KikuZ will sesshaft werden

Das Herborner Kinder Kultur Zentrum e.V. ( KiKuZ e.V) möchte sesshaft werden und sucht eine passende Bleibe. Mehrere Möglichkeiten hätten sich in der Vergangenheit leider als nicht durchführbar oder nicht passend erledigt, sagte Christine Krauskopf. Die Initiatorin machte deutlich, dass KiKuZ für alle Kinder aus der Umgebung kulturelle Angebote schaffen möchte. Das schließt natürlich auch Kinder mit Behinderung ein und bedeutet, dass die neue Bleibe barrierefrei sein muss.

Das Kulturhaus für Kinder soll neben einem anspruchsvollen Indoorspielplatz mit Kletterwand, Trampolin, Rutschen, Schaukeln, „Lianen“ sowie Orte für Sinneserfahrungen wie Dunkelzimmer mit Hindernisparcours, Raum der Geräusche und der Gerüche, Küche zum selbst Kochen aufweisen. Daneben möglichst Räume zum Geburtstag feiern, Spielzimmer für Fischertechnik oder Lego und ein Wohnzimmer zum Chillen anbieten. Eine kleine Werkstatt zum Werkeln, ein Raum zum Verkleiden, ein Hindernis-Parcours zum Klettern sowie ein Malzimmer wäre Wünschenswert.

Die Planer um Christine Krauskopf stellen sich weiterhin ein gemütliches Café, digitale Angebote und eine kleine Bibliothek im Kulturhaus für Kinder vor. Es wird Projekte wie Theater und Hörspiele, Ausflüge zu Museen und Puppentheater geben.

Mütter und Väter können Kurse besuchen, während ihre Kinder sich in ihren Bereichen ausleben. Krauskopf weist daraufhin, dass es kaum kulturelle Angebote, aber auch kaum Freizeitangebote für Kinder auf dem Lande gibt.

Der Verein KikuZ hat seit einiger Zeit sogar einen 9-Sitzer Kleinbus und dieser kann Kinder, deren Eltern kein Auto haben, abholen.

Die Auflistung der Ideen für das Kulturhaus für Kinder ist noch um einiges länger. An Ideen fehlt es den Vereinsmitgliedern also nicht. Was fehlt ist gleichzeitig das Wichtigste. Ein entsprechendes Haus. Zwei Optionen hat man schon ins Auge gefasst. Da wäre einmal das derzeit ungenutzte, ehemalige Möbelhaus „Brutscher und Stein“ mit einer Nutzfläche von 4 000 Quadratmeter Nutzfläche und sehr viel Platz drumherum. Bei diesem Projekt könnte sich Christine Krauskopf auch eine partnerschaftliche Kombi-Nutzung mit anderen Vereinen vorstellen.

Im ehemaligen Uckersdorfer Möbelhaus wäre Platz genug

Man habe zudem bereits überlegt eine eigene Halle in der Nähe des Möbelhauses zu bauen. Das hätte bedeutende energetische Vorteile, sagte Christine Krauskopf.

Eine Halle auf der grünen Wiese zu bauen, hätte den Vorteil einer zeitgemäßen energetischen Ausstattung

Die Entscheidung darüber sei nicht leicht. Es muss ja auch bezahlt werden können. Dann sei noch die Personalfrage zu klären: Ehren- oder hauptamtliche Mitarbeiter.

In Sachen Finanzierung will man konkret mit Aktion Mensch reden. „Die fördern Freizeitstätten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung“, so die Initiatorin.  Es gäbe auch Förderungen für Gründer und klimafreundliche Heizanlagen. Andere Fördertöpfe muss man noch ausloten.

Klar ist auch, dass ohne entsprechende Spenden gar nichts geht. KiKuZ e.V. ist existenziell darauf angewiesen und bietet dafür einiges. Von der Inklusion bis hin zur Kulturarbeit bereits in jungen Jahren. Sehr viele Projekte wie zum Beispiel das „Neinhorn“ haben in der Vergangenheit von sich Reden gemacht.

Von Google wurde KiKuZ bereits 2018 mit dem Projekt „Buchkinder digital“, als eines von 100 besten ausgezeichnet. 2.500 Projekte hatten sich beteiligt. Damit war KiKuZ eines von nur sechs hessischen Projekten, welches im Jahre 2018 die Google Impact Challenge gewinnen konnte.  20.000 Euro flossen in das „Buchkinder-Mobil“.

