Dieses schöne Gemälde stellte mir sein Besitzer zur Veröffentlichung zur Verfügung. Es zeugt von einer Epoche, in der Herborn noch ein in sich geschlossenes Ensemble war. Die Stadt ruhte in sich selber und da Geld noch nicht in der heutigen Menge verfügbar war, hielt sich auch die Bauwut mit all ihren Auswüchsen in Grenzen. Der Blick über die Obertorbrücke auf Schloss und Kirche hat geradezu etwas mystisches. Leider ist der Künstler nicht bekannt, aber der Besitzer des Bildes hält sein Werk in Ehren. sige
Eine geplante, gemeinsame Aktion von Herborner Einzelhändlern, Herborner Stadtmarketing und Werbering sorgt derzeit für Aufmerksamkeit unter den Gewerbetreibenden in der Bärenstadt. In einem Schreiben fordert das Stadtmarketing die Händler auf, ganztägig vor ihren (noch) geschlossenen Läden zu stehen und potentiellen Kunden auf ihre (prekäre) Situation noch stärker aufmerksam zu machen. sige
Liebe Händler, Gastronomen und Dienstleister!
es scheint so, als ob man jetzt auch auf Landes- und Bundesebene verstanden hat und echte Lockerungs- und Öffnungspläne vorbereitet. Aber: Ob das wirklich in Kürze umgesetzt wird, muss man abwarten…
Gleichwohl möchte das Herborner Stadtmarketing in Verbindung mit dem Werbering eine Idee von Herborner Einzelhändlern aufgreifen und dabei helfen, auf Ihre Situation noch stärker aufmerksam zu machen. Wir möchten Sie ermutigen bei einer Aktion am Freitag, 5. März (ganztägig) mitzumachen. Als Anhang zu dieser Mail finden Sie vier Slogans, die ziemlich gut beschreiben, um was es aktuell geht. Wir haben von jedem Motiv 60 Aufkleber im Format A3 herstellen lassen, die Sie sehr gerne auf Ihrer Schaufensterscheibe anbringen und/oder auf eine andere Unterlage aufziehen können. Am 5. März sollten Sie dann tagsüber VOR Ihrem Geschäft präsent sein, um so in einer Art Mahnwache (aber natürlich mit Abstand und sicher) auf die Lage hinzuweisen.
Wie gesagt: Diese Idee stammt aus Kreisen der Händler und wir finden Sie absolut unterstützenswert. Sie wird nicht dazu führen, dass sich die Regeln und Zustände sofort ändern und spürbar verbessern, aber: Sie wird helfen, das Bewusstsein für die Situation in weiten Teilen der Bevölkerung zu schärfen, wo man immer noch nicht verstanden hat, wie ernst die Lage für viele ist. Zudem soll an diesem Tag auch die Seite www.daheim-in-herborn.de in Betrieb gehen. (Stadtmarketing Herborn)
Nicht alle Gewerbetreibenden schließen sich jedoch dieser Aktion an. So gibt es Stimmen, die mit der geplanten Form der Kundenansprache gar nicht einverstanden sind und auch die Rolle des Stadtmarketings dabei für entbehrlich halten. In der wörtlich wiedergegebenen Mail, kommt diese Kritik deutlich zum Ausdruck. sige
…wieder übernimmt das Stadtmarketing Aufgaben des Werberings. Schlimmer noch finde ich nachwachsenden jüngeren Einzelhändler, die scheinbar nichts begriffen haben. Anstatt eine Aktion „liebe Kunden wir freuen uns auf Euch“, plant man nun eine Art Mahnwache vor den Geschäften. Als wenn der Kunde es nicht schon längst wüsste und durchaus bereit ist, seine Händler auch zu unterstützen. Hier werden völlig falsche Signale gesetzt. Hier muss Aufbruch verbreitet werden und keine pessimistische Weltanschauung von städtischen Angestellten verbreitet werden…Mail-Verfasser (Name der Redaktion bekannt)
Alles was heute neu entsteht ist in der Regel nicht schön, weil es billig sein muss und großen Profit abwerfen soll. Männer wie der leider verstorbene Bürgermeister Bernd Sonhoff wussten das und bemühten sich entsprechend um die Herborner Kleinode. Das was Herborn so bekannt und beliebt macht sind die alten Fachwerkhäuser, die immer wieder fachgerecht saniert wurden und noch werden. Wenn die wunderschöne Bausubstanz jedoch durch hässliche Kästen immer mehr eingeengt wird, leidet das gesamte Ensemble. Wenigen Investoren liegt das Bild der Stadt am Herzen und sie bauen lieber um, statt neu. Alle anderen ist das ziemlich schnuppe. Sie haben nur ein Ziel vor Augen, noch mehr Geld zu machen. Da wird schamlos in die Natur eingegriffen und alles mit dem ach so nötigen Wohnraum begründet. Manchen Kommunalpolitikern ist das scheinbar egal oder sie lassen sich einfach über den Tisch ziehen. Dabei sollte ihnen eigentlich klar sein, dass nicht jeder der Wohnraum bauen will, dies aus reiner Menschenfreundlichkeit macht. Es geht wie auch auch anderen Gebieten einfach nur ums Geld. Ok, der Rubel muss rollen, aber die Stadt muss auch ihr Gesicht und vor allem ihr unnachahmliches Flair behalten. Man kann beides miteinander verknüpfen. Wie das geht, beweisen Macher mit Herz fast täglich.
