Deutsche Demokratie und ihre Erben

Meinung von

Siegfried Gerdau

Es ist vollbracht. Die Spaltung von Gesellschaft und Familie hat einen unerträglichen Grad erreicht. Was mit Corona begann und sich jetzt mit „Bauernaufständen“ und gelenkten „Massendemonstrationen“ fortsetzt, macht Angst. Die Art und Weise wie „Meinungsverschiedenheiten ausgetragen“ werden, erinnert an die glücklose Weimarer Republik als Rechte und Linke Gruppierungen gegeneinander auf den Straßen unterwegs waren. Mein Vater, ein Kind dieser Zeit, warnte bereits vor mehr als 30 Jahren vor einer ähnlichen Entwicklung, die damals mit einer Katastrophe endete. Ich nahm seine Warnungen nicht ernst und führte sie auf die traumatischen Erlebnisse eines Weltkrieg II-Teilnehmers zurück.

Wie sehr hatte ich mich getäuscht. All das, was mir seit meinen ersten bewussten Lebensjahren anerzogen und begreifbar gemacht wurde, scheint keine Bedeutung mehr zu haben. Den Respekt vor der anderen Meinung, der verbal und mit durchdachten Argumenten begegnet werden kann, ist nachweislich verloren gegangen.

Die Eltern und Großeltern lernten teils mühsam Demokratie und der nachfolgenden Generation brachte man die wichtigsten Punkte dieser Staatsform intensiv bei. Wir Kinder wurden mit aller Konsequenz förmlich darauf gedrillt, immer wieder Vergleiche mit dem unseligen Nazi-Regime zu ziehen und zu begreifen, dass es keine Erbfeinde und keine Alleinvertreter der menschlichen Rasse gibt.

Es gab und gibt sie immer noch die alten Kommunisten und Menschen die dem nationalsozialistischen Gedankengut anhängen. Wo war und ist das Problem? Sie wurden von der gefestigte Demokratie unseres Staates assimiliert. Ich erinnere mich an die Zeit der Kommunistenjagd, an die Umtriebe in den der 1968er Jahre. „Macht kaputt was euch kaputt macht“, skandierten die linken Studentenverbindungen und diskreditierten alles was nur im Entferntesten auch nur an Waffen und Verteidigung dachte. Die Demokratie wurde jedoch selbst mit dem Baader-Meinhof-Komplex fertig, der sich daraus entwickelt hatte.

Ich lernte von meinen Eltern, die Stolz auf ihre konservative Einstellung waren, das Denunziation und üble Nachrede (heute Hetze genannt) verachtenswert ist. Sie hatten das System von Bespitzelung (heute Observation genannt) sowie „Blockwart-Meldungen“ am eigenen Lebe erlebt. Sie erzogen mich dazu, mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten und lehnten hündischen Opportunismus rundherum ab.

Wir diskutierten im Familienkreis und mit Freunden über Politiker wie Strauß und Wehner, ahnten um ihre Schwächen und schätzten sie dennoch für ihre fundierten Ansichten, die sie mit erkennbarem politischem Herzblut vortrugen. Wir erlebten den Aufwuchs einer Partei, die sich der Natur und dem Grünen verschrieben hatte. Viele Altkommunisten fanden darin ihre Heimat und konnten endlich ihre teils unverstandene Ideen umsetzen. Die Demokratie ließ sie gewähren und selbst als sie massiv gegen die Wieder-Bewaffnung auf die Straßen gingen und sogar die Bundeswehr, die demokratischste aller Armeen Deutschlands, abschaffen wollten, waren die sogenannten Altparteien in der Lage damit umzugehen.

Die konservativen Kräfte in der Republik waren sicher nicht glücklich über diese politischen Außenseiter, aber sie ließen sie, wenn auch knurrend, gewähren. Es formierten sich Rechte Parteien wie Republikaner und NPD und später auch Linke. Sie alle konnte man davon überzeugen, dass in dem wie geschmiert laufenden demokratischen Uhrwerk Bundesrepublik auch sie ihren Platz finden. Als Deutschland dank Russlands (Gorbatschows) Gnade sich gewaltfrei wiedervereinigen konnte, schien alles perfekt.

Es gab Männer wie Kohl und Genscher, denen man zuhörte und auch zutraute alles richtig zu machen. Politiker wie Helmut Schmidt und Willi Brandt und selbst einige Zeit lang auch noch Gerhard Schröder konnte die Menschen hinter sich bringen. Erst als die einstige DDR-Funktionärin Angela Merkel durch ihre „Regierungsarbeit“ die Bundesrepublik mit ihren Alleingängen irritierte, tauchten Fragen auf, die nie beantwortet wurden.

