Wenn es um politische Fehlleistungen auch außerhalb der Stadt grenzen Tübingens geht, meldet sich der Oberbürgermeister der Studentenstadt regelmäßig zu Wort. Das ist gut und beispielhaft. Obwohl er dafür sehr oft scharf angegriffen wird, lässt sich der Sohn des Rebellen vom Remstal das „Maul“, wie der Schwabe sagt, nicht verbieten.
In der aktuellen MoMa-Sendung in ARD und ZDF nimmt er diesmal die ungeheure finanzielle Belastung der Kommunen aufs Korn und Insider werden sicher seinen Ausführungen zustimmen.
Mut hat der Mann und gradlinig ist er auch. Die Attribute Wendehals, Opportunist oder Nachplapperer treffen auf den Schwaben sicher nicht zu. Man fragt sich deshalb nicht ohne Grund, warum hat der kein Amt in einer Bundesregierung?
Vermutlich will man dort keine Querdenker seines Schlages haben. Für Deutschland wäre der ehemalige Grüne jedoch ein Hauptgewinn.
Schon seit ein paar Wochen stehe ich im regelmäßigen Austausch mit Herborns Einzelhändlern. Ihren Wünschen, Zielen und Belangen schenke ich Gehör. Für die Lebendigkeit und Attraktivität Herborns gilt es, den lokalen Einzelhandel zu fördern.
Diesmal stelle ich Connie Theiß vor, Inhaberin der Damenmodeboutique „Wünschdirwas“. Seit 2010 ist ihr Geschäft in der Herborner Hauptstraße zu finden. Die zentrale Lage ihres Geschäfts schätze sie sehr; besonders gefalle ihr bei der Arbeit das Zwischenmenschliche und die guten Gespräche mit ihren Kundinnen. Der persönliche Kontakt sei ein besonderer Vorteil gegenüber der Onlineshopping-Welt.
Für die Zukunft Herborns äußerte die Inhaberin die Idee, Leerstände in der Stadt für die Einzelhändler zur Verfügung zu stellen, bis sich Mieter gefunden haben. Diese könnten zu Ladenflächen umfunktioniert werden, als zusätzlichen Raum für Rabattaktionen und Schlussverkäufe. Auch Events wie „Late Night Shopping“ schlug sie vor, diese würden Herborns Innenstadt auch unter der Woche beleben. Text: Michael Scheld
Herborner Kantorei führt unter dem neuen Kantor Johann Lieberknecht das „Magnificat“ von C.P.E. Bach auf
Mit Johann Lieberknecht, einem Kirchenmusiker der jüngeren Generation, begann in diesem Jahr eine neue Ära der Herborner Kirchenmusik. Nahtlos übernahm er von der bisherigen Kantorin Regina Zimmermann-Emde das Amt und damit auch die Leitung der Kantorei.
Nachdem im vergangenen Jahr das Magnificat von Vater Johann Sebastian erklang, führt die Herborner Kantorei am 22.Dezember (Sonntag) um 18 Uhr in der Herborns evangelischer Stadtkirche die Vertonung des Bachsohnes Carl Philipp Emanuel Bach auf. Dieser hatte sich mit diesem Werk um die Nachfolge seines Vaters in Leipzig beworben und den adventlichen Text mit prächtiger Orchesterbesetzung, großangelegten Chören und höchst ausdrucksvollen Arien vertont.
Die Kantorei sowie die Solisten Dorota Szczepańska, Dalila Djenic, Shawn Mlynek und Andreas Balzer werden vom renommierten Barockorchester „La banda“ aus Augsburg begleitet. Neben dem Magnificat erklingt das „Gloria“ von G.F. Händel, eine Arie aus Händels „Messiah“ sowie die Kantate „Nun kommt, der Heiden Heiland“ von Georg Philipp Telemann.
Der Eintritt kostet bei freier Platzwahl 16 Euro ((8 Euro bei Ermäßigung). Karten sind in der Buchhandlung Baumann in Herborn und unter www. herborner-kantorei.de sowie als Vorbestellung unter 0152-21716532 erhältlich. Foto: Zimmermann-Emde
Ohne in Superlativen zu schwelgen, kann man das diesjährige Weihnachtskonzert der Big-Band des Herbornseelbacher Musikvereins als Ausnahmekonzert bezeichnen. 350 Besucherinnen und Besucher in der Herborner Comenius-Schule erlebten einen musikalischen, fulminanten Spät-Sonntagnachmittag mit den „Roten Teufeln“, der noch lange nachklingen wird.
