Waffen für Ukraine sind Pflicht christlicher Nächstenliebe“ (EKD)

EKD-Ratsvorsitzende verteidigt Waffenlieferungen an Ukraine

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, verteidigt Waffenlieferungen an die Ukraine. Sie hoffe, dass diese Waffen „die Not wenden können“, sagte Kurschus im Interview der Woche im Deutschlandfunk.

15.10.2022 — Bundesparteitag der Grünen: Delegierte beim Parteitag der Grünen stimmen mit großer Mehrheit für weitere Waffenlieferungen.


„Entrüstet euch!“: Buch mit Margot Käßmann über Pazifismus

In der Debatte um Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und westliche Waffenlieferungen steht Liedermacher Konstantin Wecker klar auf der Seite des Pazifismus. Im April gehörte er zu den Erstunterzeichnern eines offenen Briefes an Bundeskanzler Scholz, der fordert, Waffenlieferungen in die Ukraine zu stoppen und „Waffenstillstandsverhandlungen zu beschleunigen“. Außerdem ist gerade eine aktualisierte Fassung des Buches „Entrüstet euch!“ erschienen, in dem er zusammen mit Co-Autorin Margot Käßmann Gedanken zum Pazifismus ausbreitet.

Konstantin Wecker kritisiert Befürworter von Waffenlieferungen

Wichtig ist Wecker in seiner Haltung zum Krieg: „Man kann den Pazifismus anderen nicht überstülpen. Es ist etwas, das man nur für sich selbst entscheiden kann. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich weiß: Ich lasse mich lieber an die Wand stellen, als eine Waffe zu nehmen und jemanden zu erschießen.“ Außerdem gibt er zu bedenken: „Ganz viele von den Menschen, die jetzt so laut nach Waffen schreien, ziehen ja selbst nicht einmal in den Krieg.“ Stattdessen würden „wieder andere zum Morden und ermordet werden“ geschickt.

Friedensdemonstrationen werden von der EKD begrüßt

Die zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen gegen den Krieg in Ukraine sind für den Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, ein deutliches Zeichen für den Wunsch nach Frieden in der Welt. «Es ist wichtig, dass so viele Menschen für den Frieden auf die Straße gehen und zeigen, dass sie keinen Krieg wollen», so Friedrich Kramer. Auch er rief daher dazu auf, an den vielen Friedenskundgebungen teilzunehmen.

Friedensdemonstrationen werden scharf verurteilt

Nach einer großen Demonstration zur Unterstützung der Ukraine am Abend in Berlin wollen heute Gegner weiterer Waffenlieferungen auf die Straße gehen. Initiiert wurde die Demonstration zum ersten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine von der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht und der Publizistin Alice Schwarzer. Sie fordern zudem Verhandlungen und Kompromisse „auf beiden Seiten“.

Krieg ist Frieden

George Orwell

Aktuell gelieferte militärische Unterstützungsleistungen:

Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge

20 Kampfpanzer LEOPARD 1 A5* (zuvor: 10)

28 Mehrzweckfahrzeuge mit Kette Bandvagn 206 (BV206)*

138 MG3 für LEOPARD 2, MARDER und DACHS

Munition für Kampfpanzer LEOPARD 1*

18 Kampfpanzer LEOPARD 2 A6 mit Munition (deutscher Anteil am gemeinsamem Projekt mit weiteren LEOPARD 2 Nutzerstaaten)

40 Schützenpanzer MARDER mit Munition (aus Bundeswehr- und Industriebeständen*)

50 Allschutz-Transport-Fahrzeuge DINGO

54 M113 gepanzerte Truppentransporter mit je 2 MG* (Systeme aus Dänemark, Umrüstung durch Deutschland finanziert)

Ersatzteile für LEOPARD 2 und MARDER

Luftverteidigung

3 Luftraumüberwachungsradare TRML-4D* (zuvor: 2)

PATRIOT Flugkörper

2 Startgeräte IRIS-T SLS*

2 PATRIOT Startgeräte

46 Flakpanzer GEPARD inkl. 21.042 Schuss Flakpanzermunition*

2 Luftverteidigungssysteme IRIS-T SLM*

Flugkörper IRIS-T SLM*

Luftverteidigungssystem PATRIOT mit Flugkörpern

55.000 Schuss Flakpanzermunition GEPARD

4.000 Schuss Flakpanzerübungsmunition

500 Fliegerabwehrraketen STINGER

2.700 Fliegerfäuste STRELA

Artillerie

17.000 Schuss 155mm Nebelmunition

2 Radhaubitzen Zuzana 2* (Projekt gemeinsam finanziert mit Dänemark und Norwegen)

15.510 Schuss 155 mm Artilleriemunition

155mm Präzisionsmunition* (SMArt, VULCANO)

5 Mehrfachraketenwerfer MARS II mit Munition (deutscher Anteil am gemeinsamem Projekt mit den USA und Großbritannien)

Munition für Mehrfachraketenwerfer MARS II

14 Panzerhaubitzen 2000 (deutscher Anteil am gemeinsamen Projekt mit den Niederlanden)

20 Raketenwerfer 70mm auf Pick-up trucks mit Raketen*

Artillerieortungsradar COBRA*

10 Laserzielbeleuchter und tragbare Feuerleitmodule für VULCANO Artilleriemunition*

Pionierfähigkeiten

Material für Kampfmittelbeseitigung (aus Bundeswehr- und Industriebeständen*)

6 Minenräumpanzer WISENT 1*

11 Minenräumpflüge für T-72*

18 schwere und mittlere Brückensysteme und 12 Spezialanhänger

5 Brücken für Brückenlegepanzer BIBER

10 Brückenlegepanzer BIBER*

15 Bergepanzer 2*

2 Bergepanzer 3

5 Pionierpanzer DACHS*

3 mobile, ferngesteuerte und geschützte Minenräumgeräte*

12 mobile und geschützte Minenräumgeräte Ahlmann* 

Schutz- und Spezialausrüstung

104 Aufklärungsdrohnen VECTOR* (zuvor: 88)

103 Drohnensensoren*

60 Aufklärungsdrohnen RQ-35 HEIDRUN*

28 Bodenüberwachungsradare GO12*

182 Grenzschutzfahrzeuge*

1.288 Doppelfernrohre

20.600 Schießbrillen (aus Bundeswehr- und Industriebeständen*)

5 mobile Aufklärungssysteme SurveilSPIRE*

47 mobile Antennenträgersysteme*

10 Störsender*

57 Drohnenabwehrsensoren und -jammer*

2 Ersatzteilpakete für VECTOR Drohnen

40 Bandbreitenerweiterungen für elektronische Drohnenabwehrgeräte*

1 Frequenzscanner/Frequenzjammer*

32 Aufklärungsdrohnen*

40 Laserzielbeleuchter*

10 Überwasserdrohnen*

10 Antidrohnenkanonen*

28.000 Gefechtshelme

1 Radiofrequenzsystem

3.000 Feldfernsprecher mit 5.000 Rollen Feldkabel und Trageausstattung

353 Nachtsichtbrillen*

12 elektronische Drohnenabwehrgeräte*

165 Ferngläser*

38 Laserentfernungsmesser*

6 Lkw Fahrzeugdekontaminationspunkt HEP 70 inklusive Material zur Dekontaminierung

10 Fahrzeuge HMMWV (8x Bodenradarträger, 2x Jammer/Drohnenträger)*

1 Hochfrequenzgerät inkl. Ausstattung*

Logistik

46 Schwerlastsattelzüge 8×8 HX81 und 41 Auflieger* (zuvor: 42/37)

156 LKW Zetros*

34 Wechselladesysteme 15t*

6 LKW 8×6 mit Wechselladesystem mit 21 Abrollplattformen*

14 ferngesteuerte Kettenfahrzeuge THeMIS*

288 Kraftfahrzeuge (Lkw, Kleinbusse, Geländewagen)

179 Pick-up*

12 Schwerlastsattelzüge M1070 Oshkosh*

35 LKW 8×8 mit Wechselladesystem

30 sondergeschützte Fahrzeuge*

Durchhaltefähigkeit

35,63 Millionen Schuss Handwaffenmunition (zuvor: 22,51)

