Politische Begriffe befeuern die Spaltung

Der Gebrauch von verunglimpfenden Begriffen bei Demonstrationen, einschlägigen Veranstaltungen oder „nur“ bei politischen Diskussionen hat mittlerweile einen inflationären Charakter angenommen. Anstelle von sachlichen Argumenten treten Schlagwörter die erschlagen und jede vernünftige Unterhaltung im wahrsten Sinne des Wortes im Ansatz ersticken.

Der unbeteiligte Beobachter kann sich nicht selten des Eindrucks erwehren, dass dabei ein Vokabular verwendet wird, über dessen Bedeutung die Benutzer selber nur rudimentäres Wissen besitzen. Sprechchöre rufen „Nazis raus“, „Alerta“ und ähnliche „Kampfbegriffe.

Wenn also jemandem „vorgeworfen wird, rechts zu sein“, meint man damit keine mathematische Richtung, sondern eine politische Einordnung. Der Vorwurf ist meist kritisch gemeint und bezieht sich auf bestimmte politische Haltungen oder Werte.

Der Ausdruck bezieht sich auf das politische Spektrum, in dem „rechts“ für konservative, traditionelle und ordnungsorientierte Positionen steht.

Damit entfernt man sich jedoch weit von der Realität. Typische Merkmale rechter Politik sind: Tradition & konservative Werte, Betonung von Eigenverantwortung, Restriktivere Einwanderungspolitik, Starke Polizei und innere Sicherheit. 

Der Begriff „rechts“ wird demnach im Alltag oft nicht neutral, sondern abwertend verwendet. So wirft man jemand vor zu unsozial, hart oder unmodern zu denken oder zu nationalistisch oder ausgrenzend zu argumentieren. Auch prangert man an, gesellschaftliche Veränderungen abzulehnen und zu stark auf Ordnung statt Freiheit zu setzen. „Du bist rechts!“ ist in der Regel oft wie eine negative Zuschreibung, nicht wie eine neutrale Beschreibung.

In der Regel wird negiert, dass „Rechts“ nicht automatisch extrem ist.

„Rechts“ wird im Alltag unscharf verwendet und nicht selten mit konservativ gleichgesetzt. Manche nutzen es auch als politische Kategorie oder um jemand abzuwerten. Konservativ bedeutet jedoch die Bewahrung von Traditionen, Betonung von Familie, Ordnung, Stabilität, Skepsis gegenüber schnellen gesellschaftlichen Veränderungen. Den Rechtsstaat, Demokratie und Grundrechte werden von Konservativen jedoch voll akzeptiert. Patriotismus ist möglich, aber nicht nationalistisch und beim Dauerthema sind Konservative der Meinung, dass Migration gesteuert werden soll, lehnen aber Abwertung von Menschen ab.
Fazit: Konservativ ist legitim, demokratisch und Teil des normalen politischen Spektrums.

Rechtsextreme sind antidemokratisch und verfassungsfeindlich. Sie lehnen die Demokratie ab, reden von Ungleichwertigkeit von Menschen (Rassismus, Antisemitismus) und von Nationalismus sowie völkischem Denken. Rechtsextreme billigen Gewalt und Verschwörungsideologien, lehnen Pressefreiheit sowie Justiz, Parlament ab.
Dennoch: Jeder Neonazi ist rechtsextrem — aber nicht jeder Rechtsextreme ist ein Neonazi.

Linksextrem bedeutet: Ablehnung der parlamentarischen Demokratie, Ablehnung des Rechtsstaats („repressiver Staat“Ziel: revolutionärer Umsturz). Gewalt gegen Sachen oder Personen wird legitimiert. Feindbild: Polizei, Staat, Kapitalismus. Sabotage, Brandanschläge, militante Aktionen sind gängige Mittel.
Fazit: Linksextrem ist antidemokratisch — links demokratisch.

Schlagwörter

Der Ausdruck „alerta alerta antifascista“ stammt aus dem Spanischen und lässt sich ins Deutsche übersetzen mit: „Achtung, Achtung – Antifaschistinnen und Faschisten!“ Dabei bedeutet „alerta“ so viel wie „Alarm“ oder „Wachsamkeit“, und „antifascista“ steht für „Antifaschisten“ Der Doppelruf dient als Appell, wachsam zu sein, sich zu organisieren und sich gegen Faschismus zu stellen.

Der Begriff Faschismus ist von italienisch fascio abgeleitet, was „Bund“ bedeutet. Der Historiker Fritz Schotthöfer beschrieb ihn 1924 als „gewissermaßen inhaltsleer“, da er „so gut wie nichts über das Wesen dessen aus[sagt], was faschistisch ist oder sein soll“. Darin unterscheide sich dieser -ismus entscheidend von anderen Ismen, wie Konservatismus, Liberalismus oder Sozialismus. „Ein fascio ist ein Verein, ein Bund“, daher wären Faschisten wörtlich übersetzt „Bündler“ und „Faschismus“ wäre Bündlertum.

Um meine Ausführungen zu vervollständigen hier vielleicht noch ein paar Sätze über den Islam und den Islamismus

Der Islam ist eine monotheistische Religion, die auf der Überzeugung basiert, dass es nur einen Gott (Allah) gibt und dass Mohammed sein letzter Prophet ist. Er ist eine der drei großen abrahamitischen Religionen und umfasst Glauben, Lebenspraxis, Ethik und Gemeinschaft.

