Kolumne

Von Siegfried Gerdau

Ist die Gelbe Mülltonne das Non plus ultra?

Heute ging es in Herborn den Gelben Tonnen mit schweren Müllfahrzeugen an die Deckel. Die waren bei den meisten 240 Liter Behältern schon weit geöffnet. Warum? Ganz einfach, die Tonne ist für die meisten Haushalte oft zu klein und vier Wochen sind zu lang. So stapeln die Menschen so lange, bis der Deckel nicht mehr zu geht.

Aufmerksame Zeitgenossen hatten wohl gelesen, dass man bis Februar noch gelbe Säcke dazu stellen kann. Doch was passiert danach. Die Deckel werden dann wohl noch weiter als sonst offenstehen oder die Bürger dürfen nicht mehr so viel Verpackungsmüll hineinstopfen. Alles gut. Die Müllberge sollen ja ohnehin reduziert werden, doch wohin mit den Gemüsedosen, den unendlichen Mengen an Verpackungsmaterial bei Lebensmitteln. Wir müssen stopfen lernen. Ein dicker Hammer aus dem Baumarkt und eine Blechschere für die Dosen könnten zudem hilfreich sein. Bevor der Papi morgens aus dem Haus geht, steigt er in die Mülltonne und verdichtet den Inhalt.

Oder: Mami wird zum Einkaufen immer passende Plastikdosen und einen Dosenöffner mit sich führen. Der Eintopf wird einfach geöffnet, umgefüllt und das leere Behältnis wieder ins Regal gestellt. Genau so macht man es mit der Pralinenschachtel, dem Margarinen-Töpfchen und dem Jogurt-Becher. Der Fleischsalat wird einfach in die Handtasche gefüllt. Bei den Eiern und dem Gemüse dürften keine Probleme entstehen. Die hat allerdings am Ende die Kassiererin. Vergeblich sucht sie den Verpackungs-Code. Der steht auf Dosen und Co in den Regalen. Bleibt als Königsweg: Die Menschen dürfen nicht mehr soviel und oft einkaufen. Man könnte so der Adipositas wirksam entgegentreten und die Weiterverbreitung von Covid-19 bekommt man durch weniger Einkaufsbewegungen auch besser in den Griff. Ob das alles so gut für die Wirtschaft und das Steueraufkommen ist, steht auf einem anderen Blatt. Darauf wird aber derzeit sowieso wenig Rücksicht genommen. Die Umwelt ist der Gewinner und die Deckel an den Gelben Tonnen werden wieder sauber geschlossen sein, so wie es sich gehört.

Fotos: Gerdau

Nur eine Taube?

Nadja Steinwachs, eine Tierschützerin, die sich Zeit ihres Lebens mit ganzer Kraft für alte kranke und Tiere in Not einsetzt, hat mich gebeten diesen besonders ekelhaften Fall eines Mordversuchs an einer Taube zu publizieren. Ich kenne und schätze Nadja schon seit einigen vielen Jahren und weiß, dass sie mit der vom Menschen geschundenen Kreatur mitleidet und auch deshalb unterstütze ich ihr Anliegen mit aller Kraft.

Sie schreibt:

An den selbsternannten Scharfschützen Herborns. „Den einstigen Vogel des Friedens, der sich so arglos und friedvoll des Lebens freute, vom Himmel zu schießen, damit können sie nur ein ganz schlechtes Karma ernten“. Jeder der jetzt sagt, es ist doch „nur“ eine Taube, es ist nicht schade drum, es gibt genug „Ratten der Lüfte“, sollte sich mit ihnen schämen. Es gibt genug menschliche „Ratten“, die weitaus mehr Schaden anrichten, wie wir an unserer aktuellen Situation wohl sehen. Diesmal war es „nur“ eine Taube. Das nächste Mal ist es vielleicht eine Katze, die von diesem oder einem anderen „Menschen“ einfach mal so abgeknallt wird. Wo kommen wir denn hin, wenn hier jeder durch die Gegend ballert. Zudem ist das „Tauben-Problem“ menschengemacht. Wir sind die Verursacher. Fütterungsverbote halten die Tiere nicht von der Vermehrung ab. Durch ihren Arterhaltungstrieb vermehren sie sich auch in Hungersnot und das oft noch umso mehr. Aber alles was nicht passt, wird auf einfachstem Wege eliminiert. So ticken viele Menschen und glauben tatsächlich sie hätten das Recht auf der Welt herum zu wüten und alles zu vernichten, was ihnen nicht in den Kram passt. Aber: Jetzt kommt Karma ins Spiel und diesmal heißt es Corona. Die geschundene Fauna und Flora wehrt sich.

