Immer wieder sieht man Menschen, die mit ihrer Maske entweder zu lässig, falsch oder ganz bewusst nachlässig umgehen. Dass die blaue Seite bei den OP-Masken nach außen kommt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Auch die Nase, die manche Zeitgenossen über der Maske tragen, muss bedeckt sein. Mir geht jedes Mal der Hut hoch, wenn ich Leute sehe, die ein vermutlich wochenlang nicht gewaschenes HALSTUCH über Mund und Nase ziehen. Das ist gegenüber den Mitmenschen schlicht und ergreifend Verarsche. Solche Alibi-Tücher lassen jedes Virus durch und bringen dazu noch ihre Träger in Gefahr. Dreckige Tücher schützen schon alleine wegen ihrer Durchlässigkeit niemanden.
Die eigene Gesundheit und vor allem der Schutz anderer Menschen sollte es einem Wert sein, sich ein paar Masken zu besorgen und die auch zu tragen.
Immer noch gibt es Ignoranten, die einfach nicht begreifen oder noch schlimmer nicht wahrhaben wollen, dass Covid-19, einfach Corona genannt, pandemisch zum zweiten Mal über Deutschland herfällt. Auf den fast ausgebuchten Intensivstationen liegen keine Gummipuppen, sondern schwer kranke Menschen. Corona-Leugner, Maskenverweigerer und Aus-Prinzip-Dagegen-Stimmungsmacher versuchen den Bürgern einzureden, dass alles von der Regierung initiiert wird und lediglich dazu dient die Bevölkerung zu ängstigen und klein zu halten.
Die Frage, wer davon profitieren sollte, stellen sie einfach nicht. Es gäbe ja auch keine vernünftige Antwort darauf.
Diese schöne Bildchen von t-online.de machen deutlich, was Worte offenbar nur unzureichend erklären.
Also Leute, meint ihr man müsste es unbedingt selber ausprobieren, ob an der Corona Geschichte etwas dran ist? Ich habe da einen einfachen Tipp für die ganz Hartgesottenen. Geht doch mal in ein Krankenhaus und lasst euch ein wenig Auswurf eines Corona-Koma-Patienten geben. Damit ein wenig herumexperimentiert und warten was dann wird. Wenn das mit der Ansteckung geklappt hat, dann aber bitte konsequent bleiben und nicht gleich zum Arzt laufen. Es kann ja nicht so schlimm werden, weil die Regierung alles nur erfunden hat.
Ich weiß, das war jetzt sehr böse, aber es musste sein, weil mir das dumme Geschwätz der Corona-Leugner einfach aus den Ohren heraushängt.
Mein verehrter Freund Winfried Rohrbeck versorgt mich immer mal wieder mit interessanter Historie. Dieser Tage ließ er mir einen Entwicklungsplan zukommen, der mich sehr in Erstaunen versetzte. Bereits 1950 hatten sich Visionäre um die Umgestaltung des Herborner Bahnhofvorplatzes und eines sich daran anschließenden Busbahnhof Gedanken gemacht und das Stadtbauamt mit der Planung beauftragt.
Ein Zeitdokument, dass die Kreativität der damaligen Herborner Stadtväter unter Beweis stellt. Repro: Gerdau
Umgesetzt und an die modernen Verkehrsverhältnisse angepasst wurde die Idee 62 Jahre später, wie man nachfolgend bei Wikipedia nachlesen kann.
2012 wurde der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet, das Kopfsteinpflaster ausgetauscht und die Treppe vor dem Gebäude erneuert. Außerdem wurden die Bruchstein-Brüstungen durch neue Metallgeländer ersetzt. Die markanten, großen Linden neben der Treppe wurden durch Kugelahorn ersetzt, um den Blick auf das Empfangsgebäude wieder freizugeben.
