Der neue Bürgermeister heißt Michael Krenos.

Herzlichen Glückwunsch und eine erfolgreiche Amtszeit
Blog eines freien Journalisten
Der neue Bürgermeister heißt Michael Krenos.

Herzlichen Glückwunsch und eine erfolgreiche Amtszeit
An der Kirche in Herborn-Merkenbach wurde am Freitag (7.Juni) mit einem Turnier eine Boulebahn eingeweiht. Die Anlage, für die der Merkenbacher Männertreff verantwortlich zeichnet, ist ein gelungener Treffpunkt, der auch für Menschen im fortgeschrittenen Alter gerne genutzt wird. Die Sponsoren Klaus Dietrich und Manfred Schäfer sind davon überzeugt, dass von der Anlage regen Gebrauch gemacht wird.


Neben Gemeindepfarrerin Dorothee Schaf sprach auch die Herborner Bürgermeisterin Katja Gronau Grußworte und bedankte sich bei den Initiatoren. Die Vorsitzende des CVJM Merkenbach Monika Tropp sowie Ortsvorsteher Dieter Freitag und Herr Laumann vom Männerkreis betonten, dass der neue Treffpunkt in der Merkenbacher Ortsmitte für Jedermann frei zugänglich sei.

Das in Frankreich auf öffentlichen Plätzen ausgetragene Freizeit-Kugel-Spiel wird in Deutschland gerne als Boule bezeichnet. Der richtige Name lautet jedoch Pétanque. Die dazu benötigten Spielkugeln müssen gleiche Bauart und Gewicht aufweisen. Ein Satz Kugeln ist absolut erschwinglich und somit das einzige Sportgerät was zum „Boulen“ benötigt wird.
Boulespiele sind Präzisionsspiele bei denen entweder die Spielkugeln so dicht wie möglich an die Zielkugel (kleines Bällchen) gerollt oder kraftvoll in den Zielbereich geworfen werden. Es ist in er Regel erlaubt die eigene oder die gegnerische Kugel wegzuschießen. sig/Fotos:pivat
Antrag der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Herborn am 28.05.2015 Berichterstattung Blumenwiesen Sehr geehrter Herr Müller, c/o Dorothea Garotti Im Höfchen 4 35745 Herborn Telefon 02777.7442 Telefax 02777.6065 email thea.garotti@gruene-herborn.de Herborn, den 12.05.2015 die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag in die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einzubringen: Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird aufgefordert, im Ausschuss für Bauen, Umwelt, Energie und Verkehr zu berichten, an welchen Standorten bisher Blumenwiesen angelegt wurden und welche weiteren Standorte geplant sind. Begründung: In der Stadtverordnetensitzung am 30.08.2012, hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, dass – nach Anhörung der Ortsbeirate – geeignete städtische Flächen in insektenfreundliche Blumenwiesen umgewandelt werden, um für Bienen und Kleinstlebewesen ein ausreichendes Nahrungsangebot zu schaffen. Wir würden gerne über den aktuellen Stand des Projektes informiert. Mit freundlichen Grüßen Dorothea Garotti Fraktionsvorsitzende.

Gut gedacht und umgesetzt. Ein paar Jahre haben die unterschiedlichsten bunten Blumen auch vor dem Herborner Friedhof Bienen und Menschen erfreut. Das ist aber leider Geschichte. Jetzt kommt beim Anblick der einstigen insektenfreundlichen Blumenwiese keine Freude mehr auf. sig/Fotos: Gerdau

Drei Preisträger für Einsatz im Umweltschutz geehrt
Am 5.Juni, dem „Internationalen Tag der Umwelt“, hat die Stadt Herborn den Umweltpreis 2023 an drei Initiativen verliehen. Die Preisträger engagieren sich als private Initiative, Sportvereinigung und Schul-AG, um die (Um-)Welt in und um Herborn mit kleinen Taten positiv zu verändern. Das Engagement reicht, entsprechend der Devise „Große Veränderungen fangen klein an“, von Umweltbildung über Müllvermeidung, Umstellung auf organische Dünger auf einem Sportplatz bis zum Erhalt der Biodiversität in einer parkähnlichen Gartenanlage.

Bürgermeisterin Katja Gronau hob in ihrer Laudation hervor: „Mit dem Umweltpreis der Stadt Herborn werden seit 1992 Menschen und Organisationen geehrt, die sich mit Leidenschaft und Engagement für den Schutz unserer Umwelt einsetzen. Ihr Einsatz, liebe Preisträger des Herborner Umweltpreises 2023, ist beispielhaft und inspirierend, er zeigt, dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Erhalt unserer Lebensgrundlage leisten kann.“
Die Umwelt und Fairtrade AG der Rehbergschule Herborn erhält den Umweltpreis 2023, sowie ein Preisgeld von 1.000 Euro, für Ihre seit 2020 durchgeführten Aktionen zum Umwelt- und Naturschutz in der Stadt. Dabei haben sich die Heranwachsenden fächerübergreifend mit globalen Herausforderungen im Umwelt- und Klimaschutz sowie Handlungsansätzen auseinandergesetzt. Außerdem haben die Jugendlichen unter Anleitung der Lehrkräfte Josefin Klinke und Jonathan Göbel eine neue Projektidee formuliert: die nachhaltige Gestaltung des Basketballfeldes mit Beschattung des Spielfeldes sowie einem öffentlichen Trinkbrunnen im Walkmühlenweg. Für Realisierung der Projektidee wollen sie ihr Preisgeld einsetzen und haben bereits Fördergelder eingeworben.