Einen schönen Blick auf Herborns Bausünden einst und jetzt hat man vom Dill-Blick-Turm (Thomas Rittner-Turm). Im Vordergrund rechts das ehemalige Hotel Ritter. Ein Schandfleck schon zu seiner Zeit. Bildmitte links der mit hochpreisigen Eigentumswohnungs-Blocks zugebaute Pertuisplatz, war eine kaufmännische „Meisterleistung“ von Magistrat und Stadtrat samt dem damaligen Bürgermeister Hans Benner (SPD). Ein städteplanerisches Schmuckstück sollte das neue Sparkassengebäude (Bildmitte) werden. Jetzt ist es eine nette Erinnerung an die vielen Scheunen, die einst die Herborner Innenstadt ausmachten.
Das Haus der Diakonie gegenüber des Hintersandparkplatzes, zerstört nicht nur mit seiner grellen Farbe, sondern auch seinem quadratisch, praktischen Monster-Baustil das Herborner Altstadt-Idyll. Niemand regte sich damals darüber auf und der damalige Bürgermeister Hans Benner ließ dem schlechten Geschmack der klerikalen Bauherren freien Lauf.
Einst die letzte noch produzierende Brauerei in Herborn. Nach einem kurzen Gastspiel mit einem Glücksritter, ist der gesamte Komplex nun im Besitz eines bekannten bayerischen Brau-Konzerns. Der nutzt die Freiflächen schon seit geraumer Zeit als Lagerplatz für ausrangierte Tanks. Herborns Umweltpartei möchte an Stelle der leerstehenden Hallen neue Industrie ansiedeln. Wenn es denn klappt, wäre es ein Schritt in die richtige Richtung. Herborn hätte ganz sicher ordentliche Gewerbesteuerzahler nötig.
Natürlich ist Herborn eine wunderbare Kleinstadt. Trotzdem: Es gilt aufzupassen, dass nicht noch mehr Kästen das Stadtbild verschandeln. Wenn sich Bürger und Politiker bei allen Bau-Schandtaten so ins Zeug gelegt hätten, wie gegen das geplante Hintersand-Parkhaus, brauchte man sich nicht über diese hässlichen Klötze zu ärgern. Auch die geplanten Eingriffe in die letzten Grüngürtel der Stadt schweben immer noch im politischen Raum. Die politischen Parteien, die jetzt um die Gunst der Wähler werben, müssen sich daran messen lassen wie sie mit unserer aller Umwelt umgehen. Die Lippenbekenntnisse vor der Wahl müssen nachhaltig auch nach der Wahl sein- um dieses ausgeleierte Wort einmal zu gebrauchen. Fotos: Gerdau
Wir lieben unsere Natur, achten aufs Klima durch immer saubere Autos, schaffen die Plastiktüten ab und trennen unseren Müll. Irgend jemand scheint uns jedoch immer wieder ein Strich durch die Rechnung zu machen. Allen Beschwörungen und Plakatierungen zum Trotz fließt Plastikmüll Tag für Tag den Bach herunter. Offenbar frönen Weidetiere dem Alkoholkonsum und lassen die leeren Flaschen gleich auf ihren Weiden liegen. Vielleicht sind es aber auch die Waschbären. Die gehören sowieso nicht hierher. Müssen stärker bejagt werden, dann hört das auf mit dem Müll. Hoffentlich ist Corona bald vorbei. Dann springen wir wieder um die Brunnen.. für eine saubere Umwelt. Gemeinsam für eine bessere Zukunft.
Drei Stunden war ich mit dem Fotoapparat auf der Stadtseite des Herborner Dillufers zwischen AWO und unterer Au unterwegs. Erschreckend, was dort trotz der mannigfachen Lippenbekenntnisse in Sachen Umweltschutz dort zu finden ist.
Beim nächsten Hochwasser nimmt die Dill alles wieder mit….ins Meer. Was für ein Glück. Dann ist es vor unserer Haustür wieder sauber.