Im Krieg waren die friedlichen Täubchen als Übermittler und Melder gut genug. Im Anschluss wurden sie sich selbst überlassen und ausgesetzt. Brieftaube „Cher Ami“, die berühmteste aller Tauben, rettete im Krieg durch ihre Botschaft vielen Menschen das Leben. Dafür bezahlte sie mit ihrem eigenen. Sie verlor ein Bein, erlitt einen Flügeldurchschuss und dennoch brachte sie die Botschaft zu ihrem Ziel. So angeschossen, wie sie war.
https://de.wikipedia.org/wiki/Cher_Ami

Aber so war der Mensch ja schon immer. Für ihn nutzlose Mitgeschöpfe werden, nach dem sie ausgebeutet sind, achtlos weggeworfen. Damals wie heute. Bei der armen kleinen Taube liegt der Fall etwas anders. Wie kann ein Mensch-angeblich die Krone der Schöpfung- einen solchen Hass auf ein kleines, unschuldiges Geschöpf entwickeln. Das ist doch krank.
„Wehe diesem und vielen anderen erbärmlichen Menschen, wenn nur ein einziges Tier einst im Weltgericht sitzt“. Dass ein Leben angeblich mehr Wert ist als das andere, ist wohl der Ursprung allen Übels auf unserer Welt“.

Dieses arme Täubchen, ich nenne sie Senta, war so clever, sich vor meine Haustür zu setzen. Sie wusste wohl instinktiv, dass ich eine Taubenfreundin bin. Ja, Tauben in Not, die ausgehungert, verletzt, krank und verzweifelt sind, fliegen um Hilfe zu suchen sogar Menschen an oder betreten deren Häuser, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet.

Wenn Senta sprechen könnte, würde sie vielleicht sagen: „Du hast mich in deinem unbändigen Hass mit einer Gewehrkugel getroffen, es schlug in meinem kleinen Körper ein, wie ein Blitz. Es hat so weh getan und kam aus dem Nichts. Ich weiß nicht was ich dir getan habe. Das mag dich erfreuen. Du, der sich Spezies Mensch nennt. Der meint über allen Dingen zu stehen.
Ich habe Schmerzen. Mein Flügel ist kaputt und ein Projektil steckte in meinem Körper. Du hast mich vom Himmel geschossen, doch ich lebe noch. Und ich werde überleben. Es gibt wenige Menschen, die versuchen halbwegs gut zu machen, was du mir angetan hast. Du hast mich getroffen, sehr schmerzhaft und doch dein Ziel verfehlt. Ich werde nicht sterben. Du hast es zum Glück nicht geschafft mich zu töten. Ich bleibe jedoch mein Leben lang behindert. Das hast du geschafft. Sei stolz auf dein Tun. Irgendwann schlägt das Karma zu und dann möchte ich nicht in deiner Haut stecken.


Bitte keine Grundsatzdiskussionen, ob es richtig war mich abzuknallen oder nicht, ob es richtig war mich am Leben zu lassen, auch wenn ich behindert bleibe.

Meine Finderin hat dies wohl überlegt und mit einer Tierärztin zusammen beschlossen und ich bin froh darüber. Ich kann sogar schon wieder fressen.
Also diskutiert bitte NICHT darüber, wie ihr Menschen dies immer so sinnlos und zu nichts führend könnt.
Ich möchte nur, dass ihr zur Kenntnis nehmt, was mir hier im beschaulichen Herborn am eigenen Leibe passiert ist und das Herborns Einwohner bitte Augen und Ohren offenhalten. Wenn sie etwas derartiges beobachten, bitte sofort der Polizei melden. In meinem Fall wurde bereits Anzeige erstattet.
Ich habe nur das eine Leben und glaubt mir, hätte ich es mir aussuchen können, wäre ich gewiss nicht als Taube auf die Welt gekommen.
„Die Größe einer Nation, lässt sich daran erkennen, wie sie ihre Tiere behandelt.“
Da hast du Mensch, noch viel zu lernen.

Fotos: Siegfried Gerdau

Eben habe ich noch diese Fotos von Senta dazugefügt. Ich denke, es ist richtig die Schwere dieser idiotischen Tat zu dokumentieren. Fotos: Nadja Steinwachs

Der Januar

Von Kurt Reihl

Stille! Nur des Wanderers Schritte

knirschen hart bei jedem Tritte

auf dem leicht gefrorenen Schnee.

Und am Waldrand in der Nähe

krächzt vom Baum herab die Krähe

und verfolgt ein wundes Reh.

Auf den schneebedeckten Matten

spielen tänzelnd Licht und Schatten

und verwischen die Kontur

der im Zickzackkurs gelegten

und vom Wind halb weggefegten

Linie einer Hasenspur.

Es ist schön, durchs Land zu streifen,

mit den Blicken weit zu schweifen,

wenn man unbewusst schon ahnt,

dass im Schneefeld wohl geborgen

hoffnungsvoll der neue Morgen,

neues Leben sich anbahnt.

Das Gedicht stammt aus dem Vermächtnis von Kurt Reihl, der die Monate des Jahres mit seiner Dichtkunst wunderbar begleitet hat. Sein Sohn Uli Reihl aus Herborn, hat sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Beruhigungsfoto

Für alle, die sich in diesen Tagen mächtig aufregen und in Wallung gekommen sind, hier ein Beruhigungsfoto.

Ich kam in der Nähe von Gruissan unterhalb von Narbonne am französischen Mittelmeer dazu, als mehrere Männer und ein kleiner Hund sich abmühten, ein Netz aus dem Wasser zu ziehen. Es war Sonntag und traditionell sind an diesem Tag die Franzosen entweder auf der Jagd oder beschäftigen sich mit Fischfang.

