Gefährlicher Astbruch im Stadtpark

Es geht auf 14 Uhr zu. Viele Menschen haben am Freitag (16.April 2021) ihre wohlverdiente Mittagspause gerade beendet. Nur wenige verbrachten sie im Herborner Stadtpark. Das Wetter war für eine Ruhepause auf einer Parkbank nicht besonders einladend. Zum Glück. Plötzlich fällt mit lautem Getöse ein mehrere hundert Kilogramm schwerer Ast aus der Krone des wohl imposantesten Baums im Park krachend auf die Erde. „Einfach so“, wundert sich eine Anwohnerin. Es sei weder windig noch regnerisch gewesen. Kurz vorher hätten an der Stelle, wo der dicke Ast bei seinem Aufschlag kleine Krater hinterließ, noch halbwüchsige Kinder gespielt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die getroffen worden wären, sagte die Frau erregt.

Nur kurze Zeit später trifft Bürgermeisterin Katja Gronau ein und veranlasst, dass der Park vorübergehend für den Besucherverkehr gesperrt wird. Sie alarmiert Spezialisten des Bauhofs und nimmt den abgestürzten Ast unter die Lupe. Man braucht kein Fachmann zu sein, um festzustellen, dass der in seinem Inneren völlig morsch ist. Man kann sich gut vorstellen, wie es in den beiden Hauptstämmen aussieht. Das werden nun Fachleute von Hessen-Forst genauer überprüfen müssen und dann entscheiden was zu tun ist.

sig/Fotos: Gerdau

Neubauen oder Sanieren?

Gibt es für Herborn einen Königsweg oder ist das Schmuckstück Altstadt schon bald Geschichte

Städteplanerisch betrachtet ist die Stadt an der Dill ein in weitem Umkreis einzigartiges historisches Kleinod. Interessanterweise sehen das in erster Linie die Besucher aus nah und fern. Viele Einheimische registrieren es zwar mit Genugtun, betrachten jedoch diese Bewunderung als selbstverständlich und in Stein gemeißelt. Dabei wird an vielen Stellen und nicht erst seit gestern, die Hand ans geschichtsträchtige Stadtbild mit seiner unvergleichlichen Bausubstanz gelegt. Hier ein kleiner Abriss, dort ein wenig Neugebautes und auch dem Grünzeug geht es oft ungeniert an die Wurzeln.

Wer den alten Stadtkern mit seinen mittelalterlichen Gebäuden erhält und mit geschickten Handwerkern nahezu unsichtbar modernisiert, bleibt im Gerede und wird aber meist wenig geschätzt. Im Schatten dieser nachhaltigen Altstadtsanierung entstehen gleichzeitig, fast über Nacht, neue Zweckbauten ohne Rücksicht auf Tradition und Stil. Die geschmacklosen Klötze sind mittlerweile nicht nur an der Herborner Peripherie zu „bewundern“, sondern haben sich mitten in der Stadt breit gemacht. Fakten sind oft schneller geschaffen als der Unmut der Menschen, die ohne davon zu profitieren, damit leben müssen. Klar ist Herborn braucht (noch) Wohnraum. Mit der immer weiter schrumpfenden Industrie wird dieser Bedarf aber in absehbarer Zeit gedeckt sein. Die Mieten für die teils luxuriösen Neubau-Wohnungen können viele Alleinverdiener oder junge Familien kaum noch zahlen. Ein Teufelskreis, der die Ansiedlung von Unternehmen nicht gerade begünstigt. Die Stadt braucht bezahlbare Wohnungen und keine Luxus-Appartements für gut betuchte Rentner und Pensionäre. Ob die heutigen Kommunalpolitiker noch einmal eine Bausünde wie auf dem Pertuisplatz favorisieren würden, darf bezweifelt werden. Die Stadt muss jungen Menschen die Integration in das innerstädtische Gefüge ermöglichen.

Das Haus Passauer (links) in der Herborner Hainstraße soll laut zuverlässigen Informationen nach rechts in die Breite wachsen und den Hainturm daneben mit verschlingen.

