Wochenmarkt in Herborn

Von Siegfried Gerdau

Es ist Freitagmorgen. Die kleine Stadt an der Dill ist bereits erwacht. Der Wetterbericht verspricht einen sonnigen Tag, so wie man ihn Mitte August erwarten kann. Auf dem Kornmarkt, dem zentralem Platz in der Altstadt herrscht emsiges Treiben. Die ersten Händler bauen ihre Stände auf. Ein paar Frühaufsteher sind unterwegs und tauschen die neusten Nachrichten miteinander aus. Der Herborner Markt am Freitag gehört zur Stadt wie das majestätische Rathaus, die Hohe Schule oder das Schloss. Hoch über der Stadt steht das ehrwürdige Bauwerk und schaut dem Treiben mit stoischer Ruhe zu. Gerade hat der Mann mit der Gitarre und den Federn am Hut seinen Platz eingenommen. In den zahlreichen Cafés der Innenstadt rüstet man sich auf den zu erwartenden Ansturm.

In der Hauptstraße, gleich gegenüber der Figurengruppe mit dem kleinen Heinz, der Katzenmarie und dem Begründer des Herborner Trödelmarkt Ernst De la Motte, werden Blumenkübel geschleppt und die Transportwagen rattern mit lautem Getöse über das Kopfsteinpflaster. Der Blumenhändler aus dem Siegerland ist das Zugpferd des Marktes und sich seiner beherrschenden Stellung durchaus bewusst. Von weit her werden im Laufe des Tages die Menschen seinen Stand besuchen und so gut wie immer ein Schnäppchen machen. Auch der Standgebühreneintreiber, respektive der Stadtsäckel, kommt auf seine Kosten. Ungeachtet der Tatsache, dass durch die Ferienzeit auch der Umsatz bei den Marktleuten etwas zurückgeht. Die Gebühr ist in jedem Fall fällig. Die drei Eisdielen der Stadt haben ihre Behältnisse bis zum Rand gefüllt. Eis geht in dieser Jahreszeit immer. Zwar sind die Bällchen ein wenig teurer als früher, aber was ist nicht teurer geworden in dieser unsicheren Zeit.

Dieses und weitere Themen, wie das Schicksal des Wildgeheges und die Überlegung die gesamte Innenstadt autofrei zu machen, streifen die Besucher höchstens am Rande. Es ist der wöchentliche Herborner Feiertag und den will man sich nicht mit solch unliebsamen Gesprächen kaputtmachen. Schon bald werden die hungrigen Pausengänger bei Toni, der in Wirklichkeit Timo heißt, Schlange stehen, um seine legendäre Wurst zu kaufen. Auch das ist Kult und darauf sind die Herborner Stolz. Die altehrwürdigen Fachwerkhäuser sind für Touristen gern gesehene Fotomotive und wenn jeder Druck auf einen der Auslöser einen Splitter Holz entfernen würde, wäre die historische Altstadt platt. In den Restaurants der Stadt bereiten sich die Köche auf das Mittagessen vor. Die Bäcker hingegen haben ihr Geschäft mit den leckeren Herborner Brötchen schon gemacht. Während die zahlreichen Einzelhändler Tür und Tor ihrer Geschäfte öffnen und die Markisen herunterkurbeln, legen die Stadtpolizisten ihre Uniformen an. Ordnung muss sein und darauf achten sie. Ein paar Tauben picken lustlos in den Pflasterfugen. Noch sind Krümel Mangelware, aber das ändert sich bald.

Die Auto-Poser und Asphaltmachos ruhen sich noch von diversen Rennen der vergangenen Nacht auf Herborns Straßen aus. Ihre Boliden müssen erst am Montag zu den Autoverleihern zurück, da kann man noch einmal richtig aufdrehen. Wie gut, dass die Augen des Gesetzes zur Rasenszeit meist schon geschlossen sind.

Wie idyllisch ist es dagegen heute auf den Straßen und Plätzen der Stadt. Lediglich die Parkplätze sind rarer als an anderen Tagen. Wer schlau ist kommt mit dem Bus oder wer im Tal wohnt, mit dem Fahrrad. Beim Blumenkauf könnte das jedoch ein Problem werden. Bei den günstigen Preisen kann man kaum widerstehen und so sieht man immer wieder Marktgänger mit Armen voll Blumen zu ihren fahrbaren Untersätzen eilen. Die angetrauten Ehefrauen machen den Weg frei und sorgen für die Übersicht.

In der Hauptstraße testen die Herren der Schöpfung die ausgestellten Strandkörbe. Die sind nicht nur schick, liegen im Trend und an Bequemlichkeit kaum zu überbieten. Die Damen, haben die Waren ihrer Begierde im Trockenen und zeigen sich deshalb großzügiger als sonst. Wenn sich das nicht wiederholt, sei‘s drum. Man muss den Männern ja auch mal was gönnen. Den Geschäftsabschluss verfolgen sie nicht mehr. Die Parfümerie duftet dermaßen verführerisch und bei der stolzen Summe für den Korb, wird doch sicherlich ein edles Parfümchen für sie drin sein.