„Ab in den Garten!“ ist ein aktuelles Jahresprojekt, das KiKuZ gemeinsam mit der Herborner Tafel ausgearbeitet hat. Es wurde im August 2021 begonnen und dauert noch bis zum Juli 2022. Die Arbeit im Garten ist dabei nur ein Aspekt des Projekts, welches sich um Natur, Kunst und Kultur dreht. Die Teilnehmer lernen unter anderem Fledermäuse kennen. Es werden Äpfel gesammelt und zu Saft gepresst. Weitere Informationen in http://www.kikuz-ev.de. Anmeldung und noch mehr Infos bei Christine Krauskopf, Mail: christine.krauskopf@gmx.de, Phone: 0151 151 706 15. sig

Lisa und Nico wieder in der KuSch

Lisa und Nico. Wer kennt die musikalischen Genies nicht. Mit ihrem unerschöpflichen Repertoire aus Gesang, Musik und Unterhaltung haben sie mehr als einmal ihre Fans erfreut. Bereits am Samstag 19. (20 Uhr) und Sonntag 20. März (17 Uhr), also in nicht einmal zwei Wochen, treten die Beiden wieder einmal mit ihrer Band in der Herborner Kulturscheune (KuSch) in der Au auf.

Mit einem vollen Programm gehen sie an den Start und bereits die Moderation von Nico Benner ist mehr als einen Lacher Wert. Der Mathematiker und die Pädagogin verknüpfen pure Lebensfreude mit musikalischem Können und ihre Band, studierte Musiker wie er, sind nicht nur eine besondere Ohrenweide. sig

Lisa (links) und Nico (rechts im Bild) bei ihrem Konzert im vergangenen Jahr in der KuSch. Foto: Gerdau

Professioneller geht es nicht und in Anbetracht der Tatsache, dass nichts aus der Konserve stammt, also pur Live ist, muss man dabei gewesen sein. Das zweistündige Vergnügen ist bezahlbar. Die Tickets kosten 21,90 Euro (ermäßigt 19,70 Euro). Der Kartenverkauf ist wie immer bei Tafelski -Augenoptik Herborn, www.kusch-herborn.de oder direkt unter LISAUNDNICO.DE.   

Tagtraum-in der Alten Färberei

Von Siegfried Gerdau

Mit einer Gemälde-Ausstellung vom 17. bis 20. März 2022 in der Herborner „Alten Färberei“ (Haus der Vereine) unter dem Motto „Tagtraum“, setzt der junge Künstler Tom Fischer aus Herborn beachtenswerte surrealistische Akzente.

Tom Fischer

Mit plakativen Werken, die durch Formen und Farben bestechen, will er eher unbewusst, aber dennoch ganz im Geist von André Breton und Max Ernst, die Betrachter in seine Welt von Traum und Wirklichkeit entführen. Der „Schöpfungsakt“ seiner Bilder ist geprägt von spontaner Inspiration. „Ich male grundsätzlich aus dem Bauch heraus und meist ohne äußere Anlässe“, sagt der 23-jährige Student der Wirtschaft-Wissenschaften. In den Abendstunden hat er seine kreativsten Phasen. Das habe sich gegenüber den Anfängen seiner Malerei im Laufe von vier Jahren so entwickelt. Nach dem Abitur studierte Tom Fischer Architektur, stellte aber irgendwann fest, dass dies nicht seine Welt ist. Was ihm bei seinem jetzigen Studium an Kreativität fehlt, holt er sich bei der Arbeit mit seinen Bildern. Der Autodidakt bevorzug die Acryl-Technik. Sie gibt ihm genügend Freiraum bei der Gestaltung, aber auch bei der Nachbearbeitung seiner Werke.

Die erste Begegnung mit der künstlerischen Malerei hatte er im Haus seiner Großeltern. Deren Bildersammlung nahm ihn schon sehr früh gefangen. Die Leidenschaft zum Abstrakt- Gegenstandslosen entspricht aber eher seiner Gefühlswelt, also der eher unbewussten Auflehnung gegen Einengung und Gängelung.

