Großschwimmbad und Veranstaltungshalle für alle?

Von Siegfried Gerdau

Ein neues Schwimmbad, nein Hallenbad, muss her. Das muss man sich jedoch leisten können und genau da liegt bei den alten Dillkreisstädten und Gemeinden der Hase im Pfeffer.

Hoffnung auf Frühling. Foto: Gerdau

Dillenburg brennt die Angelegenheit unter den Nägeln. Dass einst schmucke Bad, fault der Stadt buchstäblich unter dem Hintern weg. Angesichts der maroden Kassen und der explodierenden Baukosten ist ein Neubau für die ehemalige Kreisstadt nur schwer vorstellbar. Dazu kommt noch die Stadthalle. Sie steht schon seit Jahren leer und wartet vor sich hin gammelnd auf einen edlen Investor, der ihr wieder zum einstigen Glanz verhilft. Fast hätte die Stadt die Landesgartenschau 2027 ausgerichtet. Zum Glück muss man fast sagen, bekam sie den Zuschlag nicht. Die Entscheider hatten offenbar keine rosa Brillen auf.

Haiger ist da bedeutend besser gestellt. Ihre Gewerbesteuereinnahmen sprudeln nur so und die Themen Hallenbad und Stadthallen-Neubau sind nur noch eine Planungsfrage. Da der Hessentag wegen Corona ins Wasser gefallen ist, dürften die Umsetzung der Projektplanung nur noch eine Frage der Zeit sein.

Herborn ist anders. Das Freibad scheint zwar technisch in Ordnung zu sein, ist aber halt nur im Sommer nutzbar. Man hatte ja einmal ein Hallenbad und das war sogar ein Wellenbad. Bevor es restlos bezahlt war, wurde es schon wieder abgerissen und machte einem Vollsortimenter Platz. Jetzt wogen die Meinungen über den Bau eines standesgemäßen neuen Hallenbades hin und her. Wenn nur die Schulden nicht wären, der Bau hätte schon die Planungsphase hinter sich gelassen. Bei der Stadthalle sieht es noch düsterer aus. Über der sogenannten Konferenzhalle schwebt, wenn man den Gerüchten Glauben schenken will, schon die Abrissbirne. Das Haus des Lebens in der Kaiserstraße trägt sich anscheinend mit Erweiterungsgedanken und da ist die Halle im Weg. Als Alternative gibt es immer noch-wenn der Eigentümer Vitos nicht selber gerade eine Veranstaltung plant- den Festsaal in der Au. Der strahlt zwar den Charme des vorletzten Jahrhunderts aus, aber immerhin. Der Pertuisplatz zwischen Bahnhofstraße und Walther-Rathenau-Straße hätte vor ein paar Jahren, als im Herborner Stadtsäckel genügend Geld war und die Gewerbesteuereinnahmen noch sprudelten, die Grundfläche für eine moderne Stadthalle sein können. Jetzt fehlt das Kleingeld und der schöne Platz an der Dill ist auch schon lange verschenkt.

Sinn ist zwar keine Stadt, kann sich aber aus eigener Tasche kein Schwimmbad leisten. Das haben fleißige Bürger übernommen und es läuft. Das Bürgerhaus wurde verkauft, weil es die Gemeinde nicht mehr halten konnte. Kann ja passieren, die Zeiten sind halt nicht mehr so wie früher.

Die Entfernung zwischen Haiger und Sinn beträgt, wenn man die Straße benutzt, 16,5 Kilometer. Die geschätzte Fahrzeit mit dem Auto, 16 Minuten. Gesetzt den Fall, die städtischen Kassen wären gefüllt und jede der genannten Kommunen in der Lage ihr eigenes Bad zu bauen, stünden auf dieser Strecke vier Bäder für geschätzte 120 000 Einwohner. Die kostenneutral zu unterhalten, weil bei weitem nicht genügend Nutzer davon Gebrauch machen, ein Ding der Unmöglichkeit und außerdem auch ein wenig Gaga.

Ein Blick nach Berlin ist in diesem Zusammenhang sicher leicht übertrieben, aber wer dort das nächste Hallenbad besuchen will, muss in der Regel mehr als 8 Kilometer fahren.

