Wo sind die Infektionsquellen von Corona

Österreichische Wissenschaftler beschäftigten sich mit der Frage, wo denn die Hauptansteckungsquellen von COVID-19 liegen.

Was die Forscher herausfanden

  • 📋Infizierte sind oft ansteckend, bevor sie merken, dass sie Symptome haben. Das macht es besonders gefährlich.
  • 📋Die Übertragung erfolgt oft binnen weniger Tage (3 bis 5). Das Infektionsrisiko bei physischem Kontakt ist sehr hoch.
  • 📋Eine Übertragung erfolgt, wenn mehrere Menschen für längere Zeit am selben Ort sind (15 Minuten am Stück oder zum Beispiel auch 3 mal 5 Minuten)
  • 📋Quarantäne-Maßnahmen und Barrieren zeigen Wirkung. Wird die Infektion frühzeitig erkannt, endet die Übertragung.
  • 📋Im Moment gibt es keine Infektionsketten im öffentlichen Nahverkehr oder beim Besuch eines Geschäfts – dank der Schutzmaßnahmen. Die sollten weiter eingehalten werden.
  • Alle Infos von Galileo Pro sieben übernommen (sig)

Mund und Nase bedecken, körperlichen Abstand von mindestens zwei Meter halten und nach Möglichkeit größere Menschenansammlungen meiden. Das ist der einzige Schutz (immer noch) vor Ansteckung.

Wer seine Lieben im Altenheim noch länger behalten möchte, sollte die Besuche auf „Fensterkontakte“ beschränken. Die eingerichteten Besuchsräume können tödlich für Seniorinnen und Senioren sein und dadurch auch alle anderen Bewohner in diesen Einrichtungen in Lebensgefahr bringen. Text und Foto: sig

Gartenparadiese vor der Haustüre

Die Blütenpracht in den heimischen Gärten muss einfach auf Fotos festgehalten werden. Man kann sich in den allerschönsten Farben und Formen verlieren. Wenn es auch Anfang der kommenden Woche sogar noch einmal schneien sollte, die grauen Tage gehören dennoch der Vergangenheit an. Text und Fotos: sig

Gefährlicher Irrglaube

Viele, zu viele Menschen glauben, dass die COVID19-Pandemie schon vorbei sei. Durch Hand-auf-legen oder per Dekret? Allenthalben sieht man Personengruppen zusammenstehen. Ohne oder nur halb angezogene Masken, kein Sicherheitsabstand und völlig unbefangen miteinander tratschend. Hauptthema ist dabei, man kann die Uhr danach stellen, Corona. „Alles nur Panikmache, von denen da oben gesteuert und inszeniert“ und so weiter und so weiter.

Roswitha aus Breitscheid schreibt per WhatsApp: „Wir waren heute in Herborn beim Arzt und anschließend wollte mein Mann noch in den Baumarkt. Natürlich mit Mundschutz, aber wir waren so ziemlich die einzigen die das Teil auf Mund und Nase hatten. Von dem geforderten eineinhalb Meter Abstand keine Spur. Ich musste mehrmals energisch darum bitten, weil die Kunden mir zu sehr auf die Pelle rückten. Die meisten Menschen haben es immer noch nicht begriffen und glauben weil jetzt wieder alles geöffnet ist, dass alles vorbei ist.“

Durch Unachtsamkeit und Ignoranz zu sterben ist die dümmste Form, um aus dem Leben zu scheiden.

Diese Beobachtung kann ich nur teilen. Es gibt sie allerdings noch, die mit Mundschutz mutterseelenalleine durch die Wälder spazieren. Das tut jedoch niemanden weh. Genauso wenig die Solo-Autofahrer mit blütenweißem Mundschutz vor dem Gesicht. Wer sich allerdings einen Dreck um die dringenden Empfehlungen von Experten, ja und auch von Politikern schert, wird möglicherweise bitteres Lehrgeld für seine Ignoranz zahlen müssen. Es ist noch nicht vorbei, auch wenn die Zügel aus wirtschaftlichen Gründen sicher etwas gelockert werden müssen. Corona, der Drecksack wie unser Landrat Wolfgang Schuster sagte, wird uns wohl noch lange Zeit beschäftigen. Wir müssen intelligent mit der Bedrohung umgehen, wenn wir gesund bleiben und vielleicht auch überleben wollen. Text und Foto: sig