Der Fußballverein SSC Juno Burg hat die Düngung seines Sportplatzes umgestellt. Der Verzicht auf chemische Dünger bewirkt, dass insgesamt weniger Dünger eingesetzt werden muss. Durch die Wirkungsweise der organischen Dünger werden weniger Nährstoffe in Oberflächengewässer eingetragen. Der Verein erhält ein Preisgeld von 250 Euro. Ebenfalls ein Preisgeld von 250 Euro erhält die Eigentümergemeinschaft der Nassausstraße 38 zum Erhalt der parkähnliche 3.000 Quadratmeter großen Gartenanlage. Die Gartenanlage mit alten und jüngeren Bäumen, Sträuchern, Blumen, Wildkräutern und Rasenflächen trägt zum Erhalt der Artenvielfalt, für ein ausgewogenes Kleinklima und zur Speicherung von CO2 bei.
Stadtverordnetenvorsteher Jörg Michael Müller unterstrich bei der Preisverleihung im Comeniussaal des Rathauses: „Ihre Projekte führen uns vor Augen, welchen „Schatz” wir in der Naturlandschaft unserer Region haben. Mit Ihrem Handeln sind Sie anderen ein gutes Vorbild und animieren diese es Ihnen gleich zu tun. Ihre Initiativen tragen auch dazu bei, das Umweltbewusstsein zu fördern sowie Mitbürgerinnen und -Bürger für eine aktive Unterstützung des Naturschutzes zu gewinnen.“

Die stolzen Preisträger mit Jörg Michael Müller(links) Josefin Klinke (3.v.l. und Jonathan Göbelsowie Katja Gronau (rechts). Text und Fotos: Diana Göbel
Der wohl größten Erfolg der Boxfamilie Geier gelang am Samstag (04.Mai 2024) in der Friedrich-Ebert – Halle in Ludwigshafen. Der 23 jährigen Herborner Max Geier holte sich den Weltmeistertitel der Junioren (U 23) im Supermittelgewicht des WBC (World Boxing Counzil)) Verbandes.

Den vakanten Titel holte er sich im Rahmen der Ludwigshafener Boxnacht gegen den erfahrenen Kieler Mirko König.
Groß die Freude bei den mitgereisten Fans und der Familie Geier.
Opa Karl Ludwig (Menne) Geier , selbst in den 60 iger und 70 iger Jahren ein erfolgreicher Faustkämpfer mit über 330 Kämpfen und Sohn Björn, der in den 90 igern zu den besten Kämpfer Deutschlands zählte, er nahm unter anderem an Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teil, waren begeistert von dem Auftreten ihres Sprösslings.
Ein Erfolg, der nicht voraussehbar war, da Max erst Ende 2022 wieder regelmäßig mit dem Leistungstraining begonnen hatte.
Bis 2017 war er schon sehr erfolgreich unter Anleitung seines Opas und seines Vaters. Ab 2020 fehlte ihm jedoch plötzlich die Motivation zum harten Training.
Er genoß wie andere Jugendliche das Leben. Der Sport trat in den Hintergrund. Bedingt durch einen Schulwechsel in das Internat „Steinmühle“ war das Boxen kein Thema mehr für Max.
Nach dem dreijährigen Aufenthalt in Marburg kehrte er dann zur Ablegung des Abiturs nach Herborn zurück. In der Vorbereitung zum Abitur erlitt er einen schweren Fahrradunfall.
Er lag drei Wochen im Koma. Die Ärzte prophezeiten ihm in Zukunft ein sehr eingeschränktes Leben.
Entgegen allen Diagnosen ging es ständig bergauf. Nach einigen Monaten in stationärer und ambulanter Behandlung überstand er den Leidensweg ohne bleibenden Schäden.
Das Abitur konnte er leider nicht ablegen, doch sein Lebenswille war in dem jungen „ehemaligen Leistungsboxer“ wieder erwacht. Der Weg „zurück ins Leben durch den Boxsport“ war jedoch für den 21 jährigen sehr mühevoll.
Er musste zu aller erst von den mittlerweile 95 kg herunterkommen, die er mit einer Größe von 1.79 m wog. Es galt die alten Kraftwerte wieder aufzubauen und die Grundlagenausdauer wieder auf ein Leistungsportniveau zu bringen. Wie besessen arbeitete er, neben seiner Ausbildung als Elektriker zur Betriebstechnik, sich wieder eine vernünftige Ausgangsposition zu schaffen, um im „Ring“ bestehen zu können.