Es gäbe allerdings für unsere kleinen Städte Alternativen. Fabulieren wir ein wenig.

Dillenburg baut an der Stelle seines in die Jahre gekommenen Hallenbades ein neues, mit allem drum und dran. Groß genug, um zu jeder Zeit die Schwimmwilligen des alten Dillkreises zu erfreuen. Platz genug, um im Laufe jeden Tages die Schüler zu unterrichten. Das würde sicherlich ein teurer Bau. Aber: alle vier genannten Kommunen beteiligen sich anteilmäßig an den Bau- und Unterhaltskosten. Es würde auch nicht mehr Dillenburger Schwimmbad, sondern Dillkreis-Schwimmbad heißen.

Es geht weiter mit der Illusion: Herborn baut eine große, repräsentative Veranstaltungshalle zum Beispiel im Hintertal. Alle vier Dillkreiskommunen beteiligen sich am Bau und den Unterhaltungskosten. Die Halle wäre bei entsprechender Planung ständig ausgebucht und trüge sich ebenso wie das Dillkreis-Schwimmbad selber. Um bei der Namensgebung zu bleiben, könnte sie Dillkreis-Halle heißen.

Wenn das sich alles gegen sicher viele Widerstände realisieren ließe, könnte man von einem Leuchtturmprojekt der alten Dillkreisstädte/Kommunen und einem Beispiel für sinnvolle interkommunale Zusammenarbeit sprechen. Ja, wenn da nicht das unausrottbare Kirchturmdenken wäre. Wir reden von einem vereinten Europa, sträuben uns jedoch Gemeinsames über die eigenen Stadtgrenzen hinaus zu entwickeln. Ich für meinen Teil, habe die Hoffnung allerdings noch nicht aufgegeben.

Gastronomie braucht  verlässliche Perspektiven

Der morgige Mittwoch (16. 02.2022) soll für die Gastronomie ein Wendepunkt im Corona-Maßnahmenkatalog werden. Für die Ministerpräsidenten-Konferenz von Bund und Länder wurde eine entsprechende Beschlussvorlage konzipiert. Wie aus zuverlässigen Quellen zu erfahren war, sei die aber kein konkreter Entwurf, sondern lediglich eine Diskussionsgrundlage.

Eckpunkte daraus sickerten bereits durch und sollten sie abgesegnet werden, könnte das für gastronomische Betriebe eine deutliche Erleichterung bedeuten.

Um was geht es: Eine ins Auge gefasste dreistufige Lockerung der Pandemiemaßnahmen mit dem Ziel, ab dem 20. März der generelle weitgehende Wegfall aller Maßnahmen.

Was bedeutet das für die Restaurants, Bars und Kneipen? Der Beschlussvorlage ist zu entnehmen, dass ab dem 4. März 2022 der Zugang zur Gastronomie durch die 3G-Regel festgelegt werden. Das heißt: Vollständig Geimpfte, Genesene sowie ungeimpfte Personen mit einem tagesaktuellen, negativen Corona-Test ist der Zutritt in Restaurants und Gaststätten gestattet. Auch Übernachtungsangebote, etwa in Hotels, unterliegen künftig der 3G-Regel. Achtung: das Tragen der Mund-Nasen-Schutzmaske (FFP2 oder Op-Maske) bleibt aber für die Innenräume weiterhin Vorschrift.

Ab 20. März könnten alle tiefer greifenden Schutzmaßnahmen wegfallen-die Definition für tiefer greifenden Schutzmaßnahmen sollte noch geliefert werden. Für Gastronomieberater Michel van Goethem im Bereich der DEHOGA Hessen, ist genau dies der Knackpunkt.  „Wir brauchen dringend verlässliche Termine für unsere gastronomischen Betriebe.“

Michel van Goethem. Foto: Gerdau

In einem gestrigen Interview mit dem 51-Jährigen im Herborner Hotel Restaurant Zum Löwen sprach ich mit dem profunden Kenner der Szene über die Situation der Gastronomie in Zeiten der Corona-Pandemie.

Herr Goethem, wo klemmt es bei den hessischen Betrieben?

