Meine Meinung
War die „kleine heile Welt“ immer schon lediglich eine Illusion oder gab und gibt es sie tatsächlich. In den vergangenen 80 Jahren sah es zumindest so aus, als wenn Not, Elend und Kriegslust für immer besiegt seien. Die deutsche Demokratie stabilisierte sich zusehends und „Einigkeit und Recht und Freiheit“ war nicht nur ein Spruch, sondern gelebte Wirklichkeit.

Der „Status Quo“ also den gegenwärtigen Zustand, wie die Dinge aktuell sind – ohne Veränderung, ohne Verbesserung, ohne Verschlechterung zu halten und zu akzeptieren, war die oberste Prämisse. Der sogenannte kleine Mann wurde plötzlich zum Souverän und erfüllte damit den Anspruch an Demokratie (die Macht geht vom Volk aus). Diese Staats‑ und Gesellschaftsform, in der Menschen mitbestimmen, mitreden und mitentscheiden können wollten wir und wollen sie immer noch.
Das lief auch eine Zeit mehr oder weniger gut. Die Bürger waren damit beschäftigt sich ihre „kleine heile Welt“ aufzubauen und kümmerten sich nicht besonders um politische Vorgänge. Sie entschieden sich für eine Partei, je nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit und hielten ihr die Treue. Vielen war das jedoch zu langweilig und sie skandierten „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“ Der Staat wurde bekämpft und aus den 1968ern heraus entwickelten sich kommunistische Kader wie die sogenannte „Rote-Armee-Fraktion“ (RAF) als gewaltsame „Außerparlamentarische Opposition“ (APO).
Von sozialistischen Gruppierungen mehr oder weniger offen toleriert, wollten sie eine „kapitalistische Fehlentwicklung“ korrigieren. Der Staat zeigte Zähne und es gelang diese politischen Phänomene einzudämmen, aber nie mehr ganz zu eliminieren. Sozialistische Verbindungen und Umweltaktivisten (heutige Grüne) stellten sich gemeinsam gegen die Wiederbewaffnung (Soldaten sind Mörder) und wer in diesen Kreisen etwas auf sich hielt, verachtete den Wehrdienst.
Die kleine heile Welt geriet in Gefahr und die Gesellschaft ließ erste Spaltungstendenzen erkennen. Es gab die Befürworter einer bewaffneten Wehr und andere, die mit allen Mitteln dagegen kämpften. Mit dem Zusammenbruch der ehemaligen DDR und er Auflösung der Sowjetunion gingen den Rüstungsgegnern ihre Ziele verloren und sie suchten sich andere Narrative. Die mittlerweile zu Wohlstandsbürgern mutierten Menschen profitierten von dem Zusammenschluss von Ost und West.
Das alles war in postkommunistischen Kreisen nicht der Königsweg. Das Volk musste in Bewegung gehalten werden und durfte nicht zur Ruhe kommen. Die Weltreligionen boten sich als Vorbild an und so bediente man mit glühendem Eifer die wirksame Schuldzuweisung. Selbsternannte Experten in Sachen Energie und Umweltschutz trommelten den verblüfften „Ewiggestrigen“ die Schuld in die Köpfe. Nachhaltig musste es sein und die Energieerzeugung vom Atom- und Kohlestrom in kürzester Zeit auf Erneuerbar umgestellt.
Während die christlichen Kreuze aus der Öffentlichkeit immer mehr verschwinden, wachsen sie als Windräder wie Fliegenpilze in den Wäldern. Während noch vor wenigen Jahren der Borkenkäfer den Wald auf dem Gewissen hatte, sind es heute Betonmischer und Baustraßen denen die Bäume zum Opfer fallen. Die „Corona-Pandemie“ war ein Testlauf der Möglichkeiten und so ganz nebenbei der Beginn einer geförderten Denunziation. Meldestellen sind seitdem wie Pilze aus dem Boden geschossen und werden von den „Anständigen“ eifrig genutzt.
