3. Faschingsschwimmen im Waldschwimmbad Sinn

Am Sonntag (2.März 2025), findet das Faschingsschwimmen im Waldschwimmbad Sinn statt. Mit dabei sind natürlich die Karnevalsvereine aus Sinn und Fleisbach.

Einlass ins Bad ist für 10.15 Uhr geplant. Von 10.30 – 11.00 Uhr sichtet eine Jury der Karnevalsvereine, die Kostüme und um 11.11 Uhr heißt es für alle Mutigen mit und ohne Kostüm: „Ab in die kühlen Fluten.“ Die Siegerehrung für die besten Kostüme gibt es ab 12 Uhr. Gegen 13.00 Uhr wird die Veranstaltung zu Ende gehen.

Die DLRG Bezirk Dill e.V. wird uns wieder bei der Aufsicht unterstützen und auch Übungseinsätze vorführen.

Das ehrenamtliche Team des Förderverein Waldschwimmbad Sinn e.V. freut sich auf möglichst zahlreiche Besucher. Der Kiosk ist geöffnet und bietet Getränke, Speisen und Kreppel an.

Weitere Infos: Joachim Baudisch phone: 06440-263503

Laufen für die Gemeinschaft

Bürgermeisterkandidat Michael Scheld nimmt am Lauftraining des Lauftreffs Merkenbach e.V. teil

Sport verbindet – das hat meine Teilnahme an einer Laufeinheit mit dem Lauftreff Merkenbach e.V. wieder einmal eindrucksvoll gezeigt. Ich schloss mich dazu der gemischten Laufgruppe des neu gegründeten Vereins an, um mit den Mitgliedern bei einer lockeren Laufrunde in den Austausch zu kommen und mehr über den Verein, seine Gründung und die Mitglieder zu erfahren.

Körperliche Fitness bedeutet Michael Scheld (links) viel.

Der Lauftreff Merkenbach e.V. wurde am 30. Oktober 2024 von zwei sportbegeisterten Familien aus dem Ortsteil gegründet. Mittlerweile zählen 15 aktive Mitglieder, die sich zum Ziel gesetzt haben gemeinsam Laufsport zu betreiben, dazu. Laufevents zu organisieren, zusammen an Wettkämpfen teilzunehmen und Einsteigern den Zugang zum Laufsport zu erleichtern, haben sie sich zur sportlichen Gemeinschaftsaufgabe gemacht. Die regelmäßigen Laufeinheiten sind für jedermann egal, ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die beispielsweise nach einer Pause wieder in den Sport einsteigen möchten, geeignet. Neben dem wöchentlichen Lauftreff an jedem Mittwoch um 18:30 Uhr, gibt es Möglichkeiten, sich über Instagram und eine WhatsApp-Gruppe für zusätzliche Trainingseinheiten zu verabreden.

Ausdauer-Training und Pflege der Gemeinschaft sind beim Lauf-Treff Merkenbach Programm

Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit des Vereins für neue Kooperationen. Bereits jetzt gibt es eine Zusammenarbeit mit „Laufen fürs Leben e. V.“ und künftig soll die Jugendhilfe stärker eingebunden werden, um junge Menschen für den Laufsport zu begeistern. Auch die Idee eines Kinder-Nikolaus-Laufs zeigt, wie sehr sich der Verein für die Gemeinschaft sowie Kinder und Jugendliche engagiert.

Natürlich braucht ein Verein wie dieser auch Unterstützung. Neben Sach- und Geldspenden kann man helfen, indem man bei Laufevents als Streckenposten mitwirkt oder als passives Mitglied den Verein mit seinem Jahresbeitrag unterstützt. Die Mitgliedsbeiträge sind bewusst niedrig gehalten, eine Vollmitgliedschaft kostet 33 Euro pro Jahr, eine Familienmitgliedschaft 60 Euro. Und als passives Mitglied lässt sich der Verein und die wertvolle Nachwuchs- und Vereinsarbeit schon mit 15 Euro unterstützen.

Im Gespräch mit den Mitgliedern wurden auch einige Wünsche für die Zukunft deutlich. So würde man sich eine schnellere Genehmigung von Laufevents wünschen, insbesondere von den für die Genehmigung zuständigen Behörden, wie beispielsweise dem Forstamt, um geplante Veranstaltungen reibungslos und schneller umsetzen zu können.

