Was daraus wird, wenn ganze Völker aufeinandergehetzt werden, hat die deutsche Teilung deutlich gemacht. Der schlimme II. Weltkrieg mit Millionen Toten und Verwundeten und der Zerstörung ganzer Städte, waren der Preis für Größenwahn und Alleinherrschaftsstreben Hitlers.
Am 3. Oktober 1990 „fand zusammen was zusammen gehört.“ Foto: Gerdau
Das Deutsche Volk ließ sich verblenden und Millionen hatten mitgemacht oder sich schweigend abgeduckt. Als sich die Besiegten ihre Wunden leckend versicherten nie mehr so etwas geschehen zu lassen, gab es viele Deutsche, die das glaubten.
Es war schon im Ansatz ein Irrglauben. Es entwickelten sich zwei waffenstarrende Blöcke, der Warschauer Pakt und die Nato. Deutschland stand zwar geteilt, aber wieder an vorderster Front. Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik waren schon bald bereit, aufeinander loszugehen. Die Indoktrination auf beiden Seiten war erfolgreich und das nach einer solch verbrecherischen Vergangenheit, die noch wenige Jahre vorher unselige Realität war.
Während sich „Gut“ und „Böse“ feindlich gegenüberstanden, kamen nur wenige auf den Gedanken, dass es Deutschland war, das 1941 über Russland herfiel. Die Machthaber in der DDR betonten, dass dies wieder unmittelbar bevorstehe und ihre Gegenüber begründeten die Aufrüstung damit, dass man jederzeit mit einem Angriff aus „dem Reich des Bösen“ rechnen müsse.
Als sich die Sowjetrepublik totgerüstet hatte und zusammenbrach, war auch die Deutsche Teilung am 3. Oktober 1990 Geschichte. Eine neue Zeit begann und der Friede unter den Völkern schien nahe. Doch der hielt nicht allzu lange. „Sprüche, wie „wir sind von Freunden umgeben“, würde heute niemand mehr von sich geben.
Mit dem Russischen Machthaber und Kreml-Chef Wladimir Putin betrat ein Mann die politische Bühne, der Michail Sergejewitsch Gorbatschows Ideen von friedlicher Koexistenz nachdrücklich konterkarierte. Die alten Ressentiments zwischen Russland und den USA flammten wieder auf und als die ehemalige Rote Armee in die Ukraine einfiel, fanden sich auch die Politiker der westlichen Welt bestätigt.
Heute am 3. Oktober, 33 Jahre nach der Beendigung der Teilung Deutschlands steht die Welt wieder vor einem Abgrund, der schlimmer ist, als er sich während der Kuba-Krise 1962 darstellte. Was lange für unmöglich gehalten wurde, hat sich wiederholt und was daraus wird, weiß niemand. Nicht wenige Menschen unterstützen die Drohungen durch Einsatz von militärischen Mitteln und halten selbst eine atomare Auseinandersetzung für möglich.
Vergessen ist die Zeit von Not und Elend-die damals Betroffenen leben zum großen Teil schon lange nicht mehr. Selbst wir inzwischen Zahnlosen wollen Zähne zeigen. Fakt ist, wenn es zu einem Krieg der Machthaber USA und Russland kommt, wird Deutschland wieder einmal der Mittelpunkt des Geschehens sein.
Wenn heute die Feierlichkeiten anlässlich der Wiedervereinigung Deutschlands stattfinden, kann man als denkender Mensch nicht reinen Herzens den schönen Reden zuhören. Zuviel steht auf dem Spiel und verdrängen ist nicht besonders hilfreich. Leider weiß auch ich den Königsweg oder eine Lösung nicht zu finden. Dennoch: Ich bin glücklich, dass das Deutsche Volk wieder vereint ist und ich persönlich werde nicht kopflos den Ideologen im Lande folgen, die unsere einstigen Friedensbemühungen aufs Spiel setzen.
