Vokssport Wohnmobil

Als ich mein erstes Wohnmobil 1992 mein Eigen nennen durfte, war ich Happy. Es war ein gebrauchter Chausson mit 69 PS. Der westerwälder Händler hat sich bestimmt belacht. Immerhin tauschte ich meinen 8 Meter langen, zweiachsigen und kaum drei Jahre alten  Hobby-Wohnwagen gegen das Fahrzeug meiner Begierde ein.

Mein Sohn fand das alles sehr spannend und wir haben sehr schöne Reisen durch ganz Europa gemacht.  Reservieren war ein Fremdwort und damals höchstens auf wenigen Campingplätzen üblich. Stellplätze ausschließlich für Wohnmobile gab es ein paar, aber verteilt über ganz Europa.

Autark,  wie man es heute immer liest, war der Normalfall und wurde so gut wie überall geduldet. Wer ein Wohnmobil hatte, war entweder ein wenig durchgeknallt, hatte zuviel Geld oder war einfach nur ein Mensch mit einer ganz eigenen Urlaubsphilosophie. Pauschalreisen waren angesagt und wer es sich leisten konnte, enterte ein Kreuzfahrschiff.

Wie oft hörte ich:“ In so einer Hasenkiste Urlaub machen? Im Leben nicht.“ Ich machte und weil meinem heranwachsenden Sohn die 69 PS so langsam peinlich wurden, kam ein größerer, immer noch gebrauchter, aber immerhin Hymer in die Scheune. Im Alkoven ruhte mein Sohn, der Rest im Doppelbett und die fast doppelt so starke Maschine röhrte immer noch wie ein Schiffsdiesel.

Alle waren zufrieden, die Reisen führten uns nach Frankreich und in viele andere Länder. Noch immer grüßte man sich bei der Begegnung mit andern Wohnmobilisten und auch die Stellplätze wurden mehr. Die französischen Senioren hatten mittlerweile auch diese zwar teure, aber unkomplizierte und dennoch komfortable Form des Camperlebens entdeckt. Ihre mobilen Konstruktionen gefielen mir so gut, dass ich mit einem Challenger liebäugelte. Neu sollte er sein. Der wohnmobilistische Größenwahn hatte mich voll im Griff. Es wurde ein Verlustgeschäft, aber immerhin profitierten der Hymerkäufer, der Challenger-Verkäufer und der Staat.

Fast 7 Jahre lang war er Urlaubsdomizil, Zweitwohnung und Übernachtungsherberge während Verwandtenbesuche. Dann war wieder ein Messebesuch angesagt. Dem voraus ging ein Korsika-Urlaub, bei dem Petra und ich feststellten, dass unser französisches Wägelchen Probleme mit den engen, korsischen Gebirgsstraßen hatte.

Wir beschlossen zu reduzieren. 6 Meter lang sollte der Neue höchsten sein und in der Breite auch etwas abspecken. Knaus hatte genau das, was wir suchten. Mit einem Werksverkäufer wurden wir schnell handelseinig und wir stellten uns ein WoMo genau nach unseren Vorstellungen zusammen. Die lange Lieferzeit war uns egal, da wir in den Wintermonaten als Camper sowieso nie unterwegs sind. Bereits im Jahr darauf waren wir minimalistischer als je zuvor auf Achse. Mit einem möglicherweise Kastenwagen wollten wir garantiert nicht tauschen. Abgesehen von dem nervigen Ratsch- Bumm der Eingangstür, wohnt man in unserem teilintegrierten Mobil doch wesentlich komfortabler. Das glauben wir zumindest ganz fest.

Seit Corona hat sich auf dem Campingsektor alles geändert. Ohne Reservierung geht zumindest auf deutschen Plätzen nichts mehr. Aus Angst vor Ansteckung, steigen immer mehr Menschen in die einst mit Naserümpfen beobachteten rollenden Kisten. Der Preis: Die Plätze werden immer voller…und teurer, die Fahrzeuge natürlich auch. Der Markt ist leer gefegt und die Wohnmobilcaravanen gehen den Menschen in den klassischen Urlaubsregionen immer mehr auf den Wecker. Wer nicht mal eben 70, 80 oder 90 000 Euro locker hat, lässt sich bei den Händlern alte Möhrchen für teures Geld andrehen. Die hohen Spritpreise dämpfen die Lust aufs Fernreisen und wer autarke Camperfreuden im Sinn hat, wird schon bald eines Besseren belehrt. Man braucht Wasser, muss sein Abwasser an der richtigen Stelle loswerden und den Inhalt der bordeigenen Toilette möchte auch niemand gerne in seinem Vorgarten haben.

Wohnmobilurlaub kostet Geld und wer das sparen möchte oder muss, ist mit einer Ferienwohnung sicher gut beraten. Ja, wenn da nicht die schöne Philosophie von der unbegrenzten Freiheit wäre, hätte auch ich meinen Knaus schon verkauft. Ich warte noch ein wenig. Dann sehen wir weiter. Ob mir der Umstieg aufs E-Lastenrad mit Schlafkoje noch gelingen wird, glaube ich nicht. Aber über 30 Jahre Urlaub mit Wohnmobilen reichen vielleicht auch aus. sig/Fotos: Gerdau

Teil VI: Reise in Deutschlands Norden.