„Wir haben Betriebe in Hessen, die alle Einschränkungen bisher gut verkraftet haben. Dies sowohl mental als auch monetär. Aber auch die stehen nun mit dem Rücken an der Wand und wissen nicht mehr weiter. So ändern viele ihre Öffnungszeiten, weil es sich nicht mehr rechnet. Es ist für sie einfach nicht mehr wirtschaftlich die Lokale wie bisher aufzulassen. Wir haben nicht 5 vor, sondern 5 nach zwölf.“

Herr Goethem, was sind denn die Ursachen für diese Situation?

„Darüber kann man nur philosophieren. In erster Linie ist natürlich Corona der Grund, aber die Selbstverantwortung wurde den Gastronomen von der Politik ja auch einfach abgenommen. Die Gastronomie hat gute Hygienekonzepte. Sie händelte alles gut und war niemals der Haupt-Pandemietreiber. Der Grund für das Ausbleiben der Gäste ist nicht deren Geldschwäche. Ich denke, wenn wir wieder dürfen, füllen sich auch die Lokale.“

Herr Goethem, hat man bei den Erleichterungen für den Einzelhandel die Gastronomie vergessen?

Das kann ich nicht so sehen. In einem Gespräch mit dem Hessischen Ministerpräsidenten sagte der, dass er als größtes Ansteckungs-Problem in der Gastronomie das Abnehmen der Maske beim Verzehr sieht. Man sitzt so auch länger zusammen. Ich bin dennoch eher für kontrollierten Maßnahmen in der Gastronomie, als unkontrolliert im privaten Umfeld.

Herr Goethem, welche Empfehlungen geben sie denn den Ministerpräsidenten für Morgen mit auf den Weg?

Wir, die Gastronomie brauchen dringend eine Perspektive und wollen, dass die Kontoversen bezüglich Corona zwischen Bund und Länder schnell beendet werden. Diese Perspektive müssen verständliche Regularien enthalten, sowie verbindlichen Termine für ein Wegfall der Beschränkungen. Die benötigen wir im Besonderen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch die Banken wollen wissen, wie es weitergeht. Servicekräfte müssen wissen ob ihr Arbeitsplatz bleibt, sonst wandern sie ab, wie das auch bereits in der Vergangenheit geschehen ist. Ich bin davon überzeugt, dass nach fest definiertem Wegfall der Beschränkungen im Servicebereich wieder genügend Kräfte zur Verfügung stehen. Sie ziehen diesen Job in der Regel jedem anderen vor. Gastronomie ist für die Meisten nicht nur reiner Broterwerb, sondern auch eine Leidenschaft.

Das Gewölbe im Restaurant 1577 im Hotel zum Löwen. Foto: Gerdau

Wir haben einen Wunschkatalog erstellt, in dem all diese Dinge niedergeschrieben sind. Am wichtigsten ist uns jedoch, dass die 2G-Regel fällt und wir wieder für alle Gäste öffnen können.

Herr Goethem, diese Brems-Regel besagt, dass nur vollständig geimpft oder Genesene eingelassen werden. Ein negativer Corona-Test reicht nicht aus.

Damit soll ja nun schon ab 4. März Schluss sein und von der 3G-Regel abgelöst werden.

Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen und allen Gastronomen einen Durchbruch für ihre Forderungen bei der morgigen Konferenz.

Das Gespräch führte Siegfried Gerdau (gerdaus-welt)

Herborner Demonstrationen ohne besondere Vorkommnisse

Es ist Montag und viele Menschen gingen auch heute wieder in Herborn auf die Straßen. Während die Einen gegen Impfpflicht und Co demonstrierten, sorgen sich die Anderen um die möglicherweise schleichende Erosion der Demokratie durch rechtsextreme Einflüsse.

Am Herborner Rathaus versammelten sich 70 Frauen und Männer von „Herborn steht zusammen“ mit Banner und Spruchtafeln. Der DGB hatte diesmal die Anmeldeformalien übernommen und den Zuschlag für eine Versammlung rund um Rathaus und Marktplatz bekommen.

