„Extrem Helau ist unsre Welt – Der Fasching stets zusammenhält“

Fleisbach feierte eine rauschende Prunksitzung

In einer glanzvollen Prunksitzung des Gesangverein 1872 „Deutsche Einheit“ Fleisbach e.V. erlebten die Besucher einen unvergesslichen Abend voller Höhepunkte und Unterhaltung. Die Veranstaltung begann mit der Eröffnung durch Felix Mehl, der mit seinem Saxofon das Publikum mit dem Song „Barbie Girl“ begeisterte.

Die Garde „Simply Blue“ zeigte eine beeindruckende Darbietung mit einem Medley der Musik des Filmklassikers „Dirty Dancing“, gefolgt von Matthias Müller, der mit seiner humorvollen Büttenrede das Lachen des Publikums gewann. Die „Blaue Jungs“ begeisterten mit einer Premiere: Die vorgetragenen Lieder wurden mit Live-Musik begleitet. Die darauffolgende „Stoneroad Company“ traf mit ihrem Thema ‚Paartherapie‘ genau den Humor des Publikums.

Die neue Garde „Red Devils“ wurde schon beim Einmarsch mit Standing Ovations begrüßt, und der Saal tobte vor Begeisterung. Die „Verhinderten Tenöre“ zeigten mit ihrer deutschen Version von „Sarà perchè ti amo“ wie Frauen so drauf sind, wenn es um Männer geht.

Ehrengast Bürgermeister Hans-Werner Bender erlebte bereits vor seinem Auftritt den Unmut über eine durchaus fragwürdige Einbahnstraße, als er durch den Hintereingang der Narhalla auf die Bühne musste. Nach einer kurzen Pause präsentierten die „Gardepüppchen“ dem Publikum einen filmreifen Einmarsch und Tanz im Baywatch-Stil.

Im Zwiegespräch von Marie und Benedikt Hermanni wurden globale und lokale Themen aufs Korn genommen. Die „Chaos-Truppe“ schenkte dem Publikum einen Einblick in einen mit reichlich Werbung gespickten Fernsehabend.

Ein weiteres Highlight des Abends war die ‚wahrhaftige Lovestory‘ der „Pinznixen“, deren Tanz sogar einen romantischen Antrag enthielt. Jane Kircher begeisterte als gealterte Pippi Langstrumpf das Publikum trotz fortgeschrittener Stunde.

Der letzte Showtanz der „Simply Blue“ – nach 16 Jahren – berührte die Herzen und es flossen einige Tränen. Jede Tänzerin erhielt zum Abschied eine Rose vom Sitzungspräsidenten Volker Schmitt. Das Finale mit allen Akteuren bildete den glanzvollen Abschluss einer unvergesslichen Prunksitzung.

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  • Text und Fotos: Peter Weiler

BUDERUS GUSS BREIDENBACH

Bosch verkauft Buderus Guss

Nach einem 920-tägigen Verkaufsprozess wurde heute die Belegschaft in Breidenbach über den Verkauf informiert. Bosch trennt sich von seinem Gießerei- und Bremsscheibengeschäft und überträgt es an AEQUITA München.

Foto: IG-Metall Herborn-Betzdorf

Der neue Eigentümer präsentierte sich heute 06. Februar 2024 den Mitarbeitern und stand Rede und Antwort bezüglich der zukünftigen Entwicklung. Trotz geplanter Investitionen in Breidenbach wird die Anzahl der Arbeitsplätze im Gusssektor voraussichtlich reduziert. Die genaue Anzahl der gesicherten Arbeitsplätze bleibt vorerst unklar.

