Um Vertrauen in Motivation und für Hoffnung warb der Bewerber um das Herborner Bürgermeisteramt Michael Scheld am vergangenen Samstag erneut und diesmal mit einem Informationsstand im REWE- Einkaufszentrum in der Au.
In zahllosen Gesprächen mit Herborner Bürgerinnen und Bürgern bat er um deren Vertrauen in seine Fähigkeit zu einer erfolgreichen Amtsführung, und wies auf die hohe Motivation hin, die ihn dazu veranlasst habe, sich um dieses verantwortungsvolle Amt zu bewerben. Er ließ keine Zweifel daran, „dass unsere schöne Stadt“ große Hoffnung haben dürfe, dass er sich für deren positive Weiterentwickelung mit all seiner Kraft einsetzen werde.
„Na klar, wählen wir Michael Scheld (Bildmitte)“, das war für Familie Kögel keine Frage.
Nicht wenige seiner Gesprächspartnerinnen und Partner berichteten Scheld von ihren alltäglichen Problemen, mit denen sie sich immer wieder auseinandersetzen müssten und dabei oft vergeblich auf Unterstützung seitens der Stadt hofften.
„Er ist uns sehr sympathisch und bürgernah“, meinten Anna und Claudio Thomas.
Der parteilose Bürgermeisteramts-Bewerber stellte immer wieder klar, dass er für die jeweiligen Situationen volles Verständnis habe, jedoch keinerlei Versprechen zur Abhilfe machen könne. Er versicherte den Menschen sich im Falle seiner Wahl aber dafür einzusetzen.
„Michael Scheld ist ein Mann meines Jahrgangs und hat großes Interesse an Politik“, natürlich werde ich ihn wählen.
Das Interesse der Marktbesucher an dem im Herborner Stadtteil Hörbach Lebenden war groß. Viele hatten ihn bereits bei anderen Aktivitäten erlebt und fanden im Vier- Augen-Gespräch ihr positives Bild bestätigt. Für die meisten von ihnen war klar, dass besonders eine Stadt wie Herborn einen guten und vor allem innovativen Verwaltungschef brauche.
Sazligöl Junior mit Sohn im Gespräch mit Michael Scheld.
Einer der Besucher brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen keinen Fachmann für Tief-oder Hochbau. Hochkarätige Fachleute für alle Bereiche haben wir viele im Rathaus. Wir brauchen jemanden an der Spitze der dafür Sorge trägt, dass es rund läuft und die notwendigen Aufgaben zügig erledigt werden.“
In den vielen Gesprächen konnte man deutlich erkennen, dass der 47-Jährige nicht nur zuhören kann, sondern auch sehr gut informiert ist und sich dadurch sehr schnell in die jeweils wechselnden Lagen einfinden kann. Ihm sei sehr wichtig, so konnte man in allen Dialogen heraushören, dass er nicht nur ein Bürgermeister der Kernstadt werden möchte, sondern garantiert die Stadtteile im Fokus behalten werde.
Offene Ohren und den Willen zum Anpacken, zeichnen den Bürgermeisterkandidaten Michael Scheld aus.
Dass ihm besonders die Bewohner der Stadt am Herzen lägen, die auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen seien, kann man unschwer erkennen. Zahlreiche Besuche in den entsprechenden Herborner Einrichtungen haben seine Sinne für deren Bedürfnisse geschärft. Ihm ist es viel wichtiger mit Gehandikapten Plätzchen zu backen, als Personen, die sowieso im Rampenlicht stehen, zu hofieren. sig/Fotos: Gerdau
Frohe Weihnachten für alle Menschen dieser Welt, besonders denen, die sich gegenseitig bekämpfen müssen und besonders auch die, die darunter zu leiden haben. Ich wünsche ALLEN Müttern, Frauen und Kindern, dass sie ihre Liebsten schon bald wieder gesund und unversehrt in ihre Arme schließen können. Frohe Weihnachten wünsche ich ganz besonders meinen Freunden die mich auf meinem Weg begleiten oder begleitet haben. Auch denen, die mich enttäuscht haben oder die ich enttäuschen musste, wünsche ich ein Frohes Fest.
Ich wünsche, dass die Politiker dieser Welt spätestens zu Weihnachten 2024 ihre Vernunft entdecken und nicht dazu beitragen Leben auszurotten, sondern zu erhalten. Ich wünsche allen Religionsgemeinschaften, dass sie Toleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen erlernen und sich daran erinnern, dass alle Menschen dieser Welt nur einen Himmel über sich haben. Frohe Weihnachten und viele besinnliche Stunden. Euer Siggi Gerdau
Kurz nach der Driedorfer Bürgermeisterwahl findet die vorgezogene Bundestagswahl (23. Februar 2025) statt. So harmonisch oder vereinfacht wie in der hessischen Höhengemeinde wird dies aber nicht ablaufen. Der zu wählende Bundestag ist der 21. in der Geschichte der Bundesrepublik.