„ Ich wusste, dass ich es schaffen kann. Die Technik war noch vorhanden, die Taktik, die ich von Kind an erlernt hatte, hatte ich immer noch im Kopf gespeichert“, so der topmotivierte Herborner.
Max kam zugute, dss er noch sehr gute Kontakte zur Box Community hatte.
Daniel Tischer, der Präsident des Hessischen Boxverbandes, bot sich mit seiner großen Erfahrung als Trainer an. Dem Rat, ins Profilager überzuwechseln wurde von Opa und Papa zugestimmt, obgleich sie eigentlich eingefleischte „Amateure“ sind, die zeitweise dem Profiboxsport etwas kritisch gegenüber standen. Schnell war mit dem Wiesbadener Promotor Fatih Altuncaya ein erfolgreicher Partner gefunden, der den jungen Herborner ins harte Profigeschäft einführte.
Papa Björn hatte sich schon seit dem Wiederbeginn der zweiten sportlichen Karriere aus dem Trainer- und Beratergeschäft zurückgezogen. „ Das Team Tischer / Altuncaya passt wie die Faust aufs Auge. Gepaart mit dem Ehrgeiz, der Entschlossenheit und den sehr guten boxerischen Qualitäten glaube ich, dass sich Max in Zukunft noch weiter verbessern kann. Bestätigt zu dieser Annahme wurde ich durch die jetzt neun siegreichen Profikämpfe und dem Gewinn der Junioren Weltmeisterschaft“. So der stolze Papa, der sogar seine Tochter Nina zum Boxen brachte. Nach fünfzehn erfolgreichen Kämpfer musste sie jedoch ihre Karriere verletzungsbedingt frühzeitig beenden.
Der 4. Mai 2024 sollte ein Boxhöhepunkt für die „Boxerfamilie Geier“ werden.
Im fünften Kampf des Abends kämpfe Max gegen den gleichaltrigen Mirko König aus Kiel.
Der nur 1.71 m große Schleswig Holsteiner galt um den vakanten Titel des WBC Junior Weltmeistertitel als leicht favorisiert. Für ihn sprach seine Erfahrung mit ca. zwanzig Profikämpfen und seiner enormen Schlagkraft, die ihm den Spitznamen „the hammer“ einbrachte.
Der Herborner stieg in der gut besuchten Halle hoch motiviert in den Ring.
Er wusste ob seiner guten Form, obgleich er auf Grund einer Erkältung im Vorfeld nicht optimal trainieren konnte. Der Herborner Konterboxer war mit 73.3 kg um drei Kilogramm leichter als sein Gegner.
Daniel Tischer hatte ihn jedoch gut eingestellt und den Gegner im Video analysiert. Die Strategie war die starke Schlaghand des Gegners zu vermeiden und von seiner Seite kurze Angriffe zu starten.
Dies gelang Max hervorragend gegen den oftmals unsauber boxenden Linksausleger .
In der 5. von 8 zu boxenden Runden explodierte Geier geradeso. Ein Schlag auf die Nase seines Kontrahenten zeigte Wirkung. Der Gong rettete König vor einem vorzeitigen Abbruch des Kampfes..
Fortan dominierte Geier den Kampf nach Belieben. Er hielt seine Emotionen im Griff und siegte überlegen nach Punkten.
„ Mit ‚Boxen zurück ins Leben“ so könnte man als Fazit diesen Tag am Rhein bezeichnen.
Bei Vater Björn, Mama und Schwester Nina flossen noch einige Tränchen, hatte der „Maxi“ doch gezeigt, dass man immer wieder aufstehen kann.
Eine Leistung, die in Worten nicht zu beschreiben ist.
Er hat gezeigt, dass man mit großer Willenskraft und Leidenschaft Großes erreichen kann.
Einen großen Verdienst an seiner positiven Entwicklung trugen seine Familie und seine Freunde bei, die ihn, wann immer, in schweren Zeiten unterstützt hatten.
Dreimal wöchentlich fährt er zu seinem Trainer nach Mainz – Kostheim und einmal trainiert er zu Hause.
Als nächstes Ziel hat der Einser Schüler einen guten Abschluss seiner Lehre im Auge.
Danach wird ihm die Familie die Möglichkeit geben, sich als Voll Profi weiter zu verbessern.
Zusammen mit Daniel Tischer wird er dann international trainingsmäßig und wettkampfmäßig unterwegs sein.
Unser Gespräch endet mit einem sympathischen und verschmitzten Lächeln des Weltmeisters und der Bemerkung „ wenn man das Talent in den Genen hat, dann muss man es auch nutzen. Arthur Schmidt
Unter dem Motto „Runter vom Sofa – wieder rein ins Leben“ hat das Kuratorium der Evangelischen Beratungsstelle Herborn in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit an der Comenius-Schule Herborn und der Evangelischen Jugend im Dekanat an der Dill einen besonderen Vormittag für die Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe gestaltet. „Wir Mitarbeitende der Evangelischen Beratungsstelle erleben in der ‚Nach-Corona-Zeit‘, dass es für die Kinder und Jugendlichen nicht einfach ist, wieder im Alltag anzukommen“, sagt Pfarrer Jörg Moxter, der Leiter der Beratungsstelle Herborn. Wichtige Sozialkontakte zu Gleichaltrigen haben in den zurückliegenden Jahren der Pandemie gefehlt, das ‚Home-Schooling‘ und der Rückzug in die Familien haben Spuren hinterlassen. Das zeige sich auch im Suchtverhalten (PC und Alkohol). Für manche junge Menschen war der Rückzug in die Familie eine eher belastende Erfahrung, so Jörg Moxter. Umso wichtiger wäre der Schritt wieder hinaus ins richtige Leben. Anreize dazu sollte der Vormittag den Schülerinnen und Schülern bieten.