Neben dem Bahnhofsvorplatz wurde am 11. Dezember 2012 der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) eingeweiht. Er hat zehn Bussteige und ist – wie nun auch der Bahnhofsvorplatz – mit einem Blinden- und Sehbehinderten-Leitsystem ausgestattet. Mit diesem System wurde eine Vorgabe des Landes Hessen umgesetzt, das 75 Prozent der Baukosten übernahm. Hier halten nun sämtliche Stadt- und Regionalbuslinien. Somit ist ein leichter und bequemer Umstieg zwischen Bus und Bahn möglich. Außerdem wurden dort zwei große elektronische Anzeigetafeln, die die Abfahrtszeiten der Busse und Züge sowie eventuelle Verspätungen anzeigen, aufgestellt. sig
Ich sitze heute Morgen vor meinem digitalen Kaminfeuer und denke so vor mich hin. Vieles geht so durch den Kopf. Wir leben in einer Zeit, die oft auch in Vor- und Nach-Corona schon eingeteilt wird. Aber was ist wenn es Nach-Corona in der Zeitrechnung nicht geben wird ? Was ist mit den Menschen die heute noch leben und das Morgen nicht erreichen? Wie unterstützt die Politik die Menschen, die nach Antworten suchen? Wohin triftet unsere Gesellschaft,- unsre Wirtschaft,- unsere Ethik?
Olaf Thomas befasst sich mit der Zeit vor und nach Corona.
Es gibt tausend und eine Frage!
Mein Gedanke heute Morgen war… wie wäre es, wenn sich Menschen aus unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft in Zeitabständen treffen, um darüber verbal „nachzudenken“ !?
Nachdenken über unser Leben vor Ort? Nachdenken wohin die Reise für die Menschen in Herborn, Dillenburg, Wetzlar, Gießen oder Klein-Amdorf geht.
Ich habe Ähnliches vor zirka 30 Jahren in christlichen Kreisen gemacht. In Breitscheid in der damaligen Pension Kolb. Es war sehr bereichernd für die Menschen vor Ort.
Was denkst Du über solche Gedanken ?
Ich denke und ich weis, dass es sehr „befruchtend“ für eine Gesellschaft und eine Gemeinschaft ist, ergebnisoffen und frei im Geist, sich die momentane Situation in allen Bereichen anzuschauen. Ideen werden geprägt und eines Tages geboren.
Eine Zeit vor Corona kenne ich. Sie war da und sie war wie sie – war. Eine Zeit nach Corona, darüber darf ich nachdenken, wie sie sicher und unbeschadet von mir erreicht wird. Aber sie ist Zukunft. Und Zukunft ist nur in unseren Gedanken.
Wäre es nicht toll mit anderen Menschen diese Zukunft jetzt schon zu formulieren, um sie unbeschadet zu erreichen ? Und dabei so viele mitzunehmen, die gedanklich den Horizont dafür nicht mehr sehen oder haben ?
Mein digitales Kaminfeuer ist nun abgebrannt.
Wie wäre es solch einen Kreis von Menschen zu bilden, der Signale der Hoffnung auf eine Zukunft nach Corona sendet?
Wie und in welchem Rahmen, darüber müsste nachgedacht werden und zwar genau schon jetzt, mitten in der Corona Zeit !
Da so rege und final von manchen leider auch etwas unterhalb der Gürtellinie diskutiert wurde, würde ich gern nochmal ein paar Sätze dazu loswerden.
Katrin Zammert streift in ihrem Betrag das komplexe Thema Corona.
Ich verstehe völlig, dass Menschen, die in Ihrem engeren Umfeld einen mittleren oder schweren Verlauf von Corona erleben mussten schnell emotional werden, Dinge anders sehen und nüchtern Rationales wie Zahlen und Zuordnungen so nicht gelten lassen und ich gestehe schon immer jedem seine eigene Meinung zu, auch wenn ich sie nicht teile. Ich selbst sehe aber, nach nun einem dreiviertel Jahr Covid19 in Europa, eben nicht (mehr) „Corona“ als grösste Gefahr, sondern den Umgang damit. Und das dieser nicht unbedingt richtig ist und es die „eine Wahrheit“ schlicht nicht gibt, wird mittlerweile ja selbst im ZDF offen gezeigt. Das heisst aber auch nicht, das ich in Corona selbst gar keine Gefahr sehe. Leider wird das heute oft gern bewusst missverstanden, denn es gilt die Meinungstotalität: wer das Eine als wichtiger erachtet als das Andere, „leugnet“ automatisch das Andere. Schlicht falsch. Aber man kann damit natürlich sehr gut Stimmung gegen alle machen, die die eigenen Ansichten nicht vorbehaltlos teilen.
