Pfarrer i. R. und Stadtführer Ronald Lommel beherrscht das Westerwälder Platt wie kaum ein anderer. Besonders schön klingt es, wenn er seine selbst getexteten Gedichte in dieser Mundart vorträgt. Übers Wetter kann man immer sprechen, mag er sich da gedacht haben und wer in versteht, dem gefällt dieses wunderschöne Gedicht sicher sehr gut.
Mitten unter den Menschen fühlt sich Ronald Lommel am wohlsten.
Wer im Herborner Raum von Dialekten und plattsprechenden Menschen spricht, denkt sicher unwillkürlich an den mittlerweile emeritierten, langjährigen Pfarrer Ronald Lommel. Der Geistliche mit dem markanten Vollbart, hat sich wie kaum ein anderer im heimischen Raum mit den hier vorkommenden vielschichtigen Mundarten befasst. Kenner hören bei ihm ganz deutlich den Langenaubacher Jung heraus, wenn als Fremdenführer durch Herborns Gassen führt, um ihnen die Stadt an der Dill nahezubringen. In der heimischen Mundart sprechen ist eine Sache. Ronald Lommel reicht das jedoch nicht. Akribisch, fasst wissenschaftlich setzt er sich immer wieder mit den Dialekten auseinander. Im hessischen Mundart- Dachverband ist er der 2. Vorsitzende und dort setzt er seine ganze Kraft für die regionale Sprache und deren Erhalt ein. Dem nachfolgenden Artikel werden noch weitere in meinem Blog folgen und ich bin Stolz darauf, diese hier veröffentlichen zu dürfen. sige
Hochdeutsch, Platt, Dialekt und Mundart
von Ronald Lommel
Seit einigen Jahren stelle ich fest, dass immer mehr Menschen in unserer Region sich zu ihrer Heimatsprache, dem sogenannten „Platt“ bekennen. Galt es lange Jahre als unschicklich und hinterwälderisch, so entdeckt und liebt man in unseren Tagen immer häufiger die Einzigartig-keit und Besonderheit unser eingeborenen Sprache. Als Stadtführer bin ich immer wieder überrascht, wie viele Menschen mich darauf ansprechen.
Unser „Hochdeutsch“ wurde vor allem von Martin Luther bei seiner Bibelübersetzung nach der sächsischen Kanzleisprache entwickelt. 1534 erschien die erste Gesamtdeutsche, allge-mein anerkannte, Übersetzung der ganzen Heiligen Schrift. Diese Übersetzung war einfach eine Meister-leistung, die bis heute unübertroffen ist. Luther war ein Sprachgenie.
Neben dieser Kunstsprache „Hochdeutsch“ gibt es aber weiterhin eine Vielzahl von lokalen, deutschen Natursprachen, die, bedingt durch die verschiedenen Landschaften und alten Stammesherkunften der Menschen, sich ihre je eigenen Besonderheiten erhalten haben. Diese „Natursprachen“, oder, wie ich gerne sage „Heimatsprachen“ gibt es in jedem Volk. Sie alle haben einen eigenen Klang und Wellenlänge, die einem Fremden zumeist unzugänglich sind. Aber sie verbinden auch die Menschen einer Gegend, ja einer ganzen Region; denn sie vermitteln Heimat und Geborgenheit, Zugehörigkeit und Nähe, nach der viele Menschen sich auch heute noch sehnen. Nicht von ungefähr wird diese Sprache auch als „Sprache des Herzens“ bezeichnet. Und ich denke, dass wir, was das Sprechen dieser Sprachen betrifft, noch ziemlich am Anfang stehen. Das liegt auch mit daran, dass sie bisher selten schriftlich vorliegen, abgesehen vielleicht mal vom „Plattdeutschen“ und kleineren regionalen Veröffentlichungen in regionalen Heimatzeitungen und deren Beilagen wie der Dill-Zeitung oder Herborner Tageblatt.
Übrigens, das Wort „Platt“ kommt sprachgeschichtlich aus dem Griechischen „platys“. Dies wurde ins Lateinische übernommen als „plattus“ und hat eine Doppelbedeutung: einmal „breit“, „eben“, „flach“ und zum anderen: „verständlich“, „deutlich“, „bildhaft“. Letzteres ist daher in Bezug auf Sprache der treffende, tiefere Sinn. Der Satz: „Ich sage es mal ganz platt“ bedeutet daher: „Ich sage es jetzt mal so, dass es jeder versteht!“ Also, kein Schnick-Schnack, kein Drumherum, sondern deutlich deutsch, frei raus, so wie es von Herzen kommt! Das zeichnet die Menschen aus, die „platt“ schwätze.
Der Ausdruck „Diaklekt“ stammt ebenfalls aus dem Griechischen und bedeutet: „die im Umgang miteinander gesprochene Sprache.“ Gegenüber dem Wort „Platt“ klingt „Dialekt“ natürlich vornehmer, trifft aber nicht automatisch den Kern einer Sache, es ist eher eine Ver-allgemeinerung. Im Jahre 1640 hat der deutsche Sprachforscher und Wortschöpfer Philip von Zesen für das griechische Wort „Dialekt“ das deutsche Worte „Mundart“ gefunden, im Gegen-satz zur Schreibart – auch das ist bei uns noch dergestalt im Bewusstsein, dass man gerne das Hochdeutsch reden als „nach der Schrift schwätze“ bezeichnet.
