Mineralogisches Wochenende in Merkenbach

Von Siegfried Gerdau

Hunderte schöne Steine aus den unterschiedlichsten Erdzeitepochen, zufriedene Semiprofis und zahlreiche interessierte Mineralienliebhaber trafen am vergangenen Wochenende im Merkenbacher Bürgerhaus aufeinander. Nach zweijähriger, coronabedingter Abstinenz fand in dem Herborner Stadtteil der 27. Internationale Mineralientauschtag und die 21. Herborner Mineralienbörse statt. Während der Samstag als Tauschtag den Fachleuten vorbehalten blieb, waren am Sonntag Tür und Tor für die unterschiedlichsten Besuchergruppen aus der Bevölkerung geöffnet.

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

Die Herborner Mineralienfreunde e.V. existieren als Verein seit 1995. Sammler der kleinen und großen Kostbarkeiten gibt es hingegen schon deutlich länger. Was sie alle eint, ist die Liebe zu den seltenen Fundstücken, von denen jedes einzelne ein Unikat ist. Während die Einen mit wissenschaftlicher Akribie das sehr komplexe Thema bearbeiten, kamen und kommen andere eher zufällig an dieses schöne Hobby. So wie Karl Stahl aus Ewersbach. Der pensionierte Förster sammelte im Verlauf seiner beruflichen Laufbahn immer mal wieder Steine, die ihm bei seinen „Streifzügen“ durch die Wälder buchstäblich vor die Füße kamen. Daraus wurde eine ansehnliche Sammlung, die er am Samstag mal wieder „auffrischen“ wollte. Schöne Exemplare wechselten so die Besitzer und das alles, ohne einmal die Geldbörse zu öffnen.

Karl Stahl

Eulalia Pojol und Michael Töpfer aus Heilbronn sind im Mineralienkomplex sehr alte Hasen. Nach Herborn zur „Mineralien-Expo“ kommen sie jedes Jahr und ihren Urlaub verbringen sie schon seit 35 Jahren immer mit dem für sie schönsten Hobby der Welt. Eulalia, die gebürtige Katalonierin spricht sieben Sprachen fließend und dadurch bereitet ihr die Kommunikation, auch mit den Besuchern aus anderen Ländern, keine Probleme.

Viele der Steine sind von Laien kaum von teuren Edelsteinen zu unterscheiden. Die Härte macht aus einem schönen Stein, ein Edelstein, verrät einer der Experten. Traumhaft anzuschauen, auch die Drusen. Sie sehen aus der Nähe oder mit dem Makroobjektiv fotografiert, wie Edelsteinhöhlen aus. Eine Besucherin verliebte sich sofort in eines der guten Stücke und kaufte es auf der Stelle. Aus Gernsbach, aus dem Landkreis Rastatt, kam Dr. Ilo Brauch samt Ehefrau mit seinem Raman-Spektrometer. Mittels der von ihm weiterentwickelten Technik lassen sich die unterschiedlichsten Eigenschaften von Kristallen sowie ihre Zusammensetzung exakt analysieren. Das Gerät ist für Mineralogen sozusagen ein erschwingliches Muss.

Grube Clara im Schwarzwald ist eine der mineralienreichsten Gruben der Welt. Hier ist Richard­ Bayerl (Richi) in seinem Element und das schon von Kindesbeinen an. In Sachen Azurit, Skorodit, Klinoklas, Fluorit und 400 andere Mineralien kennt er sich aus, wie in seiner Westentasche. Auf den Herborner Mineralientagen ist er immer anzutreffen und „bei uns ein gerngesehener Gast“, sagt der Vorsitzende der Mineralienfreunde Paul Djalek.

Jeder der zahlreichen Aussteller ist ein Fachmann in seinem geografischen Gebiet und „seiner“ steinharten Disziplin. Viele lassen ihre Sammlung gerne bewundern und denken nicht im Traum daran, sie zu veräußern. Andere wiederum versuchen durch ständiges Tauschen eine gewisse Chronologie in ihren Bestand zu bekommen. Natürlich kommen auch Händler sagt einer, der unzählige kleine Klarsichtbehältnisse in Setzkästen auf den Tischen aufgebaut hat. Die Preise ergäben sich aus Angebot und Nachfrage. Mancher Besucher ist erstaunt, wie relativ wenig er für ein Stück seines Begehrens auf den Tisch des Hauses legen muss.

