Deusing spendet heute Oldtimer an Lebenshilfe

Mit einem Weihnachtsgeschenk für die Lebenshilfe Gießen hatte das Ingenieurbüro für Fahrzeugtechnik Deusing in Herborn gegen Ende 2021 überrascht.

Harald (links) und Claudio Deusing mit dem Mercedes 300 D

Jetzt hat die Herborner Kfz-Prüf-und Schätzstelle einen 45 Jahre alten Mercedes Benz der sogenannten 8erSerie, einen 300 D Oldtimer, für eine Verlosung zur Verfügung gestellt.

Harald Deusing ist mit seinem Gutachterbüro seit fast 40 Jahren in den Regionen Herborn, Wetzlar und Erfurt tätig. Er hat in dieser Zeit zahlreiche Projekte der Lebenshilfe Mittelhessen mit Spenden für Kindergärten und der Anschaffung von Transportfahrzeugen unterstützt.

Ihr Engagement für diese gemeinnützigen Einrichtungen sind den Inhabern Harald und Claudio Deusing ein Herzensanliegen. Beide sind der Meinung, dass es in Deutschland viele Nöte gibt, die es zu lindern gilt. Dafür müsste man nicht in die ganze Welt schauen.

Auch mit dem heutigen Mercedes-Spenden-Projekt hat das Ingenieurbüro seine jahrzehntelange Verbundenheit mit der Lebenshilfe zu Ausdruck gebracht.

Das Ing.-Büro erstellt unabhängige Gutachten in Schadensfällen, Fahrzeug-Bewertungen auch für Young- und Oldtimer als Classic-Data-Partner. Ferner bietet es umfassende Fahrzeug-Hauptuntersuchungen (HU) und Änderungsabnahmen an. red/Foto: privat

Praxis für ästhetische Medizin in Greifenstein eröffnet

Von Siegfried Gerdau

Eine Praxis für Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgie sowie plastische Operationen hat Dr.med. Dr. med. dent. Hans-Joachim Gath in Greifenstein-Beilstein, Westerwaldstraße 29 eröffnet. Der Facharzt für dentale Implantologie, Zahnmedizin sowie Spezialist für ästhetische Medizin hat neben den Studienfächer Human-und Zahnmedizin, auch eine Ausbildung zum Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und plastische Operationen an der Berliner Charité abgeschlossen.

Dr.Dr. Hans-Joachim Gath

Dr. Gath betreibt schon seit geraumer Zeit in der Stadtmitte von München im Palais an der Oper eine Praxis, in der er sein umfassendes Wissen in diesen Disziplinen zum Wohle seiner Patientinnen und Patienten einsetzt

Der 63-Jährige brennt für seine Arbeit und es faszinieren in immer wieder die Weiterentwicklungen besonders auf dem Gebiet der ästhetischen Medizin. Mit der modernsten Technologie und Geräteausstattung kann er durch schonenden Einsatz von Filler, Botolinumtoxin oder PRGF dem Alterungsprozess des Gesichts entgegenwirken. Er macht jedoch deutlich, dass es hierbei nicht um Facelifting gehe. Alle Anwendungen seien viel schonender für die Patienten. „Die Menschen, nicht nur in München, sind mit zunehmendem Alter immer noch sehr fit und möchten dazu auch das passende Gesicht haben“, sagte Gath. Sich kleinen Gesichtskorrekturen zu unterziehen werde zusehends selbstverständlich und dies keinesfalls nur beim weiblichen Geschlecht. Die Frage, ob denn dies alles erschwinglich sei, beantwortete der Mediziner sehr plakativ mit „mehr als für ein gutes Jackett muss am bei mir zum Wohle des eigenen Körpers in der Regel auch nicht zahlen.“

Kieferchirurgen führen Operationen im Bereich Gesicht, Nase, Kiefer oder Mund durch. Dr. Gath ist Facharzt auf dem Gebiet der Kieferchirurgie und spezialisiert für Implantate. Langjährige Erfahrung des Arztes auf diesem Gebiet und modernste Methoden, garantieren eine sehr hohe Lebensqualität der Patienten. Informationen und Terminabsprachen: Phone: 089 25544810. Mail: hansjoachimgath@aol.com. Web: www.palais-dental.de . Foto: Gerdau

Kontra und Pro Impfpflicht.

Hier ein Beitrag von Jan Schad, der aktiv in der Initiative „Herborn steht auf“ mitwirkt. Für den Inhalt des Artikels ist der Verfasser in vollem Umfang alleine verantwortlich. Er bringt damit lediglich seine Meinung zum Ausdruck, die jedoch nicht automatisch von der Redaktion gerdaus-welt.de geteilt wird.

In einem der nächsten Blogbeiträge wird eine Vertreterin oder ein Vertreter der Impfbefürworter zu Wort kommen. Die Redaktion möchte mit dieser konträren Darstellung zur sachlichen Diskussion über das Thema beitragen und hofft damit, der sich zuspitzenden „Lagerbildung“ mit teilweise erschreckendem Hass und gegenseitiger Hetze entgegenwirken zu können. sig

Von Jan Schad

Der Verfasser Jan Schad während einer Rede vor Impfzweifler. Foto: privat

Das Statistische Bundesamt meldete bereits vor 4 Wochen für den November 2021 eine Übersterblichkeit von 20 Prozent gegenüber dem Mittelwert der Vorjahre. Wegen Corona? Nein. Das Amt räumt ein, dass diese krass erhöhte Mortalität „nur zum Teil“ durch gemeldete COVID-Todesfälle zu erklären sei.

Bereits im April 2020 legte die WHO fest, wie man „Corona-Tote“ erfasst. Die WHO-Richtlinien bestimmten, dass quasi JEDER positiv-Getestete, der an akutem Lungenversagen (ARDS) verstirbt, als „Corona-Toter“ Einzug in die Statistik erlangt, dass somit (durch die Zählweise der WHO) eine Übererfassung von COVID-Toten zustande kam. Es wurden also vermutlich zu viele COVID-Tote gezählt. Quelle dafür z.B.: https://www.24hamburg.de/verbraucher/corona-tote-nicht-an-corona-gestorben-todesursache-umfrage-covid-19-tod-tot-91243179.html … Damit ist die NICHT DURCH CORONA ERKLÄRBARE Übersterblichkeit, die das Statistische Bundesamt für das letzte Quartal 2021 erfasst, sogar noch gravierender. Diese Übersterblichkeit zeigt im BESTEN Fall, dass die Impfungen nicht richtig wirken.