Bereits beim Entrée mit der Weihnachtsouvertüre 2024, ahnten die Konzertgäste was sie erwarten durften. Einen bunten, ausgewogenen Reigen bekannter Stücke hatte Altmeister und Bandleader Erwin Gabriel vorbereitet, ausgiebig mit seinem Orchester geübt und virtuos vorgetragen.
Der Mann mit der Trompete, Roman Pacholek, einst als Gasttrompeter bei der Big-Band, ist mittlerweile ein wichtiger Eckpfeiler in dem Ensemble. Gemeinsam mit dem Gesangswunder Franziska (Franzi) Immel intonierte er „Have yourself a merry Christmas“ und um anschließend gemeinsam mit Tim-Danny und Benedikt Gabriel „When you wish upon a Star“ zu blasen.
Roman PacholekCarsten Wenzel
Franzi, in einem schicken, körperbetonenden Outfit begeisterte mit dem „The Christmas Song“ und dann kam der singende Entertainer Dr. med. dent. Carsten Wenzel aus Gladenbach. Seit nunmehr drei Jahren ist er die gesangliche Ergänzung der Band und begeistert immer wieder mit seiner unnachahmlichen Stimme in seinen unterhaltsamen Solo-Einlagen. Dass diesmal seine gesamten Mitarbeiterinnen und sogar seine Mutter aus der Schweiz angereist waren, hatte ein besonderen Grund.
Carsten gab seine Abschiedsvorstellung. Das Multitalent wird seine Brücken in Deutschland abbrechen und nach Mallorca gehen. Mit dem eindrücklichen Vortrag von „It’s Beginning to look a lot like Christmas“ sang er sich auch am Sonntag in die Herzen der Anwesenden. Musikalisch von einzelnen Musikern und Sängern der Band begleitet klang der Schulchor sehr anmutig mit „We are the World“, Popsong von USA for Africa aus dem Jahr 1985, der von Michael Jackson und Lionel Richie geschrieben wurde.
Die eindringliche Friedensbitte „Dona Nobis Pacem“ (Gib uns Frieden), aus den Blas-Instrumenten von Tim-Dany und Benedikt passte wie kein anders Stück in die heutige Zeit. Dass auch „White Christmas“, das US-amerikanische Filmmusical, nicht fehlen durfte, verstand sich von selber. Die 1947 veröffentlichte Version, gesungen von „Bing“ Crosby, gilt mit geschätzten 50 Millionen verkauften Einheiten als die bisher meistverkaufte Single weltweit. Diesmal war es zwar nicht der 1977 verstorbene Sänger, sondern Carsten und der machte seine Sache sehr gut.
Franziska Immel
Im Duett sangen Franzi und Carsten „Baby it’s Cold outside“ davon war aber in der zum Glück gut geheizten Halle nichts zu spüren. Die Konzertgäste zeigten sich von den nahezu perfekten Musikvorträgen begeistert. Dies war auch den zahlreichen, enthusiastischen Beifallsorgien und Fußgetrappel leicht zu entnehmen. Eloquent und professionell begrüßte Moderatorin Kathi Gabriel – wie gewohnt mit teils amüsanten Einlagen – auch die Herborner Bürgermeisterin Katja Gronau sowie zahlreiche ehemalige Ensemble-Mitglieder in den Reihen der Gäste.
Kathi und Erwin Gabriel
Die hervorragende Jugendarbeit, die im Musikverein Herbornseelbach geleistet wird, hat eine besondere Würdigung verdient. Viele junge Menschen treten schon in sehr jungen Jahren ein und halten dem Verein die Treue. Das Ergebnis dieser Fleißarbeit von Erwin Gabriel schlägt sich, besonders bei Konzerten wie dem am Sonntag, erkennbar nieder.
Ein besonderes Highlight sind die zahlreichen Konzerte der Herbornseelbacher Bigband in Amerika. Es ist erst wenige Monate her, dass die „Roten Teufel“ wieder einmal die Menschen in mehreren amerikanischen Städten mit ihrer Musik begeisterten. sig/Fotos: Gerdau
Seinen 25. Geburtstag feiert derzeit der Hirschberger Weihnachtsstern. Am Samstagabend beglückwünschten ihn zahlreiche Hirschberger und noch mehr Menschen aus der näheren Umgebung durch ihre Anwesenheit. „Macht hoch die Tür“ blies der Schönbacher Posaunenchor unter der Leitung von Christoph Henrich.