Diese Form der Fischerei kannte ich noch nicht und so schaute ich mir die Sache näher an. Ein großes Netz wurde wie ein Leinentuch vom Strand aus ins Meer gezogen und dort auf den Grund gelegt. Nach einiger Zeit zogen es ein paar kräftige Männer aus dem Wasser, so dass die Unterseite sich über die noch am Meeresboden befindliche Netzseite legte und sich dabei ein Netz-Sack bildete. Als sie das Netz komplett am Ufer hatten, konnte man sehen, dass es die Mühe lohnte.

Man kann nun über die Fischerei denken was man will, aber wenn dieses Verfahren überall und ausschließlich angewendet würde, brauchte man sich um Überfischerei und das Leerfischen der Welt-Meere keine Sorgen zu machen.

Mir bescherte der Sonntagmorgen ein paar schöne Bilder und eines davon stell ich mal hier in meinen Blog. sig

So langsam reichts?

Katrin Zammert hat mit diesem, ihrem Kommentar ihre eigene Meinung zur Corona-Pandemie und dem Umgang damit, zum Ausdruck gebracht.

Meine eigene Meinung dazu und anderen Fremd-Artikeln tut hierbei überhaupt nichts zur Sache. Ich werde auch weiterhin Menschen jeden Geschlechts und Herkunft die Möglichkeit einräumen, ihre Ansichten in gerdaus-welt einzubringen. Eine Zensur findet hier in diesem Blog nicht statt, es sei denn es werden Menschen verunglimpft, beschimpft oder rassistisch angegriffen. Eine Meinung zu haben ist gemäß Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes ein Grundrecht. Es ist in Ordnung, wenn Leser diese andere Meinung für falsch halten und sich in der Kommentarfunktion entsprechend äußern. Das sind demokratische Spielregeln und die möchte ich in meinem Blog pflegen. In diesem Sinne hoffe ich auf einen regen und wenn es sein muss, schonungslosen Meinungsaustausch. sig

Katrin Zammert

Angela Merkel will jetzt also den „MEGA-LOCKDOWN“ und das am liebsten gleich bis nach der Bundestagswahl. Warum hält sie eigentlich niemand auf? Ist erst Ruhe, wenn Deutschland keine Kultur, keinen Einzelhandel und keine Dienstleister mehr hat? Wenn unsere Kinder vergessen haben, was echte zwischenmenschliche Beziehungen sind, weil sie „Freunde“ nur noch von Facetime und Whatsapp kennen? Wenn Unterricht gänzlich und dauerhaft eingestellt wurde (Bildung ist dem großen Bruder ja schon immer ein Dorn im Auge) und die wenigen Eltern die dann noch einen Homeoffice-Arbeitsplatz haben, aufgrund der Doppelbelastung ohne den täglichen Zoom-Gruppencall mit dem Psychologen nicht mehr klar kommen? Ist erst Schluss, wenn Deutschland so hoch verschuldet ist, wie die südlichen Nachbarn? Ich wollte und will mich weniger aufregen, aber langsam reicht es! Also muss ich ein paar Zeilen schreiben. Wie immer: wer mich kritisieren will kann das auf konstruktive Weise gern tun, möge aber bitte vorab bis zum Ende lesen.

Immer wird etwas Neues gefunden um immer mehr Panik machen zu können und die Medien spielen mit, ohne auch nur einen einzigen Punkt zu hinterfragen. Zuerst die eine Virus-Mutation, dann die andere Virus-Mutation und nach Covid19 wird wohl Covid21 kommen. Zuerst zählte der R-Wert, dann der Inzidenzwert und wenn die Werte sinken, dann findet man eine Möglichkeit Sie anders zu errechnen, oder glaubt jemand, das vor Ostern wieder Normalität einkehrt, ganz gleich was der Inzidenzwert sagt? Danach wird großzügig „gelockert“ und alle freuen sich und danken der Kanzlerin in treuer Gefolgschaft für die „Erleichterung“ zumindest mal wieder zum Frisör gehen zu dürfen. …und im Herbst geht es dann wieder los, natürlich nicht ohne das der Gesundheitsminister vorab verlauten lässt, das man mit dem Wissen von heute den Einzelhandel natürlich nicht mehr schließen würde und der Wirtschaftsminister versichert das kein weiterer Arbeitsplatz verloren geht.