„Ab Freitag werden wir mit dem neuen Gesellschafter Verhandlungen aufnehmen. Trotz der Standortinvestitionen sind Arbeitsplatzverluste unvermeidlich, und Positionen werden sich verändern. Unsere Erwartung ist, dass sich AEQUITA zur Beibehaltung von Arbeitsplätzen bekennt und personelle Maßnahmen durch einen Sozialplan abmildert. Bosch hat hierbei die Verantwortung abgegeben. Wir hegen große Hoffnung, aber es steht fest, dass wir uns vehement für jeden Mitarbeiter und jeden Arbeitsplatz einsetzen werden.“

Angesichts des bestehenden Fachkräftemangels ist ein eindeutiges Signal seitens des neuen Eigentümers erforderlich. Tarifverträge und Arbeitsplätze müssen zukunftssicher umgestaltet werden. Sollte es nicht gelingen, die Belegschaft von der Zukunftsperspektive zu überzeugen, könnte der Arbeitsmarkt hochqualifizierte Mitarbeiter aus dem Gusssektor begrüßen. Dies gilt es unbedingt zu verhindern! Quelle: IG-Metall Herborn-Betzdorf.

Verbraucher Fenster Hessen

Lahn-Dill-Kreis

Indian Tandoori

Mühlgasse 24

35745 Herborn

Verstoß festgestellt am 06.09.2023

Art der Beanstandung / Produktname

Sie haben Lebensmittel unter unhygienischen Bedingungen in den Verkehr gebracht. Die Zubereitungsräume und Gerätschaften waren stark altverschmutzt, nicht instand gehaltene Möblierung wurde verwendet. Lebensmittel waren einer möglichen Kontamination und nachteiligen Beeinflussung ausgesetzt. Die Ordnung im Betrieb war mangelhaft. Es wurden erhebliche bauliche Mängel festgestellt, eine Möglichkeit zum hygienischen Händewaschen war nicht gegeben.

Veröffentlichungsdatum: 21.11.2023

Verantwortliche Stelle

Lahn-Dill-Kreis

Der Landrat des Lahn-Dill-Kreises

Kreisverwaltung

Schlossstr. 20

35745 Herborn

veterinaeramt@lahn-dill-kreis.de

Das Verbraucher Fenster Hessen ist eine offizielle Bekanntmachung über festgestellte Mängel in lebensmittelverarbeitenden Betrieben ihres Zuständigkeitsbereichs. „Die Aufgabe des Verbraucherfensters ist Konsumenten in Hessen neutral, unabhängig und praxisorientiert zu informieren.“ Die Mitteilungen sind im Internet, für Jedermann zugänglich, veröffentlicht.

Eine Regierung muss sparsam sein….

Friedrich II. oder Friedrich der Große (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam), volkstümlich der „Alte Fritz“ genannt, war ab 1740 König in, ab 1772 König von Preußen. Seine Erkenntnis: „Dass eine Regierung sparsam sein müsse“, hat ihre Bedeutung bis heute nicht verloren.

Leider fiel diese Ermahnung immer wieder in Vergessenheit. Sie wurde und wird je nach Lesart der „Mächtigen“ sehr oft ganz bewusst missachtet. Der moralische Aspekt darin verkommt nicht selten zur Bedeutungslosigkeit. Friedrich II. sah sich dem aufgeklärten Absolutismus gegenüber verantwortlich: Der Herrscher wird nicht von Gott auserwählt sondern als “erster Diener des Staates” verstanden. Er agiert demnach als vernünftige Staatsordnung und fühlt sich verantwortlich für die Öffentlichkeit.

Herborner Wochenmarkt mit Eintopfessen

Das freitägliche Eintopfangebot auf dem Herborner Wochenmarkt von Vasileios Chatzimanolis erfreut sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit. Der Herborner Einzelhändler und gelernte Koch steht jeden Freitag vor seinem Feinkostgeschäft „ESTIA“ auf dem Kornmarkt 12 (ehemals Berufsbekleidungsgeschäft) mit original griechischen Produkten. Ob Bohnen-oder Tomatensuppe, was Vasileios kocht ist alles vom Feinsten.

Mathias lässt sich den leckeren Eintopf von Vasileios (rechts) schmecken.