In der kleinen Küche neben dem Saal werkeln fleißige Helferinnen und zaubern leckere Würste mit Kartoffelsalat für die hungrigen Besucher. Alle Besucher und Aussteller sind im Übrigen mit Mund und Nasenschutz unterwegs. Das sei Pflicht bei ihnen, sagt Paul Djalek aus Asslar. Er ist die gute Seele der beiden Veranstaltungen und eilt unentwegt von Aussteller zu Aussteller. „Wir sind eine große Familie und nicht zuletzt durch unser Hobby fest miteinander verbunden.“ Diese Freundschaften gehen über Landes-und Staatsgrenzen hinaus, fügt er hinzu. Mit dem Verlauf ihres mineralogischen Wochenendes ist er und seine Freunde wieder einmal sehr zufrieden. „Corona hat uns zwar ein wenig in unseren Aktivitäten gestört, aber das ging uns ja nicht alleine so.“ Kontakt: Paul Djalek, Sonnenweg 4, 35614 Aßlar – Werdorf. Phone: 06443 / 3876   Mobil: 01705616611. E-Mail: paul.djalek@gmx.de. Fotos: Gerdau

Selbstgebastelte Ostergeschenke bei Tweety’s

Anja Hähners Imbiss in der Herborner Bahnhofstraße (gegenüber der Sparkasse) kennt vermutlich jeder. Dass die 55-Jährige ein fleißiges Basteltalent ist, wird wohl nur den wenigsten bekannt sein.

Wer vor Weihnachten bei ihr seine leckere Bratwurst mit Fritten verzehrt, sieht die geschmackvoll dekorierten Mini-Geschenkauslagen ebenso, wie jetzt vor Ostern die süßen, von ihr selber kreierten und hergestellten Ostergeschenke. Da gibt es Stofftassen, schöne Finger-Ringe für die kleinen Hände oder Spruchscherben und alles fürs kleine Geld.

Es lohnt sich einfach mal bei Tweety’s vorbei zu schauen und wenn es nur darum geht, auf den letzten Drücker ein kleines Mitbringsel zu ergattern. sig/Foto: Gerdau

Ostergeschenke für geflüchtete

Hallo Herr Gerdau

Ich hoffe sie können mir helfen.

Aktuell läuft bei mir eine Osterhasen Spendenaktion für geflüchtete ukrainische Kinder.

Es ist einiges zusammengekommen und nun suche ich Familien, die Geflüchtete mit Kindern aufgenommen haben, denen meine Tochter und ich am Ostersonntag eine Freude machen können.

Vielleicht kennen sie welche oder wissen wo welche untergekommen sind.

Liebe Grüße

Stefan Böcher

Frohe Ostern. Foto: Gerdau

Das schrieb mir Stefan Böcher und ich möchte den Aufruf gerne weitergeben. Der Absender des Schreibens ist absolut integer und mir persönlich bekannt. Ich verbürge mich also für seine Redlichkeit.

Wer weiterhelfen will, kann sich gerne an gerdaus-welt.de wenden oder direkt an Stefan Böcher.

Herborner Schulen helfen Ukraine

Von Siegfried Gerdau

Die Losverkaufsaktion der Schülervertretung (SV) des Herborner Johanneum- Gymnasium mit Unterstützung der SV der Herborner Comeniusschule ist Teil einer groß angelegten Hilfsaktion für die Menschen in der von Krieg, Not und Vertreibung geschundenen Ukraine in Kooperation mit der Johanneum Partnerschule im polnischen Ilawa.

Die Verlosung beginnt

1 400 Euro wurden durch den Verkauf der Lose zu einem Stückpreis von 1 Euro erzielt. Den Betrag stockten die Schülerinnen und Schüler der Comeniusschule durch den Verkauf von leckeren Waffeln um 450 Euro auf.