40 Prozent Geimpfte mit schweren COVID-Verläufen auf Intensivstation sind denn auch wahrhaftig kein Grund, die Wirksamkeit der Impfung zu feiern!

Und dass Geimpfte das Virus genauso weitergeben können, wie Ungeimpfte, ist sowieso nicht mehr abzustreiten. Der Slogan von der „Pandemie der Ungeimpften“ wurde bereits im November selbst von Prof. Christian Drosten klipp und klar als unzutreffend bezeichnet.

Im Verlauf der letzten Wochen konnte jeder Laie erleben, wie „Inzidenzen“ hoch gingen, obwohl Ungeimpfte durch flächendeckendes „2G“ quasi im Lockdown waren und man gleichzeitig hunderttausende Geimpfte „boosterte“ – bis man dann einräumen musste, dass selbst „Geboosterte“ keinen wirklichen, dauerhaften Schutz vor der Omikron-Variante genießen würden.

Besonders perfide ist es, dass positiv Getestete standardmäßig, ohne Medikamente und ohne Therapie, einfach nur nach Hause geschickt werden, bis schließlich wegen Luftnot der Rettungsdienst gerufen werden muss.

Bis dass das avisierte Extra-Omikron-„Booster“-Accessoire im Hause Pfizer die Kassen klingeln lässt, sind wir wahrscheinlich schon beim nächsten Buchstaben des griechischen Alphabets. Es wird noch viele Virusvarianten geben. So wie es seit eh und je mit der Grippe der Fall ist. Und noch eins: Mit Impfung geht die Sterblichkeit plötzlich durch die Decke, wie seit 75 Jahren nicht mehr.

Diese Sachverhalte allein setzen bereits ein dickes Fragezeichen hinter die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit der bisherigen Impfungen (jedenfalls bei Gesunden) und hinter die ethische Vertretbarkeit einer Impfpflicht.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA warnte aktuell ganz plötzlich davor, dass weitere „Booster“ das Immunsystem gravierend schwächen und somit „zu viel“ sein könnten. (https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-booster-impfungen-warnung-ema-100.html). Dass die neuartigen mRNA-Impfstoffe quasi überschießend und ungehemmt zur körpereigenen Produktion von Spike-Proteinen führen würden, die sich dann irgendwann sehr schädlich auf das eigene Immunsystem auswirken könnten.

Auf diese Weise ist es scheinbar im Herbst/Winter (mitten in der Massen-„Booster“-Kampagne) zu einer beträchtlichen Zahl von plötzlichen und unerwarteten Todesfällen gekommen. Das ist die wahrscheinlichste Erklärung für die enorme Übersterblichkeit der letzten Monate.

Der oben beschriebene Negativ-Effekt der Impfungen (Immunsystem-Schwächung und Schädigung körpereigener Zellen durch Entzündungsprozesse via überschießender Spike-Proteine) schlägt sich wohl auch in Herzmuskelentzündungen nieder. Selbst Blätter wie die „Frankfurter Rundschau“ mussten die letzten Wochen einräumen, dass laut Studien das Risiko für solche Herzprobleme im Zusammenhang mit den bisher eingesetzten Impfstoffen wohl „höher als erwartet“ ist. (https://www.fr.de/wissen/corona-impfung-herzmuskelentzuendung-risiko-impfstoff-nebenwirkungen-gesundheit-news-91045646.html)

Jedoch: Welcher Arzt wird schon Impfnebenwirkungen dokumentieren oder bei einem mutmaßlichen Impftoten durch das entsprechende Kreuzchen auf dem Totenschein die Obduktion einleiten, wenn er selber Impfungen durchführt wie ein Weltmeister. Außerdem wurde das Geld, das Ärzte pro verabreichte COVID-Impfung abrechnen, so drastisch erhöht, dass sich einige kleine Hausärzte nicht nur „gesundstoßen“, sondern – wenn es gut läuft – ein Millionengeschäft machen während einer Massen-Impf/“Booster“-Kampagne. (siehe ARD-„MONITOR“-Bericht vom 20.01.2022).

 Mit der DAUER-IMPFUNG/“BOOSTERUNG“ von Millionen Menschen (auch der Gesunden, inklusive der Kinder) ist eben mehr Geld zu machen, als mit längst auf dem Markt befindlichen Medikamenten für die wenigen wirklich Kranken.

Ständiges Impfen/“Boostern“ einer Millionenbevölkerung führt zu Impfzentren im Dauerbetrieb. Diese wiederum bilden somit einen dauerhaften, staatlich geförderten Konkurrenz-Sektor im Gesundheitswesen, der den Kliniken zusätzliches Personal wegnimmt. Und auch die Impfpflicht im medizinischen Bereich wird für den Wegfall gut ausgebildeter und engagierter Fachkräfte sorgen. Dass z.B. mittelhessen.de berichtet, es sehe bisher nicht nach einer Kündigungswelle aus, ist eine Farce! Diese Fachkräfte werden nicht kündigen!!! Sie wären ja doof. Sie können nicht rausgeschmissen werden, lediglich ein Beschäftigungsverbot erhalten – mit Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Dieser Personalverlust im Gesundheitswesen setzt dem jahrelangen ABBAU von Klinik-Kapazitäten zum Zwecke der Privatisierung (auch mit Personalabbau) noch die Krone auf. (Quelle z.B. ARD-Panorama: https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sr/Sendung-vom-17-02-2021-Kliniksterben-in-der-Pandemie-100.html) Diese Entwicklung ist gerade auch in der Region Mittelhessen, am inzwischen nahezu voll privatisierten Uniklinikum Gießen-Marburg, ein großes Thema.