Fast alles, was für die meisten so schnell so selbstverständlich geworden zu sein zu scheint, war vor wenigen Wochen höchstoffiziell noch „Verschwörungstheorie“. Das darf man nicht vergessen! Und selbst Verschwörungstheoretiker waren nicht so weit gegangen, wie die Regierung. Bundeshauptstadt Berlin: Seit Dienstag ist wieder eine Mauer um Berlin, die die Oma aus dem Westen „rein“ aber den Enkel aus dem Osten nicht „raus“ lässt und die ersten Politiker fordern die Auswertung der Handydaten um zu überprüfen wer sich mehr als die erlaubten 15 Kilometer von seiner Wohnung entfernt hat. Paradoxer Weise, ist da dann genau der „Datenschutz“, der dazu führt, das man 80 Jährigen Ihre Briefe mit den Impfterminen nicht schicken kann oder eine funktionierende Corona App programmiert, obsolet. In dieses Bild passt auch gut, dass die Polizei (die ich immer als freundlich erlebt habe und absolut respektiere) nun Familien beim rodeln oder Spaziergang aufgreifen „muss“ oder aufzupassen hat, das auch jeder zur „Sperrstunde“ zu Hause ist, während 190.000 Haftbefehle auf Vollstreckung warten. Ach ja und nach Deutschland rein, kann man natürlich auch noch. Weiterhin oft unkontrolliert und auch ohne Papiere oder Quarantäne. Nur raus eben nicht.

Und warum das Ganze? Weil die Sterberate in Deutschland in 2020 so hoch war? Oder weil es immer verschiedene Möglichkeiten gibt, Zahlen zu lesen und die Politik eben die ausgesucht hat, die möglichst viel Angst macht? Nein, ich bin kein „Coronaleugner“ auch wenn man natürlich automatisch dazu gemacht wird, wenn man die „Umsicht“ von Söder, Lauterbach und Merkel anzweifelt. Natürlich ist dieses Virus da und auch nicht wegzudiskutieren. Aber bei nüchterner Betrachtung der Zahlen und vor allem der Hintergründe dieser Zahlen, muss man die Sinnhaftigkeit eines Großteils der Maßnahmen einfach in Frage stellen.
Das neuerlichste Zahlenwerk, das im Netz für Panik sorgt, ist eine „Statistik“, die „Tote/Infizierte“ nach Landkreisen auflistet wo teils jeder 20te oder gar jeder 16te „Corona-Infizierte“ stirbt! Panik! Verständlicher Weise! Wenn dem im Schnitt so wäre, ich würde niemanden aus meiner Wohnung raus und niemanden hinein lassen! Wie kommen also diese Horrorzahlen zu Stande? Ich vereinfache ein kleines bisschen: Wenn in einem dünn besiedelten und ländlichen Kreis mit 100.000 Einwohnern, darunter überdurchschnittlich viele alte Menschen, nur 1000 Menschen, allesamt in Alten- und Pflegheimen wohnhaft, tätig, oder zu Besuch, getestet wurden (weil im ganzen Kreis auch keine öffentlichen Testmöglichkeiten verfügbar sind und keiner ins Ausland reisen muss), davon dann 10% infiziert sind und von den 10% der Infizierten 16 Menschen sterben, die, mit einer Ausnahme über 80 Jahre alt und schwer kranke Pflegefälle waren, deren Lebenserwartung noch wenige Monate betrug… dann hätte jeder diesen Menschen die Monate noch gewünscht! Aber ist „jeder 16te Infizierte stirbt“ dann wirklich die richtige Darstellung? Realistisch stirbt ein „NullKomma“ Prozentsatz an/mit Corona.

Aber immerhin, selbst Söder hat nun nach einem knappen Jahr erkannt, dass der „Hotspot“ nicht die Kita ist! In Frankfurt war mehr als jeder zweite Corona Tote Bewohner eines Alten- und Pflegeheims. Im Bundesschnitt sind es noch mehr. WARUM also werden dann nicht endlich und wirklich konsequent Alten- und Pflegeheime geschützt, sondern Kitas geschlossen und die Grundrechte aller so massiv beschnitten, wie man es sich noch vor wenigen Wochen nicht hätte vorstellen können?! Warum zahlt man dem Pflegepersonal nicht ein fünffaches oder zehnfaches Gehalt dafür, dass es z.B. bis zum Ende der Pandemie mit im Heim lebt? Warum testet man nicht immer und überall jeden Besucher und Zulieferer, bevor er irgendwo eingelassen wird? Warum bietet man nicht Menschen der verbliebenen Risikogruppen, also Rentnern oder Vorerkrankten, eine Möglichkeit daheim bleiben zu können und dort komplett von täglich getestetem speziellem Personal versorgt zu werden? Warum müssen statt dessen „unsere“ Kinder in Isolation leben und Zehntausende, bald Hunderttausende Ihre Arbeit verlieren? Warum muss die Wirtschaft die unseren Wohlstand, der überhaupt erst ermöglicht, dass wir die 80 so oft überschreiten dürfen und trotz schwerer Erkrankungen noch etwas länger leben können, an die Wand gefahren werden? Warum kauft man in Deutschland nicht einfach ausreichend in Deutschland erfundenen und produzierten und mit deutschem Steuergeld mitfinanzierten Impfstoff und sorgt für eine zügige Impfung der Risikogruppen? Um kein „Impfnationalist“ zu sein? Woher kommen eigentlich immer diese Wortkreationen, die zufälligerweise jedes Mal einen Bezug zu Dunkeldeutschland herstellten?