St. Peter Ording

Das 9 Euro-Ticket lockt. Ich habe es an dem kleinen Tönninger Bahnhof erworben. Bei einem Schalterbeamten aus Fleisch und Blut. „Das ändert sich ab des kommenden Jahres“,sagt der freundliche Mann. Dann werde der Bahnhof nicht mehr besetzt und die Reisenden müssen mit dem Automaten zurechtkommen. Die älteren Bahnreisenden täten ihm schon heute leid. Aber das würde niemand interessieren.

Der Zug fährt stündlich von und nach St. Peter-Ording (SPO)

Der Zug kommt jede Stunde von Husum nach St. Peter Ording und umgekehrt. Erstaunlich, dass wir noch einen Platz finden. Maskenpflicht ist obligatorisch.

Ruhig fährt der Dieselbefeuerte durch die flache Landschaft. Immer wieder wechseln sich Schaf-und Kuhherden links und rechts des Schienenstrangs ab. Vor den zahlreichen unbeschrankten Bahnübergängen gibt der Lokführer durchdringend Laut. Ob das schon mal jemand überhört hat? Einen Conducteur haben wir weder auf der Hin-noch auf der Rückfahrt gesehen.

Wahrscheinlich denkt die Bahn, dass es sich bei den paar Euro nicht lohnt, noch jemand einzusetzen.

Betonkästen, Touristenmassen und volle Strände gefallen nicht jedem SPO-Besucher.

In St. Peter Ording-Bad ist Endstation. Selbst mit gutem Willen würde der kleine Zug den Prellbock nicht bezwingen. „Alles Aussteigen“, verkündete der Mann am Steuer unmissverständlich. Wir dürfen die Masken absetzen und begeben uns mit der gesamten Fahrgastbesatzung auf den Weg ins „Bad“. Der zirka 1,5 Kilometer lange Waldweg hört an der Mainstreet auf und uns empfängt der Touristentrubel  flankiert von Geschäften und Restaurants.

Ruhige Plätzchen sind Mangelware auf Deutschlands Urlaubsmeile SPO.

Der Weg zum Strand führt vorbei an Hotelbunkern und Appartement-Silos. Über eine riesige Betonfläche erreicht man das Kassenhäuschen für die Strandtickets. Am Horizont über den Dünen sieht man immer wieder Kitesurfer auftauchen und verschwinden. Auf einem endlos langen Holzsteg, schiebt sich unaufhörlich die Masse der Badegäste Richtung Strand.

Nix für mich, nix für uns. Wir wenden uns den kulinarischen Genüssen zu, die St. Peter-Ording-Bad zu bieten hat. Abgesehen von den St. Peter, Turbo- Preisen alles ok. Die anderen Ortsteile Ording, Dorf und Böhl ignorierten wir geflissentlich.

Gut leben, wenn auch ein wenig teurer als sonst, kann man auf SPO.

Noch einen leckeren Campari und wir marschieren in Richtung Bahnhof. Völlig ungewöhnlich für die 9 Euro-Ticket-Zeit, der Zug erschien auf die Minute pünktlich und es gab für jeden Reisenden einen Sitzplatz. Interessant auch Durchsagen, die uns völlig fremd waren. Der Lokführer: „Wer in Katharinenheerd aussteigen möchte, muss zum Lokführer kommen.“ Eine Mitreisende wollte, der Zug hielt und die Dame stieg aus. Tolle Sache und auch so etwas macht das Leben auf der Landzunge Eiderstedt lebenswert. Die Entschleunigung und Nachhaltigkeit, zwei Begriffe die mich schon lange anöden, treffen hier dennoch zu. Mein WoMo habe ich seit der Ankunft in Tönning noch nicht einmal angelassen. Wir fahren fast überall mit dem Bike hin. Wenn die Strecke zu weit ist, benutzen wir die öffentlichen Verkehrsmittel. Das macht in der frischen Nordseeluft Spaß, schont die Resourcen, schont das Klima und entschleunigt total. sig/Fotos:Gerdau

Johanneum auf Hooge

Von Bastian Busch

Moin Moin von der Hallig Hooge

Bio WU-Kurs reist eine Woche in den hohen deutschen Norden

 

In der ersten Woche nach den Osterferien reiste der Biologie-WU Kurs der 10. Klassen, unter Leitung von Biologielehrerin Nathalie Mang und in Begleitung von Biologielehrer Sebastian Busch, an einen ganz besonderen Ort: Die Hallig Hooge. Bereits vor drei Jahren erfreuten sich die damaligen Schülerinnen und Schüler des Bio-WU Kurses an diesem einzigartigen Ort, der dem gewohnten heimischen Umfeld doch so unähnlich und dadurch so faszinierend ist. In den vergangenen zwei Jahren war diese außergewöhnliche Exkursion leider den Beschränkungen durch die Pandemie zum Opfer gefallen ist.