Feldhospital*

100 Maschinengewehre MG5*

300.000 Erste-Hilfe Kits*

44 Krankenkraftwagen*

8 Sterilisatoren Zahnmedizin

107.712 Schuss Munition 40mm*

11.000 Einheiten Gruppenverpflegung

103.000 Tourniquet

500 Pistolen SFP9*

2 Hangar-Zelte*

8 Gabelstapler*

295 Stromerzeuger

10 Wintertarnnetze

168 Feldheizgeräte*

36.400 Wolldecken

14.000 Schlafsäcke

Mi-24 Ersatzteile*

Ersatzteile schweres Maschinengewehr M2

200 Zelte

116.000 Kälteschutzjacken

80.000 Kälteschutzhosen

240.000 Wintermützen

405.000 Rationen Einpersonenpackungen (EPa)

67 Kühlschränke für Sanitätsmaterial*

3.000 Patronen „Panzerfaust 3“ zuzüglich 900 Griffstücke

14.900 Panzerabwehrminen (davon 9300* aus Ertüchtigungsinitiative)

50 Bunkerfäuste zuzüglich 15 Griffstücke

100 Maschinengewehre MG3 mit 500 Ersatzrohren und Verschlüssen

100.000 Handgranaten

5.300 Sprengladungen

100.000 Meter Sprengschnur und 100.000 Sprengkapseln 

350.000 Zünder

100 Auto-Injektoren

15 Paletten Bekleidung

1.200 Krankenhausbetten

18 Paletten Sanitätsmaterial, 60 OP-Leuchten

Schutzbekleidung, OP-Masken

1 Feldlazarett (Projekt gemeinsam finanziert mit Estland)*

Sanitätsmaterial (unter anderem Rucksäcke, Verbandspäckchen)

Kraftstoff Diesel und Benzin*

10 Tonnen AdBlue*

500 Stück Wundauflagen zur Blutstillung*

MiG-29 Ersatzteile*

7.944 Panzerabwehrhandwaffen RGW 90 Matador*

Militärische Unterstützungsleistungen in Vorbereitung/Durchführung:

(Aus Sicherheitserwägungen sieht die Bundesregierung bis zur erfolgten Übergabe von weiteren Details insbesondere zu Modalitäten und Zeitpunkten der Lieferungen ab.)

Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge

60 Schützenpanzer MARDER*

36 Mehrzweckfahrzeuge mit Kette Bandvagn 206 (BV206)*

66 Armoured Personnel Carriers (APC)*

90 Kampfpanzer LEOPARD 1 A5* (Projekt gemeinsam finanziert mit Dänemark)

Munition für Kampfpanzer LEOPARD 1*

Munition für Schützenpanzer MARDER*

Luftverteidigung

6 Luftverteidigungssysteme IRIS-T SLM*

Flugkörper IRIS-T SLM*

22 Startgeräte IRIS-T SLS*

Flugkörper IRIS-T SLS (aus Bundeswehr- und Industriebeständen*)