Wie soll es also nun weitergehen? Ein lustiges Hüpfen von einem Lockdown zum Nächsten? Hat das bisher irgendetwas gebracht? Nach Maskenpflicht die Medizinische Maskenpflicht, dann die FFP2 Maskenpflicht und dann die Verpflichtung zu einer Dekontaminationsdusche im Badezimmer, falls man das Haus verlassen will? Dieses Rumgeeier hält doch keiner mehr aus! Dann macht es doch einmal konsequent: keiner darf mehr raus oder rein, keiner muss etwas zahlen und keiner verdient etwas (ausser Kranken und Pflegepersonal natürlich). Einfach zwei Wochen kompletter Stillstand! Dann sollte, wenn das wirklich überall durchgezogen wird, doch Schluss sein, oder irre ich da? Ein positiver Nebeneffekt wäre, dass dann auch Karl Lauterbach in keine Talkshow mehr fahren dürfte! Allein der Verzicht auf die tägliche Dosis seiner Panikmache, würde Deutschland schon helfen. Aber keine Sorge, so weit wird es nicht kommen, denn die, die so bequem im Sessel sitzen und oft sogar fürs Nichtstun noch deutlich mehr bekommen, als jene, die auch in dieser Zeit schwer schuften, sind ja noch nicht einmal bereit, auf ein dreizehntes Monatsgehalt oder ihr Weihnachtsgeld zu verzichten und zahlen sich statt dessen einen „Coronabonus“ und schwafeln dann von Solidarität oder „we are all in this together“?! NEIN, sind wir nicht! Zumindest seid IHR das nicht!!!

Den richtigen Weg zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie, zeigt auch der Blick durch die Glaskugel nicht.

Und wenn ich mir jetzt wieder anhören muss: „aber Dir geht es doch gut“ Ja! Mir geht es gut und ich bin sehr, sehr dankbar! Aber darf man Missstände wirklich nur noch dann anprangern wenn man selbst so richtig unter ihnen leidet? Wie geht es Familien, die zu dritt oder viert im Winter nun den ganzen Tag auf wenig Quadratmetern sitzen, denen Zukunftssorgen den Schlaf rauben und die durch die Doppelbelastung Homeoffice und Dauerbespaßung der Kinder verständlicherweise langsam auf dem Zahnfleisch gehen? Wie geht es Kindern in Problemfamilien, die nun gar keinen Ausgleich mehr haben? Was ist mit Alleinstehenden, die nun völlig vereinsamen? Depression, Suizid, häusliche Gewalt? Muss Politik nicht sorgsam abwägen um rational die beste Lösung zu suchen? Oder soll die aktuelle Politik tatsächlich die beste Lösung sein?

Ich wünsch Euch allen ein schönes Wochenende, bleibt gesund und lasst es Euch den Umständen entsprechend gut gehen.

Fotos: Siegfried Gerdau

Corona-Prophylaxe auf Platt

Die zweite Ausgangssperre (engl. Lockdown) bringt wohl nicht den erwünschten Erfolg, meinen Politiker, Wissenschaftler und Fachärzte. Steuert Deutschland nun auf eine totale Ausgangssperre für alle zu?

Das komplette Herunterfahren des sozialen Lebens wäre die Folge. Die Ursache: Uneinsichtige Menschen gibt es zu Hauf und immer wieder sieht man sie zusammen feiern, in Gotteshäuser drängen oder auch in der täglichen Begegnung alle Vorsichtsmaßnahmen außer Acht lassen.

Die „normalen“ Hinweise liest kaum noch jemand. Deshalb hatte sich eine Arztpraxis in Herborn gedacht: „Versuchen wir es einmal in heimischem Platt“. Siehe da, es wird gelesen, auch wenn viele Anfangs dachten, es wäre in einer anderen Sprache geschrieben. Eine Super Idee, auch wenn dabei nur ein winzig kleiner Teil der Bevölkerung erreicht wird.

Der emeritierte evangelische Pfarrer Ronald Lommel aus Herborn sah sich spontan veranlasst, seine Version in Aubächer Platt zu liefern und auch die find ich einfach Spitze.

Verschrifte lose mir us schon mohl gornet mache…owewr mir hahle mindestens zwi Meter Obstand, en voe mir aus auch ein Labbe ferd Maul, mir datsche aach naut oe what us naut oegitt, sej mejelichst Mann irschder i dr Reih, verm Haus stieh mir net rem, sonern gieh nien unn wenn mer Schnappe en Huste hoe, bleibe mer suewisue dehamm… wenn mr sust naut ze dow hoe

Ronald Lommel

Mondlicht



Wie liegt im Mondenlichte
Begraben nun die Welt;
Wie selig ist der Friede,
Der sie umfangen hält!

Die Winde müssen schweigen,
So sanft ist dieser Schein;
Sie säuseln nur und weben
Und schlafen endlich ein.

Und was in Tagesgluten
Zur Blüte nicht erwacht,
Es öffnet seine Kelche
Und duftet in die Nacht.

Wie bin ich solchen Friedens
Seit lange nicht gewohnt!
Sei du in meinem Leben
Der liebevolle Mond!

