Das Interview mit dem Betreiber Marco Schmidt führte Siegfried Gerdau
Fotos und Textbearbeitung: Siegfried Gerdau
In eigener Sache:
Gewerbetreibende und Vereinsvorstände können mich jederzeit kontaktieren, um vergleichbare Informationen auf meinem Blog gerdaus-welt zu schalten. Kontakt: Siegfried Gerdau mobil 0049 163 899 1568.
Ob der neue Mietwohnungs-Silo an der Friedrich-Birkendahl-Straße, die Hainstraße mit ihrer aufgerissenen Straßendecke oder das gewöhnungsbedürftige Wohn-und Geschäftshaus der VR-Bank zwischen Dill-Center und Steuerberatungsbüro Koch und Huttel am Hintersand. All diese Baustellen ruhen mehr oder weniger und das liegt nicht an COVID-19 oder dessen Mutanten, sondern schlicht und einfach am Frost dieser Tage.
Die Hainstraße bekommt einen neuen, aber historischen Straßenbelag.
Das neue VR-Bank-Gebäude zwischen Eitzenhöfer und Steuerberater Koch und Huttel am Hintersand ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Wo einst unzählige kleine Herbornerinnen und Herborner das Licht der Welt erblickten, entsteht nun ein Wohnkomplex.Das Heinzche kehrte einst auch den Schnee in Herborns Straßen zusammen.
Der Hintersandparkplatz mit dem Hexenturm ist nur zufällig in diesen Blog hineingerutscht. Fotos: Gerdau
Es gibt in vielen Bundesländern, bei nahezu jeder Kommunalwahl, immer wiederÄrger über einen schnöden Trick. Parteien setzen ihre bekannten Landräte oder hauptamtliche Kreisbeigeordnete auf die Kreistagswahllisten. Dies in dem Wissen, dass die Aufgeführten zwar kandidieren können, ihr Mandat aber nicht annehmen dürften. Es sei denn: Sie verzichten auf Ihr Hauptamt. In Niedersachsen sorgt nun ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts für neue Klarheit.
Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 3. September 2019 (AZ 10 LC 231/18) entschieden, dass der Oberbürgermeister der Stadt Goslar nicht zugleich Abgeordneter des Kreistages im Landkreis Goslar sein darf, um Interessenkollisionen zu vermeiden.
Diese Entscheidung ist für das Land Hessen relativ unbedeutend. Hier gilt nach § 27,1a HKO: Hauptamtliche Beamte sowie haupt- und nebenberufliche Angestellte a) des Landkreises,…….können kein Kreistagsmandat annehmen. Der Richterspruch ist jedoch mehr als deutlich und sollte letztlich Grund genug sein, einer gewissermaßen unredlichen Vorgehensweise endgültig den Garaus machen.
Neben diesen rein rechtlichen Überlegungen ist anzumerken, dass derjenige, der für eine kommunale Volksvertretung kandidiert, dieses Mandat im Falle einer erfolgreichen Wahl auch tatsächlich will. Ansonsten hätte er sich wohl auch nicht zur Wahl gestellt.
Um was geht es: Am 14. März in diesem Jahr ist Kreistagswahl im Lahn-Dill-Kreis. Die Parteien haben ihre Listen bereits aufgestellt und diese kommen seit ein paar Tagen auch in den Briefkästen der Wähler an. Dort sind alle mit Foto und Namen aufgeführt, die Frau/Mann an besagtem Sonntag wählen kann. So weit so gut. Was aktuell aufmerksamen Zeitgenossen sofort ins Gesicht springt, ist der Mann auf Platz 1 im Flyer des SPD-Unterbezirks. Darf denn der Landrat Wolfgang Schuster (SPD) als Beamter überhaupt für den Kreistag kandidieren? Ja, er darf. Allerdings, wenn er gewählt wird und davon ist auszugehen, kann er das Ehrenamt eines Kreistagsabgeordneten nur annehmen, wenn er seinen Beamtenposten Landrat an den Nagel hängt. Das gilt Übrigens auch für seinen Stellvertreter, den hauptamtlichen 1. Kreisbeigeordneten mit Beamtenstatus. Wollen die wirklich alle im Falle einer Wahl ihre lukrativen Ämter für ein Ehrenamt tauschen. Das ist doch wohl kaum anzunehmen.
