Das Ende der geregelten Welt?

Von Christian Heun

Guten Tag. Die Erde ist aus dem Gleichgewicht gebracht. Nein falsch, sie dreht sich weiter. Lediglich die Weltwirtschaft eiert nur noch vor sich hin. Und das wegen eines Virus ? Ganz ehrlich, ich glaube da nicht dran. Magen- Darm- Viren und Grippe- Viren gab es schon immer und niemals war es ein Ausmaß dieser Größe. Am 22.März 2017 sprach die Kanzlerin von Vorsorge gegen eine Pandemie https://youtu.be/AEU9GxPevcM und was wurde gemacht? Nichts !! Die Weltwirtschaft liegt am Boden und bezahlen kann das keiner mehr. Bei der Grippewelle 2017/2018 starben über 25 000 Menschen in drei Monaten und keiner trug eine Maske oder hatte Hausarrest. Ich habe so einiges recherchieren können. Das alles lässt mich nicht wirklich in Ruhe . Meine große Frage ist nur „WAS HABEN DIE MIT INS VOR?“ Da kommt was ganz anderes Großes hinterher. Denn einen Krieg mit Waffen würde die Erde nicht überstehen. Die Weltmacht-Verhältnisse werden sich verschieben und es wird einiges ans Licht kommen. 

Christian Heun

Streublumenwiese war einmal

Über Jahre freuten sich die Menschen über die bunte Vielfalt eines Streublumenstreifens vor dem Übergang zum Haupteingang des Herborner Friedhofs. Der gehört jetzt der Vergangenheit an. War wohl zu ungeordnet und wenig einheitlich. Jetzt darf man gespannt sein, was auf der gefrästen Fläche entstehen soll. Wildwuchs ade, „es muss Geld kosten und ordentlich sein.“ Ich wundere mich nur, dass in Zeiten eines chaotischen Haushalts dafür noch Geld in der Kasse ist. Als ich eben die kahle Fläche sah, hat es mir einen richtigen Stich versetzt. Wer die angehängten Fotos vergleicht, weiß was ich meine. sig/Fotos: Gerdau

Tunnelblick

Die Zeit der Isolation und Reisebeschränkungen eröffnet der heimischen Region ungeahnte Chancen. Viele Menschen entdecken erst jetzt, dass die nähere Umgebung ja gar nicht so uninteressant ist. Vieles hat man bisher noch nicht gesehen oder einfach übersehen. Am vergangenen Freitag habe ich mir die Gegend um das „Wildweiberhäuschen“ am Ortsausgang von Langenaubach vorgeknöpft. Dass hier der Eingang zum Rabenscheider Tunnel zu finden ist, wissen die meisten von uns. Wer kann sich aber noch daran erinnern, als hier der „Balkan-Express“ oder auch „Aubachtalbahn“ genannt, hindurch brauste. 1926 wurde der erste Teilabschnitt von Haiger bis zum Bahnhof Rabenscheid (der liegt kurioserweise am Ortsausgang von Langenaubach) in Betrieb genommen. Die restliche Strecke einschließlich des über 1,1 Kilometer lange Tunnel wurde 1939 eröffnet. 420 Menschen arbeiteten daran im Drei-Schicht-Betrieb. Nicht nur für den Durchgangsverkehr wurde der komplett aus Ziegelsteinen gemauerte Eisenbahntunnel genutzt. Als die Luftüberlegenheit der Alliierten immer größer wurde, entschloss sich die Nazi-Führung im letzte Kriegsjahren hier Flugzeugmotore bauen zu lassen. Insider wollen wissen, dass dies Antriebsaggregate für die V2 waren. Die Züge fuhren fortan nur noch bis zum Eingang des Bauwerks. Nach Kriegsende wurde alles abgebaut, der Tunnel wieder hergerichtet. Dem Zugverkehr nach Breitscheid stand nichts mehr im Wege. Den Niedergang des Bahntransportes ereilte aber auch den Balkan-Express. 1980 stellte die Bahn den Personenzugverkehr darauf komplett ein. Güter wurden noch 17 Jahre länger auf der romantischen Strecke transportiert. Mit dem Abbau der Gleise 2006 auf Breitscheider Gebiet und 2011 auf Haigerer Terrain, versank alles in einen Dornröschenschlaf. Die stabilen Vollbeton-Brücken zum Beispiel über den Aubach oder bei Flammersbach, zeugen noch heute von einer Zeit, der Verkehrsexperten mittlerweile wieder nachtrauern. 2004 schnitt man den Abschnitt zwischen Langenaubach und dem Tunnelportal für eine Fernsehproduktion frei. Seitdem kann man wieder völlig ungehindert vom Bewuchs durch den Tunnel spazieren. Lediglich feste Schuhe wegen des Schotteruntergrunds und eine Taschenlampe sind nötig (schon wenige Meter nach dem Eingang umfängt den Wanderer tiefschwarze Nacht). Am Höhenwanderweg entlang dem Aubach findet sich auch ein verwunschener Weiher, den man durch eine Öffnung sehen und über einen ordentlichen Weg erreichen kann. sig/Fotos: Gerdau