Die aktuellen Zahlen im Lahn-Dill-Kreissind sicher keine guten Voraussetzungen dafür
Stand: Sonntag, 21.02.2021 | 10:00 Uhr
706
aktive Corona-Fälle
20
Neuinfektionen seit gestern
87.99
7-Tage-Inzidenz
4.080
Durchgeführte Zweitimpfungen
608
Kontaktpersonen in Quarantäne
6.105
gelten als genesen
Fallzahlen nach Kommunen
Lahn-Dill-Kreis Kreiskarte
Wetzlar 185
Solms 65
Herborn 63
Dillenburg 51
Aßlar 35
Driedorf 14
„Ich freue mich, dass wir für Schulen und Kitas eine Öffnungsperspektive haben: Ab dem 22. Februar werden die Klassen 1 bis 6 im Wechselunterricht beschult. Die Kindertagesbetreuung wird zeitlich wieder im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen für alle Kinder geöffnet – allerdings mit eingeschränkten Betreuungszeiten. Damit halten wir Wort.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier
Kindergarten
Der Appell, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, gilt ab dem 22. Februar nicht mehr. Es ist wichtig und notwendig, dass alle Kinder wieder Zugang zur Kindertagesbetreuung haben. Gerade die Kleinsten, die in den letzten Wochen zu Hause betreut wurden, brauchen dringend die Rückkehr zu einem Betreuungsangebot. Für die Eltern ist das Signal: Öffnung und Lockerung so sorgsam wie möglich. Dazu gehört auch, dass die Betreuungsangebote zeitlich meist eingeschränkt sein werden“, so Gesundheits- und Sozialminister Kai Klose. Die Empfehlung, in konstanten Gruppen zu betreuen, bleibt weiter bestehen.
Mehr Tests für Erzieher
Mit dem Öffnungsschritt für Schulen und Kitas wird auch das Testangebot für das Schulpersonal sowie die Erzieher weiter erhöht. Das seit Herbst bestehende Angebot der kostenlosen Testung alle zwei Wochen wird auf einen kostenlosen Test pro Woche verdoppelt. Die Tests bleiben freiwillig und können in Arztpraxen durchgeführt werden.
Gerade Erzieher, die näher an den Kindern kaum noch sein können, sollten schon seit geraumer Zeit ihre Impfungen bekommen haben.So lange dies nicht der Fall ist, erscheint mir die Öffnung als ein reiner Feldversuch und daher unverantwortlich.
Auch in diesem Jahr ruft der BUND deutschlandweit wieder zu Plastikfasten in der Fastenzeit auf.
Die Gründe hierzu sind bekannt, mit rund 14 Millionen Tonnen verbraucht und produziert Deutschland so viel Plastik wie kein anderes Land in Europa – Tendenz steigend. Und trotzdem gibt sich Deutschland gerne als umweltfreundlicher Recycling-Weltmeister.
Jedes Stück einzeln in Plastikfolie verpackt. Auch hier muss dringend umgedacht werden. Foto: Gerdau
Auch der BUND-Ortsverband Herborn-Sinn-Driedorf- Mittenaar ruft zum bewussten Verzicht von Plastik auf und somit den eigenen Alltag neu zu entdecken.
Um diesen Verzicht zu unterstützen, übergab der Ortsverband der Stadtbücherei Herborn, der Mediothek an der Friedensschule Sinn und der Mediothek der Westerwaldschule Driedorf Exemplare des „Plastiksparbuches“. In diesem besonderem „Sparbuch“ sind mehr als 300 Tipps und Anregungen für einen plastikfreieren Alltag enthalten. In vielen Bereichen wie dem täglichen Einkauf, der Körperpflege und im Haushalt können wir der Plastikflut entgegentreten. Die Büchereien führen eine weitere Auswahl an Büchern, die zu einem nachhaltigeren, umweltschonenderen Umgang mit unseren Ressourcen führen können.
Unter # plastikfasten und auf den Internetseiten bund.net und bund-hessen.de können auf Facebook, Twitter, Instagram und youtube Tipps, Erfahrungen und Ideen mitgeteilt und ausgetauscht werden.
Was passiert gerade mit unserer offenen, aufgeklärten Gesellschaft? Verlassen wir die demokratischen Wege, die uns die Verfasser des Grundgesetzes einst wiesen? Die Corona-Pandemie mit all ihren Auswirkungen bringt gesellschaftliche (Fehl) Entwicklungen zu Tage, die wir gerne übersehen würden. Unsere Regierung regiert immer mehr am Parlament vorbei und findet das völlig in Ordnung. Man kann aber nicht alles mit dem Covid-19 Virus und seinen Mutanten begründen. Was die Regierenden nicht schaffen, erledigen neue „Blockwarte“ in voraus-eilendem-Gehorsam. Es wird denunziert und gemeldet wo es nur geht und die Staatsmacht gibt ihren Segen dazu. Keine gute Entwicklung und der allgegenwärtige Lockdown tut das seinige dazu beitragen.
