Zusammenhalt und Jugendarbeit steht an erster Stelle

Freizeitreiter Breitscheid veranstalteten ihr jährliches Zeltlager

Aus dem Küchencontainer verteilt sich ein toller Essensgeruch über das Gelände der „Freizeitreiter Breitscheid 1980 e.V.“ Es ist Mittagszeit und die 37 Mädchen und Jungen haben schon einen Mordshunger. Köchin Danny Magnus ist in ihrem Element und das natürlich wie alle Aktiven des Vereins ehrenamtlich. Das Zeltlager, dass die Freizeitreiter einmal pro Jahr für Kinder ausrichten, hat bereits Traditionscharakter. Zahlreiche heutige Mitglieder hatten einst hier ihre ersten Kontakte mit Pferden und sind dabeigeblieben.

Auch die 1.Vorsitzende Katrin Benner, die diesen Job bereits sei 20 Jahren macht, kam so schon sehr früh in die Medenbacherstraße in Breitscheid. Ein fester Mitarbeiterstamm sowie zwei Reitlehrerinnen garantieren den perfekten Ablauf der Reitstunden Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag. Die Mittwoche sind den Reitschülern der Breitscheider Fritz-Philippi-Schule vorbehalten, mit der die Freizeitreiter einen Kooperationsvertrag hat.

In den vergangenen sieben Tagen stand jedoch der Spaß im Vordergrund. Mit und ohne Pferd hatten nicht nur Reitschüler einen Mordsgaudi und die Übernachtungen in den Zelten am Rande des Reitgeländes waren schon ein Erlebnis für sich. Die zwangsweisen entstehenden Kosten für Verpflegung, Schwimmbad oder Kinobesuche und vieles mehr, werden von den Eltern gedeckt und der gesamte Aufenthalt von AWO, Lahn-Dill-Kreis und andere mit Spenden unterstützt. Besonders die elterliche Kuchenspenden kamen sehr gut an.

Katrin Benner und Yannick Konrad

Bereits in der aufwändigen Vorbereitungsphase für das Lager brachten sich neben den Vereinsmitgliedern auch Eltern stark ein. Da wurde das schöne Vereinsheim auf Vordermann gebracht und die notwendigen Nahrungsmittel für die kommende Woche eingekauft. So flutsche der Rest wie geschmiert. Die einheitliche Meinung der Freizeitreiter: „Ohne diese große Unterstützung Eltern und Freunde wäre eine solche Veranstaltung kaum zu schaffen.“

Die vier Schulpferde des Vereins plus zwei Pferde aus Privatbesitz genießen die Zuwendung der jungen Reitschüler. Besonders bei der vorherrschenden Hitze konnte man beobachten wie die Vierbeiner eine kalte Dusche genossen. Die Tiere haben in ihren Ruhephasen freien Auslauf und mobile Ställe, die sich laut Jens Benner hervorragend bewährt haben. Auch der große Reitplatz nahe des Vereinsheimes ist erste Sahne. Katrin Benner träumt auch von einem überdachten Longierplatz, der aber noch das Budget sprengt. Der diesjährige Sommer mit Dauersonnenschein lässt vergessen, dass der Westerwald aber auch ganz schön feucht sein kann und dafür wäre ein Dach schon Klasse.

Das vereinseigene Sattelhäuschen beherbergt alle nötigen Reitutensilien streng jedem Pferd zugeordnet. Dies sei nicht nur aus hygienischen Gründen notwendig, sondern erleichtere auch die Zuordnung zu den jeweiligen Pferden, sagte die 1.Vorsitzende.

Die 1. Vorsitzende Katrin Benner

Am vergangenen Freitag (7. August) gab es dann den heißersehnte Showabend mit Pferden, Zirkuszauber und vielen Überraschungen. Sogar eine Brutzelbude hatte ihre Pforten geöffnet. Ob Groß oder Klein, alle hatten einen Riesenspaß und als es dunkel wurde, saßen viele um das gegenüber dem Wald gut gesicherte Lagerfeuer.

Was dem Außenstehende schon nach kurzer Zeit besonders auffällt ist der Zusammenhalt unter den Freizeitreitern. Bei allem was sie machen spürt man, dass es mit Herzblut passiert. Bis auf ein Vereins-Vergleichsturnier im Jahr geht alles ohne Druck und Hektik. Dann messen sich die Reitschüler untereinander. Die Freizeitreiter sind von leistungssportlichen Ambitionen jedoch Lichtjahre entfernt und das soll auch so bleiben.

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

Katrin Benner: „Uns ist sehr wichtig, dass gerade Kinder aus Familien, die nicht im Überfluss leben, in unseren Verein eintreten und auch an unseren Zeltlagern teilnehmen.“ Schon ab dem 4. Lebensjahr können Kinder in die Ponyschule aufgenommen werden. Die Jugendarbeit überhaupt steht für alle an erster Stelle und man kann sich von der Hingabe aller Verantwortlichen gegenüber Schützlingen und den Tieren überzeugen.

Das Zeltlager

Weit geht der Blick über das Töpferdorf Breitscheid und nicht nur die Reitschüler, sondern auch die Vereins-Aktiven sind stolz und glücklich hier oben ihrer Leidenschaft, dem Pferdesport, nachgehen zu können. Die markante Glocke ertönte und schon kamen aus allen Ecken die Zeltlagerkinder und strömten an die Essentöpfe. Auch der neue parteilose Breitscheider Bürgermeister Yannick Konrad (34) hatte es sich nicht nehmen lassen, sich über die Aktivitäten der Freizeitreiter Breitscheid vor Ort zu informieren. Die Einladung zum Mitessen nahm er ebenfalls gerne an.

Reitlehrerinnen bei ihrer Arbeit

Weitere Informationen über den Verein und seine Arbeit erhält man unter www.fzr-breitscheid.de Mail: info@fzr-breitscheid.de. sig/Fotos: Gerdau

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