Kleinst-PKW-Treffen

Von Siegfried Gerdau

Ein recht ungewöhnliches Treffen von ebenso außergewöhnlichen kleinen Autos fand am Samstag auf dem Herborner Marktplatz statt. Initiator Axel Schwehn aus Eschenburg, selber Eigner eines Messerschmidt Kabinenrollers, hatte zahlreiche Besitzer von Kleinschnittger-Kleinstwagen um sich geschart und sie der Öffentlichkeit präsentiert. Mit dabei waren nicht nur Messerschmidt Kabinenroller, sondern auch BMW-Isettas, die damals gerne Himmelfahrtsautos genannt wurden.

Ästhetik pur. Der Kleinschnittger F 125 ist eine Augenweide

Acht Kleinschnittger F 125 beherrschten jedoch die Szene und wurden von den zahlreichen Besuchern ausgiebig unter die Lupe genommen. Die putzigen Autochen waren einfach zu schön anzuschauen und ihren Besitzer stand die Leidenschaft für ihr schönes Hobby förmlich auf der Stirn geschrieben.

Uwe Beier aus Herten lud kurzentschlossen die frische Braut Theresa Kulozikt aus Beilstein ein, mit ihm in seinem schicken Kleinschnittger-Cabrio eine Runde zu drehen. Auch Claudia Heinz aus Haiger-Flammersbach ließ es sich nicht nehmen in den roten Kabinenroller von Robert Philipp aus Einhausen einzusteigen. Sieglinde und Eckhart hatten es sich nicht nehmen lassen mit ihrem supergepflegten F 125 per PKW und Autotransporter aus Donzdorf in Baden-Württemberg anzureisen. Eckhart hatte ihn als junger Student für gerade einmal 90 DM erworben und ihn dann „verkommen“ lassen. Als er in Pension ging, nahm er sich seiner wieder an und restaurierte den Kleinschnittger weit über ein Jahr lang zu seiner heutigen Schönheit.

 „Volkswagen aus dem Sauerland“ wurde der Kleinschnittger F 125 einst genannt. Für seinen Erfinder Paul Kleinschnittger, ein gelernter Modellbautischler, war es der zweite Anlauf ein bezahlbares Fahrzeug, für die vom Weltkrieg gebeutelten Bevölkerung herzustellen. Bis 1950, dem Geburtsjahr des schnuckeligen Kleinstwagens, waren die Menschen höchstens auf zwei Rädern unterwegs und sehnten sich nach einem Fortbewegungsmittel mit einem Dach und auf vier Rädern. Diesem Wunsch kam der geniale Konstrukteur mit seinem „Kleinschnittger“ entgegen. Er war war ein preisgünstiges Fahrzeug. Zu Beginn der Produktion kostete er 1995 DM, das entspricht heute etwa einem Preis von 6 200 Euro. Mit diesem Angebot sprach er insbesondere die Zweiradfahrer an. So stand auch in der Bedienungsanleitung: „Betrachten Sie bitte dieses Fahrzeug als Roller oder Motorrad in den unteren Klassen, jedoch auf 4 Rädern.“ Die Karosserie bestand nicht mehr aus Stahlblech, sondern aus Aluminium. Der kleine Einzylinder-Zweitaktmotor mit 122 cm³ Hubraum war vorne eingebaut. Man startete ihn so ähnlich wie ein Rasenmäher, mit einem Seilzug. Er wurde bei ILO, dem damals größten Zweitaktmotoren-Hersteller in Pinneberg, gebaut. Mit seinen 6 PS und einem Verbrauch von 3 Litern auf 100 Kilometern erreichte das Wägelchen eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Dank seiner Leichtbauweise wog der F 125 gerade einmal 150 Kilogramm, bei einer Nutzlast von 170 Kilo. Mit einem Dreiganggetriebe und einer sogenannten Ratschen-Lenkradschaltung ausgestattet, fehlte ihm jedoch ein Rückwärtsgang, so dass sein Fahrer den Wagen zum Wechsel der Fahrtrichtung hinten anheben und herumdrehen musste. Fahrer und Beifahrer hatten „genügend“ Platz, aber auf Türen mussten sie verzichten.