Vivre comme dieu en France

Ob unsere französischen Nachbarn Gourmets oder lediglich Gourmands sind, bleibt dem Urteil des Betrachters überlassen. Fest steht, die liebenswerten Einwohner der Grande Nation verstehen besser als die Deutschen zu leben. Das erkennt man schon an den riesigen Einkaufsmärkten links und rechts der Seine. Noch viel wichtiger als Carrefour, Géant und Co sind dem Franzosen seine Wochenmärkte. Kein noch so kleiner Ort ohne einen marché hebdomadaire der genau dem entspricht, was man sich gemeinhin darunter vorstellt. Überwiegend verkaufen hier die Landwirte aus der Region ihre erntefrischen Produkte, die allerdings nicht billig sind. Billig sind Lebensmittel im ganzen Land nicht und beim Betrachten des Durchschnittseinkommens, dass in etwa dem Deutschen gleicht, wundert man sich manchmal über die überquellenden Einkaufswagen.

Die alte Weisheit, dass der Franzose sein ganzes Geld „verfrisst“ ist jedoch ein Ammenmärchen. In dem Land, dass erheblich größer als Deutschland ist, gibt es viel mehr Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen als bei uns. Dabei ist Bauen und Kaufen sehr teuer. Auf den Straßen fahren überwiegend neue oder neuwertige Autos und die Restaurants sind samstags und sonntags fast immer ausgebucht. Wie sie es bewerkstelligen, wird uns Nutzessern und Lebenspraktikern wohl immer ein Rätsel bleiben. Sie machen es einfach und leben dabei nicht schlecht. Man genießt es gut und ausgiebig zu essen und zu trinken und ohne einen fünften Gang geht dabei selten etwas. Der Unterschied zu uns Schnellessern ist dabei die Menge. Immer in kleinen Portiönchen. Da kann ein Gang auch schon einmal lediglich aus ein paar Obststückchen oder Salat bestehen. Alles geht gemächlicher zu als jenseits des Rheins und bei dem meist späten Ende des repas wundert es uns, dass auch alle früh wieder aus dem Bett kommen, um das tägliche Baguette zu verdienen. Das ist Übrigens meist das einzige Nahrungsmittel, das ein französischer Staatsbürger in der Früh zu sich nimmt. Dazu natürlich ein scharf gerösteter Kaffee in dem henkellosen Bol. Das zweite Frühstück fällt etwas reichlicher aus und zum Mittagessen (Le déjeuner) hat la maman schon den morgendlichen Wochenmarkteinkauf zum Beispiel in eine leckere Quiche lorraine mit Salat verwandelt. Kommen abends Gäste, legt sie noch einen Gang zu oder Monsieur zieht es vor die ganze Familie in ein Restaurant einzuladen. Familie ist alles und das wird besonders beim gemeinsamen Essen deutlich. Dabei lässt man sich auch schon einmal ein halbes Dutzend Escargots mit Knoblauch in Kräuterbutter schmecken. Wichtig ist jedoch: man will immer wissen was man isst und das lässt sich ein Feinschmecker auch etwas kosten. Zum Schluss noch ein Spruch, der gut zu diesem Artikel passt: „Auf Franzosen wirkt eine deutsche Aldifiliale wie ein staatliches Lebensmittellager für den Katastrophenfall.“ Das stammt Übrigens nicht von mir, sondern von Sebastian Schnoy. Text und Fotos: Siegfried Gerdau

Die Aufnahmen wurden von mir ausnahmslos in der Provence, in der Gegend von Loumarin gemacht.