Auf dem Schießplatz formierten sich hingegen rund 350 Teilnehmer von „Herborn steht auf“, um ihren Versammlungs-Anmelder Thomas Espey. Die Ziele beider Gruppierungen waren klar. Die „Zusammensteher“ fordern nach wie vor Solidarität und die Bereitschaft zum Impfen, während die „Aufsteher“ die strikte Ablehnung einer Impflicht wieder einmal deutlich machten.

Mit zwei Menschenketten riegelten die Impfbefürworter die Bahnhofstraße zwischen Marktplatz und Turmstraße ab. Die Impfpflichtgegner marschierten unter lautem Getöse vom Schießplatz, Walther-Rathenau-Straße-Bahnhofstraße-Turmstraße durch die Hauptstraße über den Marktplatz und wieder zum Ausgangspunkt. Nur relativ wenige Polizisten schauten nach dem Rechten. Eingreifen mussten sie nicht. Alle Teilnehmer trugen ihre Masken und Berührungen mit der jeweils anderen Gruppe blieben auch diesmal aus.

Nachdem der Zug der Aufsteher vorbei war, machten die Zusammensteher Feierabend. Auf dem Schießplatz gab es noch ein paar Redebeiträge, die aber nach Aussage vieler Zuhörer nicht besonders aufregend waren. Lediglich ein 10-Jähriger, der spontan das Wort ergriff und aus dem durch Corona erschwerten Schulalltag berichtete, kam bei den Menschen sehr gut an.

Ob sich unter den Demonstrierenden Extremisten befanden, war augenscheinlich nicht auszumachen. Wenn es jedoch so war, traten sie jedenfalls nicht durch Aktionen in irgendwelcher Form in Erscheinung. sig/Fotos: Gerdau

Hochbehälter Rehberg

Von Siegfried Gerdau

Ein bauliches Kleinod steht von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet unterhalb des Herborner Stadions auf dem Rehberg. Am Ende der Serpentinen-Auffahrt von der Westerwaldstraße kommend, sieht man auf der rechten Seite das tempelartige Bauwerk stehen. Es beeindruckt alleine durch seine aufwändige Bauart, dient es doch einzig der Wasserversorgung der Stadt. Wer einen Blick für schöne Architektur hat, muss einfach den einstigen Planern und schöngeistigen Bauherren Dank sagen, weil sie der Nachwelt ein solches Schmuckstück hinterlassen haben.

Der Hochbehälter ist sicher ein gewollter, architektonischer Gegenpol zu der Fachwerkstadt Herborn.

Erbaut wurde der Hochbehälter 1905/09 im Stil eines griechischen Tempels. Über eine breite Freitreppe gelangt man in die offene Vorhalle mit vier leicht gebauchten dorischen und damit ziemlich zeitlosen Säulen. Am Giebel prangt das Wappen der Stadt. Der Hochbehälter wurde als erstes Wasserwerk 1905 für die Stadt Herborn geplant und 1909 eingeweiht.

Wenn man Gebäude und Gesamtanlage mit den heutigen, meist geschmacklosen Bauten vergleicht, kommt ein wenig Wehmut auf.

Das Kulturdenkmal wird im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen auf Basis des Hessischen Denkmalschutzgesetzes geführt. Fotos: Gerdau

Westerwäller Holzköpp

In dem schönen Driedorfer Ortsteil Moremilln (Mademühlen) gibt es einen begnadeten Holzschnitzer. Ich glaube er heißt Jürgen und ist schon Rentner. Wenn er eine kreative Phase hat, schnitzt er was das Zeug hält und stellt seine hübschen Figuren entlang eines bekannten Wanderwegs oberhalb seines Dorfes zur Schau.

Moremillner Spanner
Moremillner Fusselskopp
Wot seist dau da fürn komischer Vuel

De Mamme strickt un der Bappe raacht de Peif.
Sogar ein Miscanthus-Feld gibt es auf dem Hohen Westerwald. Fotos: Gerdau

Glosse

Lebenshaltungskosten steigen ohne Ende-Regierungsversagen?