Pro Monat produzierte Kleinschnittger mit seinen 50 Mitarbeitern etwa 50 Exemplare in dem Arnsberger Unternehmen. Bis 1957 entstanden so zwischen 2000 und 3000 Kleinschnittger F 125. Die sich sehr schnell weiter entwickelnde Nachkriegsgesellschaft verlangte nach größeren Fahrzeugen und das Unternehmen versuchte dem mit mehreren 250 Kubikzentimeter-Prototypen nachzukommen. Obwohl das Modell mittlerweile einen Rückwärtsgang hatte, blieb der Erfolg aus. Gerade einmal 26 Fahrzeuge wurden bis zum Unternehmenskonkurs 1957 produziert.

Was blieb ist die blechgewordene Erinnerung auf vier Rädern an die Gründerjahre der Bundesrepublik. Ein besonders schönes und seltenes Exemplar steht auch im Nationalen Automuseum in Ewersbach. Beim Sammlerwert kann man heute je nach Zustand von mindestens 5.000 Euro und weit mehr ausgehen. Fotos: Gerdau

Gastronomie vor dem Aus?

Von Siegfried Gerdau

Ab dem kommenden Jahr soll der Mehrwertsteuersatz fürs Speisen im Gastronomiegewerbe von derzeit 7 Prozent auf 19 Prozent ansteigen. Essengehen im Restaurant dürfte ab Januar 2024 deutlich teurer werden.

Bislang hat sich die Bundesregierung noch nicht für eine Verlängerung dieser „Coronaaktion“ ausgesprochen. In den beiden Covid-Jahren war der Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie für Essen auf 7 Prozent gesenkt worden. Aber: Es geht um viel Geld für die Staatskasse: Pro Jahr fehlen dem Fiskus durch die Steuerermäßigung rund 3,4 Milliarden Euro im Haushalt.

Einige Politiker der SPD können sich vorstellen, es bei der bisherigen Regelung zu belassen. Nur die Grünen sind bisher gegen eine Fortführung. Die CDU spricht sich für einen dauerhaft niedrigeren Steuersatz fürs Essen aus. Die Branche spricht von Schließungen, sollte die Mehrwertsteuer um 12 Prozent angehoben werden. „Die Kunden können sich dann das Essen noch weniger leisten als bisher.“

Eine geschlossene Gastronomie zahle „überhaupt keine Umsatzsteuer“, sagt der zuständige Bundestagsabgeordnete Daniel Rinkert (SPD).

In den Corona-Jahren sind 36.000 Unternehmen der Branche in den Konkurs gegangen. Aktuell stehen 14.000 Restaurantbetrieben vor dem Exitus.

Fazit: Es ist kaum vorstellbar, dass die Ampelregierung so weit von der Realität in der Bundesrepublik entfernt ist, dass sie derartige Überlegungen überhaupt anstellt. Die Masse der arbeitenden Menschen, die durch die immensen Steuerbelastungen sowieso schon genug gebeutelt sind, werden immer weiter von dem Status entfernt, der einmal Wohlstand hieß. Derzeit sind die Steuereinahmen des Staates gewaltig. Nur, wohin geht dieses Geld und warum müssen die Bundesbürger immer intensiver gemolken werden? Die Gastronomen und Restaurantbetreiber gehören zu der Gruppe im Lande, die schwer arbeitet und die unterschiedlichsten Steuern zahlt. Dazu beschert sie Tausenden Frauen und Männern ein Auskommen. Warum muss man die jetzt noch zusätzlich bestrafen? Natürlich braucht man nicht unbedingt Essen gehen. Man kann auch zu Hause bleiben und im TV den Wohlhabenden beim Speisen zuschauen. Ist es das Ziel der Zeitenwende, dem Rückwärtsgang im Land erste Priorität einzuräumen?