Selbst eingefleischte Liebhaber des Ex-und Impressionismus lassen sich von seinen individuellen Fantasien gefangen nehmen. Überwiegen doch traumhafte Elemente, die jegliche Deutung zulassen. Mit auffälligen Farben oder dominanten Linien lenkt er die Blicke der Betrachter auf die für ihn wesentlichen Teile seiner Bilder. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag von 16 bis 21 Uhr. Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen per Mail: tom-fischer98@web.de. Fotos: Siegfried Gerdau

Wer zulässt, dass Kinder ermordet werden, ist ein Schwer-Verbrecher

Vorgestern beobachtete ich in Haiger auf dem Markplatz, wie Kinder sich im Sonnenschein um den Brunnen vergnügten. Ihre Mütter standen dabei und tauschten sich mit anderen Müttern aus, ohne ihre Sprösslinge dabei aus den Augen zu verlieren.

Welch ein schönes Bild durfte ich davon machen. Das ist der Normalfall, so denke ich und so sollte es überall auf der Welt sein. Mir fielen fast zeitgleich Bilder von Mütter mit ihren Kindern in ukrainischen Untergrundbahnen, zwischen Häuserruinen oder auf der Flucht vor russischen Soldaten an der Grenze zu Polen ein.

Ich sehe diese verstörten, traurigen und verständnislosen Kinderaugen fast stündlich vor mir. Was für ein Verbrechen an den kleinen Kinderseelen. Was für ein Verbrechen an den Menschen, die es ohnehin immer schon schwer genug hatten.

Ein einzelner Mann, selber Vater von zwei Kindern hat all dies verschuldet. Verantworten kann er es nicht. Nicht einmal vor Gott, an den er vermutlich auch gar nicht glaubt.

Da gibt es viel zu viele Menschen in seinem Land, die immer noch hinter ihm stehen und Begründungen für diese Verbrechen finden. Noch viel schlimmer ist, dass es die auch in unserem Land gibt.

Das ist nicht nur deren Meinung, sondern einfach nur menschenverachtend. Wer ein Land mit Panzer, Flugzeugen und Raketen überfällt und damit den Tod bringt, ist nicht nur Kriegstreiber, sondern ein Verbrecher in einer Linie mit Hitler, Stalin und Pol Pot.

Deutschland muss alle flüchtenden Menschen, ob Groß oder Klein, aufnehmen und ihnen die Sicherheit geben, die ihnen der russische Diktator mit Brachial-Gewalt genommen hat. Wir müssen den gequälten Kinderherzen eine Perspektive verschaffen. Es lebe die Menschlichkeit.

Es wäre so langsam Zeit, dass sich die SPD von Altkanzler Gerhard Schröder, dem obersten Putin-Versteher und Busenfreund des Diktators, trennt und ihn aus der Partei schmeißt. Bei der Gelegenheit könnte man einmal intensiv darüber Nachdenken, ob der Begriff Genosse immer noch in die Zeit passt. Auch Putin ist ja schließlich ein Genosse.

Symbolfotos zum Ukraine-Krieg

Mit sehr viel Freude habe ich die gestern bei mir eingetroffene Mail von Jürgen Heun gesehen und stelle sie gerne in meinen Blog. Es ist gut, dass sich immer mehr Menschen mit den unfassbaren Zuständen in der Ukraine befassen und den Verursacher und Völkermörder Putin brandmarken.

Hallo und guten Morgen,

im Anhang hier habe ich zwei Wolkenbilder fotografiert, die so gut zur momentanen Situation in der Welt passen. Behalten Putins kranke Gedanken (Bild Kampfjet) in der Ukraine die Oberhand oder wird sich doch bald (Bild Vogel) der Friedenswille der restlichen,   klardenkenden Welt durchsetzen?

Viele Grüße Juergen Heun

Kampfjet. Foto: Heun
Wolkenvogel. Foto: Heun

In eigener Sache

Liebe Leser von gerdaus-welt,

zuerst möchte ich mich einmal für die zahlreiche negative wie positive Resonanz auf Artikeln und Kommentare in meinem Blog bedanken. Wir haben das Glück und den Vorzug, dass unsere Meinungsfreiheit grundgesetzlich verbrieft und gesichert ist. Diese Freiheit ist ein großes Gut und uns allen wird derzeit drastisch vor Augen geführt, wie es auch anders sein könnte.

