Richtfest und Grundsteinlegung für trans-o-flex- Standort
Zwischen hochaufragenden Betonpfeilern feierten am Dienstagmorgen Gesellschafter und Geschäftsführer des Speziallogistik-Unternehmens trans-o-flex Grundsteinlegung und Richtfest für ihr Umschlagzentrum am Potsdamer Platz. Dort werden schon ab Frühjahr 2021 Kühlarzneimittel von ThermoMed sowie Medikamente im Netz von trans-o-flex gelagert und umgeschlagen werden können. Mittels einer hochmodernen und perfekt ausgeklügelten Sortieranlage können Fahrzeuge an 81 Ladetoren gleichzeitig be-und entladen werden.
Schon jetzt lässt sich erahnen, welche Ausmaße das neue Logistikzentrum am Potsdamer Platz einmal haben wird.
Wer und was ist transo-flex?
Die trans-o-flex Express GmbH mit Sitz in Weinheim, Baden-Württemberg ist eine Logistikgruppe, die Dienstleistungen wie den Transport von Paketen und Paletten (Kombifracht) anbietet. Neben der „normalen“ Zustellung bietet das Unternehmen Sonderdienste wie Gefahrguttransporte und Transporte mit aktiver Temperaturführung an. Zur Zustellung in Europa wird auf das Eurodis-Netzwerk zurückgegriffen.
Der Jahresumsatz der Gruppe, die rund 1.100 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich beschäftigt, belief sich 2018 auf rund 474 Millionen Euro. Gesellschafter von trans-o-flex sind die Amberger Familien GbR (Loxxess) und die Schoeller Holding.[3]
Die pharmazeutischen Industrie garantiert mit trans-o-flex, dass ihre Produkte täglich direkt in die Apotheken, Krankenhausapotheken, Drogerien und Reformhäuser geliefert werden. Das Unternehmen ist dazu in den Branchen Chemie, Kosmetik, Tonträger und Unterhaltungselektronik fest etabliert. Die 2016 definierten drei neuen Geschäftsfelder Pharma, Kosmetik und Consumer Electronic treten unter der einheitlichen Marke trans-o-flex auf.
In seiner Rede betonte der Vorsitzende der trans-o-flex Geschäftsführung Wolfgang Albeck, dass man den Standort am Potsdamer Platz nahe Driedorf auch wegen seiner idealen Lage zur BAB 45 bevorzugt habe. Man tangiere bei Zu-und Abfahrt weder Driedorf noch einen anderen Ort an der B 255. Da die Transporte hauptsächlich mit 40 Fahrzeugen der „Sprinter-Klasse“ durchführt werden, fallen die An-und Abfahrten mit den 11 LKW des Unternehmens kaum ins Gewicht.
Die Zeitkapsel für den Grundstein füllte der CEO des Unternehmens Wolfgang Albeck. Hinten von links: Dr. Klaus-Peter Amberger, Carsten Braun, Christoph Schöller, Hans-Peter Fleißner (Baubetreuung)
trans-o-flex legt großen Wert auf den Einsatz von erneuerbarer Energie. Daher werden die Kühlaggregate in den Fahrzeugen im Stand mit elektrischer Energie versorgt, die Albeck am liebsten den umliegenden Solaranlagen entnehmen würde. Selbst an Lade-Steckdosen für die Mitarbeiter-Parkplätze habe man gedacht. Dass das Unternehmen großen Wert auf sensiblen Umgang mit der Natur legt, zeige auch die Tatsache, dass man die ehemals auf dem Gelände brütende Bekassine auf die Weide diagonal gegenüber umquartiert habe. Der Umzug des auf der Roten Liste stehenden Schnepfenvogel, auch „Meckervogel“ genannt, habe alleine so viel Geld gekostet, dass man damit bequem den Bau eines Einfamilienhauses hätte finanzieren können, verriet Albeck.
Die eigentlichen „Helden“ des rasanten Baufortschrittes nahmen selbstverständlich an der Veranstaltung teil.
Driedorfs Bürgermeister Carsten Braun (CDU), der ebenso wie die Driedorfer Gemeindevertretung die Ansiedlung des Logistik-Unternehmens sehr unterstützt, wurde von dem Gesellschafter Christoph Schoeller dafür sehr gelobt. trans-o-flex werde neben den derzeit geplanten 80 neuen Mitarbeitern diese Zahl in naher Zukunft noch erhöhen. Albeck sprach davon, dass Distributionsunternehmen wie trans-o-flex in der Regel weiter Firmen anzögen und so gehe er davon aus, dass der Standort sehr zukunftsträchtig sei.
Gut geschützt von den Pavillons der Driedorfer Vereine, ließen es sich die Gäste der kleinen Feier munden.
Bei der Veranstaltung, die zünftig mit einer Brotzeit endete, blieb die Firmenspitze weitgehend unter sich. Politiker und Vertreter der Wirtschaft waren nicht zugegen. sig/Fotos: Gerdau
Das Herborner Wildgehege war am Montagabend das Ziel der Herborner Grünen. Christian Stuhl vom Förderverein Wildgehege Herborn führte die Kommunalpolitiker, um ihre Fraktionsvorsitzende Dorothea Garotti vom Dillblick-Parkplatz, zu der Autobahnbrücke, bis zu den Gehegen.