Corona war schließlich der Zeitpunkt, dass die deutsche Demokratie Zähne zeigen wollte. Die Spaltung zwischen Corona-Leugnern und Impf-Befürwortern zog sich durch Gesellschaft bis in die Familien. Es kamen weitgehend aus dem Zusammenhang gerissene Begriffe wie Nazis und Querdenker hauptsächlich in den Medien auf. Es wurde ausgegrenzt denunziert, gemeldet und geschnitten.

Zufrieden, wer sich auf der richtigen Seite wähnte und alle anderen verunglimpfen konnte. Schnell war die Gesellschaft in Gut und Böse geteilt. Der politische Gegner ruckzuck ausgemacht und dieser befeuerte die Jagd gegen sich selbst noch mit eigenen Dummheiten und den falschen Personen. Es wurde und wird gehetzt, diffamiert was das Zeug hält und Gnade dem Gott, der die falsche Meinung vertritt.

Jedes Wissens und jeder Logik widersprechend gibt es seitdem nur noch eine Wahrheit und wer sich der nicht unterordnet, wird gnadenlos bekämpft und ausgegrenzt. Kriegsverweigerer werden der Dummheit und Hirnlosigkeit bezichtigt und die Aufrüstung ohne Einschränkung befürwortet. Warner finden sich plötzlich in der Schublade der Putin-Versteher und AfD-Sympathisanten wieder. Schlimm ist, wenn das alles unter dem Überbegriff „Demokratie schützen“ buchstäblich vermarktet wird. Dass Demokratie bunt und vielfältig sein muss und auch andere Meinungen aushalten soll, ist offensichtlich aus dem Lehrbuch für demokratische Grundordnung gestrichen.

Der politische Gegner wird zum Glück bisher nur verbal niedergeknüppelt. Es gibt jedoch mittlerweile Stimmen die fordern Befürworter zu töten. Ist das alles Demokratie oder der Weg in eine totalitäre Entwicklung?

Wollen wir ein Einparteiensystem mit 99-prozentiger Befürwortung? Das gab es schon zweimal in Deutschland und wir alle oder zumindest die meisten von uns, waren Stolz darauf diese unseligen Epochen hinter uns gelassen zu haben.

Wer jetzt erwartet, dass ich ein Patentrezept für die weitere Entwicklung präsentiere, hat sich getäuscht. Leider kann ich nur zum Ausdruck bringen, was mich derzeit umtreibt. Ich wünsche mir, dass die Zeit wieder kommt, dass man seinen Unmut (berechtigt oder unberechtigt) über mangelhafte Regierungsarbeit zum Ausdruck bringen darf, ohne gleich eines geplanten Sturzes unserer Demokratie bezichtigt wird.

Schild bei Bauerndemo Foto: Gerdau

Vielleicht ganz am Ende doch noch etwas: Regierungen die ihre Arbeit gut und im Sinne ihres Amtseides machen, brauchen weniger Stacheldraht, Sicherheitsdienste und Observierungskräfte.

Karnevals Vereine sind verärgert

Akteure sprechen von Vertrauensverlust

Der nachfolgende Brief wurde im Namen der Dillkreis-Karnevals-Vereine geschrieben. Darin spiegelt sich die Enttäuschung über die Absage von Berichterstattung durch die heimischen Presse über ihre Veranstaltungen wider. Auf Wunsch und mit ausdrücklicher Genehmigung der Verfasser, veröffentliche ich dieses Schreiben.