Können die Regierenden nicht an anderer Stelle Geld einsparen und so die Menschen im Lande entlasten oder ist das einfach nicht gewollt. Foto: Gerdau

28 Auszubildende der Friedhelm Loh Group feiern Abschluss

Stolz und Vorfreude: Mit dem Zeugnis Richtung Zukunft

28 Nachwuchskräfte der Friedhelm Loh Group haben im Sommer erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen und jetzt in einer feierlichen Veranstaltung am Rittal Standort Herborn ihre Zeugnisse erhalten. Gemeinsam mit dem Ausbildungsteam und der Personalleitung blickten die Absolventen zurück auf lehrreiche Ausbildungsjahre und voraus auf ihre neuen Aufgaben im Kontext spannender Zukunftsthemen – als junge Fachkräfte in den Unternehmen Rittal, LKH und Loh Services.

Feierstunde für 28 Nachwuchskräfte der Friedhelm Loh Group: Sie haben im Sommer ihre Ausbildung erfolgreich beendet und jetzt ihre verdienten Abschlusszeugnisse erhalten.

 „Die Ausbildung ist mehr als Prüfungen, Zeugnisse und Abschluss. Es ist eine Reise, auf der man Dinge ausprobiert, Neues lernt, Hürden begegnet und bewältigt. Eine Leistung, die Anerkennung verdient“, beglückwünschte Holger Langheinrich, globaler Leiter Personalmanagement der Friedhelm Loh Group, 28 Nachwuchskräfte der Unternehmensgruppe, die im Sommer ihre Ausbildung erfolgreich beendet haben. Gemeinsam mit dem Ausbildungsteam übergab er den „Ex-Azubis“ der Unternehmen Rittal, LKH und Loh Services in einer Feierstunde in der Rittal Zentrale in Herborn jetzt die verdienten Abschlusszeugnisse.

Neue Aufgaben, gemeinsame Erinnerungen

Die jungen Leute starten als Elektroniker, Technische Produktdesigner, Fachkräfte für Lagerlogistik, Maschinen- und Anlagenführer, Fertigungsmechaniker, Mechatroniker, Verfahrensmechaniker für Kunststoff-/ Kautschuktechnik, Fachinformatiker oder Industriekaufleute. Was sie dabei von ihrem Arbeitgeber erwarten können? „Mit Begeisterung für neue Technologien und Nähe zu ihren Kunden hat die Friedhelm Loh Group einerseits immer wieder Innovationen entwickelt und steht zugleich für Stabilität und Solidität. Das ist besonders“, so Langheinrich. Wertegetrieben im Handeln, vielfältig in den Produkten und Lösungen und international ausgerichtet – das biete den jungen Kolleginnen und Kollegen große Chancen für ihre Weiterentwicklung.

So können sie in ihren neuen Fachbereichen mit eigenen Ideen an aktuellen Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Industrie arbeiten. Während einige Absolventen in Abteilungen wie Servicedisposition, Technical Design und Vertrieb durchstarten, freuen sich andere auf ihr neues Kapitel in der Instandhaltung und Lackieranlage, zum Beispiel im Industrie 4.0-Werk von Rittal in Haiger, in der Kommissionierung im Global Distribution Center, bei Loh Services in der IT oder als Verfahrensmechaniker im LKH Kunststoffwerk. „Für Eure bevorstehenden Aufgaben wünschen wir Euch, dass Ihr den Mut behaltet, Dinge anzugehen, den Glauben, dass Ihr alles schaffen könnt, und Glück, für alles, was noch kommt“, sagte Tina Pfeiffer-Busch, Leiterin kaufmännische Ausbildung, bei der Zeugnisübergabe.

Neben dem Blick auf morgen bot die Abschlussveranstaltung auch Raum für die Erinnerung an Erlebtes, Gelerntes und Erreichtes. Gemeinsam mit dem Ausbildungsteam um Ausbildungsleiter Matthias Hecker ließen die Absolventen ihre Lehrzeit Revue passieren. Lustig, lehrreich und spannend, aber niemals langweilig – so fassten sie die vergangenen Jahre zusammen. Was sie besonders wertschätzten? Den Freiraum, sich entfalten und Erlerntes in die Tat umsetzen zu können, aber auch die Kolleginnen und Kollegen, die zu Freunden geworden seien und vieles einfacher gemacht hätten. „Dank der Ausbildung habe ich meinen Traumjob gefunden“, erzählte eine Absolventin am Ende der Veranstaltung.

