Keine weitere Verdichtung der Innenstadt

Der BUND Ortsverband Herborn-Sinn-Driedorf-Mittenaar hat die Parteien in seinem Wirkungsbereich angeschrieben und gebeten, sich zu ihren Zielen in der kommenden Legislaturperiode in der Frage der Energie- und Klimapolitik sowie der Umwelt zu äußern.

Der aktuelle Wahlflyer des CDU Stadtverband Herborn

Hier kommt der CDU Stadtverband Herborn zu Wort

1.  KLIMASCHUTZ

1. Welche konkreten Klimaschutz–Maßnahmen planen Sie in der nächsten Wahlperiode  in den

Bereichen Bauleitplanung, Verkehr, Waldbewirtschaftung und Energieeinsparung?

Aktuell  stehen  keine Maßnahmen zur Bauleitplanung auf der politischen Agenda. Allerdings  haben gerade in den letzten  12 Monaten verschiedene  Diskussionen, u.a. zum Weinberg, gezeigt, dass eine Überprüfung  der mitunter mehrere Jahrzehnte alten  Bebauungspläne angezeigt scheint. Die CDU wird begründete Vorschläge der Verwaltung, oder auch des BUND zur Umwidmung, Aufstellungen oder Anpassungen von B-Plänen im Hinblick auf den lokalen  Klimaschutz grundsätzlich  unterstützen; für eine umfangreiche eigene Analyse bedarf es Expertise,  Kapazität und Datenzugang in einem Umfang, den weder Fraktion  noch Stadtverband ermöglichen  können.

Politik und Verwaltung haben bereits in der zu Ende gehenden Legislaturperiode externe  Berater mit der Erarbeitung eines zukunftsweisenden Verkehrskonzept  für die Innenstadt beauftragt.  Leider wurden  bislang keine  überzeugenden Konzepte vorgestellt, die eine sinnvolle  Entlastung versprechen. Wir hoffen, dass sich verschiedenen kleine Maßnahmen, etwa die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr, als Erfolg beweisen werden.

Wir unterstützen die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Dabei vertrauen wir auf die Expertise von Hessen Forst.

Energieeinsparung:  Für die Stadt haben wir mit unseren Koalitionspartnern  die Umrüstung der Straßenlaternen  beschlossen. Maßnahmen zur Nachtverdunkelung haben sich aus rechtlichen  und praktischen  Gründen als nur eingeschränkt umsetzbar herausgestellt. Wichtiger noch ist die politische Unterstützung unserer Stadtwerke, z.B. im Ausbau der Angebote von Kraft-Wärme-Kopplung (Schießberg) oder Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen  (Planung Alsbach).

2. Herborn ist erklärte  Klimakommune. Sind Sie bereit, alle Entscheidungen in der Gemeinde/ Stadt unter einen Klimavorbehalt (keine Erhöhung der Freisetzung von klimarelevanten Emissionen} zu stellen?

Wir erkennen die hohe Bedeutung des Klimaschutzes an und haben die Erklärung zur Klimakommune mitbeschlossen. Gleichwohl  haben wir in der politischen Verantwortung weitere  Interessen der Stadt und der Herborner Bürgerinnen  und Bürger zu berücksichtigen.  Dazu gehören auch die Sicherung und die Schaffung von Arbeitsplätzen, d.h. die Unterstützung unserer lokalen Wirtschaft – auch und

gerade von produzierender  Industrie. Einen „Klimavorbehalt“ im Sinne, keine  Beschlüsse, die eine Erhöhung der Freisetzung von klimarelevanten  Emissionen  bedeuten  (könnten), sehen wir daher kritisch, in der Praxis auch schwierig umzusetzen  (Wer sollte die Bewertungen vornehmen? Welche Auswirkungen  hätte dies auf die Zeitschiene  politischer  Entscheidungen?).

3. Unterstützen Sie die Forderung des BUND, einen Klimabeirat  in Ihrer Gemeinde/ Stadt zu installieren, der bei allen wichtigen Entscheidungen vorab deren Auswirkungen auf Klima und Natur prüft?

Wir begrüßen die Idee eines  Klimabeirats für Herborn.  Die gewünschten Vorabstellungnahmen müssen aber rechtzeitig im Rahmen der üblichen Beschlussfassungen vorliegen.  Im  Rückblick auf die endende Legislaturperiode vermissen wir sachlich fundierte  Einlassungen  in den Ausschüssen (vor allem im Umweltausschuss und Empfehlungen  an die Stadtverordnetenversammlung). Gerne stehen wir zum Dialog mit dem BUND bereit, wie einzukünftiges Verständnis des Umweltausschusses – mit oder ohne formalisierten  Klimabeirat – ausgestaltet werden sollte.

4. Wo sehen Sie Möglichkeiten, die energetische Sanierung in Ihrer Gemeinde/ Stadt vorantreiben und damit den Energieverbrauch in öffentlichen und privaten Gebäuden zu senken?

Wir verweisen auf die Angebote der Stadtwerke, die ja  eine hundertprozentige  Beteiligung der Stadt ist. Bei städtischen  Bauvorhaben sollen  Energieverbrauch  bzw. Energieeffizienz weiterhin Bewertungskriterium  möglicher Alternativen sein.

Darüber hinaus sehen wir Förderangebote oder regulatorische Vorgaben in der Kompetenz des Landes bzw. des Bundes und seiner Einrichtungen  (z.B. KfW). Weitergehende  Erwartungshaltungen sollten  hinsichtlich  Kompetenz und Kapazität der Verwaltung einerseits, und unserer städtischen Finanzlage andererseits  realistisch gehalten werden.

5. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Energiewende naturverträglich umsetzen und

Windenergie  und Photovoltaik im Stadt- / Gemeindegebiet  auszubauen?

Die Möglichkeiten der Windenergie  wurden – auch im Zusammenspiel  mit unseren

Nachbarkommunen – bereits geprüft.  Leider haben sich für Herborn  keine Vorzugsgebiete aufgezeigt. Die Stadt  Herborn  beteiligt sich allerdings seit einiger Zeit bereits  über die Stadtwerke GmbH ausdrücklich an Windparks. Bitte berücksichtigen Sie auch unsere Ausführungen zu Frage 4.

6. Sind Sie bereit, neue Bau- und Gewerbegebiete nur mit entsprechenden Vorgaben auszuweisen: Wärmedämmung,  Nutzung erneuerbarer  Energien, Bepflanzung, wenig Versiegelung bzw. Entsiegelung im Umfeld des neuen Baugebietes und sich für eine Vorgartensatzung einzusetzen, die das Anlegen von Steingärten weitgehend untersagt und einen Mindestanteil von Grünflächen auf dem Grundstück verbindlich vorschreibt?

Vorrangiges Ziel von Bau- und Gewerbegebieten  ist die Schaffung von neuem Wohnraum  und der Zuzug von Gewerbe und Industrie. Die CDU unterstützt die Aufnahme ökologische Vorgaben in den Bebauungsplänen. Dabei gilt es Augenmaß zu halten, denn wir wissen,  dass unserer Flächenangebote im interkommunalen Wettbewerb  bewertet werden.

7 .Untersstützen Sie unsere Forderung, die Freisetzung von C02 wo immer möglich zu bremsen sowie dessen Bindung zu forcieren, z.B. durch

– das Aufforsten mit standort-heimischen Gehölzen sowie

– den Erhalt bestehender und das Anlegen neuer Grünflächen?