 

Die im Weltnaturerbe des Wattenmeers liegende Hallig zeichnet sich nicht nur durch ein ganz besonderes Lebensgefühl, sondern vor allem auch durch einzigartige Lebensräume und Biodiversität aus. Auf den Salzwiesen finden sich beispielsweise zahlreiche Pflanzen und Tiere, die perfekte Anpassungen an diesen extremen Standort entwickelt haben. Zugleich begegnete man den wenigen, aber sehr gastfreundlichen Halligbewohnern und bekam in Erzählungen vermittelt, was das Halligleben so besonders macht.

 

Am ersten Tag begann die Klassenfahrt mit einem Inselrundgang und damit, was eigentlich „Landunter“ bedeutet. Der Hauptunterschied zwischen einer Insel und einer Hallig ist es nämlich, dass eine Hallig regelmäßig vom Meer überspült wird und somit „landunter“ herrscht. Im Wattenmeer trotzten die Schülerinnen und Schüler den teilweise widrigen Wetterbedingungen, trafen auf die „small five“ – Wattschnecke, Strandkrabbe, Wattwurm, Herzmuschel und Nordseegarnele – und konnten deren Bedeutung für das gesamte Ökosystem in originalen Begegnungen erleben und im Labor weiter untersuchen. Des Weiteren hielten die Schülerinnen und Schüler Ausschau nach Vögeln, denn Hooge wird als beliebter Zwischenstopp von Zugvögeln genutzt. Die aktuell herrschenden „Ringelganstage“, mit weit über 10.000 Gänsen auf der Hallig, waren ein willkommenes und beeindruckendes Ereignis.

 

Wattwanderungen sind für Besucher ein Muss.

Eines der Highlights der Fahrt war zweifelsohne die vierstündige Wattwanderung zur vorgelagerten Sanbank „Japsand“. Hier kamen auch weitere Aspekte, wie z.B. die aktuell gesellschaftlich viel diskutierten und präsenten Themen der Umweltverschmutzung und der Nachhaltigkeit deutlich zur Sprache. So ist es gängige Praxis, dass „frische Nordseekrabben“ zwar in der Nordsee gefangen, jedoch erst in Marokko weiterverarbeitet werden, bevor sie wieder in Deutschland als eben diese angeboten und verkauft werden. Hier machten die Schülerinnen und Schüler am eigenen Leib die Erfahrung, wie aufwändig das Pulen von Krabben ist, wenngleich die Scheu vor den frischgefangenen Krabben erst einmal abgelegt werden musste. Das im Unterricht erarbeitete Vorwissen war nicht nur hierbei sehr hilfreich, sondern bekam auch zahlreiche neue und vertiefende Facetten.

 

Die meisten Programmpunkte wurden seitens der ansässigen Schutzstation durchgeführt und geleitet. Die offene, freundliche und kompetente Art der Mitarbeiter machte diese Klassenfahrt zu einem eindrücklichen Erlebnis, welches die Schülerinnen und Schülern sicher nicht so schnell vergessen werden. Es zeigte sehr schön, wie einzigartig und zugleich vielfältig das Ökosystem Meer ist, welche globale Bedeutung dieses hat und dass man nicht immer in einen Flieger steigen und tausende Kilometer zurücklegen muss, um die Schönheit und die Bedeutung der Natur hautnah kennenlernen zu können. Den Schülerinnen und Schülern wurde bewusst, dass es sich um ein sensibles Gleichgewicht handelt und es an jedem einzelnen von uns liegt dies zu schützen und zu bewahren.

 

Fotos: privat

 

Teil V: Reise in Deutschlands Norden

Friedrichstadt

Das Thema Rufbus beschäftigte uns seit unserer Ankunft in dem Ferienort Tönnig an der Eidermündung. Es gibt zwar eine Zugverbindung nach Husum und St.Peter Ording, aber die ist derzeit alles andere als benutzbar. Zugausfälle und Streckenarbeiten sind an der Tagesordnung. Per Linienbus hat man auch nicht gerade die ideale Verbindungen in die umliegenden Ortschaften. Die Alternative Rufbus ist hingegen ideal. 90 Minuten vor dem geplanten Antritt der Fahrt, das Reiseziel, die Menge der Mitreisenden und einen der angepeilten 20 Haltestellen telefonisch (04841 67 777) angeben und die Sache ist gebucht.

Am historischen Packhaus im Tönniger Hafen nahm uns ein Sechsitzer-Mercedes, mit einem leuchteten Taxischild auf dem Dach, auf. Der Fußweg vom WoMo-Stellplatz Eiderblick bis dorthin, betrug gerade einmal 10 Minuten. „Wir fahren für Rufbus Nordfriesland“, erklärt der freundliche Fahrer und weißt daraufhin, dass er auf dem Weg nach Friedrichstadt noch einen Fahrgast aufnehmen muss.

Friedrichsstadt empfängt uns mit total niederländischem Flair. Stadtgründer Herzog Friedrich III von Schleswig-Gottorf holte sich 1621 Religionsflüchtlinge (Remonstranten) aus Holland, die sich auf Entwässerung und Landgewinnung verstanden. Die haben viel mehr als nur Fußabdrücke hinterlassen. Kenner behaupten, dass das 3000 Einwohner zählende Städtchen, der schönste Flecken Hollands in Deutschland sei.

