Schmunzelecke

Wie sich die Zeiten ändern. Früher war alles besser, die Menschen waren höflicher, hilfsbereiter und weniger auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Ganz besonders die Jugend, ach die Jugend ist doch heute viel schlechter erzogen. Sie achtet nicht mehr das Alter, ist zu nichts mehr fähig außer außer Party machen, ist frech und unaufmerksam in der Schule. Was soll nur mal daraus werden? Was soll aus Deutschland werden mit diesen jungen Leuten? Die werden doch niemals reif und vernünftig wie wir es sind.

Über die schlimme heutige Jugend, mögen diese Damen schon geschimpft haben. Repro einer Kreidezeichnung von Vincent van Gogh.

Punkt und Schluss mit dem Gejammere der Alten, Jahrgang 1950 und älter. Wie war das denn damals mit der glorreichen Nachkriegsgeneration?

Der gebürtige Burger Winfried Rohrbeck hat den nachfolgend eingefügten Elternbrief in seinen Analen gefunden und für mich herausgesucht. Wenn mir nicht sofort das Datum ins Auge gesprungen wäre, hätte ich ihn ins Jahr 2020 gerückt.

Seltsam, wie sich die Zeiten doch ähneln und die heutige Generation hat offensichtlich „sehr gute Vorbilder“ gehabt.

Dieser Elternbrief aus dem Jahr 1956 hat mein Weltbild wieder einmal gerade gerückt.

Fakt ist: Die heutige Jugend ist sicher anders als die von vor über 60 Jahren. Sie ist aber nicht schlechter, sondern sicher durch die neuen Medien beeinflusst und teilweise auch im Überfluss großgeworden. Vielleicht hat die „moderne Zeit“ sie auch in der laissez-fair-Epoche orientierungsloser als zu früheren Zeiten werden lassen.

Mein Fazit: Wer die Ausrutscher seiner Kind-und Jugendzeit vergessen hat und hemmungslos alle „Verfehlungen“ der heutigen Jugend an den Pranger stellen möchte, ist schlecht beraten. Wir waren nicht besser, sondern nur anders und das war damals für die, die uns ertragen mussten, auch nicht immer so angenehm. sig

Kein Geld, keine Ausbildung

Das gnadenlose Gesicht der Bundesagentur für Arbeit

Ein Ausbildungsplatz war vorhanden, ein junger Mann war froh ihn bekommen zu haben und der Chef von der Richtigkeit seiner Entscheidung ihn einzustellen überzeugt. Es passte alles. Wo ist also das Problem?

Maurice Bieber hat die Hoffnung auf seinen Ausbildungsplatz noch nicht verloren.

Maurice Bieber, so heißt der Möchtegern- Azubi, hatte jedoch bereits eine kaufmännische Lehre erfolgreich absolviert und das genau ist der Knackpunkt. Er fühlte sich in seinem Beruf nicht angekommen und das Unternehmen baute Mitarbeiter wie ihn wegen Corona ab. Er will anpacken und nicht nur Kisten schleppen. Sein Wunschtraum ist Kfz-Mechatroniker und um dieses Ziel zu erreichen, wollte er gerne noch einmal für mehr als drei Jahre die Schulbank drücken und in seinem Wunschbetrieb alles lernen, was ihn in die Lage versetzt ein guter Schrauber zu sein. Genau solche Leute sucht Jens Lapp, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Erda.

Hier im renommierten Autohaus Lapp in Hohenahr-Erda hatte der Offdillner seinen idealen Ausbildungsplatz gefunden.

Die Freude über den vermeintlich reibungslosen Verlauf hielt jedoch nicht lange. Maurice hat eine eigene Wohnung, die er mit der Ausbildungsvergütung weder halten, noch damit seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Er muss täglich von Haiger-Offdilln nach Erda fahren und das geht zusätzlich gewaltig ins Geld. In der Annahme, dass die Agentur für Arbeit ihm eine Ausbildungsunterstützung zahle, unterschrieb der 23-Jährige den Ausbildungsvertrag inklusive Probezeit und ging mit Begeisterung in dem Autohaus an die Arbeit. Hätte man ihm in der Dillenburger Agentur für Arbeit sofort gesagt, dass nach der Gesetzeslage eine Ausbildungsunterstützung nur für die 1. Ausbildung gewährt würde, wäre Bieber vorsichtiger gewesen.