Nicht wenige Marktbesucher, aber auch Stand-Betreiber lassen sich diese Köstlichkeiten schmecken und ersparen sich so das Kochen am heimischen Herd. Der 21-jährige will mit seinem Angebot nicht nur die deutsche Sehnsucht nach einem deftigen Freitags-Eintopf stillen, sondern auch die schmackhaften Lebensmittel seiner Heimat den Menschen nahebringen. Seine Kochkünste hat der symphytische Mann im Schlosshotel erworben. Die Liebe zur fleischlosen Kost hingegen aus Nord-Griechenland mitgebracht. Während er die Herborner Marktbesucher mit seinen Leckereien erfreut, steht seine Schwester Theofania im Laden und berät die Kundschaft. Das Warenangebot vergrößert sich ständig und Griechenland-Kenner wissen sofort was sie unbedingt haben müssen. Weitere Informationen mobil: 0176 831 561 35. sig/Foto: Gerdau

Sonne küsst Bäume

Impression eines späten Januartags

Was der Maler mit seinen pinselbewaffneten Fingern ganz nach seiner Fantasie und starken Eindrücken auf der Staffelei erschafft, muss der Fotograf mit Hilfe der fotografischen Technik und einem Gefühl für den Augenblick unsichtbar und unfassbar digital einfangen und festhalten. Auf der Suche nach schönen Motiven in einer vegetationslosen Zeit, bot sich die strahlende Sonne am blauen Himmel in einem Irrgarten von Fichten geradezu an.

Was die Elektronik auf den Speicher geladen hatte, musste sich im Bildbearbeitungssystem so einiges gefallen lassen. Die impressionistische Stilrichtung, also die stimmungsvolle Darstellung von flüchtigen Momentaufnahmen einer Szenerie entstand aus einer Bewegung innerhalb der Malerei in Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was einst den alten Meistern recht war, ist heute auch den Fotografen billig. Im Gegensatz zur klassischen Darstellung von Landschaft oder auch Personen, verlangt die Impression den Betrachtern die Bereitschaft ab, sich auf das Spiel von Farben und Formen einzulassen. Darauf bezogen unterscheiden sich die Aussagen von Malereien nicht von einem fotografischen Bild.

Neue Entwicklung bei SymbioPharm

Das Herborner Unternehmen setzt 70 Mitarbeiter vor die Tür

Das Pharma-Unternehmen SymbioPharm in Herborn hat aus dem Stand heraus 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kündigung überreicht. Lediglich rund 20 Produktions-Mitarbeiter und Qualitätssicherer sollen in Herborn weiter beschäftigt werden.

Symbolbild

Die Betroffenen sind entsetzt über diese menschenverachtende Nacht und Nebel-Aktion. Dabei hat das Unternehmen noch im vergangenen Jahr hohe Zuwachszahlen erwirtschaftet und den jetzt Entlassenen vorgegaukelt, dass es mit der Firma immer weiter aufwärts gehe und man noch so einiges geplant habe, berichtete einer der Betroffenen.

Seit dem Verkauf an die Klinge Pharma GmbH (u.a. Hexal) in Oberbayern ist gerade einmal ein Jahr vergangen. Diese Frist musste als vom Gesetzgeber vorgeschriebene Kündigungsschutzzeit eingehalten werden. Jetzt haben die milliardenschweren Eigner Andreas und Thomas Strüngmann und die Geschäftsführerin der Klinge Pharma Ines Bohn über ihre prosperierende Unternehmens-Tochter das Todesurteil gesprochen.

Kaum einer der SymbioPharm-Angestellten kann verstehen, dass zwei steinreiche und über 70 Jahre alten Unternehmer derart skrupellos vorgehen. „Sie gehören doch zu den reichsten Deutschen, die auch bei biontec gutes Geld mitverdient hatten. Warum wollen die immer noch mehr raffen“, fragt sich der Informant, der seinen Namen aus guten Gründen nicht nennen will. Einige seiner Kollegen hätten gebaut und stünde nun vor den Trümmern ihrer bisherigen Existenz. Es seien auch einige dabei, die in ihrem Alter nur sehr schwer wieder einen vergleichbaren Job erhielten. Er lege jedoch ebenso wie viele seiner Kollegen Wert darauf zu betonen, dass die Familie Rusch selber entsetzt über diese Vorgehensweise sei und in keiner Weise daran beteiligt war. „Wir haben nicht nur unsere Arbeitskraft in SymbioPharm investiert, sondern sind mit Leidenschaft für unsere Firma eingetreten“, sagte der Betroffene und in seiner Stimme schwingt erkennbare Wehmut und große Enttäuschung mit. sig/Foto: Gerdau