Jan Schad (42), verheiratet, eine Tochter. Er wohnt im Lahn-Dill-Kreis und arbeitet hier seit vielen Jahren im Rettungsdienst als Notfallsanitäter. Er ist Betriebsratsvorsitzender und war gewähltes Mitglied einer Tarifkommission der ver.di. Er sagt über sich: „Früher galt so jemand wie ich als typischer ‚Sozi‘. Er legt Wert auf die Feststellung, für die zahlreichen Pflege- und Gesundheitskräfte zu sprechen, die momentan im Rahmen der Initiative „Herborn steht auf“ demonstrieren. Fachkräfte, die bei ihrer Arbeit Menschen halfen, Menschen retteten – und noch nie den Vorwurf hörten, „unsolidarisch“ zu sein. Leute, die bislang keine Stimme in der lokalen Politik und den hiesigen Medien haben.

Impfzweifler: Täter oder Opfer?

Die Auseinandersetzung zwischen Geimpften und Ungeimpften ist in vollem Gange. In hunderten Städten im In- und Ausland gehen die Menschen auf die Straßen, um ihre Meinungen mehr oder weniger lautstark kundzutun. Es geht in erster Linie um die drohende Impflicht und letztlich generell um das Impfen gegen Covid-19 mit all seinen Mutanten. Sehr schnell greifen Administration und die meisten Medien zu plakativen Pauschalurteilen und „enttarnen“ die „Rädelsführer“ als politisch unkorrekte Bösewichte und Rattenfänger. Die Masse der Demonstranten hingegen als Covidioten oder Braune Horden, die hirnlos hinterherlaufen.

Archivfoto: Gerdau

Auffällig ist, dass es nur wenige Gegendemonstranten, sprich Impfbefürworter gibt, die sich offen dagegenstellen.

Die Frage, warum die Menschen teils in großen Massen auf die Straße gehen, kann und will ich hier nicht beantworten. Zumindest ist das für Deutschland relativ ungewöhnlich. Wenn man einmal die 1968er-Generation („macht kaputt, was euch kaputt macht“) oder die Ostermärsche und die gewaltsamen Ausschreitungen der Antifaschisten in den großen deutschen Städten ausklammert, wundert man sich über ein so hohes Engagement aus der Mitte der Bevölkerung.

Natürlich werden die Aktionen auch von Gruppierungen vom sogenannten rechten Rand genutzt. Die Fragestellung ob die Menschen benutzt werden, ist schon im Ansatz fast eine Unverschämtheit. Denn: Wer sich benutzen lässt, dem unterstellt man zumindest Gedankenlosigkeit oder schlimmer noch politische Dummheit. Man redet hier ja auch über Wählerinnen und Wähler, denen man, wenn es passt, eine hohe Mündigkeit unterstellt.

Ob jedoch alle oder zumindest die meisten Demonstranten lediglich nützliche Idioten (Lenin-Zitat) sind oder Menschen die für sich gute Gründe haben, sich gegen staatliche Impfmaßnahmen stark zu machen, ist eine Frage, der ich nachgehen möchte.

In meinem nächsten Blog will ich einen der Mitorganisatoren der Herborner Demonstrationen zu Wort kommen lassen. Es geht mir nicht darum, Impfzweifler in ihrer Meinung zu bestätigen. Ich möchte lediglich einer journalistischen Pflicht genügen, alle Seiten zu hören. Dabei will und werde ich mit allen Kräften neutral und unparteiisch vorgehen und meine eigene Meinung völlig außen vorlassen. So ist ausgeschlossen, dass bereits im Vorfeld gut und schlecht, falsch und richtig oder wahr und unwahr feststeht.

Keiner von uns, ob Experte oder medizinischer Laie, hat die Wahrheit für sich gepachtet. Nicht nur was die Pandemie-Auslöser betrifft, stochern alle weitgehend im Nebel. Selbst die schlausten Köpfe beißen sich an dem kleinen, so unendlich wandelbaren, Virus die Zähne aus. Wer will sagen, dass Impfzweifler nichts und alle andern alles wissen. Freuen Sie sich auf den kommenden Beitrag und urteilen Sie selbst…am liebsten schriftlich, in gerdaus-welt.de.

Achtung-böse Falle

Das Thema ist Top-Aktuell

Bei einer angeordneten Quarantäne bekommen Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen den Verdienstausfall ersetzt. Wenn eine Erstattung des Verdienstausfalls möglich ist, zahlt der Arbeitgeber weiterhin das Gehalt und erhält die Entschädigung auf Antrag von der zuständigen Behörde zurück. 

Wenn Sie in Quarantäne müssen und keine Corona-Impfung vorweisen können, erhalten Sie in der Regel ab dem 1. November 2021 keine Entschädigungszahlung mehr. Das gilt für alle Personen, die eine Impfempfehlung haben und die sich impfen lassen können. Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie dazu auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit. Weitere Infos: Techniker Krankenkasse

TK

Herborner Parkplatz Schmaler Weg wird modernisiert.

Der sehr beliebte öffentliche Parkplatz am Schmalen Weg hinter dem Herborner Schlosshotel, erfährt derzeit ein umfangreiches Facelifting. Schwere Baumaschinen wühlen sich durch die alte Deckschicht und heben Gräben für Abwasserleitungen aus. Wenn die Untergrundarbeiten fertig sind, werden die einzelnen Parkplätze erweitert und damit den größeren Autos gerechter. Auch sollen „Elektrotankstellen“ für E-PKW installiert werden. sig/Fotos: Gerdau.    

Bis auf weiteres bleibt der Parkplatz hinter dem Herborner Schlosshotel wegen Bauarbeiten gesperrt.

Wer sich hier vorbeischlängeln möchte lebt gefährlich.

Kommentar zur Montagsdemo in Herborn

Von Siegfried Gerdau

Keine anstößigen oder verbotene Fahnen, Transparente und unzulässige Spruchtafeln waren am Montagabend (24. Januar 2022) bei der angemeldeten Demonstration in Herborn zu sehen. Es ging auch diesmal wieder gegen die durchgesetzten oder beabsichtigten Corona-Schutz-Maßnahmen der Bundesregierung. Auch konnte man unter den Anwesenden keine Nazis, Antifaschisten oder ähnliche Extremisten erkennen. 550 Impfzweifler hatten sich am Herborner Markplatz zu einer langen Kette aufgereiht. Demonstrativ hielten sie aufgeklappte Zollstöcke zwischen sich, um zu zeigen, dass sie den geforderten Abstand von mindestens 1,50 Meter von Person zu Person einhielten.