Einigkeit und Recht und Freiheit nicht nur fürs deutsche Vaterland muss der Leitsatz unseres Strebens sein. Die „Predigten“ zur Alternativlosigkeit von militärischer Gewalt sind menschenverachtend und wenig intelligent.
Die von mir sicher nicht priorisierte TAZ schreibt in ihrem aktuellen Artikel „Frag mal Clausewitz“ folgendes:
Mit Blick auf den Ukrainekrieg bedeutet dies, dass es höchste Zeit ist für eine umfassende Debatte darüber, wie dieser Krieg beendet und wie die sicherheitspolitische Ordnung in Osteuropa sowie das Verhältnis zu Russland künftig gestaltet werden soll.
Eine gute Aussage, der ich mich vorbehaltlos anschließen kann.
Heute habe ich mich wieder einmal meinem liebsten Himmelsobjekt, dem Mond, gewidmet. Er ist im Begriff abzunehmen und so lassen sich seine Konturen eine Idee besser herausarbeiten.
Der Mond ist 384.400 Kilometer von der Erde entfernt und hat einen Durchmesser von rund 3474,8 Kilometer
Während ich ihn ablichte, sehe ich mit bloßen Augen seine hellleuchtende Begleiterin, die Venus, schräg unter ihm stehen. Was für eine Herausforderung, dieser Dame einmal mit dem 600er an der Canon 80 D auf den Pelz zu rücken. Um es gleich vorwegzunehmen, es gelang mir nur mit viel Mühe, ein halbwegs akzeptables Foto von diesem hellsten Objekt nach dem Mond am Abendhimmel zu schießen.
Wie eine Zitronenscheibe: Auch mit einem großen Objektiv lässt sich der Planet Venus nur ungenügend fotografieren.
Sie scheint sehr groß zu sein, dabei ist sie mit etwa 12.100 Kilometer Durchmesser kleiner als Mutter Erde. Wenn sie der Erde am nächsten kommt, ist sie noch vierzig Millionen Kilometer weit entfernt. Kaum vorstellbar für ein durchschnittliches menschliches Hirn.
Unser Planet Venus nimmt eine Sonderstellung unter den Planeten ein. Regelmäßig wechselt sie ihre Rolle als Abend-und Morgenstern. Somit ist sie das erste sichtbare Gestirn in der Abenddämmerung und das letzte vor Sonnenaufgang. sig/Fotos: Gerdau
Das vorliegende Werk wurde mir von einem guten Freund empfohlen und er hatte Recht damit. Die Lektüre von „Die Macht der Geographie“ von Tim Marshall hat meinen geopolitischen Verstand erweitert und mich verstehen lassen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Anhand zahlreicher Erklärungsversuche in Verbindung mit dem entsprechenden Kartenmaterial, macht der englische Autor auch die gierige Kolonialpolitik der einst führenden Länder mitverantwortlich für misslungene Startversuche einiger Länder in die Selbständigkeit.
Trotz immer der immer wieder propagierten „Gleichheit“ aller Völker, beweist er in seinem Buch wie wichtig „gewachsene“ Grenzen zwischen den unterschiedlichen Kulturen sind.
Das willkürlich trennen, von teils Jahrhunderte lange Zusammenleben von Völkern und Volksgruppen, ist nicht selten der Auslöser für Krieg und Dauerstreit.
In seinem Buch analysiert Marshall die aktuellen Krisenherde in der Welt und versucht diese zu begründen.
Der gelernte Redakteur, unter anderen für BBC, berichtete aus mehr als dreißig Ländern und man kann im unterstellen, dass er dadurch einen Weitblick gewonnen hat, dem man vertrauen kann.
Das Buch ist sicher nicht ohne Grund Spiegel-Bestseller durch die entsprechend hohe Verkaufszahl geworden.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass es verständlich und sehr gut lesbar verfasst wurde. Hochtrabend wissenschaftliche Schachtelsätze und „nachschlagenotwenige“ Fremdwortgebilde wird man in dem 334-seitigen Buch zum Glück nicht finden.