Aber es gibt auch den Islamismus

Er ist eine politische Ideologie, die einen islamischen Staat, auch Gottesstaat genannt, und eine umfassende, islamische Lebensordnung nach den Grundsätzen der Scharia etablieren will. Diese Ideologie wird auch als islamischer Fundamentalismus bezeichnet. Hierbei wird nur die eigene Vorstellung von der Auslegung des Islam als gültig angesehen.
In Deutschland wird nur ein geringer Teil der Muslime gleichzeitig als Islamisten eingestuft: Der deutsche Verfassungsschutz geht von ein bis drei Prozent aller 3,3 Millionen muslimischen Bürgerinnen und Bürger aus. Wiederum ein Bruchteil dessen wird als „gewaltbereit“ eingestuft.

Was ist Dschihad?

Häufig fällt im Zusammenhang mit islamistischen Terroristen der Begriff „Dschihad“ oder „heiliger Krieg“. Damit wird zumeist die im Koran benannte Pflicht für gläubige Muslima und Muslime gemeint, ihre Religion zu verteidigen. Radikale Islamisten möchten dies auch mit Waffengewalt umsetzen, obwohl der Koran verbietet, andere Menschen und sich selbst zu töten.

Man kann Begriffe wie Islam und Islamismus nicht gleich verwenden. Während Muslime als Anhänger des Islam die damit verbundenen Praktiken mehr oder weniger stark befolgen, sind Islamistinnen und Islamisten ideologisch geprägt. Sie streben die Veränderung der Gesellschaft nach ihren Vorstellungen mit radikalen Mitteln an. sig/Foto: Gerdau

„Das Fest“ wirft seine Schatten voraus

Nach über 25 Jahren plant das Evangelische Dekanat an der Dill wieder einen Dekanats-Kirchentag. In knapp acht Wochen steigt die Großveranstaltung auf dem Schulgelände des Johanneum-Gymnasiums in Herborn. Erwartet werden auch Gäste aus Tansania. Seit 1986 verbindet das Evangelische Dekanat eine lebendige Partnerschaft mit einer Bibelschule in Nordwest-Tansania. Dieses 40jährige Jubiläum soll unter anderem mit einer Ausstellung gewürdigt werden. „Der September rückt näher und aus Planung wird Vorfreude“, sagt Dekan Andree Best, der in einem Video zum Fest einlädt. „Lasst uns das gemeinsam feiern und erleben“, sagt Präses Dr. Wolfgang Wörner, der sich von der bunten Mischung aus Aktionen und Musik gute Begegnungen erhofft nicht für die Menschen in den Gemeinden. Denn: „Das Fest soll ein Fest für alle sein!“, sagt die stellvertretende Dekanin Anja Vollendorf.   

Mit dem Super-Banner „Das Fest!“ wirbt das Evangelische Dekanat an der Dill am Herborner „Haus der Kirche und Diakonie“

 

Die Planungen für den Dill-Kirchentag laufen auf Hochtouren: Unter dem Logo „Das Fest!“ werden allein am Sonntag (13. September) 25 Programmpunkte und ein Dutzend Aktionen für Klein und groß organisiert. So soll es viele Mitmach-Aktionen und unterschiedliche kirchenmusikalische Angebote geben. Und das bei freiem Eintritt!

Zu Gast sind der Gospel-Pop-Chor, die Kantoreien und die Kinderchöre der Region. Die Tango-Messe, der Kinder-Rechte-Weg oder die „Straße der Diakonie“ laden zu einem Rundgang über das gesamte Schulgelände ein. Die Evangelische Jugend im Dekanat an der Dill plant unter anderem eine Gladiatorarena auf dem Sportplatz der Schule. Weitere Spielgeräte wie Cross Boule oder auch eine Hüpf-Burg stehen für Kinder und Jugendliche bereit.      

Unterschiedliche diakonische Einrichtungen wie die Diakonie-Pflegestationen oder die Regionale Diakone Dillenburg-Limburg präsentieren sich gemeinsam mit der Evangelischen Beratungsstelle an der Dill im Kunstgebäude auf dem Schulgelände. Hier wird es auch kurze thematische Impulse geben. Und auch die fünf Regionen, die mit der Gründung der Nachbarschaftsräume und der Gesamtkirchengemeinden im Evangelischen Dekanat an der Dill entstanden sind, beteiligen sich aktiv am Programm.

Zu den klassischen Angeboten eines Kirchentages gehören – so sagt es Anja Vollendorf – Kurzvorträge, Ausstellungen verschiedener Gruppen, eine Bibelarbeit und Podiumsdiskussionen. In Herborn wird die Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz unter anderem mit Landrat Carsten Braun über die gesellschaftlichen Veränderungen diskutieren. Das Podium in der Sporthalle wird Dekan Andree Best moderieren. Am gleichen Ort findet etwas später auch die Bibelarbeit mit Pfarrerin Annette Kurschus statt. Zudem gibt es im Schulgebäude weitere interessante Veranstaltungen: eine musikalische Krimi-Lesung, ein Mundart-Lied-Vortrag und ein Kindermitmach-Konzert. Wer es lieber ruhiger mag, ist in der Oase-Lounge im Kunstgebäude willkommen. Hier gibt es Werk- und Bastelangebote.