Informationstechnisch gesehen ist Herborn ein sehr gut funktionierendes analoges Netzwerk und braucht in dieser Hinsicht den Vergleich mit einem Dörfchen nicht zu scheuen. Jetzt wurde kolportiert, dass in der Hainstraße das Haus Passauer von einem ortsansässigen Investor an- und umgebaut werden soll. Dabei soll der Sockel des Hainturmes, ebenso wie das angrenzende Wiesenstück mit in den Ausbau einbezogen werden. Ob es nur ein Gerücht ist oder den Tatsachen entspricht, wird sich zeigen. Fakt ist, dass mit einem solchen Bau an dieser Stelle, brutal in das Altstadt-Ensemble/ Herborner Schloss eingegriffen würde. Die Kanalisation und Versorgungsleitungen wurden in diesem Bereich bereits auf den neusten Stand gebracht.

sig/Fotos: Gerdau

Unmut über Baustelle am Weinberg wächst

Die Kanalarbeiten an der Herborner Straße Am Weinberg gehen unvermindert weiter. Ein Stück Boden-Naturdenkmal gerät dabei immer mehr unter die Zähne von Baggerschaufeln.

Ein landschaftliches Idyll am Rande von Herborn verliert seine Unschuld.

Die Liste der Naturdenkmale in Herborn nennt die auf dem Gebiet der Stadt Herborn gelegenen Naturdenkmale. Sie sind bei der unteren Naturschutzbehörde des Lahn-Dill-Kreises (Abteil Umwelt, Natur und Wasser) eingetragen. Eins davon ist die bekannte Fossilienfundstätte am Weinberg

Steinbruch am Weinberg Herborn         Herborn, Am Weinberg

50° 41′ 5″ N, 8° 18′ 2,3″ O           Geologischer Aufschluss aus Kulm-Tonschiefer (Unterkarbon), bekannte Fossilfundstätte.

Schutzgrund: Bedeutung für Forschung und Lehre, erdgeschichtliche Bedeutung.

Lage Gemarkung Herborn, Flur 23, Flurstück 294/11

TK 25 Blatt 5315, RW 345062 – 345068 HW 561708 – 561653

Schutzverordnung Kreisausschuss des Dillkreises

Staatsanzeiger des Landes Hessen 11.01.1958

Die Kreisverwaltung schreibt auf ihrer Seite: https://www.lahn-dill-kreis.de/buergerservice/bauen-umwelt/denkmalschutz/ unter anderem dazu:

Bodendenkmäler gehören auch zu dem Begriff der Kulturdenkmäler. Hierbei handelt es sich um Überreste aus Epochen und Kulturen, für die Ausgrabungen und Funde eine wichtige Quelle für wissenschaftliche Erkenntnisse sind. Wer ein Bodendenkmal entdeckt ist gesetzlich verpflichtet sich umgehend bei der Unteren Denkmalschutzbehörde oder der Hessen Archäologie Wiesbaden zu melden. Nachforschungen auf mögliche Bodendenkmäler ohne Genehmigung sind strafbar. Der zuständige Sachbearbeiter Harald Losacker, Denkmalschutz, Karl-Kellner-Ring 51 35576 Wetzlar. 06441 407-1706. harald.losacker@lahn-dill-kreis.de kann zu dem Objekt Weinberg sicher weitere Auskunft erteilen.

Seit einiger Zeit werden in die steile Straße „Am Weinberg“ Rohre verlegt und die schmale Straße verbreitert. Das geht nicht ohne Eingriff in das Bodendenkmal. Die Anlieger und andere Herborner Bürger sind darüber nicht begeistert und machen ihrem Unmut auch in den sozialen Netzwerken Luft.  