Kennzeichen der „Mundart“ ist, dass sie eben nur gesprochen und, bisher zumindest, selten aufgeschrieben ist. Es ist auch nicht einfach, sich an das Schriftbild einer Mundart einzulesen, gerade die Selbstlaute haben eine solche Bandbreite, dass dies kaum aufs Papier gebracht werden kann. Dennoch, eines erfahre ich als eingefleischter Mundartler immer wieder: Mundart eröffnet häufig völlig neue Perspektiven. Starre, feste Begriffe werden durch die Mundart ganz anders ins Leben hineingeholt. Auch Texte der Hochdeutschen Bibel erhalten durch die Mundart manchmal einen ganz neuen Schwung und eröffnen so neue Gedanken. Und das reizt mich persönlich natürlich besonders…
Der sehr beliebte ehemalige Herborner Pfarrer Ronald Lommel, hat sich der Erforschung der heimischen Dialekte verschrieben. Foto: Siegfried Gerdau
Soeben erhielt ich folgenden Leserbrief von einem anonym bleibenden, mir aber sehr gut bekannten Herborner Bürger.
„Liebe Stadtväter, wir freuen uns, dass Ihr in dieser schweren Zeit doch noch ein Event gestattet. Nürburgring und Hockenheimring sind geschlossen, aber der „Herbornring“ lebt. PS-starke Boliden rasen durch die Innenstadt und sorgen mit röhrendem Auspuff und knallenden Fehlzündungen für eine wahre Rennatmosphäre, die keine Wünsche offenlässt. Rund um die Stadt tragen rasende Biker mit überdrehten Motoren und ohne Schalldämpfer zur Stimmung bei. Das alles sehr zur Erbauung von Rentnern, Kurzarbeitern und Homeoffice Tätigen. Mein Vorschlag: Liebe Mitbürger, notiert euch die Kennzeichen und meldet sie ans Ordnungsamt, damit die Sieger entsprechend geehrt werden können. Eure dankbaren Herborner Mitbürger.“
Die Fahrzeugbelastung der Herborner Innenstadt ist wie hier an einem Freitagmittag in der Nassaustraße schon erheblich. Wenn dann abends und nachts noch der „Rennverkehr“ dazu kommt, reicht es auch den geduldigsten Bürgern. Foto: Gerdau
Ungeachtet des deutlich herauslesbarem Sarkasmus, spricht dieser Mann mittleren Alters, der noch voll im Erwerbsleben steht, sicher nicht wenigen Menschen in der Bärenstadt aus dem Herzen. Wer es selber erleben möchte, stelle sich Abends einfach mal an die Rennstrecke Innenstadt, Schießplatz oder Schnellstraße von Burg nach Sinn. Junge Angeber in Fahrzeugen, die sich nicht mal ein Gewerbetreibender leisten kann, lassen ihre PS-starken Motoren aufheulen, um vermutlich irgendwelchen imaginären weiblichen Wesen ihre Stärke zu demonstrieren. Die sind aber in der Regel gar nicht anwesend, weil die meisten von ihnen intelligente „Bewerber“ vorziehen. Die Anwohner, Schichtarbeiter, kleine Kinder, Senioren und Menschen, die sicher alle schon einmal einen Motor gehört haben, sind jedoch einfach nur genervt. (sige)
„Restaurant 1577 im Hotel zum Löwen“ geht am Wochenende an den Start und ich durfte die ersten Fotos veröffentlichen.
Die Außenwerbung wird in den kommenden Tagen auf den neusten Stand gebracht.
„Auf dieses gastronomische Schmuckstück hat Herborn gewartet“, glaubt ein Fachmann, der weiß wovon er spricht.
Umfassen technisch und optisch auf den neuesten Stand gebracht, eröffnet der im Volksmund genannte „Herborner Löwe“ in der Turmstraße 3 mitten in der Herborner Altstadt am kommenden Wochenende seine Pforten.
Die Gasträume lassen kaum Wünsche offen
Was hier in wenigen Monaten geschaffen wurde ist einfach genial. Das sehr in die Jahre gekommene Hotel-Restaurant Leo’s wurde buchstäblich unter Einsatz aller Kräfte aus seinem Dornröschenschlaf befreit. Jetzt ist der Restaurantbereich fertig und kann am kommenden Wochenende in Augenschein genommen und die Küche getestet werden.
Der Hotelbereich sowie die Gaststätte im Untergeschoss wird im kommenden Herbst fertig sein, sagte Pächter Achim Betz (61). Der Küchenmeister mit 45-jähriger Berufserfahrung freut sich am meisten über seine große Küche, die mit den modernsten Geräten ausgestattet ist und vermutlich kaum zu toppen ist.
Altes erhalten und Neues genießen, ist die Philosophie von Besitzer und Pächter
Hier wird der Küchenchef seiner Kreativität freien Lauf lassen und mit einem Speiseangebot aufwarten, so dass die Gaumen seiner Gäste in Verzückung geraten.