5 Luftraumüberwachungsradare TRML-4D*

6 Flakpanzer GEPARD*

300.000 Schuss Gepard Munition*

Artillerie

25.500 Schuss Artilleriemunition 155 mm*

18 Radhaubitzen RCH 155*

14 Radhaubitzen Zuzana 2* (Projekt gemeinsam finanziert mit Dänemark und Norwegen)

Pionierfähigkeiten

Material für Kampfmittelbeseitigung*

6 Bergepanzer 2*

7 mobile, ferngesteuerte und geschützte Minenräumgeräte*

16 Brückenlegepanzer BIBER*

2 mobile und geschützte Minenräumgeräte Ahlmann*

36 Minenräumpanzer WISENT 1*

2 schwere und mittlere Brückensysteme*

Schutz- und Spezialausrüstung

90 Drohnensensoren*

80.000 Schießbrillen*

10 mobile Aufklärungssysteme SurveilSPIRE*

40 Aufklärungsdrohnen RQ-35 HEIDRUN*

324 Aufklärungsdrohnen VECTOR*

121 Aufklärungsdrohnen*

10 Überwasserdrohnen*

20 Bodenüberwachungsradare GO12*

1 Satcom Überwachungssystem*

2.000 portable Lichtsysteme*

3 mobile Antennenträgersysteme*

329 Grenzschutzfahrzeuge*

Fahrzeugdekontaminationspunkt

11 Frequenzscanner/Frequenzjammer*

Logistik

94 LKW Zetros*

12 Schwerlastsattelzüge M1070 Oshkosh*

30 Tankfahrzeuge (Wasser/Kraftstoff)*

1 LKW 8×6 mit Wechselladesystem mit 7 Abrollplattformen*

44 Schwerlastsattelzüge 8×8 HX81 und 49 Auflieger

2 Zugmaschinen und 4 Auflieger*

10 geschützte Kfz*

Durchhaltefähigkeit

19,82 Millionen Schuss Handwaffenmunition

18.000 Panzerabwehrhandwaffen*

5 Krankenkraftwagen*

2 Sterilisatoren Zahnmedizin

108.288 Schuss Munition 40mm Granatwerfer*

kontinuierliche Lieferung von Sanitätsmaterial*

100 Granatmaschinenwaffe MGW*

200.000 Erste-Hilfe Kits*

17 Feldheizgeräte*

Quelle: Die Bundesregierung

Schweizer Journalist liest der Ampel die Leviten.

Die Neue Züricher Zeitung sorgte mit ihrem Leit-Artikel in ihrer Samstagsausgabe mit der Headline: „Deutschland verwöhnt Migranten-Ein großzügiger Sozialstaat muss die Einwanderung begrenzen, sonst droht ihm Überlastung. Diesen Zusammenhang ignoriert die Bundesrepublik hartnäckig. Die Bedingungen für Migranten wurden erneut verbessert-ein Geschenk für die AfD“, für Aufsehen.

Fast die Hälfte der Kinder, die in Deutschland Sozialhilfe bezögen, besäßen einen ausländischen Pass, schreibt Chefredakteur Eric Gujer.

Weiter fügt er hinzu, dass Deutschland kein rationales Verhältnis zur Einwanderung habe. Dies begründete er wie folgt: „Ein Paar mit drei Kindern zwischen 4 und 15 Jahren erhalte 3 000 Euro an Sozialleistungen. Das ist mehr, als mancher Bezieher eines regulären Einkommens zur Verfügung hat.“

Die absoluten Zahlen würden jedoch die eigentliche Problematik verdecken. Während die Zahl der deutschen Kinder in Sozialhilfe seit 2015 von 1,6 Millionen auf eine Million zurückgegangen sei, stieg sie bei den ausländischen Minderjährigen markant an: Von unter 400 000 auf knapp eine Million, fügte er hinzu.

Weiter unten wies er daraufhin, dass hohe Sozialausgaben und ein laxes Grenzregime führten geradewegs in die Überlastung. Das Ignorieren dieser Zusammenhänge, schon seit vielen Jahren, wirke wie ein Magnet auf Einwanderer.

Der Bonus auf das steigende Bürgergeld-je Kind 635 statt bisher 420 Euro- sei die träge Migrationsbürokratie, die nur wenige Asylbewerber ohne Anerkennung abschiebe.

„Wer es einmal nach Deutschland geschafft hat, kann sich ausrechnen, hierzubleiben und die offerierten Leistungen konsumieren zu dürfen.“

Die Ampelkoalition wirke in Brüssel mit daran, Europa für Armutsmigranten unattraktiv zu machen, sorge aber gleichzeitig mit seinen attraktiven Sozialleistungen für eine starke Sogwirkung.

Der Zickzackkurs verwirre die Bürger und treibe sie in die Arme der AfD. Politiker der Ampel beklagten, dass die Wähler Fake News aus dem Internet glauben würden, wonach Migranten immer mehr bekämen.