Thomas Espey schreitet „die Front“ ab

Mund-Nasen-Schutzmasken sah man zu diesem Zeitpunkt eher selten vor den Gesichtern. Das änderte sich aber bald, als die Marschierer die Kette auflösten und sich in Richtung untere Hauptstraße bewegten. Die Polizisten, die sich bis dato eher zurückgehalten hatten, forderten die Demonstranten sehr nachdrücklich zum Tragen der Masken auf. Das gab keine Probleme und schon bald waren die meisten Menschen maskiert. Der Zug löste sich in zwei Reihen auf, die von Trillerpfeifen und Trommelklang begleitet, durch die Straßen zogen und sich am Schießplatz wieder vereinten.

Der genaue Abstand muss sein.

„Wir wehren uns gegen die geplante Impfpflicht der Regierung“, sagte eine der Teilnehmerinnen, die selber zweimal geimpft und einmal geboostet ist. Sie fühle sich extrem gegängelt und bevormundet und das sei überhaupt nicht in Ordnung. „Ich habe mich freiwillig aus Einsicht impfen lassen und so soll es auch bleiben“. Ihre Schwester, nach eigenen Angaben ihr halbes Leben lang politisch sehr links orientiert und ehemals Grünen-Wählerin aus Leidenschaft, ist ungeimpft und will es auch bleiben. Das sei ihre Entscheidung und sie sei Frau genug das selber zu bestimmen. Tatsächlich waren auffallend viele Frauen unter den Demonstrierenden. Eine von ihnen sagte, dass sie sich noch im Entscheidungsprozess befinde, ob sie sich impfen lassen solle. Eine Impfpflicht lehnte sie kategorisch ab. Diese Entscheidung wolle sie völlig unbeeinflusst und in voller Vernunft treffen.

Noch haben nicht alle die Masken auf.

Man verspürte keinerlei Aggressivität oder Hass unter den Frauen und Männern. Auch die Lautsprecherdurchsagen waren frei von Hetze oder Gewaltaufrufen. „Wir sind es leid, ständig in eine Ecke gedrängt zu werden, in die wir überhaupt nicht hingehören, sagte einer der Teilnehmer. Wir sind keine Nazis, Querdenker oder Anarchisten, ein anderer. Sie seien einfach nur steuerzahlende Bürger, die sich gegen die zunehmende Bevormundung des Staates zur Wehr setzen. Eine Frau, mittleren Alters, erzählte mir mit Tränen in den Augen, dass sich ihr Sohn impfen lassen habe, obwohl er gesundheitlich stark eingeschränkt sei. Sie habe versucht ihn davon abzuhalten, weil sie wahnsinnige Angst um ihr einziges Kind habe. Jedoch sei der Druck von außen so groß auf ihn gewesen, dass er es nicht mehr ausgehalten habe. Sie sei jetzt völlig verzweifelt und rechne mit dem Schlimmsten. Auch einer anderen Herbornerin ging es um ihren Jungen. Sie habe nur diesen einen und den wolle sie nicht durch etwaige Impfschäden verlieren. Der Impfstoff sei doch gar nicht richtig und vor allem nicht langzeitgetestet worden. Sie habe einfach nur wahnsinnige Angst.   

Von vielen Ordnern begleitet und abgesichert marschierten zwei getrennte Gruppen zum zweiten Mal durch die Straßen, um erneut auf dem Schießplatz zusammenzutreffen. Sehr lobenswert, dass umsichtig-konsequente Verhalten der Polizei unter Führung des Herborner Polizeichefs Markus Schmitt. Abgesehen davon, dass die Kollegen durch die ständigen Zusatzeinsätze so langsam ihr Limit erreichen, blieb es ruhig und gesittet. Der Wahl-Herborner, Versammlungsleiter oder Anmelder, wie er auch genannt wurde, Thomas Espey hatte „seinen Laden“ im Griff. Völlig unabhängig davon, ob die Demonstrierenden mit ihren Protesten Recht oder nicht Recht haben, sie haben ihr Demonstrationsrecht wahrgenommen und sich dabei so verhalten, wie es das Gesetz vorsieht. Fotos: Gerdau

So geht Impfen in Spanien

Gestern bekam ich folgende Mail aus Spanien, deren Inhalt ich hier gerne abdrucke. Die beigefügten Fotos konnte ich leider nicht auf diese Seite übernehmen. Dennoch denke ich, dass der Artikel genügend Aussagekraft besitzt.

Symbolfoto: Gerdau

Hallo und Guten Tag,

Als „treuer“ Leser von „Gerdaus Welt“ will ich ihnen mal einen kleinen Bericht von unserem Impferlebnis in Spanien zuschicken.

Wir befinden uns In Oropesa del Mar – an der Coste de Azahar mit dem Wohnmobil.  Die fünf Campingplätze in Oropesa werden in den Wintermonaten überwiegend von Deutschen, Österreichern, Franzosen und Holländern besucht, darunter auch einem Ehepaar aus Sinn.
Ich hoffe, sie können sich  an Hand meines Berichtes ein ungefähres Bild vom „Impfen in Spanien „ ohne u.a. -übertriebenen Datenschutz – und großen Diskussionen machen.
Gerne dürfen Sie den Bericht in „Gerdaus Welt“  veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen aus dem sonnigen Spanien

Juergen Heun

Impfen in Spanien
Auf unserer Wohnmobil Tour durch Spanien befinden uns z.Zt. an der Costa de Azahar in Oropesa del Mar. Trotz des
schönen Wetters ist auch hier Corona DAS tägliche Thema. Auf den Straßen sind die Maskenträger in der Überzahl.
Geschäfte und Lokale (geschlossene Räume) dürfen nur mit Maske betreten werden.
Natürlich hat sich bei uns die Frage nach der Booster Impfung gestellt: Warten bis wir wieder zurück in Deutschland
sind- geplant Ende März, oder doch schon jetzt in Spanien.
Vorsorglich wollen wir uns eine SIP Karte ausstellen lassen. Sie berechtigt zum Eintritt in das Spanische Gesundheitssystem.
Ausgerüstet mit unserer deutschen Versichertenkarte und Ausweis haben wir uns ins „Centro de Salut“, dem
örtlichen Gesundheitszentrum begeben und eine SIP Karte beantragt. Diese Karte wurde uns sofort ausgestellt.
Jetzt kann eigentlich einer Impfung nichts mehr im Wege stehen.