Es treten die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, die Union aus CDU und CSU mit Friedrich Merz, sowie die Grünen mit Robert Habeck, die AfD mit Alice Weidel und das BSW mit Namensgeberin Sahra Wagenknecht in den Wahlkampf. Dies aber unter Vorbehalt, weil einige Parteigremien darüber noch nicht abgestimmt haben.
Das eine der genannten Parteien die absolute Mehrheit erreicht ist unwahrscheinlich. Daher muss sich das Wahlvolk erneut auf Koalitionen einstellen, die es möglicherweise gar nicht haben möchte. Aus der fast durchweg schlechten Erfahrung mit der gescheiterten Koalition von SPD, Grüne und FDP, möchten die meisten Menschen im Land keine Fortsetzung der Ampel ohne F und mit einem C an der Spitze, sondern definitive einen Neuanfang.
Das kann jedoch nur klappen, wenn alle zur Wahl gehen und ihre Stimmen abgeben. Koalitionen sind nämlich kein Naturgesetz, sondern Notwendigkeiten, die sich durch mangelndes Wählerinteresse oder schwache Beteiligung im Sinne eines eindeutigen Wahlergebnisses ergeben.
Wechselwähler sind zwar für die Wahlprognostiker unbequem, aber immer noch besser, als die geborenen Parteigänger mit ihren ideologischen Scheuklappen. Wer seine Parteizugehörigkeit hündisch ergeben vor das Wohl unseres Landes stellt, muss sich nicht wundern, wenn es zu einer „Regierungsarbeit“ wie der derzeitigen kommt.
Nichtwähler sind die Gleichen die auch andernorts unentschieden stimmen. Wir die Wähler (der Souverän) haben es in der Hand wie weit wir gegängelt und in allen Bereichen des täglichen Lebens bevormundet werden wollen. Dazu braucht es eindeutige Mehrheiten und die erzielt man nur durch die Stimmen vieler.
Wir können tatsächlich durch unser Stimmverhalten etwas ändern oder es so lassen wie es ist und alles noch mehr an die Wand fahren. NICHTWÄHLEN ist daher keine Option, sondern einfach nur Dummheit.
Wenn die Driedorfer Bürgerinnen und Bürger am 9. Februar (Sonntag) 2025 an die Wahlurnen gehen wählen sie ihren neuen Bürgermeister für die kommenden sechs Jahre in Direktwahl, wie es seit 1993 in Hessen üblich ist.
Driedorfer Rathaus
Es gibt mit Simon Rompf (tritt als parteiloser Kandidat an) aber nur einen Bewerber für den Bürgermeister-Posten und somit kann man auch nur Ja oder Nein auf den Stimmzetteln ankreuzen. Enthaltung gibt es nicht. Damit macht Driedorf wieder einmal Schlagzeilen, weil dies nicht die Regel, aber trotzdem nach dem Hessischen Wahlgesetz rechtmäßig ist.
Hat die Großgemeinde mit ihren neun Ortsteilen und rund 5 000 Einwohnern nicht mehr geeignete Kandidaten oder ist der Bürgermeister-Job derart unattraktiv, dass sich niemand anders als Simon Rompf darauf bewerben wollte.
Nicht auszuschließen ist, dass die Driedorfer Parteien CDU, SPD, und FBL (außer der FWG) einen Ersatz für den Erfolgreichen, zum Landrat gewählten Bürgermeister Carsten Braun (CDU) nicht rechtzeitig auf dem Schirm hatte oder einfach nur „Postenmüde“ sind. Das bleibt aber deren Geheimnis.
Es besteht aber auch die Möglichkeit einer absolut harmonischen Zusammenarbeit zwischen den Parteien, so dass ein Wahlkampf zwischen mehreren Kandidaten nicht gewünscht war.
Fakt ist, dass die Aufstellung nur eines Kandidaten nicht gerade für ein gesundes Demokratieverständnis spricht. Obwohl alles mit rechten Dingen zugeht, bleibt doch ein gewisser Nachgeschmack. Simon Rompf wird sicher seinen Mann stehen und ein guter Bürgermeister werden. Wenn er denn gewählt wird. Immerhin muss er die absolute Mehrheit aller abgegebener, gültiger Stimmen auf sich vereinen. Es müssen also über 50 Prozent der abgegebenen Stimmen sein und damit hatte Driedorf in der Vergangenheit so gewisse Erfahrungen.