Mittlerweile schweben die Düfte von Bratwürstchen und Co durch die Stadt. Auch den Stand mit den Fischbrötchen steuern viele Hungrige an- man soll ja mindestens einmal in der Woche Fisch essen. Aber Halt, der ist ja gar nicht da. Auch der Fischhändler vom Rhein hat scheinbar Urlaub. „Im Sommer geht der Fisch nicht ganz so gut“, sein Resümee und da liegt es auf der Hand einfach mal frei zu machen.

Auf dem Holzmarkt hat mittlerweile Deutschlands beste Anhängerfahrerin ihren Käsetruck gekonnt eingeparkt. Vielen Herren bleibt vor Staunen der Mund offen, angesichts dieser Fahrkünste. Der Bio-Obst-und Gemüsehändler gegenüber, glänzt ebenfalls durch Abwesenheit. Freitag ist auch in Theos Holzmarktküche Fischtag. Die Riesenportionen verlassen im Sekundentakt den kleinen Gourmettempel. Immer wieder halten die Markbesucher Ausschau nach Frieda der Gans und Aushängeschild des Wochenmarktes. Die Dame ist leider einem Fuchs im heimischen Stall zum Opfer gefallen und ihr Herrchen Wolfgang Schäfer hat auch den Dirigentenstab übergeben. Wenn man Glück hat, sieht am ihn höchstens mal aus Besucher in der Stadt. „Alles hat seine Zeit“, steht schon in der Bibel. Fotos: Gerdau

50.000 Euro für Hilfsprojekte im Flutgebiet

Rittal Foundation fördert soziale Vereine im Ahrtal
Mit der Rekordsumme von 930.000 Euro helfen die Mitarbeitenden der Friedhelm Loh Group und die Rittal Foundation den Betroffenen der Flutkatastrophe seit Sommer 2021 in der größten Not. Jetzt hat die gemeinnützige Stiftung der Unternehmensgruppe weitere 50.000 Euro an zwei Initiativen übergeben: Die Vereine „ahrlotsen e.V.“ und „Spenden-Shuttle“, die betroffenen Menschen im Ahrtal eine starke Stütze im Alltag sind.
Herborn, 10. August 2022 – Mehr als ein Jahr liegt die Flutkatastrophe vom Sommer 2021 inzwischen zurück. Doch die Bilder werden uns wohl nie aus dem Kopf gehen. Im Ahrtal und in Teilen Nordrhein-Westfalens ließen 184 Menschen in den Wassermassen ihr Leben, Tausende verloren über Nacht ihr Zuhause. Die Bilder und Berichte vom Leid der betroffenen Menschen lösten eine beispiellose Spendenbereitschaft aus. Auch die Beschäftigten der Friedhelm Loh Group und Inhaber Prof. Friedhelm Loh sammelten innerhalb kürzester Zeit 930.000 Euro für die Flutopfer, die höchste Spendensumme in der Unternehmensgeschichte. Die Verteilung der Gelder übernimmt die Rittal Foundation, um Hilfsprojekte in den Bereichen Sozialprojekte, Kitas, Schulen, Jugendhilfe und Hilfswerke zu fördern. Darüber hinaus kam ein Teilbetrag über Spendenkonten von Kommunen, Kirchen und Hilfswerken Privatpersonen auf direktem und schnellem Weg zugute. Jetzt hat die gemeinnützige Stiftung um Geschäftsführer Rainer Reissner und Markus Betz, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, zwei weitere Projekte im Ahrtal mit jeweils 25.000 Euro bedacht.
Ein Teilbetrag erreichte den Verein „ahrlotsen e.V.“. Die freiwilligen Helfer unterstützen als Ansprechpartner betroffene Menschen im Ahrtal mit direkter Hilfe und wirksamen Lösungen bei Anliegen rund um den Wiederaufbau und die Versorgung – von Sachspenden bis zur Vermittlung von Dienstleistungen. Dazu zählt auch die Initiative „vereint die vereine“. Ihr Ziel: Sportvereine im Ahrtal zusammenzubringen und gemeinsam auf den schnellen Wiederaufbau von Sportstätten, zum Beispiel öffentlichen Bolzplätzen, hinzuwirken. „Dank Ihrer Spende können wir das Projekt Sportbox umsetzen. Hier können sich Betroffene Sportgeräte für Aktivitäten im Freien ausleihen“, erzählt Isabel Haunhorst, Vorsitzende der „ahrlotsen“. „Da viele Sportstätten zerstört wurden, haben die Menschen so die Möglichkeit, sich zu bewegen, Spaß zu haben und vorübergehend ihren Alltag hinter sich zu lassen.“
Zweiter Spendenempfänger ist der Verein „Spenden-Shuttle“, hervorgegangen aus dem Helfer-Shuttle, das nach der Flut über 250.000 helfende Hände ins Ahrtal gebracht hat. Gutes für die Gemeinschaft tun – das ist der Antrieb, mit dem der Verein nachhaltig Lücken füllen möchte, die die Kommunen nicht schließen können. Neuestes Projekt ist der Jugendtreff „MegAHR“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die umgebaute ehemalige Containeranlage bietet insbesondere Jugendlichen zweimal pro Woche eine Anlaufstelle, gemeinsam Zeit zu verbringen – mit Spielen, Büchern, Billard- und Kickertisch. „Mit Ihrer Unterstützung tun Sie hier wirklich Gutes. Jeder Cent ist es wert, wenn wir dafür Menschen zusammenführen und ihnen eine kleine Auszeit schenken können“, bedankt sich Vorsitzender Guido Henseler. Mit den Hilfsmitteln wollen sie den auf Sand angelegten Außenbereich, aktuell bestehend aus Palettenmöbeln und einer Tischtennisplatte, weiter gestalten und zum Beispiel um ein Basketballfeld erweitern. Direkt neben dem Jugendtreff betreibt der Verein den Indoorspielplatz KinderpAHRadies. Hier können „Flutkinder“ ihre Erlebnisse für ein paar Stunden ausblenden. „Viele Mitarbeiter in den Rathäusern sind selbst betroffen und überfordert. Da fallen Freizeitaktivitäten für Kinder natürlich hinten runter“, erklärt Guido Henseler. Finanziert wurde die Einrichtung aus Spenden, darunter 25.000 Euro von der Rittal Foundation, die sie Anfang des Jahres übergeben hat.Bis Ende Februar hatte die Stiftung bereits rund zwei Drittel der Spendensumme von 930.000 Euro an Initiativen in den Flutgebieten ausgezahlt – orientiert an ihren drei Förderbereichen Bildung/ Erziehung, Diakonie/ Soziales sowie Kultur und Wissenschaft. „Unser Ziel war es, Hilfe schnell dahin zu bringen, wo sie zeitnah und trotzdem nachhaltig die Situation verbessert. Dazu standen und stehen wir von Anfang an in engem Austausch zu Betroffenen und Projekten vor Ort“, berichtet Rainer Reissner. Bis die Folgen dieses Jahrhunderthochwassers beseitigt sind, benötigen die Menschen im Ahrtal zwar noch einen langen Atem, doch mit dieser Solidarität und Anteilnahme im Rücken haben sie jetzt wieder zwei Schritte nach vorn geschafft.
Auch an den Vereins „Spenden-Shuttle“, übergibt die Rittal Foundation eine Spende in Höhe von 25.000 Euro, die dem Jugendtreff „MegAHR“ zugutekommt. Von links Guido Henseler, Rainer Reissner und Markus Betz. Text und Foto: Rittal