Jedoch: Die etablierten Parteien blieben untätig. Sie echauffierten sich lieber darüber, wie der Aufstieg der AfD die Demokratie gefährde. Diese Ignoranz der Tatsachen verschlimmere die Lage nur. Die Zahlen der Asylanträge hätten sich gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr verdoppelt.

Die deutschen Notunterkünfte seien überfüllt. Die Zeit dränge, so der Journalist aus Zürich.

Legostadt in der Herborner FeG

45 kreative Köpfe im Alter zwischen 8 und 12 Jahren trafen sich drei Tage lang in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) in der Herborner Konrad-Adenauer-Straße, um aus Legosteinen ganze Stadtlandschaften zu realisieren.

Nur mit Hilfe einer Treppenleiter konnten die Bauarbeiten zu Ende gebracht werden.


Mittendrin Jungscharleiter Manuel Schäfer und der Pastor der Gemeinde Simon Gottschick. Knut Ahlborn vom kids-team in Hagen, das der Deutschen Missions- Gemeinschaft (DMG) mit Sitz in Sinsheim angeschlossen ist, hatte rund 500 000 der kleinen Kunststoffteile im Gepäck. Die standen den kleinen Baumeistern ausnahmslos zur Verfügung. Die Termine für die „LEGO® Stadt“, die in unterschiedlichen Orten in ganz Deutschland gastiert, sind sehr begehrt und in Herborn passte es haargenau in den Kinderpass-Terminplan der Stadt.

Überall in dem Andachtsraum des Gotteshauses sah man eifrige Kinder, die teils monumentale Bauwerke gezaubert hatten oder feste dabei waren. Sogar der Herborner Dill-Turm prangte bereits in einem eigenen Maßstab auf einem der langen Tische. Der Pastor baute mit dem 12- jährigen Jayden und seinem 8-jährigen Freund Moses an einer imposanten Kathedrale. Hierfür gab es eine Vorlage, die meisten Gebäude jedoch, wie auch eine Achterbahn, entstanden nach den Vorstellungen und Ideen der Akteure.

Mehrere Helferinnen wie Rike Braun aus Driedorf-Mademühlen standen den Legokünstlern bei Bedarf zur Seite. Meist kamen die aber auch gut alleine zurecht. sig/Fotos: Gerdau

Bargeld im Haus-schon lange kein alter Hut mehr

Von Siegfried Gerdau

Immer mehr Bundesbürger zahlen bargeldlos. Mittlerweile sind es über 50 Prozent, die mit Karte, Handy-App oder Überweisung ihre täglichen Besorgungen erledigen. Doch was ist, wenn der Strom großflächig ausfällt oder wenn Kartenzahlungen aufgrund von bundesweiten Störungen nicht mehr möglich sind?

Dann gerät die wunderschöne, bargeldlose Welt, wie sie von Bankinstituten aber auch von Regierungsseite immer mehr propagiert wird, ins Wanken. Nichts geht mehr, ob beim Einkauf, Tanken oder einem Caféhaus-Besuch.

Die kriegerischen Ereignisse und die Flutkatastrophe im Ahrtal, lenken den Fokus wieder in Richtung: Was-ist-wenn-es- zu- einer- Katastrophe- kommt? Bereits ein Hacker-Angriff auf die fragilen elektronischen Systeme in allen Bereichen, kann unser gesamtes Wirtschaftssystem, einschließlich Energie-und Trinkwasserversorgung ausschalten.

Die Treibstoffversorgung kommt ebenso zum Erliegen, wie das einst hoch gepriesene Just-in Time-System. Lebensmittel werden nicht mehr in ausreichender Menge transportiert und Krankenhäuser können Patienten nicht mehr behandeln und, und und.