Volltönende Männerstimmen füllten am 4. Advent die kleine aber feine evangelische Kirche in Dillenburg-Eibach. Das Dillenburger Oranienquartett unter der Leitung von Matthias Fischer hatte zu einem Adventskonzert eingeladen und dementsprechend war das Kirchlein gefüllt.
Chorleiter Matthias Fischer begrüßte die Konzertgäste mit einem Orgelspiel von Alexandre Guilmant „Weihnachtsspiel zur Adventszeit“ und der Männerchor antwortete mit „Hosianna“. In einem sehr abwechslungsreichen Wechselspiel von Klavier (Fischer) und Chor ging es mit der Händel-Fuge B-Dur und dem „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Prätorius weiter.
In Vertretung des Gemeindepfarrers Jonas Schmidt übernahm Pfarrerin i.R. Ingelore Hofmann-Rose den geistlichen Part mit einer eindrucksvollen Lesung. Ein gesangliches Highlight war sicher das unter die Haut gehende Weihnachtsspiritual „Whisper, Whisper“ des bekannten Komponisten Jay Althouse aus Raleigh in North Carolina, USA. Das eigentlich für einen gemischten Chor geschriebene Stück intonierten die Sänger in beeindruckender Perfektion.
Gerhard Anders Marianne Seibert Ingelore Hofmann-Rose
Mit dem „Jingle Bells“ auf dem Klavier gespielt und anschließend vom Chor gesungen, bewiesen die Virtuosen erneut was sie draufhaben und anschließend beschrieb das Eibacher Kirchenvorstandsmitglied Marianne Seibert die Berührungsängste einer Frau, die sich bei einem Kirchenbesuch plötzlich in Luft auflösten.
Gemeinsames Singen mit dem Chor. Vorne links: Die 1. Vorsitzende des Dill-Sängerbund Erika Ghyra
Gemeinsam sangen Konzertbesucher und Chor das bekannte „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und versetzten sich damit in die Winterzeit, die nicht zu allen Zeiten nur romantisch war. Das Stück „Des deutschen Seemanns Weihnachten“ hatte der zu Lebenszeiten sehr geschätzte und heute fast in Vergessenheit geratene Dirigent und Männerchor- Komponist Ludwig Baumann den Seeleuten gewidmet, die ihre Weihnacht auf See verbringen müssen.
Blumen für die Damen
Dillenburgs Erster Stadtrat und leidenschaftlicher Chorsänger Gerhard Anders verlas mit „Ausländer raus“ eine Geschichte zum Nachdenken. Mit einem weiteren „Gänsehaut-Lied“ „O Holy Night“ und dem Adventssegen von Pfarrerin Hofmann-Rose näherte sich das stimmungsvolle Konzert dem Ende zu.
Ein wunderschöner und weihnachtlich geschmückter Altar
Chor und Konzertgäste sangen gemeinsam die „Stille Nacht“ und bekamen vom Dirigenten ein Lob dafür- „jetzt haben sie gemeinsam mit dem Chor gesungen und vielleicht hat sie das inspiriert an den wöchentlichen Chorproben teil zu nehmen.“ sig/Fotos: Gerdau
Mit einer kleinen Feier beging das Erzähl-Café im Arbeiterwohlfahrt (AWO)- Mehrgenerationenhaus Herborn am Donnerstag bei Kaffee, Weihnachtsplätzchen und Kuchen sein 10-jähriges Jubiläum.
Die Ehrenamtlichen mit Eva Halfmann-Gräb und René Neutzner (ganz rechts).
An der Veranstaltung nahmen neben vielen Seniorinnen und Senioren auch AWO-Geschäftsführer und Vorstand René Neutzner sowie seine Stellvertreterin Eva Halfmann-Gräb teil. Sie hatte den Herborner Bürgermeisterkandidaten Michael Scheld (parteilos) als Gast eingeladen.
Als Gast war auch Michael Scheld anwesend
Scheld nutzte die Gelegenheit sich von den segensreichen Aktivitäten der sechs ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ein Bild zu machen. Seit 2014 koordiniert Regina Lüsch jeweils an den Donnerstagen diese gemeinsamen Stunden.