Das richtige Licht

Blütenträume im heimischen Garten

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort und das passende Objektiv zur Hand. Und natürlich auch Objekte, die man gerne fotografieren möchte. Im heimischen Garten wird man in dieser Jahreszeit immer fündig. Für einen Fotografen ist eine schöne Blüte immer ein Kunstwerk, für das es sich lohnt sein ganzes Können unter Beweis zustellen. Wenn dann noch wie heute dass Licht der untergehenden Sonne mitspielt, kann kaum noch etwas schiefgehen. Auch der in den vergangenen Tagen immer wieder blasende Wind hielt sich zurück und so konnte ich ganz ungeniert mit Blende, Zeit und Polfilter spielen. Text und Fotos: Gerdau

Île de Beauté – ein traumhaftes Gebirge im Meer

Die durch Covid-19 hervorgerufene Pandemie, macht Reisen auf absehbare Zeit unmöglich. Schlimm für Menschen die zeitlebens anderes gewohnt sind. Selbst der obligatorische Ausflug, heute am 1. Mai, fällt buchstäblich ins Wasser. Grund genug in Erinnerung, respektive in der Festplatte zu kramen und so stieß ich auf den Mai 2011. Fünf Wochen lang waren wir auf einer der schönsten Inseln im Mittelmeer mit unserem Wohnmobil unterwegs. Korsika das „Gebirge im Meer.“ Die Griechen nannten sie Kalliste, die Wunderschöne. Das trifft es auf den Punkt, fanden die Franzosen, denen die „Ile de Beaute“ seit 1768 gehört. Nur ein Jahr danach wurde der spätere französische Kaiser Napoleon Bonaparte I. in der Insel-Hauptstadt Ajaccio geboren.

Von Bonifacio, der einstigen Legionärsstadt im Süden der Insel, kann man von den schroff abfallenden Steilküsten bis nach Sardinien schauen. Alleine 50 Zweitausender durchziehen Korsika von Nord nach Süd. Der Monte Cinto (korsisch: Cintu) ist mit 2706 Metern Höhe der höchste Berg der Mittelmeerinsel. Die jahrzehntelangen terroristischen Aktivitäten der Corsen haben dafür gesorgt, dass die eigene Sprache ebenso erhalten blieb, wie eine relative Autonomie nach dem Motto „laissez faire“. Die Landschaft eingerahmt von einem unwirklich blauen Meer, ist ebenso unbeschreiblich wie der betäubende Duft der Macchia. Dieser immergrüne Buschwald bedeckt die Hälfte der Insel und gibt den besonders in den Höhenregionen lebenden Wildschweinen und Mufflons Schutz und Lebensraum.

Wenn auch die traumhaften Strände wie bei Riva Bella, Calvi oder der märchenhafte Strand von Algajola in der Hochsaison völlig überlaufen sind, bietet gerade die Vor-und Nachsaison vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten und ein Naturerlebnis wie kaum woanders in Europa. Zwei abenteuerliche Bahnlinien, die von der Chemins de fer de la Corse (CFC) betrieben werden, verbinden die beiden Hafenstädte Bastia an der Ostküste mit Ajaccio an der Westküste und die Nordwestküste der Insel mit der Hafenstadt Calvi.  Das Straßennetz ist ausgenommen der Nord-Süd-Verbindung von Bastia nach Bonifacio ebenfalls sehr anspruchsvoll. Wir mieden damals die gesamte Westküste wegen den Straßenbreiten, die mehr Flurwegen als Landstraßen glichen und für Wohnmobile nicht gerade das gelbe vom Ei waren. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die allgegenwärtigen Busse damit keine Probleme zu haben schienen. Tiefer, also höher ins Land sind wir mit E-Bikes gefahren und hatten wohlweislich immer genug zu trinken dabei. Mal eben an einem Supermarkt halten ist nicht. Es gibt schlicht und ergreifend lediglich in den Touristenzentren welche und dort ist der Einkauf immer eine Spur teurer, als im ohnehin nicht gerade billigen Mutterland Frankreich. Dennoch, wer einmal auf diesem Fleckchen Erde war, möchte unbedingt wieder hin. Das geht aber nur per Fähre von Marseille, Nizza und Toulon und von Sardinien, Savona Vado, Livorno und Genua in Italien aus. Die wichtigsten Schifffahrtsgesellschaften sind Moby Lines und Corsica Ferries und bei denen empfiehlt es sich rechtzeitig, das heißt schon ein paar Monate vorher zu buchen. Camping an Bord ist Übrigens nicht erlaubt. Einige Fotos habe ich hier eingestellt und die geben hoffentlich einen kleinen Überblick über einen Urlaub, bei dem man wirklich alles erleben kann. Text und Fotos: Siegfried Gerdau

Der hölzerner Zeitzeuge.