Die Herborner Grüne Fraktion traf sich am Dillblick-Parkplatz.
Die Brücke im Zug der BAB 45 soll schon in allernächster Zeit sehr aufwändig „restauriert“ werden, führte Stuhl aus und daher müssten die Tier-Standorte von der Brücke weg verlegt werden. „Die Mitstreiter des Fördervereins stehen dazu in den Startlöchern“, sagte der Ehrenamtler. Ein sehr schlüssiges Konzept, vom Förderverein ausgearbeitet, liege bereits vor und Hessen Mobil habe großzügige finanzielle Unterstützung zugesagt. „Warum fangt ihr denn nicht an“, wollte einer der Exkursionsteilnehmer wissen. Die Stadt habe bisher noch kein grünes Licht gegeben, obwohl die Zeit drängt, belehrte ihn Stuhl.
Der Bauzaun links und rechts des Weges steht schon. Er dient der Absperrung der Brückenbau Maßnahmen
Ein weiteres Problem sei die Forderung des Kreisveterinäramtes nach einem Tierpfleger. Die Stadt sei jedoch lediglich bereit eine halbe Stelle mit E 5 dotiert auszuweisen. Thea Garotti meinte, man könne dieses Problem vielleicht in Kooperation mit dem Uckersdorfer Tierpark aus der Welt schaffen. Das glaubt Stuhl jedoch nicht, da er eine solche Bereitschaft nicht erkennen könne. Ihr Parteifreund Manfred Rompf meinte, dass diese Dinge von dem Eigentümer (Stadt Herborn) beider Parks auf den Weg gebracht werden müssten.
Der Förderverein plant mit Lamas und Eseln Wandertouren für Interessierte anzubieten. Die Signale stehen auf Grün. Einige Mitglieder hätten bereits diverse Ausbildungsgänge dazu absolviert. Man habe der Stadt schon vor Jahresfrist Konzepte dazu vorgelegt. Auf eine schlüssige Antwort warte man im Kreis der allesamt ehrenamtlich Tätigen vergebens. Manfred Rompf kann es nicht verstehen. „Genau solche touristische Angebote werden doch von den Herborner Hoteliers für ihre Gäste händeringend gesucht“, glaubt er.
Christian Stuhl ist stolz auf die Wildgehege-Besucherzahlen. Man habe errechnet, dass sich im Jahresdurchschnitt pro Monat 9 000 große und kleine Gäste in der ausgedehnten Anlage tummeln. Im Vergleich mit dem Uckersdorfer Tierpark, stehe das Wildgehege richtig gut da. Dennoch möchte er die beiden Parks nicht miteinander vergleichen. „Wir sind eine Einrichtung der Kernstadt und der Bevölkerung verpflichtet. Daher werden wir auch zukünftig keinen Eintritt erheben“, so sein Credo. Er bedaure jedoch die Tatsache, dass die Stadt mit ihren finanziellen Zuwendungen den Tierpark (früher Vogelpark) deutlich bevorzuge.
Christian Stuhl vom Förderverein Wildgehege Herborn überzeugte die Fraktion der Herborner Grünen mit einem engagierten Vortrag.
Da die Zeit fortgeschritten war, blieb für die geplante Begehung des „Baugebietes“ Weinberg keine Zeit mehr. Hier sei allerdings so einiges in Bewegung und die Grüne Fraktion habe deutlich gemacht, was sie von diesem Vorhaben halte, sagte Garotti. sig/Fotos: Gerdau
Die Anfrage eines Anwohners des Herborner Weinberges beantwortete das Fertighausunternehmen Streif (siehe obiges Schreiben) und macht damit gleichzeitig deutlich, dass der Investor die Bebauung des Nikolaisgrund unterhalb des Dillturmes auf eigene Verantwortung betreibt. Streif vertraut somit auf die Kompetenz der Baugenehmigungs-Behörde, die letztlich grünes Licht geben muss.
Neben einem eisernen Denkmal erinnert die gleichnamige Straße in Herborn an den ersten deutschen Kaiser Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen Wilhelm I. Ein wenig durch das Laub der Bäume verdeckt, schaut der Monarch mit der Pickelhaube über die Dill und den „Obertorkreisel“. So wie hier entstanden im ganzen Reich über 100 Denkmäler, die an Wilhelm den Großen (dieser Beiname setzte sich allerdings nie durch) erinnern sollten. Auch die Herborner ehrten den populären Regenten mit dessen Abbild. Von ein paar zum Teil unzutreffenden Beschuldigungen in der Märzrevolution 1848 (Kartätschenprinz) abgesehen, entwickelte sich der König und spätere Kaiser zu einem liberalen Herrscher. Die Politik im Reich wurde jedoch weitestgehendst von Otto von Bismark, Kanzler und Ministerpräsident, bestimmt. Dem ergab sich Wilhelm I. klugerweise und äußerte einmal „Es ist nicht leicht unter einem solchen Kanzler Kaiser zu sein“.
Garantiert nicht alle Herborner wissen auf Anhieb wo Wilhelm der I. seinen Standplatz hat.
Das Volk liebte und verehrte ihn, weil er für viele das „alte Preußen“ verkörperte. Nach seinem Tod im Dreikaiserjahr 1888 sangen die Deutschen „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben“ zur Melodie des 1875 von Richard Henrion komponierten Fehrbelliner Reitermarschs .