Neues Näh-Kästchen in Herborn eröffnet

Der Dillenburger Nähmaschinenspezialist (Näh-Kästchen) Michael Lippelt hat vor wenigen Tagen in der Herborner Hauptstraße 31 (ehemals Bäckerei Nentwich) eine Zweigstelle eröffnet. Das Hauptgeschäft in der Maibachstraße 7 (am Dillenburger Parkhaus) ist auch weiterhin mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet. Darüber hinaus ist Michael Lippelt jederzeit, nicht nur für seine Dillenburger Kundschaft, telefonisch zu erreichen.

Michael Lippelt

In beiden Näh-Kästchen werden nicht nur Nähmaschinen aller bekannter Marken wie Singer, Brother, Pfaff, Toyota der Husqvarna verkauft, sondern auch repariert. Dabei ist völlig unbedeutend, wo diese erworben wurden. Der Reparaturservice, der im Haus Näh-Kästchen bereits seit 51 Jahren angeboten wird, hat einen hervorragenden Ruf weit über die regionalen Grenzen hinaus. Lippelt verkauft ausschließlich Marken von denen der Fachmann persönlich überzeugt ist. „Die Kunden sollen sicher sein, bei mir nur Maschinen zu erwerben, die eine hohe Funktionalität besitzen und dies über viele Jahre hinweg.“

Wer seine Nähmaschine mit all ihren Möglichkeiten kennenlernen und perfekt beherrschen möchte, kann in der Lahn-Dill-Akademie Dillenburg bei Lippelt die Kurse, „Wie bediene ich eine Nähmaschine“ besuchen. Ratschläge und Tipps für den Umgang mit der irgendwo gekauften oder auch ererbten Maschine, erhält man auch in einem seiner Näh-Kästchen. Die fachliche Beratung stehe überhaupt an erster Stelle und die sei völlig vom Erwerb einer Nähmaschine losgelöst, sagt der 60-Jährige. 

Die Öffnungszeiten des Herborner Näh-Kästchen: Dienstag, Donnerstag und Samstag von 9 bis 12.30 und Freitag von 9 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen per Handy: 0170 2016 325. Mail: naehkaestchen.lippelt@gmx.de sig/Fotos: Gerdau

Michael Lippelt im Kundengespräch vor seinem neuen „Näh-Kästchen“ am Herborner Marktplatz.