Jetzt hat ihm sein Chef Lapp in Erda mit sehr viel Bedauern kündigen müssen. Bieber hat sein Auto verkauft und kann die Firma in Erda nicht mehr erreichen. Warum er denn sein Auto verkauft habe, will die Sachbearbeiterin von ihm wissen. „Weil ich dafür kein Geld mehr habe“, antwortet der junge Mann und erntet ein lautes Lachen.

 Er hätte sich die Arbeit mit den unendlich vielen Anträgen und Anrufen sparen können. Das Angebot des Amtes war ein Zuschuss von 53 Euro pro Monat. Er brauchte jedoch 300 Euro und die stehen ihm nicht zu. Jetzt bekommt er jedoch Arbeitslosenunterstützung in Höhe von über 900 Euro und hat aber keinen Arbeitsplatz mehr. Maurice Bieber versteht die Welt nicht.

Die Sachbearbeiterin erklärte ihm, dass es im kommenden Jahr für ihn besser aussähe, dann habe er zu seiner Ausbildungsvergütung ein erneutes Anrecht auf Beihilfe, die für ihn ausreichend sei. Warum erst dann, so fragte nicht nur er. Dann seien fünf Jahre nach dem Abschluss seiner ersten Lehre rum und er könne erneut zusätzliche Stütze beantragen. Solange kann aber sein Chef, der ihn entlassen musste, nicht warten. „Kann man da nicht einmal eine Ausnahme machen“, fragte Maurice. Nein, dies lasse die Gesetzeslage in seinem Fall nicht zu, so die knappe Antwort.

Was geht habe ich bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) recherchiert und möchte dies nachfolgend aufzeigen.

 Generell haben Azubis Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), wenn es bei ihnen mit dem Ausbildungsgehalt eng wird. Der monatliche Höchstsatz liegt seit August 2020 bei 723 Euro, der nicht zurückgezahlt werden muss. Berechnet wird dieser Betrag aus dem Verdienst der Eltern oder des Partners/der Partnerin.

Die Bundesagentur für Arbeit ergänzt: Hat der Antragsteller schon eine Berufsausbildung abgeschlossen, kann er nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen während seiner zweiten Ausbildung BAB erhalten. Der persönliche BA-Tipp: Sprich mit deiner Beratungsfachkraft darüber, welche das sind.

Maurice hat nicht nur einmal mit seiner Beraterin gesprochen. Die Antworten waren immer nur schwer verständlich. Besonders deshalb, weil der Staat und somit der Steuerzahler sogar noch Geld sparen könnte, wenn er über seinen Schatten spränge.

Jetzt ist Maurice Bieber Rat- und Arbeitslos. Er möchte aber unbedingt arbeiten, eine Ausbildung machen die ihm liegt und das Autohaus will ihn auch gerne haben. Das alles geht angeblich so nicht und keiner der Betroffenen kann es verstehen.

„So unterstützt dich die Berufsausbildungsbeihilfe“ schreibt die BA in einem Online-Hinweis. sig/Foto: Gerdau

Nach 97 Jahren ohne Zukunft?

Der traditionsreiche Automobilzulieferer Selzer in Driedorf-Roth ist gewaltig in Schieflage und die Belegschaft in großer Sorge, wie lange sie noch ihre Arbeitsplätze behalten. In der strukturschwachen Region wird es nicht so leicht sein, wieder etwas vergleichbaren zu bekommen, um die Zukunft ihrer Familien zu sichern . Der Betriebsrat kämpft um das Schicksal des Betriebes und um die Existenz der Werksangehörigen. Jetzt wendet er sich mit einem Situationsbericht an die Öffentlichkeit.

Ist die Umstrukturierung der Autoindustrie an dem Selzer-Management vorbeigegangen und hat man die Zeichen der Zeit in Driedorf-Roth schlicht und einfach nicht erkannt? Die Corona-Pandemie hat die seit Jahren zu beobachtende Negativentwicklung des Unternehmens höchstens noch verschärft. Die ehemaligen Eigner haben auf ihre Weise gehandelt. Sie hatten bereits vor einigen Jahren das in Schieflage befindliche Schiff verlassen. Die Seefahrt war da kein Vorbild. „Der Kapitän verlässt als letzter das Schiff, auch wenn ihm nur noch ein paar Planken daran gehören“.