Der Hörbacher Gemeindepfarrer Thomas Gessner sprach in seiner Predigt davon, dass vermeintlich viel Negatives auf uns zukommt, aber man solle sich davon nicht ins Bockshorn jagen lassen. Es sei besser zu vergeben und sich vergeben zu lassen, als auf lauter Hass und Neid zu setzen. Es bleibe wahr, dass es besser ist, Frieden zu suchen und dem Frieden nachzujagen, als auf puren Streit und das Recht des Stärkeren zu setzen.
Thomas Gessner
In einem Pavillon direkt unterhalb des Sterns buken fleißige Frauen aus dem Dorf Waffeln, verkauften Wurstbrötchen und Glühwein. Die Einnahmen werden einem guten Zweck zugeführt, konnte man von Mattias Schönling erfahren. Besonders die zahlreichen Kinder hatten einen Riesenspaß, als am Ende des Countdowns plötzlich der Stern-Komet in aller Pracht aufleuchtete.
Posaunenchor Schönbach
Der Wahl-Hirschberger Klaus-Dieter Scheld erinnert sich noch sehr genau, als er vor 25 Jahren den ersten Stern gemeinsam mit einem Freund zusammenbastelte. Das Gerüst bestand anfangs aus Dachlatten und viele Bewohner Hirschbergs beteiligten sich finanziell an dem Projekt. Er hatte schon damals einen Alleinstellungs-Charakter in der gesamten Region.
Heute steht der Komet mit dem leuchtenden Kreuz daneben auf Betonfundamenten und besitzt ein eisernes Grundgerüst. Viele Menschen berichten von dem einzigartigen Erlebnis, wenn sie in der Weihnachtszeit auf der BAB 45 unterwegs sind und diese christliche Friedensbotschaft von weitem sehen. sig/Fotos: Gerdau
Der ehemalige und langjährige Ortsvorsteher Matthias Schönling begrüßte die zahlreichen Gäste mit folgenden Worten:
Liebe Gäste, liebe Hirschberger, ich begrüße Euch ganz herzlich zu unserem 25-jährigen Stern- Jubiläum bei uns in Hirschberg. Traditionell findet unsere Sternaktion wie gewohnt am Samstag vor dem ersten Advent statt. Es freut uns sehr, dass so viele gekommen sind, um dieses Ereignis mit uns zu feiern. Schön, dass Ihr alle da seid. Begrüßen möchte ich natürlich auch ganz herzlich unseren Pfarrer Thomas Gessner, der uns noch mit Andachten, Gebet und Segen auf dem Weg begleiten wird. Ich begrüße ganz herzlich den Posaunenchor aus Schönbach unter der Leitung von Christoph Henrich. Schön, dass Ihr wieder mit dabei seid, wir freuen uns immer wieder auf Eure Teilnahme. Der Chor stimmt uns, wie schon seit vielen Jahren, mit Weihnachtsliedern auf die Advents- und Weihnachtszeit ein. Vielen Dank an Euch alle. Begrüßen möchte ich auch ganz herzlich unsere Bürgermeisterin, Katja Gronau, wir freuen uns, dass sie sich wieder Zeit genommen hat, um an unserer Sternaktion teilzunehmen. Ich begrüße den Presse-Vertreter Siegfried Gerdau, der unsere Stern- Veranstaltung fast von Anfang an begleitet hat. Grüße gehen auch an unseren Ortsvorsteher Klaus Brandenburger, der leider heute krankheitsbedingt nicht hier sein kann. Lieber Klaus, wir wünschen Dir alles Gute und gute Besserung. Ich begrüße ganz herzlich den Hirschberger Ortsbeirat und danke Euch, dass Ihr die Organisation wieder in die Hand genommen habt, so dass diese Feier überhaupt stattfinden kann. Ich möchte mich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Hirschberg bedanken. Ohne Euch wäre diese Veranstaltung nicht möglich. Mein Dank geht an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer, die uns am Verkaufsstand im Höhenweg mit Getränken, Wurst und Waffeln versorgen und somit wieder zum Gelingen dieser Feier beitragen. Großen Dank auch an den Ortsbeirat und die Feuerwehr Hirschberg für den Auf- und Abbau im Höhenweg, der Instandhaltung des Sterns, sowie der Absicherung der Veranstaltung. Danke möchte ich auch den Stadtwerken Herborn sagen, die uns den Strombedarf für den Stern kostenlos bereitstellt und vielen Dank auch an die Familie Freund im Höhenweg dafür, dass wir die Feier wieder bei Euch ausrichten dürfen. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass der Erlös des heutigen abends je zur Hälfte an den Herborner Brotkorb und an den Krankenwagen „Herzenswunsch“ der Malteser in Wetzlar gespendet wird. Ich denke, das ist eine gute Sache. Weitere Informationen dazu sind am Verkaufsstand im Höhenweg einsehbar. Ich möchte Euch alle bitten, trotz der nicht einfachen Zeit, die wir haben, großzügig für diese Zwecke zu spenden. Vielen Dank schon mal im Voraus. Ich hoffe nun, dass ich niemanden bei der Begrüßung vergessen habe, falls doch, war es keine Absicht und der oder diejenige sei hiermit gegrüßt. Nun möchte ich einen Rückblick auf die Entstehung des Sterns geben. Erbaut wurde der Stern am 13. November 1999 als Holzkonstruktion. Der Gedanke oder die Idee einiger Hirschberger war, einen Stern in der Advents- und Weihnachtszeit über Hirschberg und weit über das Land leuchten zu lassen, um den bevorstehenden Jahreswechsel in das neue Jahrtausend zu begrüßen. Diesen Gedanken setzte man in die Tat um. Zusammengebaut und aufgestellt wurde er am 20.November im gleichen Jahr und sieben Tage später das erste Mal zum Leuchten gebracht. 2002 ersetzte man die Holzkonstruktion durch die heutige Stahlkonstruktion und sie wurde im Ganzen vergrößert. Gleichzeitig versah man sie mit einer stromsparenden Beleuchtung. Die neue Konstruktion wurde durch Spenden der Hirschberger Bevölkerung möglich gemacht. Den Lichtschlauch musste man mittlerweile schon mehrmals erneuern, aber das ist normaler Verschleiß. Abschließend sei zusagen, dass aus einer guten Idee diese Adventsfeier entstanden ist und heute, das 25-jährige Jubiläum gefeiert werden kann. Wir konnten bereits zahlreiche Organisationen mit den eingenommenen Spenden unterstützen. Dafür geht ein herzliches Dankeschön an die Erbauer des Sterns.
Eine Leserin von gerdaus-welt.de schickte mir diese Zeilen, die ich gerne veröffentliche. Es gibt sie also noch die Menschen, die solch schöne weihnachtliche Kunstwerke bauen und die Öffentlichkeit daran teilhaben lassen. Gerne veröffentliche ich auch andere Weihnachtsmotive.
Wir sind dem Trend gefolgt und haben tatsächlich noch ein paar Holzböcke ergattern können und diesen Stern gebaut. Ich konnte mir nicht verkneifen, ihn etwas zu „pimpen“. Er ist ( ich lobe uns gerade mal selbst😄) so schön geworden, dass meine Schwester meinte, er wäre Zeitungsreif. Da dachte ich an sie. Vielleicht haben sie Lust, auch wenn die Weihnachtszeit schon begonnen hat, einen kleinen Artikel darüber zu machen. Außerdem würde es mich sehr interessieren, wer hier in der Umgebung eben diesen Stern gebaut hat. Und wie verschieden sie gestaltet wurden. Die Sterne sind wunderschön, leicht zu bauen, und ich würde mich sehr freuen, wenn es nächstes Jahr noch sehr viel mehr dieser Sterne in verschiedenen Gärten zu bewundern gäbe. Auch wollte ich einfach mal etwas Schönes als Idee weiter geben, bei all den unschönen Themen in unserer Zeit. Auf jeden Fall erfreut unser Stern die Nachbarschaft und vor allem die Kinder. Mit freundlichen und herzlichen Grüßen, Heike Schäfer aus Hörbach
Dieses handwerklich sehr gut gelungene weihnachtliche Kunstwerk steht im Garten von Heike Schäfer in Hörbach
Hallo Siegfried, die Kerze steht in Tringenstein. Da könntest du vielleicht auch eine Story zu schreiben. Diethelm Nickel oder Dennis Fischer sind Ansprechpartner.
In Übernthal steht ein Weihnachtsmaibaum. Der wurde aufgestellt als Übernthal bei „Dolles Dorf“ vor 2 Wochen mitgemacht hat… Ist bestimmt auch eine Story wert…
Wer sich auf einem Weihnachtsmarkt für den traditionellen Glühwein entscheidet und dafür mittlerweile mehrere Euro für den Becher auf die Theke legen muss, kann erwarten, dass er auch gut schmeckt und keine lediglich erhitzte Fertigmischung vom Discounter ist.