Quelle: Friedhelm Loh Group

Die Wochenfrage: „E-Antrieb“

Fahrzeuge mit Elektroantrieb, sogenannte E-Autos, sind in aller Munde und über ihren Nutzen für Mensch und Umwelt wird heftig diskutiert.

Wir wollten von zufällig getroffenen Passanten wissen, ob der Kauf eines derartigen Wagens eine Option für sie sei.

Claudia Sälzer (52), Herborn: Ein E-Auto kommt für mich nicht in Frage. Dafür fahre ich viel zu wenig. Technisch kann ich wenig dazu sagen. Die Nachhaltigkeit bei diesen Fahrzeugen ist für mich nicht erkennbar. Das Ganze ist in meinen Augen ein Hype. Mir scheint, dass man mindestens noch 10 Jahre warten muss, um zu sehen wie sich diese Antriebsart entwickelt. Mein Auto aus dem Jahr 2005 hat diese Woche noch einmal für zwei Jahre TÜV bekommen und das mit 18 Jahren. Warum sollte ich mir also ein E-Auto kaufen.

Jürgen Sattinger

Jürgen Sattinger (64), Herborn: E-Autos ohne die entsprechende Anzahl von Ladesäulen sind für mich keine Option. Mit diesen Fahrzeugen auf die Autobahn zu fahren, käme mich für mich nicht in Frage. Mir fehlt grundsätzlich die ausreichende Akkukapazität und wenn man etwas schneller vorwärtskommen möchte, geht das stark auf Kosten der Reichweite. Urlaubsreisen mit einem E-Auto kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Was ist, wenn die angepeilte Lademöglichkeit defekt ist. Aus den genannten Gründen, kommt für mich ein solches Mobil nicht in die Garage.

Siggi Klabunde (82), Herborn: Wohl aufgrund meines fortgeschrittenen Alters habe ich mich mit dieser neuen Technik bisher noch nicht befasst. Außerdem fehlt mir der Mut vom Verbrenner auf einen E-Antrieb umzusteigen.

Achim Windisch (57), Herborn-Burg: Der Kauf eines solch teuren Autos für rund 60 000 Euro ist für mich überhaupt keine Option. Außerdem fahre ich grundsätzlich keine neuen Autos. Ich glaube, wenn so ein Wagen einmal 8 bis 9 Jahre alt ist, bekomme ich vermutlich nichts mehr dafür. Mich stört dazu, dass kein Hersteller konkret etwas über den Preis eines Ersatzakkus sagt. Was den Umweltschutz, insbesondere die CO2-Belastung angeht, findet hier eine Verlagerung von den Ballungsgebieten hin zu den Kohlekraftwerken mit deren immensen Schadstoffausstoß statt. Wenn einmal die erneuerbare Energieerzeugung bei über 80 Prozent läge, müsste ich noch einmal über dieses Thema nachdenken.

Irina Regner (42), Herborn: Auf diese Frage antworte ich mit einem klaren Nein. Mich stört der latente Druck, der auf die Menschen ausgeübt wird, sich ein Elektro-Auto zu kaufen. Dazu kommen die schwache Akku-Leistung und die vermutlich nicht besonders gute Haltbarkeit derartiger Fahrzeuge. Ich fahre selber ab und an mit einem E-Auto von Freunden größere Strecken. Trotzdem kommt ein Kauf für mich nicht in Frage, weil diese Autos für mich unbezahlbar sind. sig/Fotos: Gerdau

Kleinst-PKW-Treffen in Herborn

Die einst kleinsten PKW, die in Deutschland gebaut wurden, kamen aus den Kleinschnittgerwerke GmbH in Arnsberg/Westfalen. Der Konstrukteur Paul Kleinschnittger gründete 1949 das Unternehmen und begann im Jahr darauf mit der Serienfertigung.