Leserbrief vom 14. April

Leserbrief vom 14. April

Das Bauvorhaben am Weinberg geht mit riesigen Schritten voran. Es werden tonnenweise Fossilien ausgebaggert und entsorgt. Es werden neue Schächte und Rohre eingebaut, die ein ausreichendes Fassungsvermögen für eine ganze Siedlung haben. Angeblich geht es nur um eine Trennung eines Mini Bächleins aus dem Wiesengrund. Laut Frau Gronau sind die bestehenden Rohre marode. Fakt aber ist, dass die bestehenden Betonrohre ( ca 80 cm Innen Durchmesser ) voll intakt sind. Dieser Aufwand kostet den Bürger ca 500.000 € +. Vom Natur Denkmal wird täglich Schiefer mit Fossilien abgebaggert und der Aushub entsorgt. Und somit klammheimlich der Feldweg verbreitert. Durch die Willkür die im Moment hier am Weinberg stattfindet, ist ja der Abholzung und Bebauung Tür und Tor geöffnet. Dem Mitteilungsblatt vom Geschichtsverein wird keinerlei Bedeutung beigemessen. Unsere Zweifel an der ganzen Politik sind anscheinend doch berechtigt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Gemeinschaft vom Weinberg

Anfrage per Messenger heute an mich

Hi Siggi, du hattest doch mal über das Bauvorhaben Am Weinberg in Herborn geschrieben. Gibt es da schon was Neues? Ich fahr da jeden Tag vorbei und sehe dort die Baustelle, die immer weiter Richtung dem Weinberg geht. Es hieß ja, dass das was mit dem Abwasser gemacht wird. Irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht los, dass die das Abwassersystem dort für das Bauvorhaben im Stillen erweitern.

„Steinschlag“ in der Au

Ein Erlebnis, auf das sie gerne verzichtet hätte, widerfuhr Maria L. heute Mittag in der Herborner Austraße. Sie hielt mit ihrem VW-Golf am Briefkasten neben der Bushaltestelle Vitos, um einen Brief einzuwerfen. Urplötzlich tauchte ein Mann vor dem Auto auf und zertrümmerte mit einem faustgroßen Stein ihre Windschutzscheibe. Die 75-Jährige Herbornerin war total geschockt und kaum in der Lage aus ihrem Wagen zu steigen. Der gutgekleidete und sehr ordentlich aussehende, zirka 25-jährige Mann blieb stehen und antworte ihr auf die Frage: „Was haben sie denn da gemacht?“ mit „Polizei, anrufen“. Das tat sie auch. Der Mann wechselte die Straßenseite und blieb wieder stehen. Die Beamten ließen nur kurze Zeit auf sich warten und der Mann machte ihr Zeichen, die sie dahingehend deutete, „wo bleiben die denn.“

Ein Schlag mit einem Stein und so sieht die Scheibe jetzt aus. Foto: Gerdau

Die Polizisten begleiteten den Schadenverursacher nach Festhalten der Personalien zum Vitos-Gebäude. Sie empfahlen Frau L. sich mit der Ausländerbehörde in Wetzlar auseinanderzusetzen. „Die haben vielleicht ein Fond, aus dem der Schaden bezahlt wird“, meinte einer der Polizisten. Anschließend suchte Maria L. eine Werkstatt auf, um den Schaden reparieren zu lassen. Dort erfuhr sie, dass sie mindestens 150 Euro Selbstbeteiligung bezahlen müsse und die Versicherung sie wahrscheinlich hochstufe. Aus Erfahrung glaubt der Werkstattmeister nicht, dass sie von dem Schädiger etwas bekommen werde. sige

Betrügereien per SMS

Seit geraumer Zeit häufen sich die Mitteilungen per SMS zum Beispiel mit dem Hinweis „Ihr Paket wird heute zum Absender zurückgeschickt“ oder ähnliche Texte. Immer dabei eine Handy-Nummer, die sich garantiert nicht zurückverfolgen lässt. Wer sie anklickt hat verloren und sich im günstigsten Fall ein hässliches Virus eingefangen.

Jetzt fragt sich mach einer, man muss ja nichts davon anklicken. Richtig, aber wer erwartet denn kein Paket. Da neigt man doch dazu, ohne groß zu überlegen mal nachzuschauen, was es mit der Meldung auf sich hat. Genau darauf bauen die Betrüger. Offensichtlich läuft das Geschäft. Wie schon gesagt: Wer erwartet denn kein Paket, besonders jetzt in Corona-Zeiten.

Also: Finger weg von der betrügererischen SMS und sie ignorieren, dann passiert gar nichts.