Gespannte Gesichter bei der ersten Selzer – Betriebsversammlung nach dem Corona-Lockdown. Spätestens beim Betreten des Veranstaltungsortes ist jedem klar, dass nichts so ist, wie man es in der Vergangenheit gewohnt war. Sitzen im Freien, Mund-Nase-Bedeckung beim Betreten des Innenhofes, Hände desinfizieren und registrieren der Teilnehmer auf einer Liste. Die Betriebsräte der beiden Unternehmen Selzer-Fertigungstechnik und Selzer-Systemtechnik hatten sie große Mühe gegeben, um die gültigen Corona Vorschriften einzuhalten. Wichtige Gründe für die Durchführung dieser Betriebsversammlung gab es genug. Selzer, ein traditionsreiches Unternehmen hätte im Jahr 2023 sein 100jähriges Bestehen zu begehen.

Dunkle Wolken über dem Driedorfer Traditionsunternehmen Selzer.

Zu feiern gibt es aber derzeit wenig beim mittelhessischen Automobilzulieferer und ob das Jubiläum zum vollen Jahrhundert noch stattfinden kann, da sind viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr skeptisch. Um die Teilnehmerzahl im geforderten Rahmen zu halten, wurde die Betriebsversammlung in zwei Veranstaltungen aufgeteilt. Die Themen aber waren identisch. Schon vor der Corona-Krise standen die Zeichen auf Personalabbau und die aktuelle Pandemie hat das Ganze noch massiv verschärft. Strukturwandel in der Automobilbranche, Automatisierung der Fertigung und allgemeiner Umsatzrückgang im Jahr 2019 waren die Gründe der Geschäftsleitung, um den Abbau von fast 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über beide Unternehmen zu rechtfertigen. Die Betriebsräte legten bereits 2019 ein Konzept vor, um den Abbau der Arbeitsplätze zu vermeiden aber aus Sicht der Geschäftsleitung ging kein Weg an den Kündigungen und der damit verbundenen Personalkostenreduzierung vorbei. Die Betriebsräte verwiesen zusätzlich auf den überstürzten Personalabbau im Jahr 2009 während der Finanzkrise, aus dem man doch eigentlich hätte lernen können. Bereits damals hatte man die zur Verfügung stehenden Mittel nicht genutzt, um das Personal an Bord zu halten und so wurden seinerzeit die meisten Mitarbeiter nach einigen Wochen wieder „eingesammelt“, um die wieder gestiegenen Kundenaufträge abarbeiten zu können. Heute im Corona Jahr 2020 gab es bei während der Betriebsversammlung viele Hiobsbotschaften. Die Entscheidungen, die aktuell seitens der Geschäftsleitung getroffen werden, jagen den Betriebsräten die Sorgenfalten auf die Stirn – geht es doch um Erhalt der Arbeitsplätze in Driedorf Roth. Zum einen ist es der neue Standort in Bosnien, an dem die Produkte gefertigt werden sollen, die aufgrund der Verwendung in Hybridfahrzeugen gute Zukunftsaussichten haben. 300 Arbeitsplätze sollen im bosnischen Rajlovac entstehen. Die Betriebsräte erfuhren davon lediglich aufgrund einer Pressemitteilung im Internet, die über die Unterzeichnung der Verträge in Zusammenarbeit mit der ASA-Group berichtete. Aufbau Osteuropa – Abbau in Driedorf? „Wir sind zu teuer“, war die schlichte Antwort der Geschäftsleitung auf die Frage aus der Belegschaft nach dem „Warum“. Bereits im Jahr 2015 hatte die Belegschaft auf Teile ihres Lohns verzichtet, um das Unternehmen wettbewerbsfähig in die Zukunft zu führen. Genutzt wurde das Geld aber lediglich zum verbessern des Geschäftsergebnisses.