Unseren Vätern machte man klar, dass sie sich nicht genug gegen das verbrecherische Regime der Nationalsozialisten stemmten. Sie mussten sich gefallen lassen zumindest als Mittäter bezeichnet zu werden. Völlig zu Recht und für jeden denkenden Menschen nachvollziehbar. Meine und die nachfolgenden Generationen wuchsen in der Gewissheit auf, dass nur eine gesunde Demokratie, die sich auch zu wehren weiß, das Mittel der Wahl ist. Wir leisteten Eide und leisten sie immer noch auf unsere demokratische Verfassung und betrachten das Grundgesetz als in Stein gemeißelte Schrifttafeln, auf die man bauen kann.
Seit damals gibt es jedoch immer noch Menschen, die der gottlob untergegangenen Diktatur nachhängen. Ewig-Gestrige, wie auch die versponnenen Kaisertreuen. Das sind Nazis und man kann sie mit Fug und Recht auch so bezeichnen. Es gibt sogar einzelne Gruppen darunter, die Verbrechen begehen. Diese müssen gnadenlos verfolgt und ihre Untaten geahndet werden.
Seit ein paar Jahren wächst peu à peu eine „Nazi-Gruppe“, die man nicht auf den ersten Blick erkennt und die keine Verbrechen begehen. Dies weit über ein halbes Jahrhundert nach dem Zusammenbruch des sogenannten III. Reiches. Wie kommt das? Gemeint ist damit das Heer der Andersdenkenden. „Covidioten“, „Querulanten“, „falsche Demonstranten“, „Pediganten“ werden sie genannt. Nicht selten sogar Nazis. Diese grobe Verallgemeinerung beleidigt die zahllosen Opfer der Nationalsozialisten ebenso wie die Menschen, die sich einfach nur Gedanken machen und anderer Meinung als die gängigen Medien sind. Sie deshalb so zu verunglimpfen ist nicht nur wenig intelligent, sondern einfach nur anachronistisch und gefährlich für den gesellschaftlichen Frieden .
Gleichzeitig mit dem behaupteten „Wiedererstarken des Nationalsozialismus“ greift der Antifaschismus in vielerlei Ausprägungen immer mehr um sich. Vor allem in den größeren Städten, wie Hamburg und Berlin, betreibt die Antifa regelrechten Terror. Das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz sagt dazu folgendes: Im linksextremistischen Sinn ist Antifaschismus weit mehr als das Engagement gegen Rechtsextremismus. Er steht für eine grundsätzliche Ablehnung von Parlamentarismus und demokratischem Verfassungsstaat. Antifaschismus im linksextremistischen Sinn behauptet, dass die bürgerliche Gesellschaftsordnung mit Kapitalismus, Parlamentarismus und Rechtsstaat die Ursache von Faschismus und Rechtsextremismus sei. Demokratischen Staaten wie der Bundesrepublik Deutschland wird unterstellt, sich unausweichlich in Richtung eines neuen Faschismus zu entwickeln. Das politische Ziel linksextremistischer Antifaschisten ist deshalb die Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
Der unbedarfte Bürger steht dieser Entwicklung ziemlich ratlos gegenüber. Er versucht sich rauszuhalten, eine alte und weitverbreitete Form des „nur-ja-nicht-aneckens“. Er bekommt mehr oder weniger deutlich gesagt, dass mangewisse Bücher/Zeitschriften nicht liest und schon die Nennung bestimmter Verlage ein Sakrileg sein kann. Wählen sollte er nur die richtigen Parteien und wenn er dem nicht folgt, spricht er am besten nicht darüber. Die Freiheit der eigenen Meinung ist ihm laut Grundgesetz § 5 Absatz 1 stehts zugesichert. Er tut jedoch gut daran darauf zu achten, dass sie nicht zu sehr von der Gängigen abweicht. Die Gefahr an den „digitalen Pranger“ gestellt zu werden ist allgegenwärtig. Es kann aber schlimmer kommen und wenn er gemeldet wird, könnte sogar der Arbeitsplatz gefährdet sein. War das jetzt zu drastisch? Ich denke nicht und es ist meine Meinung!