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Erstaunen haben wir Ihre Nachricht an uns zur Kenntnis genommen, dass das Herborner Tageblatt
und die Dill-Zeitung in diesem Jahr keine Redakteure zu unseren Prunksitzungen entsenden werden.
Dies ist in unseren Augen die Bankrotterklärung einer Lokalzeitung, deren Kernaufgabe die
Berichterstattung über lokale Ereignisse und Verhältnisse ist.
Der Karneval ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Region an der Dill und erfreut sich in den
letzten Jahren (wieder) einem stetig steigenden Zuspruch aus der Bevölkerung. Unsere Vereine und
Abteilungen sind nicht nur in der „klassischen“ Karnevalszeit zwischen 11.11. und Aschermittwoch
aktiv, sondern treten auch im restlichen Jahr durch die Mitwirkung an Märkten und dem allgemeinen
Vereinsleben der Städte und Gemeinden in Erscheinung.
Dies stellt insbesondere vor dem Hintergrund eine Besonderheit dar, dass der nördliche Lahn-DillKreis, mit wenigen Ausnahmen, aufgrund seiner kulturellen Historie nicht als Karnevalshochburg gilt
und daher auf Berichterstattung angewiesen ist. Entgegen dem allgegenwärtigen Rückgang der
ehrenamtlichen Betätigung in gemeinnützigen Vereinen, der in beinahe allen Bereichen spürbar wird,
ist es dem Karneval an der Dill in den letzten Jahren gelungen, seine Mitgliederbasis stetig zu
erweitern und zudem durch den Gardetanz eine aktive Jugendarbeit zu etablieren und
weiterzuentwickeln.

Ist schon ein paar Jahre her, aber so aktuell wie immer. Archiv-Foto: Gerdau


Daher betrübt es uns sehr, dass unsere letzten verbliebenen Tageszeitungen erklären, dass sie
aufgrund des angeblich nicht vorhandenen Interesses der Leserinnen und Leser an unserer Tätigkeit
die Berichterstattung durch anwesende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei unseren
Prunksitzungen gänzlich einstellen möchten.
Ihre Begründung der wiederkehrenden Unstimmigkeiten mit den einzelnen Gruppen und Vereinen ist
für den Großteil von uns in Ansätzen nachvollziehbar, jedoch hat uns die zusätzliche Begründung, die
man – einfach übersetzt – als „interessiert niemanden“ verstehen kann, trotz Ihrer gut gemeinten
Ausführungen schwer getroffen.
Leider müssen wir festhalten, dass Ihre Nachricht einen schweren Schatten auf unser Vertrauen zur
heimischen Presse wirft. Wir nehmen darüber hinaus wahr, dass die Berichterstattung anderer
Zeitungen Ihres Verbundes durchaus einen saisonalen Schwerpunkt bezüglich des Karnevals aufweist
(Beispiel: WNZ der vergangenen Tage).
Daher teilen wir Ihnen mit, dass wir nicht gewillt sind, Ihnen Berichte oder Bilder unserer Sitzung
zuzuschicken. Zum einen haben wir rund um unsere Sitzungen wahrlich genug Verpflichtungen zu
erfüllen, die eine kurzfristige Zusendung von Berichten und Bildern im Nachgang unserer Sitzungen
bis Aschermittwoch unmöglich machen. Zum anderen lassen wir es nicht zu, dass Sitzungsberichte zu
unseren Prunksitzungen unter dem nichtssagenden Kürzel (red.) in redaktionell veränderter Form
abgedruckt und letztendlich unsere Leistungen auf ein Ihrer Zeitung passendes Maß „zurückgestutzt“
werden.
Wir würden diese Entwicklung sehr bedauern und sähen uns letztendlich gezwungen, auf alternative
Möglichkeiten der Veröffentlichung zurückzugreifen, die unserer Arbeit mit der gebotenen
Wertschätzung begegnen.
Für weitere Gespräche stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.
Gezeichnet
Die Dillkreis-Karneval-Vereine

Klaus-Peter Wolf liest in Herborn

Herborn (sige). Mit einer Lesung des bekannten Krimi-Autors Klaus-Peter Wolf setzt die Inhaberin der Herborner Buchhandlung Baumann Simone Polzer ihre Lesereihe am Mittwoch 7. Februar 2024 in der Herborner Kulturscheune fort. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr).

Der Erfinder der Ostfriesenkrimis liest in der Herborner Kulturscheune

Der 70-Jährige geborene Gelsenkirchener ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Hörbuchsprecher und Drehbuchautor. Der Erfinder des Ostfrieslandkrimis hat mittlerweile über 13 Millionen seiner Bücher weltweit verkauft. In seinem neuesten Roman „Ostfriesenhass“ lässt der Wahl Nordener die Ermittlerin Ann Katrin Klaasen ihren 18. Fall lösen. Ein Serientäter, der an der Küste sein Unwesen treibt und glaubt mit seinen Taten die Menschheit zu retten, ist das Thema in seinem am 24. Februar 2024 erscheinenden 18. Ostfriesen-Krimi. Da mehr als 60 seiner Drehbücher auch in „Tatort“ verfilmt wurden, darf man gespannt sein, was der vielbeschäftigte Autor neben seiner Neuvorstellung zu erzählen hat.
Für die Liebhaber der Küstenregion Krummhörn-Greetsiel ist es bestimmt interessant, dass diese Region als Filmkulisse für zahlreiche seiner Krimis war. Auch das Küstenstädtchen Norden, dem heutigen Wohnsitz des Autors, diente als Drehort für seinen Bestsellerroman „Ostfriesenkiller“.
Wer die sicher hochinteressante Lesung des Mannes mit den charakteristischen Hüten nicht verpassen will, sollte sich rasch Eintrittskarten (nur) in der Buchhandlung Baumann zum Preis von 20 Euro kaufen. sig/Foto: Gerdau