Bitte  berücksichtigen Sie  hinsichtlich des Aufforstens unsere Antwort zur Waldbewirtschaftung. Wir befürworten ausdrücklich den Erhalt und das Anlegen neuer Grünflachen. Dabei wissen wir um

den lnteressenskonflikt zwischen  Erhalt und Flächenverbrauch  (neue Bau- oder Gewerbegebiete). Städtische  Politik soll den Interessen an Wohnraum und Unternehmensansiedlung folgen. Eine Abwägung mit Umweltauswirkungen  hat sorgsam  zu erfolgen, entsprechende  Prüfungen  liegen  in der Kompetenz übergeordneter Behörden.

Gerne werden wir Vorschläge des BUND zur Anlage von Grünflächen mit Ihnen erörtern  und unterstützen. Bitte  kommen Sie mit  Ihren  (konkreten) Vorschlägen auf uns zu.

II.  LUFT- UND LÄRMBELASTUNG  DURCH AUTOVEKEHR

8. Um die Co2- und die Schadstoffbelastungen wie z.B. NO2 deutlich zu senken, brauchen wir eine Verkehrswende. Welche lokalen Maßnahmen und Konzepte verfolgt Ihre Partei, um diese zu erreichen?

Wir unterstützen ausdrücklich den Ausbau der E-Mobilität etwa durch Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes. Eine Ausweitung der ÖPNV-Angebote und -nutzung zur Reduzierung des Individualverkehrs halten wir für wünschenswert, aber es entspricht nicht unbedingt den mehrheitlichen Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger.

Grundsätzlich sehen wir die Zuständigkeit für Verkehrspolitik im Sinne der angesprochenen Verkehrswende auf überkommunaler Ebene. Bitte berücksichtigen Sie die Regierungsprogramme der CDU/ Grüne Landesregierung sowie der CDU/ SPD Bundesregierung.

9. Welche Maßnahmen zur besseren Anbindung der kleineren Gemeinden durch Angebote des

ÖPNV, Bürgerbusse etc. würden Sie vorschlagen  bzw. unterstützen.

Unter der aktuellen Zusammenarbeit von CDU, Grünen und FWG wurden in Herborn und den

Stadtteilen Mitfahrbänke aufgestellt. Ein Bürgerbus soll angeboten werden.

10. Welche Bedeutung hat für Sie der Ausbau des Radverkehrs und welche konkreten Maßnahmen sehen Sie hierfür vor?

Der Ausbau der Rad- und Wanderwege ist eine ausdrückliche Forderung unseres Wahlprogramms. Radwege sehen wir als Bestandteil des Verkehrskonzeptes – gerade mit Blick auf die wachsende Zahl an E-Bikes. Radwege bilden aber auch einen wichtigen Bestandteil unseres Naherholungsangebots. Zusätzlich muss das Angebot von Radstellplätzen in der Kernstadt deutlich erweitert werden.

11. Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt?

Wir werden neue Konzepte offen prüfen, sehen aber gegenwärtig keinen unmittelbaren Anlass bzw. auch kein mehrheitliches Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu einer weiteren Verkehrsberuhigung durch Veränderung der Verkehrsführung. Geschwindigkeitsüberschreitungen, „Autoposing“ und Driftübungen muss durch die Ordnungsbehörden entgegengewirkt werden. Hier haben wir vor allem die „Fahrübungen“ auf dem Schießplatz im Fokus, wo wir auch bauliche Veränderungen unterstützen werden.

Zusätzliche Verkehrsbelastungen werden wir nach Möglichkeiten verhindern. Wir müssen leider akzeptieren, auf Baumaßnahmen („Nachverdichtungen“) auf privaten Grundstücken kaum Einfluss nehmen zu können. Sollten Änderungen von B-Plänen beantragt werden, werden wir diese sehr kritisch prüfen.

12.Welche Maßnahmen möchten Sie gegen Autoposing und gefährliche Überschreitung von

Tempolimits im innerörtlichen Bereich auf den Weg bringen?

Siehe 11. – insbesondere Vermeidung nächtlicher Lärmbelastungen auf dem Schießplatz.

13. Unterstützen Sie die Einrichtung von Tempo 30 innerorts? Ja, die Herborner  CDU befürwortet

Tempo 30 in den Wohngebieten?

Unsere Mitglieder in den Ortsbeiräten fordern immer wieder Tempobegrenzungen auch auf den

Durchgangsstraßen. Leider liegt die Zuständigkeit für Kreis- u. Bundesstraßen nicht bei der Stadt.

14. Beschreiben Sie uns bitte Ihre Haltung zu einem möglichen Parkhausbau am Herborner

Hintersand.

Wir stehen einer weiteren Nachverdichtung der Innenstadt grundsätzlich ablehnend gegenüber. Ein Parkplatz am Hintersand wäre insbesondere hinsichtlich des Stadtbildes, des städtischen Klimas und des zusätzlichen Verkehrsaufkommens sehr sorgsam zu prüfen (siehe auch 11.). Wir sehen etwaigen Parkhausplänen daher kritisch entgegen. Das Kaufhaus Eitzenhöfer mit allen eingemieteten Anbietern ist jedoch ein wichtiger Anlaufpunkt und von hoher Bedeutung für Attraktivität und Belebung unserer Innenstadt. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, die unternehmerischen Interessen offen und konstruktiv aufzunehmen. Mögliche Alternativen sollten wohlwollend, sachlich und unter Berücksichtigung und Abwägung der Interessen aller Beteiligter diskutiert, geprüft und beschieden werden.

Grüne wollen Klimabeirat

Der BUND Ortsverband Herborn-Sinn-Driedorf-Mittenaar hat die Parteien in seinem Wirkungsbereich angeschrieben und gebeten, sich zu ihren Zielen in der kommenden Legislaturperiode in der Frage der Energie- und Klimapolitik sowie der Umwelt zu äußern.

Aktueller Flyer: Bündnis 90 Die Grünen

Hier kommt Bündnis 90 Die Grünen Herborn zu Wort.

I. KLIMASCHUTZ

1. Welche konkreten Klimaschutz-Maßnahmen planen Sie in der nächsten Wahlperiode in den

Bereichen Bauleitplanung, Verkehr, Waldbewirtschaftung und Energieeinsparung?

Im Bereich Bauleitplanung setzen wir uns verstärkt dafür ein, dass schon erschlossene Baulücken

bevorzugt genutzt und nicht mehr zeitgemäße Bebauungspläne an die aktuelle Situation angepasst

werden. Auf Initiative der Grünen wurde bereits vor einigen Jahren ein Baulückenkataster erstellt, das

fortgeschrieben wird. Eine weitere Versiegelung von Flächen wollen wir stoppen und möglichst viele

versiegelte Flächen öffnen und begrünen. Wir unterstützen im öffentlichen wie im privaten Bereich

Dach- und Fassadenbegrünungen. Wenn überhaupt, müssen neue Bebauungspläne innovative

Energie- und Verkehrskonzepte sowie Freiräume für Begegnung und Erholung vorsehen.

Bei der innerstädtischen Verkehrsplanung muss zukünftig allen Verkehrsteilnehmern der gleiche Raum

zur Verfügung gestellt und die gleiche Sicherheit gewährleistet werden. Mit einem intelligenten

Verkehrs- und Parkraumkonzept, kann in der Stadt mehr Raum für Fußgänger, Radfahrer und

Grünflächen geschaffen werden.

Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall machen auch vor unserem Stadtwald nicht Halt. Das ist im

vergangenen Jahr so deutlich geworden wie nie zuvor. Eine nachhaltige Bewirtschaftung (FSC- oder

PEFC-Siegel zertifiziert) nach naturnahen Grundsätzen und nach strengen ökologischen und sozialen

Prinzipien sowie eine artenreiche, vielfältige, klimastabile Wiederaufforstung, mindern das Risiko des

Waldsterbens und binden CO2.

