Corona im Haus des Lebens

Ungeachtet der zahlreichen (immer noch) Corona-Verharmloser bereitet sich das Virus auch in unserer Region mit erschreckender Geschwindigkeit aus. Jetzt hat der „unsichtbare Drecksack“ das Herborner Seniorenheim Haus des Lebens in der Kaiserstraße erreicht. Obwohl sich Heimleitung und das gesamte Pflegepersonal in den vergangenen Monaten mit all den verfügbaren Mitteln bemüht haben eine Ansteckung zu verhindern, Covid-19 hat einen Weg ins Haus gefunden. Nach dem letzten Stand sind 12 Heimbewohner positiv und es können noch mehr sein oder werden. Die Konsequenz: Die totale Abriegelung des Altenheims mit all seinen Beschwernissen für das Personal und die Bewohner. Es ist müßig über eine mögliche Ansteckungsquelle zu spekulieren. Das Virus kann von den Bediensteten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ebenso eingeschleppt worden sein, wie durch Besucher. Auch über Gegenstände, Päckchen und viele andere Dinge kann es seinen Weg gefunden haben.

Seit Monaten waren die Sicherheitsmaßnahmen im und um des Herborner Haus des Lebens äußerst wirkungsvoll. Jetzt hat das fiese Corona-Virus einen Weg in die Einrichtung gefunden . Archiv-Foto: Siegfried Gerdau

Jetzt gilt es sehr fair gegenüber allen Verantwortlichen zu sein. Keine Schuldzuweisungen und kein Meckern über erhöhte Sicherheitsmaßnahmen. Das was ist, reicht allemal. Bleibt nur zu hoffen, dass sich alles bald zum Guten wendet. Man kann der Heimleitung, allen Mitarbeitern und den Bewohnerinnen und Bewohnern nur viel Kraft und Gesundheit wünschen. sig

Richtfest und Richtspruch-eine alte Zimmermannstradition

Das Richtfest, ist bis zum heutigen Tage ein weitgehend gleichgebliebenes Ritual aus dem 14. Jahrhundert. Damit wird das Aufrichten des Dachstuhls und das Ende des ersten großen Bauabschnitts gefeiert. Die Konturen des künftigen Heims sind jetzt schon deutlich erkennbar. Viele Bauherren nutzen das Fest, um den Bauleuten und Handwerkern zu danken, Nachbarn und Freunde einzuladen und ihnen stolz den Baufortschritt zu präsentieren. Das dabei auch der Schmaus nicht zu kurz kommt, ist selbstverständlich.

Ebenfalls nach einer alten Tradition überreichte AWO-Geschäftsführer dem Bauherrn Jörg Fischer (links) Brot und Salz.

Nach der alten Zimmermannstradition hält einer von ihnen den Richtspruch und schmettert am Ende das ausgetrunkene Glas in die Tiefe. So geschehen auch am Donnerstag (25. September 2020) beim Richtfest für das neue AWO-Alters-und Seniorenheim in der Herborner Au.

Hier war es einer der beiden Chefs der renommierten Zimmermannsfirma Rinn aus Heuchelheim, Jürgen Rinn. Er sagte aus luftiger Höhe den Spruch in freier Rede auf und war so nett ihn mir am Ende der Veranstaltung extra aufzuschreiben.

Nein, in diesem feinen Zwirn hat der Zimmermeister Jürgen Rinn noch nie gearbeitet. Der „Ausgehanzug“ der Zimmerleute wird nur bei feierlichen Veranstaltungen getragen.

Liebe versammelte Richtfestgäste. Lasst grüßen euch aufs Allerbeste, denn wie ihr seht es ist so weit, ein neuer Bau steht hier bereit. In fertiger Form nun zu erkennen, so dass wir auch das Richtfest feiern können.

Ja, noch können Regen und Sonnenschein so hier und da ins Gebäude hinein. Doch das wird sich nun zügig zu Ende gestalten und gut betreut die Senioren bald Einzug halten. Doch vorher lasst mich wie es gebührt Dank sagen an alle die den Neu-und Umbau ausgeführt haben. Allen Handwerkern, Meistern, Gesellen und Lehrlinge danke ich für ihren Fleiß und des Bauwerks gelingen. Einen Dank den Architekten bring ich dar, die zuständig für Planung und Gestaltung waren. Aber auch dem Bauträger habe ich zu danken, denn der zahlt für gewöhnlich zum Richtfest das Bier.