Die Menschen, besonders in den „unteren Klassen“ werden sicher erfreut sein. Zu den hohen Spritpreisen, für die die Regierung natürlich nichts kann und den hohen Energiepreisen, für die die Regierung natürlich ebenfalls nichts kann, kommen die hohen Mieten und Baukosten, für die die Regierung natürlich auch nichts kann. Die Nahrungsmittel werden nochmals erheblich teurer, auch dafür kann die Regierung nichts und für die Pandemiemaßnahmen erst recht nicht. Ein möglicher Krieg in Europa ist sicher nicht das Problem der Regierung. Die hat die besten der bundesdeutschen Diplomatie an die Front geworfen. Wenn es nichts brachte, sind die anderen Schuld. Die Bevölkerung sollte schon mal die reichlich gefüllten Sparschweine zertrümmern und den Inhalt in Staatsanleihen für die Rüstung investieren. Ist sowieso schon bald nichts mehr Wert, das liebe Geld. Galgenhumor? Nein, sicher nicht. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren so viel Milliarden in die Gesunderhaltung der Bevölkerung und die der Maskenbeschaffer und Impfstoffhersteller gesteckt, das muss sich doch jetzt endlich mal auszahlen.

Bitte lieber Gott, lass alles nur ein Fake sein.

Die Regierung tut doch alles, damit es den Menschen im Land gut geht. Ein paar Regularien sind sicher hinnehmbar. Das Klima muss geschützt und dessen Wandel verhindert werden. Das funktioniert aber nur, wenn die Bevölkerung sich im Verzicht befleißigt. Muss man denn jeden Meter mit der Spritschleuder fahren und vielleicht auch noch mit SUV, die ja sowieso nur für schweres Gelände gebaut sind und so schlecht sind unsere Straßen ja noch gar nicht. Müssen Menschen denn r so viele Kleidungsstücke haben? Die kann man ja sowieso nicht gleichzeitig anziehen. Auch das ständige Sattessen führt bekanntermaßen zu Zivilisationskrankheiten und übermäßiges Heizen, viel zu großer Häuser, ist bei den leeren Gaskavernen nicht nur umwelttechnisch-sondern auch politisch mehr als fraglich.

Auf geht’s zum allgemeinen Verzicht. Schaffen wir Flugzeuge und insbesondere Flugreisen ab. Viel zu groß ist der Ressourcenverbrauch und die Luftverschmutzung durch Kerosin. Kreuzfahrschiffe müssen allesamt zu Gastankern umgebaut werden, damit das amerikanische Fracking-Gas nach Europa transportiert werden kann. Da die Lebensmittel per se immer teurer werden und man sich die schon bald nicht mehr leisten kann, sollte deren Produktion wie Milch, Fleisch und Getreide deutlich heruntergefahren werden. Methan-Abgase von Tier und Mensch gehen als willkommener Nebeneffekt zurück. Die freien Flächen werden mit Solarpaneelen bebaut und der Rest mit Windrädern.

LKW-Transporte werden in großem Umfang überflüssig und der Personennahverkehr auf Lastenfahrräder verlagert. So wird es dann nicht nur auf den Straßen, sondern auch auf den Bahnstrecken ruhiger. Wer sich dank eines guten finanziellen Polsters doch noch einen PKW leisten kann, muss beim Kauf einen Chip mitbringen. Die Bauholzindustrie kann aufatmen. Die Nachfrage geht stark zurück, weil nur noch gut Betuchte ein Haus bauen können. Wer die Mieten nicht mehr bezahlen kann, geht zum Amt. Das nennt sich sozial, weil alle an der Finanzierung beteiligt werden.

Weil das mittlerweile so viele sind, braucht es entsprechend ausgebildete Kräfte, die diesen Mangel verwalten. Das kostet immer mehr Geld und daher müssen die, die noch Häuser bauen und Mieten bezahlen können, höhere Steuern zahlen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie es noch lange können, sonst schließt sich der Kreis. sig

Gastronomie in Not

Von Siegfried Gerdau

Der Deutsche Hotel und-Gaststättenverband (DEHOGA) sieht für seine Mitgliedsunternehmen ROT. Mit einer Aktion des hessischen Gastgewerbes macht DEHOGA Hessen derzeit auf die existenziell bedrohliche Lage seiner Betriebe aufmerksam. Unter dem Slogan „Blutet das Gastgewerbe aus, bricht’s dem Ort das Herz“, fordern die Gastronomie-Unternehmer von Landes- und Bundespolitikern verlässliche Perspektiven und zügige Maßnahmen für das Gastgewerbe.