Am Freitag fand die Ziehung auf dem Schulhof des Johanneum statt. Im Beisein der amtierenden Direktorin Kristin Tromsdorf, den Elternvertretern Alexandra Theilig, Susanne Hahn und Dane Anders, sowie Studiendirektor Christian Betz, zog Deutschlands Olympiasiegerin im Zweierbob Deborah Levi die Gewinner.

Die 24-jährige Goldmedaillengewinnerin 2022 und Lehramtsstudentin aus Siegbach-Oberndorf, baute ihr Abitur in Herborn und fühlt sich nicht zuletzt deshalb der Johanneum-Schulgemeinde sehr verbunden.

Die schnellste Frau Deutschlands: Deborah Levi

Die Initiatorin der Losaktion Kimberly Muth (SV) aus Merkenbach, freute sich mit den 14 Gewinnerinnen und Gewinnern über die Sachpreise, die von Nina-Verena Wollberg vom Herborner Sporthaus Seissler und von Intersport Begro in der Herborner Au gespendet wurden. Die ersten Preise erhielten Antonia Rausche (Wasserflasche und Wasserball). Moritz Noiche und Mika Diehl gewannen je eine Sporttasche. Fotos: Gerdau

Bekannter Herborner veröffentlicht Buch

Von Siegfried Gerdau

Ganz schön herumgekommen ist der Herborner Reiseveranstalter Dieter Pfeiffer in den 35 Jahren seiner Passion. Unzähligen Menschen hat er bei seinen Touren durch 69 Ländern die schönsten Orte der Welt gezeigt und dabei fast eine Million Flugkilometer zurückgelegt. Dass er dabei viel erfahren und erlebt hat, liegt auf der Hand. So war es geradezu ein Muss, dass er ein Buch schrieb. Hilfe, ich ersaufe in der Wüste, Anekdoten und Erlebnisse eines Reiseleiters, ist kein Reisebuch herkömmlicher Art oder gar ein Handbuch für Globetrotter. In dem knapp 250 Seiten-Werk, erschienen im Eigenverlag, hat Dieter Pfeiffer in nicht chronologischer Reihenfolge zusammengetragen, was in seinen Erinnerungen hängengeblieben ist. Als Reiseveranstalter in Personalunion mit Tour Leader und nicht selten als Fremdenführer vor Ort, häuften sich diese und mussten jetzt einfach heraus.

Wer die Welt und liebt und humorvolle Schilderungen liebt, muss dieses Buch gelesen haben.

Reich bebildert weckt das Buch im Taschenbuchformat Erinnerungen und Fernweh zugleich. Die in lockerer Form eingestreuten Rezepte, aktivieren Geruchs- und Geschmackssinne. Zahlreiche gute Tipps machen Selbsterfahrung, mit dem Risiko eines Flops, überflüssig. Dieter Pfeiffer belehrt nicht, sondern erzählt und überlässt es seinen Leserinnen und Lesern eigene Schlüsse zu ziehen.

Sein lockerer, pfiffiger bis hintersinniger Schreibstil ist fern jeder Akribie, dafür aber immer wieder sehr pointiert. Weitgehend schonungslos und dennoch verständnisvoll, beschreibt er Situationen die beim Lesen mehr als ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Den Betroffenen war damals sicher weniger nach Lachen zu Mute, aber da alle beschriebenen Ereignisse gut ausgingen, können auch sie sich heute in der garantierten Anonymität daran erfreuen.

Dieter Pfeiffer mit einer seiner vielen Reiseerinnerungen.

Mir persönlich gefällt sehr gut, dass man Dieter Pfeiffers Erlebnisse relativ ziellos konsumieren kann. Zwar nach Kapiteln geordnet, erhebt es nicht den Anspruch in festgelegter Reihenfolge gelesen werden zu müssen. Fast jede einzelne Seite ist ein Leseerlebnis für sich und so „ganz nebenbei“ erfährt man viel Wissenswertes von der Welt. Wo es deftig zuging, schreibt er unverblümt und deutlich. „Eine ältere Dame, immer etwas steif gekleidet, mit Betonfrisur, meinte wohl sie sähe recht jung aus. So fragte sie einen jungen Mann, wie alt er sie wohl schätze. „70“, sagte der wie aus der Pistole geschossen. „60“ hätte auch gereicht“, war ihre erboste Antwort. Sie war 59.“

So zieht es sich quer durch „Hilfe, ich ersaufe in der Wüste“ und es ist einfach nur köstlich zu lesen in seiner Direktheit.

