baten der CDU-Landtagsabgeordnete und Herborner Stadtverordneten-Vorsteher Jörg-Michael Müller sowie der Herborner CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Stadtverordnete Lukas Winkler in zwei Videokonferenzen zum gemeinsamen Gespräch. Da ich leider verhindert war an den Veranstaltungen teilzunehmen, bat ich Winkler mir seine Eindrücke und Erfahrungen mitzuteilen. Diese mir eben zugegangene Mail möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Gleichzeitig bitte ich darum sie mit völlig unpolitischen Augen zu betrachten. Es geht mir hier nicht um irgendeine Partei, sondern darum wie man auch in einer Pandemie miteinander im Gespräch bleiben kann. Diesmal war es halt die CDU, es hätte aber auch jede andere politische Partei sein können. sige
Lieber Siggi,
wie versprochen, hier einige Eindrücke der vergangenen zwei Videokonferenzen:
Wir haben dieses Veranstaltungsformat in den vergangenen Wochen zwei Mal durchgeführt. Wir haben dabei zunächst die Möglichkeit genutzt, uns und unsere Programm vorzustellen (Präsentation im Anhang) und sind danach auf die Fragen, Wünsche und Anregungen der Gäste eingegangen. Beide Veranstaltungen haben ca. 2 Stunden gedauert und man hat sehr sachlich und angeregt miteinander diskutieren können.
Ich habe die Gäste im Nachgang nach ihren Eindrücken gefragt. Ein junger Handwerker aus einem Herborner Ortsteil meinte hierzu, dass er niemals zu einer Veranstaltung im heimischen Bürgerhaus gekommen wäre und dieses Format sehr angenehm und unkompliziert fand.
Die Themen waren bunt gestreut. Es ging sehr oft um die zukünftige Stadtentwicklung, aber auch um einfache Nachfragen zu Einzelprojekten (Kreisel Hörbach, Kindertagesstätten, Wiederkehrende Straßenbeiträge etc.). In dieser Hinsicht eine klassische Veranstaltung wie unsere herkömmlichen Präsenzveranstaltungen.
Ich glaube, dass diese Formate auch nach der Pandemie Zukunft haben werden, weil sie es den Menschen so einfach wie möglich machen, sich miteinander auszutauschen. Ich habe in den vergangenen drei Monaten so viele politische Veranstaltungen besucht, wie in meinem gesamten Leben zuvor. Sowohl auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Stadtebene haben solche Veranstaltungen zu ganz verschiedenen Themen stattgefunden. Sie machen es auch den Organisatoren sehr einfach, weil man durch die wegfallende Anreise auch einfacher an Referenten kommt. Außerdem war es selten so unkompliziert, mit hochkarätigen Mandatsträgern (Bouffier, Beuth, Lorz, Linnemann, Amthor etc.) direkt zu kommunizieren.
Für die Initiative von Hans-Dieter und Ronald sind ebenfalls Videokonferenzen angedacht – wenn dort auch so freudig diskutiert wird wie bei den Veranstaltungen, die ich mitbekommen habe, dann bin ich sehr optimistisch! Wir werden diese Formate aller Voraussicht nach auch nach der Wahl zu verschiedenen Themen anbieten, Das wird meines Erachtens ein grundlegendes Format für künftige Stadtentwicklung sein.
Eine 83-jährige, alleinlebende Dame in Oberweidbach rief gerdaus-welt um Hilfe. Das Telefon und der Notfallknopf funktionierten nicht. Schlimm für die geistig fitte, aber körperlich eingeschränkt-bewegliche Frau.
Siehe auch den Artikel in gerdaus-Welt vom 5. März: Siggi hilft !
Diese Wochen voller Angst und ohne Verbindung zur Außenwelt gehören der Vergangenheit an. Wie von der Pressestelle der Telekom versprochen, ging heute der Anschluss Seniorin wieder ans Netz.