Die Frage, ob so Zukunft gestaltet wird, kann man über die Webseite www.spdldk.de oder per Telefon: 06441 20 92 50 an die zuständigen Personen stellen.
Bei Licht betrachtet ist das Wählertäuschung oder gar Betrug im moralischen Sinne. Haben ehemals große Volksparteien dies wirklich nötig und ist die Kiste mit fähigen Köpfen so leer, dass man dem Wahlvolk solche schrägen Kunstgebilde präsentieren muss? Sicher werden viele wahlberechtigte Zeitgenossen aufmerksam, wenn sie den Landrat auf der Liste oben auf Platz 1 erkennen. „Den kenne und schätze ich, der bekommt meine Stimme“, mag die entsprechende Reaktion sein. Wird sie auch sein und genau darauf setzen die Wahlstrategen. Dass die gewählten Spitzenleute nach der Wahl klamm und heimlich auf ihr entsprechendes Mandat verzichten, merkt so gut wie niemand. Lediglich die Mitbewerber-Partei spürt es an den fehlenden Stimmen, die der Landrat abgegriffen hat.
Hessische Gemeindeordnung(HGO)
§ 36 Zusammensetzung
(1) Der Kreisausschuss besteht aus dem Landrat als Vorsitzenden, dem Ersten und weiteren ehrenamtlichen Kreis-Beigeordneten. Die Hauptsatzung kann jedoch bestimmen, dass die Stellen von Kreisbeigeordneten hauptamtlich zu verwalten sind.
(2) Die Mitglieder des Kreisausschusses dürfen nicht gleichzeitig Kreistagsabgeordnete sein; das gilt nicht für Mitglieder des Kreisausschusses, die gemäß § 37a Abs. 3 die Amtsgeschäfte weiterführen.
§ 27 Hessische Landkreisordnung (HKO)
(2) Kreistagsabgeordnete sind ehrenamtlich Tätige im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1
mit der Maßgabe, dass die §§ 24 bis 27 der Hessischen Gemeindeordnung
entsprechend gelten. Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des
Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist die Aufsichtsbehörde.
Hinderungsgründe
1. hauptamtliche Beamte und haupt- und nebenberufliche Angestellte
a) des Landkreises,
b) einer Körperschaft, Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts, an
der der Landkreis maßgeblich beteiligt ist,
c) des Landes, die beim Landrat als Behörde der Landesverwaltung
beschäftigt sind oder unmittelbar Aufgaben der Staatsaufsicht
(Kommunal- und Fachaufsicht) über den Landkreis wahrnehmen,
2. leitende Angestellte einer Gesellschaft oder einer Stiftung des bürgerlichen
Rechts, an der der Landkreis maßgeblich beteiligt ist.
Also ich werde mein Kreuzchen bei denen machen, die ihr Amt auch wahrnehmen wollen und nicht schon vor der Wahl versucht haben, mir einen Bären aufzubinden. sig
Hätte ich fast vergessen: Mein Blog hat heute die Klick-Zahl von 59 000 überschritten. Herzlichen Dank für Euren Besuch auf meiner Seite.
Anmerkung: Bei meinen Recherchen ist es mir definitiv nicht gelungen, herauszufinden, ob ein hauptamtlicher Bürgermeister in Hessen für den Kreistag kandidieren darf. Was in der Praxis seit vielen Jahren quer durch die Parteienlandschaft hinweg Usus ist, muss nicht rechtens sein. Ich halte mich erstens an den Passus des HKO, nachdem es für Beamte nicht möglich ist und zweitens auch eine zumindest moralische Wählertäuschung darstellt. Diese Kandidaten werden wohl kaum ihr Amt zugunsten eines Ehrenamtes aufgeben.
Der Winter hält noch lange ganz Deutschland in seiner Zange. Anzeichen für Frühlingswetter gibt es kaum welche. So wie es aussieht wird es auch im März keine nennenswerten Änderungen Richtung Frühling geben.