Fazit: Ein sehr gut zu lesendes Sachbuch, dass ich nur aufs wärmste empfehlen kann. sig
Ein beachtenswerter Artikel stand gestern in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ). Dabei wurde ein Thema angefasst, über das man in der Vergangenheit nicht reden konnte, ohne Gefahr zu laufen, als Rechter oder Schlimmeres abgestempelt zu werden. Fatina Keilani, Redakteurin der NZZ, Berlin weist darin auf die unterschiedlichen Ansichten, auch innerhalb der Koalition hin und bemängelt, dass außer Reden nicht viel passiert. Währenddessen raufen sich Kommunalpolitiker bundesweit die Haare, weil sie nicht mehr wissen, wo sie all die überwiegend jungen Männer unterbringen sollen. Tendenz steigend. Die Tatsache, dass diese Entwicklung nicht nur gesellschaftlichen Zündstoff beinhaltet, sondern von der Gemeinschaft aller Bürger (dem Staat) mit viel Geld bezahlt werden muss, fand in dem Artikel keinen Platz. sig
Viel Wasser fließt die Dill hinunter, während in Berlin endlose Diskussionen über brennende Probleme geführt werden.
Keilani schreibt:
Besonders rot-grüne Politiker bremsen eine neue Migrationspolitik
Das gesellschaftliche Klima in Deutschland hat sich geändert, eine Begrenzung des Zustroms von Migranten ist kein Tabu mehr. Doch einige Akteure haben kein Interesse daran. Zudem verdient die Sozialbranche gut an den Migranten.
Die Debatte über die deutsche Migrationspolitik spitzt sich zu. Der Bedarf nach stärkerer Steuerung und Begrenzung der Migration ist erkannt, und doch setzt Deutschland der irregulären Zuwanderung bis jetzt nichts entgegen, obwohl das möglich wäre. Denn die zuständige Innenministerin Nancy Faeser ist für offene Grenzen. Sie ist die größte Bremserin, wenn es darum geht, den Zustrom zu verringern. Faeser ist zuständig für die innere Sicherheit, Migration und Grenzkontrollen, und sie ist oberste Dienstherrin der Bundespolizei.
Da die Sozialdemokratin gemerkt hat, dass diese Haltung sie Stimmen kostet, ist sie dazu übergegangen, mit Worten Politik zu machen. Sie wolle «den Schleusern das Handwerk legen» und «die irreguläre Migration eindämmen», sagt sie nun immer wieder. Es wird jedoch viel geredet und wenig gehandelt.
Ein erster Schritt wäre es, die deutsche Grenze zu schließen und Grenzkontrollen wieder einzuführen. Dies würde das Schengen-Abkommen vorübergehend erlauben, und von den europäischen Partnern würde sich niemand beschweren, da sie das deutsche Verhalten ohnehin überwiegend kritisch sehen. Überraschend kam am Montag die Nachricht, dass Faeser noch vor dem EU-Innenministertreffen am Donnerstag mit Polen und Tschechien über Grenzkontrollen beraten wolle. Ergebnisse bleiben abzuwarten.
Für Seenotrettung fließt jetzt Steuergeld
Zu den Bremsern gehören auch Grüne und Linke. Innerhalb der Grünen-Prominenz gibt es verschiedene Strömungen. Parteichefin Ricarda Lang hat erkannt, dass etwas geschehen muss, und in der vergangenen Woche dafür plädiert, mehr Rückführungsabkommen zu schliessen. Damit kam sie in ihrer Partei nicht gut an.
Anders die Vizepräsidentin des Bundestags, Katrin Göring-Eckart, die sich immer wieder gegen eine Schließung der Grenzen positioniert. Ihr Lebensgefährte Thies Gundlach organisiert die «Seenotrettung» der NGO «United4rescue». Seit die Grünen mitregieren, erhält die Organisation Steuergeld: Jährlich zwei Millionen Euro bewilligte der Haushaltsausschuss Ende 2022.