Vielen Dank liebe Kolleginnen und Kollegen der Pressestelle für die tatkräftige Unterstützung. sige
Sehr geehrter Herr Gerdau,
seit Mittwoch funktioniert der Anschluss von Frau B. wieder. Unsere Kundin bestätigte uns in einem Telefonat die Entstörung. Selbstverständlich werden die monatlichen Kosten für den Störungszeitraum zurückerstattet, worüber wir die Kundin bereits informiert haben.
Auf mehrfachen Wunsch und Anregung der Leser von gerdaus-welt möchte ich ein paar Dinge klarstellen.
Die Corvin’sche Druckerei ist nicht im Besitz der öffentlichen Hand und auch nicht der Stadt Herborn. Sie wurde vor ungefähr sechs Jahren aus Privatbesitz eines Herborner Bürgers an zwei Immobilien-Investoren aus der Region verkauft, die ihrerseits die denkmalgeschützte Immobilie dem Kreis vermieteten. Ob das Mietverhältnis derzeit noch besteht, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es ist anzunehmen.
Die Einfahrt in den Hof der Druckerei sieht nicht sehr einladend aus. Foto: Gerdau
Die Besitzer ließ nach dem Kauf neue Fenster einbauen, was den Denkmalschutz nach Aussage der Eigentümer zufriedenstellte, aber dem Charakter des Hauses nicht entsprach. In mehreren teils unerfreulichen Telefongesprächen im vergangegen Jahr, versprach mir einer der beiden Besitzer schon bald mit umfassenden Renovierungsarbeiten zu beginnen. sige/Foto: Gerdau
Eine Leserin schreibt heute (10. 03.2021) dazu: “ Kerstin Gabriel. Ich bin in Herborn ehrenamtliche Stadtführerin und schäme mich jedesmal fremd, wenn ich Gästen bei ihrem Besuch in Herborn diesen historischen Schandfleck zeige, der unweigerlich mit der Geschichte der hohen Schule verbunden ist.
Immer wieder tickt es bei mir, wenn ich über meine Cannon (Canon)-Kameras rede. Wohl wissend, dass die Welt und somit auch Deutschland von diesen Kameras so oder ähnlich spricht, obwohl das nachweislich fasch ist, lasse ich mich mit in diesen denglischen Strudel ziehen. Zu meinem Glück finde ich die Bestätigung im Internet und weil ich gerne alles genau wissen will, lande ich auch bei den Ursprüngen dieser japanischen Marke.
Selbst mit einem 150-600er Sigma bleibt die Canon 90 D eine Kanon und keine Cannon.
Das Original heißt nun mal Canon und es ist das Produkt eines weltweit operierenden japanischen Kameraherstellers. Wer den Namen wie Cannon, also englisch Kanone ausspricht, hat sich vom Original um Lichtjahre entfernt. Es muss (fast) so ausgesprochen werden, wie man es schreibt. Also Kanon ist richtig und weil der Deutsche es lieber kräftiger mag, auch gerne als Kanonn.
In der Annahme, dass die Renovierung an der Corvin‘schen Druckerei (in Herborn unterhalb der evangelischen Kirche) begonnen hat, habe ich mich wieder einmal dort umgesehen. Wie groß war meine Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass das geschichtsträchtige Kleinod in einem schlimmeren Zustand als noch im vergangenen Jahr ist. Herborns zweites bedeutendes kulturelles Aushängeschild ist in der Liste der Kulturdenkmäler in Herborn unter der Nummer 133060 gelistet und steht somit unter dem Schutz des Landesamtes für Denkmalpflege. In der Beschreibung des Anwesens ist zu lesen:
Kleinod in Not. Die Corvin’sche Druckerei ist in einem bedauernswerten Zustand.
Eine heute dreiseitig geschlossene Hofanlage, die von Fachwerkbauten gebildet wird. Das Vorderhaus noch aus dem 16. Jahrhundert mit achteckigem, inschriftlich 1606 datiertem Treppenturm. Die Baugruppe wird rückwärtig von der Stadtmauer mit der vermauerten? Steinernen Pforte“ abgeschlossen. Der Name des Hofes bezieht sich auf den Züricher Buchdrucker Christoph Corvin, der 1591 den ursprünglichen Besitz der Herren von Mudersbach erwarb. Der gesamte Hof, einschließlich der angrenzenden Stadtmauer, ist Kulturdenkmal nicht zuletzt wegen seiner geschichtlichen Bedeutung.