Fazit: Es ist sicher nicht existenziell notwendig das Buch gelesen zu haben. Wer sich jedoch den ungeheuren Spaß es zu goutieren gönnt, nimmt nicht nur viel Detailwissen über Gott und die Welt mit, sondern verschafft sich schöne Stunden voller Lebensfreude und kurzweiliger Zerstreuung. Die schriftstellerisch ansprechende Lektüre ist zum Preis von 14,90 Euro in jeder gut aufgestellten Buchhandlung und im Buchversand zu beziehen. ISBN: 978-3-96014-887-6. Fotos: Gerdau

Kriegslied oder besser Kriegsleid

Angesichts der schrecklichen Bilder aus der ukrainischen Stadt Butscha, wo hunderte Zivilisten ums Leben gekommen sind, fiel mir das Matthias Claudius-Gedicht „Kriegslied“ ein.

Von Matthias Claudius

  • ’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
  • Und rede Du darein!
  • ’s ist leider Krieg – und ich begehre,
  • Nicht schuld daran zu sein!
  • Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
  • Und blutig, bleich und blaß,
  • Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
  • Und vor mir weinten, was?
  • Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
  • Verstümmelt und halb tot
  • Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
  • In ihrer Todesnot?
  • Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
  • So glücklich vor dem Krieg,
  • Nun alle elend, alle arme Leute,
  • Wehklagten über mich?
  • Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
  • Freund, Freund und Feind ins Grab
  • Versammelten, und mir zu Ehren krähten
  • Von einer Leich herab?
  • Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
  • Die könnten mich nicht freun!
  • ’s ist leider Krieg – und ich begehre,
  • Nicht schuld daran zu sein!

In Ergänzung dazu passt das im I. Weltkrieg verbotene Gedicht

von Kurt Tucholsky

„’s ist Krieg!“

Die fetten Hände behaglich verschränkt

vorn über der bauchigen Weste,

steht einer am Lager und lächelt und denkt:

„’s ist Krieg! Das ist doch das beste!

Das Leder geräumt, und der Friede ist weit.

Jetzt mach in anderen Chosen –

Noch ist die blühende, goldene Zeit!

Noch sind die Tage der Rosen.“

1. Mai Kundgebung der IG Metall Herborn

„Wäre Corona mit seinen Einschränkungen nicht gekommen, würden wir in diesem Jahr zum 20. Male gemeinsam in Herborn mit evangelischer und katholischer Kirche, Diakonie, DGB, GEW und der AWO die Feierlichkeiten zum 1. Mai aktiv begehen“, sagte Andrea Theiß, Gewerkschaftssekretärin der IGMetall Geschäftsstelle Herborn, auf der gestrigen Pressekonferenz im großen Saal des Herborner Rathauses. „Ohne die Corona-Krise wären wir heute nicht da, wo wir jetzt stehen“, ergänzte sie das Gesagte und glaubt mit diesem neuen „Woche der Arbeit-Programm“ alte Gleise verlassen zu haben. Sie freute sich auch den DGB-Gewerkschaftssekretär Robin Mastronardi aus Gießen begrüßen zu können.   

IG Metall wirbt für Woche der Arbeit vor dem Herborner Osterbrunnen. Von links: Andrea Theiß, Günther Reeh, Maria Becker, Dr. Uwe Seibert und Robin Mastronardi.

Die diesjährige Woche der Arbeit unter dem Motto „GeMAInsam Zukunft gestalten“ und beginnt am 28. April (Donnerstag) um 12 Uhr mit einer bemerkenswerten Ausstellung von Schülerinnen und Schülern des Johanneum Gymnasium auf dem Herborner Marktplatz.

Der Jahrgang 11 hat sich mit der bildlichen Darstellung des Wandels der Berufe und deren Stellung in der Gesellschaft befasst. 30 Herborner Geschäftstreibende erklärte sich spontan bereit, die Bilder in ihren Schaufenstern auszuhängen. Bei einem Rundgang (auch am 6. Mai) werde man Gelegenheit haben, diese ausgiebig anschauen zu können, erklärte die Gewerkschaftssekretärin. Sie freue sich sehr über das Engagement der Schülerinnen und Schüler und vor allem über die Bereitschaft der Geschäftsleute, diese Aktion zu unterstützen.

