Abschreckung ist wichtiger denn je

Neujahrsempfang und deutliche Worte

Oberst Wüstner, der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes (DBwV) zeigte großes Verständnis dafür, dass die Verbündeten an der Nordost-Flanke des Bündnisgebiets (Baltische Staaten d.Red) es gerne sähen, wenn nicht nur eine „normale“ Nato-Brigade, sondern eine Brigade + ihre Sicherheit unterstützen würde.

Der Heeresoffizier ist seit 2013 Vorsitzender des Deutschen Bundeswehr Verband, der eine überparteiliche und finanziell unabhängige Institution ist. Er vertritt in allen Fragen des Dienst-, Sozial- und Versorgungsrechts die Interessen seiner rund 200.000 Mitglieder – aktive Soldaten, Reservisten, Ehemalige und Hinterbliebene, zivile Angehörige der Bundeswehr sowie fördernde Mitglieder.

Anlässlich des Neujahrsempfangs des Sanitätsregiments 2 „Westerwald“ in der Renneroder Stadthalle konnte er als kompetenter Redner von Regimentskommandeur Oberstarzt Dr. Sven Funke gewonnen werden. Für den Oberst war der Besuch in Rennerod ein Heimspiel. Er wohnt mit seiner Familie in Montabauer.

Oberstarzt Dr. Sven Funke (links) und Oberst André Wüstner

Wüstner betonte, dass das Kanzlerwort von der Zeitenwende aufzeige, dass die Dinge nicht mehr so sein werden, wie sie einmal waren. Da helfe auch kein Verdrängungsmechanismus, sowohl energiepolitisch, wirtschaftlich als auch Verteidigungspolitisch. „Wir müssen wieder lernen in Sicherheit zu investieren.“

Die Geschehnisse seit einem Jahr in der Ukraine, die sich bereits seit der russischen Annexion der Krim abzeichneten, hätten damals im Deutschen Parlament nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“, wenig Wirkung gezeigt, sagte Wüstner.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine sähe man Bilder im Fernsehen, die älteren Kameraden zumindest noch aus deren Ausbildung bekannt seien. Handbücher über kriegsnahe Ausbildung wurden „entschärft“, da sie zu martialisch seien.

Nun sei es so, dass man wieder von Kriegstauglichkeit oder von  glaubhafter Abschreckung spricht und Sätze wie „kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“ zum militärischen Alltag gehören. Es sei richtig, dass man in der Bundeswehr und der Politik wieder refokussiere: „Was wir einmal konnten ist mit Teilen verloren gegangen und das gilt es wieder aufzubauen.“ Oberst Wüstner lobte die Worte des Bundeskanzlers, als der im Februar des vergangenen Jahres über die Wehrhaftigkeit und die Fähigkeit zur Abschreckung sprach. Dabei sei es neben den militärischen Fähigkeiten auch um die zivile Verteidigung, egal für welche Szenarien, gegangen.

„Wir haben seit 2014 unsere Verbündete enttäuscht und müssen besonders in Krisenzeiten wie derzeit dringend unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen.“ Dazu gehört auch die zugesagte Erhöhung der Verteidigungsausgaben, betonte Oberst Wüstner. Es sei klar, dass die zugesagten 100 Milliarden für die Verteidigung nicht reichen , sondern man müsse sich darauf einstellen in den kommenden 10 Jahren fast 300 Milliarden auszugeben. Man dürfe auch nicht vergessen, dass die Munition und das Kriegsgerät, das von der Bundeswehr an die ukrainische Armee abgegeben werde, ersetzt werden müsse.

Wüstner lobte den „jungen“ Vereidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der obwohl erst kurze Zeit im Amt den richtigen Ton treffe und besonders in dieser schwierigen Zeit die notwendigen Dinge abarbeite.

Er sprach davon dass die Beschaffung der Ausrüstung in der Bundeswehr nicht mehr so funktionieren könne, wie in den vergangenen 30 Jahren und machte deutlich, dass hier viel schnellere und kürzere Wege zur Rüstungsindustrie beschritten werden müssen.