Touristen aus vielen Ländern kommen zu dem Ort, an dem unter anderem die „Piscator Bibel“ gedruckt wurde. Diese Bibelübersetzung von dem Theologieprofessor Johannes Piscator aus den Jahren 1602 bis 1604, wurde in Herborn gedruckt und bis 1652 genutzt. Sie war die erste in Deutschland gedruckte reformierte Bibel. Weitere Ausgaben fanden später in Deutschland Verwendung. In den Niederlanden und auch in Nordamerika prägte die Piscator-Bibel das kirchliche Leben entscheidend. Vor allem deren Einsatz im Kanton Bern als offizielle Staatsbibel von 1684 bis Ende des 18. Jahrhunderts, macht die Bedeutung dieser Bibelübersetzung aus.
Heute ist von alldem nichts mehr zu sehen. Lediglich die Gebäude sind Zeugnis einer Epoche, von der Herborn heute noch zehrt. Deren Ist-Zustand steht jedoch zu ihrem geschichtlichen und vor allem kulturellen Wert in krassem Gegensatz. An allen Ecken und Kanten ist der Putz in den Gefachen abgefallen und auch die Fachwerkbalken sind stellenweise angegriffen. Der einst so schöne Garten bis hin zum Stadtmauerturm liegt brach. Was hätte man alles aus dem wunderschönen Ensemble machen können, um es ohne Scham Interessierten zu präsentieren. Vom Hotel-Restaurant mit Gartenbewirtschaftung bis hin zum Museum, wäre alles denkbar. Auch Matineen und die unterschiedlichsten Open Air-Events sind gut vorstellbar. Schade drum, ein wertvolles Stück Herborn verkommt immer mehr und irgendwann bleibt nur noch der Abriss.
Diese Bildergalerie spricht eine ganz eigene Sprache und entbehrt jeglichen Kommentar.
Mein Freund Wolfgang Schäfer aus Bad Endbach-Günterod, leidenschaftlicher Musiker, Poet und Buchautor hat meinen Bitten nachgegeben. Ab sofort wird er wöchentlich in gerdaus-welt Werke aus seiner Feder vorlesen. Einen „Vorgeschmack“ hat er mir bereits geschickt und den möchte ich meinen Lesern auf keinen Fall vorenthalten.
„Wenn mir eine Idee in den Kopf kommt, muss ich sie sofort umsetzen. Sobald ich die erste Zeile geschrieben habe, fließt alles fast von alleine in die Tastatur“, sagt der Mann, der hintersinnigen Schreibe. Wer ihn nicht kennt, stolpert vielleicht über seine kompromisslose Haltung. Bei genauerem Hinsehen jedoch, entdeckt man unter der vermeintlich rauhen Schale einen weichen, gütigen Kern. Wenn der Poet mit ihm durchgeht, ist auch fast immer ein Stückchen Schalk mit im Spiel. Freuen sie sich mit mir über die kurzweiligen Erzählungen eines Mannes, der geerdet und naturverbunden wie kaum ein anderer ist.
Die hessische SPD möchte die Straßenbeiträge völlig abschaffen. Bundesweit ist das in vielen Kommunen bereits geschehen. Die Stadt Herborn ist den umgekehrten Weg gegangen. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 4. Mai 2017 die wiederkehrenden Straßenbeiträge zur Erneuerung, Verbesserung und Erweiterung von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen einzuführen.
Blick in die Herborner Hainstraße. Archiv-Foto: Gerdau
Da wäre doch einmal grundsätzlich die Frage zu klären, warum überhaupt Straßenbeiträge von den Bürgern gefordert werden und mit welchem Recht.