Am gleichen Tag (28.April) um 19.30 Uhr gastiert der auch in Herborn bekannte Schriftsteller, Kabarettist, Schauspieler und Regisseur René Sydow mit seinem preisgekrönten Kabarett-Programm „Die Bürde des weisen Mannes“ im Merkenbacher Bürgerhaus.

Der Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Günther Reeh, der den Künstler verpflichten konnte, machte deutlich, dass Sydow mit seinem Stück die Brutalität des anonymen Schlachthauses namens Welt entlarvt. Es sei ein Programm über Kolonialismus, Bildung und Ideale.

Die Veranstaltung am 1. Mai („Gute Zukunft-nur gemeinsam“) beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr auf dem Marktplatz. Dort werden der Probst i. R. Michael Karg, die Bezirksreferentin der Katholischen Kirche Maria Becker, Dekan Roland Jaeckle und Dr. Uwe Seibert (Ev. Dekanat an der Dill) sowie von der weltlichen Seite der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Oliver Scheld zu hören sein. Scheld habe bei dieser Veranstaltung eine Premiere, sagte Andrea Theiß mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Um 11.15 Uhr treffen sich alle Teilnehmer auf dem Herkules-Parkplatz am Hüttenweg zur zentralen Veranstaltung und die setzt sich nach dem Marsch in die Herborner Innenstadt mit einer 1. Mai Kundgebung um 11.30 Uhr auf dem Markplatz fort. Die Redner sind Christoph Ehlscheid, IG Metall, Leiter Sozialpolitik, Oliver Scheld 1. Bevollmächtigter der IG Metall Herborn und als Gastredner der Landrat des Lahn-Dill-Kreises Wolfgang Schuster.

Eingebettet in die Kundgebung sind die Gespräche rund um die 2. Tarifverhandlungen für die Erzieherinnen und Erzieher.

Die Woche der Arbeit endet am 6. Mai 2022 ab 14 Uhr mit einem Ku(nst) Walk ’n‘ Talk auf dem Herborner Marktplatz. Sie hätte gerne den einfacheren Begriff Spaziergang für diese Veranstaltung gewählt, aber der sei ihr doch zu sehr belastet, erklärte Andrea Theiß. Während des Treffens wollen alle Anwesende die ausgestellten Bilder der Schülerinnen und Schüler anschauen und besprechen.

Der DGB-Mittelhessen-Vertreter Mastronardi wies in einem Statement auf die Bedeutung des 1.Mai-Feiertag hin. „Er ist nicht nur kulturell ein sehr wichtiger Tag, sondern in hohem Maße identitätsstiftend. Wo sind wir und wohin entwickeln wir uns.“ Andrea Theiß sprach von schwierigen Zeiten auch für Tarifverhandlungen, angesichts der Rohstoff und Energiekrise besonders in der Stahlindustrie. Bezüglich des Sozialstaates und seiner vielfältigen Belastung sagte sie: „Unser Sozialstaat ist mehr wert, als er kostet.“ sig/Foto: Gerdau

HERBORNER MINERALIENFREUNDE e.V. stellen ihre Schätze aus

Am kommenden Samstag (9.April 2022) und Sonntag (10. April 2022) findet nach der Corona-Pause der 27. INTERNATIONALER MINERALIENTAUSCHTAG und die 21. HERBORNER MINERALIENBÖRSE im Merkenbacher Bürgerhaus statt. Öffnungszeit jeweils von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Besonders die Sonderausstellung an beiden Tagen: „Zeolithe“ vom Steinbruch „Alter Stein“, Allendorf/LDK und dem „Richterbruch“, Hammerunterwiesenthal im Erzgebirge dürfte ein Highlight sein.

Der Veranstalter, die Herborner Mineralienfreunde e.V., weisen auf den preiswerten Imbiss in der Kantine hin.