Anfang Januar haben wir uns entschlossen, uns hier in Spanien Boostern zu lassen. Mit unseren SIP Karten und den
Impfnachweisen der letzten (2.) Impfung haben wir uns am 14.01. im Centro de Salut angemeldet.
Noch am gleichen Tag wird uns per E-Mail der Impftermin für den 18.01. um 9:30 Uhr mitgeteilt.
Der Tag der Impfung
Mit unseren Stellplatz Nachbarn aus Oberbayern, die auch für 9.30 Uhr einen Termin haben, begeben wir uns ins
Centro. Zur angegebenen Zeit befinden sich 60 Personen vor dem Nebengebäude des Centro de Salut.
Die Mitarbeiter öffnen die Türe und bitten um Eintritt nach namentlichem Aufruf und Bekanntgabe der
Sitzplatznummer. Ich habe Nr. 8 , meine Frau die Nr.9. Wir betreten den Saal, in dem 60 nummerierte Stühle stehen.
Sogleich werden wir aufgefordert Platz zu nehmen und den Arm „frei zu machen“.
Am Reihenanfang stehen die Mitarbeiter des Centro de Salut mit einem Servierwagen, auf dem sich die
Impfutensilien befinden. Als ich den Arm „frei gemacht“ habe, sind schon die ersten Personen der Reihe geimpft
und auf dem Weg zum Ausgang. Jetzt stehen die Mitarbeiter bei mir. Nachdem ich die Frage nach der Anzahl der
erhaltenen Impfungen beantwortet habe, wird mir der Moderna-Impfstoff verabreicht.
Wattebausch auf den Einstich….. Anziehen….fertig.
Vom Betreten des Impfzentrums bis zum Verlassen hat es ganze 3 Minuten gedauert.
Der europäische Impfnachweis wurde uns am nächsten Tag per E-Mail zugesandt

Geht es bei den Demos wirklich „nur“ ums Impfen?

Von Siegfried Gerdau

Mit großer Beharrlichkeit marschieren die Impfzweifler immer noch durch die Städte. Auch am kommenden Montag wollen sie wieder durch Herborn ziehen. Was viele verdammen, betrachten die Marschierer als ihr gutes Recht. Wie so oft im Leben habe beide Seiten wohl gute Gründe darüber konträrer Auffassung zu sein.

Demonstration in Herborn. Foto-Archiv: Gerdau

Was treibt Bürgerinnen und Bürger, oftmals sogar mit Kindern, auf die Straße? Das ist die Frage, die sich viele Beobachter stellen. Bei genauerem Hinsehen sind es ja überwiegend Menschen „wie du und ich“ und keine Straftäter. Klar, dass sich auch viele daruntermischen, denen man am liebsten einen Platzverweis erteilen möchte. Die Anmelder, wie die Veranstaltungsleiter manchmal genannt werden, werden in der Regel hinreichend be-und durchleuchtet. Ihre Motivation sei keine gute, so hört man. Auch die eingeladenen Redner passen, zumindest bei der letzten Demo, nicht immer zu einer derartigen Veranstaltung, meinen die Kritiker der Demonstranten. Genau genommen müsse der Staat solche „Umzüge“ gar nicht erst zulassen oder sie auflösen, meinen viele Befürworter der Impfung. Also nur noch die „richtigen und „guten“ Demonstrationen genehmigen? Das könnte eine Lösung sein, aber wo bleiben da die demokratischen Werte? Was macht man mit dem Artikel 8 des deutschen Grundgesetzes, der die Versammlungsfreiheit verbürgt?

Von besonderer praktischer Bedeutung ist Art. 8 GG im Zusammenhang mit öffentlichen Demonstrationen, bei denen das freie Versammeln die Teilnahme an der öffentlichen Meinungsbildung fördert. Daher besteht zwischen ihm und der in Art. 5 GG garantierten Meinungsfreiheit und anderen Kommunikationsgrundrechten ein enger Zusammenhang.  

Kompliziert wird es, wenn den Demonstranten, von denen wohl die meisten ungeimpft sind, vorgeworfen wird, dass sie andere gefährden.

Im Grundgesetz könnte dazu der Artikel 2 Absatz 2 mit folgendem Wortlaut passen: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.  Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Das Ziel, das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung und damit einer potentiell sehr großen Zahl von Menschen zu schützen, dient der Erfüllung des sich aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG ergebenden staatlichen Schutzauftrags, indem Neuinfektionen mit dem Coronavirus möglichst verhindert werden und die Verbreitung des Virus zumindest verlangsamt wird (vgl. nur Senat, Beschl. v. 15.11.2021, a.a.O., v. 23.04.2020 – 1 S 1003/20 – und v. 09.04.2020 – 1 S 925/20 –

Soweit die rechtlich-juristische Seite. Was also treibt die Menschen in Deutschland zu zehntausenden auf die Straßen. Ist es tatsächlich so, dass sie gedankenlos und ohne Reflexion, „braunen Rattenfängern“ hirnlos hinterherlatschen. Als braune Horden müssen sich Mütter, Väter und Heranwachsende in den Foren titulieren lassen. Wenn einer von tausenden entgleist oder braunes Gedankengut in Form von Spruchbannern oder fragwürdigen Fahnen mit sich führt, ist das ein gefundenes Fressen. Das reicht, um der gesamten Veranstaltung die entsprechende Schlagzeile zu verpassen.