Schließlich beginnt die eigentliche Planung solcher Events erst, wenn eben diese Genehmigungen vorliegen. Dann nämlich müssen Sponsoren, Streckenplanung, Marketing und weitere organisatorische Hürden überwunden werden. Je mehr Zeit behördliche Genehmigungen in Anspruch nehmen, desto weniger bleibt am Ende für die Planung des eigentlichen Laufsportevents.

Meine Teilnahme an der Laufeinheit war eine tolle Erfahrung nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Der Verein lebt von sportlichem Teamgeist und viel Engagement. Ich freue mich darauf, den Lauftreff Merkenbach e.V. künftig weiter unterstützen zu können.

Als Fazit kann ich für mich folgendes festhalten:

Die Vereinsgründung ist eine tolle Initiative und ein großer Beitrag für unsere Gemeinschaft und ein schöner Eintrag auf der Visitenkarte des Ortsteils Merkenbach.

Laufen fördert die körperliche und geistige Gesundheit und gehört zu den Sportarten, welche ohne großen Kostenaufwand betrieben werden können und somit nahezu für jedermann möglich ist.

Die Veranstaltung von Laufsportevents trägt maßgeblich zur sportlichen und  touristischen Attraktivität unserer Region bei und sollte unbedingt gefördert werden.

Einmal mehr hat es sich für mich gezeigt wie wichtig es ist, das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort mit Interesse und Austausch zu würdigen.

Nähere Informationen unter:

Instagram: running_merkenbach. Text: mis/Fotos: privat

Mit dem Südpazifik beten

Christinnen der Cookinseln – einer Inselgruppe im Südpazifik, viele, viele tausend Kilometer von uns entfernt – laden zum Weltgebetstag 2025 ein, ihre positive Sichtweise zu teilen: wir sind „wunderbar geschaffen!“ und die Schöpfung mit uns.

Ein erster Blick auf die 15 weit verstreut im Südpazifik liegenden Inseln könnte dazu verleiten, das Leben dort nur positiv zu sehen. Es ist ein Tropenparadies und der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig der etwa 15.000 Menschen, die auf den Inseln leben.

Ihre positive Sichtweise gewinnen die Schreiberinnen des Weltgebetstag-Gottesdienstes aus ihrem Glauben – und sie beziehen sich dabei auf Psalm 139. Trotz zum Teil auch problematischer Missionierungserfahrungen wird der christliche Glaube auf den Cookinseln von gut 90 Prozent der Menschen selbstverständlich gelebt und ist fest in ihre Tradition eingebunden.

Die Schreiberinnen verbinden ihre Maorikultur, ihre besondere Sicht auf das Meer und die Schöpfung mit den Aussagen von Psalm 139. Wir sind eingeladen, die Welt mit ihren Augen zu sehen, ihnen zuzuhören, uns auf ihre Sichtweisen einzulassen. Die Christinnen der Cookinseln sind stolz auf ihre Maorikultur und Sprache, die während der Kolonialzeit unterdrückt war. Und so finden sich Maoriworte und Lieder in der Liturgie wieder. Mit Kia orana grüßen die Frauen—sie wünschen damit ein gutes und erfülltes Leben.

Nur zwischen den Zeilen finden sich in der Liturgie auch die Schattenseiten des Lebens auf den Cookinseln. Es ist der Tradition gemäß nicht üblich, Schwächen zu benennen, Probleme aufzuzeigen, Ängste auszudrücken. Selbst das große Problem der Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird kaum thematisiert.

Experten bezeichnen die häusliche und sexualisierte Gewalt als „most burning issue“. Auch die zum Teil schweren gesundheitlichen Folgen des weit verbreiteten massiven Übergewichts vieler Cookinsulanerinnen werden nur andeutungsweise in der Liturgie erwähnt. „wunderbar geschaffen!“ sind diese 15 Inseln. Doch ein Teil von ihnen – Atolle im weiten Meer- ist durch den ansteigenden Meeresspiegel, Überflutungen und Zyklone extrem bedroht oder bereits zerstört.