Eine Entfristung der Mehrwertsteuer auf Speisen- die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer für Speisen auf 7 Prozent läuft noch bis Ende 2022-wäre ein erster Schritt, glaubt der Betreiber des Hotel-Restaurant zum Löwen in der Herborner Turmstraße Achim Betz. Mit großem finanziellem Einsatz kernsaniert, erwachte der alte Hotel- und Restaurant-Komplex in Herborns malerischer Altstadt aus dem Dornröschen zu neuem Leben. Die Gäste waren begeistert und goutierten das gastronomische Kleinod gerne. Dann kam Corona und blieb. Die Übernachtungszahlen sind auf breiter Front rückläufig und auch der Restaurantbetrieb muss Einbußen in beträchtlichem Umfang hinnehmen.

50 Prozent der Betriebe müssen Kurzarbeit anmelden, teilt der Verband mit. Es drohen Betriebsschließungen in großer Zahl und nur wer von den Betreibern über eigene Ersparnisse verfügt, kann überleben. Versprochene staatliche Unterstützungsgelder trudeln nur schleppend ein, berichtet Achim Betz und die Personalmisere habe sich noch einmal durch Abwanderung der Servicekräfte verschärft.

Achim Betz

Um diesen Exodus und den Niedergang des Wirtschaftsfaktors Gastgewerbe zu bremsen, fordert der DEHOGA nach der Abschaffung der 2G-Regel im Handel jetzt auch die Abschaffung der 2G Plus-Regulierung in der Innengastronomie und die Aufhebung von 2G in der Außengastronomie.  

Eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Getränke und die Nachbesserung bei den Wirtschaftshilfen ist dringend nötig, sagt Betz. Durch die Umsatzverluste, die sich im Verbandsbereich alleine im Januar auf Rekordniveau von 52 Prozent bewegen und die reduzierten Wirtschaftshilfen, könnten die Fixkosten für Miete, Personal Energie und Lebensmittel kaum noch vollständig abgedeckt werden.

Die Signale für die rund 18 000 hessischen Gastronomiebetriebe mit 160 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen auf ROT.

Hotel-Restaurant Zum Löwen in der Herborner Turmstraße

Das Herborner Hotel-Restaurant Zum Löwen macht vom 12.bis 15. Februar ebenso wie viele andere Unternehmen in Hessen durch rote Illumination seiner Fassade darauf aufmerksam.

Der Herborner Gastronom und Koch Achim Betz hofft der Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Mittwoch (16.Februar) starke Impulse senden zu können. Fotos: Gerdau     

Führt Hass und Hetze jetzt zum Krieg?

Von Siegfried Gerdau

Nun steht die Welt vor einer Situation wie man sie von Trump erwartet hatte. Ich habe die zahlreichen Schmähungen ihm gegenüber noch im Ohr. Jetzt richtet sich die vereinigte Hetze gegen Putin. Er ist der Böse und Biden der Gute. Was dabei herauskommt, möchte ich nicht erleben. Wenn ich jedoch sehe, wie Menschen selbst innerhalb unseres Landes hasserfüllt miteinander umgehen, wundere ich mich nicht, dass die Zeit wieder reif erscheint für kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Völkern.

Werden Menschen niemals schlau?

Ich hatte das Glück, nie einen Krieg zu erleben, aber ich weiß theoretisch sehr genau, was da abgeht. Wo sind eigentlich die Friedensmarschierer, die gegen Aufrüstung und Kriegstreiberei auf die Straßen gingen. Warum äußern sich die einstigen Zivildienstleistenden nicht. Sie verweigerten dem Staat den Gehorsam, als er sie für den Waffendienst ausbilden wollte. Ist Krieg plötzlich auch für sie eine Option? Ich kann es nicht glauben. Leute rollt die „Impfbanner“ zusammen, hört auf euch mit Hetze zu überziehen und tretet gemeinsam gegen all jene an, die sich hinter der These von Clausewitz („der Krieg ist bloß eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“) versammeln möchten. Es ist höchste Zeit.