Ein Polizeibeamter äußerte sich mir gegenüber so: „Wenn die wenigstens wegen der kaum noch bezahlbaren Spritpreisen, den unaufhörlich steigenden Lebensmittelpreisen, den nahezu unbezahlbaren Energiepreisen von Strom und Gas und natürlich den immens hohen Mieten auf die Straße gingen, könnte ich das alles besser verstehen.“

In der Tat, das sehe ich auch so.

Ich stelle mir die Frage, ob das nicht schon geraume Zeit passiert und die drohende Zwangsimpfung nur ein Aufhänger ist. Viele, zu viele Menschen in unserem Land arbeiten täglich schwer und kommen trotzdem immer weniger mit ihrem Netto-Verdienst klar. Rentner mit ihren niedrigen Renten, werden in immer größer Zahl unter das Existenzminimum gedrückt. Der Zulauf an den Tafeln und der Kampf in den Großstädten um Pfandflaschen spricht für sich.

Die Gesellschaft sortiert sich immer mehr in eine relativ kleine Zahl von Großverdienern und eine große Masse von Menschen, die kaum noch über die Runden kommen.

Klimaschutzideologen und Neuausrichtungsidealisten bedeuten dem Normalbürger sich dem zu fügen und weisen ihm einen Großteil Schuld an dem klimatischen Ist-Zustand der Welt zu. Zahlen muss er, damit das Klima besser wird. Das erinnert fatal an die Ablassorgien der Kirche im Mittelalter.

Zurück zu den Demonstranten. Es wäre gut, sie nicht pauschal mit dem braunen Bannstrahl zu belegen. Hinhören, was die Menschen tatsächlich bewegt und belastet, ist besser als hetzen. Der inflationäre, fast reflexartige Gebrauch von Adjektiven wie Querdenker, Covidioten, Nazis und anderen Bezeichnungen, führt bei ihnen sicher nicht zum Umdenken. Im Gegenteil und die Demonstrationen sind meiner Meinung nach Hilferufe.

Fazit: Impfzweifler sollten in sich gehen und sich dem Ziel der Pandemiebekämpfung nicht völlig verschließen. Ihre Gegner müssen aufhören jeden Menschen, der sich nicht impfen lassen will, zu verunglimpfen.

Die Menschheit steht an der Schwelle zu einer entsetzlichen Katastrophe. Jede Uneinigkeit, wie die Spaltung unserer Gesellschaft, lenkt davon ab und kommt bestimmten Personen gerade recht. Es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass es um Sein oder Nichtsein gehen könnte.

Lassen wir also die Menschen ruhig und gewaltlos demonstrieren und schauen nicht zu jedem Stofffetzen mit Argusaugen hin. Wenn es überall so gesittet dabei zugeht wie bisher in Herborn, gibt es eigentlich nichts zu meckern.    


Mit geschlossenen Augen durch die Krise – Selten gab es so wenig befähigtes politisches Personal

Ein Kommentar, der mir heute Abend förmlich ins Auge sprang. Ich konnte nicht umhin, ihn hier in gerdaus-welt zu veröffentlichen.

19 Jan. 2022 06:30 Uhr

Die Machtverhältnisse in der Welt verändern sich, aber die deutsche Politik scheint unfähig, das wahrzunehmen. Statt die Verhältnisse realistisch zu sehen, wird einer Illusion gefolgt, die aus Hollywood stammen könnte. Die Aussichten, Wege aus den vielen Krisen zu finden, sind schlecht.

von Dagmar Henn

Es gibt eine berühmte Karikatur aus dem Jahr 1890, mit der damals eine britische Zeitschrift die Entlassung Bismarcks als Kanzler kommentierte. „Der Lotse geht von Bord.“ Damit wurde angedeutet, dass der junge Kaiser Wilhelm II. nicht nur wenig Kompetenz zeigte, sondern zugleich arrogant genug war, sich der vorhandenen Kompetenz anderer zu entledigen. Mit seinem Verlangen nach einem „Platz an der Sonne“ und der entsprechend aggressiven Politik führte er das Land schließlich in den ersten Weltkrieg; aber bis dahin dauerte es fast ein Vierteljahrhundert.

Doch verglichen mit dem heutigen Angebot an Kompetenz waren das selbst ohne Bismarck noch fast paradiesische Zustände. Es dürfte kaum einen Zeitpunkt in der deutschen Geschichte gegeben haben, an dem wie heute so viele gleichzeitig verlaufende Krisen auf so wenig befähigtes politisches Personal trafen. Es wirkt fast wie eine Verschwörung zum Untergang.

Wer gehofft hatte, nur Annalena Baerbock sei außerstande, die globalen Realitäten zu sehen, sieht sich mit den Aussagen, die Bundeskanzler Olaf Scholz in Spanien machte, eines Schlechteren belehrt. Russland müsse deeskalieren, erklärte er, ohne genauer auszuführen, wie weit im Landesinneren russische Truppen stehen müssten, damit sie seiner Meinung nach nicht mehr bedrohlich sind. Nur mal so zum Vergleich – die Standorte deutscher Gebirgsjäger sind nirgends mehr als zehn Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Nein, auch er unterschlägt den ukrainischen Aufmarsch und die wesentlich konkretere Bedrohung, der sich die Bevölkerung des Donbass gegenüber sieht, die täglich unter den Mörsergranaten leben muss, die die ukrainischen Truppen in ihre Richtung abfeuern. Der Balken im eigenen Auge wird nicht gesehen.

Als der ehemalige Außenminister Heiko Maas in seinem von russischer Seite veröffentlichten Schreiben zu erkennen gab, dass ihm grundlegende Kenntnisse über die Funktionsweise von Friedensverhandlungen abgingen, weil ihm nicht klar war, dass nur direkte Verhandlungen zwischen den Donbass-Republiken und Kiew überhaupt ein künftiges Zusammenleben beider Seiten in einem Staat ermöglichen könnten, offenbarte das eine erschreckende politische Ahnungslosigkeit. Dieser Zustand setzt sich fort. Und wird von großen Teilen der Medien auch noch mit Applaus bedacht, als würden sie sich jede Nacht mit Jüngers „Stahlgewitter“ in den Schlaf lesen.