Die Handpuppe eines Schafswolf-Handpuppe und unterschiedliche Karten mit einem Erdmännchen, das verschiedene Emotionen zeigte, weckten die Neugier und Begeisterung bei den Fünftklässlern: Die Mitarbeitenden der Evangelischen Beratungsstelle Herborn, Katja Reintges und Rebekka Mehl, haben in den 5. Klassen die Arbeit der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern und Paare kurz vorgestellt und unterschiedliche Themen angesprochen. Die Besuche in den Klassen der Comenius-Schule haben die Schulsozialarbeiterinnen Sarah Welter und Jennifer Weyel vorab gut vorbereitet und mit dem Schulleiter Micha Gabriel abgestimmt.
In einer zweiten Runde hat jede Schülerin und jeder Schüler sich für einen Workshop anmelden können, die auf dem Schulgelände in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Jugend im Dekanat an der Dill und weiteren Kooperationspartnern angeboten wurden. So gab es eine kreative Holzwerkstatt von der Evangelischen Jugend, einen Graffiti-Workshop vom „Haus der Jugend“, einen Tanz-Workshop und einen Selbstverteidigungskurs. Ebenfalls dabei waren die Herborner Streetworker Andreas Hammel und Dennis Moos und zwei Beamten der Herborner Polizei. Mit ihnen konnten die Jugendlichen ins Gespräch kommen. „Die Workshops sollten einen Anreiz bieten, sich im Austausch mit anderen Jugendlichen selbst neu zu erfahren. So konnten die Jugendlichen vieles ausprobieren, um vielleicht auch für sich ein neues Hobby zu finden“, sagt Jörg Moxter. Es war ein reichhaltiges Angebot, bei dem die Jugendlichen eine Vielzahl von Ideen bekamen, was sie in ihrer Freizeit anfangen können, wo sie sich Hilfe holen, wenn es im Leben mal nicht problemlos verläuft.
„Es war eine gelungene Veranstaltung“, sagt Dekanatsjugendreferentin Astrid Slenczka, die mit ihrem Kollegen Hartmut Heuser und Rebekka Post kreative Bastel- und Holzarbeiten im Werkraum der Schule angeboten hat „und einige Schülerinnen und Schüler haben gefragt, wann es noch einmal so einen kreativen Vormittag gibt“. Holger J. Becker-von Wolff
Bettwanzen sind auf dem Vormarsch behauptet der Bayrische Rundfunk in seinem Beitrag vom 15.Mai 2024 „Das Comeback der Bettwanzen“. Die Fernsehschaffenden greifen damit ein Thema auf, welches schon länger bekannt, aber in der Regel negiert oder einfach ignoriert wird.
Bettwanzen sind Blutsauger und halten sich, wie schon der Namen sagt, gerne in Betten auf. Menschliche Körper sind besonders in der Nacht Opfer dieser Lästlinge. Das Fatale: Einmal eingeschleppt, sind sie nur mit großem Arbeitsaufwand und mit erheblichen finanziellen Mitteln zu bekämpfen.

Fachleute wie Schädlingsbekämpfer behaupten, wenn sich die Tierchen sich einmal eingenistet haben, verschwinden sie nie mehr ganz. Man glaubte lange Zeit, dass sie Dank DDT ausgerottet seien. Seit dieses Schädlingsbekämpfungsmittel verboten ist, sind sie wieder da. Wie stark zeigt sich in den Metropolen wie Paris, London und Frankfurt. Aber nicht nur dort. Selbst auf dem flachen Land und besonders in Berghütten, sind sie in hohem Maße immer stärker vertreten.
In Hotels und ähnlichen Unterkünften sind Bettwanzen mittlerweile ein großes Problem, über das nicht so gerne gesprochen wird. Wenn Gäste nach Übernachtungen plötzlich kleine Einstiche an ihrem Körper wahrnehmen, denken sie in erster Linie an Mückenstiche. Waren es aber Bettwanzen hat man sie unter Umständen auch in seinem Gepäck. Ihre Anhänglichkeit hängt einfach mit dem guten Geschmack des menschlichen Blutes zusammen.
Da die Reproduktionsrate der kleinen Beißer außerordentlich hoch ist, genügt schon ein Weibchen, um die Existenz einer Kolonie in den eigenen vier Wänden zu gründen. Da die lästigen Sauger in der Regel keine Infektionskrankheiten übertragen, gelten sie offiziell auch nicht als Schädlinge und ihr Befall ist somit nicht meldepflichtig. Dazu kommt, dass die von ihnen Befallenen dies nicht so gerne preisgeben und damit eine Weiterverbreitung zusätzlich begünstigen.