Die heimelige Sofa-Atmosphäre verwöhnt beim Aufenthalt in dem Restaurant die ganze Familie
In den sehr ansprechenden und ausgesprochen gemütlichen Gasträumen mit 45 Sitzplätzen (Corona bedingt ist diese Zahl derzeit etwas niedriger) können die Restaurantgäste ab 8.30 bis 11.30 Uhr ihr Traumfrühstück einnehmen. Betz verspricht, dass jedem Wunsch entsprochen wird.
Die letzten Tage bis zur inoffiziellen Eröffnung fordern den vollen Einsatz der Betreiber.
Das Mittagessen kann entweder a la Carte oder als Tagesgericht bestellt und zwischen 12 und 14 Uhr eingenommen werden. Die Zutaten werden ausschließlich aus der Region beschafft. So bezieht Betz seine Fleisch- und Wurstwaren aus der Metzgerei Herr gleich um die Ecke. Ausgesuchte Kartoffeln kommen von einem heimischen Bauern und so ist es auch mit dem ausnahmslos frischen Gemüse.
Beim Essen auf das rege Leben in der alten Fachwerkstatt zu schauen macht einfach nur Spaß.
Das Restaurant nimmt als einziges Haus dieser Art in Herborn an Hessen à la carte teil. Das freut besonders den Chef des Herborner Stadtmarketings Jörg Michael Simmer.
Die schweren Eichenbalken überdauerten schon viele Jahrhunderte und könnten viel erzählen.
Info: Hessen à la carte ist die Kooperation der hessischen Regionalküche. Die Mitgliedsbetriebe aus den unterschiedlichen Regionen Hessens bilden Deutschlands älteste regionale Qualitätsgemeinschaft. Hessen à la carte – Betriebe machen Lust auf mehr, Lust auf die hessische Küche, die für regionale Produkte, Althergebrachtes und Innovation steht und verspricht Produktqualität, Ursprünglichkeit und Nachhaltigkeit. Plastikverpackungen für Kaffeesahne, Brotaufstriche oder Butter sind im Übrigen absolut verpönt.
Mir war es gelungen die einzig vorhandene, aktuelle Speisekarte mit dem Handy abzufotografieren. Sieht doch gut aus oder?
Von 17.30 bis 21.30 Uhr kann man im Restaurant 1577 im Hotel zum Löwen zu Abend dinieren. Im Übrigen ist das Restaurant täglich durchgehend geöffnet. Nachmittags gibt es immer Kaffee und Kuchen. (Dienstags ist Ruhetag).
Armin Betz Bestreben ist dem Gast DIE Gemütlichkeit zu schenken, dass er sich im Löwen wie in seinem zweiten Wohnzimmer zuhause fühlt.
Viele Besucher freuen sich schon auf einen Aufenthalt auf der großzügigen Hotel-Terrasse mit 40 Sitzplätzen. Um es den Gästen so bequem wie möglich zu machen, wird derzeit noch an einer von dort aus zugänglichen Toilette gearbeitet.
Terrasse mit Außentoilette
Der Text wird in den kommenden Tagen noch aktualisiert.
Am Radweg Herborn-Burg – Seelbach – Ballersbach – Mittenaar-Offenbach, steht ein altes, schon von weitem sichtbares Fachwerkgebäude. Die Walzenmühle im Aartal südlich des Herborner Stadtteils Herbornseelbach hat sicher schon bessere Zeiten gesehen. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals im 14. Jahrhundert. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Mühle neu aufgebaut. Heute befindet sich das Kulturdenkmal in einem bedauernswerten Zustand. Die letzten größeren Umbaumaßnahmen wurden 1932 vorgenommen. Im Zuge der damaligen Baumaßnahmen wurde ein großer Teil der Gebäude mit heute kaum noch lesbaren Sprüchen versehen.
Der alte Mühlgraben, direkt an der Mühle, ist nur noch zu erahnen. Links unten im Bild die Aar.
Auch diese heimische Mühle entging dem großen Mühlensterben nicht, wurde aber erst 1997 stillgelegt.
Die Mühle aus der Vogelperspektive zwischen Aar und Aartal-Radweg.Rechts oberhalb der Mühle ist ist ein Teil von Herbornseelbach erkennbar.
Die Herbornseelbacher Klaus Benner und Christian Görzel haben sich mit der Geschichte des noch immer imponierenden Bauwerks in einem Herbornseelbacher Heimat-und Geschichtsverein zu beziehenden Heft: „Die Walzenmühle Herborn – Seelbach“-Geschichte einer Mühle im unteren Aartal“ eingehend befasst.
Das ziemlich verwahrloste Mühlen-Ensemble wartet auf seine Renaissance.
Das Heft zeigt die Ursprünge der Mühle mit einer allgemeinen Einführung in das Thema Mühlen. Dazu Baugeschichte, Müllerfamilien, Mühlenpersonal und der Betriebsablauf in der Walzenmühle. Zahlreiche Bilder und Grafiken dokumentieren die Vergangenheit der alten Mühle an der Aar.
Mit derartigen teils unlesbaren Sinn-Sprüchen sind Teile der Hauswände „verziert“.
Die gesamte Anlage ist für Unbefugte nicht zugänglich und teilweise vom Einsturz bedroht. Mit der notwendigen Ausrüstung gelang es mir dennoch ohne das Grundstück zu betreten ein paar schöne Fotos zu machen. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich dabei als stolzer Mühlenbesitzer, der dass von den Bauern der näheren Umgebung mit Kuhfuhrwerken angelieferte Getreide entgegennahm und ihnen die entsprechenden Mengen Mehl dafür aushändigte.