FC Wacker desinfiziert Einkaufswagen

Im Herborner REWE-Markt desinfizierten Freiwillige des Merkenbacher Fußballclub FC Wacker am vergangenen Samstag die Griffe der Einkaufswagen. Michael Pobig, einer von ihnen, berichtete, dass dies bereits der zweite Samstag war, an dem die Jungs diese Aktion durchführten. Man habe deutlich gespürt, dass die Kunden sehr positiv auf dieses Engagement reagierten, sagte Pobig. Mit ihrem Einsatz wollen die Wacker-Sportler dazu beitragen, den Corona-Virus einzudämmen.  

Alte Menschen sind jetzt besonders einsam.

Das Dasein in Heimen ist für Seniorinnen und Senioren oftmals eine Alternative, wenn sie sich nicht mehr selber helfen können. Dennoch, es ist nicht mehr ihr Zuhause und wird es auch in den allermeisten Fällen nicht mehr werden. Bei aller guter Betreuung durch das Pflegepersonal ist es einfach nicht die gewohnte Umgebung. Dazu kommt, dass alte Menschen genauso wie die noch mitten im Leben stehenden an dem hängen, was sie sich ein Leben lang aufgebaut haben. Oft ist der Partner, die Partnerin verstorben oder noch schlimmer die Kinder. Das macht einsam und teilweise auch verbittert. Den Angehörigen sofern sie noch fit sind, fehlt oftmals das Verständnis dafür, warum Oma oder Opa nicht zufrieden mit ihrem Schicksal sind. Warum wohl? Essen, Trinken und Körperpflege ist notwendig, aber nicht alles. Auch im Alter verlangt der Mensch nach Zuwendung und vielleicht sogar mal eine Streicheleinheit. Besonders in dieser Zeit, in der die gesamte Welt gegen den unsichtbaren Feind Corona kämpft, ist es notwendig sich darüber Gedanken zu machen. Was kann man tun, wenn der persönliche Kontakt tödlich enden könnte. Ein telefonisches Arrangement mit dem Pflegepersonal und dem Ziel die geliebte Person ans Fenster zu bugsieren kann da sehr hilfreich sein. Oma oder Opa sitzen am geöffneten Fenster und die Angehörigen stehen draußen. Man sieht sich und kann sogar miteinander reden. Klar bleibt die Vertraulichkeit auf der Strecke, aber was soll’s. Ein kleines Geschenk, ein Gruß und vielleicht ein aktuelles Foto können über eine Schleuse ins Haus gebracht und von dort weiter an die Zielperson gegeben werden. Dieser Kontakt ist viel mehr als nur der Anruf. Aber das weiß man ja alles selber. Man muss sich nur erinnern und das möglichst oft. Corona ist noch lange nicht vorbei. Die Alten brauchen uns  mehr denn je und wir haben in der Regel jetzt auch die Zeit zu einem Besuch auf Abstand. Text und Foto: Siegfried Gerdau

Geträumter WoMo-Urlaub

Wie vergisst ein Mann wenigstens für kurze Zeit die Corona-Krise. Er kauft sich einen 3-D-Drucker, nimmt meine Wohnmobil-Fotos als Vorlage und lässt sich von dem technischen Wunderwerk ein Urlaubs-Idyll erschaffen, wie es in der Realität derzeit nicht zu verwirklichen ist. Natürlich musste er dafür erst die passende Software programmieren und seine Partnerin hatte die Aufgabe die filigranen Teile anzumalen. Das Kunstwerk ziert jetzt eine Glasvitrine und jedes mal wenn die Lust auf Urlaub zu übermächtig werden droht, genügt ein Blick darauf und die Seele findet Frieden.