Neben einer Not-Bevorratung von Wasser und Lebensmittel für mindestens 14 Tagen, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) dazu, ausreichende Bargeldmittel im Hause bereitzuhalten. Die Höhe richtet sich nach eigenem Bedarf und Möglichkeiten. Es wird jedoch empfohlen mindestens 500 Euro in kleinen Scheinen zu bunkern. Eine Obergrenze, wie oft behauptet, gibt es nicht. Wichtig ist jedoch das Geld so gut zu verstecken, dass man es selber auch wiederfindet. Dem möglichen Dieb sollte die „Arbeit“ jedoch so schwer wie möglich gemacht werden. Die alte Volksweisheit: „Nur Bares ist wahres“, hat offensichtlich ihre Gültigkeit nicht verloren. Foto: Gerdau

Präsentation der schönen Künste

Ab 16. September dreht sich im Herborner Haus der Vereine alles um die Malerei, das Fotografieren und um die bildhauerische Darstellung im Kunstgussverfahren. Benita von Wendt, die Malerin und Mal-Pädagogin stellt zusammen mit dem Bildhauer Eduard Rangnau und dem Fotografen Siegfried (Siggi) Gerdau ihre Werke aus. Es ist die zweite Ausstellung des Trios, das sich mit Leidenschaft den schönen Künsten verschrieben hat.

Benita von Wendt begann nach Studium und Diplom in Paris ihre künstlerische Laufbahn als Freischaffende Künstlerin. In zahllosen Ausstellungen stellte sie ihre große Begabung unter Beweis. Seit 2006 sind die Malkurse in ihrem Kursatelier in Breitscheid-Erdbach eine feste Größe.

Kunst und Handwerk gehören für den Kunstgießer Eduard Rangnau untrennbar zusammen. Beides sei stets ein Zusammenspiel aus Kreativität und sicherer Handhabung der zum Metier gehörenden Instrumente. In seinem Kunstgießerei-Atelier entstehen unter seinen begnadeten Händen einzigartige Objekte im Kunstguss-Verfahren.

In seinem abwechslungsreichen beruflichen Leben hat der Freie Journalist Siggi Gerdau nie die Fotografie aus den Augen verloren. Bereits im Alter von 10 Jahren fotografierte er alle schönen Dinge, die ihm vor die Linse kamen. Auf seinen vielen Reisen, aber auch in seiner häuslichen Umgebung, hält er die Welt fotografisch so fest, wie er sie erlebt.

Im Haus der Vereine, der Alten Färberei in Herborn, präsentieren die Kunstschaffenden ihre Werke auf drei Etagen. Vom 16. September an ist die Ausstellung täglich von 13 bis 19 Uhr bis einschließlich Sonntag, 24. September geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Vernissage findet am Freitag, 15. September um 19 Uhr statt. sig

Containerdorf in der Herborner Littau ?

Nach bisher unbestätigten Informationen soll schon bald in der Herborner Littau, auf dem unbefestigten Parkplatz (Foto unten), eine Anlage mit Container entstehen. Dies würde die prekäre Unterbringungssituation bei der Aufnahme von Schutzsuchenden maßgeblich entschärfen.

Die Herborner Littau aus der Vogelperspektive

Laut dem unten abgedruckten Gesetz besteht für die Kommunen eine Aufnahmepflicht, der sie sich nicht entziehen können.

Hessisches Landesaufnahmegesetz

§ 1 Aufnahmepflicht

(1) Die Landkreise und Gemeinden sind verpflichtet, folgende Ausländerinnen und Ausländer aufzunehmen und unterzubringen:

1.Personen, denen der Aufenthalt nach dem Asylverfahrensgesetz in der Fassung vom 2. September 2008 (BGBl. I S. 1798), zuletzt geändert durch Gesetz vom 22. November 2011 (BGBl. I S. 2258), gestattet ist,

2.Personen, deren Asylantrag bestands- oder rechtskräftig abgelehnt oder zurückgenommen worden ist,

3.Personen, die nach § 15 a Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes in der Fassung vom 25. Februar 2008 (BGBl. I S. 162), zuletzt geändert durch Gesetz vom 22. Dezember 2011 (BGBl. I S. 3044), verteilt werden,

4.Personen, denen nach § 23 des Aufenthaltsgesetzes ein Aufenthaltstitel zu erteilen ist,

5.Personen, denen nach § 24 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes eine Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz zu erteilen ist,

6.Personen, die im Rahmen sonstiger humanitärer Hilfsmaßnahmen im Bundesgebiet aufgenommen und auf das Land Hessen verteilt werden. sig

Nachtrag:

Ab dem 4. September werden in der Littau, hinter dem Bahnhof, rund 60 Container aufgestellt, die später zum vorübergehenden Zuhause für geflüchtete Menschen werden.