Obwohl sein Nachfolger und Enkel Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (Wilhelm II.) in seiner 30-jährigen Herrschaft von 1888 bis 1918 (wilhelminische Epoche) am beachtlichen wirtschaftlichen und politischen Aufschwung des Reiches einen gehörigen Anteil hatte, blieb ihm die Popularität seines Großvaters Wilhelm I. versagt. Dies nicht zuletzt wegen des Eintritts Deutschlands in den I. Weltkrieg.
Da Wilhelm der I. in seiner Amtszeit politisch eher unbedenklich war (die Sozialisten waren ihm jedoch ein Dorn im Auge) und man ihm weder die Nähe zu links oder rechts (gab es damals noch nicht) anlasten konnte, stehen seine Denkmäler heute noch. Auch die vielen Kaiserstraßen im Lande lassen darauf schließen, dass man seine geschichtliche Existenz und deren Symbole akzeptiert.
Das geht aber nicht so weit, dass Mantel und Pickelhaube von Zeit zu Zeit einmal eine Generalreinigung erführen. Die Gefahr ist zu groß, dass hier „monarchistische Tendenzen“ erkannt und angeprangert werden. Vielleicht ist es ja auch besser, die Denkmalstürzer nicht zu wecken und den Kaiser verschmutzt aber in Frieden stehen zu lassen. sig/Foto: Gerdau
Thesen zur Herborner Stadtentwicklung bis zur 800 Jahrfeier in 2051
Von Hans-Dieter Wieden und Ronald Lommel
Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept beinhaltet eine strategische Ausrichtung der zukünftigen urbanen Entwicklung. Es muss alle widerstreitenden Interessen angemessen berücksichtigen und bildet die Leitplanken für die Diskussionen über Einzelprojekte.
Dabei muss es auch die Einflüsse von außen sowie landes-, bundes- und weltweiten Entwicklungen berücksichtigen. Insbesondere sind Klimaschutz, die Veränderungen der Mobilität und der demografische Wandel wichtige Indikatoren.
Herborn leidet seid vielen Jahren darunter, dass es über kein integriertes Stadt-Entwicklungskonzept verfügt. Seit Stadtbaumeister Iffert und der Sanierung der Altstadt ist kein Konzept für eine in sich schlüssige auf Jahrzehnte angelegte Stadtentwicklung mehr erkennbar.
Immer wieder ist festzustellen, dass Entscheidungen über Einzelprojekte getroffen werden, die Optionen einer möglichen urbanen Entwicklung vereiteln oder behindern.
Politische Entscheidungen lassen die Partizipation der Bevölkerung, Transparenz und eine eingehende Abwägung aller Interessen vermissen.
Man gewinnt den Eindruck, dass Aspekte des Klimaschutzes, der Natur, des Stadtbildes und der Lebensqualität hinter wirtschaftlichen Interessen Einzelner zurückstehen.
Blick auf Schloss und Dillturm . Im Hintergrund die Raststätte Dollenberg.
Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind der Neubau hinter der Volksbank, die Erweiterungspläne des Kaufhauses und das Parkdeck am Hintersand sowie die Pläne zum Bau von Mehrfamilienhäusern am Weinberg. Aber auch die Bebauung am Pertuisplatz und der Bau des Hauses der Diakonie erfolgten ohne einen eingehenden Abwägungsprozess insbesondere zur urbanen Entwicklung – Stichwort Leben am Fluss – und die klimatischen Auswirkungen der Bebauung auf die Frischluftzufuhr für die Altstadt und das Stadtbild.
Ausgangslage
Herborn ist eine Kleinstadt mit neun Stadtteilen und rund 20.000 Einwohner, davon etwa die Hälfte in der Kernstadt. Mit den Nachbarstädten Dillenburg und Haiger nimmt Herborn die Funktion eins Mittelzentrums wahr. Weitere Zentren sind die Kreisstadt Wetzlar mit rund 50.000 Einwohnen, ca. 30 Kilometer entfernt, und Siegen im Nachbarland Nord-Rhein-Westfallen mit rund 100.000 Einwohnern, ca. 45 Kilometer entfernt.
Herborn ist industriell und von Gewerbebetrieben geprägt und verfügt (noch) über eine ausgewogene Einzelhandelsstruktur.
Das Stadtbild der Kernstadt ist geprägt von der fast vollständig erhaltenen Altstadt mit seinen historischen Häusern, die seit Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts saniert wurden.
Herborner Marktplatz.
Das Bild der Stadtteile ist geprägt von in Teilen erhaltenen Ortskernen. Die Stadtteile haben sich ihre Identität weitestgehend bewahrt.
Historisch bestehen Beziehungen zum hessischen Westerwald und der angrenzenden Region im Westerwaldkreis sowie ins Aartal.
Während die Stadtteile tendenziell Einwohner verlieren, wächst die Einwohnerschaft der Kernstadt moderat. Die Gesamteinwohnerzahl ist auch durch den Zuzug aus umliegenden Gemeinden stabil.
Zur demografischen Entwicklung verweisen wir auf die Studie der Bertelsmannstiftung in der Anlage.