Aber wir danken allesamt auch Gott, dass er zu jeder Frist hier am Bau gewesen ist. Mir ist nichts zu Ohren gekommen, dass einer der Handwerker Schaden genommen. ER beschütze auch zukünftig dieses Haus und alle die da gehen ein und aus. Euch allen die ihr da unten steh‘n, wünsch ich noch viel Glück und Wohlergeh’n.

Natürlich gehört der Hut auf den Kopf. Erst dann ist die zünftige Kluft komplett.

Ich trinke auf euch und dieses Haus, mein frisch gefülltes Glas jetzt aus. Zum Schluss noch mein Glas zerspringe im Grund. Die Scherben mögen bringen Glück und Segen dem Haus und dieser Stund.  Verfasser: Jürgen Rinn. Fotos: Siegfried Gerdau

Der Artikel zum AWO-Richtfest ist in der Samstagsausgabe (26.09.2020) des Herborner Tageblatts nachlesbar.

Challenge „der Seissler läuft“ ein voller Erfolg

Da ich mir schon vor 14 Tagen die Arbeit gemacht habe, wollte ich meinen Artikel wenigstens hier in gerdaus-welt veröffentlichen. Die Aktion des Herborner Sportgeschäftes Seissler verdient es sicher, dass man darüber spricht und das will ich jetzt endlich tun.

Glückliche Gesichter bei der Preisverleihung. Rechts im Bild: Nina-Verena Wollberg
An der Benefiz-Sportveranstaltung des Herborner Sporthaus Seissler nahmen 250 Läuferinnen und Läufer teil. Unter dem Motto „Der Seissler läuft“ versuchten die Challenge-Teilnehmer so viel wie mögliche Laufkilometer zu absolvieren. Ziel der Aktion war: Möglichst viele Menschen zu sportlicher Aktivität zu animieren und gleichzeitig Gelder für einen guten Zweck zu generieren. Am Freitag wurden die Teilnehmer geehrt und die Preisgelder in den Räumen des Sporthauses Seissler im Herborner Dill-Center an die Empfänger ausgehändigt. Die Inhaberin des Sporthauses Nina-Verena Wollberg, gleichzeitig Initiatorin der Veranstaltung und Preisgeld-Stifterin hatte im Schwerpunkt die Läufer-Community in den sozialen Medien im Auge. Als die vor zwei Jahren die kleine Luna im benachbarten Mademühlen unterstützten, reifte bei Wollberg der Entschluss ebenfalls eine solche Aktion zu starten. Ihre Zielgruppen war die Ironman-Hilfe von Christoph Selbach für Rheuma-Kinderklinik in Garmisch- Partenkirchen, das DRK-Pflegezentrum, Herborn von Ute Teich und das Seniorenheim Haus des Lebens unter der Leitung von Monika Rupenthal ebenfalls in Herborn. Als die Vorbereitungen für „Der Seissler läuft“ in vollem Gang waren, kam Corona. Im Zuge dieser Pandemie, mit all ihren Einschränkungen, wurde für die Geschäftsfrau deutlich, dass es gerade die alten Menschen besonders hart traf. „Seissler läuft“ fand trotz Corona statt und da Läufer per se Individualsportler sind, gab es auch überhaupt keine Probleme Sicherheitsabständen und anderen Auflagen einzuhalten. Nach der Registrierung im Sporthaus Seissler stellten die Läufer ihre Tageskilometer mit jeweils einem Foto bei Facebook und Instagram mit dem Hashtag „Der Seissler läuft“ ein. „Es war also verpflichtend die eigenen Leistungen öffentlich zu posten und ich habe die Listen geführt“, ergänzte Nina-Verena Wollberg. Ihren größten Erfolg sah sie in der Tatsache, dass zum Einen die Läuferliste international besetzt war und sich gerade junge Frauen wieder auf die Läufersocken machten. Menschen die sie gar nicht kannte, sprachen sie auf der Straße an und sagten, dass sie auf jeden Fall mitmachen. Die fünf besten Läufer oder Läuferpaare (mit den meisten Kilometern) bekamen einen Frühstücksgutschein und diverse Sportartikel. Den Vertretern der sozialen Einrichtungen überreichte sie je einen Scheck in Höhe von 350 Euro. Agnes und Heinz Hain aus Dillenburg haben mit weit über 1000 Kilometer die Challenge gewonnen. Die Herausforderung war: Alle Läufer mussten zusammen mindestens die Einwohnerzahl Herborns in Kilometern erlaufen und so stand über allen Aktionen immer die Zahl 20 000. Wollberg möchte die Veranstaltung auch 2021 wiederholen und den sportlichen Event- wenn Corona nicht mehr im Raum steht- mit einer großen Abschlussveranstaltung und einem Zieleinlauf krönen. „Wenn wir das alles in Verbindung mit einem kleinen Volksfest hinbekommen, bin ich glücklich“. Wir wollen das Leben feiern“, ergänzt die junge Frau und strahlt dabei mit ihrem Partner Rolf Selzer um die Wette. sig/Foto: Siegfried Gerdau