SymbioPharm entlässt Mitarbeiter

Das Herborner Vorzeigeunternehmen SymbioPharm GmbH Auf den Lüppen 10 scheint in seiner derzeitigen Zusammensetzung schon bald Geschichte zu sein. Mitarbeiter denen ad hoc gekündigt wurde, berichten, dass die Firma verkauft und demnächst an einen neuen Standort verlegt wird.

Das Herborner Unternehmen SymbioPharm

So euphorisch textete noch im vergangenen Jahr die Marketingabteilung des Unternehmens: „Für die Zukunft gut aufgestellt – so präsentiert sich die SymbioPharm GmbH, die ihren Marketing- und Vertriebsleiter Tobias Brodtkorb nun als Geschäftsführer berufen hat“.

Die SymbioPharm GmbH ist nach eigenen Angaben Pionier in der Mikrobiom-Forschung und wissensbasierter Probiotika. Als Wegbereiter der mikrobiologischen Therapie sei es ihre Mission, mit Hilfe von probiotischen Bakterien Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu heilen. Die Produkte Symbioflor 1, Symbioflor 2 und Pro-Symbioflor haben einen hohen Bekanntheitsgrad.

Das Unternehmen wurde 1974 von Dr. Volker Rusch in Herborn Auf den Lüppen neu aufgebaut und beschäftig noch rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ob diese alle oder nur die aus dem kaufmännischen Bereich entlassen werden, war zum Zeitpunkt der Artikelerstellung noch nicht in Erfahrung zu bringen. Es wird kolportiert, dass Produktion und Vertrieb noch in Herborn bleiben könnten. sig/Text und Foto: Gerdau

Waldaubacher Sagenweg

Ein tolles Angebot nicht nur für Leistungswanderer hält der Driedorfer Ortsteil Waldaubach für Naturbegeisterte und Liebhaber von Sagen aus dem Westerwald mit dem Waldaubacher Sagenweg bereit.

Auf einem gut zu wandernden Rundweg von 8,9 Kilometer, der bequem in 3 Stunden zu absolvieren ist, erleben seine Besucher 12 „sagenhafte“ Stationen. Der Weg beginnt und endet am DGH Waldaubach, aber es gibt die Möglichkeit ihn abzukürzen, daher ist er sehr gut für Familien mit Kindern geeignet. Der Wahl-Waldaubacher Christoph Etz hat bei der Planung „seines“ Sagenweges an an eine umfangreiche Beschilderung gedacht. Immer den Wegemarkierungen mit dem „roten W“ und dem grünen S“ nach. Damit entfällt eine zeitraubende Orientierung.

Natürlich kann man sich auch per Flyer zusätzlich über das Vorhaben informieren. In aller Ausführlichkeit werden die unterhaltsamen Geschichten auf den Hinweisschildern wiedergegeben. Auf zahlreichen Bänken kann man die Seele baumeln lassen und in tiefen Atemzügen die bezaubernde Landschaft des Hohen Westerwaldes in sich aufnehmen.

Barcode Waldaubacher Sagenweg

Da es leider keine Einkehrmöglichkeiten gibt, besteht die Möglichkeit sich auf Station 9 („Der wilde Jäger“) und auf Station 12 („Die wilden Weiber und die Menschen“) zu erfrischen. Informationen bei christophetz@web.de sowie phone. 02775 256 9955. sig

Renovierung der Dernbacher Stuben schreitet voran.

Die Renovierungs-Arbeiten im Landgasthof Dernbach-Stuben in Herborn-Seelbach sind in vollem Gange. Es sind zwar noch reichlich vier Wochen bis zur Eröffnung, aber der 1. März kommt schneller als man denkt. Bereits schon jetzt werden die schmucken Gasträume und der große Saal gebucht und wer zuerst kommt, mahlt bekanntlich auch zuerst. Achim Betz, Betreiber und Küchenchef, legt selbstverständlich mit Hand an und hat auch die Außenanlage mit der wunderschönen Terrasse voll im Griff.