Umfrage: SPD verliert wieder Punkte – Union baut Vorsprung aus

titelte T-Online gesternWenn  (04. 08.2022)

Meinung

Kein Wunder, dass die SPD immer mehr absackt. Man hört und sieht nichts mehr von der einstigen Volkspartei und in den Medien sind fast ausschließlich die Grünen präsent. Wenn jetzt die CDU ihr konservatives Profil deutlicher schärfen würde, könnte sich das Kräfteverhältnis noch sichtbarer zu ihren Gunsten verschieben. Die Menschen im Land brauchen endlich klare Antworten auf ihre drängenden Fragen und keine Phrasendrescherei. Sie brauchen keine Spruchbeutel, die ihnen sagen, wie lange sie duschen dürfen und dass sie ruhig ein wenig für den Frieden frieren können. Sie brauchen vor allem keine gut alimentierten Dilettanten an den Schalthebeln der Macht.  Es interessiert höchstens ein paar Ideologen, ob Deutschland alleine die Klimakatastrophe aufhalten kann. Die Welt wird eben nicht am Deutschen Wesen genesen. Dies gelang noch nie. Jetzt geht es um die wirtschaftliche Existenz und um den sozialen Frieden im Land.

Noch halten die Menschen still, obwohl vielen in den unteren Einkommensschichten das Wasser schon bis zum Hals steht. Sie wollen wissen, ob sie im kommenden Herbst und Winter ihre Gas-und Stromrechnungen bezahlen können und ob es genügend Energie für die Privathaushalte und vor allem die deutsche Wirtschaft gibt. Sie fragen sich, wie lange sie die ständig steigenden Lebensmittelpreise noch zahlen können. Sie wollen nicht hören, dass man überlegt, sie mit 70 noch arbeiten zu lassen. Sie wollen auch nicht ständig mit Horrormeldungen über bevorstehende Virusinfektionen überflutet werden. Vor allem wollen sie nicht hören, dass man mit Krieg den Frieden herbeibomben kann. Das deutsche Volk hat seine Lektion gelernt und begriffen, welches Leid „Großdeutschland“ über die Welt gebracht hat. Das wollen die Menschen nicht wiederholen und man hat man ihnen in den Nachkriegsjahrzehnten gründlich genug klargemacht, wie verbrecherisch das Nazi-Regime war. Wir haben gelernt, dass Krieg niemals gerecht und richtig ist. Vor allem begriffen wir, dass Angesichts der riesigen atomaren Bedrohung ein Krieg mehr denn je nur einigen Kriegstreibern und der Waffenindustrie dient. Der Rest bleibt auf der Strecke, auch wenn er auf der „richtigen Seite“ stand. Deutschland will auch nicht, dass Menschen in einem anderen Land für die deutsche Sicherheit zur Schlachtbank geführt werden. Wir hatten es geschafft unseren Kindern beizubringen, dass sie ihre Meinungsverschiedenheiten verbal austragen müssen. Das ist Diplomatie im Kleinen und sollte auch im Großen möglich sein. Wir haben Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet, obwohl wir uns lange dagegen gewehrt hatten. Heute sagen uns die, die sich noch vor wenigen Jahren auf Demos mit der Polizei wegen Wiederbewaffnung und atomarer Aufrüstung prügelten, „das war alles gestern.“ Und die einstigen Ostermarschierer tönen im Brustton der Überzeugung: „Heute geht es um die Zeitenwende und da darf man schon ein wenig bewaffnet sein und sich mit diesen Waffen zur Wehr setzen. Man habe die Wehrdienstverweigerer und Friedensmarschierer immer falsch verstanden und wenn sie junge Soldaten beleidigt und verachteten, sei das ja alles so nicht gemeint gewesen. Die kurze Epoche, der deutschen Gewaltlosigkeit steht offenbar wieder auf dem Prüfstein und die Partei, der es seit weit über hundert Jahren vor allem immer um die soziale Gerechtigkeit ging, schaut mehr oder weniger tatenlos diesem Treiben zu. Regieren geht anders und darf sich nicht im Anschauen von Gasturbinen erschöpfen. Wenn der Grüne Schwanz weiter mit dem Roten Hund wackelt und dem das scheinbar nicht mal auffällt, stimmt etwas ganz und gar nicht

Von Siegfried Gerdau

Wildgehege-Hintergründe und Zukunftsperspektiven

Das Herborner Wildgehege ist derzeit ein viel diskutiertes Thema in der Bärenstadt. Der Förderverein Wildgehege, allen voran Vorstandsmitglied Christian Stuhl, sieht das Gehege mit seinen Tiergehegen und Kinderspieleinrichtungen in Gefahr und ist an die Öffentlichkeit gegangen. Mittels Unterschriftsaktion will der Verein eine breite Bürgerfront gegen die Stadt in Stellung bringen. (Siehe auch den Artikel in gerdaus-welt „Steht das Wildgehege vor dem Aus“).

Um was geht es? Der Neubau der Kallenbachtalbrücke am Rande der Stadt und im Zuge der A 45 wird schon in wenigen Jahren beginnen und dafür braucht man Platz. Dummerweise verläuft ein großer Teil der Brücke genau über das Wildgehege im Herborner Stadtwald. Das bedeutet, dass die bisherige Größe des Wild-Geheges stark reduziert werden muss. Die Planungen für die Brückenerneuerung sind schon seit längerer Zeit bekannt und die Stadt hat sich entsprechend in einem eigens dafür gebildeten gleichberechtigt besetzten Arbeitskreis, mit dem Thema beschäftigt. Dazu gehört auch der Förderverein Wildgehege Herborn.