Ein lieber Mensch ist nicht mehr unter uns

Erinnerung an glückliche Tage: Klaus-Dieter im Einsatz bei einem EVE-Konzert in Haiger.

Heute musste ich per Todesanzeige aus der Zeitung, für die er viele Jahre gearbeitet hatte, erfahren, dass Klaus-Dieter Schwedt gestern gestorben ist. Obwohl wir uns nicht so oft getroffen haben, schätzte ich Klaus-Dieter nicht nur als Kollege, und ganz besonders als einen aufrichtigen und ehrlichen Menschen. Ich bin sehr erschüttert und denke ständig an seine Familie, die jetzt in tiefer Trauer ist.

Klaus-Dieter du bist viel zu früh gegangen. Deine schwere Erkrankung hat dich mitten aus dem Leben gerissen. Ein Leben, dass von Arbeit und Verantwortungsbewusstsein geprägt war. Ich verneige mich vor dir.

Dein trauriger Kollege

Siegfried Gerdau

Lesermeinung zum Thema Moria

Per Mail erreichte mich am Wochenende die Meinung einer Bekannten, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte und hier mit ihrer Genehmigung abdrucke. Ähnliches habe ich in den vergangenen Tagen des Öfteren gehört, aber so gut wie niemand wollte das Gesagte auch „vor der Kamera“ wiederholen. Das ist eine traurige Entwicklung, die unbedingt hinterfragt werden muss. Haben die Menschen Angst vor Stigmatisierung, wenn sie ihre Meinung öffentlich vertreten? Gerade wir Nachkriegsdeutsche waren und sind Stolz darauf, dass wir sie auch dann wenn es weh tut, vertreten dürfen. Wir ehren die Widerstandskämpfer des sogenannten dritten Reiches wie die Geschwister Scholl und Graf von Stauffenberg, die für ihre Haltung ihr Leben hingegeben haben. Wir verachten heute diesen verbrecherischen Staat zu Recht und haben im Grundgesetz festgelegt, dass die eigene Meinung ein hohes Gut ist und zu jeder Zeit in Wort und Schrift vertreten werden darf.

Jetzt hoffe ich, dass es wenigstens in meinem Medium zu einer fruchtbaren Diskussion über diese Thematik kommt. Wir müssen wieder lernen offen miteinander zu reden und es aushalten, dass Jemand auch eine andere, als die gängige Meinung vertritt und vertreten darf, ohne mit hirnlosen (Tot)-Schlagworten wie Rechts, Nazi und ähnlichem Blödsinn überzogen zu werden.

Kartrin Zammert schrieb folgendes:

Katrin Zammert

„Aus gegebenen Anlass möchte ich ganz kurz etwas zu Moria loswerden. Wer mich dafür kritisieren möchte und selbstredend gern tun kann, möge aber bitte bis zum Ende lesen.

Jeder kann, darf und soll helfen die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ich habe wirklich Respekt vor den Menschen, die das mit großem Einsatz auf eigene Kosten Tag für Tag tun. Von diesen Menschen hört man meist wenig, denn sie helfen um des Helfens Willen. Still und leise. Sie stellen keine Stühle vor dem Reichstag auf und sie fliegen auch nicht schneller nach Lesbos als das THW, nur um als erster vor Kameras zu stehen, so wie Politiker es gerne tun.