In seinen wenigen freien Stunden feilt er noch an der Speisekarte, um seinen Gästen mit erlesenen Speisen einen wunderbaren Aufenthalt in dem Traditions-Landgasthof zu bereiten. Fest im Blick hat er auch die Wünsche der ortsansässigen und überregionalen Vereine, die ihre Veranstaltungen in gemütlich, ruhiger Atmosphäre abhalten wollen.

Wenn man den neuen Wirt Achim Betz kennt, weiß man, dass er auch ausgefallene Wünsche zu allen denkbaren Tageszeiten ermöglichen wird.

Der Spitzen- Koch aus Leidenschaft freut sich bereits jetzt schon auf den Startschuss zur Eröffnung des Landgasthof Dernbacher-Stuben. Weiter Informationen und Buchungswünsche (derzeit per Mobiltelefon): 01511 597 3330. sig/Fotos: Gerdau

Neujahrsempfang von SanRgt 2 und Stadt Rennerod

Der Neujahrsempfang des SanRgt 2 „Westerwald“ in der Renneroder Westerwaldhalle stand fast ausschließlich unter dem Aspekt deutscher Sicherheitspolitik. Der Kommandeur des rund 900 Soldatinnen und Soldaten starken Verbandes, Oberstarzt Dr. Sven Funke, konnte zu dem traditionellen Event mit Staatssekretär Thomas Hitschler einen der beiden parlamentarischen Staatsekretären des Bundesministers der Verteidigung, Boris Pistorius verpflichten.

Die geladenen Gäste sowie zahlreiche Regimentsangehörige erlebten durch die Ausführungen des 42-Jährigen SPD-Politikers eine kleine Horizonterweiterung in Sachen Verteidigungspolitik. Hitschler sprach von dem Druck, der augenblicklich auf die Demokratie ausgeübt werde und dies in einer Zeitenwende mit zahlreichen überregionalen Krisen. Er sprach auch von dem „wahnsinnigen Kraftakt“ mit dem die rund 2 500 Mitarbeiter des BMVg diesen Herausforderungen begegneten. Leider kämen diese nicht immer bei den Medien an.

Die Umorganisation der Bundeswehr verliefe sehr schnell. So haben man im vergangenen Jahr bereits 2,5 Milliarden für Munition ausgegeben. „Es ist wichtig in Sicherheit zu investieren“, sagte der Staatsekretär und betonte die Notwendigkeit kriegstüchtig zu werden. Er selber, so der Parlamentarier erhalte bei seiner Arbeit große Unterstützung aus dem Parlament und darüber freue er sich sehr.

Dann wandte er sich an die Anwesenden von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei. „Ohne sie geht es nicht, wenn die Bundesrepublik Aufmarschgebiet werden sollte. Dann werden sie dringend gebraucht.“ Neben den sanitätsdienstlichen Verbänden der Bundeswehr würden diese Hilfskräfte zu wichtigen Eckpfeilern.

Im Vergleich mit den russischen Streitkräften hätten die Sanitätseinheiten der Bundesehr eine weltweit anerkannte hohe Überlegenheit bei hochqualifiziertem Personal und Ausrüstung. Er bedankte sich bei dem Regiment für deren zahlreichen Einsätze nicht nur bei Auslandseinsätzen sondern auch in Katastrophengebiete wie dem Ahrtal.

Am Ende seiner Rede ging Hitschler noch einmal auf die derzeitigen Verwerfungen innerhalb der Bundesrepublik ein. Er wünsche sich dringend eine andere Streitkultur. „Wir schwimmen derzeit auf einer Hysterie-Welle nach der anderen. Aber: Wenn wir nicht mehr kontrovers diskutieren, geht vieles verloren“, sagte der gebürtige Rheinland-Pfälzer.