Damit hier asylsuchende Menschen untergebracht werden können, haben Stadt Herborn und Lahn-Dill-Kreis einen Kooperationsvertrag geschlossen. Wir stellen für die vom Lahn-Dill-Kreis betriebene Unterkunft eine Freifläche von über 2.300 Quadratmetern zur Verfügung, errichten die Container-Unterkünfte und sorgen für die nötige Infrastruktur und kümmern uns um Sozialbetreuung und Sicherheitsdienst für die Flüchtlingsunterkunft.

Bis im Oktober erste Menschen einziehen können, haben verschiedene Gewerke noch eine Menge Arbeit: wie zum Beispiel den Anschluss an das Wasser- und Abwassersystem ebenso an das Stromnetz sowie das Ausstatten der Container mit Mobiliar.
Bild: B. Grabowski Quelle: Stadtverwaltung Herborn

Driedorfer Kirmes erfreut nicht jeden

Von Siegfried Gerdau

Die Driedorfer Westerwaldkirmes ist die größte im hessischen Westerwald und schon historisch zu nennen. Traditionell findet sie auf dem Marktplatz mitten in der Kerngemeinde statt. Schon seit Jahren wurden immer wieder Klagen über Lärmbelästigung, Vandalismus und die unterschiedlichsten menschlichen Hinterlassenschaften geführt. Dem TuS Driedorf als Veranstalter und auch den Driedorfer Parlamentariern sind diese Klagen bekannt. In diesem Jahr spitzt sich die Situation regelrecht zu. Die Anwohner sind in die Offensive gegangen, weil ihrer Meinung nach der Grad der Erträglichkeit weit überschritten sei.

Viel Lärm und Unrat sind die negativen Begleiterscheinungen der Driedorfer Kirmes. Archiv-Foto: Gerdau

Dass die Musikbeschallung an den Kirmes-Tagen teilweise unerträgliche Dimensionen angenommen hat, ist eine Sache. Viel schlimmer sind die hässlichen Begleiterscheinungen wie Zerstörungswut, das ungebremste Hinterlassen von Fäkalien aller Art in den Vorgärten und an den Häusern der Anwohner sowie unzählige zerschlagen Gläser und Flaschen im Dorf.

Dabei ginge es ihnen keinesfalls darum die Kirmes zu kippen und auch der TuS sei nicht Ziel ihrer Beschwerden, sagten die Initiatoren, bei einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch.  Sie wollen erreichen, dass die Westerwaldkirmes hinaus aus dem Ort verlegt wird und damit die Lärm- und Schmutz-Belastung auf ein erträgliches Maß gemindert wird. Diese Forderung sei besonders in der heutigen Zeit, in der man verstärkt Lärm- und Umweltverschmutzung minimieren möchte, nicht unbillig, sagte ein Driedorfer. Im Übrigen redet man nicht von vier Tagen, sondern von einer Woche inklusive Auf-und Abbau. Der Lärm, der zusätzlich besonders in der Nacht von Montag auf Dienstag auf dem Marktplatz herrsche, mache Schlaf unmöglich, so ein anderer Beschwerdeführer.

Eine direkte Anwohnerin erzählte von Fäkalien vor ihrer Haustüre und im Garten. Ein Hausbesitzer sei dazu gekommen, als ein sichtlich betrunkener Mann gegen sein Haus urinierte. Auf dieses Fehlverhalten reagierte der Mann sehr aggressiv und drohte sogar Schläge an. Den Rasen vor ihrem Haus mussten andere Bewohner akribisch nach Glasscherben absuchen, damit sich Kinder und Hund nicht daran verletzten.