Die Stadt Herborn führt auf ihrer Webseite dazu folgendes aus: Nach dem sog. „Herbsterlass“ des Hessischen Innenministeriums vom 3. März 2014 sind Kommunen, deren Haushaltswirtschaft dauerhaft defizitär ist, verpflichtet, ihre Ertragsmöglichkeiten auszuschöpfen, wenn der Haushaltsausgleich durch Reduzierung der Aufwendungen nicht erreicht werden kann. Dazu gehört auch das Erheben von Straßenbeiträgen.
Zu beachten ist hier der Begriff „dauerhaft defizitär“.
Der Hessische Landtag hat dazu am 28. Mai 2018 gesetzlich folgendes manifestiert: Der Hessische Landtag hat es durch das Gesetz zur Neuregelung der Erhebung von Straßenbeiträgen den Städten und Gemeinden ermöglicht, in eigener Verantwortung zu entscheiden, ob sie Straßenbeiträge erheben möchten oder nicht und wenn ja, ob als einmalige oder als wiederkehrende Straßenbeiträge.
Da sich auch in anderen Kommunen der Unmut über diese zusätzliche verkappte Steuer regt, muss die Frage erlaubt sein, ob es denn notwendig ist, die Bürger, die schon unentwegt mit Zig-Steuern belastet sind, hiermit zusätzlich zur Ader gelassen werden müssen.
Sofort kommt natürlich die Frage auf, wer soll das denn sonst alles bezahlen. Falsche Fragestellung, finde ich. Die Bürger zahlen direkte und indirekte Steuern. Etwas müssten sie auch davon zurückbekommen. Das sind zum Beispiel Verkehrswege, die von allen genutzt werden, aber vom Straßenanlieger in der Regel am wenigsten. Wer baut, zahlt selbstverständlich Anliegergebühren und dies ist auch nachvollziehbar. Schließlich müssen Strom, Wasser, Gas und Abwasserleitungen installiert werden und unter Umständen auch Straßen, damit der Bauherr sein Häuschen erreicht.
Um noch einmal auf den Begriff „dauerhaft defizitär“ zurückzukommen. Wenn also durch Haushaltsmissmanagement die Stadt/Gemeinde in die Miesen gekommen ist, wird der Bürger mit den Straßengebühren zur Kasse gebeten. Hier ist doch der Verschwendungssucht Tür und Tor geöffnet.
Wäre es nicht besser den Haushalt noch sorgfältiger, das heißt streng nach kaufmännischen Gesichtspunkten zu führen und möglichen Prestige- oder anderen fragwürdigen Projekten eine Absage zu erteilen. Die so freiwerdenden Gelder könnten dann den Baumaßnahmen wie Straßen und Wegebau zugutekommen.
Um also wieder auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen. Straßen sind nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein kultureller Aspekt einer Kommune. Was spricht denn dagegen, wenn sich die Stadt/Gemeinde dafür auch finanziell verantwortlich fühlt und nicht dem Bürger auflastet. Es gab einmal Zeiten in unserer Republik, in der wir weniger Geld in der Kasse hatten und dennoch scheinbar bürgerfreundlicher damit umgingen. Hat sich vielleicht der Hang zum Größenwahn etabliert und den Blick fürs Normale vernebelt?
Wohin verschwinden denn die hunderttausende und Millionen Euro, die von Land und Bund ständig ausgeschüttet werden? Außerdem gibt es in unserem Land viele, sehr viele Menschen, die schon bald nicht mehr gemolken werden können, weil sie finanziell am Ende sind. Der soziale Unfrieden wird immer größer und das liegt nicht nur an den Corona bedingten persönlichen Einschränkungen-auch wenn man dies gerne glauben machen möchte. Je mehr die Schrauben auch bei den Straßenbeiträgen angezogen werden, desto unwilliger werden die Menschen. Nicht jeder Hausbesitzer ist auch Millionär, sondern vielleicht gerade durch das eigene Dach bis zu seiner Schmerzgrenze ausgelastet.