Konzert „Musik und Poesie“ am Samstag

Der Kirchentag an der Dill wird am Samstag, 12. September mit einem Konzert „Musik und Poesie“ starten. Zu Gast in der Aula (Eingang Otto-Wels-Straße) sind Singer-Songwriterin Kathi Stahl und Spoken-Word-Künstlerin Leah Weigand. In einem zweiten Teil des Abends tritt Jonny vom Dahl mit seiner Band auf. Karten für das Konzert gibt es online im Vorkauf zu 15 Euro.
Link:  https://ticketree.de/event/kathi-leah-jonny-vom-dahl/   

Open-Air-Gottesdienst auf dem Schulhof

Der Sonntag beginnt um 10.30 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst, der unter freiem Himmel auf dem Schulhof stattfinden wird. Mehrere Posaunen-Chöre werden den Gottesdienst musikalisch mitgestalten. Im Gottesdienst wird Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz predigen. Für Essen und Getränke ist gesorgt: Familie Alde bietet unter anderem Pommes, Crepes und Gegrilltes an. Am Stand des Technischen Hilfswerks (THW) gibt es Kartoffelsuppe. Auch für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Vor dem Schulgelände wird es eine Schau der Notfallseelsorge und der Feuerwehr geben. Der Dekanatskirchentag „Das Fest!“ endet gegen 16 Uhr mit einem Abschluss und Segen auf dem Schulhof.

Das aktuelle Programm wird im Internet veröffentlicht unter  https://www.dill-kirchentag.de/  


Gewalttaten sind absolut nicht hinnehmbar

Ein Transporter rast beim Berliner CSD (Christopher Street Day) am Samstagabend in die Menge der Feiernden. Eine Person verlor ihr Leben 16 weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der vermutliche Fahrer des gemieteten Terrorfahrzeuges, der 21-jähriger Abdul B, ein bekannter Islamist, der erst im Mai dieses Jahres aus der Haft entlassen wurde, ist vermutlich nach seiner Flucht gefunden worden.

Meine Meinung

Die Not der Berliner Behörden muss groß sein. Ein so früher Fahndungsaufruf mit Foto und Namen ist ja in unserem Land nicht die Regel. Die bevorstehenden Wahlen und die Angst, dass „die Falschen“ noch mehr Zulauf bekommen, machts möglich. Mir tun die betroffene Menschen unendlich leid. Trotzdem frage ich mich wie lange man einem „bekannten Islamisten“ bei seinem Treiben bis hin zum Mord zuschaut, ohne dieses Monster aus der Gesellschaft zu entfernen. Wenn nun noch die gestörten Omas und Antifaschisten gegen Rechts marschieren, ist der Irrsinn komplett. Dass der linke Schwachsinn im Land immer mehr Denkunfähige erreicht und gleichzeitig die zunehmenden Gewalttaten von diesen Bodenlosen relativiert oder gar klein geredet werden, ist nicht mehr hinnehmbar. Deutschland braucht diese Vögel nicht und ein neues verbrecherisches sozialistisches System schon gar nicht. Das idiotische Nazigebrülle einhergehend mit Denunziationen Andersdenkender wird keinen der Millionen klardenkender Bürger auf die Seite von Bolschewisten und Leninisten ziehen. Wenn die Demokratie nicht nachhaltigen Schaden nehmen soll, müssen die fehlgeleiteten Minderheiten ihren Kurs ändern. Die einzige Maxime ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Einigkeit und Recht und Freiheit sind nicht mit einem stoischen Hinnehmen von Gewalt gegen Menschen und Sachen vereinbar. Die Demokratie, die unsere Väter aufbauten, hat das nicht verdient.

Deutschland braucht nicht noch zusätzliche Gesetzesbrecher

Die große Masse der Bürger möchte wieder ein normales Leben ohne Angst und täglichen Schreckensmeldungen führen. Das Verbrechen in unserer Republik schon fast im Stundentakt und nicht mehr „nur“ in Einzelfällen begangen werden, hätte man noch vor wenigen Jahrzehnten in den Bereich des Unmöglichen katapultiert. Das uns der „Schutz“ dieser Verbrecher auch noch Milliarden an Steuergelder kostet, ist kaum noch einem halbwegs Intelligenten zu vermitteln. Radikales Umdenken ist schnellstens angesagt. Nachbarländer wie Dänemark, Schweden und auch in Italien zeigen wie das geht. Wir haben und hatten schon immer eigene Gesetzesbrecher im Land und brauchen solche Individuen aus anderen Kulturen sicher nicht auch noch. Diese Meinung vertreten ebenfalls unzählige Menschen aus vielen Ländern, die in Deutschland Fuß gefasst haben und ihren Teil zum Wohle unseres Landes beitragen. Diese „Einwanderer“ , die unser Grundgesetz und unsere Kultur voll akzeptieren, wollen wir gerne haben. Jeder allerdings, der unseren Staat ausplündert, unsere Menschen ermordet und unsere freiheitliche Grundordnung mit Füßen tritt, hingegen nicht.

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht mit Nachdruck davon, dass Deutschland nicht die Psychiatrie der Welt sei und da hat er recht. Menschen mit psychischen und/ oder ideologischen Störungen haben wir ebenfalls selber im Land und müssen deren Zahl nicht künstlich aufstocken.

Fazit: Man kann nur an alle Politiker im Land appellieren, sich dieser Thematik nicht nur verbal anzunehmen, bevor alles zu spät ist. „Danach lasst uns alle streben…“ heißt es in der 3. Strophe unserer National-Hymne. Also uneingeschränkt alle und besonders die, die dafür vom Volk gewählt wurden. sig

Der Attentäter war wohl zwar identifiziert, aber noch nicht gefasst. Jetzt hat das Karma zurückgeschlagen und das ist gut so.