Nun sind neue Aspekte hinzugekommen, die ohne die geplanten Bauarbeiten wahrscheinlich nie oder erst viel später, zu Tage getreten wären.

In einem Gespräch mit gerdaus-welt machte Herborns Bürgermeisterin Katja Gronau (parteilos) nachdrücklich deutlich, dass weder sie, noch Stadtverordnete und Magistrat die Tiere in der oberen Kallenbach „weghaben“ wollten. „Das Wildgehege soll erhalten bleiben, nur über den Umfang und die Form muss noch gesprochen werden“, sagte sie. Unbedingt werde die Stadt jedoch die Rechtssicherheit anstreben und da habe sie gesetzlich absolut keine Spielräume. Auch stehe für sie und natürlich auch für das seit längerer Zeit involvierte Veterinäramt, das Tierwohl im Vordergrund.

Katja Gronau

Was meint die Bürgermeisterin damit?  Obwohl das Herborner Wildgehege (nicht zu verwechseln mit dem Uckersdorfer Tierpark) mittlerweile 60 Jahre lang besteht, gab es bis zum heutigen Zeitpunkt keinen Bauplan und dementsprechend auch keine Genehmigung für seine Existenz. Dass der nun vom Kreis gefordert werde, läge in der Natur der Sache und sei auch nicht wegzudiskutieren. Nach Schätzung der Fachleute werde auch dieser Antrag nicht ad hoc erledigt sein, da sehr viele Ämter ihre Stellungnahmen dazu abgeben müssten. Von den geschätzten Kosten in Höhe von ca. 40 000 Euro ganz zu schweigen.

Dass man jetzt der Stadt vorwerfe, die genannten Gründe seien lediglich Vorwände und die Schließung des Wildgeheges die letzte logische Konsequenz, enttäuscht Katja Gronau schon ein wenig. „Wenn ich das Gehege hätte schließen wollen, wäre das schon vor zwei Jahren bei Bekanntgabe der Brückenbaumaßnahmen und dem daraus resultierenden notwendigen Flächenbedarf leicht möglich gewesen.“

„Wir, das heißt der Magistrat und ich, wollen das Gehege unbedingt erhalten. Dass die Fläche des Geheges reduzierte werden muss, steht jedoch außer Zweifel“, sagte Gronau. Ob dies 15 Prozent der jetzigen Größe oder vielleicht auch mehr sei, lasse sich zum augenblicklichen Zeitpunkt noch nicht schlüssig beantworten. Die Stadt habe in Dresden sechs Monate lang eigens einen städtischen Forst-Mitarbeiter zum Werks-Tier-Pfleger ausbilden lassen und das deute sicher nicht daraufhin, dass man die Anlage schließen wolle.

In den naheliegenden Hochwald könne man auf keinen Fall ausweichen. Die in Frage kommende Fläche gäbe einfach nichts Zusammenhängendes her. Dass aber bei Reduzierung der Ursprungsfläche auch der Wildbestand verringert werden müsse, sei eine logische Folge.

Aspekte, die in der ganzen Diskussion nur am Rande behandelt würden, seien die pflegerischen Maßnahmen der Wildtiere wie Impfen, Klauen-und Zahnpflege. „Ohne den Einsatz von Betäubungspfeilen geht nichts. Es sind halt keine domestizierten Lebewesen, die man mal eben beiseite nimmt und entsprechend behandeln kann“, sagt die Verwaltungschefin.

„Wir stimmen immer zu, wenn es um das Aufstellen neuer Spielgeräte geht. Wir sorgen für die routinemäßigen TÜV-Abnahmen. Alle Aktivitäten, die der Förderverein durchziehen möchte, lassen wir zu. Da blocken wir nie etwas ab“, fügt sie hinzu. Wir stimmten dem Lama Trecking zu, nachdem alle Auflagen vom Veterinäramt erfüllt waren.

Um die Vorbereitungen der Brücken-Baumaßnahmen zu ermöglichen habe die Stadt Klimmzüge gemacht, um einzelne Gehege zu verlegen. Es wurden Tiere anderweitig untergebracht. Die Zuwege wurden angepasst und dabei haben wir nie den Tierschutz und das Tierwohl aus den Augen verloren, betonte Katja Gronau.

Wie geht es jetzt weiter, Frau Bürgermeisterin?: „Der Magistrat muss einen Bebauungsplan erstellen. Der Flächennutzungsplan muss geändert werden und es müssen Ausgleichsflächen nachgewiesen werden“. Außerdem sei die Gatterhaltung bei verschiedenen Tierarten wie den Eseln fraglich. So habe der Waldboden für die Eselshufe zu wenig Abnutzungseffekt.

Dennoch und da wiederholt sich Gronau erneut. Wir wollen das Wildgehege nicht abschaffen, sondern das Meiste, was in der vorgegebenen Situation möglich ist, herausholen. „Aber und das ist Fakt, wir müssen die jetzige Fläche verkleinern und das heißt damit auch den derzeitigen Wildbestand.“ Auswildern sei in diesem Zusammenhang ebenso wenig eine Option, wie das Abgeben von Tieren in einen anderen Wildpark. Angedacht sei schon früher einmal, die Zusammenlegung des Tierparks in Uckersdorf mit dem Wildgehege in der Kernstadt. Das habe sich als undurchführbar erwiesen. Die völlig unterschiedlichen Tierarten und der große Platzbedarf stünden einer solchen Überlegung im Wege.