Energiepreise steigen ohne Ende

Von Siegfried Gerdau

Man wundert sich, dass viele Familien in Deutschland es immer noch schaffen, über die Runden zu kommen. Die Kosten für den in der Vergangenheit stehts favorisierten Energieträger Nummer Eins Gas, steigen und steigen, während die bundesdeutschen Gasspeicher immer leerer werden. Nach Ansicht der 15 Prozent-Partei „Die Grünen“ ist das kein Problem, man möchte Gas am liebsten ganz abschaffen. Die Stromkosten explodieren, während ein „schmutziges“ und „gefährliches“ Kraftwerk nach dem anderen abgeschaltet werden soll und bereits wurde. Die Spritpreise sind so hoch wie nie und wer auf sein Auto angewiesen ist, um unter anderem das Geld für immer höhere Energiepreise zu verdienen, schaut in die Röhre. „Zum Glück“ werden Deutschlands Nachbarn immer rühriger und bauen verstärkt Atomkraftwerke, damit sie uns wenigstens schon bald noch teureren Strom liefern, der Nachts und bei Windstille nicht aus den deutschen WKA oder Solaranlagen kommt.

ZDF und ADAC geben den Sparbürgern heiße Tipps, um die hohen
Spritpreise in den Griff zu bekommen. Quelle: ADAC

Die E-Mobilität nimmt in der Bundesrepublik immer mehr Fahrt auf, aber die Besitzer der „völlig emissionsfreien“ Fahrzeuge werden sich schon bald um die wenigen Steckdosen mit dem immer teureren Strom „prügeln“. Leisten können sich den Spaß hauptsächlich gut verdienende Politiker, Anwälte, Ärzte und Selbstständige. Die sogenannten kleinen Leute, auch Wahlvolk genannt, jedoch nicht. Ist dieser Effekt vielleicht gewollt? Immerhin werden so schon mittelfristig die ohnehin überfüllten Straßen leerer.

Auch der LKW- Verkehr, der die Luft „verpestet“ und die maroden Straßen „noch mehr kaputt macht“, wird abnehmen. Klare Sache: Weniger Konsum, weniger Logistik. Um beim Thema Straßen zu bleiben. Demokraten, „gute“ wie „schlechte“, springen verbal auf den Straßen gegeneinander, wenn es ums Impfen geht. Die wirklichen Probleme unserer Zeit wie drohende, kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Interessen-Blöcken und der drohende, hausgemachte wirtschaftliche Verfall unseres Landes werden einfach negiert. Wie praktisch für Ideologien und Allmachtsfantastereien. sig

Verbraucher zahlen für Stillhaltepolitik

Deutschland sei bereit, für Sanktionen gegen Russland einen hohen Preis zu zahlen, sagte Außenministerin Baerbock bei ihrem Besuch in der Ukraine. Dumm nur, dass dieser hohe Preis am Ende nicht von Frau Baerbock, sondern von Normal- und Geringverdienern gezahlt werden muss, die schon jetzt unter explodierenden Energiepreisen leiden. Schon die bisherigen Sanktionen gegen Russland gehen zu Lasten der Verbraucher und der mittelstädtischen Wirtschaft in Deutschland und Europa. Und warum eigentlich ist Frau Baerbock artig bereit, für noch schärfere Sanktionen gegen Russland „einen hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen“, während die USA ihre Öl-Importe aus Russland stetig steigern? Inzwischen ist Russland der drittgrößte Öl-Lieferant der USA – mit welchem Recht fordert US-Präsident Joe Biden, auf die Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 zu verzichten? Das ist Doppelmoral, die nur den Wirtschaftsinteressen der USA dient.

Quelle: Dr. Sarah Wagenknecht
Sarah Wagenknecht und nicht die Linke, legt den Finger in die Wunde deutscher Politik. Foto: siehe Bild unten rechts.