Eines ist klar: Wenn weiter so agiert wird wie aktuell (und leider sieht es danach aus), geht uns irgendwann das Geld aus. Dann war es das auch mit dem Gesundheitssystem in dieser Form, denn einem 80 Jährigen eine künstliche Hüfte implantieren zu lassen ist nur möglich, wenn die Wirtschaft läuft. Wieviele Opfer das dann kostet, kann man nur mutmaßen. Genauso wie man nur mutmaßen kann, wieviele Menschen nicht durch „Covid“ sondern an Nebenwirkungen wie Isolation, Pleiten, Suizid oder schlicht fehlender Versorgung sterben mussten.
Dass das hier seit März auf Pump für die Meisten (aber eben auch nicht alle) glücklicherweise aufgefangen wird ist eine Sache, aber auch das kann nicht ewig funktionieren und das Gejammer derer die das irgendwann bezahlen müssen wird verständlicherweise groß sein. Und das irgendwer diese Suppe auslöffeln muss ist eines der wenigen Dinge, die sicher sind. Auslöffeln müssen das vor allem auch Kinder und Jugendliche. Wer weis schon, welche langfristigen Schäden es verursacht, wenn Abstand die neue Nähe ist? Wer weis schon was es langfristig mit einer Gesellschaft macht, wenn „sozial sein“ plötzlich heisst eben nicht mehr „sozial“ sein zu können, zumindest ausserhalb des Internets? Wobei: mit einem Freund darf man sich ja noch treffen. Mit „einem Freund“. Auf so einen Unsinn kann auch nur jemand kommen, der von realem Leben und besonders von Kindern, keinerlei Ahnung hat.
Es steht doch jedem frei zu Hause zu bleiben wenn er möchte. Jedem. Keiner muss ein Restaurant besuchen wenn er nicht will. Keiner muss in ein Theater gehen, wenn er glaubt es sei gefährlich. Keiner muss sich mit Freunden treffen. Und jeder kann auf sich aufpassen. Ich habe auch nichts gegen Tests, ausser diesen Nasenabstrich, den ich nach einer recht negativen Erfahrung gerne verweigere würden. Ich habe auch nichts gegen Quarantäne für nachweislich Infizierte und ich habe nichts gegen Strafen für die, die dagegen verstossen. Ich verstehe das Verbot von Großveranstaltungen und das Menschen sich die Hand vor den Mund halten wenn sie husten oder gähnen bzw. ersteres in die Armbeuge tun, sollte ohnehin selbstverständlich sein. Es ist ja auch nicht so, dass Menschen wie ich die angreifen würden, die am liebsten mit Maske schlafen und seit März gern, wie von der Bundesregierung propagiert, auf dem Sofa zum Held werden, sondern eben umgekehrt. Und der ganz aktulle Grund für die gestrige Demonstration und meinen Post dazu ist ja ohnehin ein gänzlich anderer: Ich bin ganz sicherlich kein Impfgegner. Aber ich will und werde mich nicht gegen Covid19 impfen lassen, so lange es keine Langzeitstudien gibt und ich möchte deswegen nicht komplett auf das öffentliche Leben verzichten müssen. Und auch wenn der Gesundheitsminister, wie erwartet, dem Impfzwang einen Laufpass gab, heisst das nicht, dass er (wovon recht sicher auszugehen ist) nicht durch die Hintertür kommt, so wie seit eingier Zeit ja auch die Testpflicht. Wer sich gestern so über den Begriff „Ermächtigungsgesetz“ echauffiert: der Begriff Ermächtigung taucht mehrfach auf, lest es selbst, bevor ihr mit viel Haltung den passenden Beitrag des „Volksverpetzers“ teilt. Auch will ich weiter Freunde begrüssen ohne dass der Blockwart deswegen meine Wohnung öffnen darf um zu kontrollieren ob das nicht vielleicht sogar zwei Freunde sind, die sich hier aufhalten und ja, theorethisch würde das Gesetz dies erlauben. Man könnte sich auch problemlos vorstellen, dass davon auch ganz praktisch, selbst im eigenen Wohnhaus, Gebrauch gemacht wird. Wer hätte schon gedacht, dass denunzieren im Kampf gegen Corona zum guten Ton gehören könnte. Und wir reden hier nicht über große Feiern, sondern über Familienbesuch im Garten oder Nutzen der eigenen Ferienwohnung in einem anderen Bundesland. Auch will ich gern Weihnachten mit meiner Familie feiern, ganz selbstverständlich und nicht als „Belohnung für gutes Betragen“.