„Kommt der Krieg, kommt er nicht? Eine unerträgliche Ungewissheit lastet auf Europa,“ schreibt der Tagesspiegel, dem es nicht scharf genug gegen Russland gehen kann. Als wäre Krieg etwas Erstrebenswertes und sein Ausbleiben eine Enttäuschung. Wenn man sich fragt, wie der Wahn des ersten Weltkriegs entstehen konnte, kann man hier live mitlesen. Und klar, „Putin“ muss „unter Druck“ gesetzt werden.

Dass das alles nicht funktioniert, sich Europa nur ins eigene Bein schießt damit und eine wirkliche militärische Konfrontation extrem schnell eskalieren könnte, gerade weil die NATO, nehmen wir mal die Formulierung, die 1914 gern in Bezug auf Russland gebraucht wurde, ein Koloss auf tönernen Füßen ist – das habe ich an anderer Stelle schon ausgiebig beschrieben. Dass diese äußere Krise noch von einer Legitimationskrise im Innern begleitet wird, und gleichzeitig das langsame Krümeln der Infrastruktur sich in ein reges Bröckeln verwandelt; dass das Corona-Spektakel eine weitere Umverteilungswelle von unten nach ganz oben verhüllt, aber auch dieser ökonomische Bürgerkrieg nicht endlos verborgen bleiben kann, das alles kommt noch hinzu. Aber die politische Elite des Landes tut so, als wäre alles eitel Sonnenschein.

Wie äußerte sich jüngst der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz anlässlich der zunehmenden Spaziergänge? „Ob das jetzt Corona ist oder die Flüchtlingspolitik. Oder auch die Flutkatastrophe: Da hat man teilweise die gleichen Leute gesehen, die versuchten, den Eindruck zu vermitteln, der Staat versage und tue nichts für die Menschen.“ Nein, werter Herr Haldenwang, den Eindruck muss man nicht vermitteln, schon gar nicht es versuchen. Das ist eine Tatsache, mit der wir leben müssen.

Vielleicht ist das ja ein Langzeitschaden neoliberaler Politik. Schließlich begann rund um die Einführung von Hartz IV eine Propagandisierung, die in dieser Form neu war. Wer den Sozialstaat erhalten wollte, wurde „Modernisierungsverlierer“ genannt, den der „Sozialneid“ antreibe; die Arbeitslosen, die durch die Deindustrialisierung des Annexionsgebietes erst geschaffen wurden, ruhten sich „in der sozialen Hängematte“ aus, während die Politik sich doch endlich um die „Leistungsträger“ kümmern solle.

Zwei Dinge verliefen damals parallel – die endgültige politische Kapitulation der Gewerkschaften, und die öffentliche Delegitimierung jeder anderen Haltung. Die Interessen der arbeitenden Bevölkerung wurden moralisch angegriffen und weitgehend aus der politischen Debatte verbannt.

Seitdem entwickelte sich das zum Standardverfahren in jeder Situation, die Widerspruch erzeugte. 2015 wurde jeder, der Angela Merkels plötzliche Bevölkerungserweiterung kritisch sah, sofort zum Rassisten erklärt; mit besonderer Vehemenz, wenn dabei auf die Konkurrenz um Wohnungen hingewiesen wurde. Das hatte gleich zwei Vorteile – man musste nichts tun, um die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern, und die Vermieter konnten in der Folge massiv steigende Mieten verbuchen. Das reale Problem, dass jeder Mensch, der hier lebt, auch wohnen können muss, blieb erhalten. Die Interessen der normalen Bevölkerung wurden ignoriert (nebenbei, die der „neu hinzugekommenen“ auch), aber warum handeln oder gar Geld ausgeben, wenn ein wenig Diffamierung soweit trägt?

Ob es die Klimapolitik ist, die ganz nebenbei die deutschen Äcker der Nahrungsversorgung entzog, oder die Außenpolitik mit ihren Aggressionen, oder die Corona-Maßnahmen, es gibt nur noch eine Reaktion auf die ganz konkreten Probleme der Menschen da unten, die Beschimpfung. Wer sich gegen die CO2-Steuer wendet, weil Strom und Gas noch mehr vom Lohn fressen, ist ein Klimaleugner und schon mit dem Kunstgriff dieses Wortes (das davon lebt, im Hintergrund den ‚Holocaustleugner‘ mit aufzurufen) soweit an den gesellschaftlichen Rand befördert, dass man sich mit ihm nicht mehr auseinandersetzen muss.

Energiepreise belasten besonders Geldbeutel einkommensschwacher Haushalte

Politisch klug ist das nicht. Schließlich ist die Kooperation der Beherrschten die wichtigste Grundlage für die Macht der Herrschenden; aber wer kontinuierlich ignoriert oder beschimpft wird, wessen Interessen behandelt werden, als gäbe es sie gar nicht, hat irgendwann keinen Grund mehr, zu kooperieren. Dann tritt die Ausübung von Zwang an die Stelle der Kooperation, wie es mit dem Sanktionsregime der Hartz-Gesetze eingeführt und mit den Corona-Maßnahmen vollendet wurde; aber eine Herrschaft, die auf Zwang beruht, ist schwach.

Die Akteure wirken allerdings so, als könnten sie gar nicht anders. Als wäre ihnen nichts unmöglicher als ein Blick auf die Realität. Dass die gegenwärtige politische Generation in der Fantasie aufgewachsen ist, der Westen habe endgültig gesiegt, mag ein Teil davon sein. Dass mit der Selbstentleibung der Gewerkschaften so getan werden konnte, als gäbe es keinen Widerspruch mehr zwischen den Interessen der Beschäftigten und denen der Unternehmer, hat sicher ebenfalls dazu beigetragen. Wenn man betrachtet, dass sowohl in Frankreich als auch in Polen die Regierungen auf die steigenden Strom- und Gaspreise reagieren mussten, in Deutschland aber so getan wird, als wäre das für niemand ein Problem, kann man erkennen, wie weit die Folgen bis in Detailfragen reichen. Und die große ökonomische Heuchelei, bei der so getan wird, als wäre ein Wirtschaftssystem, das seit 2008 am Tropf der Zentralbanken hängt, quicklebendig, ja, sogar anderen überlegen, spielt mit Sicherheit ebenfalls eine Rolle.