2. Herborn ist erklärte Klimakommune. Sind Sie bereit, alle Entscheidungen in der Gemeinde / Stadt

unter einen Klimavorbehalt (keine Erhöhung der Freisetzung von klimarelevanten Emissionen) zu

stellen?

Ja, das ist längst überfällig. Als ersten Schritt werden wir zu Beginn der nächsten Legislaturperiode

beantragen, dass bei allen Beschlussvorlagen die Unterpunkte zu “Alternativen und Konsequenzen”

ergänzt werden um den Punkt:

“Gibt es unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit eine Alternative, die energie-,

ressourceneffizienter oder klimafreundlicher ist.”

So muss gewährleistet werden, dass alle Entscheidungen auch hinsichtlich ihrer klimatischen

Auswirkungen geprüft werden.

3. Unterstützen Sie die Forderung des BUND, einen Klimabeirat in Ihrer Gemeinde / Stadt zu

installieren, der bei allen wichtigen Entscheidungen vorab deren Auswirkungen auf Klima und Natur

prüft?

Wir unterstützen die Forderung des BUND einen Klimabeirat aus ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen

und Bürgern zu gründen. Die Aufgaben des Klimabeirates könnten sein:

 Anregungen für die Umsetzung und Weiterentwicklung eines Klimaschutzkonzeptes der Stadt

 Bewertung von Aktivitäten der Stadt im Hinblick auf den Klimaschutz.

 Entwickeln eigener Ideen und Projekte zum Thema Umwelt- und Klimaschutz.

 Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sowie Vereinen aufnehmen

 Bürgerinnen und Bürger motivieren, sich mit dem Klimaschutz zu beschäftigen und eigene

Maßnahmen umzusetzen.

4. Wo sehen Sie Möglichkeiten, die energetische Sanierung in Ihrer Gemeinde / Stadt vorantreiben und

damit den Energieverbrauch in öffentlichen und privaten Gebäuden zu senken?

Über eine in der Verwaltung oder bei den Stadtwerken angesiedelte Beratungsstelle, müssen

Sanierungswillige qualifiziert beraten und über die vielfältigen Fördermöglichkeiten von Bund und

Land zur energetischen Sanierung aufgeklärt werden.

Auch Kommunen, kommunale Unternehemen und Zweckverbände erhalten über das BMWi

geförderte Energieberatung für ihre Gebäude und Anlagen und entsprechende Mittel zur Umsetzung.

Diese gilt es zu nutzen.

5. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Energiewende naturverträglich umsetzen und Windenergie und

Photovoltaik im Stadt- / Gemeindegebiet auszubauen?

Der Regionalplan weißt für das Stadtgebiet Herborn keine Nutzflächen für Windkraft aus. Daher hält

die Stadt Beteiligungen an umliegenden Windenergieanlagen wie z.B. Windpark Westerwald und

Lahn-Dill-Bergland Energie.

Im Bereich Photovoltaik wurde schon vor Jahren auf Initiative der GRÜNEN beschlossen, alle

geeigneten städtischen Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Dieser Beschluss wird

sukzessive umgesetzt, kann aber nach unserer Vorstellung deutlich beschleunigt werden. Aktuell

haben wir eine Antrag auf Pfüfung der Einrichtung eines Solarparkes auf der stillgelegten Fläche der

Iphigenie-Bergbau GmbH in der Gemarkung Schönbach beantragt. Die Antwort der Verwaltung steht

noch aus. Für die kommende Legislaturperiode planen wir gemeinsam mit den Stadtwerken eine

Solarinitiative, die Bürger*innen berät, aufklärt und bei der Errichtung privater Photovoltaikanlagen

unterstützt.

6. Sind Sie bereit, neue Bau- und Gewerbegebiete nur mit entsprechenden Vorgaben auszuweisen:

Wärmedämmung, Nutzung erneuerbarer Energien, Bepflanzung, wenig Versiegelung bzw.

Entsiegelung im Umfeld des neuen Baugebietes und sich für eine Vorgartensatzung einzusetzen, die

das Anlegen von Steingärten weitgehend untersagt und einen Mindestanteil von Grünflächen auf

dem Grundstück verbindlich vorschreibt?

Viele dieser Vorgaben sind durch die Hessische Bauordnung und das neue Gebäudeenergiegesetz

(GEG) geregelt. Hier ist festgelegt, welche energetischen Anforderungen beheizte und klimatisierte

Gebäude erfüllen müssen. Das Gesetz enthält Vorgaben zur Heizungs- und Klimatechnik sowie zum

Wärmedämmstandard und Hitzeschutz von Gebäuden. Bei Neubauten gibt das GEG bestimmte Anteile

an regenerativen Energien vor, die das Gebäude zum Heizen oder auch zum Kühlen verwenden muss.

Eigentümer von Bestandsgebäuden müssen bestimmte Austausch- und Nachrüstpflichten erfüllen. Die

Aufstellung neuer Bebauaungspläne ist nur unter strikter Einahltung dieser Vorgaben möglich.

Darüber hinaus, haben wir uns schon bei der Aufstellung des Bebauungsplanes Alsbach 1 für eine

zentrale Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien und verpflichtenden Einsatz von Solaranlagen

stark gemacht, konnten dafür aber keine politischen Mehrheiten finden. Bei der Ausweisung von

Alsbach 2 haben wir erneut den Bau eines Biomasseheizkraftwerkes zur zentralen Versorgung

beantragt. Der Bau ist derzeit bei den Stadtwerken in Planung.

Einen Antrag, der Verbreitung von sogenannten Schottergärten entgegenzuwirken haben wir im

August 2020 gestellt. Eine Antwort der Verwaltung liegt für die nächste Sitzung des

Umweltausschusses vor. Auch hier gibt es in der Hessischen Bauordnung klare Vorgaben zur

Versiegelung von Grundstücken, deren Einhaltung durch die Bauaufsicht in der Regel nicht kontrolliert

wird. Daher werden wir uns zusätzlich für die Aufstellung einer entsprechenden Vorgartensatzung

stark machen.

7.Untersstützen Sie unsere Forderung, die Freisetzung von CO2 wo immer möglich zu bremsen sowie

dessen Bindung zu forcieren, z.B. durch

– das Aufforsten mit standort-heimischen Gehölzen sowie

– den Erhalt bestehender und das Anlegen neuer Grünflächen ?

Ja, unbedingt, das sind Bestandteile GRÜNER Kernthemen.

II. LUFT- UND LÄRMBELASTUNG DURCH AUTOVEKEHR

8. Um die CO2- und die Schadstoffbelastungen wie z.B. NO2 deutlich zu senken, brauchen wir eine

Verkehrswende. Welche lokalen Maßnahmen und Konzepte verfolgt Ihre Partei, um diese zu

erreichen?

Seit 2017 liegt der Verwaltung ein Verkehrskonzept vor, das auf seine Umsetzung wartet. Dieses

Konzept wollen wir diskutieren, wo nötig anpassen und zügig umsetzen. Grundsätzlich stehen

unterschiedliche Verkehrsmittel gleichberechtigt nebeneinander. Der Autoverkehr in der Kernstadt,

besonders der Durchgangsverkehr, wird reduziert. Die Fußgängerzone wird ausgedehnt und

aufgewertet. Der Kornmarkt wird als lebendiger Stadtmittelpunkt ausgebaut.

Die Achse Marktplatz/Bahnhofsstraße/Bahnhofsplatz wird aufgewertet und verknüpft Bahnhof und

Innenstadt. Fahrräder werden als vollwertige Verkehrsmittel akzeptiert. Dafür braucht es ein

Radwegekonzept, das für ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Auto- und Radverkehr steht –

sowohl für die Innenstadt als auch für die lückenlose Anbindung der Stadtteile und der umliegenden

Kommunen. Sichere Abstellplätze sowie Lademöglichkeiten für E-Bikes sind unverzichtbar. Einen

entsprechenden Antrag haben wir gestellt und in der Stadtverordnetenversammlung einstimmig

beschlossen. Bund und Land stellen hohe Fördermittel für den Ausbau der Radinfrastruktur zur

Verfügung. Diese wollen wir nutzen.