Die für unsere Breitengrade extreme Kälte bis 20 Minusgrade macht nicht nur Autofahrern zu schaffen. Wer keine Garage hat, kann sich vor dem gefrierenden Regen mit einer Plastikplane schützen. Die Tier- und Pflanzenwelt ist da weitaus mehr in Bedrängnis. Besonders jetzt gilt es den Vögeln mit geeignetem Futter zu helfen.
Bäume und Sträucher sind von einer dicken Eisschicht überzogen und damit wunderschöne Motive für Fotografen. Den Kameras machen Minusgrade nichts aus. Lediglich deren Akkus werden früher leer und man sollte Ersatz in der warmen Hosentasche dabei haben. Besonders die Landschaftsaufnahmen in den Höhen, sowie die dicht bereiften Bäumen sind jetzt eine Augenweide. Aber auch hier gilt es, die späteren Betrachter nicht mit Unmengen von Fotos davon zu überfordern. Viele ganz unterschiedliche Nahaufnahmen ziehen die Blicke viel mehr an. Ein alter Fotografischer Grundsatz-„wenn das Bild nichts geworden ist, warst du nicht dicht genug dran“– ist das (fotografische) Maß aller Dinge. Bei Rückkehr in das warme Zuhause bitte daran denken, dass die Wärme nach der extremen Kälte für Kamera und Objektiv gar nicht so gut ist. Besser man lässt die teuren Teile sich im nur schwach temperierten Treppenhaus akklimatisieren. Dann ensteht auch keine schädliche Kondens-Feuchte in deren Innerem. sig
Ein eisiger Winter hat uns derzeit fest im Griff. Die Woche vom 8. Februar 2021 bis… wird uns in Erinnerung bleiben. Die sich anschließende Galerie wird dabei helfen, die unfreundliche Zeit zu archivieren.
Wie sah es damals vor 10 Jahren um die gleiche Zeit aus. Es war ebenfalls Winter, es war kalt und man hoffte auf den Frühling, der wie heute noch viele Wochen auf sich warten ließ.
Bürgermeister Roger Pellenc anlässlich seiner Rede zu 8. Mai 1945. Archiv- Foto: Gerdau
Die langjährige Patenstadt von Herborn Pertuis (20 000) Einwohner, prosperiert in rasantem Tempo. Das aktuelle Video von der Stadt zwischen Mittelmeer und Luberon macht dies auf anschauliche Weise deutlich. Wer schon ein-oder mehrere Male in der quierligen „Metropole“ verweilen durfte, wird sicher die eine oder andere Baulichkeit wiedererkennen.
Das großzügige Atelier in Siegbach-Eisemroth entspricht fast eins zu eins meinen Vorstellungen von dem kreativen Arbeitsplatz eines Malers. Im vorliegenden Fall war es aber eine Malerin, die mir die Tür öffnete. Jung, hübsch und sehr sympathisch ist der erste Eindruck und der sollte sich schon nach kurzer Zeit bestätigen. Die FFP 2-Maske verdeckt leider den größten Teil des Gesichtes von Annika van Vugt, aber für das Aufmacherfoto macht die 37-Jährige eine kurze Ausnahme.
Aus dem Stand heraus kommen wir ins Gespräch und schon eine der ersten Fragen machen deutlich, dass die Mutter einer dreijährigen Tochter nicht so leicht in ein Schema zu pressen ist. Ihr Malstil ist so offen, wie es ihrer jeweiligen Situation entspricht. Weit entfernt vom Expressionismus aber durchaus dem Gegenteil zugeneigt, bewegen sich die Werke von Annika van Vugt überwiegend im Bereich der neuen Sachlichkeit und einer außergewöhnlichen Porträt-Kunst. Zahlreiche Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben hat sie bereits mit Pinsel und Ölfarbe auf Leinwand verewigt und das mit viel Erfolg. Mit einem besonderen Verfahren lässt sie einige ihrer Bilder im wahrsten Sinne des Wortes fast dreidimensional aus dem Rahmen „wachsen“.