Zugriff in Berliner Gartenlaube! Polizei erschießt Attentäter Abdul Rahman Ballout

Nach dem islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin ist der Tatverdächtige Abdul Rahman Ballout bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Das bestätigte die Senatsinnenverwaltung. Die Gartenlaube, in der Ballout erschossen wurde, soll seinem Vater gehören.
Demnach umstellten Spezialkräfte der Polizei eine Gartenparzelle, bevor sie zugriffen. Nach Informationen von Bild soll Ballout die Einsatzkräfte bei dem Zugriff mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Die Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer. Der 21-Jährige wurde getroffen und erlag seinen Verletzungen um 18.34 Uhr. Quelle: NIUS

Wie sich die Zeiten ändern

Klar, ein Kilo Brot kostete 1967 auch zwischen 1,20 und 1,55 DM. Ein Mittelklasseauto rund 10 000 DM und ein Facharbeiter verdiente rund 1.100 Brutto im Monat. Für ein typisches Einfamilienhaus musste man 130 00 DM hinblättern. Mit dem Lohn eines Facharbeiters konnte man die Familie ernähren. Auch ein einfacher jährlicher Familienurlaub war mit dem Einkommen des Ernährers möglich.

Obwohl heute bedeutend mehr verdient wird, haben sich die Realitäten ins Negative verschoben. Nicht ohne Grund trägt das höhere Anspruchdenken seinen Teil dazu bei. Wer früher sparte unterschreibt heute Leasingverträge und kauft, auf Teufel komm raus, auf Abzahlung. Der Staat lebt in großem Stil auf Pump und der sogenannte kleine Mann macht es ihm nach.

Die Losung: „Vorwärts immer, rückwärts nimmer „, hat Risse bekommen. Die breite Masse hat schon seit längerer Zeit fast unmerklich den Rückwärtsgang eingelegt.

Das heute vor 50 Jahren passt nicht mehr so ganz, aber es ist trotzdem interessant zu lesen.

Die Zeiten ändern sich wie das Klima und wie hatte schon angeblich der griechische Philosoph Heraklit festgestellt: „Alles fließt“. Er meinte, dass alles in Bewegung ist und sich ständig verändert. Da hatte er schon damals augenscheinlich recht gehabt. Mit dieser Tatsache umzugehen lernen ist der einzig gangbare Weg. „Die Welt in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“ und das schaffen nicht einmal mächtige oder sture Gegner. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn wir alle in Richtung der 1950er Jahre zurechtgestutzt werden. Ludwig Erhard, der Vater der bundesdeutschen sozialen Marktwirtschaft, würde sicher dazu seinen Daumen heben. sig

Ausflugstipp à la Carte

In historischem Ambiente Speisen und Wohnen ist für Schöngeister und Gourmets eines der Highlights des Lebens. Wenn dazu noch die Wirtsleute selber Hand anlegen, kann nichts mehr schiefgehen.

In dem Moseldörfchen Poltersdorf, einem Ortsteil von Ellenz-Poltersdorf nicht weit von Cochem, bietet die „Alte Weinschänke“ genau das, was sich Urlauber, aber auch Einheimische wünschen und was man unter Gastlichkeit versteht.

Das Gebäude in dem sich das Hotel-Restaurant befindet ist laut Landeskonservator (Denkmalschützer) 500 bis 600 Jahre alt und in einem tollen Zustand. Es dürfte damit zu den ältesten Häusern im Kreis Cochem gehören. Bereits 1788 richtete die Familie Cochems dort eine Weinwirtschaft ein. Später übernahm die Familie Brauer aus Beilstein/Mosel das Haus, in dem zwei Generationen blieben.

Anja und Michael Bremer warten auf die leckeren Gerichte

Über mehrere Jahrhunderte hinweg wurden in der Poltersdorfer Kurfürstenstraße 35 immer weiter eine Gastwirtschaft betrieben. Der Winzer und Gastwirt Hermann Weber (Großvater der heutigen Eigentümerin Nicole Gembus geborene Weber) erwarb 1950 das Haus, ließ sich eine Konzession erteilen und richtete die „Alte Weinschänke“ aufs Neue ein.

1976 übergab er den historischen Gasthof an Sohn Elmar und dessen Ehefrau Anita. Die jungen Webers führten ihn bis 2007 und bauten in dieser Zeit das Haus sehr behutsam um und erweiterten es um die „Urban-Stube“ und die „Keltergalerie“.

Seit 2008 hat mit Nicole Gembus, Ehemann Christian sowie Tochter Vivien die dritte Generation das Zepter in der „Alten Weinschänke“ übernommen.

Die urgemütliche Gaststube wird von einem alten Kachelkamin beherrscht und bei einer guten Flasche Wein kann man stilvoll die alte Zeit wiederaufleben lassen. Direkt darüber befinden sich die geschmackvollen Gästezimmer. Die vielversprechende, gutbürgerliche Speisekarte hält Wort und da Wirt Christian auch in der Küche das Sagen hat, ist jedes Gericht fast eine Offenbarung. Man kennt was man isst, aber Christian Gembus hat auch immer wieder was Neues in der Pfanne. So sind seine Quetsche-Schnitzel die Renner der Herbstsaison und so stark gefragt, dass der Koch kaum mit der Produktion hinterherkommt.

Das à la Carte Restaurant erfreut nach einer ruhigen Nacht mit einem reichhaltigen, fantasievollen Frühstückbuffet in dem ansprechenden Frühstückszimmer.