Der Eingangsbereich sieht so aus, als wenn jeden Moment jemand heraustreten wollte.„Der Staat diene dem Volke und nicht umgekehrt“, steht auf dem Fachwerkputz.
Aus der Geschichte weiß man von oft nicht ganz ungetrübten Verhältnissen zwischen Bauern und Müller. Immer ging es dabei um vermeintliche oder tatsächliche unberechtigte Vorteilsnahmen durch die Müller. In der Regel waren die auch sehr betucht, was schon alleine den Unmut der meist kleinbäuerlichen Kundschaft hervorrief. Ob das auch auf die Besitzer der Walzenmühle am Ortsrand von Herbornseelbach zutraf, bleibt im Dunkel der Geschichte verborgen.
Ein Sprüche-Ratespiel, dass viel Vergnügen bereitet.
Das nötige Kleingeld vorausgesetzt und die Bereitschaft der Besitzer zum Verkauf dieses Kleinods, wäre die gesamte Anlage die Meine. An die Renovierungskosten will ich dabei gar nicht denken. Schade, das alte Gemäuer hat bestimmt viel zu erzählen und lädt den fantasievollen Betrachter zu einer träumerischen Zeitreise ein.
Im Internet-Verzeichnis der getreideverarbeitetenden Betriebe Hessens steht ebenfalls der Name des letzten Besitzers der Mühle Benner Franz Walzenmühle, Herbornseelbach, Tel: 2772 628 04
Warum erst lange Strecken mit Auto und Fahrrad am Heck fahren, wenn die schönsten Radwege praktisch direkt vor der Haustüre beginnen. Einen davon haben wir am Mittwoch wieder einmal unter die Pneus genommen und festgestellt, dass der R 8 bei weitem nicht so bekannt ist wie der Lahnradweg. Das ist sehr schade und deshalb möchte ich hier einmal Werbung für einen kleinen Ausflug mit dem Rad in den schönen hessischen Westerwald machen.
Eine Rad-Tour, die in Erinnerung bleiben wird
Der schon seit vielen Jahren ausgebaute Weg auf der ehemaligen Westerwald-Querbahn von Herborn über Driedorf nach Rennerod war das Objekt unserer pseudo-sportlichen Begierde. Pseudo-sportlich wegen der relativ geringen körperlichen Anforderung. Auch Anfänger, besonders wenn sie mit Pedelecs ausgestattet sind, haben hier keine Probleme. Dennoch verbraucht man auf der Strecke Kalorien und die Muskulatur wird zwar sanft aber dennoch gefordert. An Wochenenden kann man ab Herborn, Bischoffen oder Driedorf mit der Blauen-Buslinie fahren und jederzeit auf der Strecke zwischen Aartalsee und Driedorf zu-oder aussteigen. Das Bike fährt sicher auf dem Busanhänger mit. In der Woche heißt es entsprechend etwas anders zu planen.
Wasser, Wald und beschauliche Ruhe
Wir fuhren vom Herborner Schießberg durch die Stadt und dann nach Burg zum Kreisel. Um es gleich vorab zu sagen, die Durchfahrt durchs schöne Herborn ist eher ein Durchmarsch. Vom Obertor-Kreisel in Richtung Burger Kreisel ist die Fahrt auf den „Radwegen“ dann jedoch eine Zumutung. Die Radfahrer müssen sich Anfangs die Straße mit PKW und LKW teilen und anschließend zwischen den mehr oder weniger zahlreichen Fußgänger auf dem Bürger-Fahrradsteig Slalom fahren. Wenn das Burger Eck geschafft ist, bleibt nur noch die Fußgängerampel vor dem Burger Ortsausgang. Dann wird es romantisch. Gemäß der gut sichtbaren Ausschilderung geht es immer am Bach entlang, an dem ehemaligen Möbelgeschäft vorbei und am Ortsausgang Uckersdorf (Achtung gefährlich!) über die Straße auf den Radweg Richtung Schönbach.
Fachwerkhaus in Schönbach
Sehr entspannt erreicht man Amdorf und danach die Steinmühle rechts am Weg. In Schönbach wird es etwas anstrengender. Man muss ansteigend durch den Ort und auf Höhe Jungbecker geht’s am Friedhof vorbei wieder auf die alte Bahnstrecke. Warum die Strecke durch den Schönbacher Tunnel einst nicht ausgebaut wurde, bleibt ein Rätsel. Das wäre ein Highlight auf dem ansonsten wunderschönen Weg. Jetzt geht der Radweg fast unmerklich stetig bergan durch wunderschöne Laubwälder, entlang an grünen Wiesen und Weiden.
Die Heuernte ist in vollem Gange
An einem der schönsten Übersichtspunkte auf halber Strecke zwischen Schönbach und Driedorf steht ein großes Kreuz. Dort lässt sich prächtig in die Ferne bis hin zur Angelburg, Sackpfeife und nach Herborn zu Reuterberg schauen.