Zwischen journalistischer Berichterstattung und persönlicher Meinung gibt es gewaltige Unterschiede. Da ist zum Einen der (hoffentlich) neutrale Artikel über wer, wann, was, wie und wo. Ein Kommentar hingegen verschafft dem Journalisten die Freiheit, auch mal den eigenen Hut hoch gehen zu lassen. Während ein Artikel nach bestem Wissen und Gewissen über all das, was seinem Schreiber zu Gesicht und Ohren gekommen ist, Auskunft gibt, spiegelt sich im Kommentar seine persönliche Meinung wieder. Die darf jeder Berichterstatter haben, muss sie aber kenntlich machen.

Oft wird Artikelschreibern oder Berichterstattern Einseitigkeit der gar Einäugigkeit vorgeworfen. Je nachdem auf welcher Seite des politischen Spektrums man steht, ist auch der Blickwinkel entsprechend. Das ist an sich nichts verwerfliches und wird auch von den so Gescholtenen sachlich und unaufgeregt eingeordnet. Was aber nicht geht, sind persönliche Angriffe, die den eigenen Standpunkt zementieren sollen und für sich in Anspruch nehmen, allein im Besitz aller Weisheit und Wahrheit zu sein.

Würden die solcherart Attackierten auf dem gleichen Niveau reagieren, wäre der Aufschrei groß.

In Krisenzeiten, bei denen Menschen getötet, verletzt und ausgebombt werden, kommen andere Parameter ins Spiel. Jetzt muss sich zeigen, ob grundverschiedene Meinungen ad Acta gelegt werden können und man gemeinsam an einem Strang ziehen kann.

Ob es um Sach-und Geldspenden geht oder um die Beschaffung von Wohnraum für Kriegsflüchtlinge. Das gemeinsame Demonstrieren über ideologische- und Parteigrenzen hinweg, gehört ebenso dazu, Menschlichkeit zu zeigen.

Nicht gegeneinander stehen, sondern miteinander gehen ist das Gebot der Stunde und darüber würde ich auch gerne berichten. Auch meine Meinung in Kommentaren, werden meine Leser weiterhin „ertragen“ müssen. Seine eigene Meinung kann jeder in die Kommentarleiste des Blogs einbringen und die wird garantiert nicht von mir zensiert (auch wenn es manchmal schwerfällt).

Ich werde auch weiterhin unterschiedliche Ansichten von Externen in Artikelform zulassen und garantiert nicht darauf Einfluss nehmen, ob darin auch das Richtige steht. Derartige Vorgehensweisen überlasse ich anderen.

Weiterhin werde ich in meinen eigenen Artikel nicht kundtun, was meiner Meinung nach die richtige Rezeptur für Pandemien, politische Entscheidungen oder Geschehnisse ist. Der Versuch zwei gegensätzliche Sichtweisen darzustellen und die Entscheidung ob er deren Inhalte annimmt oder nicht, dem Leser zu überlassen. Das ist für mein Verständnis der demokratischste und respektvollste Weg.

Jetzt werde ich, wie an jedem dieser Tage, an meine persönlichen und unsere gemeinsamen Freunde in der Ukraine denken, mich tief vor den ermordeten Kinder, Frauen und Männern verbeugen und von ganzem Herzen wünschen, dass der russische Diktator seinen Verstand wiederfindet und seinen Schergen Einhalt gebietet. sig

Ignorant und engstirnig

Ein Kommentar von Siegfried Gerdau

Während die Welt zum zweiten Mal nach 1945 am Abgrund steht, russische Soldaten im Auftrag eines durchgeknallten Mörders die Ukraine überfallen, deren Einwohner zu Zehntausenden auf der Flucht vor Tod und Elend sind und die Politiker der westlichen Nationen verzweifelt um Frieden ringen, demonstrierten am Montagabend auf dem Herborner Schießplatz in aller Ruhe 340 Impfzwang-Gegner. Auf ihrem Marsch durch die Stadt kamen sie am Rathaus an rund 50 „Bewachern“ vorbei. Die teils bunt kostümierten Marschierer veranstalteten dabei ganz schön Lärm, während die Rathauswächter sich stillschweigend in einer Linie das Treiben anschauten.

