht wurde. Die heutige wasserwirtschaftliche Bedeutungslosigkeit kommt allerdings den Wanderern zugute. Nur wenige hundert Meter entfernt verläuft eine Kleinbuslinie die den Blumenthalerhof unter anderem mit Algund und Meran verbindet. Die jedem Gast ausgehändigte Gästekarte ermöglich darüber hinaus mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos durchs Land zu touren.
Die Pension Blumenthalerhof in sonniger Panoramalage, liegt oberhalb von Algund.
Apropos fahren. PKW mit italienischen Nummernschildern sind oft sportlich unterwegs, aber die Deutschen nicht weniger. Man fühlt sich eigentlich verkehrstechnisch ganz zu Hause. Da die italienische Regierung schon seit Beginn der Treibstoffkrise etwas für ihre Bürger tut, kostet der Sprit deutlich weniger als in Deutschland. Ob Italien allerdings eigene Ölquellen hat, ist mir allerdings nicht bekannt. Mieter von Ferienwohnungen haben keinerlei Schwierigkeiten sich in Algund mit dem Nötigsten einzudecken. Zahlreiche Geschäfte und ein Einkaufszentrum, dass jeder Großstadt zur Ehre gereichen würde, schaffen die Voraussetzungen dafür. Auch die Sauberkeit entlang der Straßen in den Städten und Dörfern ist bemerkenswert. Graffitis an Wänden sind ebenfalls die Ausnahme.
An Arbeitskräften allgemein und Servicekräften im Besonderen mangelt es auch in „Gottes Paradies“. Gerade während der Apfelerntezeit, die genau abgestimmt ist, wird dies besonders schmerzhaft deutlich. Es fehlen allenthalben Pflücker und die stehen höchstens als kraftstrotzende junge Männer vor den heimischen Supermärkten und betteln die Menschen an.
Das Paradies hat am Blumenthalerhof Gestalt angenommen
In acht bis neun Stunden schafft man die Strecke Herborn auf der A45 – A3 – A9 – A8 – B17 – Fernpass – Landeck – Reschenpass – Vinschgau mit einer Gesamtentfernung von rund 520–540 km recht leicht. Fest steht, dass wir im nächsten Jahr wieder nach Algund in Südtirol fahren werden und auch dann nicht mit unserem Wohnmobil, sondern mit dem PKW. Wir haben im Altmühltal im „Blauen Hecht“ in Kipfenberg übernachtet und das aufs Feinste.
Die Südtiroler Alpenregion mit ihren oft schmalen Straßen ist keine Gegend für WoMo‘s. Man tut sich und den Einheimischen, keinen Gefallen, wenn man mit Gefährten in dieser Größenordnung die engen Verkehrswege benutzt und dabei den fließenden Verkehr behindert. Die Provinzregierung geht mittlerweile auch energisch gegen sogenannte „Freisteher“ vor und das ist gut so. Der ohnehin in Südtirol knapp bemessene Parkraum darf nicht noch mehr eingeschränkt werden und die unkontrollierten, menschlichen Hinterlassenschaften sind nicht nur in diesem schönen Land ein Ärgernis. Fotos: Gerdau
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