Die absolute Mehrheit derer, die mit viel Pathos und Getöse lautstark die Aufnahme von 13 000 Moria-Migranten fordern (selbst der ÖR spricht mittlerweile von Migranten und nicht mehr von Flüchtlingen) gehört eher zur Gattung derer, die 2015/16 eine Flüchtlingsbürgschaft übernommen haben und dann nicht zahlen wollten. Denn zahlen sollen natürlich immer die anderen, es reicht ja, wenn man „Haltung“ beisteuert, ein „wir (also die anderen) haben Platz“-Plakat malt und Realisten für ihre Kaltherzigkeit an den Pranger stellt. Das trifft dann natürlich auch ganz Europa: 26 Mitgliedstaaten sind „Geisterfahrer“ weil sie den Deutschen Alleingang vehement ablehnen und man selbst ist die moralische Instanz, der die Welt unhinterfragt zu folgen hat. „Neu-Damaskus“ und „Neu-Kabul“ sollen aus grünlinker Weltsicht daher auch zwischen Alpen und Ostsee liegen und nicht in der arabischen Welt, auch wenn letztere sicherlich mehr „Platz“ hat und Kultur und Religion teilt. Aus 2015 hat man anscheinend in der Bundesrepublik nichts gelernt und wer nicht uneingeschränkt mitmachen will ist rechts. Das keiner der Kritiker – KEINER – etwas gegen die Aufnahme wirklicher Flüchtlinge, besonders natürlich echter Kinder, hat, sondern lediglich gegen die Vermischung von temporärem Asyl und dauerhafter Migration, wird bewusst ausgeblendet.

2021 plant der Finanzminister eine Neuverschuldung von 96.000.000.000 Euro und gestern titelte die BZ das 5 000 Suchende auf einen neuen Wohnungsplatz in der Hauptstadt warten.

Wir haben Platz? In unseren Städten eher nicht. Und wir sind reich? Auf Pump! Vielleicht lernen die, die es sich leisten können Grün zu wählen, irgendwann dass ihre Lebenswelt nicht die Realität der Mehrheit widerspiegelt von der sie dennoch ihre Ideologie gern finanziert hätten“.


Schöne Grüße
Katrin Zammert

Der hier angehängte Kommentar vom NDR ist vielleicht auch hilfreich. Einfach kopieren und in die Adressleiste einfügen.

https://www.facebook.com/100002106253659/posts/3349854821761360/?sfnsn=scwspmo&extid=deythuV0YZ8oJTVL


Nur noch ein Zehntel der neuen Gasleitung Nord Stream 2 fehlen bis zur Fertigstellung, 120 der 1230 Kilometer

Newsletter von Sahra Wagenknecht, MdB

Der nachfolgende Newsletter von Dr. Sarah Wagenknecht (Linke) war mir wichtig genug ihn auch in meinem Blog einzustellen. Wagenknecht versucht damit die Zusammenhänge und Hintergründe in dem derzeitig angespannten Machtdreieck Russland, Deutschland und USA zu beleuchten. Es ist wie so oft nicht alles so wie es scheint. Man muss kein Anhänger der Linken sein oder Wagenknecht lieben. Was sie hier sagt, ist auch jeden Fall Wert es sich sich anzuhören. sig


Nur noch ein Zehntel der neuen Gasleitung Nord Stream 2 fehlen bis zur Fertigstellung, 120 der 1230 Kilometer langen Pipeline, viele Milliarden Euro stecken bereits im Bau. Nun wurden die Arbeiten gestoppt, die USA bedrohen beteiligte Unternehmen und deren Mitarbeiter mit brachialen Sanktionen, die natürlich völkerrechtswidrig sind. Seit dem Attentat auf den russischen Oppositionspolitiker Alexei Nawalny sind auch in Deutschland die Forderungen der Nord Stream Gegner noch einmal lauter geworden. Man müsse jetzt „Härte“ gegen Putin zeigen, für „Menschenrechte“ eintreten.

Nun ist ein versuchter Mordanschlag ein Verbrechen, keine Frage. Aber erstens sind die Hintergründe des Anschlags bisher überhaupt nicht geklärt. Und zweitens ist die Forderung, deshalb nun Nord Stream 2 zu stoppen, an Scheinheiligkeit und Verlogenheit kaum zu überbieten. Wann hat sich die Bundesregierung bei Rohstoffimporten je um Menschenrechte gekümmert? Wir importieren Öl aus Saudi-Arabien, dort werden Gegner des Regimes nicht nur von Geheimdiensten bedroht, ihnen drohen per Gesetz Strafen wie Auspeitschen oder Köpfen. Oder aus Lybien, wo Folter an der Tagesordnung ist. Und die USA? Über 1000 Unschuldige, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort waren, sind bisher allein dem völkerrechtswidrigen US-Drohnenkrieg zum Opfer gefallen. Sind das weniger wichtige Opfer als Herr Navalny? 