9. Welche Maßnahmen zur besseren Anbindung der kleineren Gemeinden durch Angebote des ÖPNV,

Bürgerbusse etc. würden Sie vorschlagen bzw. unterstützen.

Der neue Nahverkehrsplan, der demnächst in Kraft tritt, sieht eine deutlich bessere Anbindung der

Stadtteile vor – doch das reicht nicht. Im Rahmen der Initiative „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“

wollen wir Bürgerbusse einsetzen, um mit lokalen Fahrdiensten Lücken im Nahverkehrsnetz zu

schließen. Im August 2019 haben wir einen Antrag auf Einsetzung von Bürgerbussen gestellt, auf die

Antwort der Verwaltung oder einen Schritt zur Umsetzung, warten wir – trotz mehrfacher Nachfrage –

noch immer. Bürgerbusse werden den Kommunen vom Land Hessen kostenlos zur Verfügung gestellt

und können mit dem Engagement ehrenamtlicher Bürger*innen betrieben werden. Die Stadt hat

lediglich die Kosten für die Unterhaltung und den laufenden Betrieb zu tragen.

10. Welche Bedeutung hat für Sie der Ausbau des Radverkehrs und welche konkreten Maßnahmen

sehen Sie hierfür vor?

Der Ausbau des Radverkehrs und die damit verbundene Sicherheit für Radfahrer*innen hat für uns

hohe Priorität. Immer mehr Menschen nutzen das Rad nicht nur in der Freizeit, sondern auch für den

Weg zur Arbeit oder zum Einkauf (Lastenräder). Hinzu kommt, dass der Radtourismus stetig wächst

und wir mit gut ausgebauten, sicheren Radwegen unsere Stadt für diese Tourismussparte attraktiv

machen können.

Wir verlangen ein Radwegekonzept, dass eine sichere Durchquerung der Innenstadt, direkte

Anbindung an alle Stadtteile und sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gewährleistet. Der

Arbeitskreis RADschlag hat der Verwaltung erst kürzlich Vorschläge unterbreitet, die wir

vollumfänglich unterstützen. Wir selbst haben im Juni 2018 in der Stadtverordnetenversammlung

einen Antrag zur Verbesserung des Radverkehrs in Herborn gestellt, der einstimmig beschlossen

wurde. Zehn Punkte, die im wesentlichen mit den Vorschlägen des Arbeitskreises RADschlag

übereinstimmen und von der Verwaltung kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden sollten.

Passiert ist bisher leider wenig. Wir kämpfen weiter.

11. Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt?

Wir setzen uns für die Erweiterung der Fußgängerzone auf Kornmarkt, Holzmarkt und Platz an der

Linde, sowie die Ausarbeitung eines Parkraumkonzeptes ohne den Bau eines Parkhauses am

Hintersand ein. Die im Straßenraum für Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung stehenden Flächen

müssen deutlich ausgeweitet werden. Die Einhaltung von Tempo 30 und Schrittgeschwindigkeit in

Speilstraßen muss besser überwacht und kontrolliert werden. Mit weniger Durchgangs- und Parkplatz-

Suchverkehr kann die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Innenstadtbereich deutlich verbessert

werden.

12.Welche Maßnahmen möchten Sie gegen Autoposing und gefährliche Überschreitung von

Tempolimits im innerörtlichen Bereich auf den Weg bringen?

Neben der Durchführung von verstärkten Kontrollen setzen wir uns für die Einrichtung von baulichen

Maßnahmen (Querschnittseinengungen, Aufpflasterungen, Schwellen, Mittelinseln etc.) ein, um

unangemessen hohe Geschwindigkeiten zu verhindern. Idealerweise müssen diese bei anstehenden

Straßenbaumaßnahmen von Beginn an mit berücksichtigt werden.

13. Unterstützen Sie die Einrichtung von Tempo 30 innerorts?

Wir setzen uns schon seit langem, für die durchgängige Einrichtung von Tempo 30 Zonen in

Wohngebieten ein. Das werden wir auch weiterhin tun.

14. Beschreiben Sie uns bitte Ihre Haltung zu einem möglichen Parkhausbau am Herborner Hintersand.

Die Errichtung eines Parkhauses am Hintersand war und ist für uns ein absolutes No-Go. Es

widerspricht allen städtebaulichen sowie klima- und verkehrspolitischen Zielen Grüner Politik. Wir

werden alles tun, um diesen Bau zu verhindern.

FWG will keine weiteren Bausünden in Herborn

Der BUND Ortsverband Herborn-Sinn-Driedorf-Mittenaar hat die Parteien in seinem Wirkungsbereich angeschrieben und gebeten, sich zu ihren Zielen in der kommenden Legislaturperiode in der Frage der Energie- und Klimapolitik sowie der Umwelt zu äußern.

Hier kommt die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) Herborn zu Wort.

Der aktuelle Wahl-Flyer der FWG Herborn

Gestatten Sie uns bitte den Hinweis, dass wir eine Wählergemeinschaft und keine Partei sind.

Bei der Durchsicht unserer Kandidatenprofile werden Sie feststellen, dass wir überproportional

viele Personen in unserer Wählergemeinschaft haben, die sich aktiv im Naturschutz engagieren

und NABU, BUND oder Greenpeace durch Mitgliedschaften unterstützen.

Hinsichtlich des Fragenkatalogs fällt auf, dass dieser nicht auf Herborn und dessen Ortsteile

zugeschnitten ist, und sehr weit gefasst ist.

Hinzu kommt, dass die FWG grundsätzlich nur kommunal- und kreispolitisch tätig ist und sich

viele Stadtverbände, so auch der Stadtverband Herborn, nicht an den Ambitionen einzelner

FWG-Mitglieder beteiligt haben, auch auf Landesebene politisch tätig zu sein.

Unser Wahlprogramm beantwortet schon einen großen Teil ihrer gestellten Fragen. Demnächst

werden noch weitere Themen unsererseits veröffentlicht.

Zu 1. Wir haben uns direkt bei der Forstbehörde erkundigt, in wie weit die

Aufforstungsmaßnahmen unterstützt werden können, da uns bereits aufgefallen ist, dass die

eingeleiteten Maßnahmen durch die erhebliche Trockenheit im letzten Jahr nicht zielführend

waren und viele neue Anpflanzungen schon vertrocknet sind.

Baumpflanzungen seitens der Bevölkerung werden kritisch gesehen. Es wird befürchtet, dass

artfremde Gehölze eingeschleppt werden. Wenn die Vermehrung aus heimischen Baumsamen

geschieht, steht Privatinitiativen nichts im Wege.

Zu 2. – 5. Seit vielen Jahren wirkt die FWG Herborn an einer umweltverträglichen Politik mit. So

wurden unter Beteiligung der FWG in Herborn Blockheizkraftwerke gebaut und Solaranlagen auf

städtischen Gebäuden errichtet. Da in Herborn und Umgebung keine Windkraftanlagen mangels

eines ausreichend starken Windes an geeigneten Stellen aufgestellt werden können, hat sich die

Stadt unter Mitwirkung der FWG an einer Windpark-GmbH beteiligt, um die Erzeugung sauberen

Stroms zu fördern.

Da unsere Mitglieder frei, nur ihrem Gewissen verpflichtet entscheiden können, werden

Windräder auch unter dem Dilemma Klimaschutz oder Naturschutz kritisch gesehen.