Die Beschaffung hänge eben nicht nur an Koblenz (er meinte das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung) sondern auch an parlamentarisch gestrafften Abläufe. Es sei falsch, wenn es um Materialbeschaffung gehe, immer nur die Bundeswehr zu erwähnen. Es sei in erster Linie eine Sache der Regierungskoalition und der zuständigen Ministerien. „Alle müssen ihren Beitrag dazu liefern, dass es schneller geht“, sagte der Oberst und wies daraufhin, dass man eben nicht mehr zwei Jahre für solche Abläufe habe. Die Kameralistik ließe es derzeit eben nicht zu, dass man die abgegeben 18 Leoparden einfach nur zu ersetzen brauche. „Ich bin daher froh, dass der neue Verteidigungsminister Druck macht und deutlich sagt, dass man mit der Beschaffung nicht erst im zweiten Quartal beginnen könne. Er hoffe, dass es Pistorius gelinge, das Kabinett von einer erheblichen Beschleunigung zu überzeugen. Ganz offen sagte Wüstner auch, dass die Panzertruppe gerade einmal über 30 Prozent ihres ursprünglichen Bestands verfüge. Dies habe erhebliche Auswirkung auf die Soldatinnen und Soldaten, denen einfach ihre Panzer zur Ausbildung fehlten. Fatal sei darüber hinaus, dass die ukrainische Armee monatlich so viel Munition verschieße, wie die europäische Industrie gerade einmal im gesamten Jahr liefern könne. In aller Deutlichkeit machte er klar, dass man in der Bundesrepublik industrielle Kapazitäten in Form von neuen Fabriken schaffen müsse, um dem gerecht zu werden. Das alles muß verstanden werden und dass man eben nicht 11 Jahre Zeit habe, dies zu verwirklichen.

„Putin hat sein gesamtes Land auf Kriegswirtschaft eingerichtet und er kauft ein. Das kann er und Russland ist wirtschaftlich dazu in der Lage, weil die Standards in dem Land ganz anders als bei uns sind.“ Putin stelle seine Gesellschaft auf längere System-Konflikte mit dem Westen ein, meinte der bestens informierte Vorsitzende. Es genüge nicht nur die Ukraine zu unterstützen, weil man eben nicht wisse wie und wann er seine weiteren Ziele, die Destabilisierung Europas, verfolgen werde. „Dies bedeutet für uns, dass Abschreckung wichtiger denn je ist.“ Der Gegenüber müsse erkennen, dass hier ist eine Linie ist, die zu überschreiten für ihn mit großen Risiken verbunden sei.

Er hoffe dass dies alle Verantwortlichen, auch in Berlin, verstünden und nicht wie zwei Jahre nach 2014 wieder in den Modus fallen, „na ja, es wird schon irgendwie gut gehen.“

Es sei eben nicht davon auszugehen, dass Putin sich „verschießt“. Er hat eine andere Industrie als wir in Deutschland. „Kein Mensch weiß, wie das in der Ukraine ausgeht“ sagte Wüstner. Er verstehe, dass Politik sagt, „natürlich unterstützen wir die Ukraine so lange, bis Putin diesen Krieg verloren hat.“ Kein Mensch wisse jedoch wann und ob das passiert, warnte der Oberst. Auch wenn es durch Verhandlungen zum „Einfrieren“ käme, wisse man nicht was Putin daraus mache. Er wird solche Pausen nützen, um wieder aufzurüsten. Das alles bleibe für die westlichen Gesellschaften eine große Herausforderung. „Wir brauchen einen langen Atem und das kostet Deutschland auch viel Geld.“ Dennoch, „wir müssen wieder viel mehr Verantwortung für unsere eigene Sicherheit übernehmen.“

Volles Haus beim Neujahrsempfang.