Was ist ein Mehrgenerationenhaus? Ein Mehrgenerationenhaus bietet Menschen aller Altersgruppen Raum für Begegnungen, Austausch und Unterstützung im Alltag. Es stärkt die soziale Infrastruktur, entlastet Familien und pflegende Angehörige und bietet Hilfe zu Pflege, Demenzbetreuung sowie flexible Kinderbetreuung. Freiwillig Engagierte sind zentraler Bestandteil der Arbeit, wodurch bürgerschaftliches Engagement gefördert wird. AWO Mehrgenerationenhaus Herborn Im Rahmen eines bundesweiten Projekts wurde die Familienbildungsstätte der AWO Lahn-Dill e.V. für den Lahn-Dill-Kreis ausgezeichnet. Das Haus überträgt das generationsübergreifende Miteinander in den öffentlichen Raum und fungiert als „Großfamilie“ ohne Verwandtschaftsverhältnisse. Herzstück ist der „Offene Treff“ mit Bistro, der Besucherinnen und Besuchern aus Kursen, Beratungen und Vereinsarbeit zum Verweilen einlädt. Welche Angebote hat das Mehrgenerationenhaus im Programm – Erzählcafé (auch für Menschen mit Demenz) – Treff für Jung und Alt – Burnout-Selbsthilfegruppe – Tischfußball-AG für Erwachsene und Kinder – Internet-AG für Senioren – Sprachkurse mit Kinderbetreuung – Drop In (klusive)-Wochentreff für Eltern mit Kleinkindern – Rollator-Führerschein – Bildungspatenschaften und Lesepatenschaften – Polizeiliche Beratungen (z.B. „Kriminalprävention für Senioren“) – Handarbeitskreis und Frühstück für Frauen Seit April 2024 gibt es auch einen Bastel- und Vorlesekreis für Seniorinnen und Senioren In Zusammenarbeit mit rund 45 Kooperationspartnern bietet das Mehrgenerationenhaus darüber hinaus jährlich etwa 50 verschiedene Angebote für die Gemeinschaft in Herborn.
Am Rande des gemütlichen Zusammenseins erfuhr Michael Scheld auch woher oder besser warum Herborn einen Bären als „Wappentier“ hat.
Die echte Herwersche Brigitte Lehnhard geborene Schuster erinnert sich an die Erzählungen über ihren Urgroßvater, der so um 1905 mit einem Zirkusbären ringen wollte. Das spielte sich wohl so oder ähnlich ab: Ein Dompteur stand mit dem furchterregenden Tier auf der Kreuzung Westerwaldstraße/Hauptstraße und bot jedem, der mit seinem Bären ringen würde, 5 Reichsmark an. Das sei damals viel Geld gewesen. Ihr Urgroßvater, der die Geselligkeit liebte, war in einer der drei Wirtschaften, die es damals an der Ecke gab.
Brigitte Lehnhard
Als er von dem Schnäppchen hörte, gedachte er sich diese 5 Reichsmark zu verdienen. Vielleicht wollte er seiner Frau dafür etwas Schönes kaufen, vermutete Urenkelin Brigitte. Gesagt getan. Er verließ die Wirtschaft und stellte sich, möglicherweise etwas beschwipst, mit den Worten „ich mach das“ der Herausforderung.
Als er dem Bären gegenübertrat holte dieser aus und verpasste seinem „Gegner“ eine so gewaltige Maulschelle, dass der rückwärts auf den Boden fiel. Der Bär wollte sein Werk offensichtlich beenden und sich den am Boden liegenden Mann so richtig vornehmen.
In seiner Not schrie der „Gewirrer noch mo, schafft mir dos Dierr vom Leib“. Wie das dann ausging und ob der Urgroßvater das Geld bekam, weiß Brigitte Lehnhard nicht. Dass diese Niederlage wie ein Lauffeuer in Herborn herumging war klar. Eine Großtante berichtete, dass die Kinder ihnen oft hinterherriefen „Schuster- Bär, Schuster-Bär.
Der Zirkusbär ist zwar sicher nicht mehr unter den Lebenden und die Brauerei Herborner Bärenbräu gibt es auch nicht mehr. Das „Bärenwappen“ ist jedoch nach wie vor präsent.
All das habe letztendlich zu dem Herwersche Bär geführt, der schließlich Herborn den Beinamen Bärenstadt gab. sig/Fotos: Gerdau
Gemeinsam Geschichte geschrieben und Zukunft gestaltet: Prof. Friedhelm Loh ehrte jüngst 288 Jubilare für ihre Treue zur Unternehmensgruppe. 10, 25, 40 und sogar 50 Jahre sind sie Teil der Friedhelm Loh Group und arbeiten im Werk, im Vertrieb oder im Marketing an den Erfolgsgeschichten „ihrer“ Unternehmen mit. Auch die besten Nachwuchskräfte wurden feierlich im Nationalen Automuseum in Ewersbach ausgezeichnet. Warum das gemeinsame Feiern in bewegten Wirtschaftszeiten für Prof. Friedhelm Loh ein Privileg ist, wie er die deutsche Wirtschaftslage einschätzt und wie die Unternehmensgruppe in die Zukunft blickt.