Die Debatte wird – vielleicht absichtlich – mit falschen Begriffen geführt. Beispiel «Seenotrettung». Seeleute sind verpflichtet, einander bei Not zu helfen. Wenn sich Hunderte bewusst einem Risiko aussetzen und in einer Nussschale über das Mittelmeer wollen, wenn also vermeintliche Seenot planvoll erzeugt wird, brauchte es dafür eigentlich einen eigenen Begriff. Auch die evangelische Kirche unterstützt die Seenotrettung und ruft zur Solidarität mit den «Geflüchteten» auf, die man eigentlich als Migranten bezeichnen müsste.
«Menschenrechte sind unverhandelbar», ist einer der Slogans von Akteuren wie «United4rescue», bloß ist es kein Menschenrecht, ohne Papiere oder Anspruch fremdes Territorium zu betreten. Auch hier wird mit falschen Begriffen gearbeitet. Deutschland ist nicht verpflichtet, Menschen aufzunehmen, die vor Armut und Perspektivlosigkeit fliehen. Das gesellschaftliche Klima in dieser Frage wandelt sich derzeit. So hat sich der frühere Bundespräsident Joachim Gauck für eine Begrenzung der Migration ausgesprochen, und auch der amtierende Bundespräsident Frank Walter Steinmeier sprach davon, dass die «Belastungsgrenze» erreicht sei.
Falsche Begriffe prägen die Debatte
Innenministerin Faeser hat «Asyl-Obergrenzen» gerade erneut abgelehnt. Eine «Obergrenze» könne es beim Asyl nicht geben. Darum geht es jedoch eigentlich gar nicht. Das «Asyl» ist ein individuelles Recht, der Antragsteller muss persönlich politisch verfolgt sein, das trifft auf 99,3 Prozent nicht zu. Daher ist eine Obergrenze beim Asyl irrelevant: Die wenigen tatsächlich Asylberechtigten bekommt Deutschland problemlos unter.
Gemeint ist stattdessen, dass man niemandem verwehren dürfe, einen Asylantrag in Deutschland zu stellen. Faeser sagte es gerade vergangenen Mittwoch wieder im Bundestag. Das ist jedoch falsch. Wer in Deutschland Asyl beantragt und auf dem Landweg gekommen ist, hat zwangsläufig einen sicheren Drittstaat passiert und muss dort seinen Asylantrag stellen. Er kann sich laut Grundgesetz dann nicht auf das Asylgrundrecht berufen.
Auch die grüne Außenministerin Annalena Baerbock steht auf der Bremse. Am Montag sagte sie im Deutschlandfunk, sie und Innenministerin Faeser arbeiteten hart daran, «dass wir in Europa endlich zu gemeinsamen Regelungen in der Asyl- und Flüchtlingspolitik kommen». Doch der Verweis auf Europa steht unter Ausrede-Verdacht. Auch wenn keine europäische Lösung da ist, kann Deutschland einen eigenen Weg gehen, und sei es nur, statt Bargeld wieder Sachleistungen an Asylbewerber auszugeben, um unattraktiver zu werden.
Brüssel blickt kritisch auf Berlin
In Brüssel nimmt man die Bundesregierung als «sehr prinzipiengeleitet, fast schon ideologisch» wahr, zitiert der «Tagesspiegel» EU-Diplomatenkreise. Berlin verhindert im Grunde, dass es bei dem europäischen Asylkompromiss vorwärtsgeht, der im Juni gefunden wurde.
Die Ampelregierung stimmt bis jetzt der Krisenverordnung nicht zu, die im Notfall eine Absenkung der Standards bei Asylverfahren ermöglichen soll. Aus Brüsseler Sicht steht also die Ampel als Ganzes auf der Bremse, während sie im Inland immer die Notwendigkeit einer europäischen Lösung beschwört.