Am besten überprüft der gute Bürger auch seine Sprachgewohnheiten. Freute er sich früher, dass es in seiner Umgebung genug Ärzte für die medizinische Versorgung gab, darf er heute das Sternchen und die Ärztinnen nicht vergessen (mehr Ärztinnen aber auch Ärzte sind es dennoch nicht geworden). Aber: Alles schön auf Gendergerechtigkeit überprüfen. Wer das nicht tut ist mindestens ein Ewiggestriger.
Die Staatsmacht kontrolliert, überwacht, verbietet und verordnet was das Zeug hält. Wer sich in Wort oder Schrift öffentlich dagegen stemmt, läuft Gefahr als Rechter (was ist das überhaupt) stigmatisiert zu werden.
Vor wenigen Tagen tanzten ein paar Leutchen vor dem Brandenburger Tor eine Polonaise. Die Polizei rückte mit einer Hundertschaft an, sperrte den Tatort ab und verhaftete einige von ihnen. Der Tatvorwurf: Mangelnder Abstand. Gleichzeitig wurden wie jeden Tag im Görlitzer Park Drogen aller Härtegrade an Jugendliche und Erwachsene „ohne Abstand“ vertickt. Herr Geisel, der Berliner Innensenator, freut sich, wenn es ihm gelingt einen der schwerkriminellen Clan-Paten für ein halbes Jahr abzuschieben. Er hält das für ein „denkwürdiges Ereignis“. Auch derartige schwachsinnigen Widersprüche darf und muss man hinterfragen.
Wer öffentlich die „falschen Fragen“ stellt oder seineeigenen Wahrheiten von sich gibt, findet sich möglicherweise bei George Orwell „1984“ wieder. Der schrieb einst in seinem immer noch aktuellen Werk: „Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, dass zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles Übrige von selbst“.
Bitte Leute hört auf euch gegenseitig verbal zu zerfleischen. Wir waren einst Stolz auf unsere Freiheiten und die Möglichkeiten des offenen Disputs. Nicht jeder der einer anderen Meinung ist und sei sie noch so quer, muss gleich mit hässlichen Schlagwörtern mundtot gemacht werden. Ich fand gerade einen denkwürdigen Satz bei DW: „Wer mundtot ist, redet nicht mehr – obwohl er es eigentlich könnte. Denn er ist nicht tot, sondern sehr lebendig“. Das gibt zu denken. Jeder darf, nein muss eine eigene Meinung haben und diese auch ohne Angst vor dem digitalen Pranger so vertreten, wie er möchte. Wer anderer Meinung ist, darf das gerne sein. Aber: Bevormunden oder gar verunglimpfen geht gar nicht.
Der Eklat im Wetzlarer Kreishaus, bei dem es um die Corona- „Testimpfung“ zahlreicher Mitarbeiter der Kreisverwaltung geht, wirft zahlreiche zusätzliche Fragen auf.
Wolfgang Schuster
Den Landrat des Lahn-Dill-Kreises Wolfgang Schuster (SPD) hat jetzt das erreicht, was alle hemdsärmeligen Menschen irgendwann einmal erwischt. Er hat sich wohl auf Menschen in seiner Umgebung verlassen, die es ebenfalls nicht so genau nehmen. Wie kann man nur glauben, dass man in einer Zeit, in der unendlich viele Menschen um ihre Existenz bangen und oft mit dem Tode ringen, ungestraft ein wenig Vetternwirtschaft betreiben kann. Natürlich muss man üben. Es hätten sicher auch Planspiele gereicht. Da man gerade den heißbegehrten Impfstoff zur Hand hatte, wollte man ihn auch im kleinen, aber feinen Kreis einsetzen. Was schert da die Not der Schaffer vor Ort, ob in Krankenhäusern, Altenheimen, Polizei, Feuerwehren oder den Menschen die eng und ständig miteinander umgehen. Mir fallen da spontan die Kassiererinnen in den Supermärkten ein. Sie müssen mindestens acht Stunden täglich ihre Kunden, ob infiziert oder nicht, ertragen. Warum hat man die schichtfreien Damen, aber auch Herren, nicht zum Testimpfen eingeladen?
Die Entschuldigung, dass beispielsweise ein Regierungsdirektor sich ständig in den Impfzentren aufhalten muss und offensichtlich seine Frau auch, ist einfach nur zum Schreien.
Was mich am meisten wundert, dass gerade vor der Kommunalwahl solche Ausrutscher passieren. Ist das der Größenwahn oder die Arroganz der schon zu lange Amtierenden? Dies alles braucht die SPD nicht. Dennoch besetzen die Genossen die Schützengräben und versuchen zu retten was zu retten ist. Es ist allerdings nichts mehr zu retten. Die fast übermannshohen Wahlplakate, auf denen ihr Frontmann Schuster wider besseres Wissen für den Kreistag wirbt, wurden zu früh aufgehängt. Das würde nun nicht mehr passieren.