Auf einem Bild: die 25er, 40er und 50er Jubilare der Friedhelm Loh Group. Im Rahmen der Jubilarfeier im Nationalen Automuseum wurden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für ihre Treue zur Unternehmensgruppe geehrt.
Es war ein Tag der großen Zahlen. 288 Jubilare, die seit 10, 25, 40 oder sogar 50 Jahren Teil der Geschichte und Zukunft „ihrer“ Unternehmen und der gesamten Unternehmensgruppe, der Friedhelm Loh Group, sind. Und ein Unternehmer, der sich, neben Manfred Schüler, selbst in die Reihe der 50-Jahre-Jubilare einreihte: 1974 übernahm Prof. Friedhelm Loh die Geschäftsführung von Rittal, im selben Jahr begann Manfred Schüler dort seine Schweißer-Ausbildung und blieb – bis heute. Gemeinsam auf der Bühne des Veranstaltungsort der diesjährigen Jubilarfeier, dem Nationalen Automuseum im Dietzhölztal-Ewersbach, erinnerte sich das Duo an bewegte Zeiten. Als Prof. Loh damals übernahm, zählte Rittal, das größte Unternehmen der Friedhelm Loh Group, knapp 200 Mitarbeiter. Heute sind es über 12.500 – weltweit.
Zwei Mal 50-Jahre-Jubilare: Manfred Schüler (links) und Inhaber Prof. Friedhelm Loh sind zusammen seit 100 Jahren bei Rittal dabei.
Das Erfolgsrezept
„Wir haben mit Mut begonnen und jeden Tag den Kunden im Kopf gehabt“, kommentiert Prof. Loh die Erfolgsgeschichte. In Zahlen heißt das: In den 1970er Jahren die erste Tochtergesellschaft in Schweden, darauf folgte eine schnelle Internationalisierung. Erst England, dann USA, die Niederlande und so weiter. Heute zählt die Unternehmensgruppe 95 Tochtergesellschaften und 12 Produktionsstandorte. Viele der Anwesenden haben diese Zeit des Wachstums hautnah miterlebt. Sie kommen von Rittal, Eplan, Cideon, Stahlo, LKH oder Loh Services und „ihre persönlichen Lebenswege sind“, wie es Prof. Friedhelm Loh sichtlich bewegt formuliert, „teilweise über Jahrzehnte verbunden mit den Unternehmen und geprägt von Leidenschaft und Begeisterung.“ Dass man etwa mit Rittal Weltmarktführer geworden sei oder mit der Idee einer PC basierten Software des Unternehmens Eplan das Elektro-Engineering revolutionierte und mittlerweile Europas Nummer eins ist, dieser Erfolg, „ist auch Ihnen zu verdanken.“
Gemeinsam feiern: ein Privileg
Es sind Arbeitsleben, hinter denen sich Geschichten verbergen, die von Mut zur Veränderung, von Innovationswillen und Ideenreichtum, aber auch vom großen Willen zur Gemeinschaft und zu sozialem Engagement erzählen – wie bei Dirk Heupel. Der 40-Jahre-Jubilar, der bereits mit 15 Jahren bei Rittal in die Lehre ging und jetzt mittlerweile bei Loh Services im Facility Management arbeitet, hat seinen blassen Erstausweis von 1969 dabei und antwortet auf die Frage, warum er seit 40 Jahren der gleichen Gruppe die Treue schwört, mit: „weil es einfach Familie ist.“ Heupel, der damals während der Flutkatastrophe im Ahrtal etwa mit Spendenwanderungen selbst stark angepackt hat, schätzt das soziale Engagement der Gruppe, die jährlich sechsstellige Beträge an Menschen in Not spendet oder mit ihren Stiftungen, der Rittal Foundation sowie der Debora Foundation India, den Bau einer Schule in Indien plant, sehr.