Direkt gegenüber des historischen Gebäudes in der Ortsmitte von Poltersdorf gibt es einen hauseigenen Parkplatz für die fahrbaren Untersätze. Weitere Informationen bei Familie Gembus Telefon: +49 2673-1421. Mail: info@alte-weinschaenke.de sowie www.alte-weinschaenke.de.   sig/Fotos: Gerdau   

Der Kreislauf des Lebens-Sein und nicht mehr sein

Bildbesprechung von Siegfried Gerdau

Mit lautstarkem Protestgeschrei kündigt Homo sapiens sein Erscheinen in einer für ihn ungemütlichen Welt an. Parallel dazu beginnt eine imaginäre, aber unerbittliche Sanduhr zu laufen, die von nun an sein Leben begleiten wird.

Hat das Menschenkind in einem christlichen Umfeld die Welt erblickt, wird ihm schon bald die Bibelversion des neuen Testaments als Lebensbegleiter angeboten. Im Laufe seiner Entwicklung entscheidet er sich für ein Leben unter den Geboten Gottes oder für eine anderen Religion. Der Versuch ganz ohne einen spirituellen Halt diesen Weg zu meistern, ist dabei der schwerste.

Die sogenannte „Heilige Schrift“ ist die wichtigste religiöse Textsammlung im Juden-wie auch im Christentum. Sie gilt Gläubigen als göttlich inspiriert, mindestens aber als orientierender Maßstab. Für viele Christen kann man sie getrost als das am meisten gelesene Buch bezeichnen, weil es versucht Erklärungen für alle Lebenslagen zu liefern.

In weit mehr als an einer Stelle weist das Werk auf die Endlichkeit, auch der menschlichen Geschöpfe, hin. Die Sanduhr manifestiert diese unwiderlegbare Tatsache. In vielen Darstellungen wird der Tod als Schnitter oder Sensenmann dargestellt. Die Sense weist demzufolge daraufhin, dass irgendwann die Lebensuhr für jeden Menschen völlig individuell abgelaufen ist.

Gut dran ist der, der sich schon sehr früh mit dieser Tatsache vertraut gemacht hat. Man kommt mit nichts und geht ebenfalls ohne jeglichen Besitz wieder von dieser Welt.

Dazwischen liegen gute und böse Taten, Raffgier, Liebe und Hoffnung, Freude und Leid, Krieg und Frieden. Leben eben. Weil es im Vergleich mit dem Weltzeitalter sehr kurz ist, möchte man das eigene Leben mit Glück erfüllen. Die Entscheidung darüber trifft Gott nicht alleine. Man muss ihm helfen und hilft damit sich selber.

Das Bild entstand 1914 unter der künstlerischen Hand des zu seiner Schaffenszeit sehr beliebten Herborner Humanmediziners Dr. Martin Funke, dem Großvater meiner Frau, und befindet sich noch immer im Familienbesitz. Mit deren Genehmigung durfte ich es abfotografieren und veröffentlichen. Es stellt in einzigartiger, komprimierter Weise das Leben dar und macht gleichzeitig deutlich wie wenig verlässlich es doch ist.   

Neuer Gesprächskreis für Trauernde

Trauer heißt Abschied nehmen – und das braucht Zeit und eine gute Begleitung. Eine neue Gesprächsgruppe für Trauernde, die ihren Lebenspartner verloren haben, startet ab 21. Oktober 2026 in Dillenburg. Geplant ist eine feste Gruppe von 8 bis 10 Personen. Die geschlossene Gruppe kann die Begegnung mit Menschen in ähnlicher Situation ermöglichen. Die Gespräche bei den Treffen sind vertraulich, das Angebot ist kostenfrei. Es wird um baldige Anmeldung gebeten.

Die Trauergruppe kann unabhängig von einer Religionszugehörigkeit besucht werden. Begleitet wird die Trauergruppe von Pfarrer Stefan Föste (Alten-, Kranken- und Hospizseelsorger) und Trauerbegleiterin Martina Umar . Insgesamt sind acht Treffen mittwochs von 18 bis 20 Uhr geplant. Die Treffen im Herbst 2026 finden im Haus Elisabeth (Rolfesstraße 30-40, 35683 Dillenburg) statt. Vor dem Start der Trauergruppe im Oktober werden ab August 2026 Vorgespräche mit den Trauernden geführt. Die Vorgespräche finden im Evangelischen Gemeindehaus Herborn (Kirchberg 9, 35745 Herborn) statt.   

Anmeldungen sind vorab möglich bei Trauerbegleiterin Martina Umar unter martina.umar@ekhn.de oder mobil unter 0151-44988796.  

Angehörige fühlen sich oft hilflos

Ein Todesfall: Beerdigung, große Anteilnahme. Aber wenn der „Zurückgebliebene“ mit seiner Trauer allein nicht klarkommt, dann sind Freunde und Familie oft hilflos. Beim Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, fühlt man sich verstanden und kann sich gegenseitig unterstützen.

Das Evangelische Dekanat an der Dill möchte mit dem Angebot der Trauergruppe Frauen und Männern in der Trauer unterstützen. Die Teilnahme an den acht Treffen ist verbindlich. Nach dem ersten Treffen werden keine neuen Teilnehmenden dazu kommen. Das Angebot ist grundsätzlich für alle Menschen offen, unabhängig von ihrer Konfession und Glaubenseinstellung, betont Trauerbegleiterin Martina Umar.

Vorgespräche starten im August

Der Verlust des Lebenspartners/Ehepartners soll bei Beginn der Trauergruppe mindestens drei Monate her sein. „Wenn Sie sich für die Trauergruppe interessieren, dann führen Stefen Föste und ich gerne ein Vor-Gespräch mit Ihnen“, sagt Umar, „es soll dazu dienen, einander etwas kennenzulernen. Außerdem möchten wir sicherstellen, dass Sie in der Gruppe nicht überfordert sind, und auch, dass die Gruppe nicht überfordert wird“.