Wer seinen Ärger loswerden will kann bei der nachfolgenden Adresse seinem Ärger Luft machen.

Ärger mit Rufnummern – Bundesnetzagenturhttps://www.bundesnetzagentur.de › Vportal › start

Ärger in Corona-Impfzentren-Viele Hessen lassen Impftermine wegen Astrazenca platzen

Veröffentlicht am 09.04.21 um 20:10 Uhr

Astrazeneca hat es schwer in der Gunst der Impfwilligen. Das Präparat hat ein Imageproblem wegen seiner Nebenwirkungen. Das führt dazu, dass Impftermine nicht wahrgenommen werden. In Impfzentren wollen manche verhandeln, andere feinden die Ärzte an.

Von Jörn Perske

hessenschau vom 09.04.2021

In Hessen lehnen immer mehr impfberechtigte Menschen eine Impfung mit Astrazeneca ab. Aus Impfzentren im Land ist vermehrt zu vernehmen, dass es Diskussionen und Ärger gibt. Impflinge wollen den ihnen zugeteilten Wirkstoff nicht akzeptieren und beschweren sich. Nicht selten platzen geplante Injektionen und der reibungslose Ablauf wird gestört.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg berichtete am Freitag, dass sogar bis zu 50 Prozent der Termine mit Astrazeneca zurzeit nicht wahrgenommen würden. „Bei allen Vorbehalten gegenüber diesem Impfstoff und den Bedenken, die sehr viele Menschen haben, ist es sehr ärgerlich, wenn Personen einfach nicht zu ihrem Impftermin erscheinen und gleichzeitig viele Menschen keinen Termin erhalten“, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs des Landkreises, Rainer Leiß.

Ministerium: Kein Impfstoff verwerfen

Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte, dass es Probleme mit der Akzeptanz von Astrazeneca gibt: Es gebe immer wieder mal Hinweise im Land, dass Termine nicht realisiert würden. Das komme durchaus „häufiger“ vor.

Die Impfzentren sind laut Ministerium angehalten, frei gewordene Termine über Nachrückerlisten zu besetzen. Mittlerweile könne auch die Terminvergabe des Landes recht kurzfristig reagieren. Wichtig sei, dass kein Impfstoff verworfen werde, weil er nicht rasch genug verabreicht werden konnte, sagte der Sprecher. Eine Wahlmöglichkeit des Impfstoffs gebe es nicht.

Astrazeneca in die Kritik geraten

Das Präparat von Astrazeneca ist wegen seiner Nebenwirkungen in die Kritik geraten. In der Deutschland soll es nicht bei Menschen unter 60 Jahren eingesetzt werden. Grund dafür sind seltene Fälle von Thrombosen, die vor allem jüngere Frauen betreffen. Die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn treten mit ungefähr 1 zu 100.000 auf.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte sich am Mittwoch dennoch für eine uneingeschränkte Nutzung des Impfstoffs ausgesprochen. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken. Zuvor hatte es ein aufsehenerregendes Hin und Her um das Vakzin gegeben.

Impftermine verfallen in ganz Hessen

Dieses Hin und Her löste nicht nur in Südhessen Misstrauen bei Impfwilligen aus. Auch der Kreis Gießen berichtet von nicht wahrgenommenen Terminen. „Rund 30 Prozent der Impftermine mit Astrazeneca fallen hessenweit derzeit aus“, so der Kreis. Die Gründe dafür seien vielfältig. „Teilweise kommen Personen nicht zur Impfung, ohne den Termin abzusagen, weil sie den Impfstoff nicht möchten oder bereits in Arztpraxen oder Zuhause geimpft wurden.“

Auch der Vogelsbergkreis berichtet von vornehmer Zurückhaltung seitens Impflingen gegenüber Astrazeneca. Zuletzt sei es immer wieder zu Absagen oder nicht wahrgenommenen Terminen bei Impfangeboten gekommen. Etwa 15 Prozent der Termine seien somit zunächst ungenutzt geblieben und mussten neu vergeben werden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 09.04.2021, 19.30 Uhr