Beim guten Glühwein muss man das Weinaroma erschmecken können. Ergänzt durch Aromen von Weihnachtsgewürzen, mit lediglich einem Hauch Süße, wird dieser Geschmack perfekt abgerundet.
Je hochwertiger das Wintergetränk ist, desto größer ist auch der Genuss. Ein guter Winzerglühwein schmeckt selbstverständlich völlig anders als ein Industrieprodukt. Wenn er dann noch mit frisch gepresstem Orangensaft, Gewürze wie Zimt, Sternanis, Zitronenschale, Gewürznelke oder vielleicht sogar Vanille veredelt ist, zahlt der Kunde gerne den entsprechenden Preis.
Gute Glühweine haben in der Regel zwischen zehn und zwölf Volumenprozent Alkohol. Also Vorsicht: ein Zuviel könnte die Fahrerlaubnis gefährden.
Auf diese Hinweise gilt es zu achten
Ist ein Glühwein sehr süß, sollte das misstrauisch machen. Mit Süße kann damit viel überdecken. Gleiches gilt, wenn der Glühwein überwürzt ist, also nur nach Nelke schmeckt. Ein „ehrlicher“ Glühwein braucht kaum Gewürze. Deshalb gilt: Je „weiniger“ ein Glühwein ist, desto besser. sig/Foto: Gerdau
Der nachfolgende Artikel des Vorstandes des Handel- & Gewerbevereins Tübingen e.V. hat mich so überzeugt, dass ich ihn hier ohne eigenen Kommentar wiedergeben möchte. Ich denke er spricht für sich und könnte für die Verantwortlichen jeder Kleinstadt eine Denkhilfe sein.
@Juwelier ohne Parkplätze
Bei Facebook gepostet von Boris Palmer (OB von Tübingen)
Die Schließung traditionsreicher Geschäfte wie Juwelier Seeger ist zweifellos ein Verlust für Tübingen. Doch anstatt die Innenstadt für tot zu erklären, gilt es, gemeinsam die richtigen Weichen zu stellen, um ihre Attraktivität zu bewahren und weiterzuentwickeln. Unser Ziel als Händler, Gewerbetreibende, Gastronomen, Stadtverwaltung und HGV ist es, Tübingen als lebenswerte und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt zu stärken. Andere Städte kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen, und wenn auch viele Fußgängerzonen darunter leiden, bleibt der Anspruch, durch Kreativität und Engagement Lösungen zu finden. Die Menschen wünschen sich bei einem Besuch der Innenstadt positive Erlebnisse – also müssen wir diese gezielt auch weiterhin schaffen.
Das La Momenta in Herborn ist schon Geschichte. Auch dessen Leerstand könnte als Synonym für infrastrukturelle Windstille herhalten.
Natürlich ist es bedauerlich, wenn traditionsreiche Geschäfte schließen. Doch ein Artikel, der auf Frustration und Resignation fokussiert, schreckt potenzielle Besucher und Kunden ab, anstatt Perspektiven oder Lösungen aufzuzeigen. Gerade die Presse hat eine wichtige Aufgabe, die nicht nur in der Aufdeckung von Missständen besteht, sondern auch darin, Entwicklungen konstruktiv zu begleiten und Chancen aufzuzeigen. Reißerische Headlines wie „Innenstadt ohne Zukunft“ ohne Fragezeichen wirken hingegen wie ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich tagtäglich mit viel Engagement für die Zukunft unserer Stadt einsetzen.
2. Das Parkplatz-Argument: Ein Rückblick ohne Realitätsbezug.
Seit 1974 gibt es an diesem Standort keine Parkplätze – ein halbes Jahrhundert. Dies weiterhin als zentralen Grund für eine Geschäftsaufgabe zu nennen, erscheint überholt. Vielmehr sollten wir daran arbeiten, das Image Tübingens als „autofeindliche Stadt“ zu korrigieren. Die Parkhäuser in der Stadt haben fast immer freie Kapazitäten, aber kaum jemand in der Region weiß davon. Neben gezielten Kommunikationsmaßnahmen könnten Aktionen wie kostenloses Parken an den Adventssamstagen gefördert werden – schließlich ist der ÖPNV samstags auch kostenlos. Solche Anreize steigern die Attraktivität für Besucher und Händler gleichermaßen.