Welche Auswirkungen der mögliche Tiefseebergbau für die Inseln und das gesamte Ökosystem des (Süd-)pazifiks haben wird, ist unvorhersehbar. Auf dem Meeresboden liegen wertvolle Manganknollen, die seltene Rohstoffe enthalten und von den Industrienationen höchst begehrt sind.

Die Bewohner der Inseln sind sehr gespalten, was den Abbau betrifft – zerstört er ihre Umwelt oder bringt er hohe Einkommen. Welche Sicht haben wir, welche Position nehmen wir ein – was bedeutet „wunderbar geschaffen!“ in unseren Kontexten? Was hören wir, wenn wir den 139. Psalm sprechen?

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten am Weltgebetstag, 7. März 2025:

Dietzhölztal:

18 Uhr  Ewersbach, Kath. Kirche Herz Mariä Ewersbach (Am Sasenberg 9).

Dillenburg:

15 Uhr  Nanzenbach, Ev. Gemeindehaus Hauptstraße.

17 Uhr  Niederscheld, Ev. Kirche Niederscheld.

18 Uhr  Dillenburg, Ev. Gemeindehaus Zwingel.

19 Uhr  Donsbach, Ev.-methodistische Gemeinde.  

Driedorf:

19 Uhr  Driedorf, Kath. Pfarrsaal Driedorf (Zum Rosengarten 13).

Eschenburg:

15 Uhr  Eibelshausen, Freie evangelische Gemeinde (Friedrichstraße 14).

18 Uhr  Wissenbach, Ev. Kirche Wissenbach (Bahnfurt).

19 Uhr  Simmersbach, Ev. Gemeindehaus Simmersbach (Girnbachtal 6).

Greifenstein:

17 Uhr  Nenderoth, Ev. Kirche Nenderoth (anschl. im DGH).

18 Uhr  Beilstein, „Alter Bahnhof“ (Schlossstraße 21)

Haiger:

19 Uhr  Haiger-Sechshelden, Ev. Kirche Sechshelden (Kirchberg 18).

Herborn:

18 Uhr  Herborn, Ev. Gemeindehaus Kirchberg.

18 Uhr  Herbornseelbach, Ev. Kirche Herbornseelbach.

19 Uhr  Uckersdorf, Ev. Kirche Uckersdorf.

Mittenaar:

19 Uhr  Bicken, Kath. Kirche Heilig Geist Bicken (Vor den Eichen 2A).

Sinn:

18 Uhr  Fleisbach, Ev. Kirche Fleisbach.

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Holger J. Becker-von Wolff

Nur die Ewigkeit ist unendlich

Was auf den ersten Blick skurril erscheinen mag, ist unumstößlich und betrifft ausnahmslos alle. Ob Arm oder Reich, Klein oder Groß, Intelligent oder nicht. Das Leben ist endlich und man kann nichts, aber auch gar nichts mitnehmen. Wenige unserer Artgenossen hinterlassen Spuren in den Köpfen der Menschen oder in den Aufzeichnungen der Weltgeschichte. Dennoch müssen auch sie den Planeten irgendwann verlassen. Was danach kommt wissen wir nicht, aber wir können glauben. Jeder nach seiner Façon.

3 Tage nach dem Tod fangen die Nägel an, sich von den Fingern zu entfernen.
4 Tage nach dem Tod entfernen sich die Haare vom Schädel und alle Körperhaare fallen aus.
5 Tage später beginnt das Gehirn zu verrotten, das Fleisch trocknet aus und zerfällt komplett, Insekten dringen in die Genitalien ein, Hintern und Brüste verschwinden komplett.
6 Tage später wird die Haut schwarz und löst sich allmählich von den Knochen ab;
7 Tage später platzt der Bauch und riecht sehr unangenehm
60 Tage nach dem Tod ist der ganze Körper auf fast nichts reduziert, außer den Knochen des Skeletts


Also verzichten wir zu Lebzeiten auf:

Zu viel Stolz

Zu viel Egoismus

Zu viel Hass

Zu viel Böses

Zu viel Neid

Zu viel negative Rivalität

Also

Befreie dich

Träume

Lebe und lasse leben

Mach dir keine Sorgen

Tu niemandem weh

Und versuche so glücklich wie möglich zu sein

Warum leben wir nicht in Demut zueinander und leben das kurze Leben, das wir leben dürfen, dadurch besser

Warum sind wir nicht toleranter

Warum leben wir das Leben Anderer, indem wir sie kopieren und nachäffen

Jeder hat sein eigenes Leben, warum leben wir es nicht

Lasst uns unseren Nächsten lieben und großzügiger im Umgang mit ihm sein

Denk über all dies nach.