Ein wundervoller Blick weit ins hessische Land
Bänke laden zum Verweilen und zum Verzehr des Pausenbrotes ein. Vorbei an dem Sägewerk in Roth geht es rechts ab, ein Stück entlang des Bahnhofs und wieder auf die alte Bahnlinie.
Blick über Gunterdsorf und Schönbach auf Herborn
Das Radverkehrsaufkommen hält sich in Grenzen und wenn die dynamischen „Radweltmeister“ nicht wären könnte man der scheinbar unberührten Natur noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Entlang der Strecke würde ein Fahrradklingelverkäufer steinreich werden. Fast kein Radfahrer scheint eine der preisgünstigen Warneinrichtungen zu besitzen. Das erinnert stark an die vielen defekten Blinkeinrichtungen an PKW.
Idyll im Zuge des Energielehrpfades Rehbachtal
Es geht an einem wunderschönen, idyllischen See vorbei, dem einst der triste Namen „Speicherbecken Heiligenborn verpasst wurde“. Im Herzen von Driedorf erreicht man das ehemalige Junkern-Schloss.
Junkernschloss-Ruine in Driedorf
Wer jetzt noch mag, kann entlang der Talsperre Driedorf zur Krombachtalsperre weiterfahren und von dort aus über die Landesgrenze ins Rheinland-Pfälzische Rennerod. Wir zogen es vor, nach einem kleinen selbst mitgebrachten Imbiss am Junkernschloss, der Rückweg anzutreten und mit mehr als die Hälfte gefülltem Akku erschöpft aber glücklich in Herborn anzukommen. Wie gut, dass es in der Altstadt drei Eisdielen gibt.
Ob als germanischer Thing-Platz oder „nur“ als kühle Rastanlage. Hier lässt es sich auf und an Säulenbasaltmöbeln gut leben.
Auf Anraten besorgter Frauen habe ich mich entschlossen meinen Artikel über die Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchung im Bereich der weiblichen Brust auch in meinem Blog zu veröffentlichen. Ich habe mich sehr gut am derzeitigen Standort des Mammobil I informieren können und hatte in der Leiterin des Referenzzentrums Marburg Dr. med Karin Bock eine sehr kompetente Ansprechpartnerin.
Das Mammobil I der Mammographie Screening-Einheit Marburg hat am Wochenende anseinem derzeitigen Standort in Herborn vor Edeka einen neuen Auflieger bekommen. Wie die programmverantwortliche Ärztin und Referenzzentrumsleiterin Dr. Karin Bock erklärte, sei der neue Röntgenwagen mit neuen Geräten und einem freundlicheren Ambiente ausgestattet.
Kathrin Schopphoven die leitende MTRA, freut sich auf die Arbeit in ihrem technisch und optisch auf den neuesten Stand gebrachten Untersuchungswagen.
Neben den 94 stationären Screening-Einheiten gibt es diese Wagen als Röntgenstation auf Rädern. Das Mammographie-Screening, also eine Röntgenreihenuntersuchung, ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 Lebensjahren die bisher noch frei von Symptomen waren.
Die Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust eignet sich zur Brustkrebsfrüherkennung, weil sie schon sehr kleine, nicht tastbare Tumoren in einem frühen Stadium sichtbar machen kann. Karin Bock erteilte gleichzeitig der manuellen Eigenuntersuchung, dem sogenannten Abtasten, eine klare Absage. Das sei ungefähr so, als wolle man eine Erbse unter einem Stuhlkissen ertasten. Das funktioniere auch nicht, sagte sie. „Wenn man selber tumorverdächtige Knoten ertastet, sind die meist größer als zwei Zentimeter“, warnte die Fachärztin. Das Mammographie-Screening-Programm hingegen habe das Ziel, Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium zu entdecken, in dem der Tumor noch klein ist und die Lymphknoten noch nicht befallen sind. Dadurch hätten Frauen die Chance auf eine günstige Prognose und würden so vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt werden. Das Programm habe erreicht, dass 80 Prozent der Befunde unter zwei Zentimeter blieben. Zur Untersuchung würden alle Frauen in dem entsprechende Altersspektrum alle zwei Jahre eingeladen. Die Kosten werden im Übrigen in der Regel von den Kassen übernommen. Leider würden von den angeschriebenen Frauen lediglich 50 Prozent kommen. Man habe es immer noch mit Vorbehalten, wie dass es bei der Untersuchung zu doll drückt oder das Ergebnis nicht ganz sicher sein könnte, zu tun. Ja, räumte Karin Bock ein, es kann auch schon mal etwas schmerzhaft sein, wenn die weibliche Brust gepresst werden müsse. Hier sei die Frau mit einer größeren Brust benachteiligt. Das Röntgenpersonal werde aber immer bestrebt sein, diese Unannehmlichkeiten auf ein Minimum zu beschränken. Es sei nun einmal so, dass nur bei größtmöglichem noch vertretbarem Zusammenpressen alle Bereiche der zu untersuchenden Brust bei minimalem Einsatz der Röntgenstrahlung abgelichtet werden. Leider gäbe es natürlich Frauen, die Angst vor einem positiven Ergebnis hätten. „Die verschließen lieber die Augen und meiden den Gang zur Mammographie.