Fakt sei auch, dass alle Maßnahmen ohne ehrenamtliches Engagement kaum zu realisieren seien. Einer der Kommunalpolitiker brachte es im Verlauf eines vorherigen Gesprächs auf den Punkt: „Hört der Förderverein auf, gibt es auch kein Wildgehege in Herborn mehr.“

Für die Fortführung des Wildgeheges in anderer Form, hat Katja Gronau bereits viele Ideen. Sie stellt sich vor, zusätzliche Lehrpfade installieren zu lassen. Eventuell sogar einen Waldkindergarten zu installieren und vieles mehr. Auf jeden Fall braucht es noch ein Quarantänegehege. Das schreiben die Amts-Veterinäre der Stadt vor.

Das Gespräch mit der Bürgermeisterin führte Siegfried Gerdau

Vernissage im Gutshof

Von Siegfried Gerdau

Zu einer Vernissage lädt der Herborner Maler Tom Fischer am 07. August um 16 Uhr in das Herborner Hotel Gutshof ein. Unter dem Titel „Tagtraum“ stellt er in Kooperation mit den Berliner Künstlern Nikolas Fritz und Mohammed Wahid seine Träume in Form und Farbe vor. Die großformatigen Bilder werden anschließend als Dauerausstellung im Hotel und in der Herborner Kulturscheune, gleich nebenan, verbleiben.   

Tom Fischer mit einem seiner Werke

Tom Fischer hat sich mit seinen Werken konsequent dem Abstrakten genähert und sich mittlerweile dieser emotionalen, intuitiven Kunstrichtung in hohem Maße verschrieben. Die Negierung der klassischen und traditionellen akademischen Malerei und Zuwendung zur abstrakten Kunst in seinen Gemälden, ermöglicht ihm widersprüchliche Erfahrungen von Traum und Wirklichkeit in einem erweiterten Bewusstsein als komplexe Überwirklichkeit erfahrbar zu machen.

Er räumt seinem Unterbewusstsein zweidimensionale Realitäten ein, um diese letztendlich in Acryl zu manifestieren.

„Ich male sehr gerne abends oder in den Nachtstunden und lasse mich dabei von meinen Gefühlen leiten“, sagt der 24-Jährige. Was dabei unter seinen Händen entsteht, ist von verblüffender Eindringlichkeit und lässt den Betrachtern dennoch einen absoluten Raum für eigene Interpretationen.

Neben seinem Architekturstudium, welches er mittlerweile zugunsten der Wirtschaftswissenschaft aufgegeben hat, malt Tom so oft es ihm möglich ist. Mittlerweile sind sehr viele Werke unter seinen begnadeten Händen entstanden.

Die Liebe zur Malerei sei im Hause seiner Großeltern entstanden, erinnert sich der Autodidakt. Die zahlreichen Gemälde, die er dort immer wieder betrachtete, berührten ihn auf besondere Weise, aber er schenkte sein Herz dem Abstrakten mit seinen unbegrenzten Möglichkeiten in Formen und Farben. Diese nicht gegenstandsbezogenen Malweisen der Klassischen Moderne sind für ihn weit mehr als nur Berufung. Daher schließt er auch nicht aus, dass er sich irgendwann völlig der Malerei verschreibt. 

Die besonderen Fähigkeiten des jungen Herborner Malers, liegen darin starke Farben und Formen in ihrer maximalen, visuellen Stärke zu nutzen. Aus diesen Elementen erschafft er seine gelungenen Kompositionen. Obwohl sich dieses Markenzeichen von Tom Fischer durch sein gesamtes Repertoire zieht, mag er auch die stillen, unspektakulären Auftritte seiner Werke, die er ebenfalls schon in mehreren Ausstellungen präsentiert hat. Die Vernissage kann ebenso wie die sich anschließende Dauerausstellung, kostenfrei besucht werden. Sie endet gegen 20 Uhr. Foto: privat

Luckenbach backt Friedensbrot

Von Siegfried Gerdau

Die Aktion „Friedensbrot“ der Breitscheider Bäckerei Hartmann & Luckenbach war ein großer Erfolg. Am Montag übergab Firmeninhaber Jan Luckenbach (50) im Café Heimatliebe die stolze Summe von 2 800 Euro an Carmen Benner von der Breitscheider Ukrainehilfe.

„Mit einem solchen Ergebnis hätte ich nicht gerechnet“, sagte Bäckermeister Jan Luckenbach bei der Übergabe des Schecks. Die Kampagne sei von den Kunden sehr gut angenommen worden und viele hätten auch mehr als den geforderten Preis für das Brot mit der Friedenstaube gezahlt.

Die Idee zu der Aktion sei ihm spontan gekommen, als er mit den täglichen Schreckensbildern des unmenschlichen Krieges konfrontiert wurde. Bereits Anfang März 2022 habe er die ersten Brote gebacken und damit bei den Kunden offene Türen eingerannt. Immer wieder sei er, aber auch seine Mitarbeiter in den sieben Luckenbach-Filialen, darauf angesprochen worden.