„Das Leben kann schön sei und es viel zu kostbar, um es mit unsinnigen Reibereien zu verkürzen.“

Musikalischer Dank für Organistin

Ein Gottesdienst voll mit Musik

Am vergangenen Sonntag feierte die Kirchengemeinde Beilstein-Rodenroth einen Dank-Gottesdienst für Martha Schmidt . Chor, Orgel und Posaunen erschallten in der Schlosskirche Beilstein – alles zur Ehre Gottes und als Dank für die geleistete kirchenmusikalische Arbeit in den zurückliegenden Jahren.

Was für eine Überraschung für Martha Schmidt: Die 64-Jährige ist seit 40 Jahren kirchenmusikalisch in der Evangelischen Kirchengemeinde Beilstein-Rodenroth aktiv. Nachdem im Herbst 2024 das Jubiläum etwas unterging, hat die Gemeinde nun einen Dank-Gottesdienst für sie organisiert – und viele Gemeindeglieder mobilisiert.

Martha und ihr Ehemann Axel Schmidt

Das Besondere: Organistin Martha Schmidt wusste von alle dem nichts. Bis zuletzt glaubte sie, sie müsse den Gottesdienst im Beilsteiner Martin-Luther-Haus am Klavier begleiten. Stattdessen wurde sie von zwei Lockvögeln zur Schlosskirche gefahren. Hier wurde sie von der bereits versammelten Gemeinde empfangen und mit ihrem Mann Axel zu einem Ehrenplatz in der Kirchenbank geleitet. Die Orgel spielte Jan Henrich, auf der Empore nahm der Posaunenchor Platz. Initiatorin Claudia Schnackenwinkel freute sich, dass das Dorf „dicht gehalten habe“.   

Bereits vor Wochen hatte sich ein Projektchor gefunden, der eifrig aus den vielen aufgeführten Werken eine Auswahl von Liedern probte. Zu den musikalischen Gästen im Gottesdienst zählten an diesem Vormittag Trompeter Roman Pacholek, aus dem benachbarten Greifenstein-Allendorf kam Siegfried Fietz mit seiner Tochter, um musikalisch Danke zu sagen und Dekan Andree Best überreichte Martha Schmidt eine Urkunde vom Zentrum Verkündigung der EKHN. Ein Dank ging aber auch an Axel Schmidt, der in den zurückliegenden Jahren seiner Frau den Rücken freigehalten und sie bei den Projekten immer unterstützt habe.

Ehre wem Ehre gebührt. Von links: Pfarrer Ralf Peter Jäkel. Dekan Andree Best und Organistin Martha Schmidt

Die Kollekte an diesem besonderen Gottesdienst war bestimmt für die bevorstehende Instandsetzung der Orgel. Im Altarraum war eine Leinwand aufgestellt, es wurden etliche Fotos aus den zurückliegenden vierzig Jahren projektiert, die Manuel Schostag vorab zusammenstellte.   

Martha Schmidt hat in dieser Zeit nicht nur Gottesdienste musikalisch begleitet, sondern war und ist darüber hinaus vielfältig musikalisch engagiert. Mit Herzblut und Leidenschaft hat sie viele Choraufführungen, Projekte und Musicals organisiert und Menschen dazu eingeladen – als Sängerinnen und Sänger, als Musikerinnen und Musiker oder als unterstützende Akteure.

Pfarrer Ralf Peter Jäkel erinnerte in seiner Ansprache an die vielen Gemeindegottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Goldene und Diamantene Konfirmationen, Tauferinnerungsfeiern, Hochzeiten, Einschulungsgottesdienste und als es die Klinik Waldhof noch gab an die vielen Gottesdienste in der Kapelle in Elgershausen.

Das Singen gehöre zu Marthas besonderer Leidenschaft

Zudem habe sie in den zurückliegenden Jahren viele Chöre ins Leben gerufen und begleitet: den Kinder- und Jugendchor, musikalische Projekte für den Kindergarten und die Schule, Musicals, Elternchöre oder die Familienkantorei sowie den Rodenrother Frauenchor.