Quelle: dpa, dpa/lhe, hessenschau.de

Einen weitereren Beitrag mit Prof. Julian Nida-Rümelin, Mitglied des Deutschen Ethikrates im Gespräch mit Markus Lanz, fand ich in diesem Zusammenhang ebenfalls sehr erhellend. (https://www.zdf.de/…/markus-lanz-vom-7-april-2021-100.html)

https://www.facebook.com/watch/?v=315170366696002

Kranich-Vogel des Glücks

Der Frühling ist auch für die Kraniche die Paarungszeit. Nachdem sie ab Mitte Februar in ihren Brutgebieten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und auch in Niedersachsen eingetroffen sind, beginnt die Balz. Legebeginn ist dann meist Ende März. In Deutschland soll es 7 000 Paare geben.

Der Tanz der Kraniche ist das Vorspiel zur Paarung

Der Graue Kranich (Grus grus) ist einer der größten Zugvögel Europas, denn seine Körpergröße kann bis zu 1,20 Meter betragen. Während das Federkleid schieferfarben „gestrickt“ ist, erscheint die Farbe des Kopfes in schwarz-weißen Tönen. Auffällig ist daneben ein leuchtend roter, unbefiederter Fleck auf seinem Kopf. Seine Flügelspanne kann locker 2,20 Meter betragen. Er erreicht Fluggeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern. Die männlichen Tiere erreichen ein Gewicht von 7 kg, die weiblichen Vögel bis zu 6 kg.

Während das Liebespaar aufmerksam, ja fast neidisch von manchen Artgenossen beobachtet wird, bleiben die Rehe im Hintergrund von dem Treiben völlig ungerührt.

In der Luft ist der Kranich an seinem sehr markanten Flugstil erkennbar. Es ist zum einen der lange, vorgestreckte Hals und zum anderen sind es die langen Beine, die auf einen Kranich hinweisen. Die Beine überragen den Schwanz beim Fliegen und das ist auch wohl auch der charakteristischste Unterschied zu Gänsen. Hessen ist ein typisches Transitland, für die stolzen Tiere und wenn man sie schon im Vorfrühling am Himmel trompeten hört, weiß man, dass der Winter auf dem Rückzug ist. Die Bezeichnung des Kranichs als „Vogel des Glücks“ kommt ursprünglich aus Schweden.

Majestätischen Schrittes grasen diese großen Vögel eine Wiese bei Plau am See ab.

Die Ankunft des Kranichs gilt als Vorbote für den Frühling und somit für Wärme, Licht und Nahrungsfülle. Seit über 100 Jahren ist der Kranich darüber hinaus das Wappentier der Deutschen Lufthansa. sig/Archiv-Fotos: Gerdau

„Wenn sie schon einmal eine Hirnthrombose gehabt hätten…“

Meine (Nicht) Impferlebnisse

Von Siegfried Gerdau

Um es gleich vorweg zu sagen: Ja, ich möchte mich unbedingt impfen lassen. Ja, ich halte ausreichend Abstand zu meinen Mitmenschen. Ja, ich schütze mich mit einer FFP 2- Maske vor dem Corona-Virus. Nein, ich möchte mich nicht mit Vaxzevria (ehemals AstraZeneca) impfen lassen.

So jetzt zu meinen heutigen Erlebnissen in Lahnau.

Am Freitag (2.April 2021) erhielt ich aufgrund meiner Anmeldung zur kostenlosen Schutzimpfung beide Termine (1. und 2. Impfung) für den 10. 04. 2021 um 18.20 Uhr und für den 03.07.2021 um 17.50 Uhr. Als Impfstoff war AstraZeneca angegeben. Ich setzte mich sofort hin, bestätigte diese Termine und bat darum nur mit Biontech geimpft zu werden.

Antwort auf die Mail des Impfteams am 02.04.2021

Sehr geehrtes Impfteam,

soeben habe ich einen Impftermin von ihnen erhalten. Darüber bin ich sehr froh und hatte ihn schon sehnlichst erwartet. Was mich jedoch geschockt hat, ist die Tatsache, dass dies mit einem Impfstoff geschehen soll, den ich auf keinen Fall möchte.