Theodor Storm

Einzel-Fotos und Arrangement: Siegfried Gerdau

(1817 – 1888), Hans Theodor Woldsen Storm, deutscher Jurist, Dichter und Novellist

Polen hin und zurück Teil II

Von Siegfried Gerdau

Nach dem Besuch in Gdańsk fuhren wir die rund 60 Kilometer nach Elbing (heute Elbląg). Die Stadt zwischen dem gleichnamigen Fluss Elbing (Elbląg) und des Frischen Haff hat in ihrer langen, wechselvollen Geschichte ebenfalls viele Kriege über sich ergehen lassen müssen. Im II. Weltkrieg wurde sie fast völlig zerstört. Von diesen Schäden ist so gut wie nichts mehr zu sehen.

Das Wahrzeichen von Elbląg. Die Nikolaikirche.

Der Wiederaufbau orientierte sich jedoch so gut wie möglich an der Architektur der Lübecker Kaufleute und Handwerker, die 1237 die Stadt gründeten. Nur ein Jahr später fand die Grundsteinlegung der 97 Meter hohen Nikolaikirche statt. Auch sie fiel den Kriegswirren zum Opfer und wurde nach 1945 originalgetreu wiederhergerichtet. Die 366 Treppenstufen bis zu deren Aussichtsplattform, von der man die 30 Kilometer entfernte Marienburg in Malbork sehen kann, ersparte ich mir. Wir fuhren lieber mit dem Wohnmobil dorthin. Es war für mich ein tolles Gefühl in der Geburtsstadt meines Vaters zu weilen.

Zuerst tranken wir jedoch gegenüber der imposanten Backsteinkirche im Brücken-Café über dem Fluss einen Kaffee. Bei dieser Gelegenheit lernten wir Gracina, eine Lehrerin aus Elbing kennen. Mit ihr verbindet uns seitdem immer noch eine tiefe Freundschaft. Nicht einmal vier Wochen später, besuchte sie uns in Herborn.

In diesem Zusammenhang muss ich noch die Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft der Menschen ansprechen, denen wir auf unserer fünfwöchigen Reise begegnet sind. Sie strafen alle noch so verworrene Vorurteile gegen sie Lügen. Besonders auffallend war jedoch der völlig unverkrampfte Umgang mit uns und der nicht immer einfachen jüngeren Geschichte. Ressentiments gegenüber Deutschland, Fehlanzeige. Dies bestätigte sich auch bei unseren Begegnungen mit polnischen Politikern und anderen Offiziellen.

Wir fanden einen sehr freundlichen Campingplatz direkt am Ufer des Elbląg und konnten uns mit einer Einladung bei unserer neuen Freundin für deren Festmenü am Vorabend bedanken. Den Oberländischen Kanal und seine einzigartige Konstruktion konnten wir uns nicht anschauen. Er wurde umfangreich restauriert.

Wir wollten unbedingt noch Frauenburg (Fromborg) am Ostufer des Frischen Haffs besuchen. Nikolaus Kopernikus wirkte dort den größten Teil seines Lebens. Hier beschreibt er 1543 ein heliozentrisches Weltbild, nach dem die Erde ein Planet sei, sich um ihre eigene Achse drehe und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewege. Diese sogenannte „Kopernikanische Wende“ markierte den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Vom Frauenburger Dom mit Planetarium und einem faszinierenden Foucault’sches Pendel, kann man bei guter Sicht über das Frische Haff bis zur russischen Exklave Kaliningrad sehen.

Das sogenannte Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ in der Nähe von Rastenburg in den Masuren ließen wir bewusst aus. Wir hatten keine Lust eine der ehemaligen Machtzentralen eines der größten Verbrecher der Weltgeschichte durch unseren Besuch aufzuwerten.

Marienburg (Malbork) mit der alten Ordensburg des Deutschen Ordens ist heute UNESCO-Weltkulturerbe und liegt an der Nogat einem Mündungsarm der Weichsel. Selbstverständlich gehörte die weiträumige Burganlage, der größte Backsteinbau Europas, auch in unseren Besichtigungsplan.

Wenn Herborner durch Polen reisen, gehört ein Besuch der Partnerstadt Ilawa (deutsch: Eylau) einfach dazu. Die 33 000 Einwohner-Stadt liegt am längsten See Polens, dem Geserichsee (Jeziorak-See) im westlichen Teil der masurischen Seenplatte.

Ilawa ist eine wunderschöne, moderne Stadt, die ganz auf Tourismus setzt. Die Vergangenheit ist weder für Bürger noch Würdenträger ein trennendes Thema. Wir hatten das Vergnügen vom Bürgermeister persönlich eingeladen zu sein und unterhielten uns lange über die unterschiedlichsten Themen.

Mit Bürgermeister (Mitte) Dolmetscherin und dem 1. Stadtrat plauderte ich über die Entwicklung der Herborner Partnerstadt.

Unser rollendes Domizil hatten wir direkt am Ufer des Geserichsee auf einem schönen, naturbelassenem Camping-Grund an einem Bauernhof geparkt.

Vielleicht noch ein Wort zu den Lebenshaltungskosten eines Campers in Polen. Lebensmittel und Getränke sind nicht billig, aber gegenüber unserem Preisniveau erschwinglich. Essen kann man in den Restaurants zu deutlich günstigeren Preisen als bei uns. Die polnische Küche ist absolut empfehlenswert. Ich wusste nicht auf wie viel leckere Arten man ganz profanes Sauerkraut zubereiten kann. Natürlich wird auch Wodka getrunken, aber auch sehr gepflegte Biere aus dem Land.