Wenn es nur eine Meinung gibt, die zudem noch nicht diskutabel ist, bräuchten wir schlicht keine Demokratie mehr. Doch wir brauchen sie. Und wir brauchen Meinungsvielfalt. Der Umgang mit anderen (nicht dem gewollten Mainstream entsprechenden Meinungen) ist jedoch bedenklich geworden, was allein die Wortwahl zeigt: Wer gegen den Migrationspakt ist: „Nazi“, wer der Meinung ist, dass die Sonne grösseren Einfluss auf die Temperatur auf Erden hat als der Dieselmotor: „Klimaleugner“ (auch wenn keiner erklärt, wie man das Klima überhaupt „leugnen“ können sollte) und wer gegen einen neuerlichen Lockdown und die Beschneidung von Grundrechten ist: „Coronaleugner“, auch wenn hier ebenfalls keiner die Existenz von „Corona“ leugnet. Es scheint ohnehin nur noch Pauschalen und Narrative zu geben, Differenzierungen hört man meist nur noch hinter verschlossener Tür. Lieber wirft man alles in einen Topf und so wird dann ein Kritiker, der völlig berechtigte Fragen stellt, gern mit dem dümmsten und absurdesten Verschörungstheoretiker gleichgestellt und somit mundtot gemacht. Mich erinnert das an dunkle Zeiten und ich verstehe nicht, warum man andere rationale und belegte Meinungen nicht einfach eine „andere Meinung“ sein lassen kann, sondern direkt verbalen Krieg führen und bei mangelnder Einsicht „entfreunden“ muss.
Ein guter alter Bekannter zeigte dann glücklicherweise noch wie es gehen kann und sollte indem er schrieb „die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, in der Mitte, wahrscheinlich wurden auf beiden Seiten Fehler gemacht“. Danke dafür. Wenn wir alle wieder mehr miteinander reden würden als übereinander, wäre das toll. Und wenn wir dann auch noch zuhören und verstehen könnten anstatt nur zu verurteilen, dann könnte jeder aus seiner kleinen Welt heraus helfen das große Ganze etwas besser machen.
gerdaus-welt nähert sich mit Riesenschritten der magischen „Aufrufe-Zahl“ von 50 000. Angesichts der Tatsache, dass der Blog erst seit April 2020 „auf Sendung“ ist, eine tolle Sache.
Der heutige Stand von 43 784 Aufrufen spricht eine eigene Sprache und gerdaus-welt ist offensichtlich auf dem richtigen Weg.
„Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh’ ich durch die Gassen …“, textete der 1788 geborene und bedeutendste deutsche Lyriker und Schriftsteller Joseph von Eichendorff einst in seinem „Weihnachtsgedicht“.
Der Herborner Marktplatz unter der Knute von Corona.
Das wunderschöne und allseits bekannte Gedicht ist derzeit aktueller denn je. Nur die Vorzeichen sind anders als damals. Es ist zwar wieder bald Weihnachtszeit aber auch Corona-Zeit und das gnadenlose Virus hält die Welt nunmehr fast ein Jahr lang in Atem. Die Pandemie hat erneut mehrere Zähne zugelegt. Dass „Wenn wir uns nicht mehr sehen sollten, wünsche ich dir frohe Weihnachten“ ist schon lange einem „Mach‘s gut, hoffentlich haben wir Corona bald hinter uns“, gewichen. Täglich werden wir mit Schreckens-Zahlen überschwemmt, die viele nicht verstehen und andere nicht wahrhaben wollen. Die Menschen sind verunsichert und haben „Frohe Weihnachten“ schon lange ad acta gelegt. Der Einzelhandel hält die Luft an. „Wird er nach der Stilllegung der gesamten Gastronomie als nächster Gewerbezweig an die Kette gelegt?
Experten aller Couleur, allen voran die Virologen, erklären, warnen und machen die Leute noch nervöser als sie ohnehin schon sind. Andere „Fachleute“ wiegeln ab, beschwichtigen und erklären das gesamte Schreckensszenario als überzogene Zweck-Panikmache der Regierung und der Pharmaindustrie.
Dann gibt es auch noch die Corona-Leugner, die das Maskentragen als Eingriff in die Selbstbestimmungsrechte der Bürger verdammen. Sie werden von den „Durchblickern“ als Covidioten, als Nazis und mehr beschimpft. Dabei sind es oft nur Menschen, die verstehen wollen, Ängste haben und sich mittels des Vogel-Strauß-Prinzips schützen wollen: „Ich sehe es nicht, also ist es auch nicht“.