Die Rede kam wohl bei den meisten der Zuhörer sehr gut an und die waren dankbar für die deutlichen Worte des Bundeswehrverbands-Vorsitzenden. Man hätte während des Vortrages eine Stecknadel hätte fallen hören können. sig/Fotos: Gerdau

Sittenverfall in der Medizin

Nicht erst durch diese Schlagseite in einer Boulevard-Zeitung sind viele Bundesbürger wach geworden. Eine schon fast unsittliche Form ärztlicher Abzocke breitet sich immer mehr in Deutschland aus.

So titelte heute eine große Boulevard-Zeitung

Wer einen Facharzt-Termin bekommen will muss oft so lange warten, dass manche Patienten daran verzweifeln. Wer allerdings mit Bargeld winkt, hat statt monatelanger Wartezeit innerhalb weniger Tage einen Termin.

Stimmt nicht? Stimmt doch. Ein Bespiel aus erster Quelle: Ein sehr guter Bekannter und Millionär ist, wie man vermuten darf, Privatpatient. Er brauchte einen MRT-Termin und rief in einer Nordrhein-Westfälischen Fachpraxis an um den zu erhalten. Völlig ohne Absicht, erwähnte er nicht, dass er privatversichert sei. „Keine Chance, höchstens in vier Monaten“, erfuhr er am Telefon, wenn er allerdings bereit sei 400 Euro zu bezahlen, könne er schon am nächsten Tag kommen.

Das ist ein Hammer und vermutlich kein Einzelfall. Einer Kassenpatientin diagnostiziert der Hausarzt den Verdacht auf das unter Umständen lebensbedrohliche Vorhofflimmern.

Mit dem Befund in der Hand suchte sie einen Kardiologen auf. Der nächste freie Termin für sie sei frühestens in drei Monaten. Auf ihren Einwand, dass es für sie doch sehr dringend sei, bekam sie zu hören, dass sie dann doch zur Notaufnahme ins nächstgelegene Krankenhaus gehen könne.

Eine andere Patientin leidet seit fast vier Monaten unter großen Schmerzen in den Extremitäten. Der Facharzt: „Ich muss erst ein MRT haben, sonst kann ich keine Diagnose erstellen.“ Sie bekam einen DIN A 4- Bogen mit möglichen Adressen, die sie abtelefonieren sollte. Alle neun angerufenen Praxen lehnten aus Mangel an Terminplätzen ab. In ihrer Not schaltete sie ihre Krankenkasse ein, die ihr in sechs Wochen einen Untersuchungstermin in Weilburg verschaffte. Alles gut. Die MRT-Untersuchung klappte zügig und routiniert, aber es war kein Arzt zur Stelle. Wieder in der Praxis ihres Facharztes beharrte der auf einem Befund und empfahl in Dillenburg, dem Co-Krankenhaus von Weilburg anzurufen. Gesagt getan. Nun bekam sie die Auskunft, dass es für beide Krankenhäuser nur einen Radiologen gäbe und daher könne es noch länger dauern, bis ein Befund erstellt werde.

Nun sind seit der ersten Kontaktaufnahme mit einem Arzt fast fünf Monate vergangen und die Schmerzen sind immer noch da. Ein Einzelfall? Mitnichten.

Wer mit offenen Ohren durchs Leben geht erfährt ständig von solchen Fällen und auch von den sogenannten IGeL, den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen, zu denen die Patienten nicht selten förmlich genötigt werden.

Die Verbraucherzentrale NRW e.V. dazu: „Der IGeL-Markt wächst seit vielen Jahren kontinuierlich. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil angebotene und abgerechnete Selbstzahlerleistungen nicht systematisch erfasst werden. Als Gründe gibt der IGeL-Monitor beispielsweise an, dass IGeL keiner einheitlichen Definition unterliegen und dass Anbietern keine Grenzen gesetzt sind. Denn in der ärztlichen Praxis dürfen auch Verfahren praktiziert werden, bei denen eine Wirkung nicht nachgewiesen ist. Dies betrifft besonders die Alternativmedizin, da sie beliebige Behandlungen als Heilverfahren anbieten kann.