Damals, 2008, waren sie alle in Panik. Inzwischen wird so getan, als wäre da nichts gewesen; auch wenn noch im Herbst 2019, vor Corona, in den USA eine weitere Runde Bankenrettung lief, in Höhe von 4,5 Billionen Dollar, und mit Hilfe von Corona immerhin genug Geld von unten nach oben geschaufelt wurde, um das Vermögen von Milliardären zu verdoppeln. Tatsächlich ist das der Punkt, der die ganze Phase neoliberaler Politik seit Maggie Thatcher prägt: ein hemmungsloser Griff in die Taschen der breiten Massen, um die Gewinnansprüche der aller obersten Schicht der Reichen zu befriedigen.

Ganz unauffällig ist es möglich, mit Corona das Gesundheitssystem endgültig auf die reine Gewinnerzielung zuzurichten; seit viele Ärzte mit dem lukrativen Impfen beschäftigt sind, stockt die ganz normale Gesundheitsversorgung; der Impfzwang reduziert das ohnehin knappe Pflegepersonal weiter, und wenn das Corona-Theater vorüber ist, werden sich die Deutschen mit einer wesentlich schlechteren Versorgung zufrieden geben, so die Erwartung, weil das immerhin wieder etwas mehr sein wird als jetzt, unter Corona.

Eine solche Situation, in der ein ökonomisches System seine eigenen Grundlagen vertilgt und die Lebensverhältnisse der Bevölkerungsmehrheit sich kontinuierlich verschlechtern, gibt es nicht zum ersten Mal. Vor einigen Tagen stolperte ich über folgendes Zitat: „So lässt sich am Ende der Feudalperiode zum Beispiel in Frankreich ganz außerordentlich deutlich beobachten, wie die feudale Basis zur Finanzierung der Kosten der herrschenden Klasse nicht mehr ausreicht und wie sich diese dann zunehmend nicht nur am Mehrprodukt, ja selbst am Konsumptionsfonds der Bauern, sondern auch am bürgerlichen Eigentum vergreift, bis das Bürgertum, unterstützt von den Bauern und den plebejischen Schichten der Städte, den Weg der Revolution geht, um die Steigerung seines Reichtums zu sichern.“ Es stammt aus dem zweiten Band der Geschichte des Alltags des deutschen Volkes von Jürgen Kuczynski. Davor beschreibt er eine identische Situation am Ende des römischen Reiches.

Wenn also, ob wegen Klima oder wegen Corona oder für die zehnte Bankenrettung den einfachen Menschen das Leben zur Hölle gemacht und erst die Wurst, dann die Butter vom Brot genommen wird, ist das, genau wie die Schlaglöcher in den Straßen oder das in Stücke geschlagene Bildungssystem ein Versuch, auf Kosten der Mehrheit ein System am Leben zu halten, das nur einer winzigen Minderheit nutzt, dessen Zeit aber längst abgelaufen ist.

In jenem Moment der Panik 2008, als nach der Pleite von Lehman-Brothers das ganze ineinander verwobene Bankensystem wie ein gigantisches Domino zu stürzen drohte, wurde ein kurzer Blick in den Abgrund geworfen. Dann wurde die Gelddruckmaschine angeworfen und seitdem stehen sie alle mit dem Rücken zu diesem Abgrund und tun so, als sei alles in bester Ordnung.

Es gibt Mechanismen in unserem Parteiensystem, die eine Negativauslese fördern. Der einfachste besteht darin, dass jene, die alle ihre Ressourcen auf die Sicherung ihrer eigenen Position verwenden, statt sich mit realen politischen Problemen zu befassen (was eigentlich die Aufgabe wäre), immer bessere Chancen haben, sich durchzusetzen. Wer sich brav darauf beschränkt, im Mainstream seiner Partei zu schwimmen, hat weniger Gegner als jemand, der eigene politische Gedanken entwickelt. Sprich, es gibt eine strukturelle Tendenz hin zu unauffälligem, nicht an Politik, sondern an Karriere interessiertem Personal.

Der Abgrund im Rücken stärkt die notwendige Tendenz der Wirklichkeitsverleugnung weiter. Wenn man dann hinzunimmt, dass spätestens seit der Debatte um die Einführung von Hartz IV die moralisierende Abwertung politischer Gegner zum Standard gehört und das Aussprechen materieller Interessenskonflikte völlig tabuisiert ist, erklärt sich die wahnhafte Selbstsicht jener immer kleiner werdenden Gruppe, die für sich in Anspruch nimmt, „die Gesellschaft“, „die Demokratie“ und „die Wissenschaft“ zu verkörpern. Sie können gar nicht anders.

Die vielfach ineinander verflochtenen Ebenen der Krise sorgen dafür, dass nur jenes politische Personal das „Weiter so“ vertreten kann, dass die Selbsttäuschung perfektioniert hat. Das sich an eine Umgebung von Claqueuren gewöhnt hat. Das, wie Baerbock, schon mit der Missachtung der Kleiderordnung signalisiert, sich für etwas Besseres zu halten, und in einer Umgebung, die nicht wie erwartet huldigt, sogleich aus der Rolle fällt.

Sie können die Veränderungen, die in der Welt gerade geschehen, nicht begreifen, weil sie dafür die Augen öffnen müssten, und es ihr Lebensprinzip ist, sie fest geschlossen zu halten. Sie taugen nicht dazu, aus der Krise herauszufinden, weil ihre Existenz darauf beruht, sie zu verdrängen. Aus der historischen Distanz wird man vielleicht sagen können, dass sie den Zustand dieser Republik so passend verkörpern wie Wilhelm II. den des deutschen Kaiserreiches. Leider erreichen wir diese Distanz nur, wenn sie vorher nicht noch die Welt in Brand setzen.

Quelle: Linke Zeitung 19.01.2022