Es ist einfach, der Regierung alle Schuld zuzuschieben und manchmal verschafft es sogar Luft. Ob es aber richtig ist, darf heftig bezweifelt werden. Was sollen die Politiker, die bezüglich der Covid-19-Pandemie allesamt so ahnungslos wie auch die Bürger sind, denn machen. Laissez-faire, also einfach machen lassen, kann es doch nicht sein. Der Staat muss seine Bürger schützen und das können sie von ihm auch verlangen. Also nochmal wie soll er vorgehen. Es gibt unendlich viele selbsternannte Experten, die glauben, sie hätten den Stein der Weisen gefunden. Den Weg in eine vollkommenere Welt und raus aus den Fängen der modernen Pest. Leider ist der fast immer ein Irrweg.
Wir alle ganz alleine, jeder in seinem Lebensbereich und seinen Möglichkeiten, müssen mit dem Virus letztlich fertigwerden.
Wer keine Maske tragen will, soll das tun. Aber, und das ist das Entscheidende, er darf andere nicht in seine quergestylte Gedankenwelt einbeziehen. Also schön alleine bleiben und bitte nur dann keine Maske tragen.
Die Spaltung der Bevölkerung geht weiter. Waren es noch vor nicht allzu langer Zeit die „Besseren Menschen“, die gegen die „Nazis“ zu Felde zogen. Jetzt machen auch noch die Corona-Gläubigen gegen die Corona-Verweigerer Front. Idioten sind sie sicher alle nicht, oder doch? Wer Andersdenkende verunglimpft muss sich auf jeden Fall fragen lassen, wes Geistes Kind er denn ist.
Man muss sich nicht wundern, dass sich das menschliche Miteinander so negativ entwickelt. Es wird geschürt und die längsten Zeigefinger haben die Medien dabei entwickelt. Da wird belehrt, ausgegrenzt und an den digitalen Pranger gestellt was das Zeug hält. Sehr subtil, aber dafür umso effektiver. Wenn man den oft anmaßenden Botschaften glaubt, kann es nur einen richtigen Weg für alle Bundesbürger geben.
Zum Glück ist das alles nur menschliche Überheblichkeit, Arroganz und ein großes Maß an Einbildung. Bildung und Wissen geht anders, hilft aber speziell in unserer verzwickten Corona-Lage auch nicht viel weiter.
Also doch hoffen und vielleicht auch ein wenig beten, aber vor allem das tun, was wir alle tun können. Maske tragen, um den anderen zu schützen, sich mit aller Kraft gegen den Herdentrieb stellen und Abstand halten.
Weihnachten wird sein, mit und ohne Covid-19. Nur wie wir feiern und ob wir es überhaupt noch gesund können, liegt nicht an der Regierung, sondern einzig an uns selber.
Markt und Straßen werden in diesem Jahr zu Weihnachten verlassen sein, aber im kommenden Jahr wird alles anders werden … hoffen wir. „Frohe Weihnachten“ . Foto: Gerdau
Holger Lehr wird am kommenden Montag in Herborn demonstrieren. Der Grund: Der 53-jährige gebürtige Herborner sieht in der Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Masken an bestimmten Orten eine ungerechtfertigte Einschränkung der persönlichen Freiheit. Das zu kritisieren ist sein gutes Recht und das nennt man Meinungsfreiheit. Um seine Meinung publik zu machen, kann er selbstverständlich demonstrieren. Diese Freiheit garantiert ihm das Grundgesetz Artikel 8 ebenso wie jedem anderen bundesrepublikanischen Bürger.
Artikel 8 GG lautet seit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24. Mai 1949 wie folgt:
Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
Aber und jetzt kommt die Einschränkung in Satz 2
Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes
beschränkt werden.