Wir haben das beste Gesundheitssystem, dass man sich nur denken kann, tönen regierungsunkritische Zeitgenossen. Das stimmt, aber nur für die Menschen, die bereit und in der Lage sind zu zahlen.

Der große Rest muss sehen wie er über die Runden kommt. Mediziner, die sich an kranken und hilflosen Menschen bereichern und sie in ihrer körperlichen- und seelischen Not hängen lassen, sollten sich schämen.

Möglicherweise gehen diese Mediziner aber auch nach dem Grundsatz vor, dass in Deutschland weder der Eid des Hippokrates noch das Genfer Gelöbnis nach der Approbation verpflichtend geleistet wird. Dieser werde lediglich in medizinethischen Diskussionen als ethische Richtlinie beziehungsweise als Ehrenkodex argumentativ angeführt.

Der Ärztliche Berufsverband Hippokratischer Eid e.V.: „Der freie Arztberuf ist in großer Gefahr, wie auch die Rechte von Patienten und Patientinnen.

Veränderungen und Verbesserungen im Gesundheitswesen sind dringend nötig, sonst nehmen die kommerziellen Interessen noch mehr überhand. Wir setzen uns ein für die ärztliche Therapiefreiheit wie auch für die Patientenrechte und eine freie Impfentscheidung.

Ein Lichtblick?: „Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz hat der Bundestag eine wichtige Verbesserung beim Abbau der Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland beschlossen. Die SPD-Fraktion hat durchgesetzt, dass die Terminvergabe vereinfacht und beschleunigt wird und Ärztinnen und Ärzte ihre Sprechzeiten für gesetzliche Versicherte ausweiten müssen. Dafür werden sie besser vergütet. Auch für unterversorgte Gebiete auf dem Land wird es Verbesserungen geben. Das ist Politik für ein solidarisches Land. Das war 2019.

 Die CDU 2018: „“Um den Zugang zur medizinischen Versorgung für Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verbessern, setzen wir künftig auf drei entscheidende Faktoren: Die Mindestsprechstundenzeit wird von 20 auf 25 Stunden erhöht. Die Terminservicestellen, die bereits heute dabei helfen, Patienten einen Termin beim Arzt zu vermitteln, werden ausgebaut. Sie sind unter der einheitlichen Rufnummer 116117 künftig 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche erreichbar. Sie vermitteln künftig nicht nur Termine bei Fachärzten nach Überweisung, sondern auch Termine bei Haus- und Kinderärzten im Akutfall und unterstützen die Patienten auch bei der Suche nach einem Arzt/einer Ärztin die dauerhaft behandelt. Darüber hinaus müssen Arztgruppen, die grundversorgend tätig sind, (z.B. Hausärzte, Gynäkologen, konservativ tätige Augenärzte…) mindestens 5 Stunden in der Woche als offene Sprechstunde anbieten.“

Mittlerweile schreiben wir 2023. sig

Herborner Stadtmarkt schließt

Am vergangenen Freitag eröffneten Julian Franz aus Solms und sein Marburger Geschäftspartner Marko Svrcek auf dem Herborner Kornmarkt 12 ihr Lebensmittelgeschäft „Stadtmarkt“.

Noch ist der Herborner Stadtmarkt geöffnet, aber das Ende ist abzusehen.

Das war vor fast genau einem Jahr.

Jetzt schließt das schmucke Geschäft zum Monatsende. Mangels Nachfrage, wie Johannes Franz sagt. Er glaubt, dass die Menschen ihre Prioritäten anders setzen.

Lebensmittel müssen günstig sein, egal wo sie herkommen und was sie beinhalten. Da hat natürlich ein Premium-Geschäft mit ausgesuchten Artikel keine Chance.

„Anfangs konnten wir unseren Markt wenigstens kostendeckend betreiben. Das ging dann immer mehr rückwärts und heute ist der Stadtmarkt ein Zuschussgeschäft“, klagt Franz. Das könne man einfach nicht mehr leisten und daher müssen die jungen Unternehmer schweren Herzens das gewerbliche Kleinod in der Herborner Altstadt schließen. sig/Foto: Gerdau

Neues aus dem Herborner Hinterthal

Im Herborner Hinterthal auf dem Gelände des ehemaligen Toom-Marktes hat es eine Veränderung gegeben. Nach dem Abriss des einstigen Supermarktes sollten hier mehrere Wohnblocks mit Eigentumswohnungen entstehen.