Corona-Streife

Dieser Mund und Nasenschutz steht meinem Freund Jörg ausgesprochen gut. Ich hoffe er hält was er verspricht und schützt seinen Träger und dessen Gegenüber vor Infizierungen jeglicher Art. Bleib gesund mein lieber Oberkommissar und ein ganz großes Dankeschön für dass, was du und deine Kollegen für uns alle in dieser schweren Zeit leisten.

Kommt die Weltwirtschaftskrise?

Weltwirtschaft steht vor großer Herausforderung

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Das Coronavirus bringt die globale Wirtschaft in arge Bedrängnis: Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet einen massiven Konjunktureinbruch. Es könnte so schlimm kommen, wie bei der „Großen Depression“ in den 1930er-Jahren . Die begann bekanntlich am „Schwarzen Freitag“ im Oktober 1929 und stürzte Millionen Menschen in Not und Elend. 

Die Corona-Pandemie könnte sich als dauerhafter herausstellen als bisher angenommen, hieß es unter anderem im neuesten IWF-Bericht. Das sei momentan die größte Unbekannte. Die Menschen in unserem Land, die immer noch sorglos unter Missachtung aller Warnungen und drohender Strafen durchs Leben gehen, werden vermutlich ein böses Erwachen erfahren. All die, die durch ein solches Verhalten in Gefahr geraten, ihre Gesundheit und vielleicht sogar ihr Leben einzubüßen, können sich bei denen bedanken. Was verlangen denn die Verantwortlichen sprich Landes-und Bundesregierung  von ihren Bürgern? Wenig, wenn man genau nachdenkt. Rücksicht auf sich selber und andere zu nehmen ist doch eigentlich eine ganz normale Sache. Angesichts der Folgen, die eine ungezügelte Lebensweise in Zeiten von Massenansteckung hat, sicher nicht zu viel verlangt. Gut wir können uns keine Kontakte ohne die nötigen Vorsichtsmaßregeln mehr leisten. Wir können nicht mehr mit Flugzeug und Kreuzfahrschiff um die Welt reisen und keine Feste mehr feiern. Ist das so schrecklich? Nein, würde ich sagen. Wir sind schließlich mitten im Krieg gegen einen hinterhältigen Gegner. Der ist erbarmungsloser als Islamischer Staat und Taliban zusammen. Er bedroht nicht nur vieler Menschen Leben; sondern auch noch unsere wirtschaftliche Existenz. Da kann man doch im Interesse der Volks-und Völkergemeinschaft Verzicht leisten. Verhältnisse die durch Hamstern entstehen und entstanden sind, waren Eigengewächse. Verständlich und aus der Angst geboren nichts mehr zu bekommen, aber doch egoistisch und eben rücksichtslos wie Mensch und Tier nun mal gepolt sind, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht. Sollte zu der ohnehin schon schweren Gesundheitsprüfung, ausgelöst durch die moderne Pest Corona, noch der wirtschaftliche Zusammenbruch kommen, dann gute Nacht. Wir, die wir vermeintlich alles erreichen konnten und seit bald 80 Jahren keinen Krieg mehr erleiden mussten, haben ein Anspruchsdenken entwickelt, das solche Schreckensszenarien bisher ausschloss. Die Realität ist es jedoch nicht. Viele Menschen und Tiere auf dem immer enger werdenden Globus haben dieses schon über Gebühr erfahren müssen. Die umfassende Versorgung auf allen Gebieten ist eine Gnade, ohne Rechtsanspruch. Genau die steht nun möglicherweise auf dem Prüfstand der Menschheitsgeschichte. Wir können wenig tun. Wir können aber den Kopf einschalten und das Wenige tun wie Abstand halten, nicht in Gruppen zusammen sein, und einfach nur mal Ja sagen wenn sich Fachleute den Kopf zerbrechen und Empfehlungen aussprechen. Auch junge Menschen der „mir-doch-egal-Generation“ sollten wissen, dass wenn alles zusammenbricht, weil keiner seinen individuellen Lebensstil aufgeben möchte, auch sie mit im Boot sitzen. Diese Erde lässt Individualisten keinen Raum mehr zur eigenen Verwirklichung oder zum Protest gegen alles. Spätestens auf der Intensivstation (wenn da dann noch ein Platz frei ist) setzt bei manchem der Verstand ein. Zu spät. 