Bei allem was recht ist. Die Menschen in unserer Republik bringen in den großen Städten zu tausenden ihre Wut gegenüber dem russischen Despoten Putin zum Ausdruck. Politiker zeigen ihm parteiübergreifend die Stirn und stehen in der Ablehnung seiner Gräueltaten über die Parteigrenzen hinweg fest zusammen.

In Herborn hingegen wird mit demokratischen Mitteln gegen die Corona und Omikron-Impfung demonstriert und mit ein paar Hanseln, ebenfalls mit demokratischen Mitteln, die Demokratie und das Rathaus „geschützt“.

Gut und auch grundgesetzlich garantiert. Aber: Alles hat auch dabei seine Zeit und zurzeit ist das muntere „gute Demokraten gegen schlechte Demokraten-Spiel“ eher unangebracht und hat ein sehr schlechtes Geschmäckle.

Die Menschen in der Ukraine hätten gerne solche „Probleme“ und würden, so vermute ich, auf der Stelle tauschen.

Für heute Abend hätte ich erwartet, dass beide Gruppierungen erkennen, dass Herborn nicht der Nabel der Welt ist. In der Not, beziehungsweise der zu erwartenden Not, zusammenstehen und überlegen, wie man helfen kann, wäre menschlich und sehr demokratisch. Gemeinsam auf die Straße gehen und gegen den russischen Diktator symbolisch Stellung beziehen, hätte ebenfalls Sinn gemacht. Fotos: Gerdau   

Stoppt den russischen Machthaber

Ein Kommentar von Siegfried Gerdau

Mir geht es gerade so wie diesem Buchenblatt. In der Theorie habe ich zwar drei Jahrzehnte meines Lebens alle bewaffneten Auseinandersetzungen durchgespielt, war aber davon überzeugt, dass all das Theorie bleiben würde. Jetzt nach vielen Jahrzehnten trügerischer Sicherheit, hat mich die brutale Realität menschlicher Unzulänglichkeit und Perversion auf den Boden der Tatsachen gebracht.

Foto: Siegfried Gerdau

Wie kann es sein, dass ein Mensch es schafft Millionen seiner Artgenossen zu beherrschen und sogar die Welt mit Angst und Schrecken zu überziehen. Das fragte mich dieser Tage eine Frau und ich antwortete ihr, dass mich diese Frage schon mein ganzes Leben lang beschäftigt. Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass ein deutscher Massenmörder bewiesen hat, dass es leicht möglich ist.

Warum so etwas immer wieder möglich ist und mit allen Mitteln bekämpft werden muss, kann man bei Gustave le Bon in „Psychologie der Massen“ nachlesen.

Eine Wiederholung solcher oder ähnlicher Ereignisse hielten wir Nachkriegsgenerationen für nahezu ausgeschlossen. Ungeachtet der Tatsache, dass seit damals Krieg in vielen Ländern der Erde stattfand und noch immer stattfindet, fühlten wir uns in Sicherheit und all das Elend, weit von uns entfernt, tangierte uns nicht einmal peripher.

Dieses, wie man jetzt weiß, trügerische Sicherheitsgefühl trieb einst zehntausende jährlich zu Ostern auf die Straßen. Die Demonstranten wollten alle Schwerter zu Pflugscharen machen und sogar die Bundeswehr abschaffen. Soldaten die sich in Uniform in der Öffentlichkeit sehen ließen, wurden als Mörder beschimpft. Petra Kelly und Klaus Bastian, er selber ein hochrangiger Offizier, gründeten eine Partei, die sich an die Spitze der Friedensfreunde setzten. Die Mächtigen der Sowjetunion sahen es mit Wohlwollen und förderten die „Umweltpartei“ aus Altkommunisten und Weltverbesserern.

Konservative Kräfte, die sich ungeachtet dieser Abrüstungsbestrebungen für eine wehrhafte Demokratie einsetzten, wurden im Parlament ausgebuht und als ewig gestrige Reaktionäre beschimpft und gebrandmarkt.