Das war die Planung

Das war die Planung und die ist offensichtlich ins Stocken geraten. Was schon 2021 heftig diskutiert und entsprechend beworben war, wurde bis zum heutigen Tag von dem Investor, der Helm Wohnpark Herborn GmbH & Co, nicht in Angriff genommen.

So sieht es derzeit aus. Foto: Gerdau

Die Gründe sollen unter anderen in den heftig gestiegenen Materialpreise liegen.

Jetzt war aus zuverlässiger Quelle zu erfahren, dass Helm das Gelände an eine Lahnauer Baufirma komplett oder anteilig verkauft habe. Man darf gespannt sein, wie es mit dem derzeit brachliegenden Grundstück weitergeht. sig  

Lesung mit Strobel fällt aus

Die für den morgigen Freitag (10.März 19.30 Uhr) geplante Lesung mit dem bekannten Krimi-Autor Arno Strobel in der Herborner Kulturscheune fällt aus.

Wie die Veranstalterin Simone Polzer mitteilt, ist der Termin aus gesundheitlichen Gründen nicht haltbar.

Die Buchhandlung Baumann sucht mit Nachdruck einen Ersatztermin. Die bisher verkauften Karten behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.

Sobald der neue Termin steht, wird er umgehend bekanntgegeben.

Kids im Fokus: 35.000 Euro für Projekte im sozialen Brennpunkt

Die soziale Initiative Jumpers kann dank Unterstützung der Rittal Foundation nach coronabedingter Auszeit Kindern endlich wieder das gemeinsame Mittagessen „Ma(h)lzeit“ an verschiedenen Standorten deutschlandweit anbieten. Foto: Nicole Queck)

Rittal Foundation fördert soziale Mittagstische für Kinder in Gera
Ein gesundes Mittagessen, Zeit zum Zuhören und für pädagogische Unterstützung – die jüngsten Angebote „Ma(h)lzeit“ des Stadtteilprojekts Jumpers und „pädagogischer Mittagstisch“ des SOS-Kinderdorfes in Gera sind sozial benachteiligten Kindern eine Stütze im Alltag. Die Rittal Foundation hat die zwei Herzensprojekte jetzt mit insgesamt 35 000 Euro bezuschusst, aufgestockt aus Mitteln der jährlichen Mitarbeiterspende der Friedhelm Loh Group. Damit verstärkt die gemeinnützige Stiftung der Unternehmensgruppe ihr Engagement in der Region rund um die thüringischen Standorte von Rittal und Stahlo.
Kinder sind unsere Zukunft, sie verdienen Aufmerksamkeit und Perspektiven: Das ist das Ziel der deutschlandweit aktiven sozialen Initiative Jumpers. 2022 konnte die Einrichtung ihr Angebot an den verschiedenen Standorten, darunter in Gera, nach coronabedingter Auszeit endlich wieder um das beliebte gemeinsame Mittagessen „Ma(h)lzeit“ erweitern – dank einer Sonderförderung der Rittal Foundation, gemeinnützige Stiftung der Friedhelm Loh Group, in Höhe von 20.000 Euro.Projekte in geografischer Nähe zu den Standorten der Unternehmensgruppe liegen im besonderen Fokus der Fördertätigkeit. So gehört auch das SOS-Kinderdorf in Gera zu den langjährigen Projektpartnern. Seit vergangenem Jahr betreibt der Verein einen „pädagogischen Mittagstisch“, bei dem Kinder neben einer warmen Mahlzeit Betreuung und Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte und ehrenamtliche Nachhilfelehrer erfahren. Mit 15 000 Euro, aus Mitteln der traditionellen Jahresspende der Unternehmensgruppe, unterstützen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Inhaber Prof. Friedhelm Loh das soziale Projekt. Über die Rittal Foundation fand die Spende jetzt schnell und direkt ihren Weg zu den Empfängern. Warum Gera? Über die Standorte von Rittal und Stahlo in Gera ist die Stiftung eng mit der Stadt im Osten Thüringens verbunden. „Neben dem wirtschaftlichen Aspekt behalten wir immer auch soziale und gesellschaftliche Themen im Umfeld unserer Unternehmensstandorte im Auge“, erklärt Rainer Reissner. Damit intensiviert die Stiftung ihr Engagement in den Regionen rund um unter anderem Monheim am Rhein, Gräfelfing, Gera, Heiligenroth und Eschborn. Bei der Auswahl der Spendenempfänger unterstützt sie im Schwerpunkt Organisationen in den Bereichen Bildung & Erziehung, Diakonie & Soziales, Kultur & Wissenschaft und Umwelt.