Die Stadt ist schachbrettartig angelegt und es gibt natürlich auch die, für Holland typischen, Grachten. Nicht nur für Fotografen oder Architekturliebhaber ist der Baustil der schönen Häuser, mit den stufigen Giebeln eine Augenweide. Der Einzelhandel blüht und für Wohnmobilisten gibt es einen sehr guten Stellplatz. Wer sich die Stadt aus einem Panoramaboot anschauen möchte, hat dazu massig Gelegenheit. Die gesamte Altstadt ist mit dicken Kopfsteinen gepflastert, aber am markantesten sind die ausladenden Rosensträuche mit blühenden Sutter’s Gold-Rosen, Beetrosen Schweizer Gruß und viele Polyanthrosen an den Hausfronten. Die farbenprächtigen und berauschend duftenden Blütenträume, sind schon für sich alleine einen Besuch Wert.

Auch in dieser kleinen Stadt ist das Miteinander von Rad, Auto und Spaziergängern überhaupt kein Problem. Es gibt eine kleine Fußgängerzone und einen riesigen Marktplatz, mit einem Pumpbrunnen. Direkt gegenüber steht das alte Rathaus. Umgerüstete, gusseiserne Gaslampen komplettieren das Stadtbild und auch die holländische Remonstranten-Kirche 1624 gebaut, 1850 zerstört und zwei Jahre später neu errichtet, lohnt sich anzuschauen.

Na klar, das Essen. Es gibt viele Möglichkeiten seinen Hunger und Durst zum Beispiel im Klein Amsterdam zu stillen und dies natürlich auch mit leckeren Fischgerichten.

Zum Abschluss ein Eis bei Pinoccio am Marktplatz und die Heimfahrt mit dem Rufbus ist ein Klacks. Die Hin-und Rückfahrt kostete für die knapp 20 Kilometer lange Strecke Tönning-Friedrichstadt gerade einmal 9,20 Euro. Wie das mit dem 9-Euro-Ticket gewesen wäre, haben wir nicht feststellen können. Statt schwerer, meist leerer, Gelenkbusse, sind Kleinbusse unterwegs, die nur die Haltestellen anfahren, die nachgefragt werden. Eine tolle und nachhaltige Idee, die der Umwelt und den Geldbeuteln von Kommune und Kreis, sowie den Benutzer gut tun. sig/Fotos: Gerdau

Teil IV: Reise in den Norden Deutschlands

Radfahren in und um Tönning

Flacher geht es nicht mehr und daher ist Radfahren in Schleswig-Holstein nicht nur bei Urlaubern so oft es geht angesagt. Früher machte der Gegenwind das Pedalieren oft zur Qual. Das ist seit der Erfindung des E-Bikes kein Thema mehr. Bis auf die Einheimischen, fährt heute kaum ein Mensch mehr ohne den hilfreichen Antrieb. Ohne Zusatzantrieb und Gangschaltung müsste man auf dem Radweg zum Eidersperrwerk ganz schön in die Pedale treten.

Schöner Blick in die Ferne

Der Blick über die Weiden zum Horizont ist schier unendlich. Große Windkraftanlagen, wohin man auch blickt, stören immer wieder den Gesamteindruck. Leider müssen wir damit leben. Es gibt wohl mittelfristig keine Alternative. Immer wieder öffnet sich die Grasfläche für kleine Wasserflächen. Möwen baden darin, während zufriedene Kühe, direkt daneben, sich leckeres Gras munden lassen. Auf halbem Weg kann man in einem kleinen Aussichtspunkt, mit Blick aufs Katinger Watt, pausieren. Direkt davor steht ein schwerer Findling mit einer eingemeißelten Inschrift, zum Andenken an Eidersperrwerksbau und Flurbereinigung.

Dann taucht der Kontrollturm des Sperrwerks am Horizont auf. Der Wind frischt auf, man spürt deutlich die Nähe der Nordsee. Große Parkplätze stehen den Besuchern zur Verfügung und es gibt nur wenige Einschränkungen bei der Besichtigung der gewaltigen Anlage.

Eidersperrwerk bei Tönning

Die Möwen haben scheinbar nur auf deren Errichtung gewartet und gleich damit begonnen ihre Brutgelegenheiten einzurichten. Hunderte der oft besungenen Vögel segeln durch die Luft oder kümmern sich auf einem kleinen Dreieck, neben der Schleuse im ihren Nachwuchs. Das ohrenbetäubende Möwengeschrei wird teilweise vom starken Wind übertönt. Die schnellen Vögel stören sich nicht an den Besuchern, nur ein mitgebrachter Hund mischt die gesamte Belegschaft lediglich durch seine Anwesenheit auf. Die frisch Geschlüpften und die Jungvögel, ziehen die Köpfe zwischen die Schultern und bleiben sitzen.

Der Rückweg versprach Rückenwind, aber es kam wie so oft anders. Also schaltete ich den Motor ein und trat in die Pedale. Die erste Stufe und der 4. Gang reichte aus. Ein bisschen wollte ich ja auch leisten. Immer wieder gab es einen Halt, die Landschaft forderte mehr als einen Klick auf meiner Canon.