Und wieder einmal etwas in eigener Sache: 64 152 Klicks zu meinem Blog „gerdaus-welt“ sind schon eine Hausnummer.
Großen Dank an alle meine Leser und bleiben sie mir auch in Zukunft treu.
In einem der schönsten Fachwerkhäuser in der Herborner Turmstraße 4-6 eröffnet der Wahl-Beilsteiner Dirk Mörsheim (30) in wenigen Tagen (Samstag 13. März) ein Bestattungsunternehmen. Sein Gesicht und Name sind in Herborn nicht unbekannt.
Dirk Mörsheim
Er war unter anderem einige Jahre erfolgreich in der Bärenstadt als Bestatter tätig. Der gebürtige Eschweiler in der Nähe von Aachen hat sehr genaue Vorstellungen davon, wie er seinen zukünftigen Kunden in der Zeit ihrer größten Trauer und Hilflosigkeit beistehen wird. Dazu gehören natürlich auch Vorsorgeverträge mit Treuhandkonten, die er anbietet, damit sich die Hinterbliebenen keine Gedanken um irgendwelche Verfahren und Kosten machen müssen. Mörsheim möchte jedoch, wenn immer möglich, ausgetreten Pfade verlassen und seine ganze Empathie in den Dienst seiner Berufung legen.
In der Herborner Turmstraße 4-6, zwischen Löwen und Rathaus, eröffnet Mörsheim sein Büro.
Er spricht von einer extravaganten Dekoration, soweit man in dieser Situation davon sprechen darf. Das Dahinscheiden des lieben Menschen ist an sich schon schlimm genug und so sollen die Begleitumstände die Würde des Verstorbenen unterstreichen. So will er die Blumendekoration den Jahreszeiten entsprechend anpassen. Den zu Lebzeiten persönlichen Vorlieben will Mörsheim auch bei der Aufbahrung Rechnung tragen und so sei es für ihn überhaupt kein Problem einem ehemals leidenschaftlichen Harley-Driver sein Gefährt auch neben den Sarg zu stellen. Der Bestatter möchte auf jeden Fall den Verwandten die Möglichkeit bieten ausgetretene Pfade zu verlassen und die Bestattung so individuell zu gestalten, wie es gewünscht werde. „Ich will dem Toten die ihm zustehende Referenz erweisen und den Angehörigen das Gefühl vermitteln, dass sie ihn in großer Würde gehen lassen können“, sagte Mörsheim. Er gehe davon aus und hoffe es sehr stark, dass seine Vorstellungen von einer würdevollen Beerdigung die Menschen in Herborn und Umgebung erreicht. In seinem Bestatter-Büro kann er Interessierten auch eine kleine Auswahl an Särgen präsentieren und darüber hinaus jeden im gesetzlichen Rahmen liegenden, denkbaren Wunsch erfüllen.
Ab dem Eröffnungstag (Samstag 13. März) ist der Service rund um die Uhr unter der Handy-Nummer 0157 513 65 269 erreichbar. Diese Erreichbarkeit geht auch weit über seine Dienstleistung beim Ableben eines lieben Menschen hinaus. „Ich möchte auch danach immer für die Menschen da sein, die mir in den schwersten Stunden ihres Lebens ihr Vertrauen geschenkt haben“, so sein klares Resümee. sige/Fotos: Gerdau
Mehrwöchige Telefonstörung lässt Seniorin verzweifeln
Eine funktionierende Telefonverbindung ist in diesen Zeiten besonders für Senioren ein Stück Lebensqualität
Eine 83-jährige, alleinlebende Dame in Oberweidbach ruft um Hilfe. Das Telefon und der Notfallknopf funktionieren nicht. Schlimm für die geistig fitte, aber körperlich eingeschränkt bewegliche Frau. Das Telefon ist besonders jetzt, in Corona-Zeiten, ihre einzige Brücke zur Außenwelt. Dazu kommt die ständige Angst: „Was wird mit mir, wenn ich plötzlich Hilfe brauche“. Ihre Schwiegertochter Petra besucht sie zwar täglich und hilft ihr bei den täglichen Verrichtungen, aber sie kann nicht zu jeder Stunde da sein. Ihre zahlreichen Telefongespräche machen der Seniorin die Einsamkeit erträglich und ersetzen wenigstens ein bisschen die persönlichen Kontakte. Seit einem Monat ist damit jedoch Schluss. Das Telefon ist tot und der lebensnotwenige Notfallknopf auch. Besonders in den Abendstunden und nachts fühlt sich die Frau von der Welt vergessen. Die Schwiegertochter intervenierte immer wieder bei den zuständigen Stellen, jedoch vergebens. Sie ist verzweifelt und weiß sich keinen Rat mehr.