Perspektiven für Kinder und Jugendliche.

Jumpers steht für „Jugend mit Perspektive“, eine 2010 in Kassel gegründete christlich-soziale Initiative. Ihre Mission: Kindern, die in emotionaler und finanzieller Armut aufwachsen und unter fehlender Chancengleichheit und familiären Brüchen leiden, einen entscheidenden Unterschied in ihrer Entwicklung ermöglichen. Die gemeinnützige GmbH engagiert sich unter anderem in mittlerweile elf Stadtteilprojekten in sozialen Brennpunkten, darunter seit 2015 das Kinder- und Familienzentrum in Gera. Bis zu 60 Kinder und Jugendliche nutzen an jedem Nachmittag in der Woche das breite Angebot der beliebten Einrichtung, von der Hausaufgabenhilfe über Sportangebote und Lernspiele bis zu vielfältigen kreativen Workshops. Die Rittal Foundation gehört mit ihrer Anschubfinanzierung über 15.000 Euro zu den Förderern der ersten Stunde. Mit einer Gesamtfördersumme von inzwischen 80 000 Euro hat sie einen Beitrag dazu geleistet, dass sich Jumpers zur viel gefragten Anlaufstelle für Jung und Alt entwickelt. „Die Arbeit der Jumpers war für uns von Anfang an ein Herzensprojekt“, betont Rainer Reissner, Geschäftsführer der Rittal Foundation. „Als Teil der Gemeinschaft vor Ort, mit direkter Hilfe das Leben vieler Kinder nachhaltig zu verbessern – das ist beispielhaft und verdient Respekt.“

Im Einsatz für Kinder und Familien.

Seit 1992 ist der deutsche SOS-Kinderdorfverein in Thüringen für Kinder und Familien aktiv. Mehr als 70 hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen Kindern, Jugendlichen, Frauen und Familien zur Seite – unterstützt von rund 50 Ehrenamtlichen an den zwei Standorten in Gera und Weimar. In Geras Zentrum betreibt der Verein verschiedene niedrigschwellige Angebote, zum Beispiel das „Café Krümel“. Zentraler Baustein ist seit 2018 der soziale Mittagstisch unter dem Motto „Gemeinsam schmeckt es besser“ für sozial benachteiligte Familien, Einzelpersonen oder alleinlebende Senioren: Werktags bietet die Einrichtung hier frisch zubereitete Gerichte mit saisonalen und regionalen Zutaten zum kleinen Preis an – für durchschnittlich 30 Menschen. Die Rittal Foundation unterstützt den Verein seit 2017, insgesamt 27 000 Euro, die Mitarbeiterspende inbegriffen, hat sie bereits gestiftet.
Text: Rittal/Foto: Nicole Queck

Blasmusik und Markttreiben im Dorf mit dem berühmten Namen.

Der Förderverein Münchhausen hat auch 2023, im Jahr des 100-jährigen Dreschhallen-Jubiläums, so einiges vor.