In starkem Kontrast dazu steht ihr Minimalismus bei der Arbeit an ihren Werken. Sie entstehen an einer Wand, die für sie eine riesige Palette darstellt. Fast schon ein Kunstwerk für sich alleine. Auf einem nicht sehr komfortablen Stuhl sitzend, entstehen mit akribischem Pinselstrich die Kunstwerke auf den an der „Palettenwand“ hängenden Leinwänden. Annika van Vugt trat nach dem Abitur in Herborn in die Fußstapfen ihrer Mutter Annerose Bauk-van Vugt und studierte Erziehungswissenschaften, Soziologie und europäische Ethnologie in Marburg. Dieses Studium schloss sie mit dem Diplom ab. Später machte sie in Frankfurt, nach dem Studium von Kunst und Geschichte, ihr Staatsexamen. Die Liebe zur Malerei war zu diesem Zeitpunkt schon lange in ihr geweckt und ihr weiterer Lebensweg so gut wie vorgezeichnet. Sie geht ihn mit aller Konsequenz.
Zurzeit arbeitet sie an einem Projekt mit systemrelevanten Bildern. Zu jedem Gegenstand, der ein Berufsbild symbolisiert, fertigt sie einzelne Porträts an. Alle Bilder werden nach Ende der Pandemie in einer Schau präsentiert. Es sind noch viele andere „Baustellen“, die sie parallel dazu bearbeitet. Leidenschaftlich, aber auch mit einer Spur Selbstzweifel beschreibt sie ihre Arbeiten, ganz im Sinne von Perfektion und glühender Hingabe. Der Maler, Bildhauer und Fotograf, von einer großen englischen Zeitung als „Picasso des 21. Jahrhunderts“ bezeichnete Gerhard Richter, war Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Er habe sie maßgeblich in ihrem Malstil beeinflusst, erinnert sich Annika. Dass Richter der teuerste noch lebende Maler ist, steht dabei auf einem ganz anderen Papier. Sein Bild „Die Kerze“ wurde bei Christis in London für 10 Millionen Euro versteigert und das ist noch lange nicht der höchste Preis für eines seiner Bilder.
Viele Künstler haben in ihrer bisher zehnjährigen Schaffensperiode ihren Weg gekreuzt, den sie mit viel Energie, Liebe zum Detail und ganz eigenen Markierungen geht. Für die angehängte Bildergalerie durfte ich soviel Bilder ablichten wie ich wollte. Lediglich die, nach ihrer Meinung noch nicht komplett vollendeten Werke, waren für mich tabu.
Annika van Vugt hat im Dorf noch weitere Ausstellungsräume. Wer mit der Künstlerin Kontakt aufnehmen möchte, findet die Kontaktdaten auf ihrer Webseite: www.annika-van-vugt.de
Auf Bitte des 1. Bevollmächtigten der IG-Metall Herborn Oliver Scheld veröffentliche ich nachfolgende Presseerklärung. Gleichzeitig betone ich, dass für den Inhalt des Artikels der Urheber alleine verantwortlich ist. Meine persönliche Meinung ist nicht Gegenstand einer Erörterung.
Presseerklärung der IG-Metall Herborn
„DieCorona-Pandemie stellte bereits 2020 die Gesellschaft aber auch uns vor immense Herausforderungen“, sagte Oliver Scheld, der 1.Bevollmächtigte der IG Metall Herborn. In der ohnehin angespannten Umbruchsituation deutschlandweit, aber auch gerade in unserer industriereichen Region, sei durch den Covid-19 Ausbruch zusätzlicher Druck entstanden. „Wir haben, wo und wann immer das Pandemiegeschehen es zuließ, auf Präsenz vor Ort, in den Betrieben aber auch in unserer individuellen persönlichen Beratung unserer Kolleginnen und Kollegen gesetzt. Unsere Geschäftsstelle war keinen einzigen Tag geschlossen. Wir waren Ansprechpartner bei Ängsten, Problemen und rechtlichem Beratungsbedarf und standen den betrieblichen Arbeitnehmervertretungen bei Fragen, Verhandlungen und Auseinandersetzungen aktiv zur Seite. Aber nicht nur in der heimischen Region und den heimischen Betrieben war die IG Metall aktiv. Die IG Metall hat sich von Anfang an im Sinne der Beschäftigten eingebracht. Arbeits- und Gesundheitsschutz, Regelungen für die Kurzarbeit und Entlastung der Eltern und pflegenden Angehörigen sind hier nur einige Stichworte. Diesen politischen und gesetzlichen Rahmen haben wir auf der tariflichen und betrieblichen Ebene klug ergänzen können“, so Scheld weiter.