Die Vision Herborn 2051
Zu Beginn der 2020er Jahre wurden die Ziele der Stadtentwicklung in einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept beschrieben.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wurde unter intensiver Beteiligung der Bevölkerung und aller relevanten Gruppen diskutiert. Der Diskurs wurde leidenschaftlich und fair geführt. Über die Ziele bestand weittestgehend Konsens.
In 2051 feiert Herborn 800 Jahre Stadtrechte. Herborn hat sich positiv entwickelt und gilt als die Perle im Dilltal, in der die Menschen gerne wohnen, einkaufen und arbeiten.
Die hier aufgeführten Ziele sollen als Beitrag zum Diskurs dienen! Die Punkte sind in alphabethischer Reihenfolge aufgeführt.
Digitale Infrastruktur
Alle Haushalte verfügen über einen dem Stand der Technik entsprechenden Internetanschluss. Das Herborn-Netz und die Herborn App (Modell: Sag‘s Wien) ermöglichen der Bevölkerung die Information über aktuelle Ereignisse und die Kommunikation mit Politik und Stadtverwaltung.
· Familien
Herborn ist attraktiv für Familien. Es verfügt über attraktive Angebote zur Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr und über differenzierte Schulangebote. Es gibt attraktive Spielmöglichkeiten und Freizeitangebote für alle Altersgruppen.
Die Stadt und die Stadtteile sind durchzogen von Grünflächen, die zum Spielen und Verweilen einladen.
· Klimaneutrale und umweltverträgliche Entwicklung
Die klimaneutrale und umweltverträgliche Entwicklung berücksichtigt Maßnahmen zur Reduzierung der Wärme in den Kernen von Kernstadt und Stadteilen. Hierzu zählen der Verzicht auf Versiegelung von Flächen, der Erhalt der Bäume durch eine Baumschutzsatzung sowie die Begrünung von Gärten, Freiflächen und Dächern.
Der Tendenz zu pflegeleichten Steingärten ist ggf. mittels Satzung entgegen zu wirken.
Die Bauleitplanung berücksichtigt konsequent die Umweltbelange und die Auswirkungen auf das Klima und verhindert Bauvorhaben, die auf diese Belange keine Rücksicht nehmen.
Der ehemalige Pertuisplatz musste Bauten mit hochpreisigen Eigentumswohnungen weichen.
Bei allen Bauvorhaben werden zwingend Umweltverträglichkeitsstudien durchgeführt, die die Auswirkungen auf das Mikroklima, insbesondere die Frischluftzufuhr und den Luftaustausch untersuchen und bewerten.
Auch die unmittelbare Anwohnerschaft wird bei den Planungen selbstverständlich einbezogen.
· Lärmschutz
Lärmschutzwände und Bepflanzungen an der Autobahn mindern Lärm und Emissionen. Bäume säumen die Umgehungsstraße und die Einfall- und Durchgangsstraßen in der Stadt und in den Stadteilen.
Die Bahnstrecke ist in allen Ortslagen begrünt, auf der Strecke sind nur lärmarme Züge zugelassen.
Die Begrünungen dienen zugleich dem Mikroklima und der Frischluftversorgung der Kernzonen.
· Mobilität
Die Entscheidungen berücksichtigen die sich ändernden Anforderungen an Mobilität.
Die Verkehrsführungen in den Kernzonen berücksichtigen vorrangig Fußgänger und Radfahrer. Mittelfristig werden in den Kernzonen nur noch Fahrzeuge mit elektro- oder anderen klimafreundlichen Antrieben zugelassen. Parkmöglichkeiten werden rund um die Kernzonen angeboten.
Der Bahnhof ist modern, ansprechend und mit Aufenthaltsqualität ausgebaut.
Herborner Stadtverordnete besichtigten im Juni 2017 den Bau-Platz hinter der VR-Bank in der Sandstraße.
In den Richtungen Gießen, Kassel und Frankfurt sowie Siegen, Köln und Dortmund bestehen attraktive umsteigefreie Angebote des Regional- und Fernverkehrs im halbstündigen Takt einschließlich der Randzeiten bis mindestens 22 Uhr.
Herborn ist Haltepunkt für die IC Verbindung „Frankfurt- Münster“.
Alle Stadtteile sind mit der Kernstadt und untereinander durch ein Netz von Radwegen und öffentlichen Personennahverkehr verbunden.
· Stadtverwaltung und Politik
Es ist geübte Praxis, dass alle Projekte im Vorfeld von Entscheidungen transparent mit den Bürgern diskutiert werden.
Die Stadtverwaltung ist freundlich, zugänglich und informiert sachlich und transparent.
Der Umgang Aller ist von wechselseitigem Respekt, Offenheit und Fairness geprägt.
Blick auf Marktplatz und Herborner Rathaus.
· Tourismus
Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Ziel ist die Anzahl der Besucherinnen und Besucher sowie deren Verweildauer zu steigern.
Unzählige Touristen schauen sich die alte Fachwerkstadt oft im Rahmen von Stadtführungen wie hier mit Pfarrer in Ruhe Ronald Lommel an.
Herborn bietet ein vielfältiges und attraktives kulinarisches und kulturelles Angebot für Einheimische und Touristen. Die geschichtliche Bedeutung Herborns unterstreicht das Museum in der ehemaligen Corvin‘schen Druckerei.