Das Umweltbundesamt gibt besonders Reisende Tipps, die man beachten sollte. So empfehlen die Fachleute bei der Ankunft die Unterkunft gründlich zu inspizieren und besonders auf dunkle Kotflecken im Bettbereich, aber auch an Lichtschaltern und Möbelstücken zu achten.
Koffer und andere Gepäckstücke verschlossen und möglichst weit vom Bett entfernt zu halten. Wenn man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Schädlinge mitgebracht hat, die gesamte Bekleidung zuhause in der Badewanne durchsuchen und anschließend die gesamte Wäsche bei 60 Grad waschen.
Die getragene Wäsche sollte man immer in verschleißbaren Plastiktüten im Koffer aufbewahren. Einmal eingeschleppt ist die Bekämpfung nicht mit einer einmaligen Aktion erledigt, sondern dauert mittels mehrerer Behandlungen mehrere Wochen- Erfolgsgarantie Fehlanzeige.
Bettwanzen treten an folgenden Orten gehäuft auf: Orte mit hoher Personen-Fluktuation wie Hotels, Hostels, Wohnheimen oder Gemeinschaftseinrichtungen aller Art. Aber auch Gesundheitseinrichtungen jedweder Art sowie Transportmitteln wie Flugzeuge und Bahnen sind vom Bettwanzenbefall betroffen. Ob Luxusherberge oder Berghütte ist den lästigen Tierchen egal. Hauptsache Menschenblut, dann ist ihre Welt in Ordnung.
Fehlende Hygiene ist nicht die Ursache für einen Befall. Wenn der jedoch festgestellt wurde, kommt es auf eine schnelle Reaktion der Betroffenen an. Die apfelkerngroßen Tiere haben inzwischen eine Resistenz gegen gebräuchliche Bekämpfungsmittel entwickelt. Einzig einer thermischen Behandlung per Raumheizer mit über 45 Grad Celsius können sie nicht widerstehen. Auch bei minus 18 Grad geben sie den Geist auf.
Daraus haben Schädlingsbekämpfer eine Methode entwickelt. Die ist aber teuer und kostet nicht selten über 1 000 Euro. Die Frage nach der Gefährlichkeit von Bettwanzen lässt sich leicht beantworten. So weit bekannt ist, übertragen sie keine Infektionskrankheiten. Das ist für Befallene nur ein schwacher Trost. Ihre Aktivitäten belasten empfindliche Menschen durch ihre Stiche teils nachhaltig. Schwellungen, juckende und nässende Einstichstellen machen ihnen zu schaffen. Auch der Gedanke nicht mehr ohne diese ekeligen Eindringlinge schlafen zu können, setzt empfindlichen Gemütern zu.
Fazit: Bettwanzen sind wieder auf dem Vormarsch und da wird sich auch nichts daran ändern. Wir müssen wieder neu lernen damit umzugehen und uns gegebenenfalls durch entsprechende umsichtige Maßnahmen vor einem Befall schützen. sig
Von Siegfried Gerdau
Die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm. Stetig und lediglich für Interessierte deutlich feststellbar, bewegt sich der Krieg zwischen den ehemaligen Bruderländer Ukraine und Russland in eine kaum noch zu kontrollierende Richtung. Fast gebetsmühlenhaft wird immer wieder auf den russischen Aggressor in Gestalt Putins verwiesen, den man unbedingt in die Schranken weisen müsse. Das ist korrekt.
Die ukrainische Armee wird es jedoch nicht alleine schaffen, das ist klar. Auch noch so viele Waffen sind wenig hilfreich, wenn die Soldaten fehlen. 50 000 sind bisher auf ukrainischer Seite gefallen oder schwer verwundet worden. Die dringend benötigten personelle Reserven sind nicht vorhanden. Während sich die europäischen Staaten in Lippenbekenntnissen ergießen, muss das Volk der Ukrainer bluten und da ist kein Ende abzusehen.
Jetzt öffnet sich ein neues Kapitel in diesem abscheulichen Krieg. Die USA hat der Ukraine den Einsatz von weitreichenden Waffen freigegeben und die politische Führung der Bundesrepublik hat sich umgehend angeschlossen. Was bedeutet das? Marschflugkörper können zum Beispiel spielend leicht Moskau erreichen und gewaltige Zerstörungen bewirken. Bereits jetzt schon werden Teile des russischen Frühwarnsystems getroffen. Geschieht den Russen recht, sie haben ja schließlich angefangen, ist die oft gehörte Reaktion darauf.
Das ist unbestritten und die Ukrainer haben einen absoluten Anspruch darauf sich zur Wehr zu setzen. Doch, was kommt dann? Die russische Kriegsmaschinerie, die bereits auf vollen Touren Vernichtungswaffen produziert, wird antworten. Also noch mehr Zerstörung und Menschenopfer wie bereits bisher. Das ist eine klare Sache und das weiß auch jeder westliche Politiker mit klarem Verstand. Noch mehr Waffen für die Ukraine werden nichts mehr bringen, jetzt müssen nach Ansicht vieler Scharfmacher andere Mittel eingesetzt werden.