Wenn ein Baum erzählen könnte

Beim Anblick der infolge von Astabschnitten zurückgeblieben Narben glaubt man in das Gesicht eines sehr alten Menschen zu schauen.  

Da steht sie nun wie in den vergangenen 350 Jahren in einer sehr nüchternen Umgebung. Einst spendete die majestätische Eiche den unter ihrem Blätterdach lustwandelnden Adligen sowie dem Hofstaat großzügig Schatten und den Bediensteten im Herbst noch großzügigere Beschäftigung beim Laubrechen. Als sie gepflanzt wurde- wann das aufs Jahr genau war, lässt sich nicht mehr feststellen- bewegte sich Europa auf eine kleine Eiszeit zu. Ein dramatischer Klimawandel veränderte die Lebensbedingungen besonders der Menschen, die schon vorher nicht auf Rosen gebettet waren. Die Winter waren lang und die Sommer kurz und kühl. Der Rückgang der Durchschnittstemperatur betrug „lediglich“ zwei Grad. Es brachen Hungersnöte aus, weil die Ernten nicht für die Versorgung der Bevölkerung ausreichten. Der damals noch junge Baum wurde vielleicht in seiner Entwicklung gebremst, ansonsten ging ihm der Klimawandel buchstäblich an der Rinde entlang. Die Menschen hingegen sprachen von einer Strafe Gottes und die Zeit der Hexenverbrennung erreichte ihren Höhepunkt. Um 1700 normalisierten sich die Umweltbedingungen für das menschliche Dasein wieder, aber die europäische Gesellschaft hatte sich in der drei Generationen währenden „Eiszeit“ verändert. Die Eiche entwickelte sich weiter und ihr Stamm weckte sicherlich manches Mal Begehrlichkeiten, ihm mit der Trummsäge und der Axt zu Leibe zu rücken. Sie vertraute jedoch auf den Schutz, den sie alleine ihrer Symbolik verdanken konnte- Eichen standen seit jeher für Kraft, Beständigkeit und für den Kampf, einschließlich des Sieges. In der Religion war (und ist?) der knorrige Baum ein Sinnbild für ewiges Leben. Das war jedoch nicht immer so. Gerade an der Eiche haben sich in der Zeit der Christianisierung die Geister geschieden. Es gab die für die Germanen heilige Eichen, die zum Teil von christlichen Missionaren (z.B. Bonifatius) in religiösen Eifer gefällt wurden. In späteren Jahren instrumentalisierte man jedoch die „Fürsten der Wälder“ für das Christentum. So wurden aus den keltischen „Duir“ plötzlich die Marien-Eichen. Wie viele Wildschweine werden sich wohl an ihrer Rinde geschabt und sich über ihre Früchte hergemacht haben? Denen, den sie ihr Leben lang schon Freude und Verlässlichkeit spendete, müssen ihr heute helfend unter die ausladenden Äste greifen. Ihre Kraft hat nachgelassen, auch wenn die Taille mittlerweile stolze sieben Meter Umfang erreicht hat. Zum Glück belastete der vergangenen Winter die mächtige Krone nicht mit Schnee. Jetzt aber, wenn die Blätter wachsen, sind die vielen Seile und Gurte die sie zusammenhält ein Segen. Hat auch in der heutigen Zeit der symbolische Charakter der bis zu 1000 Jahren alt werdenden Bäume nicht mehr die Bedeutung von einst, so freuen sich die Menschen immer noch in ihrem Schatten gemütlich mit Freunden zusammensitzen zu können. Text und Fotos: Siegfried Gerdau

Es scheint, als wolle sich die alte Eiche selber umarmen.

Mehr „Auslauf“ für Alte im Herborner Haus des Lebens?