Nicht zuletzt sind auch wirtschaftliche Interessen im Spiel. Caritas und Paritäter, Diakonie und soziale Träger bekommen viel Geld vom Staat für ihre Versorgung der Angekommenen. Und auch wer eine Immobilie zur Unterbringung der vielen Menschen anbietet, kann mit mehr als auskömmlicher Finanzierung rechnen. NZZ Fatina Keilani, Berlin, 25.09.2023
In ihrem Leitartikel schreibt das Herborner Tageblatt (VRM) am Dienstag in dieser Woche, dass Bundeskanzler Scholz effektivere Abschiebungen angemahnt habe. Zitat wörtlich : „Das sind sehr viele, die nach Europa und nach Deutschland kommen und die Zahl hat dramatisch zugenommen“, sagte Scholz am Samstag bei einer SPD-Kundgebung in Nürnberg.
Er nannte die Lage „schwierig“. Das auszusprechen sei in einer Gesellschaft, die über Probleme frei diskutiere, unverzichtbar und richtig. Wer komme und sich nicht auf Schutzgründe berufen könne oder hierzulande Straftaten begangen habe, müsse aber zurückgeführt werden.
Die Union verlangt Grenzkontrollen auch an den Grenzen nach Osten, ähnlich der an der deutsch-östereichischen Grenze. CDU-Chef Friedrich Merz adressierte an den Kanzler: „Lassen sie uns das zusammen machen und wenn sie das mit den Grünen nicht hinbekommen, dann werfen Sie sie raus, dann machen wir es mit Ihnen“.
Die Zeitung schreibt weiter, dass aus Ländern und Kommunen Warnungen vor einer Überlastung kämen. Bis Ende August registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mehr als 204 000 Erstanträge auf Asyl. Das sei ein Plus von 77 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. sig
Der FDP-Generalsekretär Bijan DjiR-Sarai: „Die Grünen sind in der Migrationspolitik ein Sicherheitsrisiko für das Land“.
Eilmeldung :
Bundeskanzler Olaf Scholz hat ein Machtwort im Asyl-Streit gesprochen. Am Mittwoch soll er seinen Ministern klargemacht haben, dass Deutschland dem neuen Asylrecht nicht im Weg stehe, wie die „Bild“ berichtet.
Demnach habe sich Außenministerin Annalena Baerbock gegen die Asyl-Krisenverordnung der EU quergestellt.
Den 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sollten sich Kartoffel-Liebhaberinnen und Liebhaber sehr gut merken. Die Sozial-Gruppe-Herborn (SGH) feiert an diesem Tag ihr Kartoffelfest auf dem Gelände der Hohen Schule in Herborn. Ab 12 Uhr gibt es auch die beliebten, frischgeraspelten und gebackenen Herborner Hatscheln (Kartoffelpuffer) mit Apfelkompott, die nach altem Rezept liebevoll zubereitet werden. Der SGH-Vorsitzende Kurt Meinl wünscht sich, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger dieser Einladung folgen. sig/Foto: Gerdau
„Die Stadt ist ja wie ausgestorben“, sagte die Hannoveranerin, die mit ihrem Ehemann in Herborn auf Tour war. Es sei doch Samstag-Spätnachmittag und fast alle Cafés und Einzelhandelsgeschäfte hätten geschlossen. Ob das immer so sei, fragte sie die Wirtin der ältesten Herborner Gaststätte, die gerade dabei war ihre Kneipe zu öffnen.
Herborns älteste Gaststätte ist ein städtisches Kleinod, das gepflegt werden will.
„Nein, das war nicht immer so“, meinte die Angesprochene, während sie ihren Gästen ein frisches Bier zapfte. Früher sei die Stadt auch an den Wochenenden belebt gewesen. Einzig der Freitag mit seinem Wochenmarkt bringe Leben in die Stadt. Ein Herborner Gast mischte sich in die Unterhaltung ein. Er glaube, dass sich seine Stadt mittlerweile selbst darin überhole, zu kundenfreundlichen Zeiten die „Bürgersteige hochzuklappen“. Wer nach Feierabend noch einen Kaffee oder ein Schoppen trinken wolle, stehe bei den meisten Gasthäusern und Cafés vor verschlossenen Türen. Von Einkaufen gar nicht erst zu reden.