“ Für Bock ist es wichtig, dass alle Frauen unabhängig von einem Haus-oder Facharzt die mobile Einrichtung praktisch vor der eigenen Haustüre aufsuchen können und dadurch eine absolute Chancengleichheit gegeben sei. Im Rahmen des Programms sehen deren Ärztinnen und Ärzte die Aufnahmen von mindestens 5000 Frauen. Pro Frau werden vier Bilder geschossen und diese werden immer doppelt, das heißt von zwei Ärzten unabhängig voneinander angesehen. Das habe nachweislich den Vorteil, dass mindestens 10 Prozent mehr positive Befunde erkannt würden. „Brustkrebs ist die häufigste bösartige Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland, gefolgt von Dickdarm und Lungenkrebs“, stellte Dr. Bock mit Bedauern fest. Bei Männern sind es in erster Linie Prostata, Dickdarm und dann Lungenkrebs. „Pro Jahr erkranken 70 000 Frauen neu an Brustkrebs. Davon sterben ungefähr 19 000“, machte sie deutlich. Es sei das Ziel der Früherkennung diese Zahlen deutlich zu verringern. Bis zu 40 Frauen können am Tag in der mobilen Röntgeneinrichtung untersucht werden. Karin Bock erklärt, dass man sich bewusst Zeit für jede Frau nähme. Die neuen Kabinen wurden entsprechend geräumig, hell und ansprechend gestaltet. Damit auch in Corona-Zeiten die Ansteckungsgefahr ausgeschlossen werden kann, sind entsprechende Maßnahmen wie Desinfektion, Abstand und Mund-und Nasenschutz ein Muss. Durch großzügige zeitliche Abstände kann sich das Fachpersonal besonders für Frauen, die zum ersten Mal an einer derartigen Untersuchung teilnehmen, viel mehr Zeit nehmen. Das Screening- Team von Dr. Bock setzt mehr auf Qualität als Quantität. Die Frauen sollen dadurch mehr in ihrer Persönlichkeit wahrgenommen werden, erläuterte die Chefin die Vorgehensweise. Das Team steht mit dem Mammobil I-es gibt in Marburg auch noch ein Mammobil II- noch bis zum 24.07.2020 auf dem Edeka/Herkules Parkplatz Herborn.
Informationen und Anmeldungen über die „Zentrale Stelle Hessen“, Telefon: 069 24741-7676.
Ob politisch oder nicht, die Gesellschaft respektive der Staat, kann nicht zulassen, dass seine Exekutivkräfte derart vorgeführt werden. Es ist ja leider kein Einzelfall, sondern fast schon so etwas wie Normalität. Stuttgart ist ein Fanal und wenn spätestens nicht jetzt ein Umdenken in Politik und anderen Führungskreisen stattfindet, ist der „Macht der Straße“ Tür und Tor geöffnet. Allen Beschwichtigungs- und Relativierungsversuchen zum Trotze nimmt eine gesellschaftliche Entwicklung Überhand, vor der seit Jahren immer wieder gewarnt wird. Dem haben Ordnungs-und Sicherheitskräfte bisher nur wenig entgegenzusetzen. Alle Deeskalationsversuche verpuffen Angesichts roher Gewalt, die nur Kaputtmachen und Verletzen oder gar Töten im Sinne hat. Anders als in den 1968er Jahren, als der Mob mit dem Ruf „Macht kaputt was euch kaputt macht“ durch die Straßen zog, fehlt den heutigen Randalierern das politische Konzept. Das Ergebnis ist jedoch für den Gewerbetreibenden in den betroffenen Vierteln, der vor den Trümmern seiner Existenz steht, dass Gleiche.
Vereidigung junger Kommissar-Anwärterinnen und Kommissare auf dem Herborner Hessentag 2016
Auch die Polizisten, meist junge Menschen, die auf Auseinandersetzungen mit zivilisierten Menschen geschult wurden, stehen diesen archaischen Gewaltorgien recht hilflos gegenüber. Das ist nicht, überhaupt nicht ihre Schuld. Alleine die hilflosen Versuche bestimmter Kreise, im Nachhinein die Schläger und Zerstörer nach Hautfarben und Staatszugehörigkeit zu sortieren, zeigt wie wenig man begriffen hat, um was es letztlich geht.
Es ist nicht das Ventil einer angeblich unterdrückten Rasse, Klasse oder was auch immer für eine Gruppierung. Die Menschen die in Stuttgart plündernd, grölend und draufschlagend unterwegs waren, sind ebenso in Berlin oder anderswo anzutreffen. Ihnen geht es darum ihr Verständnis von „Party oder Events“ zu realisieren. Es sind nicht die Entrechteten und Ausgestoßenen der Gesellschaft. Im Gegenteil. Unsere Gesellschaft investiert sehr viel Geld und Kraft in deren Integration und steht einer solchen Fehlentwicklung relativ ratlos gegenüber. Nein es waren nicht die Flüchtlinge oder wie man die Einwanderer immer bezeichnen will. Es waren mit Masse die, die schon länger in unserem Land leben und teilweise auch die Staatsbürgerschaft der Bundesrepublik besitzen.