GEMEINSAM. Zukunft.Gestalten
Strafrechtlich ist alles kein Thema und wen schert die Moral. Zum Glück funktionierte die öffentliche Meinung und vor allem die Kollegen****innen der heimischen Presse. Wer im (Glas) Kreishaus sitzt sollte zwar nicht mit Steinen werfen, aber auch nicht überheblich werden und vor allem die Menschen nicht vergessen, die diese Sessel ganz ordentlich alimentieren.
Mein dringender Rat, den die Verantwortlichen sicher nicht hören wollen, ist: „Es genügt eine in aller Bescheidenheit, schnörkellos vorgetragene Darlegung des Fehlverhaltens und eine Entschuldigung die nicht nach Schlupflöchern sucht“.
Vor allem liebe Genossen: Der Landrat ist in allererster Linie Amtsträger und die Partei spielt dabei wirklich die allerletzte Rolle. Die Vorwürfe gehen auch nicht gegen die SPD, sondern einzig und alleine gegen die Kreisregierung und deren Boss der Landrat nun mal ist. Fotos: Gerdau
„Erst kommt das Handwerk, dann die Kunst“, philosophiert der Herborner Maler, Graphiker und Bildhauer Walter Josef Hermann und wenn man das Glück hat, ihm bei seiner Arbeit zuschauen zu dürfen, weiß man genau wovon er spricht. Seit Jahresende 2020 arbeitet er mit Hochdruck in seinem Herborn-Amdorfer Atelier an einem übermannsgroßen Projekt aus Styropor und Gips, der „Ikaros-Dädalos“ -Gruppe. Mit Hochdruck deshalb, weil der 72-Jährige aus dem Förderprogramm „Hessen kulturell neu eröffnen“, der Hessischen Kulturstiftung, ein Arbeitsstipendium erhalten hat.
Der Gips ist trocken, nun geht es an den Feinschliff.
Er hatte im November gerade mit seiner Arbeit an der Skulpturen-Gruppe angefangen, da stoppte Corona seine Schaffenskraft. Ihm waren die finanziellen Mittel ausgegangen. Nicht nur, dass Auftragsarbeiten wegbrachen, auch Ausstellungen und Atelierbesuche waren plötzlich nicht mehr möglich. Am schlimmsten traf ihn jedoch, dass sein Werkvertrag an der Lahn-Dill-Akademie (VHS) gekündigt wurde. Dort ist Josef Walter Hermann seit 30 Jahren Kursleiter. Als er von der Möglichkeit eines Arbeitsstipendium erfuhr, wandte er sich an Michael Benner, Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung in der Herborner Stadtverwaltung. Der half ihm bei der Antragstellung. Als die Zusage des Stipendiums kam, konnte Hermann sein Glück kaum fassen. Den Auflagen des Landes, seine Arbeit in drei Monaten fertig zu stellen und umfangreich zu dokumentieren, stimmte er gerne zu. Mittlerweile hat er die Zeit etwas überschritten, aber Wiesbaden zeigt sich verständnisvoll.
Wie so viele Künstler war und ist auch Hermann schon viele Jahre lang von Ikarus und der Philosophie, um die mythische Figur, begeistert.
Diese Lithographie von Ikaros und Dädalos fertigte Hermann schon Jahre früher an.
So entstand schon vor Jahren unter seinen begnadeten Händen eine Lithografie, der er jetzt mit seiner Skulptur dreidimensionales Leben einhaucht.
Eine grobe Arbeitsskizze, der Rest ist im Kopf des Künstlers gespeichert.
Die Größe seines Modells-Ikaros alleine ist 2,20 Meter hoch- zwang Hermann, drei einzelne Module zu schaffen, die am Ende zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Sein Amdorfer Atelier hat nur begrenzt Platz. Die fertige Gipsskulptur soll später als Grundlage für einen Bronzeguss dienen. So hofft es jedenfalls der Meister. Unendlich viele Stunden hat er damit verbracht, neben seiner Arbeit an der Staffelei im Herborner Bahnhof, seine Vorstellungen von Höhenflug und dessen Quintessenz in einer Skulptur darzustellen. Berge von Styroporplatten und Gips mussten in Form gebracht werden und dabei durfte er nie das Gesamtwerk aus den Augen verlieren. Sein Anfangs erwähnter Glaubenssatz, von dem Künstler, der unter allen Umständen erst ein guter Handwerker sein muss, bestätigt sich voll und ganz.
Der Torso steht unmittelbar vor der Fertigstellung.
Die Flügel sind das zweite Modul
Auf den ersten Blick Unordnung, aber die ist sehr kreativ.