Er könne zwar verstehen, dass die angespannte Personalsituation die Wirte dazu zwinge, ihre Betriebe nur noch an bestimmten Zeiten offenzuhalten, aber das sei dennoch für das gesamte Stadtbild kontraproduktiv.
Teufelskreis Öffnungszeiten
So wie hier ist die Herborner Fußgängerzone abends nicht belebt.
Das Thema Öffnungszeiten ist heiß und wurde schon immer diskutiert. Jetzt ist es aber so weit, dass ernsthafte Denkmodelle entwickelt werden müssen, wie die unterschiedlichsten Bedürfnisse befriedigt werden können. Es geht immer mehr ums Ganze und da hilft es dem Geschäftsmann nicht, „dass er glaubt es kommt ja niemand mehr, also mache ich zu.“ Der Kunde denkt „ich brauche gar nicht hinzugehen, weil er ja zu hat.“ Ein Teufelskreis, der dem Online-Handel in die Pakete spielt.
Wer keine Industrie mehr will und sich auch nicht darum bemüht, muss andere Wege gehen.
Die Stadt verliere immer mehr ihren einstigen Status eines prosperierenden Industriestandortes, meinte ein anderer. Da müsse man eben mit dem Nimbus einer stolzen Fachwerkstadt wuchern. Alleine die alten Balken vorteilhaft zur Geltung bringen, reiche nicht aus. Die Besucher müssen die Möglichkeit haben, auch zu anderen Zeiten als von 9 bis 18 Uhr shoppen gehen zu können oder sich beim Bier und Kaffee zu treffen.
Um negative Stadtentwicklungen zu beobachten, brauche man nicht allzu weit zu fahren. Politische Parteien, die sich mit aller Kraft für Autofreiheit in der Innenstadt, Gänseblümchen auf Brachstückchen und dem Klimaschutz einsetzen, täten besser daran die Gesamtsituation ihrer Stadt im Blick zu behalten.
Eine Kommune verliert sehr schnell ihre Anziehungskraft, wenn ihr Innenleben vernachlässigt wird. Warum sollen Menschen von weit herkommen, wenn es an attraktiven Angeboten mangelt. Shisha-Bars, Pizzerien, Döner-Buden oder Spielsalons sind sicher für manche Personengruppen schön, aber das Gros der Besucher wird von einer Überzahl dieser einschlägigen Etablissements eher abgeschreckt.
Die „ganz normalen“ Besucher möchten bummeln, in schönen Gaststätten und Cafés verweilen, etwas gutes Essen gehen und natürlich beim Einzelhändler vor Ort händisch einkaufen. Wenn dies dann noch zu Zeiten, nach der allgemeinen Arbeitszeit, möglich ist, spricht man von einer schönen, ihren Bewohnern zugewandten, gemütlichen Stadt.
Lediglich den zunehmenden Online-Handel für Negativ-Entwicklungen verantwortlich zu machen, ist nicht besonders hilfreich. Ideen sind gefragt sowie die permanente Bereitschaft alte Zöpfe abzuschneiden. Unternehmer, die dazu bereit sind, werden auch in der alten Fachwerkstatt an der Dill oft ausgebremst oder verunglimpft. Dazu kommen Bausünden, die nicht wieder gut zu machende Schäden am Stadtbild verursachen.
Das Sicherheitsgefühl leidet
Bürgerinnen und Bürger haben oft nicht ganz unberechtigt Angst, sich bei Dunkelheit in der Stadt zu bewegen. Ihre Sicherheitsbedenken, auch wenn die nur ein Gefühl sind, sollten nicht ignoriert werden. Wer soziale Brennpunkte nicht entschärft, wird Großbrände nur schwerlich löschen können. Die Stadt, respektive das Ordnungsamt, muss Flagge zeigen, das heißt die Präsenz seiner Ordnungskräfte muss erkennbar und dies nicht nur zu den Bürostunden sein. Dazu gehört sicher auch, dass der Standort der Ordnungshüter so gewählt werden muss, dass Fehlleistungen einer bestimmten Klientel bereits im Ansatz ersticken.