Es wurde an das Kindermusical „Hochzeit zu Kanaa“, an „Schuster Martin“, das Paulus-Benefizkonzert, an „Federhut“ auf Burg Greifenstein, an das „Holzwürmer-Musical und viele weitere Produktionen für Siegfried Fietz im Abakus-Tonstudio erinnert. Als die Sanierung des Kirchendachs in Beilstein anstand, habe Martha Schmidt den „Dach-Saft“ initiiert – es wurde der Vorläufer von „Marthas mobiler Mosterei“.

Martha Schmidt war sichtlich gerührt und freute sich, dass die Kollekte für die dringend notwendige Orgel-Instandsetzung bestimmt ist. Sie kündigte ein neues Konzertformat an, das an die vergangene „Orgel plus“-Reihe anknüpfen soll. 

» Mehr im Video „Danke Martha!“ unter https://www.youtube.com/watch?v=7nKnpSlXNVE

Text: Holger J. Becker-von Wolff. Fotos: privat

MIT SICHERHEIT MEHR NETTO

Ob die alte Volkspartei SPD diese tolle Zufalls-Werbung für den Discounter NETTO honoriert bekommt weiß man nicht. War vielleicht auch ein Versehen, dass das Wahlplakat am Ortsausgang von Driedorf nur wenige hundert Meter von der Driedorfer Niederlassung von NETTO installiert wurde.

Dass der noch amtierende Kanzler die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel senken möchte, gefällt sicher der EDEKA-Tochter und wenn dann noch plakativ und völlig „unabsichtlich“ für den Lebensmittel-Riesen geworben wird, kann es ja nicht besser laufen.

Gute Slogans, auch wenn sie erst in der Wahrnehmung entstehen, prägen sich besonders ein. sig/Fotos: Gerdau  

Tour durch die Gastronomie

Orientalische Gastronomietradition – Ein Rastplatz nicht nur für Karawanen

Bürgermeisterkandidat Michael (parteilos) Scheld im Gespräch mit Tolga Sazligöl

Die Karawanserei in Herborn ist ein Restaurant mit langer Tradition. Seit 1977 wird es von der Familie Sazligöl in dritter Generation geführt. Der heutige Inhaber, Tolga Sazligöl, ist gebürtiger Herborner und hat neben seinem Studium des Grundschullehramts eine Ausbildung als Hotel- und Restaurantfachmann absolviert. Sein Restaurant ist nicht nur ein Ort für traditionelle türkisch-griechische Küche, sondern auch ein Stück gelebte Familiengeschichte.

Michael Scheld (links) im Gespräch mit Tolga Sazligöl

Der türkische Name „Kervansaray“ bedeutet sinngemäß Rastplatz der Karawane, „Saray“ steht für Tempel, erklärt mir Tolga Sazligöl im persönlichen Gespräch. Ein passender Name für ein Restaurant, das orientalische Gastfreundschaft mit kulinarischer Tradition verbindet. Neben dem Restaurant mit 80 Sitzplätzen betreibt Sazligöl auch das Bistro und die Bar Phoenix, welche über 60 weitere Plätze verfügen. Besonders beliebt ist die zur Bar gehörende Dachterrasse mit 100 Sitzplätzen, die im Sommer zum Verweilen einlädt. Im Winter findet dort sogar ein kleiner Weihnachtsmarkt statt, der Gäste aus der ganzen Region anzieht.

Doch wie viele Gastronomen steht auch Tolga Sazligöl vor wirtschaftlichen Herausforderungen.  Der Wareneinsatz bei Lammfleisch beispielsweise ist um 300 Prozent gestiegen, berichtet er. Trotzdem hält er an moderaten Preisen fest. „Die letzte Preiserhöhung liegt bereits anderthalb Jahre zurück“, fügt er hinzu. Sein Ziel ist es, dass mittlere Preissegment beizubehalten und seinen Gästen weiterhin erschwingliche, hochwertige Speisen anzubieten.