Martina Umar bringt ihre Erfahrungen sowohl aus jahrelanger Hospizarbeit und aus der Trauerarbeit mit. Pfarrer Stefan Föste ist Pfarrer für Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge im Evangelischen Dekanat an der Dill.  

» Es wird um vorherige Anmeldung gebeten:

Martina Umar
Trauerbegleiterin
Mobil: 0151-44988796
Mail: martina.umar@ekhn.de

Mila Herok: erste Herborner Fußball Nationalspielerin

Von Artur Schmidt

Vor einem Jahr berichtete ich über den Wechsel der damals dreizehnjährigen Nachwuchsfußballspielerin Mila Herok aus Herborn. Damals traf die Schülerin der 7. Klasse des Herborner Johanneum Gymnasiums zusammen mit ihren Eltern die Entscheidung, vom Nachwuchsteam der Eintracht Frankfurt zur SpVg Aurich in Ostfriesland zu wechseln.

Mila Herok

Damit verbunden war natürlich auch ein Schulwechsel in die 8. Klasse des Ulricianum in der 43 000 Einwohner zählenden ostfriesische Kleinstadt. Keine leichte Entscheidung, in einer sehr wichtigen Lebensphase, das gewohnte Umfeld in Herborn zu verlassen.

Ein Jahr danach kann Mila äußerst positiv auf die vergangenen 365 Tage zurückblicken.

Die Sommerferien bedeuten für sie ein wenig Abstand zum Fußball zu finden, und wieder im Kreis ihrer Familie in der Eichendorfhöhe zu sein sowie wie früher, mit Bruder Noel und den Eltern, gemeinsame Aktionen zu unternehmen. So geht es zwei Wochen an die Ostsee, um Kraft für die Saison 2026/2027 zu tanken. Mila: „Der Aufenthalt in Herborn gibt mir die Möglichkeit, ein wenig hinter die Kulissen der jungen Ausnahmefußballerin im vergangenen Spieljahr schauen zu dürfen.“

Hast Du aus deiner Sicht den Wechsel nach Ostfriesland bereut?

Mila

In keiner Weise. Die Entscheidung, zusammen mit meinen Eltern, war die absolut richtige. Den Schulwechsel von einem Bundesland zum anderen hat mir nur wenige Probleme bereitet. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hatte ich schnell den Anschluss gefunden. Ich habe sogar meine Schulnoten in Aurich verbessert. Sportlich gesehen war der Wechsel nach Aurich ein Volltreffer in vielerlei Hinsicht. Der Stress bis zu fünfmal in der Woche nach Frankfurt zu den Spielen und zum Training zu fahren ist nicht mehr vorhanden. Meine Trainer sind sehr zufrieden mit dem ersten Spieljahr und haben eine Positionswechsel von der Abwehr auf den Flügel erfolgreich vorgenommen. Ich habe bei allen Spielen zum Stammaufgebot gehört und jedes Spiel absolviert. Trotzdem freue ich mich wieder nach Herborn zu meiner Familie zu kommen. Papa und Mama waren sogar bei einigen Matches dabei.

Aurich ist seit zirka einem Jahr dein neuer Lebensmittelpunkt. Wie kommt man als junges Mädchen damit klar?

Mila

Ich hatte mit der neuen Situation eigentlich keine Probleme, zumal ich einige Mitspielerin aus der Vergangenheit kannte.. Wir wohnen dort in einer Drei Personen Wohngemeinschaft. Für die Verpflegung sorgen wir überwiegend selbst. Es fördert das soziale Verhalten und hat auch einen positiven Einfluss auf den Teamgeist in der Mannschaft.

Wie darf ich mir deine täglichen Alltag vorstellen?

Mila

Um 7.45 Uhr beginnt die Schule im Ulricianum, einer Schule, die in Kooperation mit dem SpVG Aurich sehr eng zusammen arbeitet. Das heißt Schule und Sport ergänzen sich und setzen je nach Dringlichkeit ihre Prioritäten. Dies erleichtert selbstverständlich die fußballerische Entwicklung eines jeden Einzelnen. Eigenverantwortlich gestalten wir dann ab 13 bis 15.45 Uhr den Nachmittag, bevor dann das tägliche Training ansteht.

Inwiefern unterscheidet sich das Training im Vergleich zu dem in Frankfurt.

Mila

Ich muss sagen, dass ich in der Zeit bei der Eintracht sehr gute Übungsleiter hatte und viel gelernt habe. Das Training in Aurich ist jedoch in vielerlei Hinsicht profesioneller. Wir werden von einem Trainer- Betreuerstab trainiert. Auf eine gute allgemeine Grundausbildung wird sehr großen Wert gelegt Da wir ständig vor Ort sind, ist eine effektive Trainingsteuerung wesentlich besser möglich.Wir bekommen von einer Ernährungsbetraterin Tips in Bezug auf gesunde und leistungsfördernde Ernährung. Bei Bedarf steht uns zudem ein Physiothrapeut zur Verfügung.