Als Börsenleitung  fungieren  Jens Schneider, Bachstr. 9, D-35792 Löhnberg und Paul Djalek, Sonnenweg 4, D-35614 Asslar–Werdorf

E-mail-Kontakt:  jcs.dr@t-online.de  oder  paul.djalek@gmx.de sig/ Fotos: privat

Herborner Stadtmarkt eröffnet

Von Siegfried Gerdau

Darauf hat Herborn und besonders die Innenstadt, schon lange gewartet. Am vergangenen Freitag eröffneten Johannes Franz aus Solms und sein Marburger Geschäftspartner Marko Svrcek auf dem Herborner Kornmarkt 12 ihr Lebensmittelgeschäft „Stadtmarkt“. Schon Wochen vorher machten sich die Menschen Gedanken darüber, was da hineinkommt und wer wohl der Betreiber ist. Die Vermutungen reichten von „da macht das Stadtmarketing einen Laden auf“ bis „das wird ein Souvenirgeschäft“.

Das Interesse am Herborner Stadtmarkt ist offensichtlich groß.

Jetzt sind die Schleier gefallen und schon viele Menschen haben sich seitdem in dem gut sortierten Verkaufsraum umgeschaut. Die Reaktionen seien bislang ausschließlich positiv, sagte Johannes Franz. Besonders die älteren Besucher zeigten sich begeistert, einfach mal „gleich um die Ecke“ einkaufen zu können.

Das Angebot umfasst rund 400 Artikel und deckt die Grundbedürfnisse der Kundinnen und Kunden ab. Hiermit sei aber das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht, verrät Marko Svrcek. Die beiden Newcomer sind ja immer noch in der Entwicklungsphase und deren vorläufiger Abschluss werde wohl erst Ende des Jahres sein. Die Kunden dürfen gespannt darauf sein, was da noch alles kommt. 

Womit der schmucke Laden punktet, wird deutlich, wenn man das Angebot genauer unter die Lupe nimmt. Alle Produkte sind im wahrsten Sinne des Wortes handverlesen und von den beiden Kaufleuten getestet. Wenn sie einen Tipp oder ein Angebot erhalten, fahren sie persönlich hin und schauen sich das Produkt sowie die Herstellung an. Der regionale Bezug ist die Grundvoraussetzung für den Bezug der Waren und somit entfällt auch der Zwischenhandel. Vor allem die kurzen Wege sind ihnen ein Anliegen. Da werden auch schon einmal Waren in den eigenen Kofferraum verladen und in den „Stadtmarkt“ transportiert. Die krisenbedrohten Transportwege, durch LKW-Fahrer Knappheit und die kaum noch zu bezahlenden Dieselpreise können dadurch weitgehend ausgeblendet werden und der Umwelt tut es auch gut. Was letztlich noch zählt ist nicht die Masse, sondern die Klasse des Produktes und daran lassen Franz und Svrcek keine Zweifel aufkommen.

So zum Beispiel Backwaren. Da ist für sie das Brot vom Bäckermeister Reiner Zickel aus Mittenaar (Ballersbach) der unangefochtene Favorit. „Der macht noch lange haltbares Brot mit richtigem Sauerteig“, sagt Johannes Franz und deshalb verkaufen wir es auch bei uns im Stadtmarkt.

Von dem rheinhessischen Wein sind beide nicht nur der hohen Qualität wegen begeistert. Besonders der für die Landschaft typische Muskateller sei ein uralter Kulturwein. Julia Eller sei eine junge selbstständige Winzerin (Juwel), die sich mit viel Engagement positioniere und sie mit ihren Produkten restlos überzeugt habe.

„Beim Weinkauf, wie auch bei allen anderen Produkten werden die Kunden nicht alleine gelassen. Wir reden über die Produkte, geben, wenn gewollt, Empfehlungen und genauste Auskunft über Herkunft und Produzent, sagt Marko Svrcek. Genau das sei auch der Grund, warum sie den Laden betreiben sagt sein Geschäftspartner. „Wir wollen den Bezug zwischen Ware und Kunde wieder transparent machen. Außerdem müssen wir unsere Produkte, die wir anbieten, auch selber mögen. Wie sollen wir sie denn sonst an unsere Kunden weitergeben“, ergänzt Johannes das Gesagte.