Am Samstag, den 8. Juli gibt es in der Dreschhalle des Driedorfer Ortsteils Münchhausen mit dem „Sepp Mattlschweiger’s Quintett Juchee“ und dem „Trio Krainerlogie“ Oberkrainermusik allererster Sahne.

Auch der Münchhäuser Schützenverein feiert sein 100-jähriges Jubiläum. Dafür sollten sich die Freunde des Vereins schon mal den 19. August (Samstag) notieren.

Nur einen Monat später, am Sonntag 24. September findet der beliebte Kunsthandwerkermarkt in und um die Dreschhalle statt.

Von Mai bis Oktober treffen sich die Liebhaber urwüchsigen Marktreibens an jedem zweiten Freitag im Monat zum Münchhäuser Dreschhallenmarkt. Den Auftakt in 2023 am 12. Mai sollte man nicht verpassen. sig/Foto: Gerdau

Wie gehen wir nur miteinander um?

Die sehr alte Dame steht hilflos am Straßenrand und möchte offensichtlich auf die andere Seite. „Pech gehabt, dafür gibt es irgendwo einen Zebra-Streifen“, müssen sich wohl die meisten Autofahrer gedacht haben.

Dieses Verhalten scheint symptomatisch für unsere modere, auf Eigennutz getrimmte, Gesellschaft zu sein. Verkehrsteilnehmer jeden Alters beklagen eine zunehmende Verrohung der Sitten im Straßenverkehr. Wo keine Gesetzeshüter in Sicht sind wird genötigt, beleidigt und geschnitten. Die Menschen hinter den Lenkrädern erstarken mit der Höhe der PS-Zahlen ihrer Boliden. Wer zuerst kommt hat Vorfahrt und wer in diesem Schauerkonzert nicht mithalten kann, soll am besten den Lappen abgeben?

Möglicherweise sind das alles subjektive Empfindungen. Fakt ist jedoch, dass Höflichkeit und Respekt, einst Parade-Tugenden unserer Kultur, weitgehend auf der Strecke geblieben sind. Beispiel Fahrtrichtung anzeigen. Wer dagegen verstößt wird bestraft. Ungeachtet dessen, ist es eine grobe Unhöflichkeit, Anderen nicht die Möglichkeit einzuräumen, sich nicht auf das eigene Verhalten vorbereiten zu können

Bei der Vielzahl der Verstöße gegen die Pflicht zum Blinken könnte einen der Verdacht beschleichen, dass in den Fahrschulen dieses Thema in Vergessenheit geraten ist. Vermutlich liegt es aber daran, dass viele Fahrzeugführer einfach nur unhöflich sein wollen oder Blinken als Schwäche betrachten.

Die Warnblinkanlage hingegen erfreut sich bei bestimmten Zeitgenossen großer Beliebtheit. Einfach irgendwo stehen bleiben, den Verkehr behindern und dieses Verhalten noch mit Warnblinken signalisieren.

Auswüchse von Unhöflichkeiten betreiben in hohem Maße die „Nötiger“ im Straßenverkehr. Sie greifen fast ungehindert in die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen ein. Klebesitz-Blockaden fürs Weltklima sind In, bereiten nutzlosen Ärger und führen den Staat und seine Organe vor.

Schon bald beginnt wieder die Zeit der Hochzeitskorsos, die mit ihren Luxus-Autos ganze Autobahnen blockieren. Das ist ebenfalls nicht nur gefährlich sondern gegenüber Unbeteiligten in hohem Maße einfach nur Unhöflich.

Wer schon einmal öffentliche Verkehrsmittel benutzt hat wird festgestellt haben, dass wer sitzt auch sitzenbleibt, selbst wenn eine gebrechliche Person oder gar eine Frau mit Kleinkind eine Sitzgelegenheit sucht. „Wer zuerst kommt mahlt zuerst“, war auch der Leitspruch der Getreidebauern. Rücksicht ist ein Fremdwort geworden und gilt besonders bei vielen jungen Machos mittlerweile als ein Zeichen von Schwäche.