Wohlstand und Erfolg keine Selbstverständlichkeit
Für Inhaber Prof. Loh ein Grund mehr, dankbar zu sein. Denn, so der Unternehmer, in schwierigen Wirtschaftszeiten mit geopolitischen Multikrisen und nicht absehbaren Marktveränderungen – wie etwa der Einführung massiver Zölle im US-Markt – sei er für die Möglichkeit des sozialen Engagements „oder auch für das gemeinsame Feiern heute“, umso dankbarer – da brauche es nur den Blick auf gebeutelte Industrien wie die Automobilbranche. „Ich glaube, dort feiert gerade niemand“ und weiter: „Die Lage der Wirtschaft ist herausfordernd. Wir hören täglich von Werksschließungen, lesen von Kurzarbeit und von Unternehmen, die ins Ausland abwandern.“ Deutschland sei „von einem der führenden Länder zum Schlusslicht geworden.“ Auch, aufgrund politischer Rahmenbedingungen. Als Beispiel nannte er das Maß an Bürokratie und die schwierigen Standortbedingungen für Unternehmen in Deutschland. Das kommende Jahr werde demnach herausfordernd und müsse deshalb umso mehr zum Anlass genommen werden, die Erfolgsgeschichten weiterzutreiben, die man bis hierhin gemeinsam geschrieben habe. „Damit übernehmen wir auch Verantwortung für die Region, in der wir leben und für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“
Chancen nutzen
Chancen, so Prof. Loh, gebe es, wenn man nah am Kunden und den Märkten stehe. Sichtbar wird dies bei Rittal etwa an der Entwicklung von Zukunftstechnologien, wie einer KI-Megawatt-Kühlung, mit der ein indisch-deutsches Entwicklerteam am Markt durchgestartet ist. Ebenso wie ein revolutionärer Aufschlag im Bereich der Stromverteilung. Mit „RiLine X“ lassen sich Sammelschienensysteme effizienter planen und deutlich schneller aufbauen. Die Potenziale, so Prof. Loh, die die Kombination aus Software und Hardware von Eplan, Rittal und RAS biete, sei nach wie vor einzigartig im weltweiten Markt. „Um diese Chancen zu nutzen und voranzutreiben, setzte ich auf jeden und jede Einzelne von Ihnen. Sie haben die Expertise, den Mut, die Kreativität, die Erfahrung.“
Nachwuchskräfte geehrt
Und damit, so Prof. Loh, seien die Jubilare auch Botschafter für junge Nachwuchskräfte, die im Rahmen der Jubilarfeier ebenfalls für ihre Leistungen geehrt wurden. Industriekauffrau Maja Stenger, technischer Produktdesigner Tarek Dakak, Fachinformatiker Jannis Heimansfeld und Maschinen- und Anlagenführer Denis Goleshi standen für herausragende Leistungen in ihrer Ausbildung auf der Bühne – genauso wie die besten Studierenden des Jahres. Wirtschaftsingenieurin Tamara Kraus sowie Bachelorabsolventin Fiona Klein, die im Studiengang Ingenieurwesen/Informatik abräumte, gehörten zu den Besten – und Kommilitone Paul Ole Strack war sogar der bester Betriebswirtschaftsabsolvent seit der Gründung von StudiumPlus, zu dessen Gründungsvätern Prof. Friedhelm Loh gehört. „Wichtig war und ist uns immer die neue Generation.“ Und dafür stehe auch das Nationale Automuseum als Veranstaltungsort. Seit November vergangenen Jahres ist das Museum nämlich auch Hochschulstandort. Mit erklärtem Ziel, junge Menschen für Technik und Design – und damit auch für Branchen wie z. B. Maschinenbau oder Elektrotechnik – ja, man könnte sagen, wenn man Prof. Dr. Friedhelm Loh zuhört, für das Mitgestalten der Zukunft, zu begeistern. Quelle: Friedhelm Loh Group
Beschwerden der Bevölkerung nach einer staatlichen Drückjagd im Bereich des Forstamtes Herborn!
Nach einer im Verantwortungsbereich des Forstamtes Herborn durchgeführten staatlichen Drückjagd auf staatlichen Liegenschaften im Raum Wissenbach hat das Verbleiben von abgetrennten Rotwildhäuptern zu öffentlicher Empörung geführt, insbesondere durch das Belassen der Schädel über mehrere Tage unmittelbar am Rande eines hochfrequentierten Wanderweges.
In der Folge kam es zu massiven Beschimpfungen der dafür nicht verantwortlichen ortsansässigen Jägerschaft und des Jagdausübungsberechtigten/Revierpächters der Gemeinde Wissenbach!
Der Unmut und die Beschwerden der Bevölkerung sind absolut nachvollziehbar, es darf jedoch nicht die dafür nicht verantwortliche, private Jägerschaft diskreditiert werden.
Die Verantwortung für den Vorfall liegt allein im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Herborn, respektive beim (staatlichen) Jagdleiter/Förster. Der Vorfall zeigt, dass diese ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sind und lässt ein Mindestmaß an Sensibilität und Verantwortung aber auch den Respekt vor den von ihnen bejagten und erlegten Kreaturen vermissen.
Der Verein der Jäger des Dillkreises und die private Jägerschaft zeigen Verständnis für die Beschwerden der Bevölkerung und distanzieren sich ausdrücklich von den vorgenannten Vorkommnissen!
Die Firmenpleiten in Deutschland steigen und steigen. Es ist zu erwarten, dass sie im kommenden Jahr ein Rekordhoch erreichen. Die Ursachen sind in der anhaltend wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands zu suchen.