„Wir müssen unsere Demokratie aktiv verteidigen und dies nicht nur vom Sofa aus.“ Nie wieder ist jetzt“ griff er den Slogan auf, der die aktuellen Massendemonstrationen begleitet und fügte hinzu: „Lassen sie uns die demokratische Grundordnung mit aller Kraft verteidigen.“

Gemeinsam mit Oberstarzt Dr. Funke und in Anwesenheit des Renneroder Stadtbürgermeisters Raimund Scharwat verlieh er Hauptmann Christopher Brandt das silberne Ehrenkreuz der Bundeswehr für herausragende Leistungen.   Musikalisch wurde die Veranstaltung von einer Combo „Scharfes Blech“ des Heeresmusikkorps Kassel und der Renneroder Stadtkapelle unter der Leitung von Annika Gros (früher Giehl) begleitet.

Für die hervorragende Verköstigung war die Verpflegungsgruppe des Regiments verantwortlich.  sig/Fotos: Gerdau  

Radwege in Peru – leere Kassen in Deutschland

Kommentar

Ganze Heerscharen bevölkern derzeit die Straßen der großen Städte und schreien sich die Hälse wund gegen die in Teilen der Gesellschaft verhasste AfD. An anderen Tagen fahren tausende Landwirte und Spediteure mit ihren Fahrzeugen durch die Straßen und wehren sich gegen versteckte Steuererhöhung der Ampelregierung. Sie alle eint eine große Unzufriedenheit. Für die einen ist die rechtsgerichtete Alternative der Sündenbock, die breite Masse hingegen wirft der Regierung Totalversagen vor.

Protest der Landwirte am 8. Januar 2024 in der heimischen Region. Foto: Gerdau

Die Angst der Regierenden vor den immer stärker werdenden Rechten, die mittlerweile schon auf dem zweiten Platz im Parteien-Ranking stehen, ist groß. Auch die Bauernproteste könnten Initialzündungen für weitere Unmutsbewegungen sein. Das vermeintliche Patentrezept: Ein großräumiger, von den Medien befeuerter, Stimmungsumschwung in der Bevölkerung. Wie wäre es denn, einfach mal den ideologischen Hammer beiseitelegen und Politik fürs Volk machen, liebe Rot/Grün/Gelben Volksvertreter. Wie wäre es denn, wenn die Christdemokraten sehr viel deutlicher als bisher ihrer Oppositionsarbeit nachgingen.

Alles könnte so einfach sein und die Massen müssten sich nicht bei Schnee und Kälte auf den Straßen herumtreiben:

1.Um die AfD im Zaum zu halten wäre eine Begrenzung der kaum noch händelbaren Migration und nicht deren Förderung eine Maßnahme.

2. Arbeit muss sich wieder lohnen und die Familien eine Perspektive haben. Wer ohne jegliche Einschränkung auf alle Erwerbstätigkeit verzichtet, muss auch auf Alimentation aus der Steuerkasse verzichten.

3.Energie muss, wie immer wieder versprochen, auch für Menschen mit niedrigem Einkommen bezahlbar und garantiert verfügbar sein.

4.Die Landwirte, die unser aller Leben ermöglichen, dürfen nicht für die verfehlte Haushaltspolitik des Bundes noch mehr gemolken werden.

5.Industrie-Betriebe, sowie Handel und Gewerbetreibende müssen, da sie der wirtschaftliche Motor unseres Staatsystem sind, reelle Zukunftschancen haben. Die exorbitanten Mieten durch geeignete Gegenmaßnahmen, wie den sozialen Wohnungsbau, in den Griff zu bekommen sein.

6.Steuern senken muss das Ziel einer ordentlichen Regierungsarbeit sein und nicht die zu beobachtende Verschwendungseuphorie. Wer Fahrradwege in Peru mit Millionen fördert und weitere Milliarden in der ganzen Welt für ideologische Fantasieprojekte verteilt, hat irgendwann leere Kassen. Der Steuerzahler darf für diese größenwahnsinnigen Projekte frei nach Kaiser Wilhelm I. „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ nicht zur Ader gelassen werden.

7.Keine Aufhebung der Schuldenbremse, damit nachfolgende Generationen nicht noch mehr gewürgt werden. So einfach wäre das alles, aber der „Wahn ist kurz, die Reue lang“ philosophierte einst Friedrich Schiller. Die Reue über die Katastrophen-Politik einer Regierung, die einen Flop nach dem anderen landet, müssen am Ende nicht nur wir, sondern noch mehrere Generation nach uns schultern. sig