Beschränkung im wirtschaftlichen und sozialen Interesse und zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die sogenannte Maskenpflicht. Dazu sagt die hessische Landesregierung aktuell folgendes: Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss getragen werden:
1. Im öffentlichen Personennah- und Fernverkehr, also bspw. in Bussen, Bahnen, Taxis, Schiffen, Fähren und Flugzeugen
2. In Bahnhöfen und Flughäfen sowie Bushaltestellen, U-Bahn-Stationen und Bahnsteigen
3. Im Publikumsbereich aller öffentlich zugänglichen Gebäude (v.a. Behörden und Bürogebäude).
4. Bei der Abholung von Speisen in der Gastronomie sowie in Kantinen und Mensen bis zum Sitzplatz
5. In Geschäften (Groß- und Einzelhandel), Bank- und Postfilialen und zwar überall dort, wo Kunden Zutritt haben
6. Auf Wochenmärkten, Flohmärkten etc.
7. In allen Gesundheitseinrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäusern und Arztpraxen
8. In überdachten Einkaufszentren und in überdachten Straßen und Flächen mit Geschäften
9. Beim Friseur und bei medizinisch notwendigen Dienstleistungen, wo sich Dienstleister und Kunden sehr nahekommen. Die Maskenpflicht gilt für beide.
10. In Schulen außerhalb des Klassenraums. Ab der Klasse 5 gilt eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Diese Schülerinnen und Schüler können die Masken auch kurzzeitig mal abnehmen. Diese „Maskenpausen“ werden vor Ort in den Schulen organisiert.
11. Auf stark frequentierten Straßen und Plätzen unter freiem Himmel, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht sichergestellt werden kann. Das gilt insbesondere in Fußgängerzonen.
12. In Fahrzeugen, wenn sich in einem Fahrzeug Personen aus mehr als zwei Hausständen befinden.
Zum schicken Hut und der schönen Halskette gehört in dieser Zeit an manchen Orten auch ein Mund-Nasen-Schutz.
Gegen Punkt 11 zieht Holger Lehr jetzt zu Felde. Er hat das Verwaltungsgericht Gießen angerufen, um gegen die Maskenpflicht während seiner Demonstration zu klagen. Ob er damit durchkommt darf bezweifelt werden.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin absolut für die freie Meinungsäußerung und damit auch für das Demonstrationsrecht. Dessen Grenze ist jedoch bei mir ab da gesetzt, wo die Unversehrtheit auch nur eines anderen Menschen gefährdet ist. Das wäre der Fall, wenn bei einer Demonstration in Pandemiezeiten die Teilnehmer nicht mit einem Mund-Nasen-Schutz ausgerüstet wären. Auch der Abstand von Teilnehmer und Teilnehmer muss eingehalten werden.
Nun könnte man ja sagen, „man braucht ja nicht dahinzugehen“. Das ist die falsche Antwort. Wer demonstrieren möchte, hat alles zu tun, um dies ohne Gefahr für Leib und Leben anderer Menschen durchzuführen. Dieser Schutz gilt auch für den, der sich bei einer derartigen Veranstaltung Informieren oder auch selber teilnehmen möchte.
Es ist auch wenig hilfreich gleich mit der Nazi-Keule zu drohen. Zum einen sind nicht alle Menschen mit anderen Meinungen und Ansichten immer gleich Nazis und zum anderen gilt es auch hier folgenden Grundgesetz-Artikel zu beachten: Artikel 1, Absatz 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Natürlich werden solche Veranstaltungen, wie die für kommenden Montag geplante, auch oft von extremen Gruppierungen unterwandert. Das kann man erkennen und sich auch dagegen zur Wehr setzen.
Fazit: Wenn Holger Lehr oder wer auch immer sich gegen das Maskentragen lautstark und vernehmlich zur Wehr setzen möchte, kann er nicht erwarten, dass dies alle Menschen gut finden. Auf jeden Fall hat er dabei die einschlägigen Gesetze und Verordnungen zu beachten und einzuhalten. Sollte er oder einer der Teilnehmer dagegen verstoßen, muss in allgemeinem Interesse mit Sanktionen gerechnet werden. Auch das ist Recht und sehr demokratisch. Ich empfehle daher jedem Maskenverweigerer die 50 Euro Bußgeld gleich dabeizuhaben.
Mal so ganz nebenbei: Die Intensivstationen füllen sich immer mehr mit Corona-Patienten und die Krankenhäuser, auch und gerade in unserem Raum, schauen die Verantwortlichen mit großer Sorge auf diese Entwicklung. Die Intensivbetten werden immer knapper und die Pflegekräfte auch. Das sind keine Märchen und jeder kann sich von dem Wahrheitsgehalt dieser Aussagen leicht überzeugen.