Auch der Fachkräftemangel macht sich in seiner Gastronomie bemerkbar. Sazligöl bildet in seinem Betrieb Restaurantfachkräfte sowie Fachkräfte für das Gastgewerbe aus, doch seit über einem Jahr gab es keine Bewerbungen mehr für diese Ausbildungsstellen. Dabei bietet er attraktive Arbeitsbedingungen: „Unsere Mitarbeiter arbeiten nur abends für etwa sechs Stunden und sind Teil eines guten Teams. Zudem bietet sich die Möglichkeit, die orientalische Küche intensiv kennenzulernen“. Dennoch bleibe es schwierig, motivierte Auszubildende zu finden, so Tolga Sazligöl.

Neben wirtschaftlichen Fragen gibt es auch infrastrukturelle Herausforderungen. „Die Parkplatzsituation stellt für viele meiner Gäste ein Problem dar“. Vor der Corona-Pandemie standen dem Restaurant zehn Parkplätze am heutigen Busbahnhof zur Verfügung. Sazligöl wünscht sich hier eine Lösung. “Parkmöglichkeiten ab 18:00 Uhr im Bereich des Busbahnhofes, so wie es einmal war, könnte für mich ein dringend notwendiges Entgegenkommen sein“.

Ein weiteres Anliegen betrifft die Sicherheit in der Umgebung seines Restaurants. In Bahnhofsnähe kommt es immer wieder zu unangenehmen Situationen, erklärt er. „Abends und nachts verirren sich Personen auf das Restaurantgelände oder nutzen den hinteren Bereich als öffentliche Toilette. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass die öffentlichen Bahnhofstoiletten zu früh verschlossen würden, ergänzt er.  Sazligöl selbst fühle sich sicher am Bahnhof und der Stadt, betont aber, dass es für Frauen ein durchaus anderes Sicherheitsempfinden sein könnte, wenn sie in den Abendstunden oder bei Dunkelheit dort unterwegs seien.

Trotz der Herausforderungen bleibt Tolga Sazligöl optimistisch. Sein Familienbetrieb ist seit fast 50 Jahren ein fester Bestandteil der Herborner Gastronomieszene, und mit Engagement und Leidenschaft führt er die Tradition fort.

Genau diese Gastronomen wie es Tolga Sazligöl einer ist, braucht es in Herborn. Sie stehen für Tradition und Vielfalt und bereichern unsere Stadt und Region nicht nur kulinarisch.

Schlaglochsuche leicht gemacht

Mit dem derzeitigen Zustand eines Teils der Kreisstraße K86 zwischen Mademühlen und Krombachtalsperre lässt sich sicher kein Staat machen. Beim Verlassen des Driedorfer Ortsteils glaubt man sich auf einer Teststrecke für Fahrgestelle, Autoreifen oder auf der Ortsdurchfahrt eines zentralafrikanischen Dorfes zu befinden.

Dieses Loch-Ensemble ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Schlimmer geht immer.

Ohne Gegenverkehr kann man manchen der bis zu sechs Zentimeter tiefen Löchern noch ausweichen. Dies wird jedoch immer schwieriger und artet schon bald zu einer Slalomfahrt aus. Ganz ungeschoren kommt jedoch kein Stoßdämpfer davon und sogenannte Kleinwagen haben besonders schlechte Karten. Sicher ist, dass hier oben auf dem Hohen Westerwald auch der ungeübteste Schlaglochsucher fündig wird.

Einen Offenbarungseid mag jedoch die Straßenverkehrsbehörde offensichtlich nicht leisten, sonst hätte sie schon seit langem mit entsprechenden Schildern auf den Zustand dieses Verkehrswegs kurz vor der Landesgrenze hingewiesen. Auch eine zeitige Reparatur wäre vielleicht eine Möglichkeit gewesen. Sobald man jedoch Hessen verlassen hat und sich in Rheinland-Pfalz befindet, gibt es keine Schlaglöcher mehr.

Fairerweise muss man jedoch sagen, dass der bis jetzt ausgebliebene Winter nicht ganz unschuldig an den Verhältnissen ist. Nach dem ersten richtigen Schneefall und anschließendem Einsatz von Streufahrzeugen wäre die Fahrbahn so glatt wie ein Kinderpopo.