Bereits 1933 hatte der Tüftler, der eigentlich aus dem Modellbau kam, in Ladelund in Schleswig-Holstein ein kleines Leichtfahrzeug entwickelt, das mit einem 98ccm DKW Motor ausgestattet war und eine Straßenzulassung in Niebüll erhielt. Das Modell war jedoch nicht Serientauglich. Daraufhin entwarf Kleinschnittger eine Aluminiumkarosserie mit einem leichten Zentralrohrrahmen. Der extreme Leichtbau musste sogar auf einen Anlasser verzichten. Stattdessen wurde der Kleinschnittger F125 wie ein Rasenmäher mit dem Seil angelassen. Einen Rückwärtsgang suchte man ebenfalls vergebens. Der Kleinstwagen war mit 150 kg Leergewicht so leicht, dass man ihn anheben und einfach herumdrehen konnte. Mit einem Einzylinder-Zweitaktmotor von ILO mit 122 ccm Hubraum und Frontantrieb schaffte das Wägelchen 70 km/h auf der Geraden.

Heute ab 15 Uhr treffen sich bis zu 20 Kleinschnittger-Besitzer mit ihren fragilen Fahrzeugen auf dem Herborner Marktplatz. Da wird so manches Minimalisten-Herz höherschlagen. sig

Tiere in Not

Meine liebe Freundin Nadja Steinwachs hat mich gebeten ihr mit der Vermittlung von armen Hunden zu helfen. Das will ich gerne tun.

Die wundervolle , kleine Barbara, ca 35cm Schulterhöhe, ca 6 Jahre jung, kastriert, verträglich mit Hund und Katze sucht ein liebevolles Zuhause, ländliche Lage, am liebsten mit einem von der Energie her passenden, schon vorhandenen Artgenossen als Gesellschaft. Sie ist einfach eine ganz fröhliche, liebenswerte Frohnatur, verschmust, anhänglich, verspielt, liebt es immer gut gelaunt durch die Gegend zu tollen ❤Es macht einfach Spaß mit ihr. Sie hat so viel zu geben und ist in life noch viel gewinnender und bezaubernder als auf den Fotos. Sie kann auf PS in Herborn-Hessen-Deutschland besucht kennen gelernt und adoptiert werden! Eins ist klar, die kleine Barabara-Babsi ist ein Unikat und eine Bereicherung! ❤ Vermittlung nach positivem Vorbesuch und mit Schutzvertrag

Tilly-4-Monate junges, bezauberndes, Mädchen, sucht liebevolles, verantwortungsbewusstes Zuhause, mit Erfahrung, Zeit und Geduld und in ländlicher Lage. Ein Welpe ist nicht nur klein und süß, er muss erst noch alles lernen. Mit Liebe, Zeit und Geduld. Ein Welpe macht Arbeit wie ein Kind, kommt nicht stubenrein auf die Welt und will und kann auch nicht alleine bleiben..auch die Fegelphase in der Pubertät will überstanden werden! 😉 Vermittlung nach positivem Vorbesuch, mit Schutzvertrag und Kastrationsauflage. Bei ernstgemeintem Interesse bitte direkt Postnachricht an Kontakt: Nadja Steinwachs, Auslandshundeilfe an der Dill. Aufenthaltsort: 35745 Herborn- in Hessen- Deutschland

Herborn verändert sein gastronomisches Gesicht

Von Siegfried Gerdau

Nicht nur das „la momenta“ in der Bahnhofstraße schließt, auch der „Seelbacher Hof“ in Herbornseelbach steht zurzeit ohne Pächter da. Der Leerstand soll aber schon bald behoben sein. Ein Herborner wird das Restaurant mit angeschlossenen Hotelzimmern und Saal übernehmen und als Pächter weiter betreiben.