Blick auf die Corvinsche Druckerei.
Die Stadtmarketing GmbH ist mit ausreichend personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet, um Veranstaltungen zu organisieren, Stadtführungen anzubieten und für die Stadt Herborn zu werben.
Auch hier steht das Motto „Leben am und auf dem Fluss“ im Mittelpunkt.
· Urbanität
Ziele der urbanen Entwicklung sind der Erhalt der historischen Kerne in Kernstadt und den Stadtteilen. Dabei ist der Erhalt des Stadtbildes von entscheidender Bedeutung.
Zur Steigerung der Attraktivität und der Lebensqualität setzt die Stadt Herborn auf „Leben am Fluss“. Ziel sind durchgehende für Fußgänger und Radfahrer nutzbare Wege auf beiden Seiten der Dill mit Aufenthaltsqualität zum Verweilen für Jung und Alt.
Der Dillturm.
· Wirtschaftliches Leben
Herborn verfügt über attraktive Standorte für Industrie- und Gewerbebetriebe und eine ausgewogene Einzelhandelsstruktur.
Die Einzelhandelsbetriebe haben sich zusammengeschlossen, bieten Webshops und die Lieferung der Waren an die Kundschaft gemeinsam an. Dies reduziert den Lieferverkehr erheblich. Die Herborn-Card ist zu einer App mit Bestell- und Bezahlfunktion ausgebaut und erfreut sich großer Beliebtheit.
· Wohnen
Herborn verfügt über ausreichend bezahlbaren Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft ist ein wesentlicher Faktor für die Bereitstellung auch altersgerechter und barrierefreier Wohnungen.
Als Flächen für eine Ergänzung der Wohnbebauung dienen vorrangig Baulücken, An- und Umbauten bestehender Bausubtanz und Brachflächen, wie z.B. im Hinterthal oder dem ehemaligen Toom- Baumarkt.
Wohnen ist auch in den Stadtteilen durch die Vernetzung der Mobilität attraktiv. Dies beugt der Wanderbewegung in die Kernstadt vor.
Die Stadt unterstützt aktiv und finanziell Sanierungsprojekte für Wohnen in der Altstadt und Stadtteilkernen. Sie fördert aktiv die Verwendung freier Grundstücke und leerstehender Wohnungen. Fotos: Siegfried Gerdau
Ortsverband Herborn-Sinn-Driedorf-Mittenaar Annette Jakobi Amdorfstr.3,35745 Herborn den 20.08.2020
An die Stadtverordneten der Stadt 35745 Herborn
Offener Brief an alle politisch Verantwortlichen der Stadt Herborn, an die Untere Naturschutzbehörde des Lahn-Dillkreises, an den BUND-Landesverband und an die Presse Sehr geehrte Damen und Herren,
Vor einigen Wochen wurden wir von Anwohnern des Gebiets Am Weinberg darüber in Kenntnis gesetzt, dass Herr Frank Gierlichs als Vertreter der Firma Streif-Haus dort ein ca. 5000 Quadratmeter großes Grundstück erworben hat, um dort bis zu 5 Wohnhäuser zu errichten.
Bei einem Ortstermin mit den Anwohnern in Anwesenheit von Bürgermeisterin Frau Gronau und Bauamtsleiter Herrn Brückner konnten sich am 9. Juli 2020 auch Mitglieder des BUND ein Bild von dem Grundstück machen und Details zum Sachstand erfahren.
Mittlerweile protestieren nicht nur die Anwohner gegen das Bauvorhaben. Die lokale Presse berichtete darüber und selbst RTL bekundete Interesse an einem Interview mit uns zu diesem Thema. Die- nach unserer Einschätzung überaus berechtigten- Einwände kritisieren vor allem das Missverhältnis des immensen Landschaftsverbrauchs in Relation zu neu geschaffenem Wohnraum durch den massiven Eingriff in eine wertvolle Flora und Fauna.
Wir haben am 18.08.20 bei einem Termin in der Unteren Naturschutzbehörde, die dem Bauvorhaben äußerst kritisch gegenübersteht, Akteneinsicht in die bisher dokumentierten Anfragen, Stellungnahmen etc. genommen und auch das ökologische Gutachten des Planungsbüro Koch vollständig gelesen. Darin wird vor allem der Fauna (seltene Fledermäuse, Rauchschwalben…) und mehrere Habitatbäume in diesem Gebiet eine wichtige biologische Funktion bescheinigt.
Es überrascht uns sehr, dass seitens der Stadtverwaltung und der Stadtpolitiker anscheinend noch niemand Einsicht in dieses Gutachten genommen hat. Und das, obwohl die Bauabsichten bereits seit über einem Jahr bekannt sind und nachweislich auch Vorgespräche zwischen Frau Gronau und Herr Gierlich stattfanden. Ein äußerst wichtiger Aspekt wurde nach unserer Kenntnis bislang fast gar nicht beachtet und diskutiert: Der klimatische Wert eines naturerhaltenen Weinbergs für die Stadt. Die üppige Vegetation dort sorgt für Austausch von Luftmassen bis weit in die Stadt und mindert vor allem bei Westwindlagen, die bei uns meteorologisch am häufigsten vorkommen, massiv Lärm- und Staubemissionen von der sehr nahe gelegenen Autobahn A45. Wir wurden darüber informiert, dass die Stadt Herborn die Möglichkeit hat, ein Klimagutachten zum Weinberg erstellen zu lassen, welches vom Land Hessen finanziert wird. Diese Information hat auch die Stadtverwaltung von der Unteren Naturschutzbehörde des LDK erhalten. Es irritiert uns sehr, dass die SELBST ERNANNTE KLIMASTADT HERBORN auf dieses Angebot bisher nicht reagiert hat.