Ein Bekannter gab ihr den Rat, es mal bei „Siggis-Welt“ zu versuchen. Nachdem ich gestern von der Sache erfuhr, nahm ich sofort Verbindung mit der Pressestelle der Telekom auf. Schon zwei Stunden später informierte mich das Presse-Team per Mail, dass mit der Recherche sofort begonnen werde. Heute nur einen Tag später bekam Petra die verbindliche Zusage, dass spätestens am kommenden Mittwoch der Leitungsschaden bei ihrer Schwiegermutter behoben werde. In einer weiteren Mail teilte man mir, ebenfalls heute, mit:
„Die Störung ist durch eine defekte Muffe (verbindet zwei oder mehr Kabel bzw. Leitungen miteinander) entstanden. Die Muffe konnte Mitte Februar witterungsbedingt nicht angefahren werden. Jetzt blockiert ein umgestürzter Baum den Feldweg, der zur Muffe führt. Wir sind in Kontakt mit der Försterei und hoffen, dass der Feldweg und das zugehörige Waldstück bald wieder betreten werden darf. Wir bitten noch um etwas Geduld und entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten“.
Bleibt mir nur zu sagen: „Danke liebe Telekom“. Unsere Seniorinnen und Senioren sind besonders in diesen schweren Zeiten dringend auf unser aller Hilfe angewiesen. Siggis-Welt wird dranbleiben und wir gehen davon aus, dass sich schon bald alles zum Guten wenden wird. Wir werden hier an dieser Stelle über den erfolgreichen Abschluss der Arbeiten berichten. Text und Foto: sige
Der BUND Ortsverband Herborn-Sinn-Driedorf-Mittenaar hat die Parteien in seinem Wirkungsbereich angeschrieben und gebeten, sich zu ihren Zielen in der kommenden Legislaturperiode in der Frage der Energie- und Klimapolitik sowie der Umwelt zu äußern.
Aktueller Wahlflyer der SPD Herborn
Hier kommt die SPD Herborn zu Wort
I. KLIMASCHUTZ
1. Welche konkreten Klimaschutz-Maßnahmen planen Sie in der nächsten Wahlperiode in den Bereichen Bauleitplanung, Verkehr, Waldbewirtschaftung und Energieeinsparung?
– ÖPNV- Anbindungen der Ortsteile verbessern
– Bedarfsgerechte Parkplätze zur Entlastung des Innenstadtverkehrs verbessern
– Die Stadtwerke als Motor für den Ausbau der erneuerbaren Energie zu nutzen
– Infrastruktur für die Elektromobilität ausbauen
– Möglichkeiten schaffen, wie Herborn zum Energieselbstversorger werden kann
– Möglichkeiten von Bürgergenossenschaften schaffen
– Ortseingänge verkehrsberuhigen
– Wander- und Fahrradwege ausbauen, Gefahrenpunkte bei Radwegen entschärfen
2. Herborn ist erklärte Klimakommune. Sind Sie bereit, alle Entscheidungen in der Gemeinde / Stadt unter einen Klimavorbehalt (keine Erhöhung der Freisetzung von klimarelevanten Emissionen) zu stellen?
Unser Ziel ist es, Herborn zu einer klimaneutralen Stadt zu entwickeln.