Mit der Schließung des Seelbacher Hofs endete Herbornseelbachs gastronomische Ära. Foto: Gerdau

Dass das Restaurant „Hohe Schule“ geschlossen hat, ist schon fast ein alter Hut. Hier gibt es zahlreiche Gerüchte über einen Nachfolger für die stadteigene Immobilie. Ob jedoch ein Pächter gefunden wird, der die umfangreichen Sanierungskosten übernehmen will, steht noch in den Sternen.

Die Hohe Schule links, mit Restaurant und Museum (Mitte) und dem kleinen Hotel auf der rechten Seite ist ein Herborner Kleinod erster Güte. Foto: Gerdau

Die Zeit von Anjas Bistro am Leonardsturm ist ebenfalls schon eine Weile her. Jetzt befindet sich in dem gemütlichen Café ein türkisches Bistro.  

Anjas Bistro. Archivbild: Siegfried Gerdau

Kehraus der Kornmarktkirmes 2023

Die diesjährige Herborner Kornmarktkirmes war wieder ein voller Erfolg. Trotz des angesagten schlechten Wetters kamen am Samstag über 600 Menschen in der Innenstadt zusammen, um zu Essen, zu Trinken und der tollen Rock und Pop-Band „Don’t Stop“ zuzuhören. Die Initiatoren des Herborner Karneval Verein (HKV), setzten auf Sieg und lagen genau richtig. Lediglich der Sonntag war ein wenig verregnet, aber das perlte an den Besuchern ab.

Das Spanferkel von Holger Lehr hervorragend vorbereitet, hatte nicht viel Zeit sich über dem Grill zu drehen.

Entschädigt wurden sie dafür mit ruhigeren Wetterverhältnissen am Montag und Holger Lehr konnte sein Spanferkel in aller Ruhe verzehrfähig machen. Das stattliche Schweinchen war denn auch in Windeseile portionsweise zerlegt und an Frau und Mann verteilt. Den köstlichen Geschmack unterstrichen die Gourmets mit leckerem Bier vom Kornmarkt-Café und so manches Schnäpschen half die kulinarische Köstlichkeiten zu verdauen.

Die Macher der Kornmarktkirmes trafen sich auch heute zum traditionellen Kirmes-Kehraus.

Die Kornmarktkirmes fand in diesem Jahr nach einer zweijährigen, Corona-bedingten, Pause zum 11. Mal statt und hat sich schon lange im Herborner Veranstaltungskalender einen Namen gemacht. Chefinitiator Bernd-Willi Walther freut sich, dass die Sause so gut bei den Menschen ankommt. „Die Menschen reden miteinander, trinken ein Bierchen und lassen einfach die Seele baumeln“, sagt Walther, der nicht nur in der Kommunalpolitik, sondern auch in den meisten Herborner Vereinen zu Hause ist. Obwohl die Kornmarktkirmes nie den Anspruch hatte die Größe des einstigen Herborner Sommerfestes zu erreichen, füllt sie doch perfekt eine Lücke zwischen Weinfest, Oktoberfest und diversen Herborner Märkten. sig/Fotos: Gerdau

Trinkwasser-Quelle in Herborn

Der Trinkwasserspender in der Herborner Altstadt, gegenüber dem Rathaus ist installiert und geht schon bald an den Start. Hier können sich dann Alt und Jung mit leckerem Herborner Wasser erfrischen und dies auch noch kostenlos. Die parlamentarische Initiative wird bei der Bevölkerung ebenso wie bei Herborn-Besuchern besonders an heißen Tagen gut ankommen. Die Wasserqualität unterliegt wie alle öffentlichen Zapfstellen einer ständigen strengen Kontrolle. Dies garantiert reine Trinkfreude. Ob an besonderen Tagen auch Gerstensaft aus der Düse kommt, wird wohl ein Wunschdenken weniger Zeitgenossen bleiben.

Eva Schiffner von der Kaffeerösterei Lauel ist ein wenig zu früh. Der Befehl „Wasser-marsch“ ist noch nicht erfolgt. Foto: Gerdau

Was macht eine Kleinstadt attraktiv?