Das Risiko in Polen bestohlen oder gar beraubt zu werden, ist mit Sicherheit nicht höher als bei uns.

Unsere Rückfahrt über Bydgoszcz und Pila nach Stettin gestaltete sich relativ unspektakulär. Da wir noch ein paar Tage übrig hatten fuhren wir zur Sonneninsel Usedom und ließen zum Abschluss einer tollen Urlaubsreise die Seele baumeln. Fotos: Gerdau  

Polen hin und zurück Teil I

Von Siegfried Gerdau

Meine Wurzeln väterlicherseits liegen im heutigen Polen. Genauer in Elbing (heute Elbląg) in Westpreußen. Mein Vater Otto, Jahrgang 1908, hat nie viel von seiner Heimat erzählt. Zu sehr war er bis zu seinem Tode damit beschäftigt, dass es sie für ihn nicht mehr gab. Sehr viel erzählte er jedoch von seiner Kindheit, als er mit selbstgebauten Strandsegelwagen am nahen Frischen Haff unterwegs war. Den Krieg erlebte er Anfangs noch als Polizist und später als Soldat in Russland sowie an der französischen Atlantikküste. Kurz vor Kriegsende wurde seine Einheit erneut in Richtung Ostfront verlegt, aber sie kam gerade bis nach Sechshelden und dann war der Krieg am 8. Mai 1945 aus. Nur vier Wochen war er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, dann lernte er die Liebe seines Lebens, meine Mutter Ursula kennen.  

Mein Vater war der beste Vater der Welt und ich verehre und liebe ihn immer noch. Was ich jedoch nicht schaffte, mit ihm in seine alte Heimat zu fahren. Er hatte Furcht davor, nichts mehr wiederzuerkennen. Alleine der Gedanke daran wühlte ihn auf. Zumindest hatte ich manches Mal diesen Eindruck. Ich gab es auf, ihn überreden zu wollen und begrub dieses Thema letztlich auch in mir.

Die Alleenstraßen hatten mir schon im Osten immer gut gefallen. In Polen gibt es noch viel mehr davon.

Es dauerte viele Jahrzehnte, bis ich soweit war, mit ihm in meinem Herzen die Reise in ein mir völlig unbekanntes und doch schmerzlich vertrautes Land anzutreten. Im Juni 2014 packten wir das Wohnmobil für einen Fünf- Wochen-Trip. Die Bedenken meiner Freunde: „Wenn du mit deinem schönen Wo-Mo nach Polen fährst, kommst du mit einem 500er Fiat wieder“, zerstreuten sich bereits nach wenigen Tagen.

Auch viele wunderschöne Klapperstörche haben in Polen noch eine Heimat.

Bis auf die unendlich vielen Blitzer an den Orts-Ein- und Ausgängen passierte absolut nichts und niemand schien sich für die Niemiecki, die beiden Deutschen zu interessieren. Wir dagegen fanden alles spannend was wir sahen.

Dass, was auf unseren Äckern als Unkraut schon lange totgespritzt wurde, kann man hier auf riesigen Feldern noch bewundern.

Da die Wurzeln von Petras Vaters Klaus Zimmermann im pommerschen Kolberg an der polnischen Ostsee (heute Kołobrzeg) liegen, hatten wir gleich mehrere Ziele, die wir unbedingt erkunden mussten.

Die alte, wiederaufgebaute Kirche Kolbergs erinnert auch an den „Polnischen Papst“.

Über Stettin ging es nach Kolberg und wir stellten mit Erstaunen fest, dass die aufs Feinste herausgeputzte Stadt fest in der Hand deutscher Touristen und „Kurlauber“ ist. Wir schraubten uns durch den dichten Verkehr und besuchten die alte Backsteinkirche in der Petras Ur-Großvater einst als Pastor wirkte. Der Ostseestrand unterschied sich überhaupt nicht von Travemünde oder vergleichbaren westdeutschen Nobelbädern.

Die Währung in Polen ist immer noch der Zloty (PLN). Hier an diesen Wechselstuben Kantor kann kann man in der Regel gut und zuverlässig seine Euro wechseln. In Euro zahlen zu wollen ist oft nicht möglich und auch nicht empfehlenswert.

In Mielno zwischen Ostsee und dem Jezioro Jamno fanden wir einen wunderschönen Stellplatz mit einer Sanitäranlage vom Feinsten zum gepflegten Übernachten. Das nächste Ziel war Stolp (poln. Słupsk) mit seinem wunderschönen roten Backsteinrathaus und Ustka (Stolpmünde) mit seinem kleinen Fischerhafen, aber Danzig lockte.

Übernachten konnten wir in Anlehnung an ein tolles Restaurant an der E 28 namens Krywań. Dwór góralski. Der Jezioro Lubowidzkie-See unterhalb lud am nächsten Tag zu einem kleinen Spaziergang ein. Dem  Navi-Gerät gab ich die Stadtmitte von Danzig ein und es führte uns direkt gegenüber des weltbekannten Krantors in eine Parklücke.