Um was geht es denn den Maskenverweigerern. Ist es tatsächlich die Angst vorm Ersticken? Diese Gefahr ist sicher größer und realer bei einer künstlichen Beatmung. Also geht es ums Prinzip und das ist mit Verlaub gesagt ein lächerliches Argument. Wer also partout keine Maske aufziehen möchte, sollte unbedingt auch eine Erklärung bei sich tragen, dass er im Falle einer Corona-Erkrankung auf keinen Fall ärztlich behandelt werden will. Unwiderruflich versteht sich.
In einer Gemeinschaftsarbeit von Herborner Geschichtsverein und dem Fotostudio am Hexenturm entstand rechtzeitig vorm Weihnachtsfest der neue Fotokalender 2021 „Einst und Heute“. Im DIN A 4-Format stehen sich auf den 12 Seiten jeweils Fotos der Bärenstadt aus verschiedenen Epochen gegenüber.
Der Kalender ist für 15,90 Euro im Fotostudio am Hexenturm erhältlich und ist nicht nur für Geschichtsinteressierte ein wertvolles Geschenk.
„Wolfszeit“ ein Titel der reißerisch klingt und es wohl auch soll. Dabei hat der Autor Harald Jähner sich in seinem fast 500 Seiten Wälzer mit einem Thema befasst, dass sicher keine Vorlage für einen Triller oder spannende Unterhaltungslektüre ist.
Mit seinem Sachbuch mit dem Untertitel „DEUTSCHLAND UND DIE DEUTSCHEN 1945 – 1955“ taucht er tief in eine Zeit, die von den Geschichtsschreibern hier und da einmal gestreift wird. Diese zehn Jahre nach Ende des furchtbaren Krieges, als das einst so willkürlich und rücksichtslos ganze Völker unterjochende Nazi-Regime am Boden lag und sich in den Ruinen wieder Leben regte, waren es Jähner Wert, genau beleuchtet zu werden. Um es vorweg zu nehmen, dies ist ihm mit Bravour gelungen. Wohl selten habe ich ein derartiges Buch in die Hand genommen und hätte es am liebsten an einem Stück gelesen.
Zum Buch-Inhalt:
Sehr detailreich und dennoch unterhaltsam beschreibt er schonungslos den Niedergang sämtlicher sittlicher Normen und Gesellschaftsstrukturen. Die Auferstehung aus Ruinen- in der späteren DDR als Nationalhymne besungen- vollzog sich jedoch alles andere als pathetisch. Es ging ums nackte Überleben. Hundertausende Menschen hatten Heimat, Haus und Habe verloren und versuchten sich in einer orientierungslosen Welt über Wasser zu halten. Zu den tausenden ehemaligen Zwangsarbeitern, KZ-Insassen und Kriegsgefangenen kamen etwas später noch die Vertriebenen aus den ehemals deutschen Ostgebieten. Der ganz profane Hunger beherrschte (fast) alle. Da gab es aber auch die Schwarzmarkthändler, die ihre Chance erkannten und in dem Elend noch Gewinne machten.
Jähner schafft es Seite für Seite diese mühsam von den Siegermächten regulierte Welt nahezu unterhaltsam und ohne große Schuldzuweisungen dem Leser nahezubringen. Plötzlich versteht der durch die Gnade der späten Geburt von all dem unbelastete, warum die Großeltern Hamstern und fast zwanghaftes Sparen zeitlebens nie mehr ablegen konnten. Es war Wolfszeit und jeder musste an sich denken und hatte kaum Ressourcen für Mitleid und den Nächsten übrig.
Er beschreibt in seinem grandiosen Sachbuch wie sich der deutsche Phönix aus der Asche seiner durch ihn selber verursachten Brandschatzung befreit. Mit arg gestutzten Flügeln, aber einem von der Welt mit Erstaunen beobachteten unbedingtem Willen und Bestreben nach wieder-etwas-zu-sein, werden dabei die verbrecherischen Jahre 1933 bis 1945 einfach ausgeklammert. Diese Ignoranz der eigenen Geschichte und den Millionen Opfern gegenüber, sollte sich jedoch schon bald rächen. Die Alliierten erwarten etwas von ihrem ehemaligen Gegner. Der kommunistische Block hingegen hatte die Spaltung des Landes in Ost und West im Sinn und betrieb sie mit Fleiß. Das Buch fasziniert mich von den ersten Seiten und es wird auch anderen Lesern so ergehen. Wer wissen will, wie sich Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg genauso und nicht anders entwickelte, sollte dieses Buch zur Hand nehmen. Es ist 2019 im Rowohlt-Verlag unter der ISBN 9783737100137 zum Preis von 26 Euro (gebunden) und 16 Euro (Taschenbuch) erschienen.