3. Attraktivität schaffen und gezielt fördern.
Niemand wünscht sich, dass unsere Innenstadt von Spätis und 24/7-Automatenshops dominiert wird. Stattdessen sollten wir gezielt daran arbeiten, attraktive und erlebnisorientierte Angebote anzulocken, die zur Identität Tübingens passen. Gleichzeitig sind auch Vermieter gefragt, Verantwortung zu übernehmen und bei der Auswahl der Mieter langfristig zu denken. Kurzfristige Gewinne dürfen nicht auf Kosten der Attraktivität der Innenstadt gehen. Es liegt an uns allen, eine Balance zwischen wirtschaftlicher Vernunft und gestalterischer Weitsicht zu finden.
4. Baustellen: Ein notwendiges Übel.
Baustellen sind ohne Frage belastend, doch sie sind oft leider unvermeidlich. Der HGV arbeitet intensiv daran, gemeinsam mit der Stadt und den Bauunternehmen Maßnahmen so zu gestalten, dass die Belastung für Anrainer minimiert wird. Regelmäßige Beteiligungsformate sollen sicherstellen, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten gehört werden.
5. Tübingen macht vieles richtig.
Unsere Stadt hat nach wie vor eine Vielzahl individueller, inhabergeführter Geschäfte, die ihren besonderen Charakter prägen. Doch der Druck auf Innenstädte wächst überall, und auch viele Fußgängerzonen in anderen Städten kämpfen mit ähnlichen, teils viel weiter fortgeschrittenen Problemen. Es liegt an uns, Tübingen durch neue Ansätze und innovative Konzepte attraktiv zu halten. Dafür brauchen wir kreative Ideen und gemeinsames Engagement.
Ein optimistischer Blick nach vorn
Tübingen hat Herausforderungen, ja – aber auch zahlreiche Stärken. Mit Engagement, Zusammenhalt, Kreativität und einem positiven Blick in die Zukunft können wir dafür sorgen, dass unsere Innenstadt lebendig bleibt. Es liegt an Ihnen und uns allen, aktiv an dieser Zukunft zu arbeiten und sie zu gestalten. Jeder kann einen Beitrag leisten, damit Tübingen seinen besonderen Charme behält und als lebenswerte Stadt weiter wächst.
Der Vorstand des Handel- & Gewerbevereins Tübingen e.V.
Der Beruf des Sattlers entwickelte sich bereits im Mittelalter und existiert noch heute. Daher war es für mich eine ganz besondere Erfahrung, einen Einblick in dieses alte Handwerk zu gewinnen. Die in Herborn ansässige Sattlerei Bienhaus ist einer der wenigen Sattlereibetriebe der Region. Hier werden von der Inhaberin und Geschäftsführerin Bianka Bienhaus kunstvoll verzierte und maßangefertigte Westernsattel und andere Lederprodukte auf Wunsch gefertigt. „Jedes Stück ist ein Unikat und wird nach den individuellen Kundenwünschen auf Bestellung hergestellt“ erklärt mir die Sattlermeisterin im Gespräch. „Vor Beginn der Fertigung werden alle Details und Kundenbedürfnisse in einem zweistündigen Gespräch festgelegt. Zudem sind 2-3 Termine vor Ort notwendig, um die perfekte Passform für Pferd und Reiter zu finden. In der Regel hält ein Sattel ein „Pferdeleben“ lang und gerade deshalb ist präzise und qualitativ hochwertige Maßarbeit von Beginn an wichtig, um dem Kunden lange Freude dem Produkt zu bieten“, führt Frau Bienhaus weiter aus.
Natürlich sei es, wie in fast allen Bereichen, möglich auf Produkte aus Fernost, Polen, Tschechien oder anderen Ländern zurückzugreifen, doch hier sei häufig nicht die Qualität wie bei einem in Deutschland gefertigten Sattel gegeben. Zudem seien die Arbeitsbedingungen bei weitem nicht mit denen in Deutschland gleichzusetzen. Nur so können günstigere Preise angeboten werden.
Nach ihrer Meisterprüfung im Jahr 2006 zog es die passionierte Reiterin in die Selbstständigkeit. In der Kernstadt ist sie nun seit 10 Jahren ansässig mit ihrem Unternehmen.