Das Krantor in Danzig, eine weltbekannte historische Schiffsentladeeinrichtung, passierte im Moment der Aufnahme ein historischer Touristensegler.

Vom Krantor hatte mein Vater manchmal erzählt und ich war gefangen von dem Wahrzeichen dieser geschichtsträchtigen Stadt. Wir konnten übrigens leichten Herzens in die Stadt gehen. Direkt an unserem Parkplatz war ein Kontrollposten mit Sicherheitsleuten. Mit denen nahmen wir Kontakt auf und sie versicherten uns, dass wir uns keine Gedanken um unser Wohnmobil machen müssten.

Wenn man überlegt, dass Danzig 1945 eine Trümmerwüste war, kann man erst die gewaltige Aufbauleistung der Stadt würdigen.

Um es gleich vorweg zu sagen, Danzig ist mehr als nur eine Reise Wert und unbeschreiblich schön. Ich gönnte mir einen Blick vom 88 Meter hohen Turm der gotischen Marienkirche, der höchsten Backsteinkirche der Welt und sah bei dieser Gelegenheit auch ein wenig hinter die Kulissen der ehemaligen Hansestadt. Der Wiederaufbau nach Kriegsende war enorm. Die alten Hanse-Häuser bekamen ihr historisches Gesicht wieder und dahinter- von außen unsichtbar- wurden praktische Wohnkomplexe erstellt.

In den Hafenanlagen der Danziger Werft (im Hintergrund) entwickelte sich der Aufstand gegen das kommunistische Regime.

Die Hafenanlagen erinnerten mich sofort an den Kampf der Danziger gegen das kommunistische Regime unter Führung der landesweiten Gewerkschaftsbewegung Solidarność um Lech Wałęsa.

Bernstein in unzähligen Formen und Farben kann man in der Mariengasse kaufen.

Ein weiteres Highlight ist die Frauen- oder Mariengasse (Ulica Mariacka). Mit ihren Bernsteinläden vor den reichgeschmückten Bürgerhäusern ist sie ein Beispiel für die einstige Danziger Straßenbebauung.

Unser Wohnmobil brachte uns auf direktem Weg nach Elbing. Gefühlt begleitete mein Vater unseren Weg . Darüber aber mehr im II. Teil. Fotos: Siegfried Gerdau 

Dürfen Wettbüros und Lotto-Annahmestellen in Hessen öffnen?

Mehrfach wurde ich in den vergangenen Tagen angesprochen, ob es denn richtig sei, dass in Herborn Wettbüros und Lottoannahmestellen geöffnet wären.

Dieser Artikel in BILD ließ sich über folgendes Thema aus: „Wettbüros dürfen wieder öffnen“

von: STEFAN SCHLAGENHAUFER, SÖNKE SCHULENBURG UND THOMAS SULZER veröffentlicht am 23.12.2020 – 15:49 Uhr

Wiesbaden – Das ganze Land im Lockdown! Schulen zu, Geschäfte dicht, Frisöre geschlossen. Und jetzt der Corona-Hammer! Wettbüros dürfen in Hessen wieder öffnen.

Wie BILD erfuhr, ist der Auslöser für die Änderung der CoKoBeV – der Corona-Kontakt und Betriebsbeschränkungs-Verordnung – das Verwaltungsstreitverfahren der Soft Trade Entertainment GmbH gegen das Land Hessen.

Damit sind ab sofort Wettbüros wieder offen. Frankfurts Ordnungsamts-Leiterin Karin Müller (58) zu BILD: „Mit der neuesten Corona-Verordnung werden Wettbüros für die Ausgabe und Entgegennahme von Spielscheinen und Wetten wieder öffnen dürfen.“ Glückspielstätten werden somit gleich behandelt wie Gaststätten.

In einem internen Schreiben der Ministerien heißt es: „Danach ist Wettannahmestellen fortan (nur) die Ausgabe und Entgegennahme von Spielscheinen und Wetten gestattet. Ein darüberhinausgehender Aufenthalt, beispielsweise zum Mitverfolgen der Spiele und Veranstaltungen, auf die sich die Wetten beziehen, ist jedoch unzulässig.“ Heißt: Rein und wieder raus mit der Ware.

Auch darf man sich in der Nähe nicht zum Verzehr von Speisen und Getränken aufhalten.

Soviel Informationen von BILD

Andere Geschäftszweige wie:

Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte und Reformhäuser

Wochenmärkte für Lebensmittel

Großhandel

Zeitungsbedarf

Geschäfte für Tierbedarf und Futtermittel

Weihnachtsbaumverkauf

Babyfachmärkte

dürfen unter Einhaltung der Masken und Abstandsregeln beziehungsweise der Zutritt in begrenzter Zahl, ebenfalls geöffnet sein.

Auch:

Annahmestellen der hessischen Lotterieverwaltung (Lotto / Toto) sind geöffnet, so sie Bestandteil eines für den Publikumsverkehr geöffneten Geschäftes oder Einrichtung sind.