Bist Du mit deiner sportlichen Entwicklung zufrieden?
Mila
Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Dass ich mich als jüngste Spielerin des U 17 Teams so schnell und so gut einführen konnte, macht mich sehr zufrieden. Es ist schon spannend in den Ligaspielen gegen die Nachwuchsteams der Bundesliga wie Berlin, Bremen, Hamburg, und Kiel spielerisch mithalten zu können.
Der Höhepunkt meiner bisherigen sportlichen Kariere war die Berufung in die U 16 Nationalmannschaft von Polen. Im Mai durfte ich gegen Schweden und Kanada für das Geburtsland meines Vaters Martin auflaufen.
Warum für Polen?

Ich habe sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsbürgerschaft.

Scouts des polnischen Fußballverbandes sind auf mich aufmerksam geworden und haben daraufhin meinen Vater gefragt, ob ich international für Polen spielen würde. Dies habe wir bejaht und somit bekam ich eine Berufung als Nationalspielerin in das ponische U16 Team.

Mila Herok im polnisches Nationalteam (obere Reihe 3. von rechts)

Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass ich auch über das achtzehte Lebensjahr für Polen spielen werde. Sofern die fußballerischen Leistungen es hergeben, werde mich erneut für Polen oder Deutschland entscheiden. Jetzt erst hat mir der Verband aufgetragen erst polnisch zu lernen, was ich gerade tue. Was für mich eine besondere Herausforderung darstellt.

Wann startest Du wieder in die Spielsaison 2026/27

Mila

Ich bin weiterhin noch für die U 17 spielberechtigt. Nach einem Trainingslager in Osnabrück beginnt die Ligarunde wieder im August.

Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg verbunden mit den besten Wünschen, dass deine Ziel, eines Tages in der Frauenbundesliga auflaufen zu dürfen, in Erfüllung geht. Eine Weg, der durch viele persönliche und sportliche Faktoren beeinflusst wird. Wir drücken dir die Daumen, dass du weiterhin so erfolgreich wie bisher mit Leidenschaft den Frauenfußballsport nachgehen kannst. .

Von Schnürschuhen und Getränkekisten

Von H. Eberhard

Wenn die Ziele weniger werden, die Zeit schneller vergeht und materielle Werte an Bedeutung verlieren, hat das Leben einen Status erreicht, in dem das Überleben erste Priorität besitzt.

Schwedischer Bildhauer in Lacoste. Foto: heb

Die eigene Meinung hat sich verfestigt, weil sie im günstigsten Fall oft genug hinterfragt wurde. Die andere wird immer unaufgeregter zur Kenntnis genommen. Die Zeit der Nabelschau ist in ein neues Stadium getreten und der Horizont beginnt zu schrumpfen. Die verzweifelten Versuche Dinge zu bewahren, die ins Nirwana abzustürzen drohen, wirken in ihrer Sinnlosigkeit hilflos und nicht selten unangebracht.

Erinnerungen, die ein ganzes Leben lang verschüttet waren, treten an die Oberfläche und gewinnen an Wert. Sie verfestigen plötzlich den Sinn des eigenen Seins. Immer öfter verweigert der Körper die Mitarbeit. Eine Getränkekiste an jeder Hand war einmal. Jetzt ist man froh bei einer einzigen geholfen zu bekommen. Anfangs fast unbemerkt, wird viel zu schnell deutlich, dass die Tage, die in den Anfangsjahren des Lebens so unendlich lang erschienen, immer kürzer und schwerer werden.

Selbst das Aufstehen fällt nicht mehr so leicht wie früher und damit ist nicht die Unlust gemeint, sondern das Knacken der Knochen. Während die Kleinen das Binden der Schuhe lernen müssen und stolz sind, wenn sie es können, ist es im zunehmenden Alter ein Angang. Der Griff nach den Slippern und dem langen Schuhlöffel wird zur Pflicht.

Obwohl die Terminkalender auf das unbedingt Nötige geschrumpft sind, steht immer mehr der nächste Arztbesuch darin. Hausarzt, Facharzt, Physiotherapeut und vielleicht auch die Altersgymnastikstunde müssen sein. Wer einen guten Hörgeräteakustiker und einen fachlich versierten Augenoptiker kennt, ist schon ein Stück weiter. An Krankenhausaufenthalte will man erst gar nicht denken.

Über allem schwebt immer die Angst, den Führerschein zu verlieren. Zu alt, eine Beule ins Nachbarauto gefahren oder eine ungünstige Gesundheitsprognose. Alles ist möglich. In unserer modernen und fortschrittlichen Zeit, verliert der ältere Mensch auch gesellschaftlich seine Bedeutung. Da Höflichkeit per se in Misskredit geraten ist, hat sie gegenüber dem älteren Menschen überhaupt keine Bedeutung mehr. Alt ist gleich dumm und überflüssig, also eine Belastung, die es gilt niederschwellig zu halten.   

Freundschaften reduzieren sich, werden ehrlicher. Das Wissen um die Endlichkeit hat oftmals auch die noch nicht erreicht, die es besser wissen müssten. Was bleibt und nicht selten im Alter noch stärker wird, ist der Hass gegen Menschen auch dann, wenn man sie gar nicht kennt. Den gleichgeschalteten Massen, zumindest gedanklich hinterherlaufen, geht scheinbar noch. Schade eigentlich, denn das Alter sollte weiser gemacht haben. Vielleicht ist es aber das Aufbäumen gegen den eigenen Niedergang, wenn ältere und alte Menschen mit Hetzplakaten schreiend auf den Straßen hintereinander hermarschieren. Eigentlich gäbe es besseres zu tun. Beispielsweise die verbliebene, vorbeieilende Zeit sinnvoll zu nutzen.