Das „Friedesbrot“ kommt geschmacklich bestens bei den Kunden unserer Bäckerei an und die Devise „Gutes genießen und Gutes tun“, findet großen Anklang, so Jan Luckenbach. Von jedem verkauften Brot wandern 80 Cent für die Arbeit der Ukrainehilfe in ein Sparkästchen.

Carmen Benner, zeigte sich hocherfreut über das Engagement der Bäckerei und die Spendenbereitschaft derer Kundschaft. Dies sei für die Breitscheider Ukrainehilfe und ihrer ehrenamtlichen Helfer eine sichtbare Anerkennung. Mit dem Erlös der Aktion sei es möglich die schwer betroffene ukrainischen Bevölkerung noch mehr zu unterstützen.

Dass sie selber in vielen Nachtstunden all das Kleingeld in der Gesamtsumme von 2 800 Euro von Hand in Papier einrollen musste, sei ja nicht der Rede wert. Das hätte auch die Bank viel schneller erledigen können, aber die hätten dafür noch einmal Geld verlangt und das hätte den Gesamt-Betrag geschmälert.

Luckenbach überlegt derzeit, ob er die Spendenaktion aufgrund des großen Erfolgs verlängern soll. Auf jeden Fall will er die sogenannte Florians-Kruste dauerhaft in sein Brot-Sortiment aufnehmen.

Weitere Informationen per Mail: info@hartmann-luckenbach.de. Phone: 02777 6047. Foto: Gerdau

Nachtrag: Durch einen Übermittlungsfehler wurde im Herborner Tageblatt ein Spendenbetrag von 60 Cent pro Friedensbrot angegeben. Tatsächlich flossen aber 80 Cent in das Sparkästchen für die Ukrainehilfe. sig

Malerbetrieb Rometsch glänzt mit weiterem Meisterstück

Von Siegfried Gerdau

Eines der prächtigsten Fachwerkhäuser in der Herborner Altstadt, das 300 Jahre alte, 13 Meter hohe Haus Lehr auf dem Herborner Marktplatz 1-2, hat einen neuen Anstrich erhalten und zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite. Das Herborner Maler-Betrieb Rometsch versah vier Wochen lang akribisch Eichenbalken um Eichenbalken sowie alle Fächer, mit einem Original-Farbanstrich in rotbrauner Farbe. „Die Denkmalschutzauflagen sind sehr präzise und wir müssen uns streng an die Vorgaben halten“, sagt Malermeister und Unternehmenschef Jens Rometsch. „Früher habe man die Farben noch nach Gefühl und Erfahrung selber mischen müssen“, fügt Altmeister und Firmengründer Anton Rometsch (78) hinzu. Das machen heute computergesteuerte Mischanlagen mit hundertprozentiger Genauigkeit.

Er selber baute sein Geschäft 1982 auf und übergab es 2008 an Sohn Jens. Wenn Anton Rometsch auch nicht mehr voll mitarbeitet, steht er dennoch so oft wie nötig als Ratgeber und auch schon mal als „Lückenfüller“ seinen Mann. Die Leichtathletik, der er sein gesamtes Leben frönte, zahle sich jetzt im Alter aus, sagte der immer noch leidenschaftliche Radfahrer.

Das Herborner Fachwerkhaus Lehr in neuem Kleid

Jens Rometsch ist dankbar für die väterliche Unterstützung. Nur in einer Sache kann auch er ihm nicht helfen. Der Facharbeitermangel, über den fast alle Handwerksbetriebe klagen, macht auch ihm zu schaffen. „Wir könnten zurzeit bis zu fünf Mitarbeiter auf einen Schlag einstellen“, sagt der 45-Jährige. Natürlich sind in dem Herborner Unternehmen auch junge Menschen, die sich zum Maler-Gesellen oder Gesellin ausbilden lassen wollen, willkommen.

Über mangelnde Aufträge kann der Meister ganz gewiss nicht klagen. „Wir haben die Bücher voll.“ Dass die Firma Rometsch auch den Auftrag für das Haus Lehr mit seinen diffizilen Schnitzereien bekam, liegt nicht zuletzt an dem hervorragenden Ruf des Unternehmens. Für die Auftraggeberin und Hausverwalterin des Hauses Lehr sei klar gewesen, dass nur dieser Betrieb in Frage kommt. Das mache Stolz und ohne seine guten Mitarbeiter hätte er die Arbeit nicht in der vorgegeben Zeit und der geforderten Präzision schaffen können, ist Jens überzeugt.

Immerhin habe man die kniffeligen Bemalungen von Weintrauben und anderen geometrischen Figuren frei Hand und ohne jegliche Abklebung durchgeführt. Auch die 48 Fenster mussten sehr sorgfältig, in mühevoller Kleinarbeit angestrichen werden. Einzig die Einrüstung war ein Problem. Immerhin sei das Haus ja vier Stockwerke hoch und da reichte ihr Firmengerüst nicht ganz aus. So habe man ausnahmsweise eine Gerüstbaufirma in Anspruch nehmen müssen.

Schon von weitem springt einem, aus der Bahnhofstraße kommend, das stattliche Haus ins Auge.