Die Problematik, dass Windräder Opfer unter Vögeln, Insekten und Fledermausbeständen

fordert, ist unumstritten. Zumal Letztere sich sehr gering reproduzieren.

Darüber hinaus unterstützt die FWG durch Positionen im Aufsichtsrat der Stadtwerke Herborn,

dass diese den Herborner Einwohnern mit Wasserkraft erzeugten Strom anbieten kann. Aktuell

unterstütz die FWG die Errichtung eines Hackschnitzelkraftwerkes in Herborn, wobei man derzeit

bemüht ist, einen geeigneten Standort hierfür zu finden.

Bei Sanierungen von städtischen Gebäuden wird peinlichst genau seitens der FWG darauf

geachtet, dass eine barrierefreie und energetische hochwertige Sanierung stattfindet. Aktuelle

Objekte sind z. B. die Kita- und Schwimmbad-Sanierung, wobei wir darauf hinweisen, dass die

FWG die Ausstattung des Schönbacher Schwimmbades mit Solartechnik unterstützt hat.

Hinsichtlich der Sanierung des Herborner Schwimmbades in der Kernstadt befürwortet die FWG

die Errichtung eines weiteren Blockheizkraftwerkes zur Versorgung des Bades und der im Umfeld

befindlichen Anwohner mit relativ sauberer Energie.

Zu 6. Darüber hinaus achtet die FWG darauf, dass keine weiteren Bausünden in Herborn mehr

entstehen. So war sie an der Verhinderung der Bebauung des Weinberges, sowie des

Johannisberges mit Garagenanlagen aktiv beteiligt. Ferner spricht sie sich deutlich mehrheitlich

gegen die Bebauung des Diesterweg-Parkplatzes mit einem Parkhaus aus. Ihr Ziel liegt vielmehr

darin, städtische Grünflächen zu erhalten, ggf. neue entstehen zu lassen, wo dies möglich ist,

und vorhandene zu pflegen.

Die Entwicklung von Gewerbegebieten ist notwendig und soll mit größtmöglicher

Ressourcenschonung durchgeführt werden. Wir sehen es als erstrebenswert an, dass

Dachflächenbegrünungen und Baumpflanzungen mehr in den Vordergrund rücken und nach

Fertigstellung von Bebauungen die Ausgleichsmaßnahmen auf ihre Einhaltung besser überprüft

werden.

Einer Vorgarten-Satzung stehen wir kritisch gegenüber, da wir auch hier lieber beratend und

unterstützend auf die Grundstückseigentümer einwirken wollen. Wie z. B. Vergabe von

Gutscheinen für insektenfreundliche Vorgartenpflanzen und persönliche Aufklärung.

Diesbezüglich darf nicht unbeachtet bleiben, dass eine Vorgartensatzung ganz erhebliche

rechtliche Probleme mit sich bringt.

Pkt. 8 – 11 Für die Innenstadt und auch die Ortsteile strebt die FWG ein umfassendes

Verkehrskonzept mit Förderung und überwiegender Beachtung des Bus-Fahrrad-Verkehrs an.

Der Ausbau des Radwegenetzes ist zwingend voranzutreiben. Ein weiterer Schritt ist die

Einrichtung eines 1-Euro-Busses sowie ggf. die Installierung eines Bürgerbusses mit dem Ziel,

den innerstädtischen Verkehr zugunsten der Fußgänger und Fahrradfahrer weiter

einzuschränken. Diesbezüglich unterstütz die FWG auch einen E-Bike-Verleih im

innerstädtischen Bereich.

Ein erster Schritt zur besseren Anbindung der kleineren Gemeinden sind die Mitfahrbänke. Durch

die jetzige Corona-Situation konnten diese leider noch nicht im ursprünglichen Sinne ausgelastet

werden.

Zu 12. Da wir lediglich kommunalpolitisch tätig sind, haben wir keine Möglichkeit, Gesetze oder

Verordnungen zu erlassen, bzw. daran mit zu wirken, um gegen Posing vorzugehen.

Die Straßenverkehrsordnung besagt, dass in Innenstädten kein unnötiger Lärm und keine

vermeidbaren Abgase produziert werden dürfen. (Paragraf 30, Absatz 1) Ein persönliches

Posing-Bedürfnis ist irrelevant, es muss hinter den schutzwürden Belangen von Bewohnern

zurücktreten.

Hier müssen im Bedarfsfall mehr Kontrollen durchgeführt werden. Ein von uns angestrebter

Polizeiposten im Bahnhofsgebäude wäre auch hier von Vorteil.

Zu 13. Tempo 30 Zonen wurden in den letzten Jahren stark ausgeweitet.

14. Wir zitieren hier aus unserem Wahlprogramm:

Keine neuen Bausünden!

Wir schätzen die Natürlichkeit unserer Stadt und möchten sie bewahren. Herborn soll für

Touristen und für die eigene Bevölkerung attraktiv bleiben. Entsprechend stehen wir mehrheitlich

einem weiteren Zubauen des Stadtkerns, z. B. durch ein Parkhaus, ablehnend gegenüber.

FDP-Herborn: Fauna und Flora sollen weiterhin innerorts ihren Platz haben

Der BUND Ortsverband Herborn-Sinn-Driedorf-Mittenaar hat die Parteien in seinem Wirkungsbereich angeschrieben und gebeten, sich zu ihren Zielen in der kommenden Legislaturperiode in der Frage der Energie- und Klimapolitik sowie der Umwelt zu äußern.

Hier kommen die Freien Demokraten (FDP) Herborn zu Wort.

Der aktuelle Flyer der Herborner FDP

I. KLIMASCHUTZ

1. Welche konkreten Klimaschutz-Maßnahmen planen Sie in der nächsten Wahlperiode in den Bereichen

Bauleitplanung, Verkehr, Waldbewirtschaftung und Energieeinsparung?

Wir Freie Demokraten befürworten ein Verkehrskonzept zu dem der Ausbau von Radverkehrswegen und

Kreisverkehren, alternativ auch mittels intelligenter Ampelkreuzungen im gesamten Stadtgebiet gehört.

Tempo 30 Zonen in reinen Wohngebieten erachten wir als sinnvoll – vor Schulen, Kindertagesstätten und

Seniorenwohnheimen als unerlässlich. Ebenfalls sollte zum einen die Infrastruktur für E-Mobilität ausgebaut

werden, zum anderen ist ein sinnvoller Ausbau von Photovoltaik und Solarthermie auf städtischen Gebäuden

anzustreben. Für die Waldbewirtschaftung ist aus unserer Sicht besonders das Aufforsten mit heimischen

Gehölzen zu einem robusten Mischwald erforderlich – die Nachteile von Monokulturen lassen sich aktuell

vielerorts begutachten.

2. Herborn ist erklärte Klimakommune. Sind Sie bereit, alle Entscheidungen in der Gemeinde / Stadt unter

einen Klimavorbehalt (keine Erhöhung der Freisetzung von klimarelevanten Emissionen) zu stellen?

Die Freien Demokraten werden sich dafür einsetzen, dass die Stadt alle Optionen nutzt, um im Rahmen ihrer

Möglichkeiten sowohl den Schutz unserer Umwelt als auch die Investitionen in unsere Infrastruktur

miteinander zu verbinden. Maßnahmen, die wir als Stadt Herborn selbst beschließen können, die für mehr

Energieeffizienz und zur Emissionsminderung beitragen werden wir Freie Demokraten unterstützen. Sie dürfen

aber Investitionen, unter anderem in die Infrastruktur und damit in die Zukunft Herborns, nicht verhindern!