Wir fordern daher, dies unverzüglich nachzuholen!
Auf diese Weise bekämen die politischen Gremien Fakten zur Hand, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung , den Bebauungsplan zu ändern, helfen. Laut Auskunft der UNB ist es immer noch möglich, ein solches Gutachten noch vor dem 1. Oktober zu bekommen. Dieser Termin ist so wichtig, weil ab diesem Tag der Grundstückseigner Rodungen auf seinem Grundstück veranlassen könnte, auch wenn noch keine Baugenehmigung vorliegt.
Der BUND empfiehlt den Politikern parteiübergreifend dringend, einen möglichen Bebauungsplan Am Weinberg abzulehnen und diese Entscheidung Herrn Gierlichs mitzuteilen. Es ist für uns nicht hinnehmbar, wenn ein biologisch intaktes und wertvolles Gebiet von ca. 0,5 Hektar für 4 bis 5 Einfamilienhäuser unwiederbringlich zerstört würde.
Mehr denn je beobachten wir sorgenvoll den Stress, den Hitze und Trockenheit unseren Wäldern und Stadtbäumen zufügen. Wir haben dies in einem offenen Brief am 04.06.20 der Bürgermeisterin, Magistrat und Mitglieder der Ausschüsse und Fraktionen deutlich mitgeteilt und um einen Gesprächstermin gebeten, in dem wir auch unsere Möglichkeiten einer aktiven ehrenamtlichen Mitarbeit beim Bewässern von Grünanlagen und Stadtbäumen erörtern wollten. Dass daran kein Interesse besteht, schließen wir aus der Tatsache, dass wir außer einer Empfangsbescheinigung und einer vagen Zusage zu einem Gesprächstermin bisher keine Antwort erhalten haben.
Wir hoffen, mit diesem Brief die vorhandene naturnahe Grünfläche Am Weinberg als solche zu erhalten und zu schützen und Beeinträchtigungen der Natur und Klima durch dieses Bauvorhaben zu verhindern.
Mit freundlichen Grüßen für den gesamten Vorstand
Annette Jakobi Vorsitzende des BUND-Ortsverbandes Herborn, Sinn, Driedorf, Mittenaar.
Kartenausschnitt der Flur oberhalb der Burger Landstraße mit freundlicher Genehmigung des Eigentümers kopiert.
Reinhard Lemmer verzaubert Sie und Ihn mit kunstvollen Kreationen
Sein Hobby, aus edlen Materialien und nur mit der Geschicklichkeit seiner Hände Kunstwerke zu zaubern, begeistert Freunde und Bekannte. Besonders Silber und zwar das echte, reine Silber, hat es ihm angetan. Aber auch Edelhölzer wie das Grenadill-Holz (botanischer Name: Dalbergia melanoxylon, Leg.-Papilionaceae) sind sein Ding.
Der Meister bei der Präsentation seiner Arbeiten.
Grenadill-Holz hat auf der Welt verschiedene Bezeichnungen. In seinem Ursprungsland Afrika wird es hauptsächlich „Mpingo“ genannt. Im englischen Sprachgebiet heißt es „african blackwood“ oder „grenadilla“, im französischen nennt man es „grenadill d’afrique“ oder „ébène mozambique“, für die Portugiesen ist es „pao preto“ (schwarzes Holz) und im deutschen Sprachraum sagt man „Grenadill“.
Die Spiegelschrift offenbart den wahren Text.
In Verbindung mit reinem Silber entstehen so Ringe, die nur mittels Bohrer für das Loch, durch das nachher der Finger passen muss und Feile, einzigartige Ringe die man sonst so auf der ganzen Welt nicht kaufen kann.
Viel Sägearbeit steckt in diesem Kunstwerk.
So sitzt der Meister mit den sensiblen Händen Stunde für Stunde an den filigranen Stücken und freut sich, wenn wieder ein später bestauntes Schmuckstück entstanden ist.
Alles aus reinem Silber, per Hand gesägt und gefeilt.
So ähnlich entstehen auch andere wertvolle Schmuckstücke, zu denen ihn oft Freunde inspirieren. Er setzt alles um. Nur edel muss es sein. Für profane Erzeugnisse sei er sich zu schade, sagt Reinhard und man glaubt es ihm sofort.
Zauberer oder Künstler? Wahrscheinlich beides.
Was ihm gefällt, ist vielleicht für einen anderen Menschen auch das Richtige. Wenn nicht, dann ist das eben so. Wer ihn bittet, dem zaubert er auch sicher eine „Sonderanfertigung“ nach „Kundenwünschen“ wie sie ein zweites Mal nicht wieder vorkommt.
Mein Ring, handgemacht, edel und einzigartig.