„Wir sind rundherum ausschließlich von Freunden umgeben. Wozu brauchen wir noch eine Bundeswehr, die nur Geld kostet“, tönte es erfolgreich aus den linken Lagern und die Armee wurde abgebaut. Wandel durch Handel war die Devise und die politischen Schwerpunkte verlagerten sich auf Klimaschutz, Genderismen und ein wenig Friedenspolitik in den Brennpunkten der Welt.

Die Bundeswehr wurde faktisch zur Berufsarmee umgebaut. Schon bald fehlte nicht nur das Reservoire an Wehrpflichtigen zum Nachfüllen der Zeit und Berufssoldaten-Kontingente, sondern auch die Reserven schmolzen wie Butter an der Sonne. Reservelazarette, bis dahin in zahlreichen Krankenhauskellern verstaut, verschwanden ebenso, wie Luftschutzbunker für die Bevölkerung. Man war ja ausschließlich von Freunden umgeben. Neubauten von Kasernenblöcken wurden ohne die einst obligatorischen Luftschutzkeller hochgezogen. Nur mit großer Mühe und oftmals ohne die nötigen Mittel, waren neue Waffensysteme zu installieren. Handtaschen und Regenschirme für die Damen in Uniform hingegen schon.

Auf einmal geriet das friedlich-fröhliche Leben der Bundesbürger ein wenig in Unruhe. Eine Pandemie verhinderte zeitweise die von Geburt an „verbrieften“ Ansprüche auf Wohlstand mit Erst-und Zweitwagen, Urlaubsreisen und allem was dazu gehört. Eine neue Regierung, zwar nur von wenigen direkt gewählt, erinnerte an die Grenzen des Wohlstandes mit all seinen Risiken. „Alles was zu viel Spaß macht schadet der Umwelt und damit der ganzen Welt. Völlerei in physisch- und psychischen Formaten ist eh der Gesundheit abträglich“, hieß es. Parallel zu diesen neuen Dogmen stiegen die Preise.

Dass in vielen deutschen Nachbarländern, wie zum Beispiel in der Ukraine, derartige Diskussionen, soweit dort bekannt, als Abstraktion empfunden werden, interessierte nur einen verschwindend kleinen Teil der Wohlstandsbürger. Den Menschen in diesem Land geht es bis auf einige Ausnahmen einfach nur schlecht. Wer das Elend in dem großen Land einmal erlebt hat, weiß wovon ich rede.

Mit einem Schlag, nämlich am 24. Februar 2022, änderte sich alles. Ein Mann, den die Welt bisher eher geschätzt als verachtet hatte, legt den Hebel in seinem Kopf um und will das Rad der Geschichte zurückdrehen. Die russische Armee greift mit Bomben, Raketen und Panzern das Bruderland Russlands an, um es niederzuringen. Vielleicht träumt der 69-jährige Wladimir Wladimirowitsch Putin von dem ehemaligen sowjetischen Imperium und möchte es noch vor seinem Ableben wieder herstellen. Das große Russland ist ihm zu klein geworden, aber die Welt wird seinen Expansionsplänen einen Riegel vorschieben. Hoffentlich?

Dass die Ukraine einst die Wiege Russlands war, ist ihm dabei ebenso egal, wie das Schicksal der heute 41 Millionen Menschen. Den meisten von ihnen ging es schon lange vor dem Einmarsch Russlands schlecht und jetzt droht ihnen auch noch der Verlust der wenigen Habe und sogar des Lebens.

Zurück nach Deutschland. Der Weckruf durch den Donner der russischen Waffen, hat die politischen Akteure unseres Landes gehörig aufgeschreckt. Die Falken im Land fühlen sich in ihrer Meinung bestätigt. Die wenigen Schwerter, die nicht zu Pflugscharen umgeschmiedet wurden, reichen hinten und vorne nicht. Der oberste Heeresgeneral Mais sagte es deutlich und „fühlt sich angefressen.“

Putin ist angefressen, aber dies eher in seinen Gehirnregionen. Er, der Mann, der die Annehmlichkeiten eines Oligarchen in vollen Zügen genießt, droht ungeniert mit der Atombombe. Das würde das Ende der Zivilisation bedeuten. Das ist Wahnsinn und kann nur pathologische Ursachen haben. Wer fällt diesem Mann in den Arm, bevor er die Knöpfe drückt.