„Ich liebe meinen Beruf, es ist der perfekte Mix aus arbeiten mit dem Kunden vor Ort und der anschließenden Fertigung in meiner Werkstatt. Es macht mich immer noch stolz, dieses traditionelle Handwerk heute noch ausüben zu können. Besonders schätze ich das positive Feedback meiner Kunden, die die Fertigung vom ersten Gespräch, bis zum ersten Ausritt mitbegleiten. Individuelle Wünsche bleiben selten unerfüllt.“
Abschließend wollte ich von Frau Bienhaus wissen, mit welchen Argumenten sie junge Menschen für dieses Handwerk begeistern würde.
„Jungen Menschen, die sich für dieses Handwerk interessieren, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es Spaß macht mit einem Naturprodukt etwas zu erschaffen, an dem andere Menschen lange Freude haben. Das fertige Produkt dem Kunden zu präsentieren erfüllt mich immer noch mit großer Freude. Der Kontakt zu den Menschen, ihren Tieren und das große Maß an Kreativität macht dieses Handwerk für mich zum Traumberuf.“
Als Fazit kann ich folgendes festhalten: Es ist schön und wichtig, dass solche Handwerksbetriebe in Herborn ansässig sind und nicht aussterben. Hier werden langlebige und nachhaltige Produkte auf älteste Art und Weise geschaffen, die wir in vielen anderen Konsumbereichen dringend nötig hätten.
Handwerk will gelernt sein, stellt auch Herborns Bürgermeisterkandidat Michael Scheld (parteilos) fest.
Breitscheid im Lahn-Dill-Kreis besitzt mit der „Tropfsteinhöhle Herbstlabyrinth“ zwischen Breitscheid und seinem Ortsteil Erdbach gelegen, eine weit mehr als „nur“ eine touristische Sensation. Über ihre Entdeckung wurde schon einiges geschrieben und der begehbare Teil der Anlage für die Öffentlichkeit entsprechend zugänglich gemacht.
Manfred Thielmann
Mehr zufällig kam ich mit einem älteren Breitscheider ins Gespräch. Dieser ist nach eigenen Angaben, einer der Entdecker dieses heute mehr als populären Höhlensystems. Manfred Thielmann Oberstleutnant a.D. und langjähriger Vorsitzender der Breitscheider Gemeindevertretung sowie ehemaliger 1. Vorsitzender des Heimat-und Geschichtsvereins Breitscheid, berichtete mir von den Ereignissen bei der Entdeckung und Erforschung des Höhlensystems.
In langen Gesprächen mit der unteren Naturschutzbehörde habe man erreichen können, dass das bisher entdeckte Höhlensystem „Herbstlabyrint-Adventshöhle“ 1999 zum Naturdenkmal erklärt wurde, erzählte Manfred Thielmann. Das habe den Vorteil, dass automatisch auch der zukünftige Ausbau der Höhle untersagt sei.
Ein angestrebter Flächentausch mit dem Kalksteinwerk Medenbach ging glatt vonstatten und damit war gesichert, dass durch den weiteren Kalksteinabbau über dem Teil, in dem die Höhlen liegen, diese nicht in Gefahr sind. Die bekannten Höhlenforscher Annette Hüser und Ingo Dorsten lieferten mit ihren exakten Vermessungen einen wichtigen Beitrag für die weitere Erschließung.
Die im Breitscheider Haushaltsplan schon bereitgestellten Gelder für die Erschaffung eines Stollens als Zugang zur Höhle wurde kurzerhand vom Haupt-und Finanzausschuss der Gemeinde gestrichen. Die Bürger der Gemeinde Breitscheid gingen mit Unterschriftslisten auf die Barrikaden um zu erreichen, dass die vorgesehenen 100.000 Euro doch noch zu Verfügung gestellt werden.
Der Ablehnungsbeschluss in der Gemeindevertreter-Sitzung am 15. Dezember 2003 traf nicht nur Thielmann hart. Ob die Verleihung des Denkmalschutzpreises an die Gemeinde im Jahr darauf ein Umdenken in Gang setzte, kann nur vermutet werden. Der politische Durchbruch kam 2005. Bürgermeister Roland Ley warb zum wiederholten Male für die Erschließung der Höhle und gleichzeitig auch einer Zugänglichmachung der „Knöpfchenhalle“ für die Bevölkerung.
Alle Träger öffentlicher Belange sprachen sich mittlerweile geschlossen für das vorliegende Erschließungskonzept aus und nach endlos langen Beratungen sowie der Klärung der Finanzierungsfragen, traf im Mai 2006 endlich der Bewilligungsbescheid im Breitscheider Rathaus ein. Noch im gleichen Jahr gab darauf die Gemeindevertretung mit der Mehrheit ihrer Stimmen den Startschuss für die Erschließung einer Schauhöhle.