Campinggäste, die mit ihren Wohnwagengespannen zum Camping Mademühlen wollen, werden das zu schätzen wissen. Wer jedoch über die K86 spricht, muss auch über die Driedorfer Ortsdurchfahrt, die so genannte Schloßstraße, reden.

Bereits hier gibt es einen leichten Vorgeschmack auf das spätere Fahrerlebnis. Leicht deshalb, weil die Schlaglöcher nicht ganz so tief wie zwischen Mademühlen und der Landesgrenze sind. sig/Foto: Gerdau

Unsere digitale Zukunft

Im Gespräch mit dem Herborner IT-Unternehmer und Experten für digitale
Sicherheitsfragen, Sebastian Decker

Von Michael Scheld

Es sei vorangestellt, dass dieser Artikel nicht die digitale Infrastruktur unserer Stadtverwaltung
in Zweifel stellen soll. Vielmehr geht es darum, die digitale Sicherheit heute anders zu
bewerten und finanziell zu würdigen, als noch vor wenigen Jahren. Ein Kernbereich, der häufig,
nicht zuletzt aufgrund anderer priorisierter Ausgaben und Sachzwänge, vernachlässigt wird
bzw. werden muss. Dies geschieht in Unternehmen gleichermaßen wie in Behörden und
Verwaltungen.
Im Kern geht es mir um die Darstellung, dass es mir als Bürgermeister wichtig wäre, die digitale
Infrastruktur unserer Stadt zukunftssicher zu gestalten. Dazu gehören der Schutz vor
Cyberangriffen, der Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes und der sinnvolle Einsatz
von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung.
Im Gespräch mit dem IT-Unternehmer und Experten für Fragen, Entwicklungen und Lösungen
rund um die digitale Sicherheit, Sebastian Decker, habe ich mich mit den zentralen
Herausforderungen und Lösungsansätzen mit ihm ausgetauscht.

Sebastian Decker

Sebastian Decker ist seit 2005 Unternehmer und Gründer der Firma Decker IT-Lösungen. Mit
seinem erfolgreichen Unternehmen betreut er seit 2014 ausschließlich Firmenkunden.
Spitzenunternehmen wie Müller Milch, setzen in Teilbereichen ihrer IT-Struktur auf die
Expertise des Herborner Unternehmers mit seinem 7-köpfigen Spezialisten Team. Decker hat
es sich zur Aufgabe gemacht, die IT-Strukturen von kleinen und mittelständischen
Unternehmen auf die neusten Standards in puncto IT-Sicherheit sowie Soft- und Hardware zu
bringen und zu betreuen. Mit einem weiteren Unternehmen unter dem Namen Core Protect
widmet sich Decker speziell dem Bereich Firewall Systeme, IT-Schwachstellen Identifizierung
und Datensicherungssystemen. um die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Cyberangriffs,
so gering wie möglich zu machen.
Bei der stetig steigenden Zahl von Cyberangriffen und Internetausfällen haben die Experten
von Decker IT-Lösungen und Core-Protect damit alle Hände voll zu tun.
Cybersicherheit und Schutz der digitalen Infrastruktur

Cyberangriffe auf Kommunen sind eine reale Bedrohung. Ransomware, Phishing-Attacken
und Datenlecks können ganze Verwaltungen lahmlegen. Deshalb ist es essenziell, IT-Systeme
bestmöglich zu schützen.