Als ich den Grenadill-Ring mit dem Silberkreuz sah, wusste ich, so einen muss ich auch haben. Genau 14 Tage habe ich auf das edle Stück warten müssen. Jetzt trage ich den Original „Reinhard Lemmer“ mit Stolz und sehr viel Freude (siehe Foto). Info: Reinhard Lemmer mobil: 01573 241 2837- Text und Fotos: Siegfried Gerdau
Die Reichseierstelle reduziert derweil die Eierzuteilung.
Man schrieb das Jahr 1916. Deutschland befand sich mitten im I. Weltkrieg und die anfängliche Euphorie war zumindest an den Fronten in Frankreich und Russland einer ersten Ernüchterung gewichen. An der sogenannten Heimatfront mussten die Menschen den Gürtel enger schnallen, aber immer noch war das Deutsche Kaiserreich in dem Glauben, unbesiegbar zu sein. Der „ruhmreiche“ Deutsch-Französische Krieg 1870/71 und die goldenen Jahre danach, hatten einen Allmachtswahn im ganzen Volk ausgelöst, der erst zögerlich von der Realität eingeholt wurde. Die Vorstellungen von Großmacht und Einzigartigkeit fanden auch in der Architektur ihren Ausdruck und machten selbst vor dem flachen Land nicht halt.
In einer Sonderbeilage der Herborner Zeitung vom Oktober 1916 konnte man den Planungsfortschritt beim Umbau des Herborner Friedhofs, der dort in blumigen Worten geschildert wurde, detailliert verfolgen. Die zukünftige Gesamtanlage, die auch eine Krieger-Gedächtnishalle mit Krieger-Grabstätte beinhaltete hatte der Cölner königliche Gartenbaudirektor Finken für die Bärenstadt geplant. Der monumentale Charakter der Halle erinnerte stark an das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig oder das Niederwalddenkmal am Rhein.
Die Sonderbeilage von 1916
Zur gleichen Zeit, nämlich am 1. Oktober 1916, wurde auf Anordnung der Reichseierstelle verkündet, dass bis auf weiteres jeder Verbraucher innerhalb von drei Wochen nur zwei Eier erhält.
Am Tag darauf wurde im Deutschen Reich die Reichsfleischkarte eingeführt. Die Karte berechtigt zum Bezug von 250 g Fleisch pro Woche.
Völlig unbeeindruckt von dieser Entwicklung plante man in Herborn munter drauf los und kaum jemand verschwendete einen Gedanken daran, dass diese Pracht in Stein und Beton auch bezahlt werden musste.
Die Versorgung mit Milch wird im Deutschen Reich ab dem 3. Oktober 1916 der Reichsstelle für Speisefette übertragen. Anspruch auf Vollmilch haben künftig Kinder unter sechs Jahren, stillende und schwangere Frauen (drei Monate vor der Entbindung) sowie Kranke mit amtlicher Bescheinigung. Die Herstellung von Sahne wird den Molkereien untersagt.
„Die städtischen Kommissionen wollen es sich angelegen sein lassen, durch Winke und Ratschläge dahin zu wirken, dass auch der Ausstattung der einzelnen Grabstätten die notwendige Sorgfalt angewendet wird“. So schrieben die damaligen Redakteure und ließen auch die Hinweise auf das Verzichten von steinernen Grabumrandungen mit in den Artikel einfließen.
Kaiser Wilhelm II. besucht am 19. Oktober für einen Tag die Somme-Front und besichtigt mehrere Truppenteile. Der Kaiser spricht den Soldaten den Dank des deutschen Volkes für die geleisteten Dienste aus. Spätere Geschlechter, so der Kaiser, werden diese Leistungen unzweifelhaft als “die leuchtendsten Beispiele deutschen Siegeswillens” anerkennen.
Für die zehntausende dort Gefallenen brauchte man auch in Herborn keine Gräber freizuhalten. Die wurden in französischer Erde bestatten- wenn man noch Reste von ihnen fand.
Bereits im ursprünglichen Friedhofsplan, vom Stadtbaumeister Stahl umgesetzt, wurde der symmetrische Mittelplatz für die Kapelle vorgesehen, schrieb das Herborner Tageblatt. Weiter las man: „Wegen der Zeitumstände konnte aber bis jetzt noch nicht mit dem Bau der Kapelle begonnen werden. Inzwischen hat der Krieg und seine Folgen Veranlassung zu einer Erweiterung des Bauprogramms gegeben. Nach vorangegangener Kommissionsberatung haben die städtischen Körperschaften beschlossen mit dem Kapellenbau eine Kriegergedächtnisstätte zu verbinden und in nächster Nähe zur Kapelle geeignete und würdige Kriegsgräber anzuordnen“.
Der Hauptgrundriss.
Das Volk aß inzwischen Steckrüben und darbte für den großen Sieg, aber die Planungen am neuen Herborner Friedhof gingen unverdrossen weiter.
„Die Architekturglieder und die Säulen der Halle sollen aus hessischem Basaltlava oder aus Muschelkalk, die äußeren Mauerflächen aus Stützelberger Bruchsteinen hergestellt werden“. So ging es ungebremst in blumigen Worten weiter und endete mit: „In dieser monumental gedachten Ausführung wird das Gebäude mit seiner nächsten Umgebung ein würdiges Gedächtnismal zur Erinnerung an all die Getreuen, welche ihr Leben dahin geben mussten für uns und unser Vaterland“.