Die Nudeln kommen aus der Heimat von Marko Riesa in Sachsen. Das kaum übersehbare Sortiment wird dort ausschließlich aus heimischen Produkten hergestellt und Marko erzählt, dass er sie fast alle gekostet hat. Die Riesa- Nudeln hätten bei ihnen so gut wie immer auf dem Mittagstisch gestanden.

Leckere Saucen von Heike

Die Tomatensauce und Pestos, aber auch Sirup und Marmeladen von Heike, der Frau eines Gemüsebauern aus Mutterstadt sind der absolute Knaller. Heike verarbeitet in ihren Saucen alles was nicht den Normmaßen von EU und Handel entspricht. Krumme Salatgurken und zu kleine Möhren und mehr ergeben eine unvergleichliche Qualität. Der Müller der Horbacher Mühle im Siegerland, von dem sie ihr hochwertiges Mehl beziehen, gab ihnen den Tipp. Selbstredend schauten sie sich auch bei der Mühle um und waren angetan von der Qualität der Backmischungen und Co. 

Helmut Scharfenberg aus Holzhausen ist begeistert von dem Engagement der jungen Leute. Er verspricht mit seiner Ehefrau wiederzukommen und die Botschaft von dem kleinen aber feinen Laden ins Ulmtal zu tragen. Auch die Familie Maaß aus Hannover, die ihre Tochter in Dillenburg besucht und eher zufällig in Herborn an dem Laden vorbeikommt, zeigt sich sehr angetan von der umfangreichen, persönlichen Beratung und dem ansprechenden Warenangebot.

Die Eier kommen vom Eierhof Fuchskaute aus Waigandshain und die sind jetzt kurz vor Ostern natürlich auch bunt gefärbt zu kaufen. Den Herborner Wochenmarktgängern ist die Qualität bestens bekannt.

Wer es gerne süß möchte, kann Pralinen des jungen Konditormeisters Christopher Bayer, Chef von Hessen-Praline in Zierenberg erwerben. Auch dort haben die Stadtmarketing-Betreiber eine umfangreiche Verkostung vorgenommen, von der sie heute noch schwärmen. Bier gibt es von der Bosch-Brauerei in Bad Laaspe und der Lauterbacher Burgbrauerei im Vogelsberg.

Es gibt „Nackt-Getreide“ aus Hessen vom Schwalmtalhof, garantiert ohne Spelze, Saft von Müller aus Butzbach und natürlich auch

Milch und Butter, die Butter zählt zu den fünf besten der Welt, von der Hüttental-Molkerei aus dem Mossautal im Odenwald ist ein Highlight im Warenangebot des Stadtmarkts. Demnächst kommt Milch und Butter vom Bauernhof Henks aus Wittgenstein. Auch leckerer Ziegenkäse wird dann von dort im Portfolio des Stadtmarkts sein.

Michael Pötzl (Adams) vom Herborner Kornmarkt lobt die „Jungs“ und wünscht ihnen viel Glück für ihren Stadtmarkt. „Diesen Engagement müssen wir Herborner unterstützen, davon profitieren wir alle.“

Bis zum Jahresende soll auch die obere Etage fertig ausgestattet sein, verrät Marko. Die wird ein Juwel in Sachen Selbstversorgung, wie Brotbacken, Sauerkrautherstellung, Samenberatung für die unterschiedlichsten Gartenkräuter und Salate. Auch Workshops werden dort regelmäßig abgehalten, ergänzt Johannes. Wir sind für alles offen und freuen uns über jede Anregung oder Tipps. Auch Wünsche der Kundschaft, die das Sortiment erweitern können, sind gefragt im Herborner Stadtmarkt.

Die Öffnungszeiten werden demnächst festgeschrieben. So viel weiß man allerdings schon. Montag bis Freitag (ausgenommen Mittwoch Ruhetag) soll der Stadtmarkt von 9 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 19 Uhr geöffnet sein. Samstag von9-bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Am Sonntag vorläufig von 14 bis 18 Uhr (angedacht ist auch ein Brötchenverkauf schon morgens). Kontakt. Mobil: 0176 4159 8776. Fotos: Gerdau