Die Tage werden länger und wärmer, Friday for Future kommt. Die jungen Menschen, noch vor nicht allzu langer Zeit von Malle oder aus der Karibik zurückgekommen, gehen auf die Straßen, um das Klima zu retten, am besten das der ganzen Welt. Dass der Himmel alleine über Deutschland jeden Tag zig hundertfach von Verkehrs-und Transportflugzeugen oder auch Kampfjet überflogen wird, ficht sie nicht an. Auch dass viele Maschinen vor der Landung teilweise hunderte Tonnen Kerosin in die Luft ablassen, interessiert nicht. Man will ja schließlich die Welt sehen und das am schnellsten mit dem Flugzeug. Nachhaltig ist das alles sicher nicht.

Keine FFF-Teilnehmerin oder Teilnehmer ohne Handy. Das ist doch wohl klar. Wer hat es nicht, dass Wunder der Technik aus Edelmetallen und seltenen Erden. Dass dadurch ebenso wie für die Produktion von Fahrzeugbatterien ganze Erdstriche verwüstet und Menschen ausgebeutet werden, ist den Klimarettern entweder egal oder sie wissen es einfach nicht.

Wie gehen wir nur miteinander um. Dieses Umgehen beschränkt sich eben nicht nur auf das ignorante Verhalten von Menschen in der ganz normalen täglichen Begegnung. Fangen wir doch mal wieder an uns zu Grüßen und dabei den Kopf vom Handy zu heben. Lassen wir dem Eiligen an der Supermarktkasse oder auf der Straße den Vortritt. Respektieren wir doch endlich wieder die andere Meinung (Respektieren heißt nicht teilen). Nicht der am lautesten brüllt hat Recht, auch wenn dies im Bundestag manchmal den Anschein hat.

Trotz aller Demos, Aufmärschen und ideologischen Gebete für eine schönere Zukunft, schaffen wir es nicht die Welt von unseren Zielen zu überzeugen, weil wir selbst nicht konsequent sind. Im Übrigen scheiterte der deutsche Kaiser Wilhelm II. schon an seinen Maximen, die Welt genesen zu lassen. Er sorgte stattdessen dafür, dass sie nachhaltig zerstört wurde und der „Führer des III. Reiches“ hat den Rest besorgt. Gelernt hat aus diesem Wahnsinn kaum jemand oder besser gesagt, die meisten haben sich nie mit Geschichte befasst oder ignorieren sie ganz einfach.

Es ist zum Verzweifeln und wenn dann noch das Regierungsmitglied Habeck sagt: „Ich habe keine Angst vor einem Krieg, ich muss ja da nicht hin“, bleibt kaum noch etwas mit Anstand zu erwidern.

Wie gehen wir nur miteinander um und wie lassen wir mit uns umgehen. sig/Foto: Gerdau

Kirchenkonzert mit den Roten Teufel

Endlich findet in der Evangelischen Kirche Herbornseelbach wieder ein Kirchenkonzert mit dem Musikverein Herbornseelbach statt. Am kommenden Sonntag (12.März) um 17 Uhr ist es soweit. Die Corona bedingte dreijährige Abstinenz hatte die Musikerinnen und Musiker um Erwin Gabriel ganz schön ausgebremst und jetzt warten die Freunde der „Roten Teufel“, wie die Bläserinnen und Bläser auch genannt werden, voller Ungeduld auf das musikalische Highlight des Frühjahres.

Die Herbornseelbacher Big Band serviert musikalische Hochgenüsse

Das Konzert streift 300 Jahre Musikgeschichte und beinhaltet Stücke von Vivaldi über Beethoven, von Mozart bis Robbie Williams. Ein Gesangsquartett intoniert „What friend we have in Jesus und When  we all get together with the Lord“ und natürlich kommt Franziska mit „somewhere over the rainbow.“

Die Konzerte des Musikvereins sind bekannt für atemberaubende, instrumentale Soloeinlagen und darauf können sich die Konzertbesucher auch diesmal besonders freuen. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Kirchengemeinde für sozialdiakonische Zwecke sind gerne gesehen.  Text und Foto: Gerdau