Oliver Scheld
Die betriebliche Verankerung der IG Metall Herborn hätten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie, Stahl, Holz und Kunststoff, Handwerk und KFZ gestärkt werden können, betonte der Gewerkschaftsvertreter. 2020 habe man in zwei Betrieben erstmals Betriebsratswahlen eingeleitet und abgeschlossen, sowie Mitglieder gewonnen. Auch habe die IG Metall Herborn insgesamt die Mitgliederzahlen stabil gehalten. Die normale Fluktuation konnte durch Neumitglieder ausgeglichen werden. „Die Bedeutung gewerkschaftlichen Handelns dokumentiert sich in dieser positiven Mitgliederentwicklung. Auch die Bindung unserer Mitglieder in den Betrieben, sowie der betrieblichen Interessenvertretungen hat deutlich zugenommen. Dies nicht zuletzt durch konsequente Beteiligung bei der Entwicklung unserer politischen, tariflichen, betrieblichen und gesellschaftlichen Schwerpunkte“, sagte der 1. Bevollmächtigte.
Gerade in diesen ungewissen und belasteten Zeiten mit Ängsten um Gesundheit, Arbeitsplatz und Existenzen sei es wichtig abhängig Beschäftigten eine Stimme zu geben und ihre Interessen gegenüber Arbeitgebern, Politik und Verbänden nachhaltig zu vertreten. Es braucht Arbeits- und Lebensbedingungen die Existenzen, Gesundheit und Zukunft sichern. Gesellschaftliche, soziale und tarifliche Errungenschaften dürfen nicht in Frage gestellt werden, betont Scheld. „Jegliche Angriffe auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen auf unseren Sozialstaat und unsere Demokratie müssen gemeinsam abgewehrt werden. Dies wird niemandem im Alleingang gelingen. Solidarisch und offensiv, gemeinsam mit starken Gewerkschaften wie der IG Metall, können wir gesellschaftliche, soziale, betriebliche und tariflichen Konflikte im Sinne der Beschäftigten, sowie der Bürgerinnen und Bürgern begegnen, gestalten und beeinflussen“, fügte Oliver Scheld hinzu. „Wer eine starke Gewerkschaft, eine starke Vertretung wolle, muss Mitglied werden“, so sein Appell.