Spätestens jetzt müssten aber Diplomaten verhandeln. „Mit Putin ist nicht zu verhandeln“, sagen die und schließen den Einsatz von eigenen Truppen nicht mehr aus (Macron). Die russische Militärdoktrin neusten Baujahrs legt sich nicht erst seit gestern für den Fall der Fälle fest. Der Weltkrieg III ist voll im Gange und was das für Deutschland als Puffer und Aufmarschgebiet bedeutet, sollte jedem auch nicht militärisch ausgebildeten Menschen klar sein.
Raketen und Bomben werden nicht danach fragen wer der Gute und wer der Böse ist. Waren es im I. Weltkrieg 9 Millionen Soldaten und davon 2 Millionen Zivilisten, die der Kaiser an den Fronten verheizt hatte, ließen im II. Weltkrieg 4 Millionen Soldaten und 2 Millionen Zivilisten für den Wahnsinn eines verbrecherischen Systems ihr Leben. Die Waffen haben sich seitdem „verbessert“ und ihre Wirkung ist ungleich schrecklicher als damals. Wieviele Menschen es diesmal sein werden, die auf der Strecke bleiben, will man sich nicht vorstellen. Das Wissen, dass der russische Aggressor der Böse ist und man sich ja auf der guten Seite befindet, ist da wenig hilfreich.
Ob es zum Einsatz von ein paar Nuklearsprenkörpern kommt, bleibt reine Spekulation. Das würde zwar nicht das Ende der Menschheit bedeuten, aber neben zehntausenden Toten wären auch riesige Flächen kontaminiert (verstrahlt). Um Klimaschutz, Feinstaubbelastung oder Wärmepumpen brauchte man sich schon beim Einsatz von herkömmlichen Kampfmitteln keine Gedanken mehr zu machen. Da es ja so gut wie keine Schutzräume sprich Bunker in Deutschland mehr gibt, bleiben nur noch die heißen Tipps wie flach auf den Boden legen oder unter Tischen Schutz suchen.
Nun zur Eingangsfrage zurück. Wollen wir, die breite Masse, einen III.Weltkrieg. Ich denke nicht. Die USA sind weit weg und Russland ist riesengroß. Die Menschen in Deutschland und in Europa wollen vernunftgesteuerte Politiker, die mittels Verhandlungen das Ruder in letzter Minute noch einmal herumzureißen versuchen. Europa, respektive Deutschland, stand noch nie seit dem II. Weltkrieg oder der Kuba-Krise so nahe am Abgrund.
Wer jetzt noch Zeit und Muse hat sich das unten angehängte Video anzuschauen, wird vielleicht noch ein wenig mehr in diese schreckliche Materie eintauchen. Der Interview-Partner des Herausgebers der Weltwoche Roger Köppel ist der ehemals höchste Nato-General Harald Kujat. Man kann dem vier Sterne General zwar sein unbequemes Verhalten vorwerfen, aber seine Intelligenz gepaart mit einem exzellenten Fachwissen ist unbestreitbar.
Zur Person des Autors:
30 Jahre Dienst als Berufsoldat in verschiedenen Verwendungen und Standorten. Was passiert, wenn der sogenannte Ernstfall eintritt, habe ich in der Zeit des „Kalten Krieges“ von der Picke auf gelernt. Mit ABC-Schutzmaske, Schutzplane und Erd-Kampfständen hätten wir einem atomaren Angriff „getrotzt“. Meinen Soldaten-Eid, dem ich mich selbstverständlich bis zum Ende meiner Tage verpflichtet fühle, habe ich auf das Grundgesetz abgelegt und geschworen unser Land tapfer zu verteidigen.
Von Siegfried Gerdau
„Wir müssen kriegstüchtig werden“, fordert SPD-Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius eins ums andere Mal. Sein parlamentarischer Staatssekretär Thomas Hitschler, ebenfalls SPD, bedankte sich in einer Rede Anfang dieses Jahres vor aktiven Soldaten prophylaktisch bei den „Blaulichtkräften“ für deren künftigen Einsatz im Aufmarschgebiet Deutschland.
Wir müssen kriegstüchtig werden? Jahrzehntelang genügte es, wenn die Bundesrepublik verteidigungsfähig (Art. 87a GG – Grundgesetz) war. Das ist mittlerweile seit 75 Jahren Geschichte, aber wohl auch schon einige Jahre nicht mehr der Fall. Da ist doch eine quantitative Frage angebracht. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht im Januar 2011 schrumpfte die Bundeswehr kräftig weiter. Der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg[ (CSU), immerhin Unteroffizier der Reserve, brach mit einem Tabu und nannte den Einsatz auch von Bundeswehrangehörigen in Afghanistan „umgangssprachlich Krieg“.

Während Grüne und SPD damals hochentrüstet über seine Aussage „die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands auch militärisch abzusichern“ reagierten, warf ihm sein einstiger Amtsinhaber Volker Rühe (CDU) die Zerstörung der Bundeswehr vor.