Fazit: Fürs Klima ist es bestimmt gut, wenn nicht so viele Menschen in die Stadt kommen. Für den Stadtsäckel, der ohnehin an geringer Füllung krankt, sicher nicht. Industrie abbauen liegt ja bundesweit im Trend, aber damit gehen auch die unterschiedlichsten Einnahmen für die Kommunen verloren. Wer stattdessen den Haushalt mit Einnahmen aus dem Tourismus decken will, muss sich intensiv darum kümmern. Das heißt die Attraktivitäten wie Wildgehege und Co. nicht ebenfalls abbauen, sondern im Gegenteil entsprechend anpassen. Historische Gebäude pflegen und nicht verkommen lassen. Auch ist die „friedliche Koexistenz“ von Fußgängern, Radfahrern und Automobilisten besser als ideologischer Kahlschlag, der immer zu Lasten einzelner Gruppen geht.
„Herborn ist anders“ und das muss die Stadt immer wieder unter Beweis stellen. Stillstand einhergehend mit parteipolitischen Spielchen schaden der Stadt und ihren Bürgern. Daher: „Suche der Stadt Bestes“ und dieser Satz darf nicht zu einem abgedroschenen Spruch bei Festreden verkümmern. Wer wissen will wo in der Stadt und bei ihren Bürgern der Schuh drückt, muss immer wieder hinhören und mit den Menschen reden. sig/Foto: Gerdau
Die Energiewende erfordert einen schnellen Um- und Ausbau der Strominfrastruktur – und damit steigt der Bedarf an Niederspannungs-Schaltanlagen. Besucher im neuen Rittal Application Center in Gera erarbeiten zusammen mit Rittal, Eplan und Ehrt, wie sie mit der Automatisierung ihrer Prozesse sowie vormontierten Verteilsystemen und passenden Schienen den Aufbau von Schaltanlagen beschleunigen. So können Schaltanlagenbauer in Zeiten knapper Fachkräfte mehr Aufträge bearbeiten, die dringend zur Umsetzung der Energiewende benötigt werden.
Seit April dieses Jahres betreibt Rittal in Gera bereits ein Vormontagezentrum, um die Kunden mit vormontierten VX25 Ri4Power Stromverteilungssystemen und konfektionierten Kupferschienen beim schnellen Aufbau der Anlagen zu unterstützen. Am 21. September wurde nun das Rittal Application Center für Kunden geöffnet. Prof. Friedhelm Loh und die Rittal Geschäftsführung teilten mit Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb feierlich das rote Band und gingen bei einer Informations- und Netzwerkveranstaltung gleich mit den ersten Kunden ins Gespräch.
„Das neue Rittal Application Center ist ein Kompetenzcenter für ganzheitliche Lösungen. Kunden können dort nicht nur konfektionierte Kupferschienen als Arbeitsergebnisse der Maschinen bestellen, sondern sich bei einem Besuch auch mit dem Herstellungsprozess und den Möglichkeiten auf ihrem eigenen Shopfloor befassen“, sagt Uwe Scharf, Geschäftsführer Rittal Vertrieb Deutschland. Rittal Automation Systems und Kupfer-Spezialist Ehrt aus der Unternehmensgruppe bieten die Maschinen in Verbindung mit Eplan auch als Automatisierungslösungen für den Shopfloor der Schaltanlagenbauer an.
In Gera ermitteln die Besucher mit den Fachleuten von Rittal, Eplan und Ehrt, welche Automatisierungsschritte in ihrer eigenen Fertigung beim Aufbau von Schaltanlagen den besten Effekt erzielen. An den live arbeitenden Maschinen können sie es direkt mit eigenen Projekten testen.
Tempo für die Energie-Infrastruktur mit standardisierten Prozessen
Die in Gera arbeitenden Maschinen sind Teil der abgestimmten Lösungen aus Software und Hardware von Rittal, Eplan und Rittal Automation Systems, die allesamt darauf zielen, den Prozess im Steuerungs- und Schaltanlagenbau zu beschleunigen und zu optimieren.