3. Unterstützen Sie die Forderung des BUND, einen Klimabeirat in Ihrer Gemeinde / Stadt zu installieren, der

bei allen wichtigen Entscheidungen vorab deren Auswirkungen auf Klima und Natur prüft?

Wir Freie Demokraten stehen einem Klimabeirat wohlwollend gegenüber, welcher bei wichtigen

Entscheidungen vorab eine Empfehlung ausgibt.

4. Wo sehen Sie Möglichkeiten, die energetische Sanierung in Ihrer Gemeinde / Stadt vorantreiben und damit

den Energieverbrauch in öffentlichen und privaten Gebäuden zu senken?

Ein Ausbau von Photovoltaik und Solarthermie auf städtischen Gebäuden, ergänzend auch die sukzessive

energetische Sanierung von städtischen Liegenschaften zu mehr Energieeffizienz und zur Emissionsminderung

ist weiter fortzuführen und wird von uns unterstützt. Immer mit dem Augenmerk nicht nur Energie, sondern

auch Kosten einzusparen. Für private Haushalte sehen wir die aktuellen energetischen Vorschriften für

ausreichend an, privater Wohnraum muss finanzierbar bleiben.

5. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Energiewende naturverträglich umsetzen und Windenergie und

Photovoltaik im Stadt- / Gemeindegebiet auszubauen?

Wir Freien Demokraten sehen den Ausbau von Photovoltaik und Solarthermie auf städtischen Gebäuden als

anstrebenswert an, natürlich unter dem Vorbehalt der ökonomischen und ökologischen Sinnhaftigkeit.

Windenergie braucht Vorranggebiete, soweit Vorranggebiete auf dem Stadtgebiet vorhanden sind, sehen wir

die Umsetzung ausschließlich bei privaten Investoren und nicht als eine der Kernaufgaben der Stadt Herborn –

wichtig ist uns Freien Demokraten gerade bei der Windenergie ausreichende Rücklagen für einen Rückbau

nach Ablauf der Nutzungszeit fest zu vereinbaren. Gerade der Rückbau des enormen Fundaments und der

gesamten Infrastruktur einer solchen Anlage, muss dabei bedacht werden. Das ist nicht nur

Naturverträglichkeit, sondern auch Generationengerechtigkeit.

6. Sind Sie bereit, neue Bau- und Gewerbegebiete nur mit entsprechenden Vorgaben auszuweisen:

Wärmedämmung, Nutzung erneuerbarer Energien, Bepflanzung, wenig Versiegelung bzw. Entsiegelung im

Umfeld vorschreibt?

Wir Freien Demokraten sehen aktuell nicht die Notwendigkeit weitere Vorschriften, die über die ohnehin

schon sehr detaillierten Vorgaben der Energetischen Bauvorschriften gehen, zu fordern. Jeder private Bauherr

sollte die Möglichkeit haben seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen nachkommen zu können und

sein Eigenheim so zu gestalten, wie es innerhalb der aktuellen Vorschriften möglich ist. Sicherlich ist aber das

Anlegen von Grünflächen und unversiegelten Flächen, anderen Optionen vorzuziehen. Was durch die

Berechnung der Abwassergebühren bereits ebenfalls berücksichtigt wird.

7.Untersstützen Sie unsere Forderung, die Freisetzung von CO2 wo immer möglich zu bremsen sowie dessen

Bindung zu forcieren, z.B. durch

– das Aufforsten mit standort-heimischen Gehölzen sowie

– den Erhalt bestehender und das Anlegen neuer Grünflächen?

Wir Freie Demokraten unterstützen sowohl den Erhalt und das Anlegen neuer Grünflächen als Beitrag zum

Wohlbefinden unserer Gesellschaft, als auch um Flora und Fauna weiterhin innerorts einen Platz zum

Miteinander zu geben. Das Aufforsten ist aus unserer Sicht mit heimischen Gehölzen zu einem robusten

Mischwald dringend erforderlich – die Nachteile von Monokulturen lassen sich aktuell vielerorts begutachten.

II. LUFT- UND LÄRMBELASTUNG DURCH AUTOVEKEHR

8. Um die CO2- und die Schadstoffbelastungen wie z.B. NO2 deutlich zu senken, brauchen wir eine

Verkehrswende. Welche lokalen Maßnahmen und Konzepte verfolgt Ihre Partei, um diese zu erreichen?

Gerade in unserer ländlich geprägten Region ist man auch in Zukunft auf den Individualverkehr angewiesen. In

Zeiten wo alternative Antriebe, wie die E-Mobilität oder auch der Wasserstoffantrieb Fortschritte machen und

auch stärker von der Gesellschaft angenommen werden, kommt es auf eine sinnvolle Gesamtstrategie an. Als

lokale Maßnahmen sehen wir daher den Ausbau der Infrastruktur für E-Mobilität, den Ausbau von

Radverkehrswegen, eine intelligente Verkehrsführung, welche den Verkehr im Fluss hält, sowie Tempo 30-

Zonen in reinen Wohngebieten als sinnvoll an. Zusätzlich muss auch der sinnvolle Ausbau des ÖPNV

weitergehen.

9. Welche Maßnahmen zur besseren Anbindung der kleineren Gemeinden durch Angebote des ÖPNV,

Bürgerbusse etc. würden Sie vorschlagen bzw. unterstützen?

Ein sinnvoller Ausbau des ÖPNV muss stetig weitergehen, dabei kommt es auch besonders auf

Bedarfsanalysen an. Der neuen Nahverkehrsplan bis 2025 sieht die Prüfung eines spätabendlichen

Busverkehres ab Bahnhof Herborn vor, dies begrüßen wir. Ergänzend wird es Möglichkeiten geben sich für

Rufbusse registrieren zu lassen und Mobilbusse die zur Feinerschließung der Kommunen gedacht sind nutzen

zu können. Den Einsatz eines ehrenamtlichen Bürgerbusses, wie er auch beispielsweise in Nachbargemeinden

angeboten wird, unterstützen wir. Darüber hinaus werden sich die Freien Demokraten für alle Möglichkeiten

einsetzen Herborn zur Haltestation für den neuen IC, welcher ab dem Winterfahrplan 2021 eigesetzt wird, zu

machen.

10. Welche Bedeutung hat für Sie der Ausbau des Radverkehrs und welche konkreten Maßnahmen sehen Sie hierfür vor?

Wir Freie Demokraten unterstützen den Ausbau von Radverkehrswegen und befürworten ebenfalls den

Ausbau bzw. die Weiterentwicklung des bestehenden örtlichen Radwegenetzes. So dass beispielsweise dort,

wo es verkehrstechnisch sinnvoll ist, auch Radfahrstreifen ergänzt werden.

11. Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt?

Wir Freie Demokraten fordern ein ausgewogenes Verkehrskonzept, bedeutet konkret die Innenstadt muss

weiterhin auch mit dem Auto erreichbar sein, damit insbesondere ältere oder gehandikapte Personen

problemlos ihre Besorgungen erledigen können. In diesem Sinne machen wir uns stark für eine Verbesserung

der innerstädtischen Parksituation. Wir befürworten eine Lösung durch beispielsweise ein Parkdeck auf dem

Schießplatz. Dazu gehören ebenfalls Tempo 30-Zonen in reinen Wohngebieten, sowie vor Schulen,

Kindertagesstätten und Seniorenwohnheimen. Der Verkehr muss im Fluss gehalten werden, dazu gehört der

Ausbau von Kreisverkehren, alternativ auch mittels intelligenter Ampelkreuzungen im gesamten Stadtgebiet –

stehender Verkehr erzeugt unnötige Emissionen.

12.Welche Maßnahmen möchten Sie gegen Autoposing und gefährliche Überschreitung von Tempolimits im

innerörtlichen Bereich auf den Weg bringen?