Der Gips wird in ganz profanen Gipsbechern angerührt.
Dädalos
Ich bin grenzenlos von dem Kunstwerk des Herborner Ausnahmekünstlers begeistert. Damit bin ich ganz nahe bei Ikaros. Nur, ich bleibe auf dem Boden. Nämlich im Herborner Stadtpark. Dort, so kann ich mir ebenso wie der Schöpfer der Gruppe Josef Walter Hermann vorstellen, dass Ikaros und Dädalos in Bronze gegossen nahe der Dill stehen könnte. Das Sinnbild für menschliche Maßlosigkeit und Größenwahn macht nicht nur betroffen, sondern auch nachdenklich und so soll es sein.
Grundsätzlich spricht ja nichts dagegen, die Idee in die Tat umzusetzen. Es wird aber eine Stange Geld kosten und die ist nicht in Sicht. Dennoch könnte ich mir die Figurengruppe im Stadtpark schon vorstellen und aus der Hand eines Sohnes der Stadt wäre sie nochmal so wertvoll.
Der Mythos
Ikarus oder Ikaros ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Daidalos. Ikarus und Dädalus wurden – zur Strafe, weil Dädalus dem Theseus hilfreiche Hinweise zur Verwendung des Ariadnefadens gegeben hatte – von König Minos im Labyrinth des Minotauros auf Kreta gefangen gehalten. Da Minos die Seefahrt und das Land kontrollierte, erfand Dädalus Flügel für sich und seinen Sohn. Dazu befestigte er Federn mit Wachs an einem Gestänge. Vor dem Start schärfte er Ikarus ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne beziehungsweise die Feuchte des Meeres zum Absturz führen würde.
Zuerst ging alles gut, aber nachdem sie Samos und Delos zur Linken und Lebinthos zur Rechten passiert hatten, wurde Ikarus übermütig und stieg so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, woraufhin sich die Federn lösten und er ins Meer stürzte.
Mit wem ich es zu tun habe, wurde mir erst so richtig bewusst, als ich mich in die Biografie von Hermann einlas. Die Bilder des Malers Josef Walter Hermann, allesamt Kunstwerke der Extraklasse, hatte ich bereits vor vielen Jahren bewundert. Der Bildhauer Josef Walter Hermann legt da noch mal eine Schippe drauf. Fotos: Gerdau
Handwerkskunst gepaart mit künstlerischer Begabung.
Die Biographie
Josef-Walter Hermann wird am 16. April 1948 in Nenderoth (Westerwald) geboren. Hier verbringt er seine ersten fünf Lebensjahre.
1953 Umzug der Familie nach Herborn (Dill-Kreis). Besuch der Volks- und Realschule, Beginn einer Lehre, erste künstlerische Arbeiten.
1966 Studium an der Werkkunstschule und Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main.
Bis 1971 bei Hans Schmincke, Kurt Steinel und Eberhard Behr, wohnt in Offenbach und Herborn.
1969 Einrichtung der ersten eigenen Lithographie-Werkstatt in Herborn.
1969/70 Ein Mäzen ermöglicht einen mehrtägigen Aufenthalt auf der ostfriesischen Insel Baltrum. Danach entsteht der fünfteilige Zyklus Baltrum .
1971 Beginn der freien künstlerischen Arbeit in Herborn als Maler und Graphiker. Erster Auftrag als freischaffender Künstler. Druck des Zyklus Lichte und dunkle Mächte, bestehend aus sieben Farblithographien.
1971/72 Erste Begegnung mit der Galeristin Hanna Bekker vom Rath im Frankfurter Kunstkabinett am Börsenplatz.
1996 Veröffentlichung des lithographischen Werkverzeichnisses.
1999 Gestaltung der Glasfenster in der ökumenischen Kapelle der Dill-Kliniken in Dillenburg
1974 Umzug und Einrichtung einer Lithographiewerkstatt in einem ehemaligen Holzbildhaueratelier in der Herborner Altstadt. Durch Vermittlung von Joachim Cüppers, dem Leiter des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath, entstehen die ersten Editionen für die Galerie E. Daberkow in Frankfurt am Main.
1975 Im Bildband der »Dokumente zur Zeitgenössischen Kunst, Neue deutsche Graphik« werden die Lithographien Engel (72) und Muttergestalt (74) reproduziert.
1976 Einrichtung einer Lithographie-Werkstatt in Herborn-Amdorf
1979 Durch Vermittlung von Gerda Sendke erscheinen die ersten Farbreproduktionen in »Grafik der Gegenwart«, den Jahreskalendern der Arbeiterwohlfahrt, Bonn.