Ganz besonders sind Gastronomie, Handel und große Teile der Baubranche betroffen. Neben der konjunkturellen Schwäche schlagen besonders drastisch gestiegenen Kosten in allen Bereichen zu Buche. Dass dadurch fehlende Geld in den privaten Kassen bremst den Konsum gewaltig und dies spüren Restaurantbetreiber ebenso wie Einzelhändler.
In der Gastronomie kommt noch das Problem der Personalknappheit hinzu. Dies ist jedoch kaum nachzuvollziehen, da Deutschland hunderttausende Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen aufnimmt. Deren Qualifizierung für die Beschäftigung im Service von Hotels und Gaststätten dürfte kein unüberwindliches Hindernis sein.
Bei den Lieferketten im Transportwesen, sieht es ebenfalls düster aus. Waren in guten Zeiten LKW auf Bundesdeutschen Straße ein „notwendiges Übel“, fehlen heute deren Fahrer an allen Ecken und Kanten. In Expertenkreisen werden oft Fehl-Zahlen in Höhe von weit über 10 000 LKW-Fahrern kolportiert.
Die Unsicherheit selbst bei kleineren Unternehmern ist groß, so dass auch sie mit notwendigen Investitionen sehr vorsichtig sind. Die hohen Energiekosten, durch politische Fehlentscheidungen bei der Energieerzeugung, mögliche Handelskonflikte. Höhere Kreditkosten und eine Bürokratie, die mehr die eigene Beschäftigung als die Interessen der Bürger im Auge hat, verschärfen die Situation.
Kein Wunder, dass das Konsumverhalten bundesweit mit jeder Entlassung eines Beschäftigten verhaltener wird. Mittlerweile werden fast täglich tausende von Menschen „Freigestellt“ und müssen in den sozialen Netzen aufgefangen werden. Dass diese schon lange überfordert sind und immer öfter an ihre Grenzen stoßen, ist hinlänglich bekannt.
Eine neue Regierungsmannschaft hat sehr viele Baustellen zu bearbeiten und wenn dies nicht oder nur halbherzig erfolgt, geht die einst so große und weltweit geschätzte Industrienation Made in Germany zu Grunde.
Die Geschichte, die damals der alte Emil Linde zum besten gab, ist wenig wahrscheinlich. Aber wir glaubten an sie, Märchen und Sagen sind ja auch nicht besser.
Walter Schwahn
Da sollten vor Zeiten drei abgerissene Brüder um die Gunst des schönsten Herborner Wirtstöchterleins gewürfelt haben. Die beinernen Würfel rasselten nur so in den Lederbechern und wenn sie über die sandgescheuerte Eichenbohle des Schanktisches torkelten, hingen die gespannten Blicke der Gäste an ihnen.
Es war nämlich Sylvester und das dralle Mädchen war einundzwanzig. Es hatte mit den Kerlen ausgemacht, dass es jeden, der dreimal gleichlautende Zahlen wirft, mit einem Kuss belohnen würde. Denen aber, die mit drei Würfeln wenigstens zwei gleiche Zahlen zuwege brächten, würde sie die Backen streicheln.
Nun, die Maid hatte allerhand zu tun, mit zarten Händen über die Stoppeln der Kerle zu streicheln. Nur der Kuss ließ auf sich warten. Unter der Wirtsbank kicherten die Lachtauben, ein Dompfaff schwätzte im Käfig und im Dunste der Gaststube vor sich hin. Im gemauerten, doppelstöckigen Ofen bruzzelten Äpfel und tanzten eine Art von Apfelpolka.
Da, plötzlich stieß einer der Brüder einen brüllenden Schrei aus. „Einundzwanzig“, schrie er, „ich habe einundzwanzig geworfe! Drei Einser, hier könnter gucke! Und die gelle genausoviel wie‘s Mädche alt is! Jetzt her mit dem Kuss“.
Der alte Herr verschwieg, wie es mit dem Kuss weiter ging. Er sagte nur noch, die Herborner hätten an die lustige Begebenheit ihr eigenes Erfindungstalent geknüpft. Seitdem würde an Sylvester so gewürfelt, wie es heute noch vor sich geht. Nicht um eine Backenstreicheln und nicht um einen Kuss. Es ging in Ermangelung von schönen Wirtsmaiden um Kuchen, Wein und Wurst. Und natürlich um die Gemütlichkeit, welche die Herborner von jeher außerordentlich schätzten.