Putins Krieg in der Ukraine kennt weltweit nur Gewinner und die Deutschen Rüstungsindustrie atmete auf. „Keine Waffen in Kriegsgebiete“ sind Slogans von gestern. Sozial-(Demokraten) und Grüne haben eine 180 Grad-Wende hingelegt und ihre einstigen Ideale „Schwerter zu Pflugscharen“ klammheimlich begraben. Hass und Hetze gegen Andersdenkende gehören zum Gesellschaftsbild und spalten was das Zeug hält. Die kleine heile Welt ist endgültig zerstört. Das tägliche Leben ist für viele kaum noch zu stemmen, während Rüstungslobbyisten (auch zahlreiche Politiker) in Geld nur so schwimmen.
Aufrüsten und Kriegstüchtigkeit sind die Zauberworte einer Gesellschaftsschicht, die vermutlich unter Geschichtsvergessenheit leidet. Kriege entstehen nicht schlagartig, sondern entstehen langsam und fast unmerklich. Wer heute den Gürtel enger schnallen muss um zu überleben, erlebt dann vielleicht das unvorstellbare Grauen eines „modernen Krieges“. Ein gutes Beispiel sind die Zustände in der Ukraine. Während Milliardäre aus diesem vom Krieg gebeutelten Land in Monaco Wohnung für 80 Millionen Euro kaufen, blutet das ukrainische Volk aus. Wer früher einmal dieses Land besucht hat weiß, dass es für die breite Masse dort nie eine „kleine heile Welt“ gab. Heute wird auch das Wenige mit Bomben und Raketen platt gemacht.
Während auch die Bundesrepublik tonnenweise Waffen, Munition und vor allem Geld in die Ukraine schickt, bleibt nicht nur die bundesdeutsche Infrastruktur auf der Strecke. Mit aller Kraft werden die Menschen verunglimpft und mit Hass und Hetze überschüttet, die diese Entwicklung ansprechen. Nicht so wie damals in der DDR. Dort wurden Kritiker eingesperrt. Heute im Gesamtdeutschland verlieren sie nur den Job und die gesellschaftliche Reputation. Man schaut bei öffentlichen Gesprächen wieder über die Schulter, ob da nicht der Falsche mithört und es empfiehlt sich gegebenenfalls für den Fall eines unerwarteten Besuchs einen Bademantel bereit zu halten.
Wenn man den Umfrage-Statistiken glauben schenkt und Fake News ausschließt, sind die etablierten Parteien im freien Fall. Die Koalitionäre von Schwarz und Rot reiben sich die Augen und überlegen wie man die verhassten Konkurrenten aus dem Weg räumen kann. Demokratie ist: Unliebsame Störer madig zu machen und notfalls mit drastischen Schritten zu erledigen. Ist das wirklich Demokratie, wenn mehrere Millionen Wähler ihr Votum abgegeben haben diese als Idioten, Nazis oder Putin-Freunde zu bezeichnen. Die heile bundesdeutsche Welt ist Geschichte. Die Gesellschaft ist gespalten wie noch nie und die Spaltung geht bis in die Familien (Kinder hört mal zu Hause hin, was da so gesprochen wird).
Anstatt der in Stein gemeißelten Forderung über dem Reichstagsgebäude „DEM DEUTSCHEN VOLKE“ zu entsprechen, überlegen die Regierenden wie sie ihren Untertanen das eigenmächtige Denken abgewöhnen. Das wird allerdings schwierig werden, da auch die Mainstream-Abweichler keine Idioten, sondern Menschen, die mit der vorherrschenden Regierungspolitik nicht einverstanden sind. Wie beginnt die dritte Strophe unserer Nationalhymne: „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Daran sollten wir uns alle halten und die Politiker besonders die Einigkeit im Blick behalten, damit wieder für jeden Bürger eine kleine heile Welt entstehen kann. sig