3. Unterstützen Sie die Forderung des BUND, einen Klimabeirat in Ihrer Gemeinde / Stadt zu installieren, der bei allen wichtigen Entscheidungen vorab deren Auswirkungen auf Klima und Natur prüft?
– Ein Interessanter Ansatz, der bisher in unserer Fraktion noch nicht diskutiert wurde.
4. Wo sehen Sie Möglichkeiten, die energetische Sanierung in Ihrer Gemeinde / Stadt vorantreiben und damit den Energieverbrauch in öffentlichen und privaten Gebäuden zu senken?
Grundsätzlich halten wir das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“ (Gebäudeenergiegesetz – GEG), welches am 01. November 2020 in Kraft getreten ist, als Regelwerk für derzeit ausreichend.Somit ist für alle Bauvorhaben, bei denen nach dem 1. November 2020 die Bauantragsstellung bzw. Bauanzeige erfolgt, das GEG anzuwenden.
Darüber hinaus wird unsererseits das Bauen von Blockheizkraftwerken für alle Öffentliche und Nichtöffentlichen Gebäude favorisiert, welche mit erneuerbaren Brennstoffen betrieben werden.
5. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Energiewende naturverträglich umsetzen und Windenergie und Photovoltaik im Stadt- / Gemeindegebiet auszubauen?
Im Teilregionalplan Energie Mittelhessen ist die
•Definition der Energieziele für die Region Mittelhessen
•Ausweisung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie
•Ausweisung von Vorbehaltsgebieten für Photovoltaik-Freiflächenanlagen
•Ausweisung von Such- und Vorzugsräumen zur energetischen Biomassenutzung
•Vorgaben zur Nutzung weiterer Formen Erneuerbarer Energien, wie Wasserkraft und Geothermie, sowie zu Energieeinsparung, -effizienz,
-transport und -speicherung.
zur regionalplanerischen Steuerung der Nutzung Erneuerbarer Energien in Mittelhessen beschrieben.
Unser Ziel ist es innerhalb dieser Regelungen und der uns zur Verfügung stehenden Mittel die Klimaneutralität der Stadt Herborn zu erreichen.
7. Unterstützen Sie unsere Forderung, die Freisetzung von CO2 wo immer möglich zu bremsen sowie dessen Bindung zu forcieren, z.B. durch- das Aufforsten mit standort-heimischen Gehölzen sowie – den Erhalt bestehender und das Anlegen neuer Grünflächen ?
– das Aufforsten mit standort-heimischen Gehölzen sowie
– den Erhalt bestehender und das Anlegen neuer Grünflächen ?
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit die von ihnen in ihrer Frage benannten Forderungen zu unterstützen. Als externen Berater greift die SPD Fraktion gerne auf die Expertise des Forstamtes Herborn zurück.
II. LUFT- UND LÄRMBELASTUNG DURCH AUTOVEKEHR
8. Um die CO2- und die Schadstoffbelastungen wie z.B. NO2 deutlich zu senken, brauchen wir eine Verkehrswende. Welche lokalen Maßnahmen und Konzepte verfolgt Ihre Partei, um diese zu erreichen?
– ÖPNV- Anbindungen der Ortsteile verbessern
– Bedarfsgerechte Parkplätze zur Entlastung des Innenstadtverkehrs schaffen im Rahmen eines neuen Verkehrswegekonzepts
– Die Stadtwerke als Motor für den Ausbau der erneuerbaren Energie zu nutzen
– Infrastruktur für die Elektromobilität ausbauen
– Möglichkeiten schaffen, wie Herborn zum Energieselbstversorger werden kann
– Möglichkeiten von Bürgergenossenschaften schaffen
– Ortseingänge verkehrsberuhigen
– Fahrradwege ausbauen, Gefahrenpunkte bei Radwegen entschärfen
– Fahrradparkplätze in der Innenstadt mit Ladestationen für E-Bikes
9. Welche Maßnahmen zur besseren Anbindung der kleineren Gemeinden durch Angebote des ÖPNV, Bürgerbusse etc. würden Sie vorschlagen bzw. unterstützen.