Begründung: Ich werde in drei Monaten 75 Jahre alt, bin seit Jahren hochgradiger COPD -Patient und wegen massiver Koronar-Probleme mit einem Herzschrittmacher ausgestattet. Darüber hinaus nehme ich seit langer Zeit blutverdünnende Medikamente ein.

Noch Anfang dieses Jahres wurde klar gesagt, dass der mittlerweile umbenannte Impfstoff AstraZeneca nur für Menschen bis 65 Jahren geeignet ist. Das hat man jetzt auf den Kopf gestellt. Ich möchte jedoch dabeibleiben und nicht das Risiko lebensbedrohender Nebenwirkungen durch diesen Impfstoff eingehen.

Da meine Lebensgefährtin über einschlägige berufliche Kenntnisse verfügt, teilt sie meine Einlassungen und riet mir ebenfalls dringend wegen meiner negativen gesundheitlichen Vorgeschichte davon ab, mich mit AstraZeneca (jetzt: Vaxzevria) impfen zu lassen.

Bitte nehmen sie meine Bedenken zum Anlass, mir die Impfung mit Biontech zu ermöglichen.

Mit den genannten Terminen bin ich absolut einverstanden und werde mit den entsprechenden Unterlagen pünktlich zur Stelle sein.

Da ich als Privatpatient meine Arzt-und Medikamentenkosten weitgehend selber zahle, bin ich gerne bereit, auch diese Impfkosten zu übernehmen.

In der Hoffnung, dass sie meine Bedenken und Wünsche überdenken und mir einen positiven Bescheid zukommen lassen

verbleibe ich mit freundlichen Grüßen  

Noch am gleichen Tag (2.4.2021) bestätigte mir ekom 21-KGRZ Hessen aus Gießen den Eingang meiner Mail und mein „damit verbundenes Interesse“. „Wir setzen uns schnellstmöglich und unaufgefordert mit Ihnen in Verbindung“.

Das war alles bis zum heutigen Tag und daher nahm ich an, dass ich getrost nach Lahnau kutschieren könne, um mit Biontech geimpft zu werden. Die Ausschilderung nach Lahnau-Waldgirmes war perfekt, ebenso die gesamte für mich erkennbare Organisation. Ein kleines Heer von Security- Mitarbeitern sorgte für Ordnung und nachdem eine DRK-Mitarbeiterin meinen Stapel mitzuführende Papiere (Personalausweis, Krankenversicherungskarte, Impfpass, Terminbestätigung, Nachweis Herzschrittmacher, Nachweis Blutverdünner, Einwilligungserklärung und Anamnese) gesichtet hatte, erklärte sie mir, dass mein in vorauseilendem Gehorsam ausgefüllter Anamnesebogen und der Einwilligungsbogen noch einmal neu geschrieben werden müsse. Was war falsch? Seit dem 1. April gibt es neue Formblätter und das ist in der Kopfzeile manifestiert. Also waren die „alten“, obwohl die gleichen Fragen darauf standen, ungültig.  

Es dauerte noch ein wenig, bis die Nummer 2390 auf der Anzeigentafel stand.

Ich wurde von drei Sicherheitsmännern in den Wartebereich geleitet und bekam einen freien Stuhl mit viel Platz zu meinen Nebenmännern und Frauen und natürlich auch zu meinen Hintermännern und Frauen zugewiesen. Mein Blick fiel auf zwei große Monitore, die in Endlosschleife alles sauber erklärten und dies sogar mit einer Gehörlosen-Dolmetscherin. Ich hatte die Zahl 2390 gezogen und beobachtete aufmerksam die Anzeigetafel. Der Aufruf kam, ich desinfizierte wieder meine Hände und ging in die Impfgasse 2. Dort sortierte erneut ein Mitarbeiter meine Unterlagen. Meine Krankenversicherungskarte fand ich erst nach einer kurzen Suche. Als ich dem Mann klar gemacht hatte, dass ich nur mit Biontech geimpft werden wollte, war für ihn der Fall erledigt. „Sie sind hier in der AstraZeneca-Gasse und sie können nur damit geimpft werden“.