Kontakt und weitere Informationen. Phone: 02772 3819. Mobil: 0177 4913540. Mail: jensrometsch@t-online.de. Fotos: Gerdau    

23 neue Bachelor-Studierende starten in Friedhelm Loh Group

Lernen, wachsen, Chancen nutzen

23 Bachelor-Studierende haben im Juli ihr duales StudiumPlus-Programm mit Schwerpunkten wie Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik und Logistikmanagement in der Friedhelm Loh Group begonnen. Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführung und Studienverantwortlichen starteten die Nachwuchskräfte mit einem informativen wie ereignisreichen Einführungsprogramm rund um Besichtigungen der Unternehmensstandorte, Teambuilding und Grundlagenschulungen.

Markus Asch, CEO Rittal International (l.), StudiumPlus-Leiterin Anke Wojtynowski-Scharf (3. v. r.) und Ausbildungsleiter Matthias Hecker (r.) begrüßten die 23 neuen Bachelor-Studierenden der Friedhelm Loh Group. Foto: Rittal

„Es ist etwas ganz Besonderes, Sie heute begrüßen zu dürfen. Denn Sie und Ihre Perspektiven sind ein Geschenk für unsere Unternehmensgruppe“, empfing Markus Asch, CEO Rittal International und Vorsitzender der Geschäftsführung, die 23 neuen Bachelor-Studierenden der Friedhelm Loh Group in den Studiengängen Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen, Softwaretechnologie und Wirtschaftsingenieurwesen.

Die jungen Nachwuchskräfte starten im StudiumPlus-Programm, einem dualen Studienprogramm in Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen. Das Plus daran: die enge Verzahnung von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung.

„Wir sind dankbar, dass Sie uns als Arbeitgeber Vertrauen schenken und den Weg zu uns gefunden haben“, ergänzte der CEO und gab den Studierenden wertvolle Hinweise und Mut mit auf den Weg: „Wir brauchen junge Menschen wie Sie, die sich entwickeln wollen, die vorangehen und ihren Beitrag leisten zu den Herausforderungen, denen wir derzeit begegnen.“ Lösungen zu finden und immer weiter lernen zu wollen, das seien wichtige Eigenschaften, um auch die Unwägbarkeiten der Zukunft erfolgreich zu meistern.

Sprungbrett für erfolgreiche Karriere

Als neue Mitarbeiter der Unternehmen Rittal, Stahlo, LKH, German Edge Cloud und Loh Services haben die Studierenden die Chance, ihre Ideen und Stärken einzusetzen. Denn gemeinsam mit den weiteren Nachwuchskräften der Friedhelm Loh Group werden sie aktiv an den Innovationen der Zukunft mitarbeiten und eigene Projekte im Kontext der digitalen Transformation der Industrie verantworten.

Wie das in der Praxis aussieht, davon überzeugten sich die Einsteiger direkt bei der Besichtigung der komplett digital integrierten Rittal Fertigung zur Produktion von Kompakt- und Kleingehäusen in Haiger. In der „Smart Factory“ bilden Industrie 4.0-Strukturen die Basis für hocheffiziente Produktions-, Logistik- und Kommunikationsprozesse – eine spannende Perspektive für die Fachkräfte von morgen. Weitere Programmpunkte der Einführungswoche: Die Besichtigung des automatisierten Hochregal- und Kleinteilelagers und des Rittal Innovation Centers, des Innovations‐ und Trainingszentrums der Schwesterunternehmen Rittal, Eplan, Cideon und German Edge Cloud.

Horizont erweitern, Freunde finden

Auch gemeinsames Englischtraining stand auf der Agenda der Einführungstage. Denn internationale Berufsperspektiven, zum Beispiel in Form von Auslandsaufenthalten und der Zusammenarbeit mit den Kollegen in den Tochtergesellschaften, sind fest im Arbeitsalltag der 233 FLG-Nachwuchskräfte verankert. Ebenso Teil des Einführungsprogramms: Seminare rund um das wissenschaftliche Arbeiten und die Unternehmenskultur sowie IT- und Sicherheitsschulungen. Diese veranschaulichen zugleich die vielfältigen Qualifizierungsmöglichkeiten, die Nachwuchs- wie Fachkräfte in der Friedhelm Loh Group erwarten. Begleitet werden sie – getreu dem Motto „lebenslanges Lernen“ – von der Loh Academy als unternehmenseigene Weiterbildungseinrichtung.

Beim Outdoor-Teambuilding haben die Studierenden schließlich ihr gegenseitiges Vertrauen gestärkt, Mut bewiesen und erste Herausforderungen gemeinsam gemeistert. Denn Zusammenhalt und Aufgeschlossenheit, das sind Werte, auf denen der gemeinsame Erfolg im Familienunternehmen aufbaut. „Jetzt beginnt eine aufregende Zeit, in der Sie lernen und persönlich wachsen, interessante Menschen kennenlernen und Freunde finden. Wir freuen uns, Sie auf dieser Reise zu begleiten“, begrüßte Anke Wojtynowski-Scharf, Leiterin StudiumPlus in der Friedhelm Loh Group, die jungen Talente. Text: Rittal