„Wir wollen den Salat in unserem Garten nicht mehr essen“, sagte eine Betroffene. Die Fäkalien drum herum sprachen eine eigene Sprache. Viele Driedorfer „Zentrumsbewohner“ verlassen für die Kirmes-Tage ihr Haus und gehen ins Hotel. Zu diesen „Lärm-Flüchtlingen“ gehörte auch ein weiteres Ehepaar. Dies sähen sie nun aber nicht mehr ein. Bei der diesjährigen Kirmes blieben sie zu Hause und mussten erleben, dass die Türen im Inneren ihres Hauses bei den ohrenbetäubenden Bässen aus dem Festzelt vibrierten. Wenn von den Veranstaltern gesagt werde, dass um 24 Uhr Schluss im Zelt sei, sehe dies in der Praxis anders aus. Bis die letzten Besucher das Festzelt verlassen hätten, sei es in der Regel 3 Uhr morgens.

In einem Schreiben an die Gemeindevertretung äußerten die Anwohner ihr Unverständnis darüber, dass man statt einer erbetenen parlamentarischen Stellungnahme auf das Schreiben, erst in der heimischen Zeitung von parteiübergreifenden „Bekenntnissen“ für die Kirmes lesen musste. Dort sei vom dringend notwendigen Erhalt einer Brauchtumsveranstaltung die Rede. Die heutige Kirmes habe jedoch in der heutigen Form mit ihren traditionellen Wurzeln keine Gemeinsamkeit mehr. So läge auch die Lärmschwelle jenseits von gesetzlichen Normen und körperlichen Belastbarkeit.

Vom einstigen Brauchtum sei nicht mehr viel übriggeblieben. Bis auf den Kirmeszug, ginge es jeden Abend nur noch um Musik in größtmöglicher Lautstärke, die jegliche Unterhaltung im Zelt und damit alle Kommunikationsversuche im Keim erstickten. „Wir sind absolut dafür, „echte“ Brauchtumsveranstaltungen zu erhalten und haben in der Vergangenheit genügend Vorschläge eingebracht. Diese hätten jedoch allesamt bisher kein Gehör gefunden“, sagte einer der Anwesenden.

Sehr befremdlich seien in diesem Zusammenhang öffentliche Diskriminierungen wie zum Beispiel: „Bei denjenigen, die sich lauthals über etwas beschweren, handle es sich um eine Minderheit.“ Auch werde ihnen in dem gleichen Artikel vorgeworfen: „Wenn Beschwerden Einzelner dazu führen, dass Veranstaltungen nicht mehr stattfinden können, wären die Folgen gravierend.“ Indirekt sei ihnen damit die Schuld am Vereinssterben in Driedorf vorgeworfen worden.

„Wir wollen, dass auch in Zukunft diese Kirmes weiter stattfindet“, sagen die Beschwerdeführer unisono. Dazu haben sie sich viele Gedanken gemacht, die aus ihrer Sicht alle Seiten zufriedenstellen könnten.

Wenn es nach dem Willen der geplagten Anwohner ginge, könnte hier am Rande der Kerngemeinde die Westerwaldkirmes in Zukunft stattfinden.

Sie halten die Verlegung der Kirmesveranstaltung auf den Großparkplatz des TuS-Vereinsheim am Driedorfer Sportplatz für den Königsweg. Der Platz sei groß genug, um dem Zelt und weiteren mobile Einrichtungen genügend Raum zu bieten. An der Peripherie von Driedorf gelegen, stört auch der größte Musiklärm keine Anwohner. Parkplätze gäbe es entlang des geteerten Flurwegs und die geparkten Autos würden da draußen niemanden behindern. Der offensichtlich auch dann rund um den Veranstaltungsplatz entstehende Unrat und die menschlichen Hinterlassenschaften, würden nicht vor den Häusern und Gärten der Anwohner im Dorf verteilt.  

Die Anwohner-Sprecher baten darum ihre Namen nicht zu nennen, um die schon laufenden, teils persönlichen, Hetzkampagnen nicht zusätzlich zu befeuern. Einstimmig befürworten sie baldmöglichst zielführende Gespräche mit Kommunalpolitikern sowie Vertretern des Veranstalters TuS. Fotos: Gerdau