Zum anderen wurde über die Schließung der Ausbildungswerkstatt berichtet, was auf völliges Unverständnis auf Betriebsratsseite stieß. Selzer und die Region brauchen gut ausgebildete Facharbeiter und die Aufrechterhaltung der Ausbildung gehört nach Meinung des Betriebsrates nicht nur zum Entgegenwirken des so oft seitens des Arbeitgeberverbandes angeprangerten Fachkräftemangels sondern ist auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

Bereits im Mai 2020 forderten die Betriebsräte die Einführung von Kurzarbeit um die wegbrechenden Aufträge seitens der großen Autobauer zu kompensieren und um weiteren Personalabbau zu vermeiden. Erst nach langen Verhandlungen war die Geschäftsleitung bereit, eine entsprechende Betriebsvereinbarung, die nun eine Beschäftigungssicherung bis Ende März 2021 beinhaltet,  zu unterschreiben und dann ab Ende Juni die Kurzarbeit einzuführen.

Aus dem Bericht der Geschäftsleitung ging ebenfalls hervor, dass ab dem 1. August 100 Prozent der Selzer-Anteile der Indus Holding gehören und die Familie Selzer somit aus dem operativen Geschäft ausscheidet. Der Austritt aus dem Verband mit Tarif, die Ankündigung der endgültigen Schließung der Kantine sind dabei nur weitere Bausteine, die den anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Glauben an den Standort Driedorf Roth verlieren lassen. Viele verlassen derzeit freiwillig das Unternehmen, um an anderer Stelle für ihre persönliche berufliche Zukunft zu sorgen. Die Betriebsräte und die IG-Metall haben noch in den Versammlungen die Bereitschaft zu weiteren Verhandeln über einen zukunftsorientierten Plan signalisiert. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass der Eigentümer der Selzer Unternehmen eine Zukunft nicht nur in Bosniern, sondern auch am Standort Driedorf Roth plant. Die Antwort darauf und das Bekennen zum Standort Roth blieb die Geschäftsleitung leider schuldig. 

Es ist die Rede vom Abbau von 90 Arbeitsplätzen und dass für diese Mitarbeiter ein Sozialplan bestehe.

Wie weiterhin bekannt wurde, hat der Geschäftsführer  Henkel zurzeit Unternehmensberater in das Unternehmen geholt. sig/Foto: Gerdau 

Schmuck aus Holz und Silber

Reinhard Lemmer aus Dillenburg ist eigentlich gelernter Maschinenschlosser und hantiert überwiegend mit schweren Maschinenteilen. Dennoch ist seine Fertigkeit mit feinen Uhrmacher-Werkzeugen umzugehen, im Laufe der Jahre immer mehr gewachsen. Gestern traf ich den 55-Jährigen mit dem selbstbewussten Outfit in Herborn in einer Eisdiele.

Reinhard Lemmer

Er hatte wieder eine Idee und ein paar Exponate gleich dabei. So ganz nebenbei fertigt der Hobby-Künstler den einen oder anderen Ring aus Holz und Silber. Die Ausgangsmaterialien sind ausgesucht und nicht an jeder Ecke zu bekommen. Sein von ihm verwendetes Holz hat eine hohen Dichte und verarbeitet sich leichter als Metall, ist aber mindestens ebenso fest. Dazu echtes Silber. Sterling Silber ist für ihn nur ein schlechter Abklatsch. Es muss absolut 100 Prozent Silber sein, wenn es ihm unter seine künstlerischen Hände kommt.

Jeder Ring ist aus wertvollem Holz und ein absolutes Unikat.

Die Ringe sind ein Traum und ich habe mich schon mal als sein erster Kunde angemeldet. Der aus schwarzem Holz mit dem Silberkreuz ist meiner. Wenn er gepasst hätte, würde ich ihn schon tragen. Jetzt heißt es leider warten, bis der Meister den Nachfolger in meiner Größe gefertigt hat.