Deutsche Demokratie und ihre Erben

Meinung von

Siegfried Gerdau

Es ist vollbracht. Die Spaltung von Gesellschaft und Familie hat einen unerträglichen Grad erreicht. Was mit Corona begann und sich jetzt mit „Bauernaufständen“ und gelenkten „Massendemonstrationen“ fortsetzt, macht Angst. Die Art und Weise wie „Meinungsverschiedenheiten ausgetragen“ werden, erinnert an die glücklose Weimarer Republik als Rechte und Linke Gruppierungen gegeneinander auf den Straßen unterwegs waren. Mein Vater, ein Kind dieser Zeit, warnte bereits vor mehr als 30 Jahren vor einer ähnlichen Entwicklung, die damals mit einer Katastrophe endete. Ich nahm seine Warnungen nicht ernst und führte sie auf die traumatischen Erlebnisse eines Weltkrieg II-Teilnehmers zurück.

Wie sehr hatte ich mich getäuscht. All das, was mir seit meinen ersten bewussten Lebensjahren anerzogen und begreifbar gemacht wurde, scheint keine Bedeutung mehr zu haben. Den Respekt vor der anderen Meinung, der verbal und mit durchdachten Argumenten begegnet werden kann, ist nachweislich verloren gegangen.

Die Eltern und Großeltern lernten teils mühsam Demokratie und der nachfolgenden Generation brachte man die wichtigsten Punkte dieser Staatsform intensiv bei. Wir Kinder wurden mit aller Konsequenz förmlich darauf gedrillt, immer wieder Vergleiche mit dem unseligen Nazi-Regime zu ziehen und zu begreifen, dass es keine Erbfeinde und keine Alleinvertreter der menschlichen Rasse gibt.

Es gab und gibt sie immer noch die alten Kommunisten und Menschen die dem nationalsozialistischen Gedankengut anhängen. Wo war und ist das Problem? Sie wurden von der gefestigte Demokratie unseres Staates assimiliert. Ich erinnere mich an die Zeit der Kommunistenjagd, an die Umtriebe in den der 1968er Jahre. „Macht kaputt was euch kaputt macht“, skandierten die linken Studentenverbindungen und diskreditierten alles was nur im Entferntesten auch nur an Waffen und Verteidigung dachte. Die Demokratie wurde jedoch selbst mit dem Baader-Meinhof-Komplex fertig, der sich daraus entwickelt hatte.

Ich lernte von meinen Eltern, die Stolz auf ihre konservative Einstellung waren, das Denunziation und üble Nachrede (heute Hetze genannt) verachtenswert ist. Sie hatten das System von Bespitzelung (heute Observation genannt) sowie „Blockwart-Meldungen“ am eigenen Lebe erlebt. Sie erzogen mich dazu, mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten und lehnten hündischen Opportunismus rundherum ab.

Wir diskutierten im Familienkreis und mit Freunden über Politiker wie Strauß und Wehner, ahnten um ihre Schwächen und schätzten sie dennoch für ihre fundierten Ansichten, die sie mit erkennbarem politischem Herzblut vortrugen. Wir erlebten den Aufwuchs einer Partei, die sich der Natur und dem Grünen verschrieben hatte. Viele Altkommunisten fanden darin ihre Heimat und konnten endlich ihre teils unverstandene Ideen umsetzen. Die Demokratie ließ sie gewähren und selbst als sie massiv gegen die Wieder-Bewaffnung auf die Straßen gingen und sogar die Bundeswehr, die demokratischste aller Armeen Deutschlands, abschaffen wollten, waren die sogenannten Altparteien in der Lage damit umzugehen.

Die konservativen Kräfte in der Republik waren sicher nicht glücklich über diese politischen Außenseiter, aber sie ließen sie, wenn auch knurrend, gewähren. Es formierten sich Rechte Parteien wie Republikaner und NPD und später auch Linke. Sie alle konnte man davon überzeugen, dass in dem wie geschmiert laufenden demokratischen Uhrwerk Bundesrepublik auch sie ihren Platz finden. Als Deutschland dank Russlands (Gorbatschows) Gnade sich gewaltfrei wiedervereinigen konnte, schien alles perfekt.