Sich jetzt an runden Tischen hinzusetzen und endlos zu diskutieren, was da beim Pampern falsch gelaufen ist, bringt kurz und mittelfristig nicht viel. Was sich da scheinbar ungeordnet in den Straßen zusammengerottet hat, ist mit Handauflegen und gutem Zureden nicht zu zivilisieren. Hier müssen die Exekutivorgane und deren Vordenker ihre „Umgangsformen“ ändern. Es kann nicht sein, dass sich die Polizei darauf beschränken muss ihre Haut in Sicherheit zu bringen. Sie muss das System, unsere auf demokratischen Prinzipien basierende Gesellschaft schützen und natürlich Elemente, ob politisch motiviert oder nicht, zur Raison bringen. Was in den Großstädten schon lange aus dem Ruder gelaufen ist, macht sich jetzt auch in kleineren Kommunen breit. Die Bevölkerung ob Netz-oder medieninformiert bekommt häppchenweise fast täglich Gewalttaten, Einbruch und Diebstahl serviert.
Beschwichtiger weisen gebetsmühlenhaft darauf hin, dass dies schon immer so gewesen sei. Früher sei man lediglich weniger informiert worden. Völlig egal. Die alte Dame, der die Handtasche entrissen wurde, der Bürger der schlichtend in eine Auseinandersetzung eingreifen wollte und dies fast mit seinem Leben bezahlt hätte, oder Otto Normalverbraucher, der mit einem Einbruch in sein privatestes Umfeld leben muss, sieht das sicher ein wenig realer. Immer wieder wird dabei sortiert, wer denn für die Missetaten verantwortlich ist. War es ein Mensch „aus dem Süden“, wie Medienschaffende gerne titulieren, einer aus Osteuropa oder sonst wo auf der Welt geboren. Dem Betroffenen ist es gleichgültig und dennoch begreift er nicht, dass Menschen, denen Deutschland Schutz, Geld und Unterkunft gewährt überhaupt solche Taten begehen. Er begreift nicht, dass Menschen aus vielen Ländern rund um den Globus (O-Ton einer Stuttgarter Polizei-Führungskraft) auf die Straßen gehen und das zerstören, was andere wiederaufbauen und bezahlen müssen. Er begreift nicht, dass es Richter gibt, die mit den geringsten Strafen wie Bewährung und Ermahnungen solche Kapitalverbrechen sühnen wollen. Er begreift nicht, dass er, der sich an Recht und Gesetz hält und brav seine Steuern abdrückt, von den gleichen Richtern unnachsichtig bei den kleinsten Verstößen gegen das Strafgesetz an den Hammelbeinen gezogen wird. Er begreift nicht, dass wenn er seine Bedenken offen zum Ausdruck bringt, man ihn der Hetze bezichtigt oder gar als Radikaler abstempelt.
Er begreift aber spätestens nach den Ausschreitungen der vergangenen Sonntagnacht, dass etwas in unserem Lande passiert, mit dem die Staatsorgane nicht fertig werden. Nicht er, sondern Teile der Bevölkerung radikalisieren sich immer stärker und rütteln an den Grundfesten unserer staatlichen Ordnung. Wenn der Stuttgarter Polizeichef erst gestern erklärt, dass er in seinen 46 Dienstjahren eine solche Gewalt noch nicht erlebt hat, ist das nicht besonders hilfreich und der fassungslose Bürger fühlt sich sehr alleine gelassen. Sein Freund und Helfer hat offensichtlich mit sich selber so viel zu tun, dass er keine Kapazitäten mehr für seine eigentliche Aufgabe frei hat. Der Verfassungsschutz ganz lapidar in Welt online: Man halte es für möglich, dass sich terroristische Strukturen im Linksextremismus herausbilden. „Die Gewaltbereitschaft bis zur gezielten Tötung steigt“ titelte dazu die Welt online am 21.Juni 2020. Haben die klardenkenden Politiker im Lande noch die Kraft sich gegen die zerstörerischen Wirrköpfe in den eigenen Reihen durchzusetzen? Ich hoffe es für unser Land, seinen vielen gesetzestreuen Bürgern, egal welcher Hautfarbe und im Interesse unserer Nachkommen.
Seit gestern (16.Juni 2020) ist die von der Bundesregierung herausgegebene sogenannte Corona-App am Start. Laut offizieller Berichterstattung ist es die beste der Welt. Sie soll die Infektionskette schon frühzeitig unterbrechen oder erst gar nicht entstehen lassen. So weit so gut. Bei meiner gestrigen Umfrage unter der Bevölkerung, musste ich feststellen, dass die Informationen zu der stark beworbenen Applikation, wie diese Apps vollständig heißen, noch lange nicht in der Breite angekommen sind. Auch haben sich nur wenige Menschen bisher intensiv damit beschäftigt. Mir fiel jedoch auf, dass zahlreiche Befragte die App als maßgebliche Bastion gegen eine Ansteckung mit dem COVID-19-Erreger betrachten. Im Klartext: Wer sie installiert hat, ist geschützt. Viele andere, genauer gesagt, der größere Teil, hat Bedenken wegen des Datenschutzes und misstraut den gegenteiligen Beteuerungen offizieller Stellen in hohem Maße. Die Menschen sind verunsichert, weil im Verlauf der Krise zu viel Experten oftmals in kürzester Zeit ihre eigenen Aussagen über den Haufen geworfen oder sich gegenseitig zu diskretisieren versucht haben. Wer will den Menschen jetzt übel nehmen, wenn sie mehr und intensiver dass hinterfragen, was sie selber nur mit ihrem klaren Verstand beurteilen können. In meinen folgenden Thesen, versuche auch ich logisch zu denken und will auf keinen Fall irgend jemanden davon abhalten, die „Bundes-Wunderwaffe“ gegen die Corona-App auf seinem Smartphone zu installieren.