Eine Idee, die kaum was kostet

Besonders ältere Menschen in Seniorenheimen sind durch COVID-19 besonders gefährdet. Bereits vor Wochen haben die Länder entsprechend reagiert und deren Schließung verfügt. Im Klartext heißt das: Die Seniorinnen und Senioren dürfen nicht mehr hinaus und Besucher nicht mehr herein. Eigentlich eine logische Konsequenz um die Alten zu schützen und dennoch ein sehr großer Einschnitt für diese Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Der leider ohnehin seltene Besuch im Heim bei der Oma oder dem Opa, Mutter oder Vater fällt nun komplett weg. Die Einsamkeit schlägt mit voller Brutalität zu. Auch die Bewohner, die sich noch aus eigener Kraft bewegen könnten, sind „kaserniert“. Vergleiche mit Isolationshaft im Knast hinken nicht mal. Die Kanzlerin hat in ihrer Regierungserklärung am vergangenen Donnerstag (23. April) dazu folgende Anmerkungen gemacht: „Die 80- und 90-Jährigen haben unser Land aufgebaut. Wir dürfen ihr Leid nicht vergessen. Das Mitgefühl für die Alten darf jedoch niemals von der Dankbarkeit dafür abhängen. Es darf von gar nichts abhängen.“ Weiter betonte sie: „Wir leben nicht in der Endphase der Pandemie, sondern an deren Anfang.“ Genau das ist der Punkt. Alle Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden besonders für die Senioren noch sehr lange anhalten. Ein Ende ist nicht ansatzweise in Sicht.

Viele Heime wie das „Haus des Lebens“ in der Herborner Kaiserstraße haben ein Stück Freifläche als „Auslauf“ in einem Minigarten eingerichtet. Dort können die Bewohner zumindest ein wenig Luft schnappen und mit ihren Angehörigen getrennt durch Zaun und Spritzschutz Kontakt aufnehmen. Auf einem schmalen Gartenpfad von zirka 30 Meter Länge drehen einige ihre „Runden“. Erinnert leider ein wenig an einen Bärenkäfig oder eben an den Freigang im Gefängnis. Aber immerhin, diesen „Komfort“ haben nicht viele Einrichtungen dieser Art.

Es gäbe aber noch eine zusätzliche Lösung im Bereich des „Haus des Lebens“: Wenn die Besucher Kontakt mit ihren Lieben aufnehmen, stehen sie auf einem wunderbar gepflasterten Wirtschaftsweg zwischen besagtem Zaun und Bürgersteig entlang der Straße. Vermutlich gehört dieser Weg der Stadt und dient in erster Linie der Heimversorgung. Aber er ist auch für Passanten frei zu begehen, obwohl diese dort nicht gehen müssten. Wenn nur ein Teilstück davon gesperrt und in den Heim-Auslauf eingebunden würde, wäre das ein Segen für die Menschen, die noch zu Fuß oder sich per Rollstuhl bewegen möchten.

Ein wenig Nachdenken und an einer Möglichkeit in dieser Richtung suchen kostet nicht viel und würde ein Segen für die bedeuten, die ohnehin nur noch wenig vom Leben haben. Vor allem gäbe man dem Namen „Haus des Lebens“ damit sicherlich mehr Leben in einer schweren Zeit. sig/Fotos: Gerdau

Helfen und immer wieder Schönes entdecken.

Roswitha Michel aus Breitscheid hat eine Helfergruppe ins Leben gerufen.

Roswitha Michel

Die 68-jährige Mutter von zwei Kindern und drei Enkelkindern Roswitha Michel hat im vergangenen Oktober mit Gleichgesinnten die Gruppe „Du bist Gusternhainer“ gegründet. Die mittlerweile 86-köpfige Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht Menschen zu helfen, die Angesichts der grassierenden Corona- Pandemie dringend Hilfe benötigen. Das Allerschönste: Es sind alle örtlichen Vereine mit im Boot. Sie selber ist aufgrund einer 100-Prozentigen Schwerbehinderung mit Pflegegrad 4 selber gehandicapt. Hobbys sind seitdem nicht viele übriggeblieben. Sie geht mit ihrem Ehemann so oft es möglich ist spazieren. Ihr Smartphone ist trotz Rollator immer dabei und so entstehen wunderschöne Fotos (im Anhang) aus der näheren Umgebung von und in Gusternhain. Die angehängten Flyer sollen die Dorfbewohner ermutigen sich der Hilfe der „Gusternhainer“ zu bedienen. Sie wurden im ganzen Dorf herumgetragen und die Gruppe hofft, auf ein reges Echo. sig/Fotos: Roswitha Michel  