Der Experte empfiehlt eine Kombination aus starken Firewalls,
regelmäßigen Software-Updates und einer konsequenten Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Besonders wichtig ist es, die Mitarbeiter regelmäßig in IT-Sicherheit zu schulen, um Gefahren
frühzeitig zu erkennen.
Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann ein Cyberangriff nie vollständig ausgeschlossen
werden. Bei der Umsetzung wirkungsvoller IT-Systeme, geht es im Kern um
Risikominimierung, so Sebastian Decker.
Deshalb müssen Notfallpläne erarbeitet werden, um im Ernstfall schnell und effektiv reagieren
zu können. Dazu gehören regelmäßige Backups, eine klare Krisenstrategie und der Zugang
zu externen Sicherheitsexperten wie ihm. Seine Kunden, welche ausschließlich aus
Unternehmen bestehen, setzen bereits erfolgreich auf Zero-Trust-Architekturen und strikte
Zugriffsbeschränkungen. Ein Ansatz, der auch für die öffentliche Verwaltung sinnvoll sein
kann. IT-Sicherheit kostet Geld, doch bei der Betrachtung der zunehmenden Cyberkriminalität,
den daraus resultierenden Folgeschäden und die anschließenden Kosten für deren
Beseitigung, in meinen Augen eine absolut lohnenswerte Investition.
Immerhin geht es hierbei um sensible Daten unserer Bürger und der Stadt!
Glasfaserausbau und digitale Infrastrukturentwicklung
Eine stabile und schnelle Internetverbindung ist die Grundlage für eine moderne Stadt. Doch
der Glasfaserausbau verläuft oft schleppend, weiß Sebastian Decker aus seiner Erfahrung.
Bürokratische Hürden, hohe Investitionskosten und lange Genehmigungsprozesse verzögern
die Umsetzung. Um diesen Prozess zu beschleunigen, müssen Genehmigungsverfahren
vereinfacht, enger mit privaten Anbietern zusammengearbeitet und alternative Lösungen wie
Breitband über TV-Kabel oder 5G ergänzend genutzt werden.
Öffentlich-private Partnerschaften (PPP) können eine sinnvolle Lösung sein, um den Ausbau
effizienter voranzutreiben. Dabei bringt die Stadt die Infrastruktur in öffentlichen Bereichen ein,
während Unternehmen den eigentlichen Netzausbau übernehmen. Erfolgreiche Beispiele aus
anderen Kommunen zeigen, dass solche Kooperationen den Ausbau deutlich beschleunigen
können.

Sebastian Decker (links) im Gespräch mit Michael Scheld


Künstliche Intelligenz (KI) in der Verwaltung.


KI kann Verwaltungsabläufe optimieren, Bürokratie abbauen und Bürgern schnellere
Dienstleistungen bieten. Beispielsweise könnten Chatbots, Bürgeranfragen automatisiert
beantworten, während KI-gestützte Systeme Anträge schneller bearbeiten. Städte wie Wien
und Hamburg nutzen bereits solche Technologien, um ihre Verwaltungen effizienter zu
gestalten.
Allerdings müssen wir auch rechtliche und ethische Fragen berücksichtigen. Datenschutz,
Transparenz und die Vermeidung von Diskriminierung durch Algorithmen sind zentrale
Themen. Deshalb sollten wir KI schrittweise einführen und dabei stets darauf achten, dass sie
den Bürgern dient und nicht zu einer Intransparenz in der Verwaltung fährt.
Technisch müssen wir unsere Systeme modernisieren, um KI sinnvoll integrieren zu können.
Das bedeutet, dass wir unsere Dateninfrastruktur verbessern, Schnittstellen zu bestehenden
Systemen schaffen und unser Personal entsprechend schulen und ausbilden müssen.
In meinen Augen stellt auch dies langfristig eine lohnenswerte Investition dar. Die Rechnung
ist einfach – Arbeitsprozesse werden beschleunigt, fallen weg oder werden ersetzt und im
Ergebnis Kosten eingespart.

Zukünftige Herausforderungen und digitale Entwicklung


Die Digitalisierung schreitet rasant voran. Neben den aktuellen Herausforderungen müssen
wir uns auch auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten. Gleichzeitig entstehen neue Risiken
wie KI-gestützte Cyberangriffe oder Deepfake-Betrug.
Um unsere Stadt langfristig abzusichern, müssen wir bereits heute in moderne IT
Sicherheitsstrategien investieren und eine flexible Infrastruktur schaffen. Cloud-Technologien
werden dabei eine zunehmend wichtige Rolle spielen, doch es gilt abzuwägen, welche Daten
lokal gespeichert und welche in der Cloud verarbeitet werden. Open-Source-Lösungen bieten
eine Chance, kostengünstig und unabhängig von großen IT-Konzernen zu arbeiten.
Mein Ziel ist es, unsere Stadt digital sicher, effizient und zukunftsfähig aufzustellen. Das
bedeutet, dass wir in Cybersicherheit investieren, den Glasfaserausbau beschleunigen und KI
gezielt in der Verwaltung einsetzen. Nur so können wir die Digitalisierung als Chance nutzen
für eine moderne, bürgernahe und leistungsfähige Stadt. Fotos: Gerdau