Die Entscheidung unsere Bundeswehr massiv aufzurüsten ist sicher richtig, kommt aber zu spät. Als der bisher eher farblose Kanzler Scholz diese Entscheidung im Parlament verkündete, klatschten (fast )alle. Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauk auf der Zuschauerbank nicht. Mit Beten und Kirchenglockenläuten wird sich Putin jedoch nicht abschrecken lassen und beten hilft den armen Menschen in der Ukraine ebenfalls wenig.

Hoffen wir alle, dass die Mächtigen der vernünftigen Länder der Welt die Nerven bewahren und das russische Volk sich gegen die Kriegstreiber im eigenen Land auflehnt. Lasst uns das ukrainische Volk wenigstens jetzt massiv unterstützen und öffnet den Menschen, die es geschafft haben sich aus ihrer Heimat in Sicherheit zu bringen, alle Türen.

Nachruf für Annelore Specht-Doeinck

Für ihre Verwandten, Klassenkameradinnen und Kameraden und vor allem für die Freundinnen und Freunde der Flora Herbornensis ist Annelore Specht-Doeinck viel zu früh aus dem Leben geschieden. Am Dienstag, dem 8. Februar 2022 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalls in der Reha Braunfels.

Annelore Specht-Doeinck

Annelore kam am 16. April 1938 als Kind des Drogisten-Ehepaars Doeinck im „Steinernen Haus“ in Herborn auf die Welt. Sie erlebte eine behütete Kindheit und machte nach der Schule eine Drogistenlehre. Im Rahmen dieser Ausbildung musste die junge Frau ein Herbarium anlegen. Dies sei wohl auch ein Grundstein für ihr Interesse an der heimischen Flora und speziell auch der Wirkungsweise verschiedener Kräuter gewesen, glaubte Annelore.

Ihr späterer Ehemann Werner Specht, stand ihr bei ihren Forschungen und Exkursionen immer zur Seite.

Das Werk „Flora Herbornensis“ des Herborner Hochschulapothekers Johann Daniel Leers, welches von Friedrich Graffmann aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt wurde, faszinierte sie schon immer. So war es kein Wunder, dass sie am 6. April 1979, anlässlich der Vereinsgründung im Herborner Schloss-Hotel zur Pflege der heimischen Flora, vorschlug, den Verein Flora Herbornensis zu nennen.  Unter den Gründungsmitgliedern befand sich damals neben Friedrich Graffmann, Hans Peter Baumann, auch das Ehepaar Specht-Doeinck.

Legendär waren ihre Kräuterexkursionen. Aber auch die geologischen Wanderungen ihres Ehemannes Werner Specht erfreuten sich großer Beliebtheit. In ihrem Ruhestand forschte Annelore Specht-Doeinck zusätzlich intensiv über den Apotheker Leers und dessen Nachkommen. In ihren Vorträgen hatten die Namen Leers und Graffmann einen hohen Stellenwert.

Hilde Graffmann, die heutige Vorsitzende der Flora Herbornensis erinnert sich gut an die Exkursionen mit Anne Specht, wie sie von ihren Freunden genannt wurde.  Darunter waren: Bäume in der Stadt, ein Sonntag-Morgen am Dillufer, an der Ulmtalsperre, Wälder an der Krombachtalsperre, Frühblüher im Vitos-Park, Kräuterexkursionen um Beilstein, und viele andere mehr. Alle Exkursionen waren im Sinne des Vereins öffentlich und unentgeltlich. Die Zustimmung der Bevölkerung war groß und dementsprechend hoch auch die Besucherzahl.

Als die Drogerie und mit ihr auch das „Steinerne Haus“ verkauft war, zog sie nach Beilstein. Noch im Januar telefonierte Hilde Graffmann mit der inzwischen 83-Jährigen und sprach mit ihr drei Exkursionen fürs laufende Jahr ab.  Es sollte nicht mehr sein, denn schon kurz darauf hatte Annelore Specht-Doeinck einen Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung und Störung des Sprachvermögens. „Mit Anne ist ein besonders Mitglied und wertvoller Mensch von uns gegangen“, sagte Hilde Graffmann. Sie habe nicht nur eine Vereinskameradin, sondern auch eine sehr gute Freundin verloren, fügte sie hinzu. 