Würfelbild aus dem Jahr 1931 – gemalt von Paul Schwahn- stehend Vater Karl Schwahn, rechts unten Walter Schwahn, daneben Cousine Ilse, zweiter von links Herr Philippi (späterer Pächter „Schneiders Stübchen)
Es gab keine Hektik, kein unwürdiges Menschengeschiebe und Gewoge um die Würfeltische. Das alte Jahr sollte in Würde, Frieden und Glück auslaufen. Dann ließ sich das neue Jahr mit Herborner Dickem umso fröhlicher begießen. Bleigießen war je allerorten, aber das Neujahrswürfeln, das war eine ureigene Herborner Angelegenheit.
Jahrzehnte, ja Jahrhunderte durch und das Umfeld hat es neuerdings zu Nutz und Frommen abgekuckt. In unseren gesegneten Zeiten würfelt man überall und wandelt die Zeremonie sogar ab.
„Kommt, nehmt Platz un tuts abwarte. Ich habs net gern, wenn die Bude hier vollsteht un die Stühle leer bleiwe.“ Also sprach Benders Fritz, um ein Beispiel zu nennen. Familienweise nahmen wir Platz, wir hatten unendlich viel Zeit. Von acht bis zwölf hörte man nichts als das Rollen der Würfel und das Schlurfen der hin-und hereilenden Schritten des guten Fritz.
Walter Schwahn, Ehefrau Hedwig und Tochter Anne beim Würfeln im „Armen Icke“ 1955
So wie die Leute kamen, nahmen sie die freigewordenen Stühle ein. Da fiel kein böses Wort, da bohrte sich keinen Ellenbogen in den armen Rücken. Das war bei Bertese Willi so, in der „Gefohr“, bei Schuhmanns Louis, bei Ebertze, bei Teutsche Peter und Schuhmanns Otto, bei Stahle Louis und Todts Schorsch, bei Schuhmann Karl, Schmidts August und Müllers Johann; bei Lehrn Fritz, Neuendorffs August, Wissenbachs Karl, Wieths Anna und Heusers Wilhelm. Und nicht zu vergessen, „Feinbäckersch“ in der Oberstadt, das Café Magnus und die beiden feinen Hotels „Zum Ritter“ und den „Nassauer Hof“. Wer da mit Kind und Kegel sämtliche Würfellokale wenig seßhaft abgrasen wollte, der fing eben bei Metzlers Willi an und beendete seine Familientour drunten im „Lindenhof“ oder im „Herborner Hof“.
Dann war die Zeit entsprechend fortgeschritten, die Uhr ging auf zwölf los, die Oma zu Hause würfelte ein letztes Stück Speck in den warmen Kartoffelsalat.
Geschossen wurde nur auf dem Marktplatz und nicht in den Vorgärten, Dachluken und Raketenrohren, die letzteren gab es ja noch nicht. Das Zündplättchen, „der Hundestopfen“, der „Knäller“, das „Radauplätzchen“ und hin und wieder ein sprühender „Zischer“ beherrschten mit mildem Krach die mitternächtliche Szene.
Ganz verwegene Kerle wagten sich an den „Kanonenschlag“; andere stopften einen großen Hohlschlüssel mit Zündplättchen voll, hefteten ihn an einen Bindfaden mit einem Nagel am anderen Ende, steckten den Nagel in den Schlüssel und donnerten das „Geschoss“ gegen den Basaltblock an Mährlends Eck, dass es nur so dröhnte.
Derweilen aber vollzog sich die allgemeine Begrüßungs-und Versöhnungszeremonie unter der Menschenmenge. Man umarmte sich, fiel sich um den Hals, verzieh diesem und jenem und schüttelte Hände, von deren Dasein man bis zu dieser bemerkenswerten Stunde nicht die geringste Ahnung hatte.
So war es, so wird es nie wieder. Wer es erleben durfte, kann seine Vergleiche ziehen. Drei Stunden vor Mitternacht schließen heute die wenigen Würfellokale. Vielleicht gucken Benders Fritz und Metzlers Willi dem heutigen Treiben von oben zu. Dann werden sie sich anstoßen und zuraunen: „Also, Kräm sin das schon! Nur kei Herwersche!“
Der 1989 verstorbene Walter Schwahn kam 1908 in Herborn zur Welt. Seine schriftstellerische Begabung wurde bereits früh vom Herborner Schulrektor Schumann entdeckt und gefördert. Er wurde ein bekannter Artikel- und Glossenschreiber und veröffentlichte wöchentlich seine Beiträge im Herborner Tageblatt. Seine Tochter Anne und ihr Ehemann Arthur Schmidt haben mir den Abdruck seiner schönen Geschichte über den alten Herborner Brauch des Neujahrswürfeln zum Abdruck freigegeben. Unter der Rubrik „Das war die gute alte Zeit im Dillkreis“ hatte Schwahn darin diese Glosse als Folge 68 verfasst.
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