Zur Knöpfchenhalle wurde ein Zugang geschaffen, weil die als Schauhöhle mit ihrem einzigartigen Tropfsteinschmuck sehr gut geeignet erschien. Die erste Sprengung für diesen Stollen fand am 3. November 2006 im Beisein von zahlreichen Offiziellen statt. Es waren nachfolgend viele Arbeitsstunden nötig, um den schräg geneigten Stollen bis hinunter zur Knöpfchenhalle zu „graben“.
Der Ausbau der Schauhöhle ging in den nächsten Monaten zügig voran und die Höhlenforscher der Speläologischen Arbeitsgemeinschaft Hessen (SAH) um Ingo Dorsten und Annette Hüser engagierten sich sehr dabei mit Rat und Tat.
125 Stufen runter zur Höhle mussten ebenso gefertigt werden, wie das Eingangsbauwerk aus Beton. Treppen, Laufstege und Handläufe wurden von dem Herbornseelbacher Unternahmen GERMTEC mit aus Glasfaser verstärktem Kunstsoff installiert, damit die Schritte in der Höhle nicht metallisch klingen. Die Beleuchtung mit reinweißem LED-Licht wurde ebenfalls von diesen heimischen Spezialisten eingebaut.
Die vielen sehenswerten Sinterfahnen, Tropfsteine, Stalagmiten und Stalaktiten sowie Bodenbedeckungen werden damit in besonderer Weise hervorgehoben. Der magische Anblick der punktuell beleuchteten, natürlichen Kunstwerken, hat schon etwas Besonderes. Durch die LED-Strahler wird zudem kein warmes Licht erzeugt, so dass das Wachstum von Algen in der Höhle nicht gefördert wird.
Am 9. Mai 2009 war es schließlich so weit, dass die Eröffnung der Schauhöhle mit einem großen Fest und vielen Ehrengästen gefeiert werden konnte. Dabei erfuhren die Anwesenden, dass neben den Zuwendungen aus dem Dorferneuerungsprogramm von 200.000 Euro von der Gemeinde 90. 000 Euro nötig waren. 30.000 Euro gingen zusätzlich als Spenden aus der Bevölkerung ein. Die Höhlenforscher der SAH leisteten insgesamt 3.000 Arbeitsstunden ehrenamtlich, um die Erschließung überhaupt zu ermöglichen. Davor müssen man den Hut ziehen, lobte sie der Bürgermeister.
Die geführte Besichtigung der Höhle ist ausschließlich an Samstagen und Sonntagen möglich. Es dürfen gleichzeitig nur 13 Besucherinnen und Besucher die Höhle betreten, so ist dies erst nach vorheriger Anmeldung auch im Internet (www.proticket.de) möglich.
Da der Eingang in die Schauhöhle über den 45 Meter langen Stollen mit 125 Stufen in die Tiefe erfolgt, ist für Menschen mit Herz-Kreislaufbeschwerden, Kniebeschwerden oder anderen Gehbehinderungen ein Besuch nicht angeraten. Auch die in der Höhle lediglich konstante Temperatur von 9 Grad Celsius mit nahezu 100 prozentiger Luftfeuchtigkeit, verlangt warme Bekleidung und festes Schuhwerk.
Ein paar grundlegende Informationen zum Herbstlabyrint-Adventhöhlen-System Die Gemeinde Breitscheid liegt auf einem im Devon (beginnend vor rund 410 Millionen Jahren und vor 360 Millionen Jahren endend) entstandenen Korallenriff. Dessen Kalkablagerungen wurden durch die wechselnde Höhe des Grundwasserspiegels und seiner Strömungen ausgespült. So entstanden die vier „Stockwerke“ des Herbstlabyrinth-Systems. Seine Extraklasse verdankt das Höhlensystem der Tatsache, dass neben Tropfstein- und Kristallvorkommen auch Wirbeltier-Knochen gefunden wurden. Die bislang auf einer Länge von 5.500 Metern (im Jahr 2009) und bis zu 100 Meter Tiefe erkundeten Höhlen, sind mit Abstand die größten als Naturdenkmal ausgewiesen in Hessen. Weitere vorhandenen Eingänge zu den Höhlen bleiben aus Sicherheitsgründen verschlossen, so dass bis auf die Schauhöhle die Öffentlichkeit keinen Zutritt hat. sig/Fotos: Gerdau
Quelle: Manfred Thielmann
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