Es gab Männer wie Kohl und Genscher, denen man zuhörte und auch zutraute alles richtig zu machen. Politiker wie Helmut Schmidt und Willi Brandt und selbst einige Zeit lang auch noch Gerhard Schröder konnte die Menschen hinter sich bringen. Erst als die einstige DDR-Funktionärin Angela Merkel durch ihre „Regierungsarbeit“ die Bundesrepublik mit ihren Alleingängen irritierte, tauchten Fragen auf, die nie beantwortet wurden.

Corona war schließlich der Zeitpunkt, dass die deutsche Demokratie Zähne zeigen wollte. Die Spaltung zwischen Corona-Leugnern und Impf-Befürwortern zog sich durch Gesellschaft bis in die Familien. Es kamen weitgehend aus dem Zusammenhang gerissene Begriffe wie Nazis und Querdenker hauptsächlich in den Medien auf. Es wurde ausgegrenzt denunziert, gemeldet und geschnitten.

Zufrieden, wer sich auf der richtigen Seite wähnte und alle anderen verunglimpfen konnte. Schnell war die Gesellschaft in Gut und Böse geteilt. Der politische Gegner ruckzuck ausgemacht und dieser befeuerte die Jagd gegen sich selbst noch mit eigenen Dummheiten und den falschen Personen. Es wurde und wird gehetzt, diffamiert was das Zeug hält und Gnade dem Gott, der die falsche Meinung vertritt.

Jedes Wissens und jeder Logik widersprechend gibt es seitdem nur noch eine Wahrheit und wer sich der nicht unterordnet, wird gnadenlos bekämpft und ausgegrenzt. Kriegsverweigerer werden der Dummheit und Hirnlosigkeit bezichtigt und die Aufrüstung ohne Einschränkung befürwortet. Warner finden sich plötzlich in der Schublade der Putin-Versteher und AfD-Sympathisanten wieder. Schlimm ist, wenn das alles unter dem Überbegriff „Demokratie schützen“ buchstäblich vermarktet wird. Dass Demokratie bunt und vielfältig sein muss und auch andere Meinungen aushalten soll, ist offensichtlich aus dem Lehrbuch für demokratische Grundordnung gestrichen.

Der politische Gegner wird zum Glück bisher nur verbal niedergeknüppelt. Es gibt jedoch mittlerweile Stimmen die fordern Befürworter zu töten. Ist das alles Demokratie oder der Weg in eine totalitäre Entwicklung?

Wollen wir ein Einparteiensystem mit 99-prozentiger Befürwortung? Das gab es schon zweimal in Deutschland und wir alle oder zumindest die meisten von uns, waren Stolz darauf diese unseligen Epochen hinter uns gelassen zu haben.

Wer jetzt erwartet, dass ich ein Patentrezept für die weitere Entwicklung präsentiere, hat sich getäuscht. Leider kann ich nur zum Ausdruck bringen, was mich derzeit umtreibt. Ich wünsche mir, dass die Zeit wieder kommt, dass man seinen Unmut (berechtigt oder unberechtigt) über mangelhafte Regierungsarbeit zum Ausdruck bringen darf, ohne gleich eines geplanten Sturzes unserer Demokratie bezichtigt wird.

Schild bei Bauerndemo Foto: Gerdau

Vielleicht ganz am Ende doch noch etwas: Regierungen die ihre Arbeit gut und im Sinne ihres Amtseides machen, brauchen weniger Stacheldraht, Sicherheitsdienste und Observierungskräfte.

Karnevals Vereine sind verärgert

Akteure sprechen von Vertrauensverlust

Der nachfolgende Brief wurde im Namen der Dillkreis-Karnevals-Vereine geschrieben. Darin spiegelt sich die Enttäuschung über die Absage von Berichterstattung durch die heimischen Presse über ihre Veranstaltungen wider. Auf Wunsch und mit ausdrücklicher Genehmigung der Verfasser, veröffentliche ich dieses Schreiben.