Ich freu mich schon drauf und wer möchte darf den Künstler auch einmal kontaktieren. Reinhard Lemmer mobil: 01573 241 2837. Text und Fotos: Siegfried Gerdau

gerdaus-welt kommt an

Liebe Leser von www.gerdaus-welt.de.
Den heutigen Tag möchte ich gerne zum Anlass nehmen und mich für ihr hohes Interesse an meinem Blog zu bedanken. Besonders das Thema Abholzung und Bebauung des Herborner Weinberg, respektive Pfeifers Wäldchen, ragt hier mit Abstand weit heraus. Es zeigt, dass die Bürger und besonders sie, sehr wohl in die Entscheidungen über eine intakte Umwelt mit einbezogen werden möchten. Die Gesetzeslage ist eine Sache, eine andere ist die Realität und die Lücken, die offensichtlich überall vorhanden sind. Ich werde dran bleiben wenn sie wollen, aber auch über positive Entwicklungen berichten und diese ebenfalls zur Diskussion stellen.
Im Anhang die aktuelle Statistik meines Blogs. Ihre weit über 12 000 Klicks (entsprechen der Anzahl der Leser) geben mir den Auftrag genauso weiter zu machen.

Die große Menge der Klicks spricht für sich und die Leser.


Vielen Dank und bleiben sie mir auch weiter gewogen
Ihr Siegfried Gerdau

Wer macht die Briefkästen sauber?

Wer macht eigentlich die dreckigen Briefkästen, besonders der in der Herborner Alsbach, Willi Brandt-Straße/Stettiner Straße sauber? Das fragte mich ein guter Bekannter und ich konnte nur antworten „vielleicht die Post.“

Zum Glück ist die gelbe Farbe noch zu erkennen.

Ich weiß es wirklich nicht, aber der gute Mann hat Recht. Ich schaute mir das Corpus Delicti an und war erschrocken. Besonders vertrauenswürdig sah der gelbe Kasten nun wirklich nicht aus. Wie es um die anderen in der Stadt bestellt ist kann ich nicht beurteilen, aber vielleicht hat der vergangenen Winter auch noch seine Spuren hinterlassen. Um das gute Stück ja nicht zu übersehen, hat auch noch ein Super-Sprayer oben drauf seine wenig geistreichen Spuren hinterlassen. Text und Foto: Siegfried Gerdau

Café LebensWert in Haiger ist ein Geheimtipp

Obwohl schon seit Jahren eine Institution ist das Haigerer Café LebensWert noch immer ein Geheimtipp. Am Beginn der Oberen Hauptstraße, gleich gegenüber des Museumsstübchens am Marktplatz treffen sich Menschen zu einem Stück selbstgebackenen Kuchen und vielleicht zu einem schönen und mit Liebe zubereiteten Cappuccino. Sie reden miteinander, genießen die Geselligkeit oder lassen einfach nur die Seele baumeln.

Café LebensWert in Haiger

Hausherr und Leiter Axel Hofeditz hat für jeden Besucher ein offenes Ohr und seine entgegenkommende, stille freundliche Art ist bei Jung und Alt sehr geschätzt.

Axel Hofeditz

Interessant in diesem Zusammenhang: Wer sich gestärkt hat und die Zeche zahlen möchte, findet eine Spendenbüchse auf den Tischen. Hier gibt jeder das, was er kann und was ihm die Gastfreundschaft Wert war. Das Café wird im Übrigen davon betrieben und ohne den Einsatz der freiwilligen, ehrenamtlichen Helferinnen wäre dies nicht möglich. Selbst den angebotenen Kuchen und die leckeren Waffeln finanzieren die „Service-Frauen“ aus eigener Tasche. Viele Menschen kommen auch hierher, um der heimischen Einsamkeit zu entfliehen, miteinander Brettspiele zu spielen oder auch nur ein wenig zu „tratschen“. Die Öffnungszeiten des Cafés sind jetzt in den Zeiten von Covid-19 etwas verschoben. Wer es genau wissen will, ruft am besten die unten angegebene Nummer an und bekommt Auskunft. LebensWert, in Person des 54-jährigen Leiters, hat jedoch weit mehr zu bieten. Sein Tätigkeitsfeld umfasst die Bereiche Unterstützung bei Behördengängen, Einkäufe begleiten und erledigen, Begleitung zu Ärzten, Verwandten Besuche, Gottesdienstbesuche und Begleitung von Menschen in Trauer. Axel Hofeditz fragte mich heute, wie es ihm gelänge Menschen zu erreichen, die alleine leben und sich schwertun ihre alltäglichen Besorgungen zu erledigen. Oftmals sind es ältere Personen, die auch nicht gerade auf Rosen gebettet sind. Ich hoffe, mit meinem Blog Leser anzusprechen, die jemanden kennen der in einer schwierigen Lage ist und diese Hilfe braucht. Alle Hilfsangebote sind im Übrigen völlig kostenfrei. Die Kontaktaufnahme zu Axel Hofeditz ist problemlos. Sein „Sorgentelefon“ (02773 919 80 50) und (0152 341 22 058) sollte zu den allgemein üblichen Zeiten besetzt sein. Auch per Mail ist Hofeditz garantiert zu erreichen: info@lebenswert-hilfe.de. Auch unter www.lebenswert-hilfe.de gibt es wertvolle Informationen. Text und Fotos: Siegfried Gerdau       