Vielleicht noch mal zum Verständnis. Wenn ich diese App auf meinem Phone installiert habe, kommuniziert sie mit dem Phone meines Nachbarn, den ich unterwegs getroffen habe. Wenn der an Corona erkrankt, aber nicht oder noch nicht bei einem Gesundheitsamt erfasst ist, was passiert dann? Nichts, denke ich. Die App kann ja nicht riechen, ob der andere den Drecksack, wie Landrat Wolfgang Schuster das Virus nennt, eingefangen hat. Das heißt für mich im Klartext: Nur die App eines aktenkundig Erkrankten kann dies meiner App mitteilen. Dieser Mensch wäre aber eigentlich in Quarantäne. Wenn meine App ihn also außerhalb seiner Quarantäne-Behausung erwischt, wird er bestraft und auch ich gehe in Quarantäne. Die Dunkelziffer-Corona-Träger, also Menschen die erkrankt, aber noch nicht vom Gesundheitsamt erfasst sind, weilen weiterhin unerkannt unter uns. Keine noch so gute Corona-App kann sie aufspüren. Wenn das also so ist, dient dann die Corona-App vielleicht einzig der Überwachung der amtlich erfassten Kranken, die ihre Quarantäne-Anordnung ignorieren? Kann es auch sein, dass ich da total falsch liege. Man wird es mir sicher erklären.
Fest steht schon jetzt. Viele App-Installierer werden sich im „Schutze“ ihres Smartphones in Sicherheit wähnen und alle anderen Schutzmaßnahmen schleifen lassen. Eine gefährliche vermeintliche Sicherheit, die weitere Ausbrüche geradezu vorprogrammiert. Trotzdem und noch einmal: Ich rate niemandem von der Installation ab, nur absolut vertrauen sollte man ihr nicht. Das kann ins Auge gehen.
Zum Thema Datenschutz möchte ich lediglich einen Artikel aus dem Herborner Tageblatt von gestern wiedergeben. Darin ist, so glaube ich, vieles gesagt.
Was jedoch nicht gesagt und auch kaum woanders zu lesen ist, ist die Tatsache, dass sich die Apps zwar austauschen, aber nur wenn auf einer von ihnen oder auch auf beiden, Daten bezüglich einer Erkrankung gespeichert sind. Ansonsten geht das bildlich gesprochen so aus. Hi, ich bin die App 007, wer bist du? Ebenfalls Hi, ich bin die 008. Willst du mir was sagen? Nö, ich weiß nix. Ich auch nicht und Tschüss.
Strafen bei Missachtung der Quarantäne-Anordnung gefunden auf der heutigen Internetseite vom 1. Deutschen Fernsehen.
Der Verstoß gegen eine Quarantäne-Verordnung ist nach Angaben von Verwaltungsrechtsexperte Jost Hüttenbrink strafbar. Wie er im Interview mit dem „Spiegel“ erklärt, drohen bei Verstößen sogar bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafen, die sich aus Tagessätzen ergeben. Das besagt Paragraph 75 des Infektionsschutzgesetzes. Würde ein Betroffener durch einen Verstoß jemanden anstecken, könne er sich zudem wegen fahrlässiger Körperverletzung strafbar machen, so Hüttenbrink weiter.
Der Westerwald ist für Kenner eine Landschaft, die ihren ganz besonderen Reiz hat. Wer hier ausgefallene Attraktionen sucht, wird enttäuscht sein.
Besonders der Hohe Westerwald zwischen Rennerod und Driedorf besticht durch seine Ruhe, eine beschauliche Schwermut und eine Kultur-Landschaft die zum Verweilen einlädt.
Während früher hier oben in Höhen zwischen 450 und 600 Meter über NN große Rinderherden weideten, lässt es sich heute wunderschön wandern und auch Radfahren.
Es gibt sie noch die großen Viehweiden und auf manchen grasen Rinderherden in weitgehend unberührter Natur. Der Rote Milan oder auch Gabelweihe, wegen seines gepfeilten Schwanzes so genannt, kreist über den weiten Flächen und bei schönem Wetter sieht man mehr von den stolzen Raubvögeln als irgendwo anders.
Zwischen Knoten, Höllkopf und Fuchskaute kann der Besucher, der die Ruhe dem hektischen Treiben der Touristenmetropolen vorzieht, zu sich selber finden. Wer mit offenen Augen und Herzen hinschaut, dem öffnet sich der Reiz der natürlichen Schönheiten in solchem Maße, dass die Gefühle überfließen.
Ein Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein, stahlblauem Himmel und grandiosen Wolkenformationen auf einer ehemaligen Viehweide kann ein unvergessenes Erlebnis nicht nur für Fotografen sein.
Die einzelnstehenden Büsche, das hohe Gras mit seinen vielen Lebewesen und dazu der sanfte Wind, der alles in Bewegung hält, laden ein zum Träumen und zum Vergessen der Alltagssorgen. Text und Fotos: Siegfried Gerdau
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