Die Europäische Gottesanbeterin – Meisterin der Tarnung und Geduld

Die einzige Fangschreckenart Mitteleuropas breitet sich durch den Klimawandel zunehmend nach Norden aus.

Gabriele Knips gelang in ihrem Garten der fotografische Schnappschuss dieses seltenen, grazilen Insekts.

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist in Deutschland streng geschützt und wurde 2017 zum Insekt des Jahres gewählt. Sie fasziniert durch ihre Haltung, ihre Jagdtechnik und ihre Anpassungsfähigkeit.

  • Weibchen bis 8 cm, Männchen bis 6 cm
  • Farben von Grün bis Braun, selten fast Schwarz
  • Dreieckiger, beweglicher Kopf
  • Dornenbesetzte Fangarme für blitzschnelle Jagd
  • Schwarzer Fleck an den Vorderhüften als Abwehrmimikry

Das faszinierende Insekt bevorzugt warme, sonnige Lebensräume wie Waldränder und Trockenrasen. Es jagt Heuschrecken, Grillen und andere Insekten – gelegentlich sogar kleine Eidechsen. Dank perfekter Tarnung bleibt es oft unentdeckt.

Nach der Paarung kommt es häufig zu sexuellem Kannibalismus. Die Weibchen legen bis zu 300 Eier in einer schaumigen Oothek (Eipaket), die den Nachwuchs über den Winter schützt. Im Frühjahr schlüpfen die Nymphen und häuten sich mehrfach bis zur Geschlechtsreife.

Ursprünglich aus Afrika stammend, ist die Art heute im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. In Deutschland existieren stabile Populationen in Baden‑Württemberg, Rheinland‑Pfalz, Hessen, Saarland sowie im Osten um Berlin und Brandenburg. Der Klimawandel begünstigt ihre weitere Ausbreitung.

Infokasten
Status: gefährdet (Rote Liste) Schutz: streng geschützt nach BNatSchG Größe: 6–8 cm Lebensraum: warme, offene Standorte Besonderheit: sexuellem Kannibalismus Oothek: bis 300 Eier

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