Morgenrot-Erinnerungen

Was einem alles einfällt, wenn man aus dem Schlafzimmerfenster einen morgenroten Himmel bewundert. Mir fiel dabei das folgende alte Volkslied ein, welches meine Mutter mir mit ihrer schönen Stimme einst vorsang. Mich machte der Text traurig, aber gleichzeitig war er auch unbewusst eine tiefe Erinnerung an meinen Großvater, der im I. Weltkrieg Soldat war und ihn überlebte. Eberhard mit dem Barte nannte man den honorigen Herrn, wegen seines gewaltigen Rauschebartes. Er war ein leidenschaftlicher Antifaschist und hasste das Naziregimes. Dessen schreckliches Ende blieb ihm zum Glück erspart. Zwei Söhne (meine Onkels) blieben in Russland. Der eine war vermisst und der andere Gefallen, wie man es damals nannte. Der dritte Sohn hatte sich in seiner Soldatenzeit eine Lungen-Tuberkulose zugezogen und starb ebenfalls noch vor Kriegsende. Vermutlich hatte ihm dieser familiäre „Aderlass“ das Herz so gebrochen, so dass er 1944 starb. Er selber hatte den I. Krieg überlebt und hätte alles gegeben, seinen Söhnen dessen Wiederholung zu ersparen. Das unselige Regime, dem er ebenso wie seine Kinder die Gefolgschaft (Parteimitgliedschaft) verweigert hatte, erledigte sich nur ein Jahr nach seinem Tod, Gott sei es gedankt, selber.  Dieses Konglomerat der Erinnerungen veranlasste mich bereits am frühen Sonntagmorgen in die Tasten zu hauen. sig

 Zur Erinnerung

Am 21. Januar 1957 werden erstmals Männer in der Bundesrepublik gemustert, nachdem 1956 die Wehrpflicht eingeführt wurde.

Reiters Morgenlied

Morgenrot, Morgenrot,

Leuchtest mir zum frühen Tod?

Bald wird die Trompete blasen,

Dann muß ich mein Leben lassen,

Ich und mancher Kamerad,

Ich und mancher Kamerad!

Kaum gedacht, kaum gedacht,

War der Lust ein End gemacht!

Gestern noch auf stolzen Rossen,

Heute durch die Brust geschossen,

Morgen in das kühle Grab,

Morgen in das kühle Grab!

Ach wie bald, ach wie bald,

Schwindet Schönheit und Gestalt!

Strahlst du gleich mit deinen Wangen,

Wie die Milch und Purpur prangen,

Ach, die Rosen welken all,

Ach, die Rosen welken all!

Darum still, darum still

Füg ich mich, wie Gott es will.

Nun, so will ich wacker streiten,

Und sollt ich den Tod erleiden,

Stirbt ein braver Reitersmann,

Stirbt ein braver Reitersmann!

Text: Wilhelm Hauff (1824)

Musik: schwäbisches Volkslied: „Ach wie bald ach wie bald „

Geschichte dieses Liedes: Ach wie bald ach wie bald

„Ach wie bald ach wie bald“ ist ein Volkslied, das erstmals um 1780 in Schwaben aufgezeichnet wurde. Es soll zurück gehen auf ein Abschiedslied von Johann Christian Günther, dass er einige Jahrzehnte zuvor gedichtet hatte. Auf die Melodie des um 1800 wohl sehr populären Liedes dichtete Wilhelm Hauff 1824 dann „Morgenrot Morgenrot“ über einen Soldaten, der in den Krieg ziehen und gemeinsam mit den anderen Soldaten sterben muss.

Wie gedacht (Abschied)

Abschied von seiner ungetreuen Liebsten

Wie gedacht,

Vor geliebt, jetzt ausgelacht

Gestern in die Schoos gerissen

Heute von der Brust geschmissen

Morgen in die Gruft gebracht

Wie gedacht,

Vor geliebt, jetzt ausgelacht

Dieses ist

Aller Jungfern Hinterlist

Viel versprechen, wenig halten

Sie entzünden und erkalten

Öfters, eh ein Tag verfließt

Dieses ist

Aller Jungfern Hinterlist.

Dein Betrug,

Falsche Seele, macht mich klug

Keine soll mich mehr umfaßen

Keine soll mich mehr verlaßen

Einmal ist vorwahr genug

Dein Betrug

Falsche Seele, macht mich klug.

Denke nur,

Ungetreue Kreatur,

Denke, sag ich, nur zurücke

Und betrachte deine Tücke

Und erwege deinen Schwur

Denke nur,

Ungetreue Kreatur!

Hastu nicht

Ein Gewissen, das dich sticht

Wenn die Treue meines Herzens

Wenn die Größe meines Schmerzens

Deinem Wechsel widerspricht?