Kommentar

von Siegfried Gerdau

Es gibt Städte mittlerer Größe, die sind in aller Munde. Spontan denkt man dabei an Rothenburg ob der Tauber oder Melsungen und viele andere. Andererseits fristen manche Kleinstädte ein freudloses, weil unspektakuläres Dasein. Der Beispiele gibt es viele und ein jeder weiß darüber einiges zu erzählen.

Die Gründe, warum eine Stadt fast ohne ihr Zutun weit vorne im Fokus seiner Bürger und vieler Auswärtiger steht und andere nicht, ist fast eine Wissenschaft für sich. Es gibt jedoch offensichtlich viel mehr als nur gefühlte Parameter, die zu beleuchten im wahrsten Sinne des Wortes gewinnbringend sein können.

Die Attraktivität einer Stadt entsteht erst durch das Zusammenwirken aller Beteiligten.

Was macht eine lebendige Stadt denn aus. Sind es die unterschiedlichsten Einkaufsmöglichkeiten auch mit Lebensmittelgeschäften in der Stadtmitte, eine gute, medizinische Versorgung, Schulen und Kindergärten, kulturelle Angebote, eine ansprechende Gastronomie und ein ansprechendes Ambiente? Die Antwort kann einfach sein, aber sie ist es nicht. Muss eine Stadt einen Wochenmarkt haben und braucht sie eine genügende Menge an Arbeitsplätzen? Das Eine kann, das Andere muss. Das Geschäftsleben muss vielfältig sein und sich nicht in Spielsalons, Billigläden oder anderen einschlägigen Etablissements erschöpfen. Gewerbetreibende müssen sich angenommen fühlen. Ihren Wünschen und Bedürfnissen soll so weit als möglich entsprochen werden.

Begegnungen sind wichtig

Menschen müssen sich begegnen, sich beim Plausch miteinander austauschen, im Kontakt mit der „Obrigkeit“ ohne Terminabsprachen und Nummer-Marken ihre Sorgen und Nöte loswerden können.

Die Ausgewogenheit ist das Geheimnis und darüber müssen die Verantwortlichen verantwortungsvoll ständig wachen. Reine Wohnstädte sind ebenso ein Graus, wie wenig lebenswerte, große Industrieansammlungen. Beim Thema Wohnen gilt es die Interessen der Inverstoren ebenso im Auge zu haben, wie die Menschen, die mit ihrem Einkommen Mieten oder Kaufpreise bezahlen müssen. Entsteht hier ein Ungleichgewicht, kommt es zu Abwanderungen und gleichzeitig zu einer ungewollt homogenen Einwohnerschaft.

Will eine Stadt offen sein für Besucher, Gäste oder gar Urlauber, muss sie die entsprechenden Voraussetzungen schaffen und die vorhandenen pflegen. Ein rigoroses Vorgehen, um die Ideologien einzelner Gruppen zu befriedigen, ist da absolut fehl am Platze. Es gibt viele Kommunen im Lande, die sehr geschickt das Ganze im Blick haben. Eine „friedliche Koexistenz“ von Fußgängern, Rad-und Autofahrern ist kein Verbrechen, sondern schafft Ruhe und fördert die Gemeinsamkeit.

Stille Örtchen müssen vorhanden sein und gepflegt werden

Wer die Attraktivität seiner Stadt erhöhen will und im Interesse einer gesunden Wirtschaftlichkeit auch muss, kommt nicht umhin auch gewisse Örtlichkeiten vorzuhalten und entsprechend zu pflegen. Wie man das finanziell stemmen kann, lässt sich an zahlreichen Beispielen anderer Städte leicht in Erfahrung bringen.

Radwege sind sicher sehr richtig. Es müssen aber die Voraussetzungen von Gefahrlosigkeit vorhanden und unter Abwägung aller Aspekte geprüft sein. Nur einem Trend folgend, ohne dass man überhaupt erkannt hat, ob der Bedarf über das gesamte Jahr besteht, ist nicht besonders weitsichtig. Städte wie Münster in Westfalen gleichzusetzen mit denen in Mittelgebirgslandschaften, ist keine gute Sache und führt nicht zu dem angedachten Ergebnis.