Wenn ein Land Oppositionelle verfolgt, die Korruption und Staatsverbrechen aufdecken, ist das zweifellos eine schlimme Sache. Aber während man aus Navalny einen Helden macht, wird der Whistleblower Julian Assange wie ein Schwerverbrecher ins Gefängnis gesteckt und muss Haftbedingungen aushalten, die Ärzte als psychische Folter bezeichnen und um sein Leben fürchten lassen. Nach einer Auslieferung an die USA drohen ihm 175 Jahre Haft.  Und überhaupt, die USA, unser „Verbündeter“? Was für Verbündete sind das eigentlich, die uns mit Sanktionen belegen, einen Handelskrieg führen und deutsche Politiker, Firmen und ihre Mitarbeiter bedrohen. Nur um einen Markt für ihr eigenes, teureres und dreckigeres Fracking-Gas zu erhalten. Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde. 

Nun kriecht Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz in Washington selbst zu Kreuze: Anstatt konsequent gegen die Drohungen der USA aufzutreten und als Antwort auf die Sanktionen beispielsweise einfach mal kein US-LNG Gas mehr in die europäischen Häfen zu lassen, bietet er den Amerikanern auch noch eine Milliarde Euro für den Bau von zwei zusätzlichen Hafenterminals für Flüssiggas – wenn man dafür doch bitte, bitte Nord Stream 2 zu Ende bauen dürfe. So lässt man sich erpressen, bravo. Nord Stream 2: Scholz bietet USA Bau von Flüssiggasterminals an www.welt.deTeilen Mit einem milliardenschweren Angebot hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) versucht, den Widerstand der USA gegen Nord Stream 2 zu brechen. Der Vizekanzler stellte den Bau zweier Flüssiggasterminals an der Nordsee in Aussicht. Eine Antwort steht noch aus.

Spätsommerbilder zum träumen

Altweiberlicher Weg zum Althausweiher.
Die Herborner Hauptstraße am vergangenen Donnerstagsnachmittag (17. September 2020) im Licht der Spätsommer-Sonne.
Die Sonne erreicht schon nicht mehr den Herborner Marktplatz, aber wozu sind denn die Fensterscheiben da?
Nikis Prosecco-Spezialität rundet den Tag ab.
Rot, rot, rot sind die Rosen….

Fotos: Siegfried Gerdau

Sind Straßenmusiker in Herborn ein Ärgernis oder ein kultureller Gewinn?

Mit Tanz- und Unterhaltungsmusik erfreute am heutigen Freitag der Alleinunterhalter René Meinhardt aus Schönbach die Herborner Marktbesucher. „Die Menschen sind sicher in der Corona bedingten, veranstaltungsfreien Zeit besonders empfänglich für derartige Darbietungen“, dachte sich der gebürtige Haigerer. Damit traf er genau ins Schwarze. Immer wieder bekam er Applaus und die dezente Musik kam bei fast allen sehr gut an. Allerdings hatte der 62-Jährige die Rechnung ohne die Obrigkeit gemacht. Plötzlich seien Uniformierte auf den Plan getreten und hätten verlangt, dass er sofort einpacken müsse und den Platz am Rande des Marktplatzes zu räumen habe. Man überprüfte anschließend die Lautstärke seiner Anlage und stellte fest, dass da kaum etwas auszusetzen war. Nach eingehender Beratung beschlossen die Ordnungshüter offensichtlich von einem Platzverweis an diesem Tag abzusehen.

René Meinhardt hofft in Herborn wieder spielen zu können.

Meine Gedanken dazu: Herborn ist eine fröhliche, weltoffene Stadt, in der die Besucher gerne verweilen, um die Seele baumeln zu lassen. Man sieht Menschen auch von weit her, die sich in der gemütlichen Fachwerkatmosphäre wohl fühlen und die weit über zehn Kaffeehäuser profitieren davon genauso wie der Einzelhandel. Man sitzt bei schönem Herborner Wetter im Freien, genießt die Sonnenstrahlen und so manch einer wünscht sich dabei noch ein wenig Kaffeehausmusik. Jetzt kommt da ein Musiker, mit seinem Keyboard und einer angenehmen Stimme und hofft alles richtig zu machen. Dass er gegen Vorschriften verstoßen hat, wird dem Mann, der noch nicht einmal für seinen Einsatz bezahlt werden will, nicht bewusst. Sicher gibt es Paragrafen, die ein solch „ungehöriges Verhalten“ verbieten. Aber: Was hat er denn Schlimmes gemacht? Er hat die Herborner Innenstadt mit seiner Musik noch mehr aufgewertet und damit genau das gemacht was alle Touristenmanager sich sehnlichst wünschen. Woanders hätte er wohl vor leeren Plätzen gespielt und sein Engagement wäre wirkungslos verpufft.