Zum Autor:
Der 67-jährige Verfasser Harald Jähner war bis 2015 Feuilletonchef der „Berliner Zeitung“. Seit 2011 ist er Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.
In der Übersetzung der Snorra-Edda von Karl Simrock wird die Endzeit auch als „Wolfszeit“ bezeichnet. Die sozialen Regeln brechen, die Welt stürzt ins Chaos, die Ordnung kehrt sich um. Das ist die Zeit der Wölfe.
Aus Wikipedia übernommen
Persönliche Ergänzungen:
Für mich, dem Jahrgang 1946, war es auch eine Zeitreise, die mich in die frühen Jahre meines Daseins führt. Es war eine sehr arme Zeit und ich muss mich wundern, wie meine Eltern es schafften sich selber und dann auch noch mich zu ernähren. Als Kind bekommt man das zum Glück alles nicht mit. Abgesehen von den späteren teils handfesten Strafaktionen meiner Mutter, hatte ich eine schöne Kindheit und so ging es wohl auch den meisten meiner Jahrgangskameraden. Klima gab es noch nicht und wir mussten nicht aufpassen gegen Genderregeln zu verstoßen. Unsere Freizeit verbrachten wir in dem nahen Wald und wenn wir mit einer Beule oder einem blauem Auge nach Hause kamen war das eben so. Ich hatte Respekt vor Uniformierten und nicht nur deshalb weil mein Vater selber einmal Polizist war. Die Umwelt war in unseren Augen sauber und das lag vielleicht daran, weil man die Milch noch in Kannen holte. Auch sonst gab es wenig Verpackungsmaterial. Ganz einfach, es gab sehr wenig zu verpacken. Das sonntägliche Stückchen Fleisch war das Highlight der Woche und an den anderen Tagen gabs Gemüse aus dem Garten und im Winter aus Einmachgläsern. Meinen Vater, den gebürtigen Elbinger aus dem damaligen Westpreußen, hatte der Krieg 1945 in Sechshelden ausgespuckt. Seine Familie floh in langen Flüchtlingstrecks aus der Heimat. Mama und Papa lernten sich damals kennen und was aus heutiger Sicht total unpassend war, sie heirateten und wurden Eltern. Bis zu ihrem Tode sprachen sie immer von der „Schlechten Zeit“. Das war sie sicher auch für den Großteil der Menschen. Hatte sich bis 1945 das Unmenschentum in Deutschland etabliert, erlebte man nun ein neues menschliches Miteinander ohne Lager, Verbrennungsöfen, Ortsgruppenleiter und Blockwarte. Meine Eltern, deren Freunde, Nachbarn und alle anderen in unserem kleinen Kosmos arbeiteten gemeinsam freiwillig oder durch die Umstände gezwungen daran, wieder eine anständige Welt aufzubauen. Wenn es auch wenig zu Essen gab und das Handy noch nicht einmal in der Fantasie der Menschen existierte, ich wuchs unbekümmert und unbedarft hinein und empfand die Segnungen unserer Demokratie als selbstverständliche Tatsache. Erst viel später setzte ich mich mit der Vergangenheit auseinander und wusste eins ganz sicher: Das soll unser Volk nicht noch einmal erleben und ich werde alles tun, um solch grauenhaften Exzesse zu verhindern. Ich brauchte mich jedoch Gott-sei-Dank nicht zu bemühen. Unsere Demokratie hat bis heute weitgehend konfliktlos gehalten. Hoffentlich können wir unseren Nachkommen diese glückliche Zeit weitergeben. Dass ich da große Bedenken haben, verschweige ich am Besten.
Die ersten Novembertage in diesem Jahr sind dermaßen schön, dass man sich gar nicht satt genug sehen kann. Die Farbenpracht der Pflanzenwelt wetteifert mit dem blauen Himmel…..nur die kalten Nächte machen deutlich, dass das Jahr schon sehr fortgeschritten ist.
Fotos: Siegfried Gerdau
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