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Erstaunen haben wir Ihre Nachricht an uns zur Kenntnis genommen, dass das Herborner Tageblatt
und die Dill-Zeitung in diesem Jahr keine Redakteure zu unseren Prunksitzungen entsenden werden.
Dies ist in unseren Augen die Bankrotterklärung einer Lokalzeitung, deren Kernaufgabe die
Berichterstattung über lokale Ereignisse und Verhältnisse ist.
Der Karneval ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Region an der Dill und erfreut sich in den
letzten Jahren (wieder) einem stetig steigenden Zuspruch aus der Bevölkerung. Unsere Vereine und
Abteilungen sind nicht nur in der „klassischen“ Karnevalszeit zwischen 11.11. und Aschermittwoch
aktiv, sondern treten auch im restlichen Jahr durch die Mitwirkung an Märkten und dem allgemeinen
Vereinsleben der Städte und Gemeinden in Erscheinung.
Dies stellt insbesondere vor dem Hintergrund eine Besonderheit dar, dass der nördliche Lahn-DillKreis, mit wenigen Ausnahmen, aufgrund seiner kulturellen Historie nicht als Karnevalshochburg gilt
und daher auf Berichterstattung angewiesen ist. Entgegen dem allgegenwärtigen Rückgang der
ehrenamtlichen Betätigung in gemeinnützigen Vereinen, der in beinahe allen Bereichen spürbar wird,
ist es dem Karneval an der Dill in den letzten Jahren gelungen, seine Mitgliederbasis stetig zu
erweitern und zudem durch den Gardetanz eine aktive Jugendarbeit zu etablieren und
weiterzuentwickeln.

Ist schon ein paar Jahre her, aber so aktuell wie immer. Archiv-Foto: Gerdau


Daher betrübt es uns sehr, dass unsere letzten verbliebenen Tageszeitungen erklären, dass sie
aufgrund des angeblich nicht vorhandenen Interesses der Leserinnen und Leser an unserer Tätigkeit
die Berichterstattung durch anwesende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei unseren
Prunksitzungen gänzlich einstellen möchten.
Ihre Begründung der wiederkehrenden Unstimmigkeiten mit den einzelnen Gruppen und Vereinen ist
für den Großteil von uns in Ansätzen nachvollziehbar, jedoch hat uns die zusätzliche Begründung, die
man – einfach übersetzt – als „interessiert niemanden“ verstehen kann, trotz Ihrer gut gemeinten
Ausführungen schwer getroffen.
Leider müssen wir festhalten, dass Ihre Nachricht einen schweren Schatten auf unser Vertrauen zur
heimischen Presse wirft. Wir nehmen darüber hinaus wahr, dass die Berichterstattung anderer
Zeitungen Ihres Verbundes durchaus einen saisonalen Schwerpunkt bezüglich des Karnevals aufweist
(Beispiel: WNZ der vergangenen Tage).
Daher teilen wir Ihnen mit, dass wir nicht gewillt sind, Ihnen Berichte oder Bilder unserer Sitzung
zuzuschicken. Zum einen haben wir rund um unsere Sitzungen wahrlich genug Verpflichtungen zu
erfüllen, die eine kurzfristige Zusendung von Berichten und Bildern im Nachgang unserer Sitzungen
bis Aschermittwoch unmöglich machen. Zum anderen lassen wir es nicht zu, dass Sitzungsberichte zu
unseren Prunksitzungen unter dem nichtssagenden Kürzel (red.) in redaktionell veränderter Form
abgedruckt und letztendlich unsere Leistungen auf ein Ihrer Zeitung passendes Maß „zurückgestutzt“
werden.
Wir würden diese Entwicklung sehr bedauern und sähen uns letztendlich gezwungen, auf alternative
Möglichkeiten der Veröffentlichung zurückzugreifen, die unserer Arbeit mit der gebotenen
Wertschätzung begegnen.
Für weitere Gespräche stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.
Gezeichnet
Die Dillkreis-Karneval-Vereine