Campingplätze in Deutschland wegen Corona geschlossen

Auch in Heisterberg und Mademühlen sind die Schranken zu

Corona hat in diesem Jahr auch den Campern mit WoMo, Caravan oder Zelt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz idealem Wetter schon seit Wochen muss das Freiluft-Utensil in der Garage oder dem Abstellplatz bleiben. Die Gefahr des sprunghaften, nicht mehr zu kontrollierendem Anstieg der Pandemie sei einfach viel zu hoch, warnen die Epidemiologen und die Landesregierung hat entsprechend reagiert. Alle touristischen Übernachtungen ob in Hotels oder auf Camping-oder WoMo-Stellplätzen sind untersagt. Demzufolge mussten alle Campingplätze bis auf weiteres schließen. Basta. Dem hat sich auch Driedorfs Bürgermeister Carsten Braun anschließen müssen. „Glaub nur nicht, dass wir das gerne tun. Jeder Euro wird doch gerade in diesen schwierigen Zeiten auch in Driedorf gebraucht“, klagt das Gemeindeoberhaupt während unseres gestrigen Gesprächs. Auch die sogenannten Dauercamper seien von der behördlichen Verordnung betroffen. Dauercamper haben ihren Stellplatz für eine festgelegten Zeit auf einem der beiden gemeindeeigenen Campingplätze in Mademühlen und Heisterberg gemietet. Dieses Mietverhältnis begründet jedoch in der Regel keinen Wohnsitz und der Aufenthalt dort sei eine touristische Übernachtung, erklärt Braun. Somit treffe auch auf diesen Personenkreis die vierte Verordnung zur Bekämpfung des Corona Virus, Stand: 21.04.2020, Gültig ab 20.04.2020 bis 03.05.2020 der Hessischen Landesregierung zu. In deren Auslegungshinweisen werden explicit Beherbergungsbetriebe, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze, sowie Airbnb zu touristischen Zwecken genannt. Im Klartext: Jede touristische Übernachtung in einer Einrichtung, die auf keinem festen, gemeldeten Wohnsitz begründet ist, wird für einen immer wieder zu überprüfenden Zeitraum untersagt. Der Pächter des Campingplatzes Mademühlen Dieter Tobey, sieht darin neben der geschäftsschädigenden Wirkung auch eine negative soziale Komponente. Zum einen brechen ihm die Einnahmen gegen Null weg. Außerdem nehme der Entscheid des Driedorfer Bürgermeister seinen Dauercampern ihren Wohnsitz fort. Diese müssten jetzt zurück in ihre Heimatregionen, die meist in Ballungsgebieten lägen. Dort seien sie einem viel höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Carsten Braun zeigt auch dafür ein gewisses Verständnis. Dennoch müsse er sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, dem sich auch der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. / www.bvcd.de anschließt. Gerichtliche Eingaben einiger Dauercamper seien in der Vergangenheit im Sinne der Verordnung abgeschmettert worden, sagte der Bürgermeister. Ob es bei der geplanten Wiedereröffnung der beiden Plätze Heisterberg und Mademühlen am 3. Mai 2020 bleibe, müsse man abwarten. Tobey landet einen letzten Versuch, in dem er erklärt: „Ich habe gehört, dass ein Campingplatz an der Lahn für Dauercamper wieder geöffnet ist und der Platz liegt in Hessen.“ Anhang: Nach meinen Recherchen ist Dauercamping derzeit jedoch nur unter Einhaltung bestimmter Vorschriften in Nordrhein-Westfalen sowie in Sachsen gestattet. Foto und Text:Siggi Gerdau