Im März stehen Kommunalwahlen an und im Herbst die Bundestagswahlen. Diese Wahlen bestimmen für 2021 die tägliche Arbeit in der Gesellschaft. „Wir werden uns einmischen, um Mehrheiten für einen fairen Wandel der Industrie, für unsere Arbeitsplätze und die Region zu gewinnen. Der Sozialstaat und die Demokratie müssen gestärkt werden“, so das Credo des ehemaligen langjährigen Betriebsratsvorsitzenden. „Die Pandemie hat den Wandel der Industrie und die Digitalisierung beschleunigt. Sie war Triebkraft, wird auch von einigen als Bedrohung empfunden. Wir fordern: Gute Arbeit- gute Rente – gutes Leben. Hier kommt uns als Gewerkschaften eine zentrale und wichtige Rolle und Verantwortung zu, Einfluss zu nehmen, mitzugestalten“, fügte Martin Fuchs, der 2. ehrenamtliche Bevollmächtigte der IG Metall Herborn, hinzu. „In der Pandemie habe sich auch gezeigt, wie wichtig ein verlässlicher Sozialstaat ist. Daher gilt es, gegen all diejenige Position zu beziehen, die einen Abbau von Sozialleistungen fordern, um die Schulden zu begleichen. Krisenlasten dürfen nicht auf die breite Bevölkerung abgewälzt werden. Wir brauchen den Sozialstaat. Und wir sind stolz auf unsere Demokratie und werden diese gegen jegliche Angriffe verteidigen.“
Martin Fuchs
Oliver Scheld gibt ein klares Statement zu den anstehenden Wahlen in diesem Jahr ab. „Die IG Metall Herborn ruft alle Bürgerinnen und Bürger, alle Beschäftigten und Mitglieder auf ihr Wahlrecht ernst zu nehmen und ihre Stimme bei den jeweils anstehenden Wahlen abzugeben. Wir distanzieren uns klar von Parteien und Gruppierungen, die „rechtes Gedankengut“ auch nur ansatzweise verkörpern. Es braucht eine Demokratie, es braucht Parteien und politische Verantwortliche, die die Menschen in den Mittelpunkt stellen, gleich welcher Herkunft oder Hautfarbe. Unsere Region ist bunt und vielfältig. In den Betrieben arbeiten Beschäftigte aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammen. Dies hat dazu beigetragen, dass in den Betrieben und der heimischen Region Zusammenhalt, Offenheit und Solidarität Grundlage unseres Lebens und der gemeinsamen Arbeit ist. Das müssen wir uns gemeinsam erhalten, darauf können und müssen wir stolz sein. „Wir rufen dazu auf: Gehen sie wählen, – nehmen sie ihr Wahlrecht auch mittels Briefwahl wahr. Machen sie ihr Kreuz und bitte machen sie ein Kreuz ohne Haken“.
„Unsere Mitglieder sind unsere Stärke. Unsere regionale Verankerung in Betrieben werden wir im vor uns liegenden Jahr weiter stärken. Wir wollen neue Betriebe gewerkschaftlich erschließen. Das bedeutet: Wir werden gezielt Mitglieder für unsere Gewerkschaft in den Betrieben gewinnen, die bisher noch keine Betriebsräte hatten. Dann werden wir verstärkt Betriebsratswahlen einleiten und so die Interessen der abhängig Beschäftigten besser vertreten zu können. Um diese Ziele zu erreichen, werden wir im Laufe des ersten Halbjahres unser Team verstärken. Mit den dann ausgebauten personellen Ressourcen, stärken wir unsere Kräfte für die betrieblichen Interessenvertretungen der Beschäftigten, aber auch um unsere Mitglieder direkt und individuell weiterhin gut betreuen und unterstützen zu können“, versprach Oliver Scheld.
Ortsvorstand der IG-Metall Herborn
Ein Punkt, der ihm ganz besonders am Herzen liegt: „Gemeinsam werden wir in den Betrieben, aber auch gesellschaftlich und politisch, dafür eintreten und streiten, dass Beschäftigte für ihre Arbeit angemessen und fair entlohnt werden, Arbeitszeiten zum Leben und zur Familienplanung passen und sichere Beschäftigung im Betrieb und der Region möglich bleibt. Menschen brauchen Sicherheit und Perspektiven. Nach der Schule, Ausbildung oder Studium eine gesicherte Übernahme sowie sichere und fair bezahlte Arbeitsplätze, die ein Leben in unserer schönen Region möglich machen. Dies stand bisher im Mittelpunkt und wird es auch in Zukunft bleiben. Der Mensch und nicht das Kapital sind die Nummer 1.“, betonten beide Bevollmächtigten. Mit dem Motto: „Gute Schule/gutes Studium-gute Arbeit-gutes Leben-gute Rente“, wollen wir gestärkt ins Jahr 2021 gehen und die betrieblichen, tariflichen sowie gesellschaftlichen Konflikte und Herausforderungen ohne zu zögern angehen.
Die IG-Metall Herborn ist da, wenn man sie braucht.
Was ist und wie definiert sich die IG-Metall in Herborn?