Ein Herbarium oder Herbar (von lateinisch herba „Kraut“) ist eine Sammlung konservierter (meist getrockneter und gepresster) Pflanzen bzw. Pflanzenteile (Exsiccate).

Hochschulapotheker Johann Daniel Leers (* 23. Februar 1727 in Wunsiedel; † 7. Dezember 1774 in Herborn), war Botaniker und Apotheker. Er leitete ab 1755 die Hohe-Schul-Apotheke in Herborn und widmete sich der wissenschaftlichen Erforschung der Herborner Pflanzenwelt. Sein Hauptwerk ist die Flora Herbornensis (1775). Ihm zu Ehren wurde ein Fuß- und Radweg an der Herborner Dill auf seinen Namen getauft.

Der Gymnasiallehrer Friedrich Graffmann: übersetzte 1988 die Flora Herbornensis und verglich die damaligen Pflanzenstandorte mit ihrem gegenwärtigen Erscheinungsbild. Noch heute kann die Biodiversität im Naturpark Lahn-Dill-Bergland im Gebiet der Hörre in den Zonen Sinner und Herborner Beilstein in Bezug auf Veränderung der Umwelt nachvollzogen werden. sig/Foto: privat

Secco-Bike für Hochzeiten und andere Festlichkeiten

Mit seinem Secco-Bike wertet der Breitscheider Event-Spezialist Pierre Archinal seit neustem Hochzeiten, Firmenfeste oder Geburtstagsfeiern in einem Umfang auf, wie es bisher nicht möglich war.

Secco-Bike

Hinter dem Begriff Secco verbirgt sich ein deutscher Wein, der mit weineigener Kohlensäure „verperlt“ wurde und ihm das gewisse Prickeln verschafft. Mit relativ wenig Alkohol empfiehlt sich ein Secco als idealer Sommer-Aperitif, der auch bei heißen Temperaturen den Körper nicht so stark belastet. Kühl bei ca. 6-8°C serviert, wirkt er besonders erfrischend.

Das Bike mit dem innovativen Aufbau, hat sich Archinal nach eigenen Vorstellungen bauen lassen. In seinem Inneren ist alles vorhanden, was man zum Zapfen und vor allem zum Kühlen edler Getränke braucht.

Und jetzt kommt der Hammer. Das kompakte Fahrzeug heißt zwar Secco-Bike, aber aus einem zweiten Zapfhahn kann man parallel zum Secco auch ein kühles Blondes verzapfen. Das wird besonders die Liebhaber eines guten Biers erfreuen.

Den bestechenden Einfall zu der mobilen Kombinations-Verzapfung hatte der 52-Jährige, als er nach einer standesamtlichen Trauung geduldig darauf wartete, bis dass Verwandte und Freunde des Hochzeitspaars die Gläser aller Gäste gefüllt hatten. Das Anstoßen, mit dem inzwischen gut temperierten Getränk, war nicht mehr so prickelnd und das im wahrsten Sinn des Wortes. Er fand es auch nicht dem Anlass entsprechend, dass die Helfer, die ja ebenfalls zur Hochzeitsgesellschaft gehörten, ständig mit Bewirtungsaufgaben vom eigentlichen Ereignis abgelenkt wurden.

Sein daraus resultierender Entschluss: Es musste ein originelles Gefährt her, dass in seinem Inneren all das mit sich führt, was eine feierfreudige Gesellschaft so braucht. Weg von Kühlbehältern, einzelnen Flaschen oder Gläsern.

Vor dem Herborner Rathaus. Fotos: privat

Pierre Archinal hat seine Idee in die Tat umgesetzt und bietet das Ergebnis bereits erfolgreich an. Buchen und Genießen. Den Rest erledigt er, einschließlich des Aufbaus mit stilechten Stehtischen, das Anbieten von Knabbereien und natürlich das Zapfen exakt gekühlter Getränke (All inclusive). Was er aufbaut, baut er auch wieder ab. Das Hochzeitspaar kann sich dadurch uneingeschränkt allen Gästen widmen.

Service-Personal oder kleine Speisen wie Canapés, können bei Bedarf selbstverständlich zusätzlich gebucht werden.

Weitere Informationen und Kontakt: Pierre Archinal, Phone: 02777 911 41  89, Mail: info@secco-bike.de, Web: www.festmobil.de. sig