„Die Industrie braucht hohes Tempo und standardisierte Qualität beim Ausbau der Energie-Infrastruktur. Dabei haben die Schaltanlagenbauer eine Schlüsselfunktion“, sagt Markus Asch, CEO Rittal International und Rittal Software Systems: „Das wesentliche Optimierungspotenzial steckt in industrialisierten Arbeitsprozessen, gerade in Zeiten von knappen Fachkräften. Der Prozess muss schneller, effizienter und standardisierter werden. Dies gelingt nur aus der klugen Verbindung von Hardware und Software, über Digitalisierung und Automatisierung.“
Welche Maschine und welche Lösung rentiert sich bei welcher Art von Aufträgen am schnellsten? Lohnt sich das Investment in eine eigene Automatisierungslösung? Oder werden die knappen Personalressourcen in der aktueller Situation schneller frei für wertschöpfende Prozessschritte, wenn die Rittal Systemtechnik und Kupferschienen zunächst aus Gera vormontiert und konfektioniert eingekauft wird? Für diese und weitere Fragen rund um Energy, Power und Automatisierung der Prozesse ist in Gera eine Anlaufstelle nach dem neuartigen Rittal Application Center Konzept entstanden.
Rittal Application Center: Wertschöpfung live erleben
Die Rittal Application Center gehen derzeit weltweit als „Fitness-Camps“ für Steuerungs- und Schaltanlagenbauer an den Start. Unter dem Motto „Join. Apply. Grow.“ können Kunden und Neukunden dort gemeinsam mit Experten von Eplan, Rittal und Rittal Automation Systems an ihren Projekten arbeiten, neue Technologien kennenlernen und sie einfach ausprobieren. Sie können ihre eigenen Projekte mitbringen, in realen Werkstattumgebungen neue Workflows auf Effizienz testen sowie die Vorteile von Softwarelösungen und Automatisierungstechnik erfahren.
Foto: Bei der Eröffnung des Rittal Application Centers in Gera teilten Prof. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Friedhelm Loh Group, seine Frau Debora Loh und die Rittal Geschäftsführung gemeinsam das rote Band. Mit dabei waren u. a. Uwe Scharf, Geschäftsführer Rittal Vertrieb Deutschland, Ulrich Engenhardt, Chief Business Units Officer, und Markus Asch, CEO Rittal International und Rittal Software Systems (v. l. n. r.). Quelle: Rittal
Nur noch Heute und Morgen, jeweils von 13 bis 19 Uhr in der Alten Färberei.
Herborner Marktplatz 360 Grad. Foto: Gerdau
Die letzten beiden Tage der Kunstaustellung der großartigen Malerin Benita von Wendt, des begnadeten Kunstgießers Eduard Rangnau und des Fotografen Siegfried Gerdau sind angebrochen.
Das Trio stellt heute (Samstag) und Morgen (Sonntag) noch einmal seine Werke in der Alten Färberei Herborn (hinter dem Kornmarkt) jeweils von 13 bis 18 Uhr aus.
Skulptur von Eduard RangnauGemälde von Benita von WendtFoto von Siegfried Gerdau
Die Künstler sind an beiden Tagen anwesend und der Eintritt ist natürlich frei.
Auch auf die Gefahr, dass ich nerve, die Kunstausstellung mit einem wahren Meister der Kunstgießerei, einer gelernten Malerin mit Studium in Paris und einem langjährigen Fotografen und Freie Journalisten, läuft noch täglich bis Sonntag (24. September) in der Alten Färberei (Haus der Vereine) in Herborn.
Die Ausstellungseröffnung (Vernissage) am vergangenen Freitag, machte es vielen Besuchern aufgrund des hohen Andrangs fast nicht möglich, sich mit den einzelnen Themen intensiver zu befassen. Das lässt sich leicht nachholen, da die Ausstellung täglich von 13 bis 19 Uhr geöffnet ist. Die Veranstalter sind außerdem ständig vor Ort.
Wir würden uns freuen Sie alle begrüßen zu dürfen.
Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.