Statt Treueschwüre abzugeben, sollten Baerbock und Scholz europäische Interessen deutlich machen und die Doppelmoral der USA aufdecken. Statt sich als willfährigen Abnehmer des dreckigen Frackinggases der USA und Empfänger außenpolitischer Weisungen aus dem Weißen Haus zu generieren, sollte die deutsche Politik an Nord Stream 2 festhalten und auf Deeskalation, Demilitarisierung und Diplomatie im Ukraine-Konflikt drängen. Es kann nicht sein, dass US-amerikanische Wirtschaftsinteressen in der deutschen Politik mehr zählen als das Interesse von zig Millionen Verbrauchern an bezahlbaren Energiepreisen – vom Interesse der Menschen an Frieden und Entspannung in Europa ganz zu schweigen.

Quelle: Dr. Sarah Wagenknecht

Alles hat seine Zeit.

Von Siegfried Gerdau

Der ziemlich ausgeleierte Spruch „Alles hat seine Zeit“, behält seine Gültigkeit, ob man will oder nicht. Mit dem Vergehen der Jahre, ändern sich Rahmenbedingungen, aber auch manchmal die eigene Weltanschauung. Auch die Bereitschaft, Dinge einfach hinzunehmen, nimmt ab. Die Menschen, denen man zuhört und die man respektiert werden weniger. Der Blick ist vielleicht ein wenig trüber, aber die kognitive Fähigkeit, Geschwafel von belastbaren Aussagen zu unterscheiden, wird schärfer. Zum bedingungslosen Ja-Sager erzogen, stellt das Individuum auf einmal fest, dass es auch Nein sagen kann. Nein zu alldem „was schon immer so war und gemacht wurde“, Nein zu Meinungen, die scheinbar alle vertreten. Nein zu Postulaten von Koryphäen, die für sich in Anspruch nehmen, die einzige Wahrheit und Wissen zu vertreten.   

Alles hat seine Zeit. Foto: Gerdau

Leidenschaften flachen ab, werden nicht mehr ganz so wichtig. Was einst unumstößlich erschien, funktioniert plötzlich auch anders.

Alles hat seine Zeit und wer das nicht akzeptieren kann, bleibt übrig. Die Welt dreht sich weiter und wer auch nur ansatzweise glaubt es ginge nicht ohne ihn, sieht sich auf einmal getäuscht. Man hatte seine Zeit, nutzte sie oder auch nicht. Wiederholen geht nicht. „Wenn ich nochmal….dann würde ich…ist inhaltsloses Philosophieren. Wer am Ende nichts, das Falsche gemacht hat oder auch nur so denkt, macht jetzt nichts mehr. Es ist vorbei, denn alles hat seine Zeit.

Auch Systeme haben ihre Zeit. Man neigt dazu alles was war, besser zu finden. Die Sommer waren wärmer, die Winter kälter, die Menschen weniger schlecht und die Jugend höflicher. Die Politiker weniger auf den eigenen Vorteil bedacht und die Kirchen barmherziger. Die Menschen halfen sich und hielten besser zusammen-außer wenn sie sich in Kriegen die Köpfe einschlugen.

Aber: Selbst Kriege und Seuchen haben ihre Zeit. Während die Wissenschaft glaubt Viren und Bakterien im Griff zu haben, zeigen die ihnen immer wieder wie falsch sie liegen.

Krieg hingegen will kein Mensch. Besonders nicht, wenn er „schrecklich“ war. Wenn dann Zeit vergangen ist, scheint erstaunlicherweise eine Art Sehnsucht danach zu erwachen. Wohlwollend oder noch schlimmer gleichgültig, hört die Masse dem Säbelrasseln der Mächtigen zu und kann sich durchaus vorstellen, ehrenwerten Rüstungslobbyisten und Kriegsministern zu glauben, es sei alles richtig und ihnen in den Krieg zu folgen.

Säbel zu Pflugscharen will niemand mehr schmieden und zu Ostern sitzt auch kaum noch jemand vor einem Kasernentor. Alles hat seine Zeit und wenn der andere nicht ein Freund sein will, schlägt man ihm eben (verbal oder tatsächlich) den Schädel ein.  

 Ein wenig Risiko ist fürs eigene Dasein immer im Spiel. Aber, dass wissen Menschen eigentlich sehr genau. Nur damit umzugehen, haben sie nie gelernt.

Alles hat seine Zeit und auch ich habe gerade wieder festgestellt, wie aktuell dieser scheinbar zum geflügelten Wort verkommene Spruch tatsächlich ist.