Deutschland deine Demos

Meine Meinung

Immer öfter tauchen die hässlichen Fratzen von Kommunisten, Maoisten und Trotzkisten hinter den roten Fahnen von Antifaschisten, Linksextremisten und Linken auf. Manches mal mit Hammer und Sichel geschmückt, machen sie deutlich, worum es ihren Trägern geht. Der Staat und seine Repräsentanten sowie die vom Grundgesetz verbriefte Grundordnung, sind das Ziel. Unter dem Vorwand die Demokratie schützen zu wollen machen linke Organisationen mittlerweile auch verbal deutlich, worum es ihnen wirklich geht. Der Kampf gegen die verhasste AfD ist ein willkommener Deckmantel unter dem tausende milchbärtige Mitläufer und ebenso viele ahnungslose Mitläuferinnen geködert werden.

„Hier sitz ich und schwitz ich….“

1968 waren es der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) und die Außerparlamentarische Opposition (APO) die auf den Straßen der Großstädte gegen das System kämpften. Auslöser war das Attentat auf Rudi Dutschke im April 1968. Die Springer‑Presse‑Kampagnen mobilisierten darüber hinaus Zehntausende.

Die Vorwände, sich heute mit den staatlichen Sicherheitskräften anzulegen, sind banaler und deutlich einfacher gestrickt. Eine Partei, die von 20 Millionen „Idioten“ demokratisch gewählt wurde, muss als Auslösegrund für „höhere“ Ziele herhalten. Parteigänger von CDU und SPD merken überhaupt nicht was da in Wirklichkeit abgeht. Das gilt auch für Gewerkschaften wie den DGB und die christlichen Kirchen.

Hand in Hand gehen die mit den eigentlichen Staatsfeinden von links auf die Straßen und die „Omas gegen rechts“ skandieren „Nazis raus, Nazis raus.“ Der bunten Schar der Mitläufer unter Regenbogenfahnen und Regenschirmen fehlt oft jedes geschichtliche oder politische Verständnis. Sie erinnern an eine laut blökende Schafherde, die von Hirtenhunden (Ordnern) in die geplante Richtung getrieben wird.

Während die Zielobjekte unter Polizeischutz in aller Ruhe in Erfurt ihren gesetzlich vorgeschrieben Parteitag abhalten, klebten die „Aktivisten“ an den Gleisen der innerstädtischen Bahnen, die an besagtem Wochenende sowieso nicht fuhr. Auch eine Autobahn in der Nähe der Veranstaltungsstadt (A71) besetzten sie, obwohl diese von den Polizeikräften schon lange vorher für den Verkehr gesperrt wurde. Nur Brüllen und Pfeifen reicht halt nicht ganz. Ein wenig Denken gehört auch zum Demonstrationsgeschäft.

Was sagen eigentlich die unbeteiligten Zeitgenossen zu alldem? Sie halten sich raus und knurren leise bei den Gedanken was auf sie zukommen könnte. Sie könnten klare Zeichen nach rechts, links oder der Mitte setzen, wenn sie denn nur alle von ihrem verbrieften Recht der freien Wahl Gebrauch machen würden. Viele gehen ja und wählen wie schon ihre Väter und Großväter. Manche lassen sich auch schon mal von anderen Parteien überzeugen, aber die große Masse bleibt auf den Sofas sitzen und meckert.

Besonders junge Familien und alte Menschen spüren direkt an ihren Geldbeuteln, dass so einiges im Land nicht stimmt. Es wird alles teurer, die Regeln auch Reformen genannt werden zu ihren Ungunsten geändert und wer das laut sagt, schaut gleichzeitig über seine Schulter, ob jemand mithört. Der Druck im Land wächst parallel mit einer latenten Unfreiheit, behaupten Zeitgenossen immer öfter.

Von alldem profitieren die politischen Ränder mehr oder weniger stark. Die Durchhalteparolen aus dem politischen Spektrum werden immer lauter, erreichen aber lediglich die Gutgläubigen. Wer einen Hammer auf den Kopf, ein Messer in den Bauch bekommt oder einfach nur sein Hab und Gut verliert, verliert auch das Vertrauen in den Staat und dessen Schutz. Wenn es, wie man den täglichen Nachrichten entnehmen kann, täglich mehrfach passiert, werden Zweifel erzeugt, ob das alles seine Richtigkeit hat.

Der Ruf nach Arbeitsplatzsicherheit, bezahlbare Wohnungsgarantie und bezahlbaren Nahrungsmitteln wird lauter und immer unüberhörbarer. Das gilt auch für Infrastrukturen aller Couleur. Die Schulden, wie auch die geplanten neuen, sind zu einem unübersehbaren Berg angestiegen und keiner der Verantwortlichen macht sich Gedanken wer und wie die abgebaut werden können. Während die Bundesrepublik in der gesamten Welt immer noch den großen Onkel mit den Taschen voller Geld spielt, geht das Land sukzessive den Bach runter. Deutschland braucht verantwortungsvolle Politiker und keine Ideologen.

Fazit:

Nur Parteien, wie die AfD, mit aller Kraft zu verteufeln, ist der falsche Weg. Ursachenforschung, warum es den einstigen Außenseitern gelungen ist sich an die Spitze aller Parteien zu setzen, wäre sinnvoller. Der eingeschlagene Weg von Denunziation, Hetze und Ausgrenzung hat noch nie zum Ziel geführt, sondern die Betroffenen immer stärker gemacht. Um das zu begreifen muss man aber auch ein wenig nachdenken, sonst läuft das am Ende wie an den Erfurter Straßenbahngleisen. sig/Foto: KI