Viel Wasser auch jenseits der großen Nordseedeiche.

Obwohl das Tönniger Freibad nur eine Steinwurfweite vom Stellplatz Eiderblick entfernt liegt, haben wir es noch nicht gewagt ins Wasser zu gehen. Auch die Eider erscheint noch ein wenig zu kalt, um Badefreuden zu genießen. Morgen früh fahren wir erst einmal nach Friedrichstadt. sig/Fotos: Gerdau

Alte Werft

Tönning kulinarisch.

Wer nichts arbeitet, soll wenigstens gut essen. Ein ironischer Grundsatz. Dem zu folgen, ist in dem gemütlichen Tönning nicht schwer.

Die Alte Werft, ein wahrhaft historisches Gebäude. Hier wurden einst stabile Holzschiffe gebaut und überall sind die Spuren aus dieser Epoche noch zu entdecken.

Der Tönninger Michael Lass hat in dem hohen Schuppen ein kleines Bistro installiert. Ehefrau Insa betreibt mit Schwägerin Simone und vielen Helferinnen das gemütliche Kleinod mit dem Sandboden und zahlreichen alten Holzbearbeitungsmaschinen. Mitten in der Corona-Pandemie war die Eröffnung. Ein großes Wagnis, aber es hat geklappt. Die Menschen schätzen nicht nur den Kaffee, sondern auch die besonders leckeren Fish&Chips und dazu ein leckeres Flensburger Pils. Verzehren kann man die unterschiedlichsten Köstlichkeiten da, wo einst der Stapellauf stattfand und man auch heute noch den schönsten Blick in den historischen Hafen hat. Fast hätte ich den selbst gebackenen Kuchen vergessen. Besonders die Torten wie Eierlikör-und Trümmertorte. Die gibt es mit Stachelbeeren oder auch Rhabarber und Erdbeeren.

Wer lange reist, dem wachsen auch die Haare. In Tönning gibt es vier Friseurgeschäfte und wir haben das mit dem schnellsten Termin favorisiert.

Petra in Arbeit

„Hair Land“ war nicht nur nach unserem Bauchgefühl der richtige Entschluss. Nett, kompetent und gemütlich. Wir kommen gerne wieder.

….und das Ergebnis.

Mittlerweile haben wir unsere Buchung auf dem WoMo-Platz verlängert. Tönning entschleunigt uns. Die gute Seeluft und die allgegenwärtige Ruhe tut ein Übriges.

Wir sitzen vor dem Eiscafe in der Sonne und haben einen schönen Überblick über den alten Marktplatz. Ein Ordnungsamtsmitarbeiter dreht seine Runden und kontrolliert die Parkscheine.  Offensichtlich sind alle Parker brav. Es gibt nichts zu beanstanden. Tönning hat keine autofreien Zonen. Es herrscht eine friedliche Koexistenz zwischen Fußgängern, Rad-und Autofahrern.

Annalena Thiemann, von der Tourist-Information auf dem Marktplatz, empfiehlt unbedingt am Wochenende das kleine Museum im Packhaus zu besuchen. Das machen wir und werden natürlich im nächsten Teil darüber berichten. sig/Fotos: Gerdau

Offener Brief an LDK-Landrat Wolfgang Schuster (SPD)

Sehr geehrter Herr Landrat Schuster,

am 3.5.2022 erhielt ich ein Schreiben Ihrer Behörde (FD 23.1), in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich Betreiber einer Einzelraum-Feuerungsanlage sei. Diese müsse aufgrund ihrer hohen Feinstaubemissionen außer Betrieb genommen oder mit einer Einrichtung zur Reduzierung der Staubemission nachgerüstet werden.

Gemeint ist der erstklassig gepflegte Holzofen meiner 83-jährigen Großmutter.

Symbolbild.

Man forderte mich auf, meine Entscheidung, was wir nun mit dem Ofen machen wollen, bis zum 30.5.2022 schriftlich mitzuteilen. Ich hoffe, die Tatsache, dass ich mir einige Tage länger Zeit genommen habe, zieht nicht direkt die angedrohte, kostenpflichtige Verfügung nach sich.

Vorsorglich möchte ich schon mal versichern, dass die Oma den Ofen im Juni nicht anfeuern wird.

Die Zeit habe ich mir nicht aus Ignoranz genommen. Sie versetzte mich viel mehr in die Lage, eine sachliche Antwort zu formulieren. Ich gebe nämlich zu: Ihr Schreiben hat mich verärgert.

Da ich nicht davon ausgehe, dass wir die Einzigen sind, die dieser Tage solche Schreiben Ihrer Behörde erhalten, möchte ich nicht nur aus der Perspektive meiner Großmutter argumentieren.

Wir leben in Zeiten einer galoppierenden Inflation, in denen darüber hinaus die Versorgung mit Primärenergie in der Bundesrepublik und der gesamten europäischen Union nicht nur erheblich verteuert, sondern schlichtweg nicht gesichert ist.

In dieser Situation fordern Sie die Menschen nun dazu auf, gut gepflegte und gut funktionierende Heizanlagen außer Betrieb zu setzen. Heizanlage, die zudem mit Primärenergie betrieben werden, die direkt vor ihrer Haustüre steht.

