Von Siegfried Gerdau
Es war ein Wetter, bei dem man ganz sicher keinen Hund vor die Tür schickt. Dennoch trafen sich heute am späten Montagnachmittag (3.1.2022) geschätzte 550 Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Großparkplatz hinter dem Burger Bürgerhaus. Auch viele Polizeibeamtinnen und Beamte, sowie Mitarbeiter vom Herborner Ordnungsamt hatten das „Vergnügen“ vor Ort zu sein und sich im Dauernieselregen, um Recht und Ordnung zu kümmern.

Die Veranstalter, um ihren Hauptredner Thomas Espey, hatten 60 eigene Ordnerinnen und Ordner entlang der Strecke vom Bürgerhaus, Burger Landstraße und zurück verteilt. Nach einer relativ kurzen Ansprache von Espey, in der er sehr intensiv auf die einzuhaltenden Corona-Bestimmungen und die Abgrenzung von Rechtsextremen pochte, setzte sich der Zug in Bewegung.
Es waren über 1000 Teilnehmer gemeldet, aber das ungemütliche Wetter hat sicher mit dazu beigetragen, dass gerade einmal die Hälfte zu der Veranstaltung kamen. So dominierten Regenschirme und wetterfeste Bekleidung. Die Abstandsregel wurde auch nicht immer und überall eingehalten. Auch sah man so gut wie niemand mit einer Mund-Nasen-Schutzbedeckung. Warum eigentlich nicht, mag sich manch Unbeteiligter gefragt haben.

Ungeachtet dieser Tatsache, muss man der Demonstration einen absolut friedfertigen Verlauf bescheinigen. So soll es sein und man bewegte sich absolut auf dem Boden des Grundgesetzes. Von durch die Straßen ziehenden braunen Horden, wie manche Kommentatorinnen in den vergangenen Tagen behaupteten, war wieder nichts zu sehen und zu hören. Zum Glück. Das mag andernorts nicht so zu sein. Herborn ist scheinbar wirklich anders.

Fakt ist dennoch. Ob wir das inzwischen voll in der Mutation befindliche Virus mit Ignoranz und Verneinung bekämpfen können, ist sehr fraglich. Ja sicher, man kann nein sagen und alles ablehnen, was die Verbreitung von Covid-19 oder mittlerweile Omikron stoppen oder mindestens verlangsamen könnte. Das sollte man aber mit sich selber im stillen Kämmerlein aushandeln und nicht andere Menschen in Gefahr bringen. Wer für sich diese Entscheidung trifft, verdient Respekt. Vorausgesetzt, er respektiert auch den Wunsch der „Gegenseite“ nach Unversehrtheit.
Die Spaltung der Gesellschaft in Gute und Schlechte, muss so schnell wie möglich ein Ende haben. DIE Wahrheit gibt es nicht, aber wenn sich Laien anmaßen Experten den Verstand abzusprechen, wird es einfach nur noch albern. Jeder Einzelne hat für sich gute Gründe sich so zu verhalten, wie er sich verhält. Dennoch verlieren wir das Ganze nicht aus den Augen und versuchen uns einander zu nähern. Es lohnt sich. Fotos: Gerdau










