Die IG Metall Herborn ist in ihrem Zuständigkeitsbereich, dem nördlichen Teil des Lahn-Dill-Kreises sowie dem südwestlichen Teil des Landkreis Marburg-Biedenkopf, die einzige Gewerkschaft durch eine Geschäftsstelle mit Präsenz vor Ort. Die Betreuung der Mitglieder in Fragen des individuellen Arbeitsrechtes und allen Fragen des Sozialrechtes kann somit ohne weite Wege erfolgen. Für betriebliche Arbeitnehmervertretungen sind wir schnell erreichbar und wir sind nah an den Betrieben, den Arbeitnehmervertretungen und den Beschäftigten.
Geographisch erstreckt sich die Geschäftsstelle über den Dillkreis (nördlicher Lahn-Dill-Kreis) und einen Teil des Landkreises Marburg-Biedenkopf. In dieser Region sind rund 10.000 Menschen Mitglied der IG Metall. Wirtschaftlich ist die Geschäftsstelle durch kleine und mittelständische Betriebe der Branchen Metall- und Elektroindustrie, Stahlindustrie, Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie geprägt.
Der Großteil der Unternehmen sind Automobilzulieferer oder Zulieferbetriebe der Luftfahrt. Unsere Region zählt zu einer der stark industriell ausgeprägtesten deutschlandweit.
Der überwiegende Teil der Beschäftigten ist in den durch uns organisierten Branchen bzw. der chemischen Industrie tätig.
Zurzeit betreuen wir 70 Betriebe in der Region und unterstützen betriebliche Interessenvertreter bei ihrer Arbeit.
Herausragende Themen in der Region sind: Transformation, demografischer Wandel, Fachkräftesicherung und die Sicherung der industriellen Arbeitsplätze.
Wir verstehen uns als selbstbewusster, handlungs- und durchsetzungsfähiger Bestandteil der IG Metall. Wir stehen für gute Arbeit, soziale Gerechtigkeit und tariflich gesicherte Arbeits- und Einkommensbedingungen. Wir sind unser Region Ansprechpartner für Beschäftigte, Politik, Wirtschaft und Verbände. Wir sind nah an den Menschen, Betrieben und ihren Problemen und Bedürfnissen, denn Verhandlungs- und Konfliktfähigkeit sind für uns keine Gegensätze, sondern Bestandteile erfolgreicher Interessenvertretung. Wir sind regional vernetzt mit Politik, Kirchen und Sozialverbänden. Wir sichern Arbeitsplätze, Einkommen und Tarifverträge mit guten Ideen, klarer Strategie und mit dem Vertrauen und der Durchsetzungsfähigkeit, die uns unsere überdurchschnittlichen Organisationsgrade in den von uns betreuten Betrieben verleihen.
Unser Ziel, noch mehr Mitglieder und betriebliche Arbeitnehmervertretungen für unsere gemeinsame Sache zu gewinnen, ist für uns kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, dass wir auch in Zukunft handlungs- und durchsetzungsfähig für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen sein können
Der IG Metall Herborn wird geleitet vom Ortsvorstand. Dieser besteht aus haupt- und ehrenamtlichen Funtionär*innen der IG Metall Herborn, die von den Mitgliedern der Delegiertenversammlung gewählt werden. Er leitet die Geschäftsstelle gemäß den Richtlinien der Satzung der IG Metall, führt die in der Delegiertenversammlung gefassten Beschlüsse aus und ist für die Bildung der Ausschüsse und Arbeitskreise verantwortlich. Unser Ortsvorstand besteht aus 11 gewählten Mitgliedern. Dem 1. Bevollmächtigten (hauptamtlich), dem 2. ehrenamtlichen Bevollmächtigten und weiteren 9 ehrenamtlichen Beisitzerinnen und Beisitzern. Der zweite ehrenamtliche Bevollmächtigte und die 9 ehrenamtlichen Beisitzer*innen stammen alle aus Betrieben der Region.
Weiter Informationen telefonisch: +49 (0) 2772 5707311, per mail: oliver.scheld@igmetall.de. Die Geschäftsstelle befindet sich in der Herborner Walter-Rathenau-Straße 55 (gegenüber dem Holocaust-Denkmal)
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