Das ist unverantwortlich.

Die Teuerungsrate lässt vielen Menschen nicht den Spielraum, ihre bestehenden Heizanlagen zu ersetzen oder umzurüsten. Was bleibt, ist eben diese Außerbetriebsetzung.

Damit nehmen Sie den Menschen nicht weniger, als die Sicherheit, im Winter ihre Wohnungen heizen zu können.

Um es ganz deutlich zu sagen: Sie verbieten hier keine Luxus-Kreuzfahrten mit Schadstoff-emittierenden Ozeanriesen. Hier geht es ans Eingemachte.

Ich sehe natürlich ein, dass Sie das Bundesimmissionsschutzgesetz nicht ignorieren können. Da Sie sich hier jedoch auf die erste Bundesimmissionsschutzverordnung beziehen, habe ich die Hoffnung, dass mit Kreativität und Mut in Ihrer Behörde ein Weg gefunden werden kann, diesen Wahnsinn zu stoppen.

Eine Idee könnte sein, den §22 der ersten Bundesimmissionsschutzverordnung anzuwenden. Dieser ermächtigt die zuständige Behörde, Ausnahmen zuzulassen. Die Merkmale der besonderen Umstände und unbilligen Härten dürften aufgrund der oben kurz angerissenen, aktuelle Lage, nicht nur im Einzelfall, sondern für die Allgemeinheit leicht zu begründen sein. Das könnte auch den dort geforderten Antrag entbehrlich machen.

Sie als Landrat sollten in diesen unsicheren Zeiten Ihren Beitrag dazu leisten, den Menschen die Angst vor dem nächsten Winter zu nehmen, statt diese noch zu schüren.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Pfeiffer

Teil II: Reise in Deutschlands Norden

Reisebericht Juni 2022

Tönning-ein Urlaubsort der Gemütlichkeit

Es ist Sonntag der 5. Juni (Pfingsten) und im historischen Hafen von Tönning haben die Trödler ihre Stände mit allerlei Tand aufgebaut. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel sind die Besucher des bekannten Trödelmarktes unterwegs, um die schönsten Stücke zu ergattern. Von der alten Buddha-Statue bis hin zum getragenen, aber gut erhaltenen, Sportschuh ist alles dabei.

Wir stärken uns in dem wunderschönen Hotel-Restaurant Godewind am Hafen 23. Der Wirt lässt uns die Platzwahl und wir setzen uns in einen der Strandkörbe mit Blick auf das historische Packhaus. Die E-Bikes lassen wir mit etwas gemischten Gefühlen an der alten Hebebrücke, gut angekettet, zurück. Wir trinken Cappuccino und leckeres Flensburger-Pils. Es ist Mittagszeit und auf der Speisekarte stehen Labskaus sowie Hering mit Bratkartoffeln und Speck. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Festtagsessen, aber wir sind ja an der Küste und da gehen unsere Uhren ein wenig anders.

Gut gestärkt schauen wir uns noch die alte Seefahrerschule im Hafen an. Heute ist in dem schönen Gebäude, mit dem markanten Türmchen, eine Jugendherberge für die dänische Minderheit untergebracht.

Ein schönes Eis im Eiscafé Venezia am Marktplatz mit dem Brunnen aus dem Jahr 1616 rundete den Pfingstsonntag trefflich ab. Bedienen mussten wir uns selber. Der italienische Wirt zuckt mit den Schultern. “Ich habe kein Personal mehr.” Dieses Problem sei in der Küstengastronomie besonders gravierend. In der Corona-Krise hätten sich viele Servicekräfte “sicherere” Arbeitsplätze besorgt und kämen nicht mehr zurück.

Die Laurentiuskirche mit ihrem 62 Meter hohen Turm aus dem Jahr 1706 ist zurzeit für Renovierungsarbeiten komplett eingerüstet. Das imposante Gebäude strahlt dennoch eine respektable Würde aus.

Gleich um die Ecke bietet sich der Schlosspark zu einem schönen Spaziergang, unter alten Bäumen, an. A propos Schloss. Das gab es tatsächlich einmal und was für eins. In den Jahren 1580 bis 1583 von Herzog Adolf von Schleswig-Gottdorf erbaut und 1735 vom dänischen König Friedrich V. wieder abgerissen, galt als der aufwändigste Schlossbau der Schleswig-Holsteinischen Westküste. Heute erinnert nur noch ein Edelstahl-Modell am Kreisel an diese stolze Epoche.

Roter Hahn, heißt das ehemalige Tönninger Feuerwehrgerätehaus heute-

Beim Gang durch die gemütliche Stadt fiel mir ein Gebäude besonders auf. Der Rote Hahn im Kattrepel 4. Das alte umgebaute Feuerwehrgerätehaus wird seit 12 Jahren von Jörg Rombach als Café-Bar-Restaurant betrieben und ist nicht nur ein Touristenlokal. Auch von den Einheimischen wird der Hahn sehr gerne besucht. An der schier endlosen Theke und den gemütlichen Tischen lässt sich vortrefflich Snacken und Schnacken. Der Bad Pyrmonter hat schon lange seinen festen Platz im sozialen Gefüge Tönnings gefunden und auch die Feriengäste fühlen sich in seinem Refugium wohl.