In Herborn selbst und vielen anderen Kommunen, hat sich der Einsatz von Anzeigetafeln mit der

Geschwindigkeitsmessung bewährt, durch den noch einmal visuell auf das eigene Fahrverhalten aufmerksam

gemacht wird. Hier zählt auch ein Stück Eigenverantwortung eines Jeden, für das Gemeinwohl und die

Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Wir Freie Demokraten vertreten nachdrücklich, dass verkehrswidriges

Verhalten durch Polizei und Justiz geahndet werden muss.

13. Unterstützen Sie die Einrichtung von Tempo 30 innerorts?

Tempo 30-Zonen in reinen Wohngebieten erachten wir Freie Demokraten als sinnvoll – vor Schulen,

Kindertagesstätten und Seniorenwohnheimen als unerlässlich.

14. Beschreiben Sie uns bitte Ihre Haltung zu einem möglichen Parkhausbau am Herborner Hintersand?

Wir Freie Demokraten sind der Auffassung, dass sich ein Parkhaus auf dem Herborner Hintersand nicht in das

vorhandene Stadtbild einfügt. Wir begrüßen daher ein Parkhaus außerhalb der Innenstadt, aber mit kurzem

Fußweg bis zur Innenstadt, um die Akzeptanz und die Annahme durch unsere Bürgerinnen und Bürger zu

fördern. Dazu haben wir bereits in unserem Programm den Vorschlag eines Parkdecks, beispielsweise auf dem

Herborner Schießplatz, gemacht.

Online Malkurse mit Benita

Da, blöderweise, Corona noch immer nicht Geschichte ist und ein „normaler“ Unterricht (wie seit dem 1. Lockdown) noch nicht wirklich abzusehen ist…. gibt es trotzdem einen Hoffnungsschimmer am Horizont …

Benita von Wendt. Foto: Siegfried Gerdau

Die Idee Malkurse online zu geben. In normalen Zeiten hätte ich mir darum keine Gedanken gemacht. Corona macht‘s möglich, wir haben es probiert und der Online-Malkurs läuft besser als gedacht und sieht ungefähr so aus:

Auf jeden Fall ist es eine gute Alternative zu Budenkoller und gähnender Langeweile… Eine Einschränkung gibt es allerdings, das Onlineangebot richtet sich eher an diejenigen, die schon selbstständiger arbeiten und ein Laptop mit funktionierender Kamera und Mikrofon haben. Handy ist auch möglich, nur ist der Bildschirmausschnitt wesentlich kleiner.

Wie in den regulären Malkursen liegt die Teilnehmerzahl bei nicht mehr als 4-5 Personen. Selbst das „Malkursgefühl“ ist da, denn alle sind mit allen verbunden, können sich hören und miteinander reden. Ich kann meinen Bildschirm mit euch teilen, so dass ich euch zeigen kann, wo es hakt. Wenn ich Dinge nicht so gut erkennen kann, schickt ihr mir ein Foto und ich kann „hochauflösend“ korrigieren. Da sieht man zum Teil mehr als auf einer Leinwand im realen Leben : ))

Im Moment arbeiten wir mit der App Discord, die wirklich einfach zu bedienen und noch dazu kostenlos ist. Ihr braucht sie noch nicht einmal herunter zu laden, ich lade euch ein teilzunehmen, das reicht.

Da ich im Moment nur Einzelunterricht geben darf, kann also zu jedem Malkurs eine Person nach Erdbach kommen, so kommt jeder im Kurs, der Reihe nach, in den Genuss einer quasi „Einzelstunde“ wenn er bereit ist im Kurs eine Maske zu tragen. Mit jeder Lockerung können dann mehr Teilnehmer nach Erdbach kommen, bis wir hoffentlich bald den Stand von „vor Corona“ erreichen.

Wenn dir das zu kompliziert erscheint, dann kann ich dich beruhigen, es ist wesentlich einfacher als du denkst und einen Versuch wert.

Wenn du Lust hast, melde dich, wir treffen uns dann 1 bis 2 Tage vor dem 1. Malkurs und probieren Discord für dich aus, du machst dich vertraut mit der App, ohne Stress, richten deinen „Arbeitsplatz“ von wegen Sichtbarkeit und Licht ein. Das nächste Mal ist dann der Probetermin, wenn du danach beschließt das es nichts für dich ist, machst du nicht mit und zahlst auch nicht. Wenn du, wie ich doch schwer hoffe, weiter machen möchtest, war das dann der erste von unseren 10 Terminen.

Kontakt

Benita von Wendt, freischaffende Künstlerin.

per Telefon: Festnetz: 02777 811 674 Mobil: 0151 20 100 344 per Mail: info@benita-von-wendt.de Atelieradresse: Talblick 48, 35767 Breitscheid

https://www.benita-von-wendt.de/malkurse-online

Herborn aus der Turm-Perspektive

Nicht jeder hat die Möglichkeit sich vom Dill-Blick-Turm unsere schöne Stadt quasi aus der Vogelperspektive anzuschauen. Auch an Menschen, die weiter weg wohnen und nur noch selten ihre alte Heimat sehen können, habe ich bei der Produktion dieses Videos gedacht. Mit der „Langatmigkeit“ der Aufnahmen wollte ich erreichen, dass man sich in Ruhe alles anschauen kann.

Ich hatte mir zwar einen sonnigen Aufnahmetag ausgesucht, aber nicht bedacht, dass gerade eine Sahara-Sand-Wolke unsere Breiten kreuzte. Die Aufnahmen haben ein wenig darunter gelitten, aber dich denke man kann sich dennoch daran erfreuen. Viel Spaß beim anschauen.

PS: Fast hätte ich es vergessen. Die Begleitmusik ist eine Kreation meines alten Freundes Wolfgang Schäfer.

Schöner Blick auf Herborn

Dieses schöne Gemälde stellte mir sein Besitzer zur Veröffentlichung zur Verfügung. Es zeugt von einer Epoche, in der Herborn noch ein in sich geschlossenes Ensemble war. Die Stadt ruhte in sich selber und da Geld noch nicht in der heutigen Menge verfügbar war, hielt sich auch die Bauwut mit all ihren Auswüchsen in Grenzen. Der Blick über die Obertorbrücke auf Schloss und Kirche hat geradezu etwas mystisches. Leider ist der Künstler nicht bekannt, aber der Besitzer des Bildes hält sein Werk in Ehren. sige

Herborner Händler gehen an die Öffentlichkeit

Eine geplante, gemeinsame Aktion von Herborner Einzelhändlern, Herborner Stadtmarketing und Werbering sorgt derzeit für Aufmerksamkeit unter den Gewerbetreibenden in der Bärenstadt. In einem Schreiben fordert das Stadtmarketing die Händler auf, ganztägig vor ihren (noch) geschlossenen Läden zu stehen und potentiellen Kunden auf ihre (prekäre) Situation noch stärker aufmerksam zu machen. sige

Liebe Händler, Gastronomen und Dienstleister!

es scheint so, als ob man jetzt auch auf Landes- und Bundesebene verstanden hat und echte Lockerungs- und Öffnungspläne vorbereitet. Aber: Ob das wirklich in Kürze umgesetzt wird, muss man abwarten…

Gleichwohl möchte das Herborner Stadtmarketing in Verbindung mit dem Werbering eine Idee von Herborner Einzelhändlern aufgreifen und dabei helfen, auf Ihre Situation noch stärker aufmerksam zu machen. Wir möchten Sie ermutigen bei einer Aktion am Freitag, 5. März (ganztägig) mitzumachen. Als Anhang zu dieser Mail finden Sie vier Slogans, die ziemlich gut beschreiben, um was es aktuell geht. Wir haben von jedem Motiv 60 Aufkleber im Format A3 herstellen lassen, die Sie sehr gerne auf Ihrer Schaufensterscheibe anbringen und/oder auf eine andere Unterlage aufziehen können. Am 5. März sollten Sie dann tagsüber VOR Ihrem Geschäft präsent sein, um so in einer Art Mahnwache (aber natürlich mit Abstand und sicher) auf die Lage hinzuweisen.