Ich bestand höflich auf einer Unterredung mit einem Arzt und der kam dann auch. Er riet mir zur Impfung mit Astrazeneca. Ich trug meine Gründe vor, warum dieser Impfstoff für mich nicht in Frage kommt. Als ich ihm mein vom Hausarzt ausgestelltes Attest vorlegte, sagte er: „Es ist eine Unverschämtheit von diesem Mann, ihnen so etwas überhaupt auszustellen“. Auf meinen Einwand erklärte er, dass dies vom Ministerium ausdrücklich verboten sei. Einen erneuten Vorstoß von mir, dass ich doch gute Gründe habe, um Risiken auszuschließen, beantwortete er wie folgt: „Ja, wenn sie schon einmal eine Hirnthrombose gehabt hätten, sähe das vielleicht ein wenig anders aus“.  Gott sei Dank, hatte ich noch keine. Wahrscheinlich wäre ich dann auch mit dem PKW nicht nach Lahnau gefahren.

Das war’s dann und ich konnte gehen. Mein Hausarzt solle sich mit mir weiterhin beschäftigen. Das wird er dann hoffentlich auch tun.

Vielleicht noch ein paar Worte zu dem vor wenigen Tagen in Vaxzevria umbenannten Vakzim AstraZeneca. Der Impfstoff ist nicht erst seit gestern sehr umstritten und zu Anfang dieses Jahres war er lediglich für die unter 65 Jahre alten Menschen vorgesehen. Seit sich die Meldungen mehren, dass in dieser jungen Altersgruppe vermehrt Hirnthrombosen auftraten, hat man die Verordnung einfach auf den Kopf gestellt. Es fehlen zwar Langzeitstudien über die Auswirkungen bei den älteren Menschen, aber das scheint keine große Rolle zu spielen. Es gibt viele Ältere, die sagen: „Bei uns kommt es ja nicht mehr so drauf an, wir sind für die Gesellschaft ja nur noch ein Ballast“.

Wie schon Eingangs gesagt, die Organisation im Impfzentrum Lahnau ist vorbildlich, aber ich hatte leider, nein Gott sei Dank, noch keinen Hirnthrombus. Der Herr Spahn hat doch so viele Dosen AstraZeneca eingekauft und die müssen dringend unters Impf-Volk gebracht werden. Da mache ich aber nicht mit. Die Kollateralschäden sind zwar verhältnismäßig gering, aber wen‘s dann trifft, der ist einfach der Blöde.

Noch eine Ungereimtheit

Eine Nachricht vom „Versicherungsboten“. Er textete am 7.4.2021: Privatpraxen schauen bei Corona-Impfungen in die Röhre!

Hausarzt-Praxen dürfen aber seit dieser Woche gegen Corona impfen: Doch Ärztinnen und Ärzte, die ausschließlich Privatpatienten behandeln, sind davon vorerst ausgenommen und erhalten keinen Impfstoff. Mehrere Mediziner klagen nun: Wann Privatpraxen in die Impfkampagne einbezogen werden ist derzeit unklar.

Nachtrag

Mir fiel auf, dass im Impfzentrum Lahnau keiner der „Impflinge“ vor dem eigentlichen Vorgang auf Corona-Anzeichen per Schnelltest getestet wird. Sieht man von der Fiebermessung im Eingangsbereich ab, verlässt man sich völlig auf die Angaben in den Anamnesebögen. So könnten symtomlose, aber dennoch infizierte Menschen durchaus „ihre“ Erreger verteilen.

Es wird im Zentrum zwar sehr intensiv auf die Händedesinfektion geachtet, aber die Stühle im Wartebereich werden eher stiefmütterlich behandelt.

Zum Thema Mund-Nasen-Schutz. Richtig ist, dass alle Bürger die Wahlfreiheit zwischen den sogenannten medizinischen Masken und den FFP 2-Masken haben. Richtig ist aber auch, dass nur die Letztgenannten den Mund-Nasenbereich vollständig umschließen. Ob den zahlreichen Trägern der medinischen Masken im Wartebereich bewusst war, dass sie mit ihren oftmals an den Seiten weit klaffenden Mund-Nasen-Bedeckungen ein Risiko für sich und andere darstellen, glaube ich nicht.