Mittlerweile hat es angefangen zu regnen und wir müssen auf der Fahrt zurück zum Stellplatz, ganz ordentlich in die Pedale treten. In der Nacht setzt sich der Regen fort ist, aber in unserem WoMo ist es bei einem Gläschen Düüwelsluck sehr gemütlich. sig/Foto: Gerdau

Ein Künstler hat mit dieser Edelrost-Plastik seine Liebe zu der schönen Halbinsel zum Ausdruck gebracht.

Teil I: Reise in Deutschlands Norden

Reisebericht Juni 2022

Juhu, wir fahren nach Tönning

Neun Monate hatte unser WoMo Zeit sich auszuruhen.

Eigentlich wollten wir wieder in unsere heiß geliebte Provence reisen, aber wir änderten kurz entschlossen unseren Plan und peilten die deutsche Nordseeküste an.

Ein Hindernis auf der A45, die Großbaustelle und nicht mehr vorhandene Autobahnbrücke bei Lüdenscheid, umfuhren wir weiträumig über Köln und dann auf der A1 Richtung Dortmund.

Das Erste, was sofort auffiel, waren die unzähligen Wohnmobile, die uns entgegen kamen oder mit uns gen Norden fuhren. Klar, die Pandemie hat einen Camping Boom im eigenen Land ausgelöst, und die hohen Spritpreise machen weite Urlaubsreisen mit dem Mobil schier unbezahlbar.

Der Umweg über Köln war ein schlechter Entschluss und kostete durch den zähfließenden Verkehr sehr viel Zeit. Die hatten wir zwar zur genüge, aber auf der Autobahn wollten wir sie nicht verbringen.

Das Restaurant war der Hammer

Der Campingplatz Münster, Am Laerer Werseufer, bot sich als erste Übernachtungsstation an. Der gesamte Platz macht schon bei der Einfahrt einen hervorragenden Eindruck, der sich später mehr als bestätigte. Auch der Besuch des platzeigenen Restaurants war der Hammer. Wir haben wunderbar gegessen und genauso gut geschlafen. 34 Euro kostete der Aufenthalt und der war jeden Cent Wert.

Der Campingplatz Münster ist

Künstlerdorf mit wunderschönen Gärten

Worpswede, das alte Künstlerdorf ist überschaubar und Menschen, die der gegenständlichen Kunst zugetan sind, müssen hier gewesen sein. Die wunderschönen Gärten, in die sich alte Häuser perfekt einschmiegen, sind eine Augenweide. Wir verbrachten die Nacht auf einem Stellplatz Hamme-Hafen am Teufelsmoor. Der hatte gerade noch einen Platz frei und das ist mittlerweile offenbar die Regel. Das ziellose herumfahren und immer einen Platz bekommen, ist mittlerweile Geschichte. Bei 10 Millionen Campern in Deutschland auch nicht sehr verwunderlich. Die Nacht kostete 23 Euro, darin enthalten waren Strom, Wasser und Duschen. 

Dieser Garten macht dem Künstlerdorf Worpswede alle Ehre.
Ein Aufenhalt an der Hamme entschleunigt total.

Übernachten im Schlosspark

Weiter ging’s in Richtung Wischhafen. Vorher wollten wir noch dem Ferienpark Geesthof in Hechthausen einen Besuch abstatten. Die Inhaber-Familie von Marschalck hat inmitten eines riesigen Schloßparks ein Ferien-Resort entwickelt, dass keine Wünsche offen lässt. Unter uralten Bäumen, und mit mehreren Teichen, gibt es sogar zwei Angelteichen mit Forellen. In schönen Block-und Nurdachhäusern lässt sich prima Urlaub machen. Eine große Reithalle und der anschließende Wald lädt zu Reiterferien geradezu ein. Auch ausgedehnte Radtouren sind auf den schönen Wegen möglich. An einem nahegelegenen See gibt es Luxushäuser für den Urlaub First Class. Auch für uns Wohnmobilisten standen schöne Wiesen-Plätze zur Verfügung.

Wasser von unten und von oben

Bedrohlich dunkle Wolken begleiteten uns bis nach Wischhafen und als wir auf die Fähre fuhren, prasselt ein sturzbachartiger Regen vom Himmel. “Heute schau ich nicht genau hin”, meint der Kassierer. Unser Glück, mit dem großen E-Bike-Träger hätten wir wohl ein wenig mehr als nur die 23 Euro berappen müssen. Zwanzig Zentimeter Abstand zu einem 40-Tonner und zu den anderen Fahrzeugen ist auch nicht mehr Raum. Alles kein Problem und auf dem Weg nach Norden, scheint schon wieder die Sonne. 

Der arme Kassierer im sintflutartigen Regen.