Mit ihren derzeit 181.000 Frauen und Männer-Soldaten ist wahrhaftig kein Staat zu machen, geschweige ein Krieg zu führen. Pistorius macht sich Gedanken. Mit Unterstützung von Bundeswehrverbands-Chef Oberst André Wüst auch über die Rückkehr zur Wehrpflicht.
Ob es reicht, wenn die ehemaligen Kriegsgegner, Friedensfreunde (Pflugscharen zu Schwertern) und sonstige Aktivisten mit fliegenden Regenbogenfahnen in die kaum noch vorhandenen Kasernen einrücken, ist die Frage. Viele andere wollen es nicht, wenn man den Umfragen Glauben schenken soll. Vielleicht wäre die französische Legion Etrangere ein Modell zur quantitativen „Aufwertung“ der Bundeswehr. Genügend junge und kräftige Männer sollten ja zu bekommen sein.
Um was geht es eigentlich? Es geht nicht mehr oder weniger um die Überlegung einen Krieg für nötig aber auch führbar zu halten. Das Feindbild, das die Bundeswehr nie hatte, hat Gestalt angenommen. Der russische Aggressor soll in die Schranken gewiesen werden. Bisher hat das die Ukrainische Armee für uns übernommen. „Deutschland wird auch in der Ukraine verteidigt“, glaubt der FDP Fraktionsvorsitzende Christian Dürr.
Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) auf der Konferenz „Europa 2024“: „Deutschland und Europa muss sich auf einen Landkrieg vorbereiten“. Auch die Rüstungsindustrie will er hochgefahren sehen. Die Union klatscht Beifall und wirft ihm gleichzeitig vor, für die aktuelle Unterfinanzierung der Deutschen Armee verantwortlich zu sein.
Sein Grüner Kollege Anton Hofreiter (Panzer-Toni) wurde einst wegen eines zu kurzen Beines als untauglich für den Wehrdienst eingestuft. Das Thema Wehrpflicht sei eine „Diskussion der Vergangenheit“, sagte er in einem Interview mit dem Politmagazin „Kontrovers“. Den Kanzler forderte er auf mit Frankreich über die Rolle der französischen Atomwaffen bei der gemeinsamen europäischen Verteidigung zu reden. Seine Vorstöße seien bisher nicht angenommen worden, klagte der Mann, der 2015 Waffenlieferung an die Ukraine ausschloss.
Katarina Barley SPD stellt die unterstützende Frage: „Warum eigentlich nicht Atomwaffen für Europa“. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) forderte die Regierungsfraktionen auf, jetzt Waffensysteme (Taurus) zu liefern, die der Ukraine Angriffe auf Ziele im rückwärtigen Bereich des russischen Aggressors ermöglichen. Die Union ist dafür, Scholz mauert.
„Stracki liebt den Frieden und bereitet deshalb den Krieg vor“ (taz im Februar 2024). Gemeinsam mit Anton Hofreiter begrüßt sie das US-Militär-Hilfspaket im Wert von 61 Millionen Dollar für die Ukraine.
In den USA wächst hingegen die Sorge, der ukrainische Gegenangriff könne eine atomare Reaktion Russlands auslösen. „Putin wird zu nuklearen Gefechtsfeldwaffen greifen, sobald ihm dies geboten erscheint“, warnt Harvard-Dozent Kevin Ryan, früherer US-Brigadegeneral und Militärattaché in Moskau, im Gespräch mit dem RND.
Deutschland verfügt selbst über keine eigenen Atomwaffen. Jedoch lagern auf dem Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel etwa 20 US-Amerikanische Atombomben. Die in Büchel stationierten US-Atombomben sollen im Rahmen der nuklearen Teilhabe im Kriegsfall von deutschen Piloten ins Ziel geflogen werden.
Wie eine bewaffnete Auseinandersetzung in Europa ablaufen könnte, beschrieb schon der englische General a.D. Sir John Hackett in seinem 1978 erschienenen Werk „Der dritte Weltkrieg“ sehr plakativ. Dass Deutschland darin die berühmte A-Karte zog ist ebenso realistisch wie erschreckend. Von einigen geschichtlich-geografisch und politischen Veränderungen abgesehen, sind die geschilderten Szenarien absolut auf die Gegenwart übertragbar.
„Krieg ist Frieden“ persiflierte George Orwell in seinem zwischen 1946 und 1948 geschrieben Roman „1984“ zukünftige Entwicklungen. Eigentlich pervers angesichts des Krieges mit tausenden Toten in der Ukraine. Ganz sicher ist jedoch, dass all die, die heute über Krieg und Frieden philosophieren physisch nicht aktiv dabei wären.
Jedoch: Wie schrieb Gustav Le Bon in seinem 1895 erschienen Werk „Die Psychologie der Massen“: „Der Einzelne verliert in der Masse seine persönliche Kritikfähigkeit, seine eigene Fähigkeit, die Dinge zu hinterfragen und zu durchdenken. Hierbei spielt es eigentlich keine Rolle wie gebildet jemand ist: Als Teil der Masse wird er mitgezogen“.