News

Haiger entwickelt seine Gastlichkeit. Vor kurzem hat die 47-jährige Alexandra Kumst in der Mühlenstraße 4 (ehemaliger Bio-Laden) das Café „Zimt & Zucker“ eröffnet.

Der ideale Ort für ein schönes Kaffeekränzchen. Rechts im Foto: Alexandra Kumst.

Die komplett renovierten Räume strahlen gediegene Gemütlichkeit aus, die durch eine ansprechende Einrichtung unterstrichen wird. Das Angebot ist für ein Café umfassend (siehe angehängte Speise und Getränkekarten) und besonders die selbstgebackenen Kuchen sind nicht nur für die Damenwelt ein Magnet.

Auch vor dem Zimt&Zucker kann man gemütlich sitzen.

Der Freisitz vor dem Café vermittelt ein wenig das Flair eines italienischen Straßencafés.

Die Speise- und Getränkekarte überzeugt.

Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 14.30 bis 18.30 Uhr. Text und Fotos: Siegfried Gerdau

Breitscheider Seniorinnen besichtigen Arztpraxen

Eine Exklusiv-Besichtigung der ärztlichen Praxisräume im neuen Breitscheider Gesundheitszentrum mit anschließendem gemütlichen Kaffeetrinken, spendierte am Mittwoch der Breitscheider Facharzt für Allgemeinmedizin Christoph Piel von der Praxis Piel und Idelberger zwei Breitscheider Seniorinnen.

Uwe Interthal chauffierte die Trägerin des Bundesverdienstkreuz standesgemäß im BMW aus dem Jahr 1935.
Begrüßung durch Bauleiter und Mieter. Von links: Erna Klös, Christoph Piel, Helga Hopf, Bauleiter Thomas Germann und Jan Luckenbach.

Erna Klös (98) und die 91-jährige Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Helga Hopf ließen sich von Uwe Interthal mit dessen BMW 315-2 Baujahr 1935 und von Christoph Piel mit seinem 7er BMW zu dem noch nicht offiziell eröffneten Zentrum in der Medenbacher Straße chauffieren. Die Praxis, die sich das Ärzte-Team Piel und Idelberger mit der Landarztnetz-Praxis von Dr. Michael Saar teilt, gefiel den Damen ausgesprochen gut.

In guten Händen. Christoph Piel mit Helga Hopf (links) und Erna Klös.

Sie liegt im 1. Stock des Gesundheitszentrums und ist barrierefrei mit einem Aufzug zu erreichen. Beide Praxen haben jeweils ihren eigenen Empfang mit den bekannten Ansprechpartnern, so dass für die Patienten alles beim Alten bleibt. Auch werden sie von „ihren“ Ärzten in den freundlich, modernen Räumen begrüßt und behandelt.

Gut versorgt. Das Ehepaar Luckenbach hatte das Wohl der Seniorinnen fest im Blick.

Den Abschluss der Besichtigungstour bildete ein Besuch des schon so gut wie fertigen Café und Bäckerei von Hartmann & Luckenbach. Die Eröffnung des Gesundheitszentrum wird am 31. August sein. Gleichzeitig werden auch die ärztlichen Praxen zu den gewohnten Zeiten ihre Pforten öffnen.