Mode und Meer sind in Büsum kein Widerspruch

Büsum die schöne Stadt am Meer mit seinem idyllischen Hafen hat ein ganz eigenes Flair. Das liebt besonders die fortgeschrittene Generation sowie die Gutbürgerlichen, die hier in Scharen anzutreffen sind. Wir Wohnmobilisten finden einen völlig unkomplizierten Stellplatz ohne Schickimicki und das schlägt sich im kleinen Preis von nur 14 Euro nieder. 100 Mobile können hier übernachten und man steht sich nicht gegenseitig in den Schlappen. In der meist mehr als gut besuchten Innenstadt, bleiben keine Einkaufswünsche unerfüllt und auch kulinarisch sind Gourmet und Gourmand gut aufgehoben. Wer möchte fährt von hier mit dem Schiff nach Helgoland, mit dem Rad ans Eidersperrwerk oder ein paar Runden mit dem Go-Kart am Deich. Die Stadt ist praktisch ins Meer gewachsen und man kann es sich in einem der zahlreichen Strandkörben gemütlich machen.

Tönning die wunderschöne, kleine Stadt

Nur noch ein Katzensprung zu dem Ziel unserer bescheidenen Wünsche. Tönning, die einstmals bedeutende Handelsstadt, ist gemütlich, ein wenig verträumt und hat eine der schönsten, historischen Hafenanlagen. Zwei sehr schön an der Eider gelegene Stellplätze und ein Campingplatz vom gleichen Besitzer sind Camper-Zugpferde allererster Sahne. Der große, mit Kopfsteinen gepflasterte Marktplatz, lässt den Blick zu der zurzeit eingerüsteten Laurentuiskirche zu und auch das Wappen des Städtchens, ein Schwan auf einem Heringsfass, ist allenthalben zu sehen. Die Stadt strahlt die Würde alter Handelsgeschlechter aus und das unterscheidet sie von vielen teils grellen Seebäder des Nordens. Wir stehen jetzt auf dem WoMo-Platz Eiderblick und lediglich das komplizierte Ein-und Auscheck-Prozedere macht ein wenig Probleme. Der unverstellte Blick auf die Eider in Richtung Eidersperrwerk ist grandios und man erlebt Ebbe und Flut praktisch vor der Haustür. Ach ja, die Kosten: Pro Nacht rund 20 Euro einschließlich Kurtaxe. Da kann man wirklich nichts sagen. Ohne vorherige Reservierung geht auf dem 33 Stellplätze umfassenden Platz in der warmen Jahreszeit jedoch nichts. Was geht ist Radfahren auf und an dem Deich, soweit die Waden mitmachen. Aufs E-Bike kann man getrost verzichten, es schadet aber nicht, wenn man bei Gegenwind einen Akku hat.

 

Das Abenteuer in der bekannten

Neue Logopädie-Praxis in Herborn

Von Siegfried Gerdau

Ihre Liebe zum Beruf und zu ihrer Heimatstadt Herborn veranlasste die staatlich geprüfte Logopädin Dagmar Reinhard in der Herborner Kaiserstraße 27 (gegenüber dem Haus des Lebens) die Logopädie- Praxis „Wort und Klang“ zu eröffnen. Die 53-Jährige besitzt eine umfangreiche, langjährige Berufserfahrung. Ihre Ausbildung zur Logopädin absolvierte sie von 1994 bis 1997 in Münster an der Westfälischen Wilhelms-Universität, Fachschule für Logopädie.

Die Logopädin Dagmar Reinhard ist eine gebürtige Herbornerin

Im Anschluss daran arbeitete sie als angestellte Logopädin in allen Disziplinen dieses Fachs. Ihr Herzensschwerpunkt kristallisierte sich schon damals sehr präzise heraus. Das Gebiet der Stimmerkrankungen, in all ihren Facetten, hatte es ihr besonders angetan. Erklärend fügte sie hinzu: Die Logopädie behandelt und befasst sich mit Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schluckstörungen. Dazu gehören auch die Störung der Schriftsprache sowie Redeflussstörung, wie Stottern, sagte Reinhard.  Ihre Klientel umfasst Menschen mit Sprechberufen, wie Rundfunksprecher, aber auch Sängerinnen, Sänger, Pfarrer, Pädagogen und natürlich auch Kinder, aller Altersgruppen. Vortragende der unterschiedlichsten Couleur, vom Universitätsprofessor bis hin zum Marketing-Manager haben sich ihr anvertraut. Patienten mit einer „angeschlagenen“ Stimme werden in der Regel vom HNO-Arzt zur Logopädin oder dem Logopäden überwiesen. Dessen Tätigkeit ist eine Kassenleistung. Dagmar Reinhard hat 13 Jahre lang an einer Fachklinik für Stimmerkrankungen gearbeitet und dabei Stimmstörungen der unterschiedlichsten Form behandelt. Dazu gehörten auch Nachbehandlungen von Kehlkopfoperationen oder Stimmbandteilresektionen. Um auch diese Bereiche in vollem Umfang abdecken zu können, bildete sie sich sehr intensiv zur funktionalen Stimmbildnerin weiter. Menschen, die nach einem Schlaganfall Sprech-Probleme haben, bietet sie eine oftmals sehr erfolgreiche Therapie in deren eigener häuslichen Umgebung an. Terminabsprachen telefonisch: 02772 5889640. Mail: info@logopaedie-herborn.de. Weitere Informationen: www.logopaedie-herborn.de.   Foto: Gerdau