Wie gesagt: Diese Idee stammt aus Kreisen der Händler und wir finden Sie absolut unterstützenswert. Sie wird nicht dazu führen, dass sich die Regeln und Zustände sofort ändern und spürbar verbessern, aber: Sie wird helfen, das Bewusstsein für die Situation in weiten Teilen der Bevölkerung zu schärfen, wo man immer noch nicht verstanden hat, wie ernst die Lage für viele ist. Zudem soll an diesem Tag auch die Seite www.daheim-in-herborn.de in Betrieb gehen. (Stadtmarketing Herborn)

Nicht alle Gewerbetreibenden schließen sich jedoch dieser Aktion an. So gibt es Stimmen, die mit der geplanten Form der Kundenansprache gar nicht einverstanden sind und auch die Rolle des Stadtmarketings dabei für entbehrlich halten. In der wörtlich wiedergegebenen Mail, kommt diese Kritik deutlich zum Ausdruck. sige

…wieder übernimmt das Stadtmarketing Aufgaben des Werberings. Schlimmer noch finde ich nachwachsenden jüngeren Einzelhändler, die scheinbar nichts begriffen haben. Anstatt eine Aktion „liebe Kunden wir freuen uns auf Euch“, plant man nun eine Art Mahnwache vor den Geschäften. Als wenn der Kunde es nicht schon längst wüsste und durchaus bereit ist, seine Händler auch zu unterstützen. Hier werden völlig falsche Signale gesetzt. Hier muss Aufbruch verbreitet werden und keine pessimistische Weltanschauung von städtischen Angestellten verbreitet werden…Mail-Verfasser (Name der Redaktion bekannt)

Plakate: privat

Investieren mit Herz und Verstand

Von Siegfried Gerdau

Alles was heute neu entsteht ist in der Regel nicht schön, weil es billig sein muss und großen Profit abwerfen soll. Männer wie der leider verstorbene Bürgermeister Bernd Sonhoff wussten das und bemühten sich entsprechend um die Herborner Kleinode. Das was Herborn so bekannt und beliebt macht sind die alten Fachwerkhäuser, die immer wieder fachgerecht saniert wurden und noch werden. Wenn die wunderschöne Bausubstanz jedoch durch hässliche Kästen immer mehr eingeengt wird, leidet das gesamte Ensemble. Wenigen Investoren liegt das Bild der Stadt am Herzen und sie bauen lieber um, statt neu. Alle anderen ist das ziemlich schnuppe. Sie haben nur ein Ziel vor Augen, noch mehr Geld zu machen. Da wird schamlos in die Natur eingegriffen und alles mit dem ach so nötigen Wohnraum begründet. Manchen Kommunalpolitikern ist das scheinbar egal oder sie lassen sich einfach über den Tisch ziehen. Dabei sollte ihnen eigentlich klar sein, dass nicht jeder der Wohnraum bauen will, dies aus reiner Menschenfreundlichkeit macht. Es geht wie auch auch anderen Gebieten einfach nur ums Geld. Ok, der Rubel muss rollen, aber die Stadt muss auch ihr Gesicht und vor allem ihr unnachahmliches Flair behalten. Man kann beides miteinander verknüpfen. Wie das geht, beweisen Macher mit Herz fast täglich.

Einen schönen Blick auf Herborns Bausünden einst und jetzt hat man vom Dill-Blick-Turm (Thomas Rittner-Turm). Im Vordergrund rechts das ehemalige Hotel Ritter. Ein Schandfleck schon zu seiner Zeit. Bildmitte links der mit hochpreisigen Eigentumswohnungs-Blocks zugebaute Pertuisplatz, war eine kaufmännische „Meisterleistung“ von Magistrat und Stadtrat samt dem damaligen Bürgermeister Hans Benner (SPD). Ein städteplanerisches Schmuckstück sollte das neue Sparkassengebäude (Bildmitte) werden. Jetzt ist es eine nette Erinnerung an die vielen Scheunen, die einst die Herborner Innenstadt ausmachten.

Das Haus der Diakonie gegenüber des Hintersandparkplatzes, zerstört nicht nur mit seiner grellen Farbe, sondern auch seinem quadratisch, praktischen Monster-Baustil das Herborner Altstadt-Idyll. Niemand regte sich damals darüber auf und der damalige Bürgermeister Hans Benner ließ dem schlechten Geschmack der klerikalen Bauherren freien Lauf.

Einst die letzte noch produzierende Brauerei in Herborn. Nach einem kurzen Gastspiel mit einem Glücksritter, ist der gesamte Komplex nun im Besitz eines bekannten bayerischen Brau-Konzerns. Der nutzt die Freiflächen schon seit geraumer Zeit als Lagerplatz für ausrangierte Tanks. Herborns Umweltpartei möchte an Stelle der leerstehenden Hallen neue Industrie ansiedeln. Wenn es denn klappt, wäre es ein Schritt in die richtige Richtung. Herborn hätte ganz sicher ordentliche Gewerbesteuerzahler nötig.

Natürlich ist Herborn eine wunderbare Kleinstadt. Trotzdem: Es gilt aufzupassen, dass nicht noch mehr Kästen das Stadtbild verschandeln. Wenn sich Bürger und Politiker bei allen Bau-Schandtaten so ins Zeug gelegt hätten, wie gegen das geplante Hintersand-Parkhaus, brauchte man sich nicht über diese hässlichen Klötze zu ärgern. Auch die geplanten Eingriffe in die letzten Grüngürtel der Stadt schweben immer noch im politischen Raum. Die politischen Parteien, die jetzt um die Gunst der Wähler werben, müssen sich daran messen lassen wie sie mit unserer aller Umwelt umgehen. Die Lippenbekenntnisse vor der Wahl müssen nachhaltig auch nach der Wahl sein- um dieses ausgeleierte Wort einmal zu gebrauchen. Fotos: Gerdau

Wir schützen unsere Umwelt-ein Nachmittag an der Herborner Dill

(Vorsicht Sarkasmus)

Wir lieben unsere Natur, achten aufs Klima durch immer saubere Autos, schaffen die Plastiktüten ab und trennen unseren Müll. Irgend jemand scheint uns jedoch immer wieder ein Strich durch die Rechnung zu machen. Allen Beschwörungen und Plakatierungen zum Trotz fließt Plastikmüll Tag für Tag den Bach herunter. Offenbar frönen Weidetiere dem Alkoholkonsum und lassen die leeren Flaschen gleich auf ihren Weiden liegen. Vielleicht sind es aber auch die Waschbären. Die gehören sowieso nicht hierher. Müssen stärker bejagt werden, dann hört das auf mit dem Müll. Hoffentlich ist Corona bald vorbei. Dann springen wir wieder um die Brunnen.. für eine saubere Umwelt. Gemeinsam für eine bessere Zukunft.

Drei Stunden war ich mit dem Fotoapparat auf der Stadtseite des Herborner Dillufers zwischen AWO und unterer Au unterwegs. Erschreckend, was dort trotz der mannigfachen Lippenbekenntnisse in Sachen Umweltschutz dort zu finden ist.

Beim nächsten Hochwasser nimmt die Dill alles wieder mit….ins Meer. Was für ein Glück. Dann ist es vor unserer Haustür wieder sauber.

Fotos: Siegfried Gerdau