Die monumentale Halle sollte nie gebaut werden.
Unterschrieben war das Ganze vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung.
Birkendahl, Bürgermeister und Ludwig Hofmann, königlicher Baurat und Stadtverordnetenvorsteher.
Bis zum Abbruch der Kämpfe im Herbst 1916 an der Somme verloren Deutsche und Briten jeweils rund 500.000, die Franzosen 200.000 Mann.
Die glorreiche Herborner Krieger-Gedächtnishalle sollte jedoch nie gebaut werden.
Quelle: Zeitungsbeilage Herborner Tageblatt aus dem Archiv von Winfried Rohrbeck
250 Gäste waren in der Edelweißarena des SSV Medenbach am Samstagnachmittag zu Dämmerschoppen zugelassen und die kamen auch. Das waren zwar weniger als in Nicht-Corona-Zeiten, aber mehr durften es laut amtlicher Verordnung nicht sein. Man freue sich den Menschen wieder etwas mehr an Geselligkeit bieten zu können, sagte ein Vorstandsmitglied des Fußballvereins mit dem schönen Namen SSV Edelweiß. Auch die Blasmusiker Egerländer 6 um ihren Bandleader Timo Groos waren mit Feuereifer bei der Sache. Im zehnten Jahr ihres Bestehens sind die sieben Jungs auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit und nicht nur im heimischen Raum sehr gefragt.
Nachfolgend einige Fotos des fröhlichen Geschehens, für die in meinem Blog mehr Platz ist, als in der Print-Ausgabe der heimischen Zeitung.
Alle Generationen trafen sich am Samstag zum Dämmerschoppen.Timo Groos mit seinen Egerländer 6 in Aktion vor dem SSV Vereinsheim Das Wetter passte und an Essen und trinken herrschte kein Mangel.Viele Gäste kamen auch wegen der guten Musik.In der wegen Corona eventarmen Zeit kam der Dämmerschoppen sehr gut an.Hinter und vor den Kulissen hatten die fleißigen Helfer des SSV alles im Griff. Viel Applaus gab es für die fetzige BlasmusikDer frischgebackene Opa Ingo (links) und der jungverheiratete Bandleader Timo. Die langjährigen Kicker-Freunde aus Nanzenbach zeigten wieder einmal in Medenbach Flagge.Sehr viele junge Menschen freuten sich, wieder einmal ein kleines Fest feiern zu können.
Kommentar zum Thema Weinberg-Bebauung von Siegfried Gerdau
Der Waldbestand oberhalb des Herborner Weinbergs, auch Pfeifers Loch genannt, könnte schon bald der Kettensäge zum Opfer fallen. Nur noch ein paar Wochen (1. Oktober) dann kann der Eigentümer an diese gesunden Bäume und Büsche die Axt anlegen.
Hier unterhalb des Herborner Aussichtsturm könnten schon bald Terrassenhäuser oder ähnliche Bauten entstehen.
Viele Herborner Bürger sind zu Recht aufgeregt und möchten ihren Wald erhalten. Seit ein paar Tagen liegen Unterschriftslisten im Blumenhaus Kuhlmann, dem Sinner Wortschtschuppe und im Joko in der Herborner Hauptstraße
Es kann doch nicht sein, dass Menschen, die lediglich den nackten Mammon im Auge haben, sich an dem Allgemeingut Wald hemmungslos vergreifen können.
Besitz und Eigentum beinhaltet auch eine moralische Verpflichtung gegenüber den Mitmenschen, der Tier und Pflanzenwelt. Wer diese Überlegungen nicht in seine Planungen und Geldvermehrungsabsichten einfließen lässt, muss von den gewählten Volksvertretern zur Ordnung gerufen werden.
Nicht alles was machbar ist und Geld bringt, darf auch umgesetzt werden. Die möglichen Folgen für Mensch und Natur sind wichtige Parameter, die es zu beachten gilt und die von Fall zu Fall auch durchgesetzt werden müssen.
Die berechtigten Rufe nach mehr Wohnraum dürfen nicht als Schutzschild für Umweltzerstörung dienen. Dies insbesondere dann nicht, wenn dieser Wohnraum für Normalos kaum noch bezahlbar ist.
So wie es aussieht könnten nach dem Kahlschlag in Pfeifers Loch schon bald die Bagger anrollen und an dem Steilhang aus Faulschiefer die Baugruben für vier bis fünf Terrassenhäuser ausheben.
Hier auf diesem Foto, von der Alsbachbrücke aufgenommen, wird der angedachte Frevel an dem letzten Herborner Grüngürtel noch deutlicher.
Auch die extrem steile und schmale Zufahrtsstraße Am Weinberg müsste den Gegebenheiten angepasst werden. Dass dabei dem Naturdenkmal Felsenwand ein paar Meterchen entrissen werden müssen, sind sozusagen „Kollateralschäden“.
Man darf als Bürger Herborns schon die Frage stellen: „Warum das denn alles“? Wer profitiert denn davon und was hat die Stadt letzten Endes für einen Gewinn? Wenn man alle Erschließungskosten addiert wird unterm Strich nichts an geldwertem Vorteil hängen bleiben. Lediglich die Natur und die Gesundheit der Bürger hat wieder einmal verloren. Fotos: Gerdau
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