Der Alleinunterhalter René Meinhardt erfreute am Freitag die Besucher der Innenstadt mit schöner Unterhaltungsmusik.

Fazit: Bitte liebe Ordnungshüter und Stadtverwalter lasst doch diesen harmlosen Dingen ihren Lauf. Es ist doch besser am Tag ein wenig Musik zu hören als nachts die Raser ungestört über Herborns Straßen rasen zu lassen. Hier gäbe es ein riesiges Einsatzgebiet, damit die arbeitende Bevölkerung in Ruhe ihren Feierabend genießen kann.

Mir bleibt nur noch zu sagen: Mir freue sich, wenn unsere schöne Stadt da noch ein wenig mehr Lockerheit an den Tag legt, wo sie es sich leisten kann und fester zupackt, wo es für die Bürger wichtig wäre. sig/Fotos: Gerdau

Gesangverein singt in risikofreier Umgebung

Über einen Corona-gerechten Proberaum verfügt seit kurzem der Gesangverein CMG Kontraste 2009 Merkenbach. Das Bürgerhaus in Merkenbach, welches bisher von den Sängerinnen und Sängern genutzt wurde, ist pandemiebedingt noch für derartige Veranstaltungen gesperrt. Also fielen die Gesangstunden seit Beginn des Jahres komplett aus. Der 38-jährige Firmenchef des Merkenbacher Blechverarbeitungsunternehmens Kurt + Gerd Schmidt Michael Schmidt hörte von den Problemen des Vereins einen geeigneten Proberaum zu finden. Kurz entschlossen stellte er eine seiner großen Hallen zur Verfügung und die Freude der Sangesschwestern und Brüdern war entsprechend. Am Donnerstagabend fand die erste Probestunde mit Dirigent Peter Ferdinand Schönborn statt. Alle erschienen brav mit Mund-Nasenschutz-der wurde beim Singen natürlich abgenommen-und bekamen am Eingang von Ilse In Het Panhuis die Hände desinfiziert.

Die Handdesinfektion hatte Ilse In Het Panhuis (rechts) übernommen.

Schönborn sorgte inzwischen dafür, dass der Abstand zwischen den Sängern genau drei Meter betrug. „Das hätten wir woanders nie so geschafft und wir sind dem Hausherrn unendlich dankbar, dass er uns diese ideale Möglichkeit eingeräumt hat“, sagte er.

Nein, der Gesangverein probte nicht auf einem Campingplatz.

Schon klangen fröhliche Lieder hinauf zur Hallendecke und auch die Akustik ließ wenig zu wünschen übrig. „Es war für mich eine Selbstverständlichkeit dem Verein zu helfen“, sagte Michael Schmidt und fügte hinzu, dass er selber in Vereinen aktiv sei und sich so etwas einfach gehöre. sig/Foto: Gerdau

Endlich wieder gemeinsam Singen können.

Heimatkunde vor 85 Jahren

Die nachfolgend eingefügten Seiten haben mir so gut gefallen, dass ich sie kopiert habe.

Die alten Namen verdienen es, dass sie nachfolgenden Generationen zur Kenntnis gebracht werden. Zum Glück gibt es immer noch Menschen, die mit dem Platt unserer näheren Heimat etwas anfangen können. Jahrzehntelang wurde das Aubacher Platt und die vielen anderen von Dorf zu Dorf völlig unterschiedliche Dialekte schamhaft verschwiegen und nur im Kreis von „Eingeborenen“ gesprochen. Schade darum. Das war und ist in Bayern oder Baden-Würtemberg völlig anders. Dort ist man Stolz darauf am Dialekt sofort erkannt zu werden.

Bis es soweit ist, dass auch der ehemalige Dillkreisler sich wieder der Sprache seiner Väter bedienen möchte, ist vielleicht nicht mehr viel davon hängen geblieben.

So etwas gab es damals als Unterrichtsheft
Der Verfasser beziehungsweise Bearbeiter hatte in unserer Region und darüber hinaus einen sehr bekannten Namen.
…und mit Namen hatte er es auch. Die waren ihm so wichtig, dass er sie penibel aufzählte und in lesbarer Form abdrucken lies.

Euer Siggi

Damit soll es für heute gut sein. Ich wünsche angenehme Lektüre