1980 Das Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath vertritt das CEuvre Hermanns auf dem Kunstmarkt.
Die Farblithographie Für Hanna Bekker vom Rath wird in der Ausstellung »Expressionism and its Legacy – German Art from 1905 to the Present« gezeigt.
1984 Für die Farblithographie Zentrales von 1983 wird Hermann mit dem Internationalen Senefelder-Preis ausgezeichnet.
1986 Im Auftrag von Professor Wilhelm Weber entsteht die Farblithographie Maskentreiben (Fasnet I) für die Vereinigung Pfälzer Kunstfreunde. Henner Kätelhön, Wamel, druckt diese Auflage, es beginnt nun eine fruchtbare Zusammenarbeit.
Der großformatige fünfteilige Zyklus Mahnzeichen entsteht in Zusammenarbeit mit Kätelhön in Wamel.
1987 Der Künstler ist Mitglied der Jury zum Internationalen Senefelder-Preis 1987.
1989 Im Rahmen eines dreiwöchigen Arbeitsstipendiums von der WestHyp Bank, Dortmund, für die Werkstätten Kätelhön entstehen in enger Zusammenarbeit mit Henner Kätelhön vier großformatige Farb- und Schwarz/Weiß-Lithographien.
Einrichtung eines Ateliers mit einer Druckwerkstätte für den Lahn-Dill-Kreis;
Tätigkeit als freier Mitarbeiter in der Erwachsenenbildung an der Volkshochschule und Lahn-Dill-Akademie in Dillenburg.
1992 Die Stadt Herborn stellt Hermann in einem historischen Gebäude ein Atelier zur Verfügung, wo der Künstler seine eigene Lithographie-Werkstatt einrichten kann.
1997 Der Vorstand der Bezirkssparkasse Dillenburg erwirbt einen repräsentativen Querschnitt des lithographischen Gesamtwerkes von 1967 bis 1996.
Veröffentlichung des lithographischen Werkverzeichnisses.
1999 Gestaltung der Glasfenster in der ökumenischen Kapelle der Dill-Kliniken in Dillenburg.
Der Rotwein und die Kunst
Na denn zum Wohle.
Der Herborner Künstlers Josef-Walter Hermann hat sein Schaffenszentrum im Bahnhof. Zu seinen Ehren kreierte der Herborner Zahnarzt und Hobby-Winzer Alexander Betz in Zusammenarbeit mit dem Weingut Mainz in Weinolsheim einen roten Atelierwein. Dieser ist im Stadtmarketing-Büro im Herborner Bahnhof erhältlich. Foto: Stadtmarketing Herborn
Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hält es bei der kommenden (LDK)-Kreistagswahl mit der SPD. Obwohl Landrat Wolfgang Schuster (SPD) genau weiß, dass er im Falle seiner Wahl das Kreistagsabgeordneten-Mandat nicht annehmen will, hat er sich auf die Liste seiner Partei setzen lassen.
Stimmenfang um jeden Preis. Auch Roland Esch FWG) (Bildmitte) täuscht seine potentiellen Wähler.
Da mag der Vizelandrat Roland Esch (FWG) gedacht haben, was der kann, kann ich schon lange. Er prangt ebenfalls auf dem Flyer seiner Partei auf dem ersten Platz. Weiß aber genau, dass er diese Stelle im Falle einer Wahl gar nicht antreten möchte. Beide Amtsinhaber dürfen nämlich als Mitglieder des Kreisausschusses nicht gleichzeitig Kreistagsabgeordnete sein.
Liebe Politiker. Auch wenn die Not noch so groß ist, das ist an Betrug grenzende Wählertäuschung. Ihr müsst keine besonders hohe Meinung von den Wählerinnen und Wählern haben, die euch das abkaufen sollen.
Der Kreisausschuss (gemäß Hessische Landkreisordnung (HKO)
§ 36
Zusammensetzung
(1) Der Kreisausschuss besteht aus dem Landrat als Vorsitzenden, dem Ersten und weiteren ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten. Die Hauptsatzung kann jedoch bestimmen, dass die Stellen von Kreisbeigeordneten hauptamtlich zu verwalten sind. Die Zahl der hauptamtlichen Beigeordneten darf die der ehrenamtlichen nicht übersteigen. Die Zahl der ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten-Stellen kann vor der Wahl der Beigeordneten innerhalb von sechs Monaten nach Beginn der Wahlzeit des Kreistags herabgesetzt werden.
(2) Die Mitglieder des Kreisausschusses dürfen nicht gleichzeitig Kreistagsabgeordnete sein; das gilt nicht für Mitglieder des Kreisausschusses, die gemäß § 37a Abs. 3 die Amtsgeschäfte weiterführen.
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