Das gilt auch für stadtnahe Parkmöglichkeiten. Selbst wenn alle Fahrzeuge elektrisch angetrieben würden, brauchen sie geeignete Abstellplätze. Das ausschließliche Präferieren des öffentlichen Nahverkehrs verlangt gleichzeitig dessen ständige und zeitliche Verfügbarkeit. Hier sind größere Städte klar im Vorteil und deren Lösungsmodelle nicht unbedingt übertragbar.

Rechtzeitige Informationen sind wichtig

Ein Gemeinwesen welches Willens ist, die Bürger in allen Belangen zu informieren und bei Entscheidungen, die sie betreffen auch mitzunehmen, braucht geeignete Kommunikationswege. Sich hierbei auf Tageszeitungen und oder Internetforen zu beschränken, geht an der Realität vorbei. Uninformiertheit erzeugt Unwillen und das Gefühl von Ausgeschlossenheit. Dem gilt es mit geeigneten und langjährig erprobten Möglichkeiten zu begegnen.

Wer Besucher in seiner Stadt begrüßen möchte, muss auch eine entsprechende, darauf zugeschnittene Gastronomie anbieten können. Hier kommt es auf Ausgewogenheit an. Einseitige Angebote können genauso ins Auge gehen, wie zu geringe. Den Betreibern, Wirten oder Gastronomen, die das Geld in die Stadtkasse bringen, müssen vielfältige Hilfen und jegliche Unterstützungen gewährt werden. Nichts kommt von alleine und Selbständige, die von den unterschiedlichsten Auflagen förmlich stranguliert werden, werfen vielleicht früher das Handtuch als ihre Kollegen in anderen Städten.

Geschichtlich wertvolle Kleinodien müssen gepflegt und für Besucher zugänglich bleiben. Rationales Denken ist sicher dabei der falsche Ansatz. Auswärtige Gäste schätzen besonders Objekte, die dem historischen Hintergrund einer Stadt ein Gesicht geben.

Der erste Eindruck zählt

Eine Stadt, die einladend sein soll, muss bereits an ihrer „Haustüre“ dafür sorgen, dass die Gäste sich auch hineintrauen. Unsauberkeit und unliebsames Treiben, welches ständige Polizeipräsenz erfordert, verängstigt genauso, wie empfundene Ablehnung. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen und die Autos bleiben, egal mit welchen Antrieben, in einem normalen Stadtbild präsent. Mit radikaler Androhung von Bußgeldern leitet man Besucher um die Stadt herum und sie weichen zu Einkaufsmöglichkeiten auf der grünen Wiese aus. Natürlich braucht eine attraktive Stadt ordnende Hände, egal in welcher Form und Weise. Das muss allerdings mit Vernunft und Feingefühl stattfinden. 

Die Attraktivität einer Stadt wird letztendlich von vorausschauenden Kommunalpolitikern gefördert. Diese bilden die demokratische Basis aus Regierenden und einer nennenswerten Opposition. In gesunder Diskussionskultur, die die kompromissfähigen Zusammenführungen unterschiedlicher Interessen und Ansichten zum Ziel hat, werden die Weichen für ein gedeihliches Zusammenleben gestellt.

Politik ist wichtig aber sie darf nicht zum Selbstzweck werden.

Gleichgeschaltete und dauerhaft einhellige politische Meinungen bedeuten Stillstand und wirken sich bis in die administrativen Bereiche aus. Respekt vor Andersdenkenden und deren Ansichten sind ebenfalls unbedingte, demokratische Spielregeln, die für eine Kommune fördernder sind als Grabenkämpfe oder politisches Desinteresse. Die Bürgerinnen und Bürger einer Stadt spüren mit sicherem Instinkt, wenn Politik und Verwaltung im besten Sinne um die Geschicke ihrer Kommune ringen.