Deutsche Spitzen-Milliardäre

Von Siegfried Gerdau

Die 25 reichsten Deutschen im Jahr 2021 nach ihrem Vermögen in Milliarden US-Dollar. (Stand 22. März 2021) ohne Gewähr

Wenn auch die deutschen Milliardäre Männern wie Jeff Bezos (177 Mrd. Dollar), Elon Musk (151 Mrd. Dollar), Bernard Arnault (150 Mrd. Dollar) und Bill Gates mit 124 Mrd. Dollar Vermögen, das Wasser nicht reichen können, liest sich die nachfolgende Liste der 25 reichsten Deutschen schon ganz ordentlich.

Nicht ohne Grund habe ich „unseren“ Regional-Milliardär Professor Dr. Friedhelm Loh aus der Mitte der Aufgelisteten hervorgehoben. Immerhin beschäftigt er in seinem Firmen-Imperium weltweit an die 12 000 Mitarbeiter (natürlich auch innen) und trägt nicht zuletzt dadurch einen hohen Anteil an der Finanzkraft des Lahn-Dill-Kreises. Die Zahlen habe ich aus verschiedenen Quellen zusammengetragen und bin mir bewusst, dass sie die Realität sicher nicht bis auf die letzte Kommastelle genau widerspiegelt.

Ich möchte auf keinen Fall mit diesem Artikel irgendwelche abstrusen Neiddebatten anstoßen, sondern meinen Lesern vor Augen führen, dass hinter jeder Zahl ein Haufen Arbeit und Verantwortung steckt und wir alle davon in irgendeiner Form profitieren.  

Also freuen wir uns, dass unser Land solche tüchtigen Menschen hervorgebracht hat und immer wieder hervorbringt. Danken wir all denen, die sie mit ihrer Schaffenskraft unterstützen und damit auch ihren eigenen Grundstein für ein relativ sorgenfreies Leben garantieren. In den wenigsten Ländern der Erde sind die Verhältnisse so wie bei uns. Auch wenn hier sicher nicht alles so ist, wie es jeder gerne hätte. Es könnte viel schlimmer sein und wenn wir nicht gut aufpassen, noch kommen.

Bei der Auflistung zu den 25 Spitzen-Milliardären und Milliardärinnen habe ich die Glaskugel nicht bemüht.

Beate Heister & Karl Albrecht Jr.   (Aldi Süd)                       39,2

Dieter Schwarz   (Lidl)                                                     36,9

Klaus-Michael Kühne   (Kühne +Nagel)                                           30

Susanne Klatten  (BMW)                                                    28,9

Stefan Quandt   (BMW)                                                      23,2

Theo Albrecht Jr. & Familie  (Aldi Nord)                                18,8

Reinhold Wuerth & Familie  (Würth-Gruppe)                                 16,8

Georg Schaeffler  (Schaeffler-Gruppe)                                                   14,6

Alexander Otto  (Otto-Gruppe)                                                      11,8

Thomas Strüngmann & Familie   (Biontech-Invest)                       11,6

Andreas Strüngmann & Familie    (Biontech-Invest)                       11,6

Dietmar Hopp & Familie  (SAP)                                     11,1

Friedhelm Loh  (Friedhelm Loh Group)                                                         9,7

Wolfgang Marguerre & Familie  (Octapharma)                            9,1

Michael Otto  (Otto-Versand)                                                           8,9

August von Finck  (Degussa)                                                     8,8

Andreas von Bechtolsheim & Familie  (Sun Microsystem)                 8,3

Hasso Plattner & Familie  (SAP)                                     8,3

Ludwig Merckle (Ratiopharm)                                                       7,2

Horst Julius Pudwill  (TTI, AEG, Hoover)                                                 6,9

Aloys Wobben (Enercon)                                                           6,8

Axel Oberwelland  (Storck)                                                   6,3

Günther Fielmann & Familie  (Fielmann)                                6,2

Jürgen Blickle  (Eurodrive)                                                          6

Alexandra Schörghuber  (Paulaner)                                         5,5

1 USD = 0,8422 EUR