Also, schön zu Hause bleiben (wer es sich leisten kann), keine Partys, auch nicht mit dem guten Nachbarn oder der Verwandtschaft. Vor allem Händewaschen und Maske tragen. Wir alle können das Schlimmste noch abwenden, vielleicht. Wenn wir nichts machen geht’s schneller mit der Abwärtsspirale, aber wer will das schon. 

Warum schreibe ich das alles hier in meinen Blog?  Weil ich möchte, dass alle hinsehen und hören und vor allem reagieren. sige/Foto: Gerdau

Die unbewohnbare Erde

Jürgen Heckmann aus Driedorf schreibt:

Als ich deinen Tratsch über die Weltwirtschaftskrise gelesen habe, musste ich spontan an die positiven Seiten von COVID-19 denken. Die Venezianer haben den Grund ihrer Lagune neu entdeckt und es soll tatsächlich Chinesen geben, die erstmals in ihrem Leben den blauen Himmel gesehen haben. Ich lese gerade das Buch von David Wallace-Wells „Die unbewohnbare Erde“. Erschreckend! Aktuell sind wir alle so mit uns selber beschäftigt, dass wir nur das eine Thema kennen. Statt auch eine Chance zu sehen, würden wir am liebsten Morgen alles wieder eröffnen und die gleichen Fehler machen wie bisher. Der Verlust unseres Lebensraumes, die Zerstörung der Natur wird schlimmer. Gruß Jürgen. 

Die geschenkte Zeit

Wie gehen ganz normale Familien mit Kindern mit der Corona-Krise um. Annika Nies aus Driedorf-Mademühlen hat mir eine tolle Momentaufnahme davon geschickt und aufgezeigt, dass es auch noch eine andere Sicht der Dinge gibt. 

Annika Nies mit Tochter Finja

Die geschenkte Zeit

Ich danke dem Universum jeden Tag für die zusätzliche Zeit, die mir als Mutter mit meiner zehnjährigen Tochter Finja geschenkt wurde. Zeit die so wertvoll ist, denn kein Tag kommt zurück. Wir genießen gemeinsame Spaziergänge mit unseren Hunden quer durch die Wurzeln unseres Seins. Wir genießen tolle Mama-Tochter Gespräche und verzichten auf Homeschooling. Das Nötigste haben wir erledigt, der Rest bleibt im Ranzen da uns das Schulsystem ebenso wenig wie die  Schulbücher gefällt.  Das Wichtigste im Leben lernt man ohnehin nicht daraus. Auch spielen, malen und basteln wir viel. Der Papa geht weiterhin arbeiten. Für uns hat sich nicht viel verändert. Wir meiden keine Menschen. Wer mit uns Kontakt haben möchte, darf das gerne tun und interessanter Weise tun genau dies die Menschen, die uns schon immer am Herzen liegen. Ich finde die „Coronazeit“ unglaublich wertvoll und nehme sie als  Geschenk gerne und dankend an. Jeden Tag ganz bewusst. Angst? Nein Angst haben wir keine. Ich lege großen Wert darauf mich selbst zu hinterfragen und finde tief in mir ein herrliches Urgefühl- es lässt mich fühlen, es ist alles gut und es wird alles gut. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort in der richtigen Situation zu sein ist es was ich fühle. Geschenkte Zeit für mich als Mutter für meine wunderbare Tochter. Geschenkte Zeit auch für meine Tochter. Viele Wochen mehr „kindsein“ dürfen, ohne Leistungsdruck  durch die Schule. Corona macht sich  auch deutlich im Miteinander durch weniger schlechte Laune bemerkbar.
Rundum genießen wir den „Corona – Vorhang“ und sind gespannt was uns erwartet. Währenddessen genießen wir einfach dieses wunderbare Geschenk. Ich kann allen Menschen nur ans Herz legen ganz tief nach innen zu gehen durch die engste Tür und dort nach den Antworten auf alle Fragen zu suchen.
Zum Schluss fällt mir da noch Christian Morgenstern ein der einst schrieb :
Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden. Text und Foto: Annika Nies