– ÖPNV-Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt verbessern
– Ruf Taxen und Bürgerbusse einrichten
– Fahrradwegenetz ausbauen und verbessern
10. Welche Bedeutung hat für Sie der Ausbau des Radverkehrs und welche konkreten Maßnahmen sehen Sie hierfür vor?
Die SPD Herborn möchte ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie ihren Gästen die bestmöglichen Voraussetzungen zum sicheren, komfortablen Radfahren bieten und immer mehr Menschen motivieren, aufs Fahrrad umzusteigen.
Ziel des Radverkehrs ist es, möglichst viele Autofahrten im Kurz- und Mittelstreckenbereich durch Fahrradfahrten zu ersetzen. Dabei soll sich die Fahrradförderung nicht nur auf infrastrukturelle Maßnahmen wie eine schnelle und flächendeckende Umsetzung des kommunalen Radverkehrsnetzes beschränken, sondern es soll auch durch offensives Marketing ein fahrradfreundliches Klima geschaffen werden.
Nachfolgende Punkte sind die Eckpunkte unserer Strategie:
Optimierung der bestehenden Radwege
Ausbau des Radverkehrs als Netzsystem einschließlich der Lückenschließung im städtischen Radwegenetz
Verbesserungen der Sicherheit für Radfahrende
Ausnutzung aller Spielräume der StVO-Novelle für eine sichere und bedarfsgerechte Führung der Radwege, verkehrssichere Öffnung aller Einbahnstraßen
Verknüpfung des Radverkehrs mit dem ÖPNV: Verbesserung der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn
Aufzug an Gleis 2 installieren, Barrierefreiheit verbessern
Ausbau von Fahrradabstellanlagen mit Ladestationen für E-Bikes
11. Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt?
Auf Grundlage des Verkehrswegekonzeptes aus dem Jahr 2017 sowie der bisherigen Ergebnisse des „Arbeitskreises Radverkehr“ sollte ein Verkehrskonzept erstellt und umgesetzt werden.
(Siehe hierzu den SPD Antrag TOP 24 der Stadtverordnetenversammlung vom 20.08.2020)
12. Welche Maßnahmen möchten Sie gegen Autoposing und gefährliche Überschreitung von Tempolimits im innerörtlichen Bereich auf den Weg bringen?
Derzeit ist uns nur ein „Ringverkehr“ über die B 277und zurück über die Burger Landstraße mit Überschreitung von Tempolimits bekannt.
Die Anwohner in der Burger Landstraße fordern dort mit eindringlicher Unterstützung des Burger Ortsbeirats von der Verkehrsbehörde/Ordnungsamt verschiedene Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, bislang jedoch vergeblich.
13. Unterstützen Sie die Einrichtung von Tempo 30 innerorts?
In den letzten Jahren wurden in fast allen Nebenstraßen im Stadtgebiet, sowie den Durchgangsstraßen an Kindergärten, Schulen, Bushaltestellen, Alters-heimen und Fußgängerüberwegen Straßen zur Tempo 30 Zone erklärt.
Es sollte jedoch geprüft werden, ob es bei den Innerörtlichen Durchgangs-straßen möglich ist, zwischen 22.00 bis 06.00 Uhr die Geschwindigkeit auf 30 Km/h zu senken, um die Lärmentwicklung zu reduzieren.
14. Beschreiben Sie uns bitte Ihre Haltung zu einem möglichen Parkhausbau am Herborner Hintersand.
Dieses lehnen wir in der zurzeit in der Öffentlichkeit diskutierten Form aus ökologischen Gründen ab. Gleichzeitig sollten Mitbürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, nicht aus unserem Blick geraten. Zur Etablierung des von uns geforderten Verkehrswegekonzepts fordert die SPD einen Verkehrswendebeirat aus Vertretern der Politik, Verwaltung und sachkundigen Bürgern, die diesen Prozess stetig voranbringen.
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