Hastu nicht

Ein Gewissen, das dich sticht?

Bringt mein Kuss

dir so eilends Überdruß

Ey so geh und küsse diesen

Welcher dir sein Geld gewiesen

Das dich wahrlich blenden muß

Bringt mein Kuß

Dir so eilends Überdruß.

Bin ich arm

Dieses macht mir wenig Harm

Tugend steckt nicht in dem Beutel

Gold und Schmuck macht nur die Scheitel

Aber nicht die Liebe warm

Bin ich arm

Dieses macht mir wenig Harm

Und wie bald

Mißt die Schönheit die Gestalt!

Rühmstu gleich von deiner Farbe

Daß sie ihres gleichen darbe,

Auch die Rosen werden alt.

Und wie bald

Mißt die Schönheit die Gestalt!

Weg mit dir,

Falsches Herze, weg von mir!

Ich zerreiße deine Kette,

Denn die kluge Henriette

Stellet mir was Beßers für.

Weg mit dir,

Falsches Herze, weg von mir!

Text: Johann Christian Günther (1751)

Nach so viel Schwermut noch was Lustiges und gleichzeitig Nachdenkliches.

Bevor du stirbst

Bevor Du stirbst, und einziehst in die Fremde

Rasier dich noch und nimm ein reines Hemde

Mußt dir zuvor ne saubere Krawatte drechsl´n

Du kannst nachher die Wäsche nicht mehr wechsl´n

Leg dich bequem – befreit – von jedem Zwange

Du liegst in dieser Lage ziemlich lange

Nimm´n Kissen untern Kopf mit weißen Bündchen

Und mit der Aufschrift: Nur ein Viertelstündchen…“

Bevor Du stirbst, schau nach dem Wärmemesser

Stell die Heizung ab, für dich ist Kälte besser

Bestell den Milchmann ab, und auch den Bäcker

Zieh deine Uhr auf, aber nicht den Wecker

Und dann stirb pünktlich, die Frauen wollen zum Schneider

Sie können nicht trauern ohne Trauerkleider

Wenn du dann wartest mit dem Tode

Dann ist das Kleid schon wieder aus der Mode

Bevor du stirbst, das sollst du dir bedenken

Die dich geliebt, die sollst du reich beschenken

Doch es gibt Verwandte, die aufs Ende lauern

Wenn die nichts erben können die nicht trauern

Die gehen vom Grab direkt ins Weinlokale

Dort weint man nicht, man lacht beim Weinpokale

Sie trinken auf dein Wohl den Saft der Reben

Erst wenn du tot bist lassen sie dich leben

Drum – eh du stirbst – mußt du noch einmal lachen

Nicht denen – dir mußt du‘ ne Freude machen

Ruf diese Bande, kommen sie dann in Masse

Und können sie nicht traurig sein, zeig ihnen deine Kasse

Wenn sie die sehen, dann werden’s traurig sein

Und weinen dann ganz tüchtig,….?

Und wenn sie weinen zeig ihnen deine Lende

Und lach dich tot, das ist das schönste Ende

Text und Musik: Otto Reutter (*24. April 1870  † 3. März 1931)

Geld für die Welt-Tabelle

Dem Wunsch des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz an die Bürgerinnen und Bürger deren Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen, komme ich hiermit gerne nach. Wer sich davon überzeugen möchte, dass die oben genannten Angaben den Tatsachen entsprechen, kann sich bei der Bundesbehörde in Bonn, Villemombler Str. 76 jederzeit davon überzeugen lassen.

Zur Erklärung:

3. und 4. vorletzte Spalte

BMZ Integriertes Programm zur Resilienzförderung und Stärkung sozialer Kohäsion (WFP) Sudan 20.000.000,00

BMZ Integriertes Programm zur Resilienzförderung und Stärkung sozialer Kohäsion (WFP) Sudan 10.000.000,00

Resilienz ist die Fähigkeit von Personen oder Gemeinschaften schwierige Lebenssituationen wie Krisen oder Katastrophen ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen. (bmz-Lexikon)

Soziale Kohäsion ist die Fähigkeit einer Gesellschaft, das Wohlergehen all ihrer Mitglieder zu sichern und durch Minimierung von Ungleichheiten und Vermeidung von Marginalisierung Unterschiede und Spaltung zu bewältigen sowie die Mittel zur Erreichung des Wohlergehens aller zu gewährleisten. (Definition Europarat)