Hierzu passt auch fast nahtlos diese Diskussionsrunde: https://www.youtube.com/watch?v=SAGFQye1hT0
Die evangelische Kirche in Guntersdorf wird am Sonntag, 2. Juni 2024 mit einem Festgottesdienst um 14 Uhr feierlich wieder eröffnet
Was lange währt, wird endlich gut: Die evangelische Kirche in Herborn-Guntersdorf wird am Sonntag, 2. Juni 2024 mit einem Festgottesdienst um 14 Uhr feierlich wieder eröffnet. Im Anschluss wird um die Kirche herum und im gegenüberliegenden Dorfgemeinschaftshaus der Abschluss einer mehrjährigen Sanierung gefeiert. Was als Renovierung begann, ist ein kompletter Umbau geworden. Die Kirche lässt sich nun multifunktional als Gotteshaus und als Gemeindehaus nutzen.

Am Sonntagnachmittag gibt es die Möglichkeit sich die Kirche in kleinen Gruppen näher anzuschauen. Im Dorfgemeinschaftshaus gibt es herzhafte Teigrollen sowie Kaffee und Kuchen. Für Kinder steht eine Hüpfburg bereit. Der Tag endet um 17 Uhr mit einem musikalischen Abschluss in der Kirche. Eingeladen sind neben der Gemeinde auch die beteiligten Handwerker – und die vielen Spenderinnen und Spender. Künftig soll wieder alle vierzehn Tage hier im Wechsel mit Hirschberg ein Gottesdienst stattfinden. Darüber hinaus kann die Kirche als Treffpunkt für Gemeindeveranstaltungen dienen.
„Wir haben im April 2018 angefangen die Kirche zu renovieren“, sagt Pfarrer Thomas Gessner. Zunächst wurden die Kirchenbänke heraus genommen, dann wurde das Fachwerk komplett saniert – und während der schon begonnenen Renovierung entstand die Idee den Eingangsbereich seitlich zu verlegen, um den Anbau für Toilette und Teeküche zu nutzen. „Es hat dann noch mal einen ganzen Augenblick gedauert bis wir als Kirchengemeinde diese Neuplanung gut durchdacht hatten. Die Finanzierung wurde nur möglich durch den Verkauf des so genannten ev. „Jugendheims“ in Guntersdorf“, sagt Thomas Gessner. Der Pfarrer ergänzt: „Und dann kam es leider zu einer Baupause von drei Jahren, weil der Holzboden große Probleme gemacht hatte. Aber jetzt ist alles schön geworden. Es werden nur noch kleinere Restarbeiten durchgeführt“.
Harmonisches Zusammenspiel von alt und neu
„Es ist vieles neu: der Boden und die Bestuhlung mit Einzelstühlen, erhalten geblieben sind die Säulen und die Empore. Dieses Zusammenspiel von alt und neu ist sehr harmonisch gelungen und hat der Kirche etwas ganz besonderes gegeben“, sagt die stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Simone Pfeiffer. Pfarrer Gessner pflichtet ihr bei: „Es ist ein wunderschöner Gottesdienstraum geworden“. Er erinnert sich: „Die Farbgebung war vorher grau-grün und wirkt nun deutlich heller und freundlicher“. Er lobt die Multifunktionalität der Kirche: Sonntags stehen die Stühle in einer Reihe zum Altar hin ausgerichtet für den Gottesdienst, aber unter der Woche lässt sich die Kirche auch als Gemeindehaus nutzen. Die Stühle können miteinander verbunden im Halbkreis oder frei gestellt werden. Tische auf Rollen lassen sich leicht und schnell aufstellen oder platzsparend wieder wegschieben. Eine Teeküche und Toilette sind im Gebäude vorhanden. Gruppen und Kreise können sich ab sofort hier treffen, auch der Kindergottesdienst kann in der Kirche stattfinden. Der neue Holzboden sorgt für eine gemütliche Atmosphäre und eine tolle Akustik. „Der Kirchenraum ist ein wunderbarer Klangkörper, das findet sich sonst eher selten. Thomas Gessner kann sich kleine Konzerte mit Cello und Gesang oder Lesungen hier durchaus vorstellen.
Hintergrund
Guntersdorf gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Hörbach mit Hirschberg und Guntersdorf. Bevor diese Kirchengemeinde 1956 entstand, gehörte der Ort zur Kirchengemeinde Schönbach. Die kleine Kirche wurde 1685 erbaut und steht vermutlich anstelle einer früheren St. Jakobs-Kapelle, die 1479 erbaut wurde, vielleicht von Jakobus-Pilger. Das Fachwerk wurde zuletzt 1990 außen saniert. Der Herborner Ortsteil Gunterdorf zählt etwa 355 Einwohner (davon sind 287 Gemeindeglieder) und wurde erstmals 1351 urkundlich erwähnt. Der kleine Ort hat neben der Kirche eine bemerkenswerte Zahl von